Schlagwort: FRTB

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der FRTB RSS-Feed

Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 2: FRTB-Standardansatz und Meldepflichten

Nach einem Blick auf die wesentlichen √Ąnderungen aus dem EBA-Konsultationspapier zu den Meldeanforderungen nach CRR II (siehe Regulatory Blog Beitrag: „Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting ‚Äď Teil 1: Meldeanforderungen nach CRR II) befasst sich Teil 2 unserer Beitragsserie zu den geplanten √Ąnderungen des Supervisory Reporting mit der Konkretisierung der Anforderungen im Bereich Marktrisiko.

Auf Basis der durch die CRR II gegebenen Mandate wurden in den vergangenen Wochen die Konsultationen zum delegierten Rechtsakt sowie den Meldetemplates veröffentlicht. Hierdurch wird vorgeschlagen, dass die erste Meldung des Alternativen Standardansatzes zum Stichtag 31. März 2021 erfolgen soll.

FRTB Intensiv – das aktuelle Seminar zu allen Aspekten des Marktrisikorahmenwerks !

Jetzt anmelden zum FRTB Intensiv Seminar am 20. November 2019 !

Die neuen Regelungen des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) umfassen alle Elemente des Marktrisikorahmenwerks: die Abgrenzung zwischen Anlagebuch und Handelsbuch, einen neuen Standardansatz zur Messung der Marktrisiken sowie umfassende √Ąnderungen am Interne-Modelle-Ansatz.

Zus√§tzlich enth√§lt die CRR II die Vorgabe, dass Institute, die in gro√üem Umfang Marktrisiken ausgesetzt sind, bereits ab 2020 Informationen nach dem neuen Standardansatz melden sollen. Aufgrund der Komplexit√§t der notwendigen Berechnungen sowie der Nutzung institutsintern ermittelter Sensitivit√§ten stellt diese kurzfristige Umsetzungsanforderung eine Herausforderung f√ľr zahlreiche Banken dar.

Das neue Banking Package (Teil 7): Marktpreisrisiko-Anforderungen Reloaded ‚Äď und noch kein Ende in Sicht!

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europ√§ischen Union die finalen Kompromissentw√ľrfe zu allen Reformpaketen, einschlie√ülich CRR II, CRD V, BRRD II, und SRMR II gebilligt. Ein wesentlicher ‚Äď und lang ersehnter ‚Äď Bestandteil sind dabei die √ľberarbeiteten Anforderungen zur Ermittlung des Marktpreisrisikos, die √ľber Jahre unter dem K√ľrzel FRTB (Fundamental Review of the Trading Book) auf internationaler und nationaler Ebene konsultiert wurden. Doch die Erwartung, dass die Arbeit am FRTB mit Ver√∂ffentlichung der CRR II ein Ende hat, trifft nicht zu.

Das neue Banking Package (Teil 1): Verhandlungen abgeschlossen ‚Äď EU Rat ver√∂ffentlicht die finalen Entw√ľrfe

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europ√§ischen Union die finalen Entw√ľrfe zur √Ąnderung der

  • Eigenmittelverordnung und -richtlinie (CRR II und CRD V)
  • der Richtlinie √ľber die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (BRRD II) und
  • der Verordnung √ľber den einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRMR II)

gebilligt. F√ľr die Banken in der EU herrscht damit Klarheit √ľber die regulatorischen Herausforderungen der kommenden Jahre.

FRTB ‚Äď The final chapter? BCBS rekalibriert die Marktpreisrisikoanforderungen

Am 14. Januar 2019 hat der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) die internationalen Rekalibrierungsbestrebungen an den bereits im Jahr 2016 finalisierten Marktpreisrisiko-Anforderungen abgeschlossen (BCBS 457). Noch vor Ver√∂ffentlichung der CRR II ist dadurch der Weg f√ľr eine finale Anpassung der FRTB-Anforderungen in der EU geebnet. Zu einer Entspannung der Umsetzungsbestrebungen bei den Instituten f√ľhrt die neue Konsultation allerdings nicht.

