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Supervisory measures in reaction to the Corona crisis: BaFin Q&A on the regulatory impact

The following blog post is part of the overview of supervisory measures in reaction to the Corona crisis: Supervisory measures in reaction to the Corona crisis – Overview.

The Corona crisis affected banks not only in their daily business but also in their need to fulfil the regulatory requirements. Banks are now obviously confronted with a lot of open and urgent questions regarding specific regulatory issues. Therefore BaFin has set up a website with a comprehensive Q&A section around the regulatory issues in relation to the COVID-19 crisis and the countermeasures taken by the governments. The BaFin statements are directed to less significant institutions (LSI) in Germany. However, they might to some extent also serve as a guidance for significant institutions (SI) or banks in other jurisdictions, provided the statements are applicable and no contradicting statements were published by the respective competent authorities.

Since it is difficult to keep track with the frequently updated Q&As, we clustered and summarised BaFin’s most current key messages in the following section (as of April 22, 2020, to be updated continuously): 

Neues EBA Konsultationspapier zur Offenlegung bringt neue Herausforderungen für Institute (CP-2019-09)

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entwürfe der CRR II und der CRD V, gebilligt. Im Rahmen der CRR II wurden einige aufsichtsrechtliche Vorgaben, wie z.B. die Leverage Ratio, die Net Stable Funding Ratio , die Anforderungen an die Eigenmittel und die anrechenbaren Verbindlichkeiten oder das Adressenausfallrisiko, zum Teil erheblich überarbeitet. Daneben sieht sie auch deutliche Anpassungen im Bereich der bankaufsichtsrechtlichen Offenlegung (Säule III) vor, die auf Arbeiten des Baseler Ausschusses (BCBS 356 , BCBS 455) zurückgehen.

Auf Grundlage des Mandats des Artikels 434a CRR II entwickelt die EBA derzeit Technische Implementierungsstandards für einheitliche Offenlegungsformate sowie entsprechende Anweisungen für die Säule III-Anforderungen der Institute (Draft ITS on public disclosures by institutions of the information referred to in Titles II and III of Part Eight of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA-CP-2019-09)). Seit dem 16. Oktober 2019 steht dieser ITS-Entwurf zur Konsultation.

Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 1: Meldeanforderungen nach CRR II

Die European Banking Authority (EBA) hat in den letzten Wochen drei Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting veröffentlicht, die die Anpassungen der Meldevorschriften gemäß CRR II, die spezifischen aufsichtsrechtlichen Berichtsanforderungen zum Marktrisiko und hier insbesondere zum Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) sowie neue Meldeanforderungen zu MREL und TLAC inkl. der Offenlegung dieser Meldungen zum Inhalt haben.

Die Inhalte dieser drei Konsultationspapiere werden wir Ihnen im Rahmen unserer dreiteiligen Serie zum Supervisory Reporting vorstellen, um Ihnen eine Überblick über die relevanten kommenden Änderungen in den Meldebögen zu geben. Teil I unserer Serie fasst die wesentlichen Änderungen aus dem EBA-Konsultationspapier zu den Meldeanforderungen nach CRR II zusammen.

Das neue Banking Package (Teil 5): Neue Mindestquoten braucht das Land – Leverage Ratio und NSFR werden scharfgeschaltet

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entwürfe der CRR II und der CRD V gebilligt. Im Fokus des aktuellen Beitrags unserer Beitragsserie stehen die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) und die Vorgaben zur stabilen Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio, NSFR). Beide Quoten waren durch den Baseler Ausschuss bereits im Rahmen von Basel III eingeführt worden. Unsicher über Ihre Auswirkungen hatte die EU sie jedoch im Rahmen der CRR nur als reine Meldeverpflichtung umgesetzt. Die ursprünglich für 2018 vorgesehene Überführung in eine verbindlich einzuhaltende Mindestquote erfolgt jetzt mit der CRR II.

