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Happy Birthday ‚Äď 10 Jahre Regulatory Blog!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende November 2009 sind wir mit unserem Regulatory Blog gestartet ‚Äď damals f√ľr uns noch ein recht neues Medium und daher auch ein kleines Experiment mit ungewissem Ausgang. Der Trend zur zunehmenden Nutzung elektronischer Informationswege und die damit verbundene Ver√§nderung der Kommunikationswege hatten uns bewogen, mit dem Regulatory Blog eine flexible und reaktionsschnelle Plattform mit gro√üer Reichweite zu schaffen. Wir wollten mit unserem Regulatory Blog √ľber regulatorische √Ąnderungen und Reformen kurz, pr√§gnant und zeitnah informieren ‚Äď und tun dies mittlerweile kontinuierlich seit zehn Jahren. Ein kurzer R√ľckblick auf einige der Meilensteine sei daher erlaubt:

„Fast-Track‚Äú-√Ąnderung der Gro√ükreditvorschriften in der CRR

Gemeinsam mit der Einf√ľhrung von √úbergangsvorschriften zur IFRS 9-Erstanwendung (siehe Regulatory Blog-Beitrag:¬†‚ÄěFast Track‚Äú ‚Äď CRR √úbergangsbestimmungen f√ľr die IFRS 9-Auswirkungen auf die regulatorischen Eigenmittel“¬†vom¬† 17. Januar 2018) wurden mit Ver√∂ffentlichung am 27. Dezember 2017 im Amtsblatt der Europ√§ischen Union die √úbergangsvorschriften f√ľr auf die Landesw√§hrung eines EU-Mitgliedsstaats lautende Risikopositionen gegen√ľber √∂ffentlichen Schuldnern in Bezug auf die Gro√ükreditermittlung verl√§ngert (Verordnung (EU) 2017/2395 des Europ√§ischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2017).

Ausgangspunkt der unmittelbar wirksamen √Ąnderung der CRR sind die Ausnahmeregelungen des Art. 400 Abs. 1 lit. a) bis e) CRR, nach denen Risikopositionen, die gegen√ľber Zentralstaaten, Zentralbanken, √∂ffentlichen Stellen sowie regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften der EU-Mitgliedsstaaten bestehen oder durch diese garantiert sind, vollst√§ndig von der Anrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ausgenommen sind, sofern ein KSA-Risikogewicht von 0% vorl√§ge.

Bei den hier also zugrunde liegenden Anforderungen zur Nullgewichtung von Zentralstaaten im KSA ist grunds√§tzlich zu unterscheiden zwischen der rein bonit√§tsabh√§ngigen Einstufung gem√§√ü Art. 114 Abs. 2 CRR und den pauschalen Ausnahmeregelungen gem√§√ü Art. 114 Abs. 4 und Abs. 5 CRR f√ľr Zentralregierungen von EU-Mitgliedsstaaten, die aufgrund ihrer Bonit√§tseinstufung kein KSA-Risikogewicht von 0% erhielten:

  • F√ľr Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten, die schon allein aufgrund ihrer aktuellen Bonit√§tseinstufung (Bonit√§tsstufe 1) gem√§√ü Art. 114 Abs. 2 CRR ein KSA-Risikogewicht von 0% erhalten, ergeben sich keine √Ąnderungen, da die Anforderungen des Art. 400 Abs. 1 CRR zur vollst√§ndigen Befreiung von der Gro√ükreditobergrenze weiterhin erf√ľllt werden. Dies gilt gleicherma√üen f√ľr Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die gem√§√ü Art. 115 Abs. 2 bzw. Art. 116 Abs. 4 CRR wie Risikopositionen gegen√ľber diesen Zentralstaaten behandelt werden d√ľrfen.
  • Im Unterschied dazu wird gem√§√ü Art. 114 Abs. 4 CRR Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten und Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten, die auf die eigene Landesw√§hrung lauten und in dieser W√§hrung refinanziert sind, ungeachtet der Bonit√§tseinstufungen ein pauschales KSA-Risikogewicht von 0% zugewiesen. Gleiches gilt auch hier f√ľr Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die gem√§√ü Art. 115 Abs. 2 bzw. Art. 116 Abs. 4 CRR wie Risikopositionen gegen√ľber dem Zentralstaat behandelt werden d√ľrfen. Somit kann die Anforderung an die Ausnahme von der Gro√ükreditobergrenze auch f√ľr diese Risikopositionen per se als erf√ľllt angesehen werden.
  • F√ľr Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten und Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten, die auf die Landesw√§hrung eines anderen Mitgliedstaats lauten und in dieser W√§hrung refinanziert sind, galt die pauschale KSA-Nullgewichtung nach Art. 495 Abs. 2 CRR jedoch nur bis zum 31. Dezember 2017 (analog: Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die wie Risikopositionen gegen√ľber dem Zentralstaat behandelt werden d√ľrfen). Seit dem 1. Januar 2018 werden die KSA-Risikogewichte f√ľr diese Risikopositionen gem√§√ü Art. 114 Abs. 5 CRR jedes Jahr ein wenig st√§rker von den tats√§chlichen Bonit√§tseinstufungen abh√§ngig gemacht und nicht mehr per se mit 0% angesetzt. Dies bedeutete aber auch, dass die Anforderungen des Art. 400 Abs. 1 CRR an die Nullanrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr in allen F√§llen erf√ľllt gewesen und somit eine vollst√§ndige Anrechnung auf die Obergrenze erforderlich geworden w√§re.

