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EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil IV

Die Arbeiten an der Umsetzung des CRD IV-Pakets laufen mit Hochdruck weiter: Die ersten finalen RTS & ITS werden in Kürze erwartet.

Konsultationsfrist:

  • 08. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art 354(3) CRR).
  • Identifikation von eng verbundenen Währungen, für deren Positionen niedrigere Eigenkapitalanforderungen angesetzt werden dürfen (4%)
  • In Annex 1 Auflistung der eng verbundenen Währungen in Bezug auf den EURO und alle Währungen innerhalb der EU und zahlreicher anderer Währungen
  • Jährliches update der Liste mit der Möglichkeit in dringenden Ausnahmefällen in kürzeren Intervallen zu prüfen.

 

Konsultationsfrist:

  • 08. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 344(2) CRR
  • Bei Aktienindex-Terminkontrakten, die an der  Börse gehandelt werden und einen relevanten angemessen breit gestreuten Index haben, wird kein spezifisches (zusätzliches) Risiko zugeordnet
  • ITS legt die Kriterien für eine angemessen breite Streuung der Indices fest (Größe, geografische Lage, Industriezweige etc.)
  • Auflistung der Aktienindices, die den Anforderungen entsprechen (Annex 1)
  • Jährliches update der Liste

 

  • Draft RTS on credit valuation adjustment risk for the determination of a proxy spread and the specification of a limited number of smaller portfolios (EBA/CP/2013/24)
Konsultationsfrist:

  • 25. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 383 CRR
  • Bestimmung des proxy spread anhand des institutsinternen Modells
  • Zahl und Umfang der Portfolios, die das Kriterium der begrenzten Anzahl kleinerer Portfolios erfüllen

 

  • Draft RTS on collaboration concerning supervision between home and host Member States specifying the information that competent authorities shall supply to one another (EBA/CP/2013/25)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art  50(6) CRD IV
  • Auflistung der Informationen, die zwischen home/host Aufsichtsbehörden ausgestauscht werden sollen
  • Informationen über:  die Leitung, die Verwaltung und die Eigentumsverhältnisse der Institute, Informationen über  Liquidität, Solvenz, Einlagensicherheit, Begrenzung von Großkrediten, Verwaltungs- und Rechnungslegungsverfahren, non-compliance, aufsichtliche Maßnahmen und Sanktionen  sowie interne Kontrolle
  • Sofortiger  Informationsaustausch in Stresssituationen bezüglich Liquiditätssituation und die Analyse der systemischen Auswirkungen von Liquiditätsengpässen

 

  • Draft ITS on collaboration concerning supervision between home and host Member States in relation to sharing of information (EBA/CP/2013/26)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober 2013

 

Inhalt:

  • Zu Art  50(7) CRD IV
  • Struktur und Einheitlichkeit beim Informationsaustausch zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden
  • Annex 1- sechs Templates für den regelmäßigen Informationsaustausch
  • Annex 2 – Template für den Informationsaustausch bei Liquiditätsengpässen (stress situations)

 

  • Draft ITS on the format, structure, contents list and annual publication date of the supervisory information to be disclosed by competent authorities (EBA/CP/2013/27)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

  • Zu Art 143 (3) CRD IV
  • Festlegung von Format, Aufbau, Inhaltverzeichnis und Zeitpunkt der allgemeine Bekanntmachungspflichten der zuständigen Behörden
  • Inhaltlich umfassen die Informationen: u.a.  Wortlaut der Rechts- und Verwaltungsvorschriften und allgemeinen Leitlinien, die in ihrem Mitgliedstaat im Bereich der Finanzdienstleistungsaufsicht verabschiedet wurden, die Art und Weise, wie die im Unionsrecht eröffneten Optionen und Ermessensspielräume genutzt werden, die allgemeinen Kriterien und Methoden, nach denen sie bei Institute und deren Verfahren überprüfen und bewerten
  • aggregierte statistische Daten zu zentralen Aspekten der Umsetzung der aufsichtlichen Rahmenvorschriften
  • Ergriffene Aufsichtsmaßnahmen und verhängte Verwaltungssanktionen

Fortsetzung folgt…

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Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen

Kaum sind die lang erwarteten Vorschriften der Capital Requirement Regulation (CRR) und der Capital Requirement Directive (CRD IV) final im Amtsblatt der Europäischen Union (Amtsblatt der EU, vom  26. Juni 2013) veröffentlicht worden (dazu auch der Blog- Beitrag: „CRD IV und CRR: Finally final“ vom 27. Juni 2013), folgt schon die erste Korrektur. Sowohl für die CRR als auch die CRD IV sind im Amtsblatt der Europäischen Union vom 02. August 2013 Berichtigungen veröffentlicht worden (Berichtigung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und Berichtigung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, Amtsblatt der EU vom 02.08.2013, L 208/68 und L 208/73).

CRR – Kürzere Fristen

Die Änderungen betreffen vor allem die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind. Entsprechend werden Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen. Dies gilt für mehr als 30 Regulierungs- und Durchführungsstandards.

Darüber hinaus gelten für nach dem 28. Juni 2013 emittierte Kapitalinstrumente andere Regelungen für die Anerkennung als hartes Kernkapital. Weiterhin sind Datenanpassungen bei den Zeitspannen erfolgt. Für die für Abzüge von Posten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals anwendbaren Prozentsätze (Art. 478 CRR) ist nun anstelle  vom 1. Januar 2014 bis 01. Januar 2015 die Zeitspanne vom 01. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 festgeschrieben.

CRD IV – Anwendungsdatum

Die einzigen Berichtigungen der CRD IV gelten dem Anwendungsdatum dieser Vorschriften (Art 162 CRD IV): Das Anwendungsdatum 31. Dezember 2013 wird durch das Datum 01. Januar 2014 ersetzt.

 

Praxiswissen zu den neuen regulatorsichen Anforderungen nach CRR und CRD IV bieten wir Ihnen in unseren Seminaren. Ausgewählte Termine finden Sie im regulatorischen Kalender und auf unseren FS-Branchenseiten.

