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Das neue Banking Package (Teil 6): Was bringt der neue Standardansatz? Das Stelldichein für den SA-CCR

Am 15. Februar hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entwürfe der CRR II und der CRD IV gebilligt. Der 6. Teil unserer Beitragsserie zum Banking Package stellt Ihnen die Neuerungen im Bereich der Kontrahentenrisiken vor und geht hierbei auf die neuen Methoden zur EAD Ermittlung bei Derivaten (SA CCR), die Änderungen im Bereich der RWA-Berechnung von zentral geclearten Geschäften, sowie die CVA Risk Capital Charge ein.

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil II: CVA, operationelle Risiken und Floor-Regelungen

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben.

In Teil I unseres Beitrag haben wir die Änderungen vorgestellt, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen („Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA“ vom 08. Januar 2018). Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

CVA Risk Capital Charge

Das neue Baseler Rahmenwerk zur Bestimmung der aufsichtsrechtlichen CVA Risk Capital Charge (BCBS 325) wurde im Jahre 2015 mit insgesamt drei Ansätzen (IMA-CVA, SA-CVA und BA-CVA) für die Konsultation freigegeben. Nach Durchführung der Konsultation sowie weiterer Auswirkungsstudien entschloss der Baseler Ausschuss sich dazu, den IMA-CVA-Ansatz aus dem CVA-Rahmenwerk zu streichen. Mit Veröffentlichung des finalen CVA-Rahmenwerks steht nun fest, dass der Ausschuss an diesem Plan festgehalten hat und die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge entweder auf Basis des SA-CVA oder des BA-CVA-Ansatzes erfolgen muss. Darüber hinaus hat der Baseler Ausschuss die Ergebnisse der im Februar 2016 durchgeführten Auswirkungsstudie zum Anlass genommen, die Kalibrierung des finalen BA-CVA-Ansatzes anzupassen. Einerseits werden die im Rahmen der besagten Studie vorgegebenen Risikogewichte beibehalten, die deutlich unter denen des Konsultationspapiers liegen sowie ein weiteres Bucket zur Abfrage „anderer Sektoren“ eingeführt. Andererseits wurde der sogenannte Beta-Faktor angepasst, was zu einer weiteren Reduktion der Kapitalanforderungen führt.

Weitere nennenswerte Änderungen innerhalb des finalen CVA-Rahmenwerks basieren auf dem Proportionalitätsgedanken. So enthält das finale CVA-Rahmenwerk eine Materialitätsschwelle zur vereinfachten Festlegung der regulatorischen CVA-Kapitalanforderung für Banken mit nicht-signifikanten Derivate-Portefolien. Demnach dürfen Institute, deren nicht-zentral-geclearte Derivate ein Nominalvolumen von (brutto) bis zu 100 Mrd. EUR aufweisen, ihre regulatorische CVA- Kapitalanforderung pauschal mit jenem risikogewichteten Kapitalbetrag gleichsetzen, der für das Gegenparteiausfallrisiko bestimmt wird. Sofern von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht wird, dürfen risikomindernde Effekte aus dem Hedging keine Berücksichtigung finden. Ferner unterliegt bei Ausübung des Wahlrechtes das gesamte Portfolio der hier beschriebenen Behandlung.

Auch die Anpassungen innerhalb des BA-CVA in seiner Rolle als Standardansatz, dessen Anwendung im Gegensatz zum SA-CVA nicht die Zustimmung einer Aufsichtsbehörde erfordert, basieren auf der Proportionalität. So stellt der Baseler Ausschuss den Instituten, die ihre CVA-Risiken gezielt nicht absichern, eine reduzierte und somit vereinfachte BA-CVA-Formel zur Verfügung, in der Hedging-Transaktionen entsprechend keine Berücksichtigung finden.

Operationelle Risiken

Mit dem „Standardansatz für das operationelle Risiko“ wurden beide Vorhaben des Baseler Ausschusses – die Zusammenführung der beiden bisherigen Ansätze (Basisindikator- und Standardansatz) sowie die Abschaffung des fortgeschrittenen Messansatzes (AMA) – final umgesetzt. Die Funktionsweise basiert weiterhin auf dem im ersten Konsultationspapier (BCBS 291) eingeführten Grundprinzip des Business Indicator (BI), der einem größenabhängigen Bucket zugeordnet wird. Im Vergleich zum zweiten Konsultationspapier (BCBS 355) reduziert sich die Anzahl der Buckets von fünf auf drei. Auch bei der Berechnung der einzelnen Bestandteile des BI wurden Anpassungen vorgenommen (u.a. Herabsetzung des Faktors für verzinsliche Aktiva von 3,25 auf 2,25 Prozent). Die Formeln wirken insgesamt übersichtlicher, teilweise allerdings zu Lasten möglicher Erleichterungen, wie beispielsweise für provisionsabhängige Geschäftsmodelle.

Den drei Buckets sind feste Koeffizienten zugeordnet, aus deren Multiplikation mit dem jeweiligen BI die BI Komponente resultiert. Die Eigenmittelanforderungen für Banken in Bucket 1 entsprechen denen der BI Komponente. Bei Banken in den Buckets 2 und 3 ergeben sich die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der BI Komponente mit dem Multiplikator interner Verluste (ILM). Den nationalen Aufsichtsbehörden wird in diesem Zusammenhang ein Wahlrecht eingeräumt, auch von den Instituten in Bucket 1 die Berücksichtigung historischer Verlustdaten zu verlangen – oder den Banken selbst ein Wahlrecht zu gewähren.

Für alle Banken, die bisher kein internes Verfahren (AMA) verwendet haben und zukünftig in Bucket 2 oder 3 fallen, werden die neuen Regelungen zu komplexeren Berechnungen der OpRisk-Anforderungen führen. Neben den qualitativen Anforderungen an Verlustdaten, die umfangreiche Datenerhebungen und Analysen voraussetzen, definiert der Baseler Ausschuss in BCBS 424 entsprechende Offenlegungspflichten in Bezug auf die internen Verlustdaten. Für diese Banken wird sich durch den neuen Ansatz erstmalig ein effektives OpRisk-Management auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken und somit kompensierend zu den tendenziell steigenden Anforderungen aufgrund der neuen Systematik wirken. Die größten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden sich allerdings voraussichtlich für diejenigen Banken ergeben, die aktuell den AMA nutzen. Hier ist insbesondere aufgrund der vorgegebenen einheitlichen Ermittlung des BI eine deutliche Erhöhung der Kapitalanforderungen zu erwarten.