Um diesen ‚ÄěKlippeneffekt‚Äú abzufedern, hat der Gesetzgeber noch vor dem 1. Januar 2018 in Art. 493 Abs. 4 bis 7 CRR sowohl eine gro√ükreditspezifische Bestandsschutz- als auch eine √úbergangsregelung eingef√ľhrt. Die Bestandsschutzregelung gem√§√ü Art. 493 Abs. 7 CRR stellt sicher, dass die betroffenen Risikopositionen, die bereits vor Verabschiedung der neuen Verordnung am 12. Dezember 2017 bestanden, weiterhin und zeitlich unbefristet in voller H√∂he von der Anrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ausgenommen werden k√∂nnen. Die √úbergangsregelung besagt zudem, dass die zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden den Instituten gestatten k√∂nnen, f√ľr die betroffenen Risikopositionen, die am oder nach dem 12. Dezember 2017 entstanden sind, die folgenden, privilegierten Gro√ükreditobergrenzen anzuwenden:

  • 100% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2018
  • 75% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2019
  • 50% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2020

Demnach soll erst ab dem 1. Januar 2021 die allgemein g√ľltige Gro√ükreditobergrenze nach Art. 395 Abs. 1 CRR in H√∂he von 25% zur Anwendung kommen. Hierbei ist jedoch bemerkenswert, dass sich die Sonder-Obergrenzen w√§hrend der √úbergangsphase nicht auf die anrechenbaren Eigenmittel, sondern allein auf das Kernkapital beziehen. Dies k√∂nnte als eine partielle Vorwegnahme der erst f√ľr die CRR II vorgesehenen allgemeinen √Ąnderung der Kapitalbasis zur Gro√ükreditobergrenze interpretiert werden (siehe auch unseren Regulatory Blog Beitrag: „EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD¬† Teil 3: √úbernahme von Basel IV in EU-Recht“ vom 1. Dezember 2016)RRD ‚Äď Teil 3 : √úbernahme von Basel IV in EU-Recht

Ferner f√§llt auf, dass die √úbergangsregelung ‚Äď abweichend von der bis dahin g√ľltigen Ausnahmeregelung (‚ÄěNullanrechnung‚Äú) ‚Äď nicht die H√∂he des auf die Gro√ükreditobergrenze anzurechnenden Betrags betrifft, sondern eine gesonderte Gro√ükreditobergrenze einf√ľhrt. Damit ist eine betroffene Risikoposition zwar ab dem 1. Januar 2018 in voller H√∂he auf die Gro√ükreditobergrenze anzurechnen, es darf aber eine Gro√ükreditobergrenze von 100% des Kernkapitals ‚Äď anstelle von 25% der anrechenbaren Eigenmittel ‚Äď angewandt werden. Dies bedeutet zum einen, dass die vollst√§ndige Ausnahme der Position aufgehoben und f√ľr 2018 ein Limit in H√∂he des Kernkapitals eingef√ľhrt wurde. Zum anderen ist zu bedenken, dass meldetechnisch bisher keine M√∂glichkeit geschaffen wurde, die H√∂he einer einzelnen Risikoposition in Prozent des Kernkapitals auszuweisen. In den quartalsweisen Gro√ükreditmeldungen sind nach Ma√ügabe der D-VO (EU) 680/2014 (‚ÄěITS on Supervisory Reporting‚Äú) also unver√§ndert die aggregierten Risikopositionen gegen√ľber einem Kreditnehmer bzw. einer Gruppe verbundener Kunden in Relation zu den anrechenbaren Eigenmitteln auszuweisen.

Sie haben weitere Fragen zu den √Ąnderungen der Gro√ükreditvorschriften?

Gerne unterst√ľtzen wir Sie bei der weiteren Aufarbeitung der neuen Regelungen und der Analyse der Auswirkungen f√ľr Ihr Institut. Sprechen Sie einfach unsere Experten an:

Hiltrud Thelen-Pischke

Telefon: +49 69 9585 2141

Mobil:    +49 170 4596135

hiltrud.thelen-pischke@pwc.com

Christoph Himmelmann

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christoph.himmelmann@pwc.com

 

‚ÄěFast Track‚Äú – CRR √úbergangsbestimmungen f√ľr die IFRS 9-Auswirkungen auf die regulatorischen Eigenmittel

Am 27. Dezember 2017 wurde die Anpassung der CRR hinsichtlich der √úbergangsbestimmungen zur Abmilderung der Effekte aus der IFRS 9 Einf√ľhrung auf die regulatorischen Eigenmittel (Art. 473a CRR) im Amtsblatt der Europ√§ischen Union ver√∂ffentlicht (EU-Verordnung 2017/2395). Die CRR-Anpassung trat am 28. Dezember 2017 in Kraft und kann ab dem 01. Januar 2018 als Wahlrecht angewendet werden.

Hintergrund

Mit der CRR-√úbergangsbestimmung reagiert die EU auf einen m√∂glichen, signifikanten CET1-R√ľckgang, der durch die Einf√ľhrung der IFRS 9 Regelungen bei der Berechnung der Risikovorsorge f√ľr Finanzinstrumente f√ľr Gesch√§ftsjahre, die ab dem 01. Januar 2018 beginnen, verursacht werden kann. Der IFRS 9 Standard setzt hierbei die Vorgaben der G20 Finanzminister f√ľr eine vorausschauende Bildung von Risikovorsorge durch die Einf√ľhrung eines Expected Credit Loss (ECL) Modells um, das eine deutlich h√∂here Risikovorsorge im Vergleich zu IAS 39 im Erstanwendungszeitpunkt oder bei einer Verschlechterung der makro√∂konomischen Gesamtsituation zu einem sp√§teren Zeitpunkt zur Folge haben kann (vgl. dazu Accounting FS Blog: „Das Expected Credit Risk Model nach IFRS 9“ vom 13. Januar 2015).

Die √úbergangsvorschriften im Detail

Die EU sieht daher sowohl √úbergangsregelungen zur Abmilderung des Erstanwendungseffektes (im Vergleich zur IAS 39 Risikovorsorge) als auch eines m√∂glichen Folgeeffektes f√ľr nicht ausgefallene Positionen (im Vergleich zu dem Zeitpunkt der Erstanwendung) vor und verbindet somit einen statischen Ansatz f√ľr die Erstanwendungseffekte mit einem dynamischen Ansatz f√ľr Folgeeffekte. Der √úbergangszeitraum betr√§gt f√ľnf Jahre, beginnend ab dem 01. Januar 2018, wobei keine vollst√§ndige Neutralisierung der IFRS 9 Effekte in den regulatorischen Eigenmitteln w√§hrend des √úbergangszeitraums vorgesehen ist. Die Phase-In Faktoren betragen deswegen 95% in 2018, 85% in 2019, 70% in 2020, 50% in 2021 und 25% in 2022. Die letztendliche Umsetzung der √úbergangsvorschriften innerhalb der EU folgt somit nur in Teilen den Empfehlungen der EBA, welche sich zum einen f√ľr einen ausschlie√ülich statischen Ansatz, zum anderen f√ľr einen k√ľrzeren √úbergangszeitraum von vier Jahren ausgesprochen hatte (vgl. Accounting FS Blog: „EBA-Meinung zu den √úbergangsvorschriften aufgrund von IFRS 9“ vom 08. M√§rz 2017).