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co

Die European Banking Authority (EBA) hat am 26. Juli 2013 die finalen Entwürfe der Implementing Technical Standards (ITS) zum aufsichtsrechtlichen Reporting veröffentlicht (Final draft technical standards on supervisory reporting requirements).

Hintergrund

Mit den finalen Entwürfen zum aufsichtsrechlichen Meldewesen hat die EBA den Grundstein zur Umsetzung der aus der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012) resultierenden Reportinganforderungen gelegt. Der ITS on Reporting ist damit Teil des Single Rule Book zur Sicherstellung einer EU-weit harmonisierten Bankenaufsicht. Die Reportinganforderungen beinhalten Vorgaben zum Financial Reporting (FINREP sowie zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen. In diesem Beitrag werden schwerpunktmäßig die Regelungen zu FINREP dargestellt. Über die weiteren aufsichtsrechtlichen Reportinganforderungen informiert der Regulatory Blog in der Folge.

FINREP

Im Rahmen des veröffentlichten ITS wurden für FINREP das Reportingformat, die Meldefrequenzen, die Definitionen sowie die technische Umsetzung der Meldeanforderungen klargestellt. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen (vgl. dazu unsere Blog-Beiträge: „FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ und „Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP„) betreffen:

  • Anwendung

Die EBA hat im Executive Summary des ITS klargestellt, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die FINREP-Anforderungen der 1. Juli 2014 ist und folglich die erste FINREP-Meldung zum 30. September 2014 zu erfolgen hat, um den Instituten ausreichend Zeit für die Implementierung der Reporting-Anforderungen zu geben.

  • Inhalt

In das FINREP-Regelwerk wurden die Anforderungen zum Reporting von „Performing and non-performing exposures“ sowie „Forborne exposures“ integriert, die konkreten zu meldenden Informationen sowie die entsprechenden Erläuterungen stehen bislang noch aus. Die EBA hat klargestellt, dass eine Anpassung des ITS zu FINREP im zweiten Halbjahr erfolgen wird, sobald der Konsultationsprozess zu diesen Reportinganforderungen (Consultation on draft Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures, EBA/CP/2013/06) abgeschlossen ist und die endgültigen Tabellen vorliegen.

  • Reporting-Struktur

Die EBA hat den bekannten FINREP-Tabellen in eine neue Struktur gegeben, die sich nicht mehr an den gemeldeten Informationen sondern an der Meldefrequenz orientiert. Daher haben sich die bestehenden Referenzen der FINREP-Tabellen geändert um die neue Reporting-Struktur abzubilden:

  • Part I: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu den wesentlichen Bilanz- und GuV-Posten
  • Part II: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu geographischen Untergliederungen bei Überschreiten eines definierten Schwellenwertes. Der Schwellenwert sowie die Vorgehensweise bei Überschreiten sowie Unterschreiten des Schwellenwertes sind im ITS Artikel 4 und 9 festgelegt.
  • Part III: Halbjährliche Meldungen – z.B. Angaben zu nahe stehenden Personen oder zu unkonsolidierten strukturierten Unternehmen
  • Part IV: Jährliche Meldungen – z.B. Angaben zu Notes Fair-Value Angaben oder zu Rückstellungen

Der bisher auf nationaler Ebene einem Wahlrecht unterliegende Teil V, wurde in die neue FINREP Struktur integriert und ist somit für alle Banken einheitlich anwendbar.

  •  Instructions on FINREP

In den Anweisungen zum FINREP-Reporting (Annex V –  Instructions on FINREP) wurden weitere Klarstellungen vorgenommen. Die wesentliche Klarstellung bezieht sich dabei auf die Definition des Brutto-Buchwertes für Finanzinstrumente der Kategorien „available for sale“ sowie „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“. In diesen Kategorien entspricht der Buchwert dem Fair Value. Sofern in den Tabellen 6 sowie 20 die Angabe des Brutto-Buchwerts zu erfolgen hat, entspricht dies dem Buchwert (Fair Value) ohne Berücksichtigung von akkumulierten Impairments für Finanzinstrumente der Kategorie „available for sale“ bzw. der akkumulierten bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen für Finanzinstrumente der Kategorien „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“.

Mehr Informationen rund um das Thema FinRep finden Sie auf unseren Seiten unter: http://www.pwc.de/finrep

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil III

Mit der Veröffentlichung  der CRD IV und der CRR im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Bis dahin müssen auch die Arbeiten der EBA im Zusammenhang mit den von ihr zu entwickelnden RTS & ITS beendet werden.

  • Draft RTS on the retention of net economic interest and other requirements relating to exposures to transferred credit risk & ITS relating to the convergence of supervisory practices with regard to the implementation of additional risk weights (EBA/CP/2013/14)
Konsultationsfrist:

  • 22. August  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 405, 406, 408, 409, 410 CRR (Art. 394, 395, 397, 398 CRR-E)
  • Spezifizierung der Vorschriften über den Selbstbehalt bei Verbriefungen und damit im Zusammenhang stehenden Regelungen
  • Anforderungen an Institute, die das Kreditrisiko einer Verbriefungsposition eingehen
  • Haltepflicht inklusive Kriterien für das Halten eines materiellen Nettoanteils
  • Sorgfaltsbestimmungen für Institute, die eine Verbriefungsposition eingehen
  • Anforderungen an Sponsoren, Originatoren und ursprüngliche Kreditgeber
  • ITS: Art  407 (Art 396 CRR-E)
  • Einheitliche Maßnahmen der Aufsichtsbehörden bei Verstößen gegen die Art. 394, 395 und 398 CRR ergriffen werden (Bewertungskriterien bei Verstößen, Bedingungen für zusätzliche Risikogewichte und die Festlegung der zusätzlichen Risikogewichte durch die Aufsichtsbehörden)

 

Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 341 (3) CRR (Art. 330(3) CRR-E)
  • Definition des Begriffs Markt zum Zwecke der Berechnung des allgemeinen Marktrisikos für Anteilswerte
  • Vorschlag zweier Definitionen von Markt bezogen auf die Kriterien Nationalität und Währung

 

  • Draft RTS on non-delta risk of options in the standardised market risk approach (EBA/CP/2013/16)
Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  329 (3), 352 (6), 358 (4) CRR ( Art. 318(3), 341(6) und 347(4) CRR-E)
  • Definition und Methoden, alle Risiken aus Optionen/ Warrants, die keine delta-Risiken sind, bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen zu berücksichtigen
  • Proportionalität durch verschiedene Ansätze
  • Simplified Approach für Institute, die nur Optionen kaufen
  • Delta-Plus-Methode für Institute, die Optionen verkaufen
  • Komplexerer Scenario-Ansatz  für Institute mit erheblichen Handelsaktivitäten bei Optionen

 

Konsultationsfrist:

  • 18. Juli 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 36 (2), 73 (6), 84 (4) CRR  ( Art. 33(2), 69a(6) and 79(3) CRR-E)
  • Definition, Durchschau und Verrechnung  von direkten, indirekten und synthetischen „Beteiligungen/Positionen“
  • „broad market index“ als zulässige Berechnungsgrundlage für die Ausschüttungen auf AT1 und T2 Instrumenten
  • Harmonisierung der Berechnung von Minderheitsbeteiligungen

 

  • Draft ITS on Additional Liquidity Monitoring Metrics (EBA/CP/2013/18)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 415 (3) CRR (Art. 403(2) CRR-E)
  • Vorschlag für ein einheitliches Reporting zu Laufzeitinkongruenzen der tatsächlichen und erwarteten Zahlungsströme (Templates)
  • Konzentrationsrisiken bei Produkten und Kontrahenten;
  • Volumen und Spreads der Refinanzierung
  • Fällige und neue Refinanzierung

 

  • Draft RTS on additional liquidity outflows corresponding to collateral needs resulting from the impact of an adverse market scenario on the institution’s derivatives transactions, financing transactions and other contracts for liquidity reporting  (EBA/CP/2013/19)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art 423 (3) CRR ( 411(3) CRR-E)
  • Methoden zur Berechnung zusätzlicher Liquiditätsabflüsse als Folge von ungünstigen Marktentwicklungen bezüglich Derivatepositionen, Finanztransaktionen u.a. (Nachschusspflichten)
  • Standard-Methode
  • Vereinfachte Methode
  • Internes Modell (Unexpected Negative Exposure -UNE)

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CRD IV und CRR: Finally final

Nun ist es also offiziell: Das lang erwartete Reformpaket der CRD IV/CRR  ist mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) abgeschlossen.  Damit ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Über die Kernpunkte der Reformen habe ich Sie bereits laufend in unserem Blog informiert, so dass ich an dieser Stelle nur kurz auf die schon bekannten Änderungen hinweisen möchte.

Kapitalanforderungen (Art 25ff CRR)

Einhergehend mit der neuen Kernkapitalquote von 4,5% werden die Kernkapitalbestandteile (CET 1) anhand von 14 Kriterien neu definiert (Art 26 CRR). Hinzu kommen Eigenkapitalbestandteile des Additional Tier 1 und Tier 2 mit 1,5 % bzw. 2%. Zusätzliche Kapitalpuffer, bestehend aus CET 1, die über die Mindestkapitalquoten hinausgehen, sind nach den Anforderungen der  Direktive aufzubauen: Kapitalerhaltungspuffer, antizyklischer Kapitalpuffer, Kapitalpuffer für systemische Risiken, Kapitalpuffer für global und anderweitig systemrelevante Institute (Art 128ff CRD IV)( vgl. auch Blog-Beitrag: „Update: Neue Beschlüsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz“ vom 23.05.2013).

Liquidität – LCR und NSFR (Art 411ff / Art 427ff CRR)

Für die Liquidity Coverage Ratio als Standard zur kurzfristigen  Liquiditätsüberbrückung fängt mit Inkrafttreten der CRR die Beobachtungsphase verbunden mit Reporting-Pflichten der Institute an. Die einheitlichen Formate bereitet die EBA vor. Anhand dieser Meldungen der Institute wird die Kommission die endgültigen Details der LCR entsprechend festlegen, um mit der schrittweisen Einführung  in 2015 zu beginnen.

Im Hinblick auf die Net Stable Funding Ratio sind die Arbeiten noch nicht so weit fortgeschritten – die Beobachtungsphase wird hier daher länger sein und  erst mit Einführung ab 2016 begonnen.

Leverage ratio (Art 429ff CRR)

Zum 01. Januar 2015 müssen Institute ihre Leverage ratio offenlegen. Auf Basis dieser Informationen stellen die Regulatoren weitere Überlegungen an.  Nach dem Regelwerk könnte die Leverage Ratio zum 01.01.2018 eingeführt werden.

Boni (Art 92ff CRD IV)

Boni im Bankbereich werden ab 2015 gekappt: variable und fixe Vergütung müssen im gleichen Verhältnis stehen. Nur unter besonderen Voraussetzungen  (quotale Zustimmung der Anteilseigner) kann das Verhältnis höher ausfallen.

Stichtag: 1. Januar 2014

Während die Capital Requirement Regulation (CRR)  als direkt anwendbare Verordnung keiner Umsetzung in nationales Recht mehr bedarf, müssen die Bestimmungen der Capital Requirement Directive (CRD IV) erst noch in nationales Recht transponiert werden.  Einige Mitgliedstaaten der EU haben bereits angekündigt, eine Umsetzung der Richtlinie zum 01. Januar 2014 zeitlich nicht bewerkstelligen zu können. In Deutschland ist man mit dem CRD IV- Umsetzungsgesetz  auf dem Gesetzgebungsweg weit gekommen, Anfang Juni wurde das CRD IV-Umsetzungsgesetz zwar erneut an den Vermittlungsausschuss verwiesen, zwischenzeitlich wurde hier aber auch eine Einigung erzielt (Beschluss des Vermittlungsausschusses vom 26.06.13 zum CRD IV-Umsetzungsgesetz).

