Schlagwort: Kreditrisikostandardsansatz

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Basel IV-Channel – Episode 26: Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 07. Dezember 2017 die finalen Beschlüsse zu seinen Basel IV Reformen veröffentlicht. Damit wurden insbesondere die Regelungen in Bezug auf den Kreditrisiko-Standardansatz, den IRB-Ansatz, die Ermittlung des CVA-Risikos, des operationellen Risikos und natürlich die Höhe und die Berechnung des „Capital Floors“ überarbeitet. Im Vergleich zu den vorhergehenden Konsultationspapieren ergeben sich zahlreiche und teilweise erhebliche Änderungen, die sich in unterschiedlicher Form auf die Kapitalbelastung für Banken auswirken werden.

Grund genug, den Änderungen zu Basel IV eine besondere Folge des Basel IV-Channels zu widmen. In unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channels:
 
„Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV“
 
stellen wir Ihnen die wesentlichen Neuerungen der Veröffentlichung aus Basel vor. Unsere Experten geben Ihnen einen Überblick über die Reformen und die möglichen Auswirkungen.
 

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Basel IV Channel: Online Einführung in den KSA revised

Der Basel IV Channel geht in die nächste Runde und zwar am

8. April 2016 um 15 Uhr mit dem Thema „Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk – second consultative document“.

Wir laden Sie herzlich ein, sich kostenfrei und unverbindlich zu dem genannten Termin über den folgenden Link anzumelden: Hier geht es direkt zur Anmeldeseite für unseren Basel IV Channel! (Alle Teilnehmer des ersten Channels erhalten automatisch eine Einladung per e-mail). The Basel IV Channel in English is scheduled for April 29, 2016 –  more Information will be available soon.

Sie werden live durch die Veranstaltung geführt.

Die Regelungen zur Berechnung von Eigenkapitalanforderungen von Kreditrisiken – bei den meisten Banken die wichtigste der aufsichtsrechtlich mit Kapital zu unterlegenden Risikoarten – wurde zuletzt im Rahmen von Basel II umfassend neu geregelt. Spätestens nach Ausbruch der Finanzmarktkrise der Jahre 2007 wurde zunehmend Kritik an der mangelnden Risikosensitivität des KSA und insbesondere der Nutzung externer Ratings laut. Der Baseler Ausschuss reagierte hierauf durch die Veröffentlichung von zwei Konsultationspapieren zur Überarbeitung des KSA. Sie zielen auf eine höhere Risikosensitivität ab, ohne gleichzeitig die Komplexität des Standardansatzes zu erhöhen. Ferner soll durch die Überarbeitung die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen von Banken erhöht werden. Zum einen sollen Unterschiede in der Eigenmittelunterlegung bei Anwendung des KSA und des IRB-Ansatzes verringert werden, zum anderen möchte der Baseler Ausschuss nationale Ermessensspielräume bei der Anwendung des KSA begrenzen.

Die nächsten Termine und Themen für den Basel IV Channel stehen fest:

13. Mai 2016 „Revised Market Risk Framework Part 1: SBA – Sensitivities-Based Approach“

17. Juni 2016 „Revised Market Risk Framework Part 2: Internal Models Approach“

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen!

Herzlichst,

Ihr Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Mehr Informationen rund um Basel IV erhalten Sie auch auf unserer Webseite: Willkommen in der Welt von Basel IV

Zweites Basler Konsultationspapier zur Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes – Revisions to the Standardised Approach for credit risk

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 10. Dezember 2015 sein zweites Konsultationspapier zur Überarbeitungen des Kreditrisikostandardansatzes (Revisions to the Standardised Approach for credit risk – second consultative document (BCBS 347)) veröffentlicht. Die Vorschläge stehen bis zum 11. März 2016 zur Konsultation. Parallel hierzu wird auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 im Rahmen des Basel III-Monitorings eine umfassende quantitative Auswirkungsstudie durchgeführt werden.