Die √úbergangsvorschriften sehen eine Berechnung eines Phase-In Betrages vor, welcher getrennt f√ľr KSA- und IRBA-Portfolien zu ermitteln ist. Verbriefungen sind von den Phase-In Regelungen ausgeschlossen. Die √úbergangsregeln sind f√ľr IRB-Banken in den F√§llen besonders wichtig, wenn aufgrund von IFRS 9 ein √úberschuss der bilanziellen Risikovorsorge √ľber die regulatorisch erwarteten Verluste (Wertberichtigungs√ľberschuss) entsteht oder sich der Wertberichtigungs√ľberschuss erh√∂ht. Dieser Wertberichtigungs√ľberschuss wird GuV-wirksam zu Lasten des Eigenkapitals und damit des CET1 gebildet. Nach den CRR Vorgaben kann der Wertberichtigungs√ľberschuss aber nur als Tier 2 Kapital angerechnet werden. Durch Anwendung der √úbergangsvorschriften wird dieser Effekt ged√§mpft. F√ľr KSA-Portfolien bieten die √úbergangsvorschriften grunds√§tzlich eine deutliche Erleichterung, da der negative CET 1 Effekt aus der Bildung der Risikovorsorge abgemildert wird. Die Inanspruchnahme der √úbergangsregelung macht eine Korrektur nicht nur des CET1, sondern auch weiterer Positionen erforderlich. Das betrifft insbesondere die KSA-Bemessungsgrundlagen, das Tier 2-Kapital und Abz√ľge f√ľr aktive latente Steuern (DTA), die ebenfalls durch IFRS 9 beeinflusst werden k√∂nnen. Insoweit kann die Anwendung √úbergangsregelungen eine gewisse prozessuale Komplexit√§t mit sich bringen.

Offenlegung

Die Nutzung der Erleichterungen ist mit einer Offenlegung der Kapitalquoten und der Leverage Ratio mit und ohne Anwendung der Übergangsvorschriften verbunden. Dazu hat die EBA hat am 12. Januar 2018 die finale Guideline mit einem detaillierten Offenlegungstemplate veröffentlicht (Leitlinien zur einheitlichen Offenlegung gemäß Artikel 473a der VO(EU) Nr. 575/2013 in Bezug
auf √úbergangsbestimmungen zur Verringerung der Auswirkungen der Einf√ľhrung des IFRS 9 auf die Eigenmittel (EBA/GL/2018/01)).

Voraussetzung f√ľr die Anwendung der √úbergangsvorschriften

Institute m√ľssen die Aufsichtsbeh√∂rden bis zum 01. Februar 2018 dar√ľber informieren, ob sie die √úbergangsregeln anwenden oder nicht. Die anf√§nglich getroffene Entscheidung k√∂nnen die Institute ‚Äď mit vorherigen Genehmigung der Aufsichtsbeh√∂rden – einmalig w√§hrend des √úbergangszeitraums revidieren und so z.B. bei einer anf√§nglichen Nicht-Anwendung auch zu einem sp√§teren Zeitpunkt auf die √úbergangsregeln zur√ľckgreifen. Dies k√∂nnte insbesondere f√ľr Institute interessant sein, bei denen ein deutlicher Anstieg der Risikovorsorge aus einer m√∂glichen Verschlechterung der √∂konomischen Gesamtsituation resultiert. Die Anwendung der √úbergangsregeln f√ľr den Erstanwendungseffekt (statisches Element) kann dabei unabh√§ngig von der Entscheidung √ľber die Anwendung der √úbergangsregeln f√ľr den Folgeeffekt (dynamisches Element) getroffen werden. Dagegen k√∂nnen die √úbergangsbestimmungen f√ľr den Folgeeffekt nur gemeinsam mit dem Erstanwendungseffekt angewendet werden.

Vorteile der Nutzung der √úbergangsvorschriften

Die √úbergangsbestimmungen k√∂nnen eine deutliche Entlastung von den negativen CET1-Effekten aufgrund von IFRS 9 bewirken. Dabei ist jedoch zu beachten, dass neben den Kapitalquoten unter Ber√ľcksichtigung der √úbergangsvorschriften auch die ‚ÄěFully-Loaded‚Äú Kapitalquoten d.h. die Kapitalquoten ohne Nutzung der Erleichterungen an die Aufsicht zu melden und offenzulegen sind. Erfahrungsgem√§√ü orientieren sich die Stakeholder nur an den Fully-Loaded Kapitalquoten der Institute. Die √úbergangsvorschriften sind insofern vor allem dann interessant, wenn damit ein Versto√ü gegen die Mindesteigenkapitalanforderungen (gem. SREP) auf Phase-in-Basis verhindert werden kann. W√§hrend die Vorteile einer Nutzung der √úbergangsvorschriften im Erstanwendungszeitpunkt m√∂glicherweise noch √ľberschaubar sind, kann sich dies bei einer deutlichen Verschlechterung der √∂konomischen Gesamtsituation wegen der stark prozyklischen Wirkung von IFRS 9 deutlich anders darstellen. Insofern ist abzuw√§gen, ob nicht eine Nutzung der √úbergangsvorschriften von Anfang an sinnvoll ist. Auch bei anf√§nglicher Nichtnutzung der √úbergangsvorschriften erscheint es ratsam, die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, um den Effekt weiter beobachten und ggf. sp√§ter von der √úbergangsvorschrift Gebrauch machen zu k√∂nnen.

Hinweis

Dar√ľber hinaus enth√§lt die CRR Erg√§nzungsverordnung weitere √úbergangsbestimmungen im Hinblick auf die Behandlung bestimmter Forderungen gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen im Large Exposure Regime (Art. 293 Abs. 4 ‚Äď 7 CRR), wor√ľber wir Sie in K√ľrze in einem unserem Regulatory Blog informieren werden.