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt werden die Aktivitäten der European Banking Authority (EBA) noch zunehmen. Zwar hat die EBA bereits einen erheblichen Teil der regulatorischen und technischen Standards vorbereitet, diese müssen aber noch im Hinblick auf den offiziellen Text der CRD IV Reformen finalisiert werden. Hinzu kommen noch zahlreiche ausstehenden Standards, die erst noch erarbeitet und konsultiert werden müssen.

Update: Neue Beschlüsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz

Obwohl die CRD IV und CRR noch nicht final vorliegen, hat die Bundesregierung bereits Mitte 2012 einen Gesetzentwurf zur Umsetzung des CRD IV Pakets (CRD IV-Umsetzungsgesetz) vorgelegt. Hintergrund für diesen „frühen“ Gesetzesentwurf war, dass die Bundesregierung davon ausging, dass die CRD IV und CRR bereits zum 01. Januar 2013 in Kraft treten sollen. Aufgrund der doch länger andauernden Verhandlungen und Diskussionen um diese Reformvorschläge auf europäischer Ebene, konnte erst im April 2013 eine Zustimmung im Europäischen Parlament erzielt werden (vgl. Regulatory-Blog Beitrag: „CRR & CRD IV – Verabschiedung im Europa-Parlament“ vom 17.04.2013) und das Inkrafttreten der Regelungen verschiebt sich voraussichtlich auf den 01. Januar 2014.

Da sich der Inhalt der CRR- und CRD IV-Entwürfe vom Vorjahr geändert hat, ist eine Anpassung des Gesetzentwurfs zum CRD IV-Umsetzungsgesetz erforderlich. Der  Finanzausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Beschlussempfehlung (BT-Drs. 17/13524 und 17/13539) einen neuen Entwurf des CRD IV-Umsetzungsgesetz erarbeitet hat. Im Wesentlichen geht es dabei um die Anforderungen für die unterschiedlichen Kapitalpuffer, die Sanktionen bei Verstößen gegen die Verordnung und/oder die Richtlinie sowie die Struktur der mit der Leitung und Aufsicht von Instituten vorgesehenen Organe.

Auf einige Besonderheiten möchte ich im folgenden Beitrag eingehen:

§ 10 KWG-E:

Neu ist die Aufnahme von aufsichtlichem Benchmarking bei der Anwendung interner Ansätze zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen. Die BaFin kann künftig auch Anforderungen an Testportfolien  vorgeben, um die konsistente Verwendung der internen Ansätze zur Bestimmung der Eigenmittelanforderungen innerhalb des Instituts sicherzustellen.

§ 10d–10i KWG-E: Neuformulierung der Regelungen zum Kapitalpuffer

 Die überarbeiteten §§ 10d-10i KWG ergänzen die Einzelheiten über die Anordnung und Berechnung der Quoten für die verschiedenen Kapitalpuffer (antizyklischer Kapitalpuffer, Kapitalpuffer für systemische Risiken, Kapitalpuffer für global und anderweitig systemrelevante Institute sowie für den Betrag für die kombinierte Kapitalpufferanforderung).

  •  Antizyklischer Kapitalpuffer (§ 10d KWG-E)

Der antizyklische Kapitalpuffer wird gebildet, wenn ein übermäßiges Kreditwachstum zur Entstehung eines systemweiten Risikos führt. Anders als der (fixe) Kapitalerhaltungspuffer hat der antizyklische Kapitalpuffer keine starre  Quote. Der antizyklische Kapitalpuffer wird durch die BaFin bis zu einer Höhe von 2,5 %   festgelegt.

  • Kapitalpuffer zur Abwehr systemischer Risiken (§ 10e KWG-E)

Der Kapitalpuffer gegen systemische Risiken soll langfristige, nicht zyklische systemische oder makroprudentielle Risiken vermeiden, die zu einer Störung mit bedeutenden Auswirkungen auf das nationale Finanzsystem und die Realwirtschaft führen können. Dieser Puffer darf durch die BaFin nur angeordnet werden, wenn keine anderen Maßnahmen im Rahmen des KWG diese Risiken abwehren können. Gleichwohl hat die BaFin bei der Anordnung dieses Puffers zu prüfen, ob hierdurch keine unverhältnismäßige Beeinträchtigung des Finanzsystems erfolgt. Der Kapitalpuffer zur Abwehr systemischer Risiken muss mindestens 1% betragen, hat aber keine Obergrenze.

  • Kapitalpuffer für global systemrelevante Institute (§10f KWG-E)

Als „global systemrelevant“‘ identifizierte Banken müssen auf konsolidierter Gruppenebene einen zusätzlichen Kapitalpuffer in hartem Kernkapital vorhalten. Die BaFin nimmt die Bewertung der globalen Systemrelevanz anhand der Kriterien Größe, grenzüberschreitende Aktivität,  Vernetztheit, Ersetzbarkeit sowie Komplexität vor. Die Höhe des Puffers wird von der BaFin im Rahmen von 1 – 3,5% festgelegt und richtet sich nach dem Ergebnis einer quantitativen und qualitativen Bewertung.

  • Kapitalpuffer für anderweitig systemrelevante Institute (§10g KWG-E)

Institute, die nicht global systemrelevant sind, können aber in Bezug auf die nationale Ebene systemrelevant sein. Hierfür gibt § 10g KWG-E der BaFin die Möglichkeit, bei entsprechenden Instituten einen Kapitalpuffer von bis zu 2% anzuordnen. Die Identifizierung der national systemrelevanten Institute folgt dem Vorbild für die Bewertung global systemrelevanter Institute, d.h. ist abhängig von den Faktoren Größe, wirtschaftliche Bedeutung für den Europäischen Wirtschaftsraum und die Bundesrepublik Deutschland,  grenzüberschreitende Aktivitäten sowie Vernetztheit mit dem Finanzsystem.