Die grundsätzliche Zielsetzung des Basler Ausschusses bei Überarbeitung des Standardansatzes bleibt unverändert, allerdings führen die Vorschläge des aktuellen Konsultationspapiers teilweise zu wesentlichen Änderungen der im ersten Konsultationspapier vom Dezember 2014 diskutierten Methodik (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: “ Basel IV? Neuer Standardansatz zur Messung des Kreditrisikos“ vom 12. Februar 2015).

Unter anderem enthält das Konsultationspapier die folgenden wesentlichen Änderungen gegenüber der vorherigen Version:

  • Bei Forderungen an Banken können im Rahmen eines „External Credit Risk Assessment Approach / ECRAexterne Ratings wieder verwendet werden. Die daraus resultierenden Risikogewichte entsprechen den Abstufungen im bisherigen Standardansatz und liegen zwischen 20 % und 150 %. Sofern keine externen Ratings verfügbar sind oder von der Aufsicht deren Verwendung nicht zugelassen wurde, kommt ein „Standardised Credit Risk Assessment Approach / SCRA“ zur Anwendung, in dessen Rahmen eine Einordung der Forderung in drei unterschiedliche Kategorien vorzunehmen ist. Die Zuordnung zu den Kategorien ist an verschiedene Kriterien (z.B. die Einhaltung von Pufferanforderungen) geknüpft und führt zu Risikogewichten von 50 %, 100 % oder 150 %. Für kurzfristige Forderungen liegen die entsprechenden Risikogewichte bei 20 %, 50 % und 100 %.
  • Sofern für Forderungen an Unternehmen externe Ratings verfügbar und anwendbar sind, führen diese analog zu dem aktuell geltenden Standardansatz zu Risikogewichtungen von 20 % bis 100 %. Forderungen ohne Rating erhalten ein Risikogewicht von 100 %. Darüber hinaus erhalten Forderungen an Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 50 Mio. EUR ein Risikogewicht von 85 %; Retailforderungen erhalten nach wie vor ein Risikogewicht von 75 %.
  • Sofern es sich bei den Forderungen um Spezialfinanzierungen handelt, können lediglich Emissionsratings verwendet werden. Die resultierenden Risikogewichte liegen zwischen 20 % und 150 %. Sofern – wovon in der Regel auszugehen ist – keine externen Ratings vorliegen, kommen in Abhängigkeit von der Art der Spezialfinanzierung und des Stadiums der Projektfinanzierungen Risikogewichte zwischen 100 %und 150 % zum Einsatz.
  • Nachrangige Schuldverschreibungen und Eigenkapitalinstrumente erhalten Risikogewichte von 150 % bzw. 250 %, im Gegensatz zu dem vorherigen Konsultationspapier mit Risikogewichten von bis zu 400%.
  • Für Wohnungsbaukredite, die alle qualitativen Anforderungen erfüllen, sieht der Basler Ausschuss die Risikogewichtung auf Basis des LTV vor. Diese kann für LTV-Werte bis zu 100 % zwischen 25 % und 55 % liegen. Sofern der LTV bei mehr als 100 % liegt, kommt das Risikogewicht des Schuldners zur Anwendung. Sollten einzelne Anforderungen, wie z.B. die Abhängigkeit der Rückzahlung von den Cashflows des Objektes) nicht eingehalten werden, können die Risikogewichte bis auf 120 % bzw. 150 % steigen.
  • Gewerbliche Realkredite, deren Rückzahlung nicht von den Cashflows aus den Objekten abhängt, erhalten bei einem LTV von bis zu 60 % ein Risikogewicht von 60%. Bei höheren LTV kommt das Risikogewicht des Schuldners zur Anwendung. Sofern die Rückzahlung von den Cashflows aus den Objekten abhängt erhalten die Positionen je nach LTV ein RW zwischen 80% und 130%

Das Konsultationspapier enthält analog zu dem ersten Konsultationspapier noch keine Vorschläge für die zukünftige Risikogewichtung für Staaten. Diese werden, zusammen mit Zentralbanken und öffentlichen Stellen Gegenstand gesonderter Überprüfungen („broader and holistic review of sovereign related risks“) sein.