 

EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD ‚Äď Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entw√ľrfe¬†der √ľberarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) ver√∂ffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis f√ľr die sich anschlie√üenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen f√ľr die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen √Ąnderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden k√∂nnen. Dies umfasst z.B. die Einf√ľhrung einer verbindlichen Mindestquote f√ľr die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Erg√§nzung der Regelungen f√ľr die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) f√ľr global systemrelevante Banken. Dar√ľber hinaus enthalten die Entw√ľrfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einf√ľhrung eines Standardverfahrens f√ľr Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen f√ľr Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book (‚ÄěFRTB‚Äú) oder auch Regelungen f√ľr Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalit√§t deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einf√ľhrung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschl√§ge bereits heute teilweise erhebliche √úbergangsregelungen, sodass die vollumf√§ngliche Umsetzung bis weit √ľber das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu ber√ľcksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, √Ąnderungen im Bereich der IRB-Ans√§tze und insbesondere die Festlegung eines ‚ÄěFloors‚Äú f√ľr die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene √ľber einen weiteren √Ąnderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III‚ÄďRegelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen ver√∂ffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquidit√§tsdeckungsquote (‚ÄěLCR‚Äú) stellt die Einf√ľhrung einer langfristigen Verschuldungsquote ‚ÄěNet Stable Funding Ratio (NSFR)‚Äú die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingef√ľhrten Liquidit√§tsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enth√§lt die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěLiquidit√§tsmeldewesen im Wandel ‚Äď Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio‚Äú vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enth√§lt einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidit√§t), der die Einf√ľhrung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verh√§ltnis der verf√ľgbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der ben√∂tigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grunds√§tzlichen Vorgaben enth√§lt die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in H√∂he von 3¬†% wird auch in der √ľberarbeiteten CRR in gleicher H√∂he von 3% √ľbernommen. Ein zus√§tzlicher Aufschlag f√ľr global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden f√ľr die Beaufsichtigung der Grunds√§tze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und k√∂nnen auf dieser Basis zus√§tzliche Aufschl√§ge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Gesch√§fte √ľber einen leicht abgewandelten Standardansatz f√ľr Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die √Ąnderungen beziehen sich auf Einschr√§nkungen bei der Ber√ľcksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR ‚Äď zumindest in Komponenten ‚Äď f√ľr die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Gesch√§ftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, √∂ffentliche F√∂rderkredite von F√∂rderbanken, Durchleitungsdarlehen und √∂ffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Ber√ľcksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere √Ąnderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěBaseler Papier zur √úberarbeitung der Regelungen f√ľr die Leverage Ratio‚Äú vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Dar√ľber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % f√ľr viele Banken eine Herausforderung dar und f√ľhrt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere √Ąnderungen

Privilegierung von Forderungen

W√§hrend die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung f√ľr Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen (‚ÄěKMU‚Äú) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter ‚ÄěKMU-Faktor‚Äú in H√∂he von 0,7619 eingef√ľhrt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen f√ľr KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingef√ľhrten Kapitalpuffer ‚Äď zumindest teilweise ‚Äď zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschr√§nkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegen√ľber dem KMU in H√∂he von EUR 1,5 Mio beschr√§nkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU √ľber eine Anrechnung in H√∂he von 85¬†% vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf f√ľr die neue CRR sieht nach wie vor f√ľr Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in H√∂he von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegen√ľber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Dar√ľber hinausgehende Betr√§ge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in H√∂he von 76,12%
  • Ein hier√ľber hinausgehender Anteil einer Forderung erh√§lt einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Ber√ľcksichtigung von ‚Äěvoraussichtlichen‚Äú Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer ‚Äědoppelten Ber√ľcksichtigung‚Äú des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das ‚ÄěElement aus Basel IV‚Äú f√ľr Betr√§ge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85¬†%) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enth√§lt der Entwurf f√ľr die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. F√ľr bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen √∂ffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren ‚Äěsupporting factor‚Äú in H√∂he von 75% geben, der sowohl f√ľr KSA als auch f√ľr IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erf√ľllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen √§hnlich den Vorgaben f√ľr Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf √∂ffentliche Auftr√§ge, werden erf√ľllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualit√§t sicher
  • Anforderungen an die Qualit√§t und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erf√ľllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien f√ľr den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsstr√∂me vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

F√ľr kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR m√ľssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch j√§hrlich einreichen. Dar√ľber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten f√ľr die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsl√§ndern gegr√ľndet wurden und die der Finanzierung √∂ffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften l√§sst sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalit√§tsprinzip gut erkennen. In Abh√§ngigkeit der Gr√∂√üe und Komplexit√§t der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (gro√üe, kleine und andere Institute). F√ľr diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumf√§nge und -frequenzen zur Anwendung. Dar√ľber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Pr√§zisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěEBA Entwurf zu den Leitlinien f√ľr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR‚Äú vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einf√ľhrung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls √Ąnderungen erhebliche √Ąnderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěAn der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht‚Äú vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ans√§tze zu finden, um gegebenenfalls entstehende ‚ÄěKliff-Effekte‚Äú aufgrund pl√∂tzlich gestiegener R√ľckstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime √ľber eine R√ľckrechnung zu kompensieren, die sich √ľber einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenw√§rtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen f√ľr Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchf√ľhren.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. W√§hrend systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass f√ľr nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben f√ľr die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt f√ľr diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt l√§sst sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalit√§tsprinzip erkennen.

F√ľr (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls √Ąnderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zuk√ľnftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit f√ľr die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu √ľbertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts¬†rund um CRR II und CRD IV: ‚ÄěFinalisierung von Basel III und 50 % Basel IV‚ÄĚ im Rahmen des Basel IV-Channels k√∂nnen Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

EU Kommission veröffentlicht ersten Entwurf zu Basel IV

Die EU Kommission hat am Mittwoch, den 23. November 2016, den ersten Entwurf f√ľr eine √úberarbeitung bankaufsichtsrechtlicher Regelungen zu den Themen Kapitalanforderungen (Proposal amending Directive 2013/36/EU (COM(2016) 854 final) und Proposal amending Regulation (EU) No 575/2013 ( COM(2016) 850 final ), ‚ÄěCRD V‚Äú und ‚ÄěCRR II‚Äú) sowie Sanierung und Abwicklung (Proposal amending Directive 2014/59/EU as regards the ranking of unsecured debt instruments in insolvency hierarchy (COM(2016) 853 final) und Proposal amending Directive 2014/59/EU on loss absorption and recapitalisation capacity of credit institutions and investment firms (COM(2016) 852 final), ‚ÄěBRRD‚Äú) ver√∂ffentlicht.