Floor-Regelung und Inkrafttreten

Ursprünglich wurde der Capital Floor im Rahmen von Basel II (2007) mit dem Ziel eingeführt, dass die Banken auch bei Nutzung interner Modelle zumindest 80% der sich nach Basel I ergebenden Eigenmittel vorhalten sollten. Die nun veröffentlichten Basel IV-Reformen sehen vor, dass der Basel I-Floor durch einen aggregierten Capital Floor (ein Floor für die Summe der RWAs aller Risikokategorien) ersetzt wird. Dieser soll sicherstellen, dass die mit internen Modellen ermittelten RWA nicht geringer als ein bestimmter Prozentsatz der mittels der Standardansätze berechneten RWA sind. Damit wird der Spielraum begrenzt, über den die Banken bei der Ermittlung von Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle verfügen. Durch die Einführung des überarbeiteten Capital Floors soll die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen zwischen den Banken erhöht und die Glaubwürdigkeit in die RWA-Berechnungen der Banken gestärkt werden.

Es ist vorgesehen, dass das neue Rahmenwerk ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden ist. Den Banken werden ab der Erstanwendung Übergangsregelungen für den Capital Floor gewährt: Ausgehend von einem aggregierten RWA-Floor von 50% im Jahr 2022 steigt der Floor jährlich um 5% bis Ende 2026. Der schrittweise Anstieg endet im Jahr 2027; zum 1.Januar 2027 wird der Capital Floor nochmal um weitere 2,5% angehoben und erreicht dann die finale Höhe von 72,5%.

Bei der Anwendung des Capital Floors sind die folgenden Standardansätze einzubeziehen:

  • Kreditrisiko: KSA inkl. Berücksichtigung aufsichtlicher Haircuts für die Kreditrisikominderung,
  • Kontrahentenrisiko: SA-CCR,
  • CVA: SA-CVA, Basis-CVA oder 100% der Kapitalanforderungen für das Kontrahentenrisiko,
  • Verbriefungen: Auf externen Ratings basierender Ansatz (SEC-ERBA), SEC-SA oder ein Risikogewicht von 1.250%,
  • Marktrisiko: FRTB-SA,
  • OpRisk: SA für das operationelle Risiko.

Die finale Höhe der Eigenkapitalanforderungen der Bank ergibt sich schließlich aus dem Maximum der RWA gemäß der genutzten Standard- und interne Modelle-Ansätze des Instituts sowie der RWA nach Anwendung des Capital Floors.

Ausblick

Mit der Veröffentlichung der finalen Basel IV Regelungen geht eine lange und kontrovers geführte Debatte zu Ende. Endlich herrscht für die betroffenen Banken Klarheit, wie die neuen Regelungen aussehen werden und ab wann mit der Einführung zu rechnen ist.

Auch wenn das Jahr 2022 noch in der Ferne zu liegen scheint, ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich im Rahmen von Proberechnungen Gewissheit über die Auswirkungen der neuen Regelungen auf das eigene Portfolio zu verschaffen. Zudem dürften in vielen Häusern in 2018 Vorstudien oder Umsetzungsprojekte für das neue Verbriefungsrahmenwerk (Regulatory Blog: „Basel IV-Channel – Episode 25: Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I“  vom 23. November 2017 oder die CRR II  (dazu auch Regulatory Blog: „EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III“ vom 25. November 2016) anlaufen. Auch hierbei macht es Sinn, die Auswirkungen der Basel IV Regelungen mit zu bedenken, um beispielsweise Schnittstellen oder Datenanforderungen an Tochterunternehmen nicht zweimal anpassen zu müssen.

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Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Vorausgegangen waren zum Teile zähe Verhandlungen, insbesondere über die Höhe des sogenannten Capital Floors. Die Veröffentlichung enthält die überarbeiteten Vorgaben zum Kreditrisikostandardansatz (KSA), dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA), der CVA Risk Capital Charge sowie für das operationelle Risiko. Zudem wird ein verbindlicher Floor für Banken mit internen Modellen eingeführt.

Durch die Veröffentlichung wird die umfassende Überarbeitung der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen vervollständigt, die bereits neue Vorgaben beispielsweise für Verbriefungen, Derivate (SA-CCR) und Marktrisiken (FRTB) umfasst.

Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben. Teil I unseres Beitrags befasst sich mit den Änderungen, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen. Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

Kreditrisikostandardansatz (KSA)

Durch die finalen Beschlüsse vom 7. Dezember 2017 zu den Basel IV Reformen haben sich für den Kreditrisikostandardansatz gegenüber dem letzten Konsultationspapier (BCBS 347) noch einmal wesentliche Änderungen ergeben. Der Baseler Ausschuss kommt nun den Banken entgegen und hat an vielen Stellen die für die Ermittlung der Eigenmittelanforderungen zu berücksichtigenden Risikogewichte angepasst. Insoweit ist grundsätzlich im Vergleich zum BCBS 347 eine Reduzierung des RWA Anstiegs zu erwarten.

In der Forderungsklasse Banken wurde neben der Kalibrierung der Risikogewichte ein neues Grade (A+) für Forderungen, für die kein Rating verwendet wird, bei denen aber die regulatorischen Mindestkapitalanforderungen sowie die Leverage Ratio deutlich übertroffen werden, eingeführt. Das neue Risikogewicht in Höhe von 30% liegt somit aber weiterhin über dem heute im Regelfall anzuwendenden Risikogewicht auf Basis des Sitzlandprinzips von 20% bei Forderungen an ungeratete deutsche Institute. Unabhängig vom Vorliegen eines Ratings bleibt es zudem bei der präferierten Behandlung von gedeckten Schuldverschreibungen.