Inwieweit die geänderten Vorgaben gegenüber der Vorgängerversion zu deutlich unterschiedlichen Kapitalbelastungen führen werden, hängt im Einzelfall von den institutsindividuellen Konstellationen ab.

Mehr zu diesem Thema in Kürze hier im Regulatory Blog.

Neues aus Basel zu den Capital Floors

Am 22. Dezember 2014 veröffentlichte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ein Konsultationspapier über einen neuen Standard zur Festlegung von Untergrenzen für die Mindesteigenmittelanforderungen („Capital floors: the design of a framework based on standardised approaches“). Der neue Standard soll die bisherige Regelung zum sogenannten Basel I – Floor ersetzen, der beispielsweise in Art. 500 CRR kodifiziert ist. Das Konsultationspapier ist Teil einer Reihe von neuen Standards, die dazu dienen sollen, die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit von risikogewichteten Kapitalquoten in Zukunft zu verbessern. Die Konsultationsphase läuft bis zum 27. März 2015.

Hintergrund

Im Juli 2013 und Dezember 2013 hatte der Baseler Ausschuss bereits Studien zur Vergleichbarkeit der risikogewichteten Aktiva für Kreditrisiken und Marktpreisrisiken (BCBS 256 und BCBS 267) veröffentlicht. Allgemein kann festgehalten werden, dass die Nutzung interner Modelle zu stark abweichenden Kapitalanforderungen der Banken führt. Dies ist regulatorisch nicht erwünscht, da Positionen mit gleichartigen Risiko zu annähernd gleichen Kapitalanforderungen führen sollten. Dies begründet aus Sicht des Baseler Ausschusses die Notwendigkeit eines Floors. Dieser soll sicherstellen, dass ein Mindesteigenmittelniveau eingehalten wird und die Unschärfen, die mit der Nutzung interner Modelle-Ansätzen einhergehen, begrenzt werden. Die Neuregelungen zu den Capital Floors werden durch zusätzliche Baseler Projekte zur Weiterentwicklung der bankaufsichtlichen Regulierungen begleitet (wie die vollständige Überarbeitung der Standardansätze im Bereich der Kreditrisiken einschließlich der Verbriefungen, der Kontrahentenrisiken, der Marktpreisrisiken und der operationellen Risiken). Die vorgeschlagenen Überarbeitungen sollen zu einer genaueren Messung der Risiken bei Anwendung der Standardverfahren führen. Darüber hinaus dienen die nach den Standardverfahren ermittelten Kapitalanforderungen dem Aufseher zukünftig auch bei Banken, die interne Modelle nutzen, dazu die Kapitaluntergrenze zu bestimmen. Der Baseler Ausschuss sieht die neuen Vorschriften auch als eine Ergänzung der im Basel-III-Rahmenwerk eingeführten Leverage Ratio.

Wesentliche Inhalte

Das Konsultationspapier beschäftigt sich im Wesentlichen mit der grundsätzlichen Gestaltung der neuen Untergrenzen für die Eigenmittelanforderungen. Im Mittelpunkt des Papiers steht

  • die konzeptionelle Gestaltung des Capital Floors auf Ebene einzelner Risikoarten oder der gesamten RWA,
  • die Abbildung der Unterschiede bei der Berücksichtigung von Kreditrisikoanpassungen in dem neuen Kreditrisikostandardansatz und dem auf internen Ratings basierenden Ansatz sowie
  • die Wahl des für die Bestimmung der Untergrenze zu verwendenden Ansatzes.

Die Höhen der verschiedenen Kapitaluntergrenzen soll erst später nach einer diesbezüglichen Quantitative Impact Study (QIS) festgelegt werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Komplexität der Berechnung der Capital Floors im Vergleich zum Basel I-Floor auf jeden Fall erhöht wird. Somit sind auch Modelle-Banken gezwungen, sich intensiv mit den neuen Baseler Standardansätzen auseinanderzusetzen.

