Schlagwort: Kreditrisikostandardansatz

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Das neue Banking Package (Teil 4): Zurücklehnen verboten! KSA und IRBA sind nicht erst durch „Basel IV“ betroffen!

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entwürfe der CRR II und der CRD V gebilligt. Im vierten Teil unserer Beitragsserie zum neuen Banking Package möchten wir Ihnen die Änderungen der CRR II in Bezug auf das Kreditrisiko vorstellen. Sowohl im Kreditrisikostandardansatz (KSA) als auch in dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) kommt es dabei zu Anpassungen. Die bedeutendste Änderung betrifft jedoch die Behandlung von Anteilen an Investmentfonds im Anlagebuch. Der Beitrag schließt mit einem kurzen Abriss über die bereits am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen neuen Verbriefungsregelungen.

Die neue Basel IV/CRR II Academy 2019 mit Fokus auf den deutschen Markt und die Standardansätze !

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Mit der jüngsten Veröffentlichung der finalen Marktpreisrisikoregelungen durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht liegt nun einer der letzten Bausteine der Basel IV Reform vor.

Welche Auswirkungen diese und alle anderen Reformen rund um Basel IV auf die Berechnung der risikogewichteten Aktiva und die Kapitalquoten aller Banken haben und damit die Strategien und Geschäftsmodelle beeinflussen, vermitteln wir Ihnen in unserer Basel IV / CRR II Academy 2019 – in deutscher Sprache und mit Fokus auf den deutschen Markt und die Standardansätze.

Die Änderungen werden die Banken dazu zwingen, ihre Risiko- und Governance-Strategien zu überdenken, neu zu bewerten und im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle und strategischen Planungen besser einzubinden. Dies setzt Detailwissen um die bevorstehenden Reformen voraus.

In unserer zweitägigen Basel IV/CRR II Academy vom 11. bis 12. März 2019 widmen wir uns allen relevanten Risikoarten rund um Basel IV sowie der fortschreitenden Umsetzung auf europäischer Ebene in der CRR II.

 

 

In unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 vermitteln wir Ihnen vertiefte Kenntnisse unter anderem zu:

  • risikosensitiven Berechnungen im Kreditrisikostandardansatz (KSA) mit neuen Forderungsklassen
  • IRB und den neuen Möglichkeiten bei der Verwendung interner Modelle
  • neuen Verbriefungsregeln
  • den neuen Marktpreisrisiko Standardansatz (FRTB) und die neue Bankbuch-/Handelsbuchdefinition
  • dem neuen Standardansatz für Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR) und der Revised CVA Risk Capital Charge
  • den neuen Ansätzen zur Unterlegung des operationellen Risikos und den komplexen Anforderungen an die Offenlegung
  • weiteren Änderungen durch die CRR II Einführung im Bereich TLAC/MREL, RWA, Leverage Ratio und NSFR.

Mit unserer einzigartigen Kombination aus Präsenzschulung, Fallstudien und Diskussion ermöglichen wir Ihnen, die Details der anstehenden Regelung genau zu verstehen und die Auswirkungen auf ihr individuelles Geschäftsmodell zu erkennen und optimal zu nutzen.

Treffen Sie unsere Experten aus der Basel IV Initiative, die Sie mit ihrer großen Erfahrung aus der Prüfung und Beratung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern auf nationaler und internationaler Ebene auf die anstehenden Herausforderungen aus Basel IV vorbereiten.

Alle Informationen zu Anmeldung, Agenda und Teilnahmegebühren finden Sie hier: http://www.pwc-events.com/BaselIV-Academy2019

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Neisen

PwC Global Basel IV Leader

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Vorausgegangen waren zum Teile zähe Verhandlungen, insbesondere über die Höhe des sogenannten Capital Floors. Die Veröffentlichung enthält die überarbeiteten Vorgaben zum Kreditrisikostandardansatz (KSA), dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA), der CVA Risk Capital Charge sowie für das operationelle Risiko. Zudem wird ein verbindlicher Floor für Banken mit internen Modellen eingeführt.