Auch für Forderungen gegenüber Unternehmen wurden die Risikogewichte in der finalen Version nach unten korrigiert. Als Unterkategorie zu Unternehmen wird mit den Spezialfinanzierungen eine neue Risikopositionsklasse eingeführt. Im Vergleich zum letzten Konsultationspapier wurden die Risikogewichte für diese um jeweils 20 Prozentpunkte reduziert. Somit liegen die Risikogewichte jetzt zwischen 80% und 130%, wobei ein Risikogewicht von 80% nur für Projektfinanzierungen in der operativen Phase zur Anwendung kommt, wenn diese bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Ein Risikogewicht von 130% kommt hingegen zur Anwendung, wenn das finanzierte Projekt noch nicht operativ genutzt wird, sondern noch in Erstellung ist.

Die wohl größten Änderungen gibt es im Bereich Immobilienfinanzierungen. Sowohl für die durch Wohnimmobilien besicherten Forderungen als auch bei den durch Gewerbeimmobilien besicherten Forderungen wurde der Loan-to-Value (LTV) Ansatz umgesetzt. Im Vergleich zum BCBS 347 sind auch hier die Risikogewichte reduziert worden. Gleichzeitig hat man das Realkreditsplitting, unter Sicherstellung des Hard Tests, beibehalten. Bei der Finanzierung des Erwerbs oder der Erstellung von Immobilien (Acquisition, Development and Construction – ADC) gibt es eine Erleichterung für durch Wohnimmobilien besicherte Forderungen, bei denen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllt werden (z.B. Abschluss von Vorverkaufs- und Vorvermietungsverträge im gewissen Umfang, Vorhandensein von ausreichendem Eigenkapital). Das Risikogewicht wurde reduziert und beträgt noch 100% anstelle von 150%. Je nach Wahl des Ansatzes (LTV oder Realkreditsplitting) sind die Auswirkungen durch die Institute zu analysieren, da abhängig von der Zusammensetzung des Portfolios beide Ansätze Vorteile bieten können. So ist das Realkreditsplitting beispielsweise bei hohen Beleihungswertausläufen vorteilhafter als der LTV-basierte Ansatz, während bei LTVs zwischen 70% und 80% der LTV-basierte Ansatz zu niedrigeren Risikogewichten führt als das Realkreditsplitting.

Bei Beteiligungsrisikopositionen ist eine Unterkategorie für nicht gelistete, hochvolatile bzw. spekulative Beteiligungen eingeführt worden. Diesen ist zukünftig ein Risikogewicht von 400% zuzuweisen. Nachrangige Positionen und auch TLAC Verbindlichkeiten erhalten ein Risikogewicht von 150%. Für alle anderen Beteiligungspositionen bleibt es bei einem Risikogewicht von 250%, wie bereits durch BCBS 347 vorgeschlagen. Somit kommt es zu einem signifikanten Anstieg im Vergleich zu den Vorgaben des aktuellen KSA, die ein Risikogewicht von 100% vorsehen.

Mit „Transactors“ wird es im Mengengeschäft eine neue Unterkategorie geben, welcher beispielsweise Kreditkartenforderungen zuzuordnen sind. Dieser Risikopositionsklasse kann im Gegensatz zum allgemeinen Risikogewicht von 75 %im Mengengeschäft ein Risikogewicht von 45% zugeordnet werden, sofern die dieser Risikopositionsklasse zugeordneten Forderungen innerhalb der letzten 12 Monate immer fristgerecht bedient wurden.

Des Weiteren wurde der Multiplikator von 1,5 für den Fall von Währungsinkongruenzen aus BCBS 347 beibehalten. Der anzuwendende Kreditkonversionsfaktor für unbedingt kündbare Linien wurde auf 10% (bisher 0%) festgelegt, bei nicht unbedingt kündbaren Linien beträgt er laufzeitunabhängig 40% (bisher 20% bzw. 50%). Weiterhin wurden die Risikogewichte für ausgefallene Positionen gegenüber dem Konsultationspapier angepasst und entsprechen jetzt wieder weitgehend den aktuellen Regelungen der CRR.

Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRBA)

Die finalen Basel IV Regelungen sehen Einschränkungen im Anwendungsbereich des IRB Ansatzes vor, die allerdings nicht so weit gehen, wie in der Konsultationsphase angedacht. So wird die Nutzung des IRB Ansatzes für Beteiligungspositionen grundsätzlich untersagt. Für Forderungen an Banken und an große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr 500 Mio Euro wird der fortgeschrittene IRBA wegfallen, der einfache IRB Ansatz (Schätzung der PD, nicht aber von LGD und CCF) aber weiterhin zulässig bleiben. Für Unternehmen unterhalb der genannten Schwelle sowie das Mengengeschäft bleiben einfacher und fortgeschrittener IRBA zulässig. Das Gleiche gilt auch für Spezialfinanzierungen und Forderungen an Zentralstaaten.

Neben den Vorgaben zum IRB-Anwendungsbereich sieht der Baseler Ausschuss auch geänderte Vorgaben für die Parameterschätzung vor. So wird die Mindest-PD von aktuell 0,03% auf 0,05% erhöht. Im einfachen IRBA vermindern sich die vorgegebenen Werte für die LGD sowohl bei besicherten Positionen wie auch im Fall von unbesicherten Unternehmensforderungen (40% anstelle von aktuell 45%). Und auch im fortgeschrittenen IRB Ansatz ergeben sich Änderungen, so beispielsweise der LGD-Floor für unbesicherte Positionen in Höhe von 25%.

Schließlich entfällt der IRBA Skalierungsfaktor von 1,06 ersatzlos.

Einen Überblick über die Neuerungen im Zusammenhang mit CVA Risk Capital Charge, operationellen Risiken und den Floor-Regelungen finden Sie demnächst im zweiten Teil unseres Beitrags: „Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva“.

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Basel IV-Channel – Episode 26: Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 07. Dezember 2017 die finalen Beschlüsse zu seinen Basel IV Reformen veröffentlicht. Damit wurden insbesondere die Regelungen in Bezug auf den Kreditrisiko-Standardansatz, den IRB-Ansatz, die Ermittlung des CVA-Risikos, des operationellen Risikos und natürlich die Höhe und die Berechnung des „Capital Floors“ überarbeitet. Im Vergleich zu den vorhergehenden Konsultationspapieren ergeben sich zahlreiche und teilweise erhebliche Änderungen, die sich in unterschiedlicher Form auf die Kapitalbelastung für Banken auswirken werden.

