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ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co

Die European Banking Authority (EBA) hat am 26. Juli 2013 die finalen Entwürfe der Implementing Technical Standards (ITS) zum aufsichtsrechtlichen Reporting veröffentlicht (Final draft technical standards on supervisory reporting requirements).

Hintergrund

Mit den finalen Entwürfen zum aufsichtsrechlichen Meldewesen hat die EBA den Grundstein zur Umsetzung der aus der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012) resultierenden Reportinganforderungen gelegt. Der ITS on Reporting ist damit Teil des Single Rule Book zur Sicherstellung einer EU-weit harmonisierten Bankenaufsicht. Die Reportinganforderungen beinhalten Vorgaben zum Financial Reporting (FINREP sowie zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen. In diesem Beitrag werden schwerpunktmäßig die Regelungen zu FINREP dargestellt. Über die weiteren aufsichtsrechtlichen Reportinganforderungen informiert der Regulatory Blog in der Folge.

FINREP

Im Rahmen des veröffentlichten ITS wurden für FINREP das Reportingformat, die Meldefrequenzen, die Definitionen sowie die technische Umsetzung der Meldeanforderungen klargestellt. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen (vgl. dazu unsere Blog-Beiträge: „FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ und „Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP„) betreffen:

  • Anwendung

Die EBA hat im Executive Summary des ITS klargestellt, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die FINREP-Anforderungen der 1. Juli 2014 ist und folglich die erste FINREP-Meldung zum 30. September 2014 zu erfolgen hat, um den Instituten ausreichend Zeit für die Implementierung der Reporting-Anforderungen zu geben.

  • Inhalt

In das FINREP-Regelwerk wurden die Anforderungen zum Reporting von „Performing and non-performing exposures“ sowie „Forborne exposures“ integriert, die konkreten zu meldenden Informationen sowie die entsprechenden Erläuterungen stehen bislang noch aus. Die EBA hat klargestellt, dass eine Anpassung des ITS zu FINREP im zweiten Halbjahr erfolgen wird, sobald der Konsultationsprozess zu diesen Reportinganforderungen (Consultation on draft Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures, EBA/CP/2013/06) abgeschlossen ist und die endgültigen Tabellen vorliegen.

  • Reporting-Struktur

Die EBA hat den bekannten FINREP-Tabellen in eine neue Struktur gegeben, die sich nicht mehr an den gemeldeten Informationen sondern an der Meldefrequenz orientiert. Daher haben sich die bestehenden Referenzen der FINREP-Tabellen geändert um die neue Reporting-Struktur abzubilden:

  • Part I: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu den wesentlichen Bilanz- und GuV-Posten
  • Part II: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu geographischen Untergliederungen bei Überschreiten eines definierten Schwellenwertes. Der Schwellenwert sowie die Vorgehensweise bei Überschreiten sowie Unterschreiten des Schwellenwertes sind im ITS Artikel 4 und 9 festgelegt.
  • Part III: Halbjährliche Meldungen – z.B. Angaben zu nahe stehenden Personen oder zu unkonsolidierten strukturierten Unternehmen
  • Part IV: Jährliche Meldungen – z.B. Angaben zu Notes Fair-Value Angaben oder zu Rückstellungen

Der bisher auf nationaler Ebene einem Wahlrecht unterliegende Teil V, wurde in die neue FINREP Struktur integriert und ist somit für alle Banken einheitlich anwendbar.

  •  Instructions on FINREP

In den Anweisungen zum FINREP-Reporting (Annex V –  Instructions on FINREP) wurden weitere Klarstellungen vorgenommen. Die wesentliche Klarstellung bezieht sich dabei auf die Definition des Brutto-Buchwertes für Finanzinstrumente der Kategorien „available for sale“ sowie „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“. In diesen Kategorien entspricht der Buchwert dem Fair Value. Sofern in den Tabellen 6 sowie 20 die Angabe des Brutto-Buchwerts zu erfolgen hat, entspricht dies dem Buchwert (Fair Value) ohne Berücksichtigung von akkumulierten Impairments für Finanzinstrumente der Kategorie „available for sale“ bzw. der akkumulierten bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen für Finanzinstrumente der Kategorien „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“.

Mehr Informationen rund um das Thema FinRep finden Sie auf unseren Seiten unter: http://www.pwc.de/finrep

Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP

Die für Ende Juni angekündigte Finalisierung des Implementing Technical Standard (ITS) on supervisory reporting requirements  for institutions wird von der EBA verschoben. Bisher war als erste Berichtsperiode das erste Quartal 2013 mit dem Meldestichtag 31.03.2013 vorgesehen (vgl. dazu auch Blog-Beitrag: „ FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ vom 01.03.2012).

Im Rahmen der Konsultation zu den ITS on supervisory reporting requirements  (CP 50) hat sich gezeigt, dass die erwarteten Umstellungen und Anforderungen an das Reporting im Zusammenhang mit der geplanten Anwendbarkeit  der Capital Requirement Regulation (CRR)  zum 01.01.2013 für viele Institute eine größere Belastung als zunächst angenommen – insbesondere dann, wenn die FINREP – Umsetzung bisher noch nicht begonnen wurde.

Insoweit geht die EBA davon aus, dass die Institute mehr  Zeit brauchen werden, die Reporting Systeme entsprechend anzupassen und aufzurüsten. Als neuer Termin für die Anwendbarkeit der Anforderungen aus dem  ITS für die Finanzinformationen wird daher der 01. Januar 2014 angesetzt.

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