Die Entw√ľrfe, die Grundlage f√ľr Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat sind, enthalten sowohl die Finalisierung bestehender Vorgaben, die als Basel III bezeichnet werden, als auch bereits Teile der anstehenden ‚ÄěBasel IV‚Äú Reformen. Im Rahmen der Basel III Vorgaben werden eine verbindliche Obergrenze f√ľr die Verschuldung der Institute (‚ÄěLeverage Ratio‚Äú) in H√∂he von 3% eingef√ľhrt sowie eine verbindliche Kennziffer zur Sicherstellung der fristenkongruenten Refinanzierung von Banken (NSFR), die beide in 2019 in Kraft treten sollen.

In Bezug auf Basel IV √ľbernimmt die EU eine Vielzahl neuer Regelungen, unter anderem zur Messung und Begrenzung der Risiken aus Derivaten und Marktpreisrisiken aus der Handelst√§tigkeit von Banken. Dar√ľber hinaus sind in der CRR Anpassungen durch die Vorgaben zur Begrenzung der Risiken f√ľr die Steuerzahler im Fall von Bankenkrisen (‚Äěbail-in‚Äú) vorgesehen.

‚ÄěDie neuen Regelungen f√ľhren dazu, dass Banken wesentlich mehr Eigenkapital f√ľr riskante Gesch√§fte vorhalten m√ľssen und sich mit gro√üen Herausforderungen bei der Umsetzung der komplexen Regelwerke konfrontiert sehen werden‚Äú, so Martin Neisen, Partner und Leiter der globalen Basel IV Initiative bei PwC. Das Inkrafttreten ist f√ľr die Jahre nach 2019 vorgesehen. Erg√§nzt werden die Neuregelungen durch zahlreiche Ausnahmen, die insbesondere f√ľr kleinere Banken zu einer ad√§quaten, weil proportionalen, Beaufsichtigung f√ľhren sollen.

‚ÄěOffensichtlich haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass komplexe Neuregelungen nur in Zusammenhang mit einer Erh√∂hung der Proportionalit√§t eingef√ľhrt werden k√∂nnen‚Äú, best√§tigt Martin Neisen.

Trotz der √úbernahme der ersten Basel IV Regelungen auf EU-Ebene scheinen die Verhandlungen √ľber Basel IV auf internationaler Ebene nicht wie geplant voranzuschreiten. Gem√§√ü dem bislang kommunizierten Zeitplan h√§tte der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht bis Ende dieses Jahres die Arbeiten an dem Reformpaket abschlie√üen m√ľssen. Nach neuesten Informationen scheint die EU das Verhandlungsergebnis aber nur anerkennen zu wollen, wenn sichergestellt ist, dass auch die USA unter der neu gew√§hlten Regierung unter Donald Trump die Regelungen umsetzen werden. Aufgrund der weithin bestehenden Erwartung, dass die Regelungen Banken in der EU empfindlicher treffen werden, als ihre Wettbewerber jenseits des Atlantiks, m√∂chte die EU anscheinend keinesfalls eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn nicht sichergestellt ist, dass auch andere L√§nder wie die USA die gleichen Regelungen einf√ľhren.

‚ÄěEs ist bemerkenswert, dass die EU hiermit Teile des Basel IV Regelwerks in Europa umsetzen will, obwohl die entsprechenden Verhandlungen auf Ebene des Baseler Ausschusses noch nicht abgeschlossen sind‚Äú, so Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PwC.

Weitere Details zu den Inhalten der √úberarbeitung folgen in K√ľrze.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken ver√∂ffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bank√§hnliche Gesch√§fte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivit√§ten auf Schattenbanken geschaffen werden k√∂nnte. F√ľr Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsm√∂glichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidit√§t im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verkn√ľpfung von Schattenbanken k√∂nnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enth√§lt jedoch keine direkten Vorgaben f√ľr Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und √úberwachungsprozessen und die Einf√ľhrung von spezifischen Obergrenzen gegen√ľber Schattenbanken in seinen Aktivit√§ten mit dem Schattenbanksektor eingeschr√§nkt werden. Grundlage hierf√ľr ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Gro√ükreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen √úbernahme der Leitlinie durch die nationalen Beh√∂rden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen f√ľr den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden s√§mtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln f√ľr Gro√ükredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gem√§√ü Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR √ľbersteigen. Die zus√§tzlich eingef√ľhrte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen √ľberm√§√üigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgef√ľhrte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung d√ľrfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschlie√üenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur Verf√ľgung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: T√§tigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, Liquidit√§tstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begr√ľnden.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden Tätigkeitsbereiche als Schattenbankaktivitäten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • Einlagengesch√§ft, Kreditgesch√§ft, Finanzierungsleasing, B√ľrgschaften und Kreditzusagen, Handelsgesch√§fte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und Geldmaklergesch√§fte

Stufe 2: Unternehmen die den Status ‚Äěexcluded undertakings‚Äú erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte √∂ffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen f√ľr betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne Gesch√§fte betreiben
  • Abwicklungsbeh√∂rden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegr√ľndet werden

Im Ergebnis fallen also s√§mtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. Schattenbankaktivit√§ten aus√ľben und nicht explizit unter den ‚Äěexcluded undertakings‚Äú aufgef√ľhrt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

Erg√§nzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erf√ľllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche √úberwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grunds√§tzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden ‚Äď unabh√§ngig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in Ausnahmef√§llen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und √úberwachung von Engagements gegen√ľber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • Ber√ľcksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei √úberschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von Abh√§ngigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Ma√ünahmen f√ľr F√§lle, in denen Abh√§ngigkeiten nicht erkannt werden k√∂nnen

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, Aktualit√§t und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelm√§√üig √ľber das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegen√ľber s√§mtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit f√ľr alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es ber√ľcksichtigen, welchen Anteil Gesch√§fte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die Verkn√ľpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe √ľber die Bestimmung der H√∂he des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA f√ľr die Definition von Einzellimits den ‚ÄėPrincipal Approach‚Äė eingef√ľhrt. Der Ansatz sieht vor, dass – zus√§tzlich zum Gesamtlimit f√ľr s√§mtliche Forderungen an Schattenbanken – f√ľr jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Gro√ükreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und Liquidit√§tssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  • ¬†Einsch√§tzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • Anf√§lligkeit bzgl. Asset Price- und Kreditvolatit√§t
  • Verh√§ltnis der Schattenbankaktivit√§ten zu anderen Gesch√§ften
  • Verkn√ľpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Ma√ü an verl√§sslichen und aktuellen Informationen √ľber die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst k√ľnftig hohe Transparenzanforderungen erf√ľllen m√ľssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung f√ľr die Bestimmung von Einzellimits zu erf√ľllen.