Grund genug, den Änderungen zu Basel IV eine besondere Folge des Basel IV-Channels zu widmen. In unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channels:
 
„Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV“
 
stellen wir Ihnen die wesentlichen Neuerungen der Veröffentlichung aus Basel vor. Unsere Experten geben Ihnen einen Überblick über die Reformen und die möglichen Auswirkungen.
 

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

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Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 3 : Übernahme von Basel IV in EU-Recht

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) berät aktuell über ein umfassendes Reformpaket zur Überarbeitung der Methoden zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen in der Säule I. Während zentrale Elemente der Basel IV Reformen, insbesondere zu den Themen Kreditrisiko und RWA-Floor weiterhin auf internationaler Ebene in der Diskussion sind, hat die EU-Kommission am Mittwoch, den 23. November 2016, erste Entwürfe für die Überarbeitung der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht.

In Teil 1 unserer Regulatory Blog Reihe haben wir die Finalisierung von Basel III erläutert (EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III), Teil 2 ist den Änderungen im Bereich Sanierung und Abwicklung gewidmet (EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 2: Sanierung und Abwicklung von Banken, TLAC und MREL). Dieser 3. Teil unserer Beitragsreihe befasst sich mit der teilweisen Umsetzung von Basel IV in EU-Recht.

Neufassung der Verfahren für die Ermittlung der Marktrisikopositionen

Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise hat der Baseler Ausschuss bereits frühzeitig mit Anpassungen der Regelungen für die Behandlung von Marktrisikopositionen begonnen, die sich im Wesentlichen unter dem Begriff „Basel II,5“ zusammenfassen lassen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in diesem Bereich eine grundlegende Überarbeitung inklusive einer Neufassung der Regelungen für die Abgrenzung des aufsichtsrechtlichen Handelsbuches notwendig war. Diese unter dem Stichwort „Fundamental Review of the Trading Book, FRTB“ zusammengefassten Arbeiten gehören zu den wichtigsten Reformvorhaben im Rahmen von Basel. Die im Januar 2016 veröffentlichten finalen Standards des Baseler Ausschusses umfassen sowohl die Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch als auch die Methoden zur Ermittlung der Kapitalanforderungen für Marktrisiken mittels Standardansätzen und internen Modellen (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Finalisierung des Baseler Regelwerks zum Fundamental Review of the Trading Book – Minimum Capital Requirements for Market Risk“ vom 22. Januar 2016). Die CRR II beinhaltet den vollständigen FRTB und setzt diesen in der EU um.

Definition des Handelsbuches

Analog zu den Vorgaben aus Basel hat sich die Systematik für die Zuordnung von Finanzgeschäften zum regulatorischen Anlage- und Handelsbuch in den Grundzügen nicht geändert, wurde aber um konkrete Vorgaben ergänzt, die in Einzelfällen dazu führen können, dass Positionen, die bisher dem aufsichtsrechtlichen Anlagebuch zugeordnet waren, zukünftig dem Handelsbuch zuzuordnen sind und somit gegebenenfalls Nichthandelsbuchinstitute zu Handelsbuchinstituten werden können.

Beispielsweise wird eine Handelsabsicht für alle Geschäfte unterstellt, die handelsrechtlich zum Marktwert bewertet werden; darüber hinaus sollen alle Investmentanteile dem Handelsbuch zugeordnet werden, für die eine tägliche Bewertung durchgeführt bzw. täglich durchgeschaut werden kann. Eine abweichende regulatorische Behandlung darf analog der Regelung in BCBS 352 (Minimum capital requirements for market risk, BCBS 352) nur nach expliziter (Einzel-) Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörde erfolgen.

Die Anforderungen an Handelsbuchinstitute müssen jedoch erst eingehalten werden, wenn der Umfang der Handelsbuchgeschäfte größer 5% (brutto) bzw. € 50 Mio beträgt.

Verpflichtende Anwendung des Standardverfahrens für Marktrisikopositionen

Im Wesentlichen erfolgt im Entwurf der CRR II eine Übernahme der in Basel vorgesehenen Regelungen unter Berücksichtigung eines gewissen Proportionalitätsprinzips.

Im Bereich der Standardansätze wird es analog zu Basel einen grundlegend neuen sensitivitätsbasierten Ansatz (SBA) geben. Die EU Kommission orientiert sich weitgehend an diesen Vorgaben und nimmt im Rahmen der CRR II nur wenige Änderungen vor. Diese betreffen im Wesentlichen die Ermittlung des Ausfallrisikos von Handelsbuchpositionen (sog. Default Risk Charge, DRC). Analog zu der bisherigen Vorgehensweise besteht eine weitere Abweichung zu den Vorgaben aus Basel in der Privilegierung von Schuldtiteln der EU Mitgliedsstaaten und gedeckten Schuldverschreibungen aus der EU.

Die Umsetzung des SBA erfordert einen erheblichen Zusatzaufwand, der insbesondere Institute mit kleineren Handelsbüchern überproportional belasten würde. Um für diese Banken eine Mehrbelastung zu ersparen, wird für diese die Möglichkeit geschaffen, weiterhin die bisherigen Ansätze zu nutzen, statt auf den SBA umzusteigen. Dies betrifft Institute, deren bilanzielle und außerbilanzielle Positionen, die den Marktrisikoregelungen unterliegen, bis zu 300 Mio EUR betragen bzw. maximal 10% der Bilanzsumme ausmachen. Darüber hinaus gibt es für einen Zeitraum von zwei Jahren für alle Institute die Möglichkeit, weiterhin die nach der aktuellen CRR geltenden Regelungen anzuwenden.

Der Interne Modell Ansatz

Die Regelungen im Bereich der internen Modellierungen entsprechen grundsätzlich den Vorgaben des Baseler Ausschusses, es ergeben sich allerdings in einzelnen Bereichen Unterschiede. So wird z.B. bei der Berücksichtigung der Liquiditätshorizonte in der CRR II grundsätzlich ein Zeitraum von 10 Tagen angesetzt, während Basel 20 Tage als Zeithorizont zugrunde legt. Analog gilt dies für Pfandbriefe, hier beträgt der Wert 20 Tage in der CRR II und 40 Tage in Basel. Weitere Änderungen ergeben sich in Bezug auf Fremdwährungspositionen innerhalb der EU sowie Konkretisierungen bei den nicht modellierbaren Risikofaktoren.