Basel IV-Channel – Episode 18: √úberarbeitete Handels-/ Bankbuchabgrenzung

Die aktuelle Ausgabe des Basel IV-Channels widmet sich einem Thema aus dem Bereich der Behandlung der Marktrisikopositionen, der Überarbeitung der Regelungen zur Abgrenzung von Handels- bzw. Bankbuch. Die Zuordnung der Positionen hat erheblichen Einfluss auf die Kapitalanforderungen und steht daher auf der Agenda der Aufsicht.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

¬†„√úberarbeitete Handels-/¬†Bankbuchabgrenzung“.

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Einblick in die¬†√ľberarbeiteten Abgrenzungskriterien und die¬†damit verbundenen Implikationen.

Sie k√∂nnen sich¬†zu unserem¬†Basel IV-Channel √ľber unsere Basel IV Webseite¬†im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen¬†Veranstaltungen erhalten automatisch eine¬†Information per E-Mail).

Den Webcast k√∂nnen Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir f√ľr Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verf√ľgung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem ‚Äď es besteht die¬†M√∂glichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem n√§chsten Termin begr√ľ√üen zu d√ľrfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 3 : √úbernahme von Basel IV in EU-Recht

Der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) ber√§t aktuell √ľber ein umfassendes Reformpaket zur √úberarbeitung der Methoden zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen in der S√§ule I. W√§hrend zentrale Elemente der Basel IV Reformen, insbesondere zu den Themen Kreditrisiko und RWA-Floor weiterhin auf internationaler Ebene in der Diskussion sind, hat die EU-Kommission am Mittwoch, den 23. November 2016, erste Entw√ľrfe¬†f√ľr die √úberarbeitung der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) ver√∂ffentlicht.

In Teil 1 unserer Regulatory Blog Reihe haben wir die Finalisierung von Basel III erl√§utert (EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD ‚Äď Teil 1: Finalisierung von Basel III), Teil 2 ist den √Ąnderungen im Bereich Sanierung und Abwicklung gewidmet (EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD ‚Äď Teil 2: Sanierung und Abwicklung von Banken, TLAC und MREL). Dieser 3. Teil unserer Beitragsreihe befasst sich mit der teilweisen Umsetzung von Basel IV in EU-Recht.

Neufassung der Verfahren f√ľr die Ermittlung der Marktrisikopositionen

Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise hat der Baseler Ausschuss bereits fr√ľhzeitig mit Anpassungen der Regelungen f√ľr die Behandlung von Marktrisikopositionen begonnen, die sich im Wesentlichen unter dem Begriff ‚ÄěBasel II,5‚Äú zusammenfassen lassen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in diesem Bereich eine grundlegende √úberarbeitung inklusive einer Neufassung der Regelungen f√ľr die Abgrenzung des aufsichtsrechtlichen Handelsbuches notwendig war. Diese unter dem Stichwort ‚ÄěFundamental Review of the Trading Book, FRTB‚Äú zusammengefassten Arbeiten geh√∂ren zu den wichtigsten Reformvorhaben im Rahmen von Basel. Die im Januar 2016 ver√∂ffentlichten finalen Standards des Baseler Ausschusses umfassen¬†sowohl die Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch als auch die Methoden zur Ermittlung der Kapitalanforderungen f√ľr Marktrisiken mittels Standardans√§tzen und internen Modellen (dazu Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěFinalisierung des Baseler Regelwerks zum Fundamental Review of the Trading Book ‚Äď Minimum Capital Requirements for Market Risk‚Äú vom 22. Januar 2016). Die CRR II beinhaltet den vollst√§ndigen FRTB und setzt diesen in der EU um.

Definition des Handelsbuches

Analog zu den Vorgaben aus Basel hat sich die Systematik f√ľr die Zuordnung von Finanzgesch√§ften zum regulatorischen Anlage- und Handelsbuch in den Grundz√ľgen nicht ge√§ndert, wurde aber um konkrete Vorgaben erg√§nzt, die in Einzelf√§llen dazu f√ľhren k√∂nnen, dass Positionen, die bisher dem aufsichtsrechtlichen Anlagebuch zugeordnet waren, zuk√ľnftig dem Handelsbuch zuzuordnen sind und somit gegebenenfalls Nichthandelsbuchinstitute zu Handelsbuchinstituten werden k√∂nnen.