Aggregationsumfang bei den Risikokategorien

Grundsätzlich werden zwei Arten von Untergrenzen diskutiert, mit denen der Baseler Ausschuss seine intendierten Ziele erfüllen könnte: Risk Category-based Floors und Aggregate RWA-based Floor. Bei dem Risk Category-based Floors-Ansatz wird für jede bedeutende Risikokategorie, also für Kredit- und Marktrisiken sowie operationelle Risiken, eine Untergrenze festgelegt. Die Untergrenzen wirken in diesem Fall wie ein durchschnittliches Mindest-Risikogewicht für die genannten Risikoarten. Dieser Ansatz verhindert eine Verrechnung der Eigenmittelanforderungen zwischen den Risikoarten. Die Gesamtuntergrenze ist für die jeweilige Risikoart die Summe der jeweils höheren Eigenmittelanforderung nach dem neuen Floor-Standardansatz oder dem internen Modelle-Ansatz. Beim alternativen Aggregate RWA-based Floor-Ansatz schlägt der Baseler Ausschuss vor, die Untergrenze auf die Gesamtsumme der risikogewichteten Aktiva zu beziehen. Die aggregierte Untergrenze ist nicht so einschränkend wie die Untergrenzen für die verschiedenen Risikobereiche und würde deshalb auf einem höheren Niveau festgelegt, um für beide Ansätze die gleiche Mindesteigenmittelanforderung zu erzielen.

Behandlung von Wertberichtigungen

Die regulatorische Behandlung von Wertberichtigungen ist je nach der Anwendung des Standardansatz oder des IRB-Ansatzes unterschiedlich. Hieraus folgt, dass für die Floor-Ermittlung Anpassungen notwendig werden, für die der Basler Ausschuss zwei Optionen vorstellt. Die erste Option wäre eine Anpassung im Kapital, im Gegensatz zur zweiten Option, die eine Anpassung bei den risikogewichteten Aktiva beschreibt. Welche der beiden Option sich im finalen Standard durchsetzen wird, ist dabei noch offen.

Wahl des relevanten Standardansatzes

Zur Berechnung der Untergrenzen für die Mindesteigenmittelanforderungen für Banken wird, wie auch im derzeitigen Verfahren, auf ein standardisiertes Verfahren abgestellt. Dabei ist noch offen, wie man mit den unterschiedlichen länderspezifischen Ermessungsspielräumen in der Anwendung der Standardansätze umgeht. In der aktuellen Konsultationsfassung sind keine länderspezifischen Anpassungen vorgesehen.

Wie geht es weiter?

Nach Abschluss der Konsultation und Auswertung der Kommentare soll noch in diesem Jahr zur Kalibrierung der Untergrenzen eine Quantitative Impact Study (QIS) durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Konsultation und der QIS werden in ein zweites Konsultationspapier eingehen, das Ende 2015 veröffentlicht werden soll. Ein endgültiger Baseler Standard wird im Jahr 2016 erwartet. Die Baseler Regelungen zu den Floors müssen dann noch in das europäische Aufsichtsrecht übernommen werden.

Basel IV? Neuer Standardansatz zur Messung des Kreditrisikos

Im Dezember 2014 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) einen Vorschlag für die Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes (BCBS: Revisions to the Standardised Approach for credit risk (bcbs 307)) veröffentlicht. Die Vorschläge stehen noch bis Ende März 2015 zur Konsultation.

Hintergrund

Die Vorschläge zur Revision des Kreditrisikostandardansatzes stehen in engem Zusammenhang mit den bereits vorher gestarteten Überarbeitungen der Standardansätze für das operationelle Risiko sowie die Standardverfahren bei den Marktpreisrisiken und dem Kontrahentenrisiko. Insgesamt betrachtet soll die Überarbeitung der Standardansätze dazu führen, dass die Kapitalanforderungen dem inhärenten Risiko entsprechend kalibriert werden und die Standardverfahren eine geeignete Alternative bzw. Ergänzung der Internen Modelle darstellen. Die neuen Vorschläge stellen eine substantielle Überarbeitung der Risikomessverfahren zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen dar. Diese Neuerungen – von vielen schon als Basel IV bezeichnet – werden für alle, d.h. auch für die IRB Banken mit erheblichem Implementierungsaufwand verbunden sein. Schließlich denkt der Baseler Ausschuss darüber nach, die neuen Standardverfahren auch für die sogenannte „Floorberechnung“ zu nutzen.