Durch die Veröffentlichung wird die umfassende Überarbeitung der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen vervollständigt, die bereits neue Vorgaben beispielsweise für Verbriefungen, Derivate (SA-CCR) und Marktrisiken (FRTB) umfasst.

Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben. Teil I unseres Beitrags befasst sich mit den Änderungen, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen. Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

Kreditrisikostandardansatz (KSA)

Durch die finalen Beschlüsse vom 7. Dezember 2017 zu den Basel IV Reformen haben sich für den Kreditrisikostandardansatz gegenüber dem letzten Konsultationspapier (BCBS 347) noch einmal wesentliche Änderungen ergeben. Der Baseler Ausschuss kommt nun den Banken entgegen und hat an vielen Stellen die für die Ermittlung der Eigenmittelanforderungen zu berücksichtigenden Risikogewichte angepasst. Insoweit ist grundsätzlich im Vergleich zum BCBS 347 eine Reduzierung des RWA Anstiegs zu erwarten.

In der Forderungsklasse Banken wurde neben der Kalibrierung der Risikogewichte ein neues Grade (A+) für Forderungen, für die kein Rating verwendet wird, bei denen aber die regulatorischen Mindestkapitalanforderungen sowie die Leverage Ratio deutlich übertroffen werden, eingeführt. Das neue Risikogewicht in Höhe von 30% liegt somit aber weiterhin über dem heute im Regelfall anzuwendenden Risikogewicht auf Basis des Sitzlandprinzips von 20% bei Forderungen an ungeratete deutsche Institute. Unabhängig vom Vorliegen eines Ratings bleibt es zudem bei der präferierten Behandlung von gedeckten Schuldverschreibungen.

Auch für Forderungen gegenüber Unternehmen wurden die Risikogewichte in der finalen Version nach unten korrigiert. Als Unterkategorie zu Unternehmen wird mit den Spezialfinanzierungen eine neue Risikopositionsklasse eingeführt. Im Vergleich zum letzten Konsultationspapier wurden die Risikogewichte für diese um jeweils 20 Prozentpunkte reduziert. Somit liegen die Risikogewichte jetzt zwischen 80% und 130%, wobei ein Risikogewicht von 80% nur für Projektfinanzierungen in der operativen Phase zur Anwendung kommt, wenn diese bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Ein Risikogewicht von 130% kommt hingegen zur Anwendung, wenn das finanzierte Projekt noch nicht operativ genutzt wird, sondern noch in Erstellung ist.

Die wohl größten Änderungen gibt es im Bereich Immobilienfinanzierungen. Sowohl für die durch Wohnimmobilien besicherten Forderungen als auch bei den durch Gewerbeimmobilien besicherten Forderungen wurde der Loan-to-Value (LTV) Ansatz umgesetzt. Im Vergleich zum BCBS 347 sind auch hier die Risikogewichte reduziert worden. Gleichzeitig hat man das Realkreditsplitting, unter Sicherstellung des Hard Tests, beibehalten. Bei der Finanzierung des Erwerbs oder der Erstellung von Immobilien (Acquisition, Development and Construction – ADC) gibt es eine Erleichterung für durch Wohnimmobilien besicherte Forderungen, bei denen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllt werden (z.B. Abschluss von Vorverkaufs- und Vorvermietungsverträge im gewissen Umfang, Vorhandensein von ausreichendem Eigenkapital). Das Risikogewicht wurde reduziert und beträgt noch 100% anstelle von 150%. Je nach Wahl des Ansatzes (LTV oder Realkreditsplitting) sind die Auswirkungen durch die Institute zu analysieren, da abhängig von der Zusammensetzung des Portfolios beide Ansätze Vorteile bieten können. So ist das Realkreditsplitting beispielsweise bei hohen Beleihungswertausläufen vorteilhafter als der LTV-basierte Ansatz, während bei LTVs zwischen 70% und 80% der LTV-basierte Ansatz zu niedrigeren Risikogewichten führt als das Realkreditsplitting.