Der ‚ÄěFallback Approach‚Äú

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein ‚Äď bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) ‚Äď sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative R√ľckfalll√∂sung vor.

Sofern die grunds√§tzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erf√ľllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in H√∂he der Gro√ükreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen ‚Äď vergleichbar mit dem Konzept des ‚Äěunbekannten Kunden‚Äú im bestehenden Gro√ükreditregime. Transparente Schattenbankexposures k√∂nnen daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enth√§lt hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zun√§chst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten w√§ren. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grunds√§tzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erf√ľllen.

Fazit

F√ľr Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsm√∂glichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite f√ľr einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden k√∂nnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Gro√ükreditobergrenze liegenden Limiten ‚Äď speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen ‚Äď sind zu analysieren.

Banken m√ľssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das k√∂nnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschr√§nken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausge√ľbt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschlie√ülich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. Dar√ľber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend ber√ľcksichtigt sind.

Mögliche Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken

Am 15. Juli 2015 hat die EU-Kommission eine Konsultation zu den ‚Äěm√∂glichen Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken‚Äú gestartet.

Damit will die Kommission ein besseres Verst√§ndnis dar√ľber erlangen, wie sich die strengeren Kapitalanforderungen aus der CRR, ohne Ber√ľcksichtigung von Leverage Ratio und Liquidit√§t, auf die Kreditvergabe durch die Banken ausgewirkt haben. Im Vordergrund stehen die Auswirkungen auf die Finanzierungen an SME’s sowie die Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Die Untersuchung basiert auf den Vorgaben der Art. 501, 505 und 516 CRR.

Die Konsultation umfasst Fragen zu folgenden Sachverhalten:

  • Inwiefern haben CRR und CRD IV die H√∂he des von den Banken gehaltenen Eigenkapitals beeinflusst?

  • Sind s√§mtliche neuen Anforderungen unter allen Umst√§nden den Risiken angemessen, f√ľr die sie eigentlich Abhilfe schaffen sollten?

  • Welche Auswirkungen haben die Regeln auf die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen und f√ľr Infrastrukturprojekte?

  • K√∂nnten einige der Vorschriften vereinfacht oder nach Gr√∂√üe oder Risiko differenziert werden, ohne ihre Ziele der finanziellen Solidit√§t und Stabilit√§t von Banken zu gef√§hrden?

Die Konsultationsfrist endet am 7. Oktober 2015; in den nächsten Monaten ist zudem eine öffentliche Anhörung geplant.

Aussagegem√§√ü hat die EU-Kommission die Leverage Ratio und die Liquidit√§tsvorschriften (LCR, NSFR) von der Untersuchung deshalb ausgenommen, weil diese Kennzahlen, mit Ausnahme der LCR, noch nicht eingef√ľhrt sind. Aber es ist ja gerade das Gesamtpaket, welches die (langfristige) Finanzierung merklich beeinflussen wird. Die Banken k√∂nnen mit ihrer strategischen Neuausrichtung nicht warten, bis bestimmte Anforderungen tats√§chlich in Kraft treten. Vielmehr m√ľssen sie sich – insbesondere bei langfristigen Gesch√§ftsaktivit√§ten – fr√ľhzeitig auf kommende regulatorische Vorgaben wie Leverage Ratio und NSFR einstellen.

Den √úberblick behalten mit dem PwC-Poster zur CRR !

Die regulatorischen Entwicklungen behalten wir im Blick und haben unser CRR-Poster √ľberarbeitet.

Neben redaktionellen √Ąnderungen haben wir auch Angaben zu Themen, die derzeit auf internationaler Ebene im Baseler Ausschuss diskutiert¬†und √ľberarbeitet werden, erg√§nzt.

Poster2

 

Unser aktuelles Poster in deutscher¬†oder englischer Version k√∂nnen Sie √ľber unsere FS-Branchenseiten bestellen.

Weitere Informationen und Beiträge zur Umsetzung der CRD IV/CRR und den aktuellen Standards finden Sie laufend in unserem Regulatory Blog und in unserer Rechercheapplikation CIS.

Finaler RTS zur Festlegung der Berechnung der spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen

Am 27.02.2014 wurde im EU Amtsblatt die delegierten  Verordnung  (EU) Nr. 183/2014 zur Festlegung der Berechnung der spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen veröffentlicht. Damit ist ein weiterer Regulatory Technical Standard (RTS) finalisiert worden. Die Konsultationen rund um die RTS im Zusammenhang mit den Kreditanpassungen (credit valuation adjustments) starteten bereits in 2012 (Consultation on Draft RTS on the specification of the calculation of specific and general credit risk adjustments according to Article 105(4) of the draft Capital Requirements Regulation (CRR) (EBA/CP/2012/10)) und wurden Mitte 2013 in einer zweiten Phase näher spezifiziert (Final Draft RTS on the specification of the calculation of specific and general credit rsik adjustments in accordane with Article 110(4) of the Capital Requirements Regulation (CRR) (EBA/RTS/2013/04)).

Kreditrisikoanpassungen

In die Berechnung der allgemeinen und spezifischen Kreditrisikoanpassungen sind alle Betr√§ge einzubeziehen, die vom harten Kernkapital abgezogen wurden, um ausschlie√ülich Verluste aus Kreditrisiken abzufangen – unabh√§ngig davon, ob sich diese aus Wertminderungen, Bewertungsanpassungen oder R√ľckstellungen f√ľr au√üerbilanzielle Posten ergeben. Dar√ľber hinaus legt die Verordnung die Unterscheidung zwischen allgemeinen und spezifischen Kreditrisikoanpassungen fest.