Das neue Banking Package (Teil 1): Verhandlungen abgeschlossen – EU Rat veröffentlicht die finalen Entwürfe

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung der

  • Eigenmittelverordnung und -richtlinie (CRR II und CRD V)
  • der Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (BRRD II) und
  • der Verordnung über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRMR II)

gebilligt. Für die Banken in der EU herrscht damit Klarheit über die regulatorischen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Baseler Ausschuss überarbeitet die Offenlegungsanforderungen für die Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 13. Dezember 2018 ein Konsultationspapier zur Überarbeitung des bestehenden Offenlegungsrahmenwerkes für die Leverage Ratio veröffentlicht (BCBS 456). Dieses ist Teil der umfassenden Anpassungen der Anforderungen an die Leverage Ratio im Rahmen der Finalisierung von Basel III bzw. Basel IV (BCBS 424). Durch das Konsultationspapier möchte der BCBS insbesondere dem sogenannten „window-dressing“-Verhalten der Institute entgegenwirken. Hierbei wird durch arbiträres Verhalten rund um den Meldestichtag die Leverage Ratio „schön gerechnet“, sodass eine höhere Verschuldungsquote gemeldet werden kann.

EBA veröffentlicht Ergebnisse des 2018er Bankenstresstests

Am 2. November hat die European Banking Authority (EBA) die Ergebnisse des 2018er Bankenstresstests veröffentlicht (2018 EU-wide stress test results). Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Kapitalquoten der betrachteten Banken als Folge eines schweren makroökonomischen Stressszenarios. Der 2018er Stresstest der EBA umfasst 48 Banken aus 15 EU-Ländern und deckt damit ca. 70% der gesamten Vermögenswerte des EU Bankensektors ab. Die Ergebnisse des Stresstest sind auch ein wichtiger Input für den aufsichtlichen Überwachungsprozess des EZB.

EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entwürfe der überarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Ergänzung der Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken. Darüber hinaus enthalten die Entwürfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einführung eines Standardverfahrens für Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen für Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen für Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalität deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einführung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschläge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfängliche Umsetzung bis weit über das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berücksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-Ansätze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ für die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene über einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquiditätsdeckungsquote („LCR“) stellt die Einführung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingeführten Liquiditätsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthält die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der überarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% übernommen. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Geschäfte über einen leicht abgewandelten Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – für die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Geschäftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Darüber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % für viele Banken eine Herausforderung dar und führt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

Während die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung für Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingeführt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen für KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingeführten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschränkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenüber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschränkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU über eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf für die neue CRR sieht nach wie vor für Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenüber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Darüber hinausgehende Beträge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Berücksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten Berücksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ für Beträge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthält der Entwurf für die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. Für bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl für KSA als auch für IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen ähnlich den Vorgaben für Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche Aufträge, werden erfüllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualität sicher
  • Anforderungen an die Qualität und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfüllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien für den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Für kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR müssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jährlich einreichen. Darüber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten für die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsländern gegründet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lässt sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalitätsprinzip gut erkennen. In Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). Für diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumfänge und -frequenzen zur Anwendung. Darüber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Präzisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einführung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ansätze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener Rückstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime über eine Rückrechnung zu kompensieren, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen für Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchführen.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. Während systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass für nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben für die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt für diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lässt sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalitätsprinzip erkennen.

Für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zukünftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu übertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 06. April 2016 ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der Leverage Ratio (Revisions to the Basel III leverage ratio framework – consultative document (BCBS 365)) veröffentlicht. Die Konsultation endet am 06. Juli 2016. Neben dem bekannten Basel III-Monitoring ist eine weitere QIS-Studie auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 vorgesehen, um die Auswirkungen aus diesem Konsultationspapier zu analysieren.

Die Änderungsvorschläge umfassen folgende Bereiche der bisherigen Vorgaben (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – BCBS 270):

  • Behandlung von derivativen Engagements

  • Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

  • Behandlung von Wertberichtigungen

  • Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

  • Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

  • Behandlung von traditionellen Verbriefungen

  • Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

  • Offenlegungsanforderungen

Die wesentlichen Änderungen

Die Überarbeitungen möchten wir Ihnen gerne in dem folgenden Abschnitt vorstellen:

Behandlung von derivativen Engagements

Zur Berechnung der derivativen Engagements soll eine modifizierte Version des „Standardised Approach for measuring counterparty credit risk exposures (SA-CCR)“ verwendet werden. Der Baseler Ausschuss sieht eine Modifizierung des SA-CCR vor, um die Anforderungen der Leverage Ratio Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Nicht-Verrechnung von Sicherheiten zu berücksichtigen. Insoweit wird es hier zu Abweichungen von den für Eigenmittelanforderungszwecke ermittelten Exposures kommen.