Bei Beteiligungsrisikopositionen ist eine Unterkategorie für nicht gelistete, hochvolatile bzw. spekulative Beteiligungen eingeführt worden. Diesen ist zukünftig ein Risikogewicht von 400% zuzuweisen. Nachrangige Positionen und auch TLAC Verbindlichkeiten erhalten ein Risikogewicht von 150%. Für alle anderen Beteiligungspositionen bleibt es bei einem Risikogewicht von 250%, wie bereits durch BCBS 347 vorgeschlagen. Somit kommt es zu einem signifikanten Anstieg im Vergleich zu den Vorgaben des aktuellen KSA, die ein Risikogewicht von 100% vorsehen.

Mit „Transactors“ wird es im Mengengeschäft eine neue Unterkategorie geben, welcher beispielsweise Kreditkartenforderungen zuzuordnen sind. Dieser Risikopositionsklasse kann im Gegensatz zum allgemeinen Risikogewicht von 75 %im Mengengeschäft ein Risikogewicht von 45% zugeordnet werden, sofern die dieser Risikopositionsklasse zugeordneten Forderungen innerhalb der letzten 12 Monate immer fristgerecht bedient wurden.

Des Weiteren wurde der Multiplikator von 1,5 für den Fall von Währungsinkongruenzen aus BCBS 347 beibehalten. Der anzuwendende Kreditkonversionsfaktor für unbedingt kündbare Linien wurde auf 10% (bisher 0%) festgelegt, bei nicht unbedingt kündbaren Linien beträgt er laufzeitunabhängig 40% (bisher 20% bzw. 50%). Weiterhin wurden die Risikogewichte für ausgefallene Positionen gegenüber dem Konsultationspapier angepasst und entsprechen jetzt wieder weitgehend den aktuellen Regelungen der CRR.

Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRBA)

Die finalen Basel IV Regelungen sehen Einschränkungen im Anwendungsbereich des IRB Ansatzes vor, die allerdings nicht so weit gehen, wie in der Konsultationsphase angedacht. So wird die Nutzung des IRB Ansatzes für Beteiligungspositionen grundsätzlich untersagt. Für Forderungen an Banken und an große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr 500 Mio Euro wird der fortgeschrittene IRBA wegfallen, der einfache IRB Ansatz (Schätzung der PD, nicht aber von LGD und CCF) aber weiterhin zulässig bleiben. Für Unternehmen unterhalb der genannten Schwelle sowie das Mengengeschäft bleiben einfacher und fortgeschrittener IRBA zulässig. Das Gleiche gilt auch für Spezialfinanzierungen und Forderungen an Zentralstaaten.

Neben den Vorgaben zum IRB-Anwendungsbereich sieht der Baseler Ausschuss auch geänderte Vorgaben für die Parameterschätzung vor. So wird die Mindest-PD von aktuell 0,03% auf 0,05% erhöht. Im einfachen IRBA vermindern sich die vorgegebenen Werte für die LGD sowohl bei besicherten Positionen wie auch im Fall von unbesicherten Unternehmensforderungen (40% anstelle von aktuell 45%). Und auch im fortgeschrittenen IRB Ansatz ergeben sich Änderungen, so beispielsweise der LGD-Floor für unbesicherte Positionen in Höhe von 25%.

Schließlich entfällt der IRBA Skalierungsfaktor von 1,06 ersatzlos.

Einen Überblick über die Neuerungen im Zusammenhang mit CVA Risk Capital Charge, operationellen Risiken und den Floor-Regelungen finden Sie demnächst im zweiten Teil unseres Beitrags: „Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva“.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

 

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