Beispielsweise wird eine Handelsabsicht f√ľr alle Gesch√§fte unterstellt, die handelsrechtlich zum Marktwert bewertet werden; dar√ľber hinaus sollen alle Investmentanteile dem Handelsbuch zugeordnet werden, f√ľr die eine t√§gliche Bewertung durchgef√ľhrt bzw. t√§glich durchgeschaut werden kann. Eine abweichende regulatorische Behandlung darf analog der Regelung in BCBS 352 (Minimum capital requirements for market risk, BCBS 352) nur nach expliziter (Einzel-) Genehmigung der zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rde erfolgen.

Die Anforderungen an Handelsbuchinstitute m√ľssen jedoch erst eingehalten werden, wenn der Umfang der Handelsbuchgesch√§fte gr√∂√üer 5% (brutto) bzw. ‚ā¨ 50 Mio betr√§gt.

Verpflichtende Anwendung des Standardverfahrens f√ľr Marktrisikopositionen

Im Wesentlichen erfolgt im Entwurf der CRR II eine √úbernahme der in Basel vorgesehenen Regelungen unter Ber√ľcksichtigung¬†eines gewissen¬†Proportionalit√§tsprinzips.

Im Bereich der Standardans√§tze wird es analog zu Basel einen grundlegend neuen sensitivit√§tsbasierten Ansatz (SBA) geben. Die EU Kommission orientiert sich weitgehend an diesen Vorgaben und nimmt im Rahmen der CRR II nur wenige √Ąnderungen vor. Diese betreffen im Wesentlichen die Ermittlung des Ausfallrisikos von Handelsbuchpositionen (sog. Default Risk Charge, DRC). Analog zu der bisherigen Vorgehensweise besteht eine weitere Abweichung zu den Vorgaben aus Basel in der Privilegierung von Schuldtiteln der EU Mitgliedsstaaten und gedeckten Schuldverschreibungen aus der EU.

Die Umsetzung des SBA erfordert einen erheblichen Zusatzaufwand, der insbesondere Institute mit kleineren Handelsb√ľchern √ľberproportional belasten w√ľrde. Um f√ľr diese Banken eine Mehrbelastung zu ersparen, wird f√ľr diese die M√∂glichkeit geschaffen, weiterhin die bisherigen Ans√§tze zu nutzen, statt auf den SBA umzusteigen. Dies betrifft Institute, deren bilanzielle und au√üerbilanzielle Positionen, die den Marktrisikoregelungen unterliegen, bis zu 300 Mio EUR betragen bzw. maximal 10% der Bilanzsumme ausmachen. Dar√ľber hinaus gibt es f√ľr einen Zeitraum von zwei Jahren f√ľr alle Institute die M√∂glichkeit, weiterhin die nach der aktuellen CRR geltenden Regelungen anzuwenden.

Der Interne Modell Ansatz

Die Regelungen im Bereich der internen Modellierungen entsprechen grunds√§tzlich den Vorgaben des Baseler Ausschusses, es ergeben sich allerdings in einzelnen Bereichen Unterschiede. So wird z.B. bei der Ber√ľcksichtigung der Liquidit√§tshorizonte in der CRR II grunds√§tzlich ein Zeitraum von 10 Tagen angesetzt, w√§hrend Basel 20 Tage als Zeithorizont zugrunde legt. Analog gilt dies f√ľr Pfandbriefe, hier betr√§gt der Wert 20 Tage in der CRR II und 40 Tage in Basel. Weitere √Ąnderungen ergeben sich in Bezug auf Fremdw√§hrungspositionen innerhalb der EU sowie Konkretisierungen bei den nicht modellierbaren Risikofaktoren.

Im Vergleich zu den Baseler Regelungen nimmt die CRR II einige Pr√§zisierungen in Bezug auf die Modelle zur Berechnung der Default Risk Charge f√ľr Ausfallrisiken (DRC) vor, √ľbertr√§gt aber weitere Pr√§zisierungen als Arbeitsauftrag an die EBA.

Die Anforderungen an das Backtesting sowie die Formel zur Ermittlung des Multiplikators und die Erfordernis der P&L attribution wurden weitgehend unver√§ndert aus dem Baseler Papier √ľbernommen.