  • Zusammenwirken der Kapitalpuffer (§10h KWG-E)

Die Kapitalpuffer sollen „nur“ die jeweiligen Risikosphären abdecken, nicht aber die Institute doppelt belasten:  wird gleichzeitig ein Kapitalpuffer für global und anderweitig systemrelevante Institute angeordnet, zählt nur der höhere der beiden Kapitalpuffer. Anderes gilt nur, wenn sich Kapitalpufferanforderungen für systemische Risiken und für (globale/anderweitig) systemrelevante Banken überschneiden. Hier kommt es darauf an, welche Risikopositionen der systemische Puffer abdecken soll: Werden mit dem Kapitalpuffer für systemische Risiken nur inländische und keine grenzüberschreitende Risikopositionen abgedeckt, dann adressiert der systemische Kapitalpuffer ein regionales und nicht institutsspezifisches Risiko. Dann müssen sowohl der Puffer für systemrelevante Institute und zusätzlich der Puffer für systemische Risiken eingehalten werden.

  • Kombinierte Kapitalpufferanforderung (§ 10i KWG-E)

Die kombinierte Kapitalpuffer-Anforderung nach § 10i Absatz 1 ist die Summe der Kapitalpuffer gem. §§10e bis g KWG-E, die von dem individuellen Institut jederzeit vorzuhalten sind. Es dürfen keine Ausschüttungen vorgenommen werden, durch die das harte Kernkapital so stark abnehmen würde, dass die kombinierte Kapitalpuffer-Anforderung nicht mehr länger erfüllt wäre. Erfüllt ein Institut die kombinierte Kapitalpuffer-Anforderung nicht (oder nicht mehr), so ist das Institut verpflichtet einen  Kapitalerhaltungsplan aufzustellen und der BaFin zur Bewertung und Genehmigung vorzulegen.

§ 25 KWG-E: Erweiterungen der Informationspflichten auf die Risikotragfähigkeit

Neben den Finanzinformationen ist künftig auch die systematische Erhebung von Informationen über die Risikotragfähigkeit in § 25 KWG-E enthalten. Diese Informationen sind erforderlich, damit die Institute (überprüfbare) wirksame und effektive Strategien zur Risikobalance haben. Die Informationen über die Risikotragfähigkeit sind jährlich einzureichen, wobei der Stichtag noch festgelegt wird.

§§ 25a-d KWG-E: Organisatorische Pflichten

  • § 25a KWG-E: Obergrenze für Bonuszahlungen

Das Verhältnis zwischen variabler und fixer Vergütung darf 100% der fixen Vergütung für jeden einzelnen Mitarbeiter oder Geschäftsführer nicht übersteigen. Die Anforderungen an die Vergütungsstrategie des Instituts und die Vergütungssysteme können durch die InstitutsvergV näher bestimmt werden.

  • § 25c-d KWG-E: Mandatsbegrenzungen und Aufgaben

Für Geschäftsleiter und Mitglieder von Verwaltungs- und Aufsichtsorganen gelten Mandatsbegrenzungen.  Anderes gilt nur, wenn es sich bei den Mitgliedern um Vertreter der kommunalen Selbstverwaltungen handelt: Sie können beispielsweise zusätzliche Mandate in gemeinnützigen Unternehmen wahrnehmen. Verwaltungs- und Aufsichtsorgane haben einen Risikoausschuss, einen Prüfungsausschuss, einen Nominierungsausschuss und einen Vergütungsausschuss zu bilden. Deren Aufgaben werden konkretisiert und erweitert.

 Mit dem neuen Entwurf des CRD IV-Umsetzungsgesetz ist die Umsetzung der CRD IV/CRR wieder ein beträchtliches Stück vorangekommen. Dennoch bleibt der Zeitrahmen für die Umsetzung der neuen Vorschriften durch die Institute bei einem Inkrafttreten der CRR und CRD IV zum 01. Januar 2014 äußert knapp bemessen.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil I

Die Finalisierung der CRD IV/CRR rückt näher. Am 16. April 2013 hat das EU Parlament über die nahezu finale Version der CRR und CRD IV  abgestimmt (siehe dazu Regulatory Blog-Beitrag: „CRD IV und CRR – Verabschiedung im Europaparlament“ vom 17.04.2013). Damit hat die  Europäischen Aufsichtsbehörde  European Banking Authority (EBA) eine belastbare Rechtsgrundlage für die Entwicklung der nach der CRR und CRD IV geforderten  technischen Regulierungs- und Durchführungsstandards (RTS &  ITS) geschaffen. Im Rahmen einer Konsultationsphase erhalten interessierte Parteien Gelegenheit,  zu den Entwürfen der technischen Regulierungs- oder Durchführungsstandards Stellung zu nehmen. Nach Abschluss der Konsultation und unter Einbindung des EU Parlaments treten die Standards  in Kraft, wenn sie von der EU-Kommission mittels Verordnung oder Beschluss erlassen wurden. Danach sind die Standards unmittelbar gültiges Recht in jedem EU Staat. Anders als heute bedeutet das eine weitgehende Harmonisierung der Regularien über das sogenannte Single Rulebook.

Zur Konsultation stellt die EBA daneben auch Entwürfe zu Leitlinien und Empfehlungen. Diese sind, anders als die RTS und ITS, rechtlich nicht bindend. Es ist aber ein sogenannter Comply-or-explain-Mechanismus zu beachten. Damit erhöht sich der Anwendungsdruck auf die nationalen Aufsichtsbehörden. Eine Nichtanwendung verlangt nicht nur eine Begründung gegenüber der EBA, sondern wird auch veröffentlicht.

Mit dem folgenden Beitrag möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Veröffentlichungen der EBA in 2013 geben.