Im Vergleich zu den Baseler Regelungen nimmt die CRR II einige Präzisierungen in Bezug auf die Modelle zur Berechnung der Default Risk Charge für Ausfallrisiken (DRC) vor, überträgt aber weitere Präzisierungen als Arbeitsauftrag an die EBA.

Die Anforderungen an das Backtesting sowie die Formel zur Ermittlung des Multiplikators und die Erfordernis der P&L attribution wurden weitgehend unverändert aus dem Baseler Papier übernommen.

Kontrahentenrisiken und zentrale Kontrahenten (CCPs)

Neben den Baseler Regelungen zum FRTB stellt die Überarbeitung der Verfahren für die Quantifizierung von Kontrahentenausfallrisiken ein weiteres wichtiges Element von Basel IV, welches auf Baseler Ebene unter der Bezeichnung „SA-CCR“ bereits im März 2014 als finaler Standard veröffentlicht wurde (dazu auch: „SA-CCR – Rechnen mit dem Alpha-Faktor – Eine neue Formel zur Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos).

Auf Baseler Ebene ist vorgesehen, dass der SA-CCR neben der internen Modelle-Methode („IMM“) der einzige verbleibende Ansatz für die Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos ist. Die Marktbewertungsmethode sowie die Laufzeitmethode sind auf Baseler Ebene nicht mehr vorgesehen.

Die CRR II ergänzt den Baseler Regelungstext um einige Details und kleinere Änderungen wie beispielsweise die Mandatierung der EBA, die Bestimmung des wesentlichen Risikotreibers genauer auszuarbeiten oder die Kauf- und Verkaufspositionen für den SA-CCR zu bestimmen.

Auch im Bereich der Kontrahentenausfallrisiken ist ein Proportionalitätsgedanke daran zu erkennen, dass im Rahmen der CRR II für Banken mit nicht signifikanten Kontrahentenausfallrisiken Erleichterungen geschaffen werden. Hierzu erfolgt eine Abgrenzung anhand einer Unterscheidung in signifikante und nicht signifikante Derivateexposures. Signifikante Derivateexposure liegen gemäß CRR II dann vor, wenn der Absolutwert der Marktwerte der bilanziellen und außerbilanziellen Derivate über den Schwellenwerten von 150 Mio EUR bzw. 10% der gesamten Aktiva liegt. Sie folgt damit der Stellungnahme der EBA zum SA-CCR aus dem November 2016 (EBA Report on SA CCR and FRTB implementation (EBA/Op/2016/19)). Für Institute mit geringerem derivativem Exposure kommen entweder ein vereinfachter SA-CCR oder eine modifizierte Version der Laufzeitmethode (Ursprungsrisikomethode) zur Anwendung. Die Laufzeitmethode darf dabei nur für bestimmte Derivate genutzt werden und nur, sofern zusätzliche Schwellenwerte in Bezug auf das Derivativeexposure von 20 Mio EUR bzw. 5% der gesamten Aktiva eingehalten werden.

Hinsichtlich der Behandlung von Risikopositionen gegenüber zentralen Kontrahenten (CCPs) spezifizieren die Regelungen der CRR II einerseits die Berechnungsmethoden für Kapitalanforderungen und andererseits die Art und Weise, wie zukünftig die Beiträge für den Ausfallfonds bestimmt werden müssen.

Großkredite

Der Baseler Ausschuss hat im April 2014 erstmalig finale Standards in Bezug auf Großkredite herausgegeben. Diese basieren im Kern auf der bereits in der CRR enthaltenen Regelungen, beinhalten aber in einzelnen Bereichen Verschärfungen gegenüber den bestehenden Regelungen auf europäischer Ebene, was wiederum zu Anpassungen im Rahmen der CRR II führt. Die Änderungen in Bezug auf die Großkreditvorschriften können sowohl zu einer höheren Limitauslastung als auch weiteren operationelle Herausforderungen führen.

Kapitalbasis und Höhe der Obergrenzen

Zukünftig ist als Kapitalbasis nur noch das Kernkapital anzusetzen. Die bisherigeRegelung, nach der auch ein gewisser Anteil an Ergänzungskapital zulässig ist („eligible capital“) entfällt. Die Höhe der Obergrenze bleibt grundsätzlich bei 25 %, wird aber für Forderungen zwischen global systemrelevanten Instituten auf 15 % abgesenkt.

Für die Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos ist bei der Großkreditermittlung die Anwendung der IMM nicht mehr zulässig. Institute dürfen lediglich den SA-CCR, den vereinfachten SA-CCR sowie die überarbeitete Laufzeitmethode anwenden.

Anpassungen bei der Anrechnung von Forderungen

Die aktuelle CRR enthält in Art. 114 Abs. 5 eine Übergangsvorschrift, die bis Ende 2017 eine Nullgewichtung für Forderungen an Zentralregierungen, Zentralbanken und sonstige öffentliche Stellen in der EU, die auf eine EU-Währung lauten und in dieser refinanziert sind, die nicht der Währung des Sitzlandes entspricht. Im Anschluss an das Auslaufen dieser Regelung ist in der CRR II vorgesehen, ab 2018 eine gesonderte Obergrenze von 100% des Kernkapitals einzuführen, welche um 25%-Punkte p.a. sinkt, so dass die reguläre Großkreditobergrenze von 25% ab 2021 vollständig wirksam wird. Positionen, die vor dem 22. November 2016 eingegangen wurden, sind weiterhin vollständig von den Großkreditvorschriften ausgenommen.

Gedeckte Schuldverschreibungen können von den nationalen Aufsichtsbehörden unverändert in voller Höhe von der Anrechnung auf die Großkreditgrenze ausgenommen werden. Der Baseler Ausschuss hatte in seinem neuen Großkreditrahmenwerk zwar ebenfalls eine Erleichterung gestattet, aber eine Mindestanrechnung in Höhe von 20% gefordert (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Das neue Baseler Rahmenwerk zur Messung und Überwachung von Großkrediten („Supervisory framework for measuring and controlling large exposures – Final Standard“ vom 21. Mai 2014))..