Die wesentlichen Ansatzpunkte der Überarbeitung

  • Abkehr von der Abhängigkeit von externen Ratings

Als wesentliche Schwachstellen der bisherigen Regelungen zum Kreditrisikostandardansatz hat der BCBS die Abhängigkeit von externen Ratings identifiziert. Insbesondere die im Zusammenhang mit externen Ratings verbundenen negativen Auswirkungen auf die Stabilität des Finanzsektors, die sich beispielsweise aus einem sprunghaftem Anstieg der Risikogewichte („cliff effects“) oder sog. Herdenverhalten der Finanzinstitute ergeben, sollen künftig vermieden werden. Hinzu kommt, dass ein großer Anteil an Unternehmensforderungen kein externes Rating hat. Dieser Problematik will der BCBS begegnen, in dem die Risikogewichte für Bankforderungen und Unternehmensforderungen an bestimmte Risikotreiber geknüpft werden.

Für Bankforderungen sind diese Risikotreiber die harte Kernkapitalquote (capital adequacy ratio CET1) und eine sog. net non-performing assets ratio (net NPA ratio), mit deren Hilfe eine Einschätzung über die Qualität der Aktiva vorgenommen werden soll. Entsprechend der ermittelten Quoten ergeben sich dann Risikogewichte zwischen 30% und 300%. Im Vergleich zu den heute üblichen 20% Risikogewicht für Banken in Deutschland bzw. in der EU wird dieser Vorschlag deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen für Bankforderungen nach sich ziehen. Zudem werden Banken nicht umhin kommen, die beiden Quoten auch unterjährig zu veröffentlichen. Darauf hat der Baseler Ausschuss bereits in seinem Konsultationspapier hingewiesen.

Für Unternehmensforderungen sind ausschlaggebende Risikotreiber der Umsatz (revenue) und der Verschuldungsgrad (leverage). Davon abhängig wird ein Risikogewicht von 60 – 300% anzusetzen sein, im Vergleich zu dem derzeit meist genutzten 100% Risikogewicht.

  • Verbesserung der Granularität und der Risikosensitivität

Bestimmten Forderungsklassen sind pauschalierte Risikogewichte zugeordnet und es stehen zu wenig Risikostufen zur Verfügung, um zwischen den tatsächlichen Risikoprofilen angemessen zu unterscheiden. Daher sieht der aktuelle Vorschlag eine Überarbeitung der Forderungsklassen vor. Insbesondere für die Nutzung des (beibehaltenen) Risikogewichts von 75% für Retail-Forderungen sollen strengere Kriterien definiert werden: Als zusätzliches Diversifizierungs-Kriterium dürfen Forderungen gegenüber einem Schuldner nicht mehr als 0,2% des gesamten „Regulatory Retail Portfolio“ betragen. Neu eingeführt wird auch für den Standardansatz die Risikokategorie der „Spezialfinanzierungen“ (Specialised lending) mit einem Risikogewicht zwischen 120% (für Projekt- und Objektfinanzierungen, Rohstoffhandelsfinanzierungen, Finanzierungen von Mietimmobilien) und 150% (Finanzierungen bei Grunderwerb, Erschließung und Bau) – alternativ (wenn höher) auch das Risikogewicht der Forderungsklasse Unternehmen.