Kontrahentenrisiken und zentrale Kontrahenten (CCPs)

Neben den Baseler Regelungen zum FRTB stellt die √úberarbeitung der Verfahren f√ľr die Quantifizierung von Kontrahentenausfallrisiken ein weiteres wichtiges Element von Basel IV, welches auf Baseler Ebene unter der Bezeichnung ‚ÄěSA-CCR‚Äú bereits im M√§rz 2014 als finaler Standard ver√∂ffentlicht wurde (dazu auch: ‚ÄěSA-CCR ‚Äď Rechnen mit dem Alpha-Faktor¬†‚Äď Eine neue Formel zur Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos‚Äú).

Auf Baseler Ebene ist vorgesehen, dass der SA-CCR neben der internen Modelle-Methode (‚ÄěIMM‚Äú) der einzige verbleibende Ansatz f√ľr die Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos ist. Die Marktbewertungsmethode sowie die Laufzeitmethode sind auf Baseler Ebene nicht mehr vorgesehen.

Die CRR II erg√§nzt den Baseler Regelungstext um einige Details und kleinere √Ąnderungen wie beispielsweise die Mandatierung der EBA, die Bestimmung des wesentlichen Risikotreibers genauer auszuarbeiten oder die Kauf- und Verkaufspositionen f√ľr den SA-CCR zu bestimmen.

Auch im Bereich der Kontrahentenausfallrisiken ist ein Proportionalit√§tsgedanke daran zu erkennen, dass im Rahmen der CRR II f√ľr Banken mit nicht signifikanten Kontrahentenausfallrisiken Erleichterungen geschaffen werden. Hierzu erfolgt eine Abgrenzung anhand einer Unterscheidung in signifikante und nicht signifikante Derivateexposures. Signifikante Derivateexposure liegen gem√§√ü CRR II dann vor, wenn der Absolutwert der Marktwerte der bilanziellen und au√üerbilanziellen Derivate √ľber den Schwellenwerten von 150 Mio EUR bzw. 10% der gesamten Aktiva liegt. Sie folgt damit der Stellungnahme der EBA zum SA-CCR aus dem November 2016 (EBA Report on SA CCR and FRTB implementation (EBA/Op/2016/19)). F√ľr Institute mit geringerem derivativem Exposure kommen entweder ein vereinfachter SA-CCR oder eine modifizierte Version der Laufzeitmethode (Ursprungsrisikomethode) zur Anwendung. Die Laufzeitmethode darf dabei nur f√ľr bestimmte Derivate genutzt werden und nur, sofern zus√§tzliche Schwellenwerte in Bezug auf das Derivativeexposure von 20 Mio EUR bzw. 5% der gesamten Aktiva eingehalten werden.

Hinsichtlich der Behandlung von Risikopositionen gegen√ľber zentralen Kontrahenten (CCPs) spezifizieren die Regelungen der CRR II einerseits die Berechnungsmethoden f√ľr Kapitalanforderungen und andererseits die Art und Weise, wie zuk√ľnftig die Beitr√§ge f√ľr den Ausfallfonds bestimmt werden m√ľssen.

Großkredite

Der Baseler Ausschuss hat im April 2014 erstmalig finale Standards in Bezug auf Gro√ükredite herausgegeben. Diese basieren im Kern auf der bereits in der CRR enthaltenen Regelungen, beinhalten aber in einzelnen Bereichen Versch√§rfungen gegen√ľber den bestehenden Regelungen auf europ√§ischer Ebene, was wiederum zu Anpassungen im Rahmen der CRR II f√ľhrt. Die √Ąnderungen in Bezug auf die Gro√ükreditvorschriften k√∂nnen sowohl zu einer h√∂heren Limitauslastung als auch weiteren operationelle Herausforderungen f√ľhren.

Kapitalbasis und Höhe der Obergrenzen

Zuk√ľnftig ist als Kapitalbasis nur noch das Kernkapital anzusetzen. Die bisherigeRegelung, nach der auch ein gewisser Anteil an Erg√§nzungskapital zul√§ssig ist (‚Äěeligible capital‚Äú) entf√§llt. Die H√∂he der Obergrenze bleibt grunds√§tzlich bei 25 %, wird aber f√ľr Forderungen zwischen global systemrelevanten Instituten auf 15 % abgesenkt.

F√ľr die Ermittlung des Kontrahentenausfallrisikos ist bei der Gro√ükreditermittlung die Anwendung der IMM nicht mehr zul√§ssig. Institute d√ľrfen lediglich den SA-CCR, den vereinfachten SA-CCR sowie die √ľberarbeitete Laufzeitmethode anwenden.