Großkreditmeldungen

Die Meldevorschriften für Großkredite werden in zwei Bereichen angepasst. Einerseits wird die Verpflichtung zur Meldung aller Positionen über 300 Mio EUR auf alle Institute ausgeweitet, die den Großkreditvorschriften unterliegen. Andererseits sind künftig die zehn größten Positionen gegenüber Schattenbanken zu melden. Die EBA soll technische Standards zur Definition von Schattenbanken entwickeln. Es ist zu erwarten, dass sie hierbei auf den Vorgaben der Leitlinie 2015/20 aufsetzen wird.

Weitere Änderungen

Verbriefungen

Anders als von vielen Beobachtern erwartet und seitens der Kommission angekündigt, hat man im CRR II-Entwurf auf eine Neuregelung des Themas Verbriefungen komplett verzichtet, obwohl hierzu bereits Konsultationsentwürfe der EU-Kommission (siehe Regulatory Blog Beitrag: „EU-Vorschläge für ein neues Verbriefungsrahmenwerk“ vom 28. Oktober 2015)  sowie Entwürfe aus dem Parlament vorliegen. Dabei handelt es sich um jeweils zwei verschiedene Regelwerke: Zum einen Regelungen für die Eigenmittelunterlegung von Verbriefungspositionen für Institute, zum anderen Regelungen für alle Originatoren (also neben Instituten insbesondere auch für Versicherungen und Asset Manager), die in Form einer Verbriefungsverordnung veröffentlicht werden sollen und z.B. Vorschriften zur Identifizierung von einfachen, transparenten und standardisierten (simple, transparent, standardised or STC-) Verbriefungen enthalten. Aufgrund der politischen Bedeutung von Verbriefungen als Teil der EU-Initiative zur Kapitalmarktunion ist davon auszugehen, dass zumindest die Regelungen zur RWA-Ermittlung auch zeitnah Eingang in die CRR II finden werden. Unklar ist allerdings, ob die Anpassungen in einem weiteren separaten CRR-Entwurf umgesetzt oder mittels eines delegierten Rechtsaktes Eingang in die CRR II finden (ähnlich wie die Vorschriften zur LCR und Leverage Ratio) oder ob sie mit z.B. den Anpassungen im Bereich des Kredit- und operationellen Risikos zusammengefasst werden.

Fondsbeteiligungen

Die bereits im Dezember 2013 durch den BCBS veröffentlichten Regelungen für die Behandlung von Beteiligungen in Fonds wurden nahezu unverändert in die CRR II übernommen (Capital requirements for banks‘ equity investments in funds – final Standard, BCBS 266). Lediglich die Fondsdefinition wird geringfügig erweitert und nicht mehr zwischen OGAW-Fonds und AIFs bzw. Fonds mit besonders hohen Risiken unterschieden. Die Handelsbuchvorschriften werden um Kriterien für die Zuordnung von Fondsanteilen zum Anlagebuch oder Handelsbuch ergänzt. Der Entwurf der CRR II enthält sowohl Regelungen für die Behandlung von Fonds im Anlagebuch als auch im Handelsbuch. Insbesondere im Anlagebuch ergibt sich in Bezug auf die Kapitalbelastung ein deutlicher Anstieg gegenüber den heutigen Regelungen, wenn keine Durchschau durch den Fonds erfolgt. Durch die neue Methodik zur Berechnung des risikogewichteten Positionswerts von Beteiligungen an Fonds wird zudem einer möglichen Hebelwirkung von Fonds Rechnung getragen. Die in Deutschland gängige Praxis, das durchschnittliche Risikogewicht eines Fonds auf Basis der zugrundeliegenden Vermögenswerte zu berechnen, wird zukünftig nur noch in leicht abgeänderter Form, und zudem mit einem 20%-Aufschlag auf die risikogewichteten Positionswerte möglich sein.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Eine Sonderausgabe des Basel IV-Channel zu CRD V, CRR II und BRRD: „Basel IV-Channel- Episode 10: CRR II – Regulatory Challenges for 2017 and beyond“  findet am 02. Dezember 2016 statt. Hier finden Sie alle Informationen zur Anmeldung.

Basel IV Channel Folge 6: SA-CCR und CVA

Der Basel IV-Channel meldet sich zurück aus der Sommerpause!

Nach dem überwältigenden Erfolg des Basel IV-Channels in den letzten Monaten freuen wir uns, Sie auch zu den nächsten Episoden des Basel IV-Channels einladen zu dürfen.

Ziel des Basel IV-Channels ist es, Sie weiterhin zeitnah und flexibel über die bereits erschienenen und noch zu erwartenden Neuerungen im Zusammenhang mit Basel IV zu informieren. Bereits jetzt haben wir eine ganze Reihe neuer Themen für den Basel IV-Channel eingeplant. Hierzu zählen unter anderem Themen wie SA-CCR, CVA, Verbriefungen und Shadow Banking. Darüber hinaus möchten wir den Fokus des Basel IV-Channels erweitern um einen strategische Blickwinkel und um angrenzende Themengebiete wie Auswirkungen von IFRS 9 auf das Regulatory Reporting und weitere regulatorische Neuerungen.

Wir starten nach der Sommerpause mit unserem nächsten Termin am:

30. September 2016 um 15 Uhr

mit dem Thema „SA-CCR und CVA“.

Wir laden Sie herzlich ein, sich kostenfrei und unverbindlich zu dem genannten Termin anzumelden. Hier geht es direkt zur Anmeldeseite für unseren Basel IV-Channel. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Einladung per E-Mail). Bitte melden Sie sich unter dem Menüpunkt „Anmeldung“ bis spätestens einen Tag vor dem jeweiligen Termin an. Sie werden live durch die Veranstaltung geführt. Der Channel wird ca. 15 bis 30 Minuten dauern.

Eine Vorschau auf die folgenden Channel-Beiträge können Sie unter „Termine und Themen“ jederzeit nachschauen.

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Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung des Live-Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen!