  • Anpassung der Kalibrierung der Risikogewichte

Die Risikogewichte sollen unter anderem für Wohnimmobilienkredite risikosensibler werden. Anstatt des bislang angesetzten pauschalen Risikogewichts von 35% sollen die Risikogewichte von durch Wohnimmobilien besicherte Forderungen in Abhängigkeit von der „Loan-to-Value“ (LTV)-Quote ermittelt werden. Diese Quote ergibt sich aus dem Verhältnis von gesamter Forderungshöhe zum Wert des Sicherungsobjekts. Die danach abzuleitenden Risikogewichte betragen zwischen 25% – 100%. Für Wohnimmobilienkredite gegenüber Privatpersonen wird bei der Berechnung der LTV als zusätzlicher Risikotreiber die Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers im Rahmen einer sog. „Debt-Service-Coverage-Ratio (DSC)“ zu berücksichtigen sein. Diese ergibt sich aus dem Kapitaldienst des Schuldners im Verhältnis zu seinem Einkommen. Unter Berücksichtigung der DSC können sich dann Risikogewichte zwischen 25% und 80% ergeben.

Gewerbliche Immobilienkredite und ihre künftige Behandlung sind dagegen noch offen. Im Konsultationspapier werden zwei Varianten vorgeschlagen:

In Variante A werden die gewerblichen Immobilien nicht als Sicherheiten berücksichtigt. Vielmehr orientiert sich das Risikogewicht an den unbesicherten Unternehmensforderungen (60%-300%). In bestimmten (nationalen) Ausnahmefällen (entwickelte und etablierte Märkte, besondere Sicherungsobjekte) können in engen Grenzen bevorzugte Risikogewichte von 50% zum Tragen kommen.

Variante B dagegen berücksichtigt die bei Wohnimmobilien eingeführte LTV und leitet danach Risikogewichte zwischen 75% und 120% ab.

  • Verbesserung der Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen und Reduzierung der Diskrepanz zum IRB Ansatz

Die Überarbeitung der Kreditminderungstechniken ist ein weiterer Ansatzpunkt der aktuellen Vorschläge. Die Anzahl der für KSA-Banken zur Verfügung stehenden Methoden soll reduziert werden. Dies betrifft vor allem die Nutzung bankeigener Schätzungen von haircuts, sowie Value-at-risk Ansätze für bestimmte Wertpapierleihe-/Repo-Transaktionen (SFTs) oder die Nutzung Interner Modelle für SFTs und besicherte Transaktionen mit OTC-Derivaten.

 

Weitere Entwicklung – Basel IV?

Die Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatz ist noch nicht abgeschlossen: Forderungen an Staaten und Zentralbanken werden in dem aktuellen Papier nicht berücksichtigt und sind Gegenstand einer separaten Überarbeitung. Das BCBS wird eine Auswirkungsstudie durchführen und anhand der dann gesammelten Daten die Überarbeitung vorantreiben. Die hierfür erforderlichen Datenblätter ergänzen die regelmäßigen halbjährlichen Basel III-Monitoring Abfragen.

Insgesamt ist die Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatz Teil einer Reihe von laufenden Konsultationen und Überarbeitungen, die zusammen eine bedeutende Revision des Basel III Rahmenwerks darstellen werden:

Damit schließt sich der Kreis der Überarbeitung insoweit, als der Baseler Ausschuss plant, dass alle Institute die Risiken für die Eigenkapitalanforderungen sowohl nach dem Standardverfahren als auch ggf. nach den eigenen internen Modellen ermitteln sollen.

Auf die Banken kommt also ein erheblicher Mehraufwand für die Implementierung der neuen Anforderungen zu. KSA Banken müssen ihre bisher von externen Ratings abhängigen Zuordnungen durch die neuen Risikotreiber ersetzen und Anpassungen bei den Kreditrisikominderungstechniken vornehmen. Im Bereich der Governance sind Anweisungen, Prozesse und Kontrollen zu überarbeiten. Da die Standardverfahren für die Ermittlung des Floors genutzt werden, müssen auch IRB Banken mit erheblichem Zusatzaufwand rechnen. Zudem verfügen IRB Banken, die den fortgeschrittenen IRB nutzen, bis dato nicht unbedingt über die erforderlichen Prozesse zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen an die Risikominderungstechniken im Standardansatz. Einem eventuell erforderlichen zusätzlichen Kapitalbedarf ist bei den Kapitalplanungsprozessen Rechnung zu tragen.

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