Anpassungen bei der Anrechnung von Forderungen

Die aktuelle CRR enth√§lt in Art. 114 Abs. 5 eine √úbergangsvorschrift, die bis Ende 2017 eine Nullgewichtung f√ľr Forderungen an Zentralregierungen, Zentralbanken und sonstige √∂ffentliche Stellen in der EU, die auf eine EU-W√§hrung lauten und in dieser refinanziert sind, die nicht der W√§hrung des Sitzlandes entspricht. Im Anschluss an das Auslaufen dieser Regelung ist in der CRR II vorgesehen, ab 2018 eine gesonderte Obergrenze von 100% des Kernkapitals einzuf√ľhren, welche um 25%-Punkte p.a. sinkt, so dass die regul√§re Gro√ükreditobergrenze von 25% ab 2021 vollst√§ndig wirksam wird. Positionen, die vor dem 22.¬†November 2016 eingegangen wurden, sind weiterhin vollst√§ndig von den Gro√ükreditvorschriften ausgenommen.

Gedeckte Schuldverschreibungen k√∂nnen von den nationalen Aufsichtsbeh√∂rden unver√§ndert in voller H√∂he von der Anrechnung auf die Gro√ükreditgrenze ausgenommen werden. Der Baseler Ausschuss hatte in seinem neuen Gro√ükreditrahmenwerk zwar ebenfalls eine Erleichterung gestattet, aber eine Mindestanrechnung in H√∂he von 20% gefordert (dazu Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěDas neue Baseler Rahmenwerk zur Messung und √úberwachung von Gro√ükrediten (‚ÄěSupervisory framework for measuring and controlling large exposures ‚Äď Final Standard‚Äú vom 21. Mai 2014))..

Großkreditmeldungen

Die Meldevorschriften f√ľr Gro√ükredite werden in zwei Bereichen angepasst. Einerseits wird die Verpflichtung zur Meldung aller Positionen √ľber 300 Mio EUR auf alle Institute ausgeweitet, die den Gro√ükreditvorschriften unterliegen. Andererseits sind k√ľnftig die zehn gr√∂√üten Positionen gegen√ľber Schattenbanken zu melden. Die EBA soll technische Standards zur Definition von Schattenbanken entwickeln. Es ist zu erwarten, dass sie hierbei auf den Vorgaben der Leitlinie 2015/20 aufsetzen wird.

Weitere √Ąnderungen

Verbriefungen

Anders als von vielen Beobachtern erwartet und seitens der Kommission angek√ľndigt, hat man im CRR II-Entwurf auf eine Neuregelung des Themas Verbriefungen komplett verzichtet, obwohl hierzu bereits Konsultationsentw√ľrfe der EU-Kommission (siehe Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěEU-Vorschl√§ge f√ľr ein neues Verbriefungsrahmenwerk‚Äú vom 28. Oktober 2015)¬† sowie Entw√ľrfe aus dem Parlament vorliegen. Dabei handelt es sich um jeweils zwei verschiedene Regelwerke: Zum einen Regelungen f√ľr die Eigenmittelunterlegung von Verbriefungspositionen f√ľr Institute, zum anderen Regelungen f√ľr alle Originatoren (also neben Instituten insbesondere auch f√ľr Versicherungen und Asset Manager), die in Form einer Verbriefungsverordnung ver√∂ffentlicht werden sollen und z.B. Vorschriften zur Identifizierung von einfachen, transparenten und standardisierten (simple, transparent, standardised or STC-) Verbriefungen enthalten. Aufgrund der politischen Bedeutung von Verbriefungen als Teil der EU-Initiative zur Kapitalmarktunion ist davon auszugehen, dass zumindest die Regelungen zur RWA-Ermittlung auch zeitnah Eingang in die CRR II finden werden. Unklar ist allerdings, ob die Anpassungen in einem weiteren separaten CRR-Entwurf umgesetzt oder¬†mittels eines delegierten Rechtsaktes Eingang in die CRR II finden (√§hnlich wie die Vorschriften zur LCR und Leverage Ratio) oder ob sie mit z.B. den Anpassungen im Bereich des Kredit- und operationellen Risikos zusammengefasst werden.