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Basel IV – CVA Risk Capital Charge 2.0

Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat das Rahmenwerk zur aufsichtsrechtlichen Behandlung für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung (Credit Valuation Adjustment (CVA)) im Rahmen des neuen Basel IV-Pakets einer Überarbeitung unterzogen. Am 01. Juli 2015 wurde hierzu ein Konsultationspapier (Review of the Credit Valuation Adjustment (CVA) risk framework – consultative document (BCBS 325)) auf den Weg gebracht, welches die durch den Baseler Ausschuss vorgesehene Neuordnung des aufsichtsrechtlichen CVA-Rahmenwerks beschreibt.

Hintergrund

Das aufsichtsrechtliche Rahmenwerk zur Behandlung des CVA-Risikos und zur Ermittlung der regulatorischen Eigenkapitalanforderung für dieses Risiko (CVA Risk Capital Charge) wurde ursprünglich im Jahre 2010 mit dem Basel III-Rahmenwerk veröffentlicht und in Europa im Zuge der Basel III-Umsetzung zum 1. Januar 2014 mit der CRR eingeführt. Den Auslöser hierfür stellten die signifikanten Verluste zahlreicher Banken auf ihre OTC-Derivateportefeuilles während der Finanzkrise dar. Diese waren meist weniger durch echte Gegenparteiausfälle, sondern vielmehr durch Bonitätsverschlechterungen der Gegenparteien und den danach notwendigen Marktwertabschreibungen der OTC-Derivategeschäfte verursacht worden. Insofern beinhaltet die CVA Risk Capital Charge seit Umsetzung von Basel III neben der Eigenkapitalanforderung für Gegenparteiausfallrisiken eine zusätzliche regulatorische Eigenkapitalanforderung für OTC-Derivategeschäfte. Nur eineinhalb Jahre nach der CRR-Einführung hat der Baseler Ausschuss nun Schwachstellen und unangemessen berücksichtigte Aspekte im bestehenden aufsichtsrechtlichen CVA-Rahmenwerk identifiziert, welche durch die Überarbeitung adressiert werden sollen.

Schwächen des bisherigen CVA-Rahmenwerks

Das aktuelle CVA-Rahmenwerk lässt zwei Methoden zur Ermittlung der CVA Risk Capital Charge zu. Zum einen die „Fortgeschrittene Methode“, deren Anwendung wiederum an die Voraussetzung geknüpft ist, dass die Bank die Zustimmung der Aufsicht zur Anwendung der Internen Modelle Methode für die Zwecke der Quantifizierung des Gegenparteiausfallrisikos besitzt, und zum anderen die „Standardmethode“, welche ohne weitere Restriktionen anwendbar ist. Beide Methoden sind so konstruiert, dass in der Ermittlung der Eigenkapitalanforderung für das CVA-Risiko ausschließlich die Variabilität widergespiegelt und abgedeckt wird, die durch das Credit Spread-Risiko der Gegenpartei hervorgerufen wird. Spiegelbildlich hierzu gelten im aktuellen CVA-Rahmenwerk ausschließlich jene Hedging-Maßnahmen als aufsichtsrechtlich zulässig, welche das Credit Spread-Risiko absichern. Hierzu zählen Single-Name CDS, die direkt auf die Gegenpartei referenzieren, sowie – unter bestimmten Voraussetzungen – Index CDS.

Wesentliche Ziele und Änderungen des überarbeiteten CVA-Rahmenwerks

Mit der Überarbeitung des CVA-Rahmenwerks verfolgt der Baseler Ausschuss drei Ziele.

  • Erfassung aller relevanten Einflussfaktoren für das CVA-Exposure und eine bessere Berücksichtigung von Hedging-Maßnahmen

Bisher wird einer der wichtigsten Treiber des CVA-Risikos, die Exposure-Komponente, nicht im aktuellen CVA-Rahmenwerk abgedeckt. Die Exposure-Komponente inkl. ihrer sensitiven Beziehung zu Marktrisikofaktoren hat jedoch einen erheblichen Einfluss auf die CVA Risk Capital Charge. Das überarbeitete CVA-Rahmenwerk berücksichtigt daher die Exposure-Komponente inkl. zugehöriger Hedging-Maßnahmen der Marktrisikofaktoren.

  • Angleichung an Industrie-Praktiken, die für Zwecke der Rechnungslegung Anwendung finden

Es hat sich in der Praxis herausgestellt, dass diverse Banken die CVA für Rechnungslegungszwecke (IFRS 13); auf Grundlage marktimplizierter Modellkalibrierungen ermitteln. Diese Vorgehensweise hat sich als sog. „Best Practice“ etabliert. Um dieser „Best Practice“ gerecht zu werden und um eine Konvergenz zwischen Rechnungslegung und Aufsichtsrecht gewährleisten zu können, berücksichtigt das überarbeitete CVA Rahmenwerk Elemente aus der CVA-Behandlung für Rechnungslegungszwecke.

  • Angleichung an die Anforderungen des „Fundamental Review of the Trading Book“ (FRTB)

Da es sich bei der CVA um eine Marktwert-Anpassung von Derivateinstrumenten handelt, sollte die regulatorische Eigenkapitalunterlegung für das CVA-Risiko an die Kapitalanforderung für das Marktrisiko gekoppelt sein. Als Konsequenz hieraus und zum Zwecke der Konsistenz basiert das überarbeitete CVA-Rahmenwerk somit auf dem ebenfalls kürzlich überarbeiteten Rahmenwerk für die regulatorische Behandlung des Marktrisikos, welches Sensitivitäten von Marktrisikofaktoren in den Mittelpunkt stellt (Fundamental review of the trading book: outstanding issues – consultative document (BCBS 305), Fundamental review of the trading book – second consultative document (BCBS 265).