Nach Erw√§gungsgrund 4 des RTS werden andere Bewertungsergebnisse, die nach der Rechnungslegung keine dauerhafte Wertminderung eines Finanzinstruments darstellen, derzeit nicht reguliert. Das gilt selbst dann, wenn diese Wert√§nderungen m√∂glicherweise eine Kreditrisikokomponente enthalten (dazu auch EBA: Single Rule Book Q&A,¬† Question ID: 2013_101, Topic: Credit risk). Dies betrifft insbesondere IFRS-Bilanzierer, die Finanzinstrumente zum Fair Value bilanzieren und eine Aufteilung von Fair Value-√Ąnderungen in eine Kreditrisiko- und eine Zins- oder Liquidit√§tskomponente vornehmen k√∂nnen. Auch die Kreditrisikokomponente der Fair Value-√Ąnderung gilt nach dieser Definition nicht als Kreditrisikoanpassung. Voraussetzung f√ľr das Vorliegen einer Kreditrisikoanpassung ist vielmehr ein Impairment des Finanzinstruments.

Kreditrisikoanpassungen sind nach dem RTS insbesondere im Zusammenhang mit der Ermittlung der KSA-/IRB-Bemessungsgrundlage,¬† der Bemessungsgrundlage von Verbriefungspositionen, der Durchf√ľhrung des Wertberichtigungsvergleichs und bei Ausfall eines Schuldner zu ber√ľcksichtigen.

  • Allgemeine Kreditrisikoanpassungen

Betr√§ge, die der o.g. Definition entsprechen (Risikovorsorge¬† und Minderung des harten Kernkapitals), werden in die Berechnung der allgemeinen Kreditrisikoanpassung einbezogen, wenn sie zum einen¬† jederzeit in voller H√∂he frei und uneingeschr√§nkt verf√ľgbar sind , um Verluste aus noch nicht eingetretenen Kreditrisiken zu decken. Zum anderen m√ľssen sie der Abdeckung von kreditrisikobedingten Verlusten bei einer Gruppe von Risikopositionen dienen, f√ľr die dem Institut zum aktuellen Zeitpunkt keine Hinweise daf√ľr vorliegen, dass ein Verlustereignis eingetreten ist (Art. 1 Abs. 2). Unter den allgemeinen Kreditrisikoanpassungen werden Risikovorsorgebetr√§ge erfasst, die zur Deckung von h√∂heren durchschnittlichen Portfolioverlusten in den letzten Jahren angesetzt wurden, auch wenn aktuell keine Anhaltspunkte daf√ľr vorliegen, dass diese Verlustereignisse tats√§chlich eingetreten sind. Ebenfalls unter den allgemeinen Kreditrisikoanpassungen wird die Vorsorge f√ľr Verluste erfasst, f√ľr die in Bezug auf eine Gruppe von Risikopositionen aufgrund von Erfahrungswerten eine statistische Eintrittswahrscheinlichkeit besteht, auch wenn keine Anhaltspunkte f√ľr eine Bonit√§tsverschlechterung vorliegen (Art. 1 Abs. 4 RTS).

Dies bedeutet, dass sowohl Pauschalwertberichtigungen (HGB) als auch Portfoliowertberichtigungen und pauschalierte Einzelwertberichtigungen (IFRS) sowie Länderwertberichtigungen im Regelfall nicht als allgemeine Kreditrisikoanpassungen im Sinne des EBA RTS gelten, sondern vielmehr als spezifische Kreditrisikoanpassungen gelten.

  • Spezifische Kreditrisikoanpassungen

Alle anderen Kreditrisikoanpassungen, die nicht die Bedingungen f√ľr allgemeine Kreditrisikoanpassungen erf√ľllen (jederzeit in voller H√∂he uneingeschr√§nkt zur Verf√ľgung stehen und zur Abdeckung von Verlusten einer Gruppe von Risikopositionen ohne Verlusthinweise) werden als spezifische Kreditrisikoanpassungen erfasst. Darunter fallen in der GuV erfasste Verluste aus der Bewertung von Krediten und Finanzinstrumenten, die¬† nach den geltenden Rechnungslegungsvorschriften eine kreditrisikobedingte Wertminderung aufweisen. Es handelt sich folglich um Verluste als Folge aktueller oder vergangener Ereignisse, die sich auf eine einzelne signifikante Risikoposition auswirken oder auf einzeln oder kollektiv bewertete Risikopositionen beziehen. Weiterhin z√§hlen dazu auch Verluste, die bereits eingetreten sind , aber f√ľr das Institute noch nicht erkennbar ist, welche Risikoposition betroffen ist.

Spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen, werden den Einzelrisikopositionen proportional zu den risikogewichteten Aktiva zugewiesen (Art 2 Abs. 1). Bei erwarteten Verlustbetr√§gen (Expected Loss/EL) f√ľr eine Gruppe nicht ausgefallener Risikopositionen ist eine Zuweisung zu einzelnen Positionen/Forderungen nicht erforderlich (Art. 2 Abs. 2). Soweit ein Institut seine Eigenkapitalanforderungen f√ľr das Kreditrisiko einer Forderungsgruppe teilweise nach dem Standardansatz und teilweise nach dem IRB-Ansatz ermittelt, werden die spezifischen Kreditrisikoanpassungen zun√§chst den nach dem jeweiligen Ansatz berechneten Risikopositionen proportional¬† und erst dann den einzelnen Forderungen zugewiesen (Art. 2 Abs. 3).

Dabei ist zu ber√ľcksichtigen, dass die proportionale Zuordnung auf Basis der RWA erfolgen soll, die ohne Ber√ľcksichtigung von spezifischen Kreditrisikoanpassungen ermittelt wurden. Dies bedeutet, dass in einem ersten Rechenlauf RWA ohne Ber√ľcksichtigung von spezifischen Kreditrisikoanpassungen zu rechnen sind, auf dieser Basis dann eine Zuordnung der spezifischen Kreditrisikoanpassungen auf die einzelnen Forderungen erfolgen muss und dann in einem zweiten Rechenlauf die RWA unter Ber√ľcksichtigung der spezifischen Kreditrisikoanpassungen gerechnet werden m√ľssen. Dies f√ľhrt im Regelfall zu einem erheblichen Umsetzungsaufwand bei der Abbildung in dem Rechenkern.