Seit Januar 2013 hat die EBA folgende Konsultationen zu ITS & RTS eingeleitet:

  • ITS on Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures under article 95 of the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/06)
Konsultationsfrist:

  • 24. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 95 (2) CRR-E: Berichterstattung über Eigenmittelanforderung und Finanzinformationen
  • Definition forbearance und non-performing exposures (gestundete bzw. überfällige Positionen mit 30 bzw. 90 Tage Überschreitung) und Kriterien zur Ermittlung
  • Templates für Reporting (Überleitung in FINREP-Framework)
  • Data Point Modell und Befüllungshinweise
  • ITS on asset encumbrance Reporting under article 95a of the draft Capital Requirements  Regulation (EB/CP/2013/05)
Konsultationsfrist:

  • 24. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 95a CRR-E: Berichterstattung über Eigenmittelanforderung und Finanzinformationen
  • Definition asset encumbrance („belegte“ Vermögenswerte z.B. Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte usw.)
  • Templates für Reporting (Format und Frequenz)
  • Data Point Modell und Befüllungshinweise
  • ITS on Data Point Model (DPM) related to EBA draft ITS on Supervisory Reporting Requirements for liquidity coverage ratio and stable funding under the draft Capital Requirement Regulation (EBA/CP/2013/04)
Konsultationsfrist:

  • 13. Mai 2013
Inhalt:

  •  Zu Art. 403 (3) (a) CRR-E: Liquiditätsanforderungen/LCR und NSFR
  • Update der Reporting Templates für LCR und NSFR
  • DPM
  • Validierungs- und Befüllungshinweise
  • ITS on Data Point Model (DPM) related to the EBA draft Implementing Technical Standards on Supervisory Reporting Requirements for Leverage Ratio under the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/03)
Konsultationsfrist:

  • 13. Mai 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 417 ff CRR-E
  • Update der Reporting Templates für Leverage Ratio
  • DPM
  • Validierungs- und Befüllungshinweise

 

  • RTS on the conditions for assessing the materiality of extensions and changes of internal approaches when calculating own funds requirements for credit, market and operational risk under articles 138(5), 301(3)(a) and 352(3)(a) under the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/02)
Konsultationsfrist:

  • 11. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 138(5), 301(3)(a) and 352(3)(a)
  • Konkretisierung und Ergänzungsregelungen
  • Definition von qualitativen und quantitativen Kriterien für Modelländerungen und damit verbundene Reportingpflichten an die Aufsicht
  • Verfahren bei IRB-Ansätzen zur Messung des Adressrisikos
  • Verwendung von AMA -Modellen zur Ermittlung des operationellen Risikos
  • Bedingungen und Beurteilungsmethodik für die Zulassung und Erweiterung von Internen Modellen für Marktpreisrisiken
  • RTS on the content of recovery plans under the draft directive establishing a framework for the recovery and resolution of credit institutions and investment firms (EBA/CP/2013/01)
Konsultationsfrist:

  • 11. Juni 2013
Inhalt:

Nach der Finalisierung der CRD IV / CRR werden die damit zusammenhängenden RTS & ITS schnellstmöglich verabschiedet werden.

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

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CRR & CRD IV – Verabschiedung im Europa-Parlament

Das Reformpaket CRD IV ist am 16.04.2013 mit großer Mehrheit im Europäischen Parlament angenommen worden.  Damit ist nach langen Verhandlungen der neue einheitliche gesetzliche Rahmen  für Banken in Europa abgesteckt.

Im Wesentlichen wurden die in den vorangegangen Trilogverhandlungen zwischen Vertreter des EU-Parlament, EU-Kommission und Europäischem Rat erzielten Einigungen übernommen. Unter anderem haben die schrittweisen Übergangsfristen (siehe auch Blog-Beitrag: „CRD IV und Single Rule Book (CRR) – Nahezu final!“ vom 28.03.2013) bezüglich Liquidity Coverage Ratio bis 2018 mit der Option einer Verschiebung auf 2019 in den finalen Text Eingang gefunden.Zudem werden ab 2015 die Banken ihre Leverage Ratio offenlegen müssen. Ein weiterer wichtiger Aspekt  sind die jetzt beschlossenen Regelungen zu den Bonuszahlungen. Das Verhältnis von Fixgehalt und variablem Bonus soll das Verhältnis 1:1 nicht übersteigen. Es kann nur dann auf die maximal doppelte Summe erhöht werden, wenn die  Aktionäre mehrheitlich zustimmen.

Mit der Verabschiedung der Capital Requirement Regulation (CRR) und der Capital Requirement Directive (CRD IV) im EU Parlament steht als nächster Schritt die Verabschiedung im Ministerrat und die anschließende Veröffentlichung im Amtsblatt der Union an (geplant bis zum 30. Juni 2013). Soweit hier keine Verzögerungen eintreten, tritt die CRR/ CRD  zum 01.01.2014 in Kraft und ist – unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen – ab diesem Zeitpunkt verbindlich anzuwenden. Sollte sich die Veröffentlichung im Amtsblatt der Union verzögern und erst nach nach dem 30. Juni 2013 erfolgen, wird die CRR/CRD IV erst zum 1. Juli 2014 in Kraft treten.

Mehr Informationen über das finale Regelwerk der CRR und CRD IV und die damit verbundenen Herausforderungen bieten wir Ihnen in unserer aktuellen Veranstaltungsreihe: „Regulatory Revolution: Finalisierung der CRR / CRD IV „.

CRD IV und Single Rule Book (CRR) – Nahezu final!

Nach der politischen Einigung des Rates am 21. März 2013, liegt seit dem 26. März 2013 die nahezu finale Version der CRR und CRD IV (die aktuellen Entwürfe von CRR-E und CRD IV-E sind unter den Dokumentennummern 7747/13 und 7747/13 COR 1 (CRR-E) sowie 7746/13 (CRD IV) abrufbar) vor, über die das EU Parlament voraussichtlich am 17. April 2013 abstimmen wird. Im Anschluss wird der Rat den Rechtssetzungsvorschlag annehmen und die dann finalen Regelungen der CRR bzw. CRD IV sind sodann im Amtsblatt der EU zu veröffentlichen. Die CRR und CRD IV sollen zum 1. Januar 2014 in Kraft treten. Gemäß verschiedener Übergangsregelungen sollen die Anforderungen der CRR spätestens ab dem 1. Januar 2019 voll anwendbar sein.