 Anwendungsbereich der CVA Risk Capital Charge

Der Baseler Ausschuss beabsichtigt mit der Überarbeitung des CVA-Rahmenwerks die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge für alle Derivatetransaktionen einzuführen, die ein Gegenparteiausfallrisiko beinhalten. Hierbei soll es keine Rolle spielen, ob für diese Transaktionen eine Besicherungsvereinbarung vorliegt oder nicht. Ferner sollen auch Instrumente, welche zum Zwecke des Hedge-Accountings im Bankbuch gehalten werden (z.B. Zinsderivate im Bankbuch), der CVA Risk Capital Charge unterliegen. Darüber hinaus sieht der Baseler Ausschuss vor, dass marktbewertete Wertpapierfinanzierungsgeschäfte (SFTs) ebenso in den Anwendungsbereich der CVA Risk Capital Charge fallen sollen. Die Ausnahme von der CVA Risk Capital Charge sieht der Baseler Ausschuss im überarbeiteten Rahmenwerk ausschließlich für Transaktionen mit qualifizierten zentralen Gegenparteien vor. Der vom Baseler Ausschuss überarbeitete empfohlene Anwendungsbereich für die CVA Risk Capital Charge stellt eine deutliche Ausweitung der bisherigen Regelungen im Rahmen der CRR dar. Darüber hinaus werden in der CRR diverse Geschäfte, vor allem mit privilegierten Gegenparteien, von der CVA Risk Capital Charge ausgenommen. Der finale Anwendungsbereich für die CVA Risk Capital Charge wird abzuwarten sein. In jedem Fall handelt es sich hierbei um ein Thema, das aktuell intensiv von den Aufsichtsbehörden diskutiert wird. Bereits am 25. Februar 2015 veröffentlichte die European Banking Authority (EBA) ein an die europäische Kommission adressiertes Dokument (Opinion of the European Banking Authority on Credit Valuation Adjustment (CVA) (EBA/OP/2015/02)), aus dem hervorgeht, dass die EBA eine Reduzierung der bisherigen Ausnahmeregelungen innerhalb der CVA Risk Capital Charge nach der CRR empfiehlt.

Die Ansätze des überarbeiteten „BCBS 325“-Rahmenwerk im Einzelnen

Das überarbeitete CVA-Rahmenwerk unterteilt sich in zwei weitere „Teil-Rahmenwerke“. Zum einen das sog. „FRTB-CVA Rahmenwerk (FRTB-CVA)“, welches eine annähernde Adaption aus den Marktrisiko-Anforderungen darstellt und seinen Namen erhalten hat, um die Konsistenz mit dem überarbeiteten Marktrisiko-Rahmenwerk „Fundamental Review of the Trading Book (FRTB)“ zu reflektieren, und zum anderen das sog. „Basic CVA Rahmenwerk (B-CVA)“.

  1. Das B-CVA Rahmenwerk stellt eine Weiterentwicklung der aktuellen Standardmethode dar und kann von Banken angewendet werden, die keine Zustimmung für das FRTB-CVA Rahmenwerk besitzen oder für jene, welche das FRTB-CVA Rahmenwerk nicht anwenden wollen. Somit besteht hier ein Wahlrecht für die Institute. In Abweichung zum FRTB-CVA müssen im Rahmen des B-CVA keine eigenen Sensitivitäten für Marktrisikofaktoren ermittelt werden.
  2. Die Anwendung des FRTB-CVA unterliegt der Zustimmung durch die Aufsicht, welche ausschließlich dann erteilt wird, sofern ein umfangreicher Kriterienkatalog vom Institut erfüllt wird. Das FRTB-CVA Rahmenwerk wurde für Institute konstruiert, die eine eigene Ermittlung für Preissensitivitäten gegenüber Marktrisikofaktoren vornehmen können. Analog zum Marktrisiko-Rahmenwerk (FRTB) besteht das FRTB-CVA Rahmenwerk aus einem internen Modellansatz (IMA-CVA) und einem Standardansatz (SA-CVA). Während die Anwendung des SA-CVA, bei bereits erteilter Zustimmung der Aufsicht für das FRTB-CVA Rahmenwerk, keinen weiteren Voraussetzungen unterliegt, muss ein Institut für die Anwendung des IMA-CVA ein zusätzliches Bündel an Anforderungen erfüllen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zustimmung zur Anwendung der IMA-CVA ist, dass ein Institut bereits die Zustimmung für den internen Modellansatz im Marktrisiko (IMA-TB) erhalten hat. Auch bei erhaltener Zustimmung zur IMA-CVA-Anwendung muss ein Institut parallel den SA-CVA anwenden und seine Eigenmittelunterlegung für das CVA-Risiko nach diesem melden. 

Weitere Änderungen und Zeitplan

Die vom Baseler Ausschuss vorgeschlagenen neuen Ansätze sorgen für eine verstärkte und genauere Berücksichtigung der Abhängigkeiten von Marktrisikofaktoren und Hedgingmaßnahmen. Hierdurch wird die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge erheblich risikosensitiver. Auf der anderen Seite führt die empfohlene Überarbeitung des CVA-Rahmenwerks zu einem erhöhten Aufwand. Zum einen erfordern die neuen Ansätze des überarbeiteten CVA-Rahmenwerks neue Inputparameter und Kalkulationsverfahren. Dies hat prozessuale Anpassungen und erhöhte Aufwände aus Sicht der betroffenen Institute zur Folge. Zum anderen bedeutet die durch den Baseler Ausschuss empfohlene Ausweitung des Anwendungsbereiches für die CVA Risk Capital Charge auf SFTs, dass die Anzahl der mit der CVA Risk Capital Charge zu unterlegenden Transaktionen wächst. Die Konsultation und die Durchführung einer Auswirkungsstudie (Quantitative Impact Study (QIS)) zur Überarbeitung des CVA-Rahmenwerks wurden im Oktober 2015 abgeschlossen. Die Einführung des überarbeiteten CVA-Rahmenwerks ist noch nicht fixiert. Möglicherweise erfolgt diese zusammen mit dem überarbeiteten Rahmenwerk für das Marktrisiko (Fundamental Review of the Trading Book (FRTB)). Deutlich wird jedoch vor allem durch das sehr enge Zeitfenster von Veröffentlichung, Konsultationszeitraum und Durchführung der QIS, dass der Baseler Ausschuss das Thema „CVA Risk Capital Charge“ intensiv vorantreibt. Die Bedeutung des Themas für die Aufsichtsbehörden zeigt sich ebenso in den jüngst veröffentlichten Richtlinien der EBA zur Behandlung der CVA innerhalb des SREP (Consultation on Guidelines on the treatment of CVA risk under the supervision review and evaluation process (SREP) (EBA/CP/2015/21)).

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