Weiterhin wird über die Behandlung von Initial Margin bei zentral geclearten Derivatetransaktionen beraten. Dazu will der Baseler Ausschuss weitere Daten sammeln, um die Auswirkungen der Leverage Ratio auf das Client Clearing und das Geschäftsmodell der Clearing Member zu untersuchen.

Die Behandlung von geschriebenen Kreditderivaten umfasst zusätzliche Anforderungen für die Verrechnung mit gekauften Kreditderivaten, Klarstellungen welche Transaktionen unter den Begriff des „geschriebenen Kreditderivats“ fallen und unter welchen Umständen eine Reduzierung des potentiellen zukünftigen Kreditrisikos um bereits realisierte Marktwertänderungen zulässig ist.

Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

Im Gegensatz zur bestehenden Rahmenregelung zur Leverage Ratio soll eine explizite Vorgabe für die Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte (Bilanzierung zum Handelstag/Erfüllungstag) vorgegeben werden. Dazu werden zwei Optionen diskutiert. Option A verlangt für Banken, die zum Erfüllungstag bilanzieren, nicht abgewickelte Käufe finanzieller Vermögenswerte (unsettled financial asset purchases) als außerbilanzielle Position mit einem Kreditumrechnungsfaktor von 100% anzusetzen. Zudem sollen Institute, die zum Handelstag bilanzieren, die Bruttoforderungen aus noch nicht abgewickelten Verkäufen in der Leverage Ratio ansetzen. Damit sind bilanzielle Verrechnungen zwischen Barforderungen aus nicht abgewickelten Verkäufen und Barverbindlichkeiten aus nicht abgewickelten Käufen rückgängig zu machen. Option B sieht für die Bilanzierung zum Handelstag vor, zusätzlich zu den Vorgaben der Option A, dass die bilanzielle Verrechnung von Barforderungen und -verbindlichkeiten unter bestimmten Bedingungen für die Leverage Ratio vorgenommen werden darf.

In Bezug auf die beiden Optionen erwartet der Baseler Ausschuss von den Instituten weitere Rückmeldungen im Rahmen der Konsultationsphase.

Behandlung von Wertberichtigungen

Bilanzielle nicht-derivative Exposure können nach dem Konsultationspapier neben den spezifischen Kreditrisikoanpassungen zusätzlich um allgemeine Kreditrisikoanpassungen verringert werden. Außerbilanzielle Positionen werden um spezifische und allgemeine Kreditrisikoanpassungen reduziert. Zusätzlich sieht der Baseler Ausschuss auch eine Reduzierung der Gesamtrisikomessgröße um Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung für weniger liquide bilanzielle Positionen vor. Grundsätzlich gilt, dass die Gesamtrisikogröße reduziert werden darf, wenn die spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen sowie die Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung das Kernkapital reduzieren.

Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

Die Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen werden künftig denen des überarbeiteten Kreditrisikostandardansatzes entsprechen. Bis zur Finalisierung der Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes werden die bisherigen Kreditumrechnungsfaktoren aus BCBS 270 verwendet. Die gleiche Behandlung sieht der Baseler Ausschuss nach Implementierung des neuen Verbriefungsregelwerks (Revisions to the securitisation framework – BCBS 303) in 2018 für außerbilanzielle Verbriefungstransaktionen vor.

Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

Für sogenanntes „Notional Cash Pooling“ sollen die Beträge künftig brutto ausgewiesen werden, da Institute physische oder finanzielle Sicherheiten, Garantien oder sonstige Kreditrisikominderungstechniken nicht zur Minderung der Gesamtrisikomessgröße nutzen dürfen. Für „Physical Cash Pooling“ können die Beträge netto ausgewiesen werden, falls diese auf täglicher Basis abgewickelt werden und bestimmte Anforderungen erfüllt sind.