Fondsbeteiligungen

Die bereits im Dezember 2013 durch den BCBS ver√∂ffentlichten Regelungen f√ľr die Behandlung von Beteiligungen in Fonds wurden nahezu unver√§ndert in die CRR II √ľbernommen (Capital requirements for banks‘ equity investments in funds – final Standard, BCBS 266). Lediglich die Fondsdefinition wird geringf√ľgig erweitert und nicht mehr zwischen OGAW-Fonds und AIFs bzw. Fonds mit besonders hohen Risiken unterschieden. Die Handelsbuchvorschriften werden um Kriterien f√ľr die Zuordnung von Fondsanteilen zum Anlagebuch oder Handelsbuch erg√§nzt. Der Entwurf der CRR II enth√§lt sowohl Regelungen f√ľr die Behandlung von Fonds im Anlagebuch als auch im Handelsbuch. Insbesondere im Anlagebuch ergibt sich in Bezug auf die Kapitalbelastung ein deutlicher Anstieg gegen√ľber den heutigen Regelungen, wenn keine Durchschau durch den Fonds erfolgt. Durch die neue Methodik zur Berechnung des risikogewichteten Positionswerts von Beteiligungen an Fonds wird zudem einer m√∂glichen Hebelwirkung von Fonds Rechnung getragen. Die in Deutschland g√§ngige Praxis, das durchschnittliche Risikogewicht eines Fonds auf Basis der zugrundeliegenden Verm√∂genswerte zu berechnen, wird zuk√ľnftig nur noch in leicht abge√§nderter Form, und zudem mit einem 20%-Aufschlag auf die risikogewichteten Positionswerte m√∂glich sein.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Eine Sonderausgabe des Basel IV-Channel zu CRD V, CRR II und BRRD: „Basel IV-Channel- Episode 10: CRR II ‚Äď Regulatory Challenges for 2017 and beyond“ ¬†findet am 02. Dezember 2016 statt. Hier finden Sie¬†alle Informationen zur Anmeldung.

Konsultationspapier der Europ√§ischen Kommission ‚Äď Ans√§tze zur Ermittlung der Eigenmittelunterlegung des Marktpreisrisikos und Berechnung des Kontrahentenrisikos

Am 26. Mai 2016 hat die Europ√§ische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema Verh√§ltnism√§√üigkeit der zuk√ľnftigen Eigenmittelunterlegung des Markpreisrisikos sowie zur √úberpr√ľfung der Exposure Berechnung bei Kontrahentenrisiken (Consultation Document: Proportionality in the future market risk capital requirements and the review of the original exposure method) ver√∂ffentlicht.

Hintergrund

Die Europ√§ische Kommission hat ein Konsultationspapier zur Ber√ľcksichtigung der Vorschl√§ge des Baseler Ausschusses zur √úberarbeitung des Marktrisikorahmenwerks (‚ÄěFundamental Review of the Trading Book‚Äú – FRTB) und der Methoden zur Messung des Kontrahentenausfallrisikos in einer k√ľnftigen Novellierung der CRR ver√∂ffentlicht. Insbesondere in Bezug auf den FRTB hinterfragt die Kommission, ob der vorgeschlagene neue Standardansatz auch f√ľr Institute die nur in geringem Umfang Handelsgesch√§fte betreiben, angemessen ist. In Bezug auf das Kontrahentenrisiko soll gekl√§rt werden, ob der neue Standardansatz f√ľr Kontrahentenrisiken (‚ÄěStandardized Approach for Counterparty Credit Risk‚Äú ‚Äď SA-CCR) durch alle Institute anzuwenden sein wird, oder ob weiterhin die bestehenden Verfahren (insbesondere Marktbewertungsmethode, Ursprungsrisikomethode) unter bestimmten Bedingungen angewendet werden d√ľrfen.

Trotz Abw√§gung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Ans√§tze kann die Kommission noch keine klare Empfehlung geben, welcher Ansatz verwendet werden soll bzw. ob grunds√§tzlich mehrere Ans√§tze zur Auswahl stehen sollten und die Entscheidung den Banken √ľberlassen bleibt.