CRD IV/CRR gehen über die Umsetzung von Basel III in der EU hinaus

Mit der CRR und CRD IV nimmt die EU eine umfassende Überarbeitung der bankaufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen vor, die über die Vorgaben nach Basel III hinausgeht. Dies gilt beispielsweise für die Bereiche Vergütung, Verbesserung der Corporate Governance, Diversity, Transparenz sowie die Einführung zusätzlicher Kapitalpuffer (Systemic Risk Buffer, Global Systemic Institution Buffer, Other Systemic Institution Buffer- nähere Einzelheiten: Vgl. Abschnitt 2 der FAQ zur CRD IV/CRR ).

Wichtige Unterschiede zu Basel III:

Für bestehende Kapitalinstrumente, die die strengeren Anforderungen nach Basel III nicht erfüllen, gelten grundsätzlich schrittweise Übergangsfristen bis zum 1. Januar 2019, in denen derartige Instrumente dennoch als Eigenkapitalbestandteil anerkannt werden können. Voraussetzung für die Anwendbarkeit der Übergangsregelung ist nach dem Baseler Rahmenwerk, dass diese Kapitalinstrumente vor der Veröffentlichung der neuen Anforderungen am 20. September 2010 (sog. „Cut-Off Date“) begeben wurden. Abweichend von den Baseler Vorgaben gilt als Cut-Off Date für die CRR der 31. Dezember 2011.

Unterschiedliche Übergangsfristen im Vergleich zu Basel III sind ferner im Rahmen der schrittweisen Einführung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) vorgesehen. Während Basel die 100%ige Anwendung der LCR in 2019 vorsieht, soll dies nach der CRR bereits 2018 der Fall sein. Eine Hintertür lässt sich die EU freilich offen: sollten die Berichte der EBA insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der EU den Schluss nahelegen, dass eine vorzeitige Einführung der LCR nachteilig sein könnte, ist die EU Kommission ermächtigt, auf die nach Basel III vorgesehenen Übergangsvorschriften umzuschwenken.

Auch bei den inhaltlichen Anforderungen an die LCR möchte sich die EU Flexibilität bewahren. So hatte insbesondere die Bankenbranche die ursprünglichen Baseler Anforderungen an die für die LCR berücksichtigungsfähigen Instrumente als zu streng bemängelt. Darauf hat der Baseler Ausschuss im Januar 2013 reagiert und seine Vorgaben im Hinblick die LCR überarbeitetet. Um derartige Entwicklungen und gegebenenfalls Besonderheiten des europäischen Marktes berücksichtigen zu können, sieht die CRR noch keine finalen Vorgaben vor, sondern überträgt die Entwicklung konkreter Vorgaben auf die EBA. Im Februar 2013 hat die EBA bereits ein Diskussionspapier veröffentlicht, das sich mit der Entwicklung sachgerechter Kriterien für die Einstufung als Highly Liquid Assets beschäftigt.

Offenlegung der Eigenmittel nach CRR – ITS on Disclosure for Own Funds

Die EBA hat am 7. Juni 2012 das Konsultationspapier „Draft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions (EBA/CP/2012/04)“ veröffentlicht, das Formvorgaben zur Offenlegung von Informationen über die Eigenmittel gemäß dem Verordnungsvorschlag zu CRD IV (Capital Requirement Regulation – CRR) enthält. Mit der Veröffentlichung eines Entwurfs für einen technischen Durchführungsstandard kommt die EBA ihrer Verpflichtung nach, die in Art. 424 Abs. 2 der CRR enthaltenen Offenlegungsvorschriften bezüglich der Eigenmittel zu konkretisieren. Der ITS wird zusammen mit dem am 4. April veröffentlichten Regulatory Technical Standard (RTS) on Own Funds (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Neue Details zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)“ vom 28. 06 2012) und weiteren, von der EBA im Jahr 2012 noch zu veröffentlichenden RTS zu Eigenmitteln einen Teil des Single Rulebook darstellen, d.h. als Verordnung europaweit unmittelbar anzuwenden sein. Die Konsultationsfrist für den ITS endet am 31. Juli 2012.

Die Vorschriften sollen zum 1. Januar 2013 in Kraft treten; sie sollen aber deutlich vor dem 31. Dezember 2012 veröffentlicht werden, um den Instituten genügend Zeit für eine einheitliche Erfüllung der Veröffentlichungsanforderungen zu geben. Die EBA wird den Text ohne weitere Konsultation anpassen, falls Änderungen an der CRR dies erforderlich machen sollten.

Inhaltlich sind die Vorschläge am Konsultationspapier des Baseler Ausschusses vom 19. Dezember 2011 (Basel Committee on Banking Supervision (BCBS): „Definition of capital – disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) ausgerichtet, das die Anforderungen der Art. 91-93 von Basel III konkretisiert.

Institute müssen zukünftig drei Arten von Offenlegungsanforderungen erfüllen: Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln („general own funds disclosure template“), Übergangsweise Eigenmittelveröffentlichung („transitional disclosure template“, entfällt mit Auslaufen der Übergangsperiode) und Grundzüge der Eigenmittelinstrumente des Instituts („capital instruments’ features template“). Der ITS beinhaltet zu allen Offenlegungsanforderungen Anhänge mit Formvorschriften und Vorgaben zur Befüllung. Weiterhin haben die Institute eine Überleitungsrechnung zwischen dem Eigenkapital des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und den regulatorischen Eigenmitteln zu erstellen.

Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln / General own funds disclosure template

  • Hier sollen quantitative Informationen zu den Kapitalbestandteilen gemäß CRR offengelegt werden,  Nach Form und Inhalt entspricht die Vorlage dem BCBS-Vorschlag für ein „Post 1 January 2018-Template“. Es ist ab dem 1. Januar 2018 offenzulegen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Komponenten, Abzugspositionen, Prudential Filter, Übergangsregelungen, jeweils pro Kapitalklasse und gegliedert nach den Artikeln der CRR.

Transitional disclosure template

  • Das „transitional disclosure template“ soll Angaben zu den Übergangsvorschriften, die im general own funds disclosure template nicht enthalten sind, enthalten, und entspricht dem BCBS-Vorschlag eines „disclosure template during the transition phase“. Es ist zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2017 offenzulegen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Informationen im Rahmen des „general own funds disclosure template“ (s. vorhergehenden Absatz) plus weiteren Spalten, aus denen das Phase-in der CRR-Regelungen hervorgeht.

Capital instruments‘ features template

  • Das „capital instruments’ features template“ soll allgemeine, qualitative und quantitative Informationen zu den Instrumenten enthalten.  Es entspricht nach Form und Inhalt dem BCBS-Vorschlag zu „main features template“ und ist ab dem 1. Januar 2013 auszufüllen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Emittent, ISIN, einschlägige CRR-Artikel, Rechtsnatur, Ausgabe- und Rückkaufpreis, Rückkaufdatum, Konvertierbarkeit, Position im Wasserfall

Balance sheet reconciliation

  • Bei der Überleitungsrechnung vom handelsrechtlichen Eigenkpital auf die regulatorischen Eigenmittel sollen die Institute darstellen, welche Änderungen sich an der Bilanz durch die Anwendung der regulatorischen Anforderungen ergeben. Dadurch soll das Auseinanderfallen der Datengrundlagen für die Erstellung der Bilanz und für die Berechnung der regulatorischen Eigenmittel adressiert werden. Die Vorgehensweise bei der Überleitungsrechnung folgt dem Vorschlag des Baseler Ausschusses (BCBS-Konsultationspapier „Definition of capital – disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) und soll in drei Schritten erfolgen (Annex I).
  • Schritt 1: Ausgangspunkt ist die handelsrechtliche Bilanz. Sofern deren Konsolidierungskreis und/oder Konsolidierungsverfahren von dem aufsichtsrechtlichen gem. CRR abweichen, ist zusätzlich ein „regulatory scope balance sheet“ offenzulegen. Dessen einzelne Posten sind den Bilanzposten der Handelsbilanz gegenüberzustellen; der Detaillierungsgrad hat dem der Handelsbilanz mindestens zu entsprechen. Informationen über unterschiedliche Konsolidierungsverfahren und -kreise sind ebenfalls offenzulegen.
  • Beispiel (aus dem ITS): EK-Positionen der Handelsbilanz und des regulatory scope balance sheet sind Gezeichnetes Kapital (einbezahlt) und Rücklagen.
  • Schritt 2: Die Bilanzposten des regulatory scope balance sheet sind so in Komponenten aufzuspalten, dass aus ihnen die hinsichtlich der Eigenmittel offen zu legenden Informationen (zu den einzelnen templates s.o.) gewonnen werden können.
  • Beispiel: Aufspaltung der EK-Position Gezeichnetes Kapital in die Komponenten „(e) Paid-in share capital of which amount eligible for CET 1“, und  „(f) Paid-in share capital of which amount eligible for AT 1“).
  • Schritt 3: Die Offenlegungsanforderungen im „general own funds disclosure template“ (ab 2018) oder im „capital instruments’ features template“ (bis 2017) sollen auf die disaggregierten Bilanzpositionen des regulatory scope balance sheet (Ergebnisse von Schritt 2) verweisen.
  • Beispiel: Herstellung des Bezuges zwischen dem „general own funds disclosure template“ (Position „CET1: instruments and reserves“) und dem „regulatory scope balance sheet“. Die Offenlegungsposition „CET 1: (1) Capital Instruments and the related share premium accounts “ referenziert auf die Position (e) „Paid-in share capital of which amount eligible for CET 1“. Unklar ist, warum im zudem die Offenlegungsposition „CET 1: Funds for General Banking Risk (3a)“ auf die Position (f) „Paid-in share capital of which amount eligible for AT 1“ und auf Art. 24(1) CRR verweist, da nach Art 24 CRR der Fonds für allgemeine Bankrisiken Teil des CET1 (und nicht des AT 1, wie der Verweis implizieren würde) ist.

Die Überleitungsrechnung soll nicht der gesetzlichen Prüfungspflicht unterliegen. Wie bei anderen Neuerungen vergleichbarer Bedeutung und Auswirkung ist aber insbesondere am Anfang nicht auszuschließen, dass die Aufsicht mittels Festsetzung von Prüfungsschwerpunkten oder Sonderprüfungen Einsicht in den Umsetzungsstand nimmt.

Veröffentlichungsturnus

Im ITS ist kein expliziter Rhythmus festgelegt, sondern auf Art. 420 CRR verwiesen (mindestens jährlich parallel zur Veröffentlichung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses, freiwillige unterjährige Veröffentlichungen auch einzelner Bestandteile in Abhängigkeit von Risiken, Geschäftsmodell, Rahmenbedingungen möglich).

Auswirkungen auf die Institute

Insgesamt nehmen die Offenlegungsanforderungen in allen Themengebieten erheblich zu. Die Informationsbeschaffung im entsprechenden Detail und in der erforderlichen Datenqualität wird für die Institute zur Herausforderung. Insbesondere die zukünftig durchzuführende Verknüpfung von aufsichtsrechtlicher und bilanzieller Kapitalberechnung in der Überleitungsrechnung wird die Institute vor Herausforderungen stellen, Datenquellen zu vereinheitlichen und einheitliche Granularitätsgrade der verwendeten Daten sicherzustellen.

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