Behandlung von traditionellen Verbriefungen

Die Behandlung von traditionellen Verbriefungen wird für den Fall, dass der Originator der Verbriefung die verbrieften Vermögenswerte von den risikogewichteten Aktiva ausnehmen darf, derzeit noch diskutiert. Die beiden möglichen Interpretationen gehen im ersten Fall von einem Ausschluss von der Gesamtrisikomessgröße und im zweiten Fall von einer Berücksichtigung in der Gesamtrisikomessgröße aus. Der Baseler Ausschuss wartet vor einer endgültigen Klarstellung die Ergebnisse der laufenden Konsultation zum Step-in risk“ (Identification and measurement of step-in risk – BCBS 349) sowie Analysen der unterschiedlichen Behandlung des signifikanten Risikotransfers in verschiedenen Jurisdiktionen ab.

Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Der Baseler Ausschuss hat in den FAQ zur Leverage Ratio klargestellt, dass eine Verrechnung von „Open Repos” für die Gesamtrisikomessgröße nicht zulässig ist, da sie nicht das dasselbe explizite endgültige Erfüllungsdatum haben. Barverbindlichkeiten und Barforderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften mit derselben Gegenpartei dürfen für die Leverage Ratio netto ausgewiesen werden, wenn u.a dieses Kriterium erfüllt ist. Das Konsultationspapier sieht keine abweichende Regelung vor; gleichwohl untersucht der Baseler Ausschuss den Sachverhalt weiterhin.

Offenlegungsanforderungen

Die Anforderungen an die Offenlegung sind nicht mehr Gegenstand dieses Konsultationspapiers. Der Baseler Ausschuss plant hierzu eine separate Veröffentlichung.

Weitere Diskussionspunkte zur Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss bittet weiterhin um Stellungnahmen zur Einführung einer höheren Leverage Ratio für G-SIBs und hat folgende Überlegungen zur Diskussion gestellt:

  1. Begrenzung des zusätzlichen Kernkapitals, dass für die Erfüllung der Leverage Ratio verwendet werden darf.
  2. Festsetzung der Leverage Ratio und einheitliche Anwendung durch alle G-SIBs oder spezifische Festsetzung für jedes G-SIB.
  3. Zusätzliche Anforderungen an die Höhe der Leverage Ratio in Form einer höheren Mindestanforderung oder als Pufferanforderung.

Der Baseler Ausschuss hält weiter daran fest, die Leverage Ratio als harte Anforderung nach der Säule I ab dem 1. Januar 2018 einzuführen.

Angesichts der Bedeutung der Leverage Ratio für die Geschäftsmodelle der Banken tun die Institute gut daran, sich rechtzeitig mit den neuen Vorschlägen und den potentiellen Auswirkungen auf die individuellen Ratios der einzelnen Institute auseinander zu setzen.

Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Leverage Ratio bei PwC FS Regulatory Management: Stefan Röth

 

EZB Studie – Auswirkungen der Leverage Ratio auf Bankenstabilität und Risikobereitschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Rahmen ihres Finanzstabiliätsberichts 2015 eine Studie zu den Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Stabilität und Risikobereitschaft der Banken vorgelegt.

Hintergrund

Nach der Veröffentlichung seines finalen Rahmenwerks zur Leverage Ratio im Januar 2014 (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements (BCBS 270)) testet der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) nun bis Ende 2016 eine Leverage Ratio von 3 %. Nachdem Kritik von Bankenseite laut wurde, dass die Leverage Ratio animieren könnte, insgesamt höhere Risiken einzugehen, veröffentlichte die EZB-Bankenaufsicht aktuell im Rahmen des Financial Stability Review 2015 eine theoretische und empirische Studie zu dieser Thematik (ECB Financial Stability Review 2015: The impact of the Basel III leverage ratio on risk-taking and bank stability). Untersucht wurden die Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Risikobereitschaft und Stabilität der Banken. Die Ergebnisse der Studie wurden anhand eines mikroökonomischen Models und mit Hilfe einer Datenerhebung von 500 EU-Banken über die Jahre 2005 – 2014 erhoben.