Wesentliche Inhalte

1. Verhältnismäßigkeit bei der Berechnung des Marktpreisrisikos

Zurzeit besteht f√ľr Banken, die keine wesentlichen Handelsaktivit√§ten vorweisen, die M√∂glichkeit, im Rahmen der Berechnung der Eigenmittelunterlegung im Marktrisiko gem√§√ü Artikel 94 CRR die Verfahren zur Messung des Kreditrisikos zu nutzen. Diese Ausnahmeregelung gilt nur f√ľr Handelsbuchpositionen, jedoch nicht f√ľr W√§hrungsrisiken und Rohstoffrisiken.

Voraussetzung f√ľr die Nutzung dieser Ausnahmeregelung ist die Einhaltung zweier Schwellenwerte, zum einen die absolute Gr√∂√üe der Handelsaktivit√§ten (im Regelfall < 15 Mio. Euro, immer < 20 Mio. Euro) und zum anderen die relative Gr√∂√üe der Handelsaktivit√§ten (im Regelfall < 5% der Bilanzsumme, immer < 6% der Bilanzsumme). Dazu untersucht die Kommission momentan sowohl die H√∂he des Schwellenwertes, die genutzten Begriffsdefinitionen sowie die Anwendung der Kreditrisiko-Regeln f√ľr Handelsaktivit√§ten, um sicherzustellen dass diese auch unter den FRTB-Regelungen noch angemessen sind.

Verglichen mit den zurzeit genutzten Standardans√§tzen im Marktrisiko nach CRR bringt der FRTB Standardansatz wesentliche Ver√§nderungen mit sich. Die erh√∂hte Risikosensitivit√§t des FRTB Standardansatzes bedingt eine Erh√∂hung der Komplexit√§t des Verfahrens ‚Äď vgl. Blogbeitrag vom 22. Januar 2016: ‚ÄěFinalisierung des Baseler Regelwerks zum Fundamental Review of the Trading Book ‚Äď Minimum Capital Requirements for Market Risk‚Äú. M√∂gliche Alternativen zu diesem neuen Standardansatz, insbesondere f√ľr kleinere Institute, w√§ren eine vereinfachte Version des neuen Standardansatzes bzw. die weitere Nutzung des aktuellen Standardansatzes innerhalb des Marktpreisrisikos.

2. √úberpr√ľfung der Ursprungsrisikomethode

Die Ursprungsrisikomethode (vormals: Laufzeitmethode), die als vereinfachtes Verfahren zur Berechnung des Kredit√§quivalenzbetrags f√ľr Derivate dient und √§hnliche Charakteristika wie die Marktbewertungsmethode aufweist, kann nur von Banken verwendet werden, die die obengenannten Anforderungen an geringe Handelsbuchaktivit√§ten erf√ľllen. Jedoch ist dieses Verfahren lediglich bei Zins- sowie W√§hrungsderivaten anwendbar, sodass in der Praxis nur sehr wenige Banken davon Gebrauch machen. Folglich muss bei s√§mtlichen anderen Derivaten die Marktbewertungsmethode oder ein fortgeschrittener Ansatz genutzt werden. Da es sich hierbei um einen einfachen Berechnungsansatz handelt, sind die ermittelten Kredit√§quivalenzbetr√§ge wenig risikosensitiv. Vor diesem Hintergrund √ľberpr√ľft die EU Kommission, ob an der Ursprungsrisikomethode festgehalten wird, oder ob sie zu Gunsten anderer Ans√§tze (Marktbewertungsmethode, SA-CCR) abgeschafft werden soll.

3. Ersetzung der Marktbewertungsmethode und der Standardmethode durch den SA-CCR

Die Kommission erwartet weiterhin Feedback von den Banken, um eine finale Entscheidung treffen zu k√∂nnen, ob der SA-CCR eingef√ľhrt werden soll bzw. wenn ja, ob die Marktbewertungsmethode bzw. die Standardmethode weiterhin bestehen bleiben k√∂nnen oder abgeschafft werden sollen.

Fazit

Banken sollten die Konsultation nutzen, um sich genauer mit den verschiedenen, oben aufgef√ľhrten Ans√§tzen auseinanderzusetzten. Hierdurch k√∂nnen qualitative sowie quantitative Erkenntnisse √ľber die Anwendung der verschiedenen Methoden an die Kommission √ľbermittelt werden.

/* */