Die Vorgehensweise gilt f√ľr spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen jedoch nur, sofern keine Zuordnung zu einzelnen Forderungen m√∂glich ist. Wird die H√∂he einer Portfoliowertberichtigung beispielsweise auf Basis des EL je Einzelforderung des Portfolios bestimmt, dann ist eine direkte Zuordnung m√∂glich und keine RWA-gewichtete Verteilung notwendig.

Schlie√ülich ist noch darauf hinzuweisen, dass spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen, nicht als Indikator f√ľr die Feststellung eines Ausfalls im Sinne von Art. 178 CRR heranzuziehen sind (Art. 5).

Unterschiede in der Rechnungslegung

Die Regelungen f√ľr die Berechnung und Ermittlung der Kreditrisikoanpassungen sind unabh√§ngig vom jeweils geltenden Rechnungslegungsrahmen anzuwenden. Gegebenenfalls sind daher auch unterschiedliche Ermittlungen der Kreditrisikoanpassungen erforderlich, bspw. wenn auf Einzelinstitutsebene und auf Konzernebene¬†¬† unterschiedliche Rechnungslegungsstandards¬† zur Anwendung kommen.

Dokumentation

Die Institute sollen nachweisen können, wie sie zwischen den speziellen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen unterscheiden.  Entsprechend schreibt Art. 6 RTS vor, dass die Institute die Ermittlung und Berechnung der Kreditrisikoanpassungen dokumentieren

Inkrafttreten

Die VO bzw. der RTS tritt am zwanzig Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft (Art. 7) und ist somit ab dem 19.03.2014 anzuwenden.

 

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil V

Mit den k√ľrzlich ver√∂ffentlichten Berichtigungen zur CRR und CRD IV wurden die Fristen, die an das Datum der Anwendung¬† der CRR¬† bzw. an das Ver√∂ffentlichungsdatum gekoppelt sind, angepasst. Entsprechend wurden auch die Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Berichtigung CRR und CRD IV ‚Äď Daten & Fristen“ vom 06.08.2013). Dies gilt f√ľr mehr als 30 Regulierungs- und Durchf√ľhrungsstandards. Laufende Informationen √ľber die Konsultationen erhalten Sie in unseren EBA updates und im regulatorischen Kalender.

Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober¬† 2013
Inhalt:

  • Zu Art.¬† 105(14) CRR
  • Anforderungen an die vorsichtige Bewertung von Handelsbuchpositionen
  • Einf√ľhrung von zwei Ans√§tzen, die¬† bei der Bewertung den dynamischen Charakter der Handelsbuchpositionen ber√ľcksichtigen (simplified approach und core approach)
  • EBA er√∂ffnet am 22.07.2013 eine QIS zu dem vorgeschlagenen RTS

 

  • Draft ITS on the Hypothetical Capital of a Central Counterparty under Articles 50a and 50c of Regulation (EU) No 648/2012 (EMIR) (EBA/CP/2013/29)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art 520 CRR (i.V. mit Art 50a und 50c EMIR)
  • Anforderungen an Reporting (Frequenz, Template) von zentralen Kontrahenten gegen√ľber Clearing-Mitgliedern und Aufsichtsbeh√∂rden
  • Bedingungen, zu denen Aufsichtsbeh√∂rden die Reportinganforderungen versch√§rfen k√∂nnen.

 

  • Draft RTS on own funds requirements for investment firms based on fixed overheads (EBA/CP/2013/30)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 97(4) CRR
  • Berechnungsmethode f√ľr die¬† Anforderung an Wertpapierfirmen, anrechenbare Eigenmittel in H√∂he von mindestens einem Viertel der im vorausgegangenen Jahr angefallenen fixen Gemeinkosten vorzuhalten
  • Berechnung der fixen Gemeinkosten

 

  • Draft RTS on close correspondence between the value of an institution‚Äôs covered bonds and the value of the institution‚Äôs assets relating to the institution‚Äôs own credit risk (EBA/CP/2013/31)
Konsultationsfrist:

  • 01. September ¬†2013
Inhalt:

  • Zu Art.¬† 33 (4) CRR
  • Pr√§zisierung, was eine enge √úbereinstimmung¬† zwischen dem Wert der Schuldverschreibungen und dem Wert der Aktiva darstellt
  • Kumulative und Ausschlusskriterien

 

  • Draft RTS on classes of instruments that are appropriate to be used for the purposes of variable remuneration (EBA/CP/2013/32)
Konsultationsfrist:

  • 29. Oktober¬† 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 94(2) CRD IV
  • Definition der Instrumente, die zus√§tzliche variable Verg√ľtungsbestandteile bilden k√∂nnen
  • Festlegung der Anforderungen an Instrumente des Tier 1, Tier 2 etc. zur Anerkennung als Verg√ľtungsbestandteil

 

  • Draft RTS on the definition of materiality thresholds for specific risk in the trading book (EBA/CP/2013/33)
Konsultationsfrist:

  • 15. Oktober¬† 2013
Inhalt:

  • Zu Art.¬† 77 CRD IV
  • Definition der Schwellenwerte , ab denen Institute eigen Modelle zur Berechnung des spezifischen Risikos von Schuldinstrumenten im Handelsbuch anwenden k√∂nnen
  • Materialit√§tsschwelle: Netto long & short Positionen > EUR 1 000 000 000
  • Au√üerdem Portfolio > 100 Positionen, jeweils gr√∂√üer als EUR 2 500 000

 

  • Draft RTS on on methods for identifying the geographical location of relevant credit exposures (EBA/CP/2013/35)
Konsultationsfrist:

  • 1. November 2013
Inhalt:

  • Zu Art.¬† 140 (7) CRD IV
  • Zur Berechnung der Quote des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers: ¬†Bestimmung der Methode zur Festlegung des geografischen Ortes der wesentlichen Kreditrisikopositionen

 

  • Consultation on the XBRL Taxonomy related to the EBA final draft ITS on Supervisory Reporting Requirements (EBA/CP/2013/36)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

 

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