 Aufbau der EZB-Studie

Die Studie folgt einem dreigeteilten Aufbau. Zunächst werden die komplementären Effekte von erhöhter Risikobereitschaft und Bankenstabilität geschätzt. In einem zweiten Schritt wird untersucht, ob Banken ihre Leverage Ratio seit Veröffentlichung des finalen Rahmenwerks bereits erhöht haben, bevor abschließend eine Analyse der Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Bankenstabilität insgesamt durchgeführt wurde.

Die wesentlichen Ergebnisse der EZB- Studie

  1. Die Leverage Ratio gilt als wichtiger Indikator für die Ausfallwahrscheinlichkeit von Banken. Nach den Untersuchungen der Studie führt ein Anstieg von 1%-Punkt der Leverage Ratio zu einer um 35 – 39 % reduzierten Ausfallwahrscheinlichkeit. Ein Anstieg von 1 %-Punkt der risikogewichteten Aktiva einer Bank (RWA) führe indes zu einer um 1 – 3,5 % erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit.
  2. Seit Veröffentlichung des Rahmenwerks zur Leverage Ratio ist ein Anstieg von 1,5 – 2 %-Punkten im Bereich der risikogewichteten Aktiva zu beobachten. Hintergrund ist, dass die Leverage Ratio nicht nach Risikogehalt differenziert. Das erhöhte Risiko ist jedoch durch eine ebenfalls erhöhte Kapitalhinterlegung ausgeglichen.
  3. Bezüglich der Höhe der Anforderungen an eine Leverage Ratio zeigt die Studie, dass eine Leverage Quote bis 5 % die Stabilität der Banken gezielt steigert. Erhöht man die Anforderungen jedoch über 5 %, vermindert sich der gewünschte Effekt.

Inkrafttreten

Die Leverage Ratio Mindestanforderungen (U.S. und EU) sollen ab dem 01.01.2018 in Kraft treten. Zunächst wurde sie als ergänzendes Instrument eingeführt, welches nach Ermessen der Aufsichtsbehörden auf einzelne Institute angewandt werden kann (Säule 2). Derzeit wird geprüft, ob eine vorläufige Zielquote als verpflichtende Anforderung (Säule 1) angemessen wäre. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Leverage Ratio eine Beobachtungskennzahl bleiben, die quartalsweise an die Aufsicht zu melden und für den Stichtag Ende 2015 in 2016 offenzulegen ist.

Ausblick

Die theoretischen Überlegungen und empirischen Belege der Studie legen nahe, dass die Einführung einer Leverage Ratio in der Tat zu stabileren Banken führen könnte. Obwohl die Untersuchung gezeigt hat, dass eine Leverage Ratio Anreize setzen kann, vermehrt Risiken einzugehen, wird dieser Risikoanstieg durch den synchronen Anstieg der Verlustausgleichfähigkeit mehr als aufgewogen. Insoweit unterstützt die Studie die Einführung einer Leverage Ratio. Darüber hinaus lässt die Studie darauf schließen, dass sich Leverage Ratio und das risikoorientierte Kapitalrahmenwerk gegenseitig ergänzen, da sie jeweils unterschiedliche Risiken abdecken. Damit soll erreicht werden, dass Banken weder exzessiven Leverage betreiben noch unangemessen hohe Risiken eingehen. Was die Kalibrierung der Leverage Ratio betrifft, zeigt die Studie, dass die Verwendung des mikroökonomischen Modells zur Ergebnisgenerierung und der ausgewählte Zeitraum der Datenerhebung (2005-2014) zu einigen Variablen innerhalb des Modells führen kann. Anders als in der Basel III Welt zunächst vorgeschlagen, kommt die Studie zum Ergebnis, dass eine Kalibrierung der Leverage Ratio bei 5% eine plausible regulatorische Größe darstellen könnte.

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