Schlagwort: Minimum requirements for own funds and eligible liabilities

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Single Resolution Board zur Umsetzung der MREL-Anforderungen

Das Single Resolution Board (SRB) in der Rolle der europ├Ąischen Abwicklungsbeh├Ârde mit der Verantwortlichkeit f├╝r EZB-regulierte und international t├Ątigen Institute, hat zum 01. Januar 2016 seine Arbeit aufgenommen. Am 12. Januar 2016┬áfand ein Treffen zwischen den Vertretern der EZB, EBA, nationalen Aufsichts- und Abwicklungsbeh├Ârden und den Bankenverb├Ąnden statt. Dabei wurden seitens des SRB erste Konkretisierungen ├╝ber Anforderungen und Zeitplan zur Umsetzung der MREL Anforderungen vorgetragen (SRB Second Industry Dialogue: SRB Approach to MREL in 2016 & Technical Aspects of calibrating MREL). MREL (ÔÇťMinimum requirements for own funds and eligible liabilitiesÔÇť) als ein Teil der Abwicklungsplanung fordert, dass Institute ├╝ber das regulatorische Kapital hinaus weitere Verbindlichkeiten vorzuhalten haben, die im Falle der Abwicklung abgeschrieben oder in neues regulatorisches Kapitel gewandelt werden k├Ânnen. Damit soll verhindert werden, dass k├╝nftig der Staat bzw. die Steuerzahler f├╝r eine Bankenrettung aufkommen m├╝ssen.

Indikative Anforderungen ab Q1 2016, Festlegung der Quote in Q3 2016

F├╝r gro├če Institutsgruppen soll die Entscheidung ├╝ber die institutsindividuelle MREL-Quote in Q3/Q4 2016 erfolgen. Das SRB will den Instituten in Q1/Q2 bereits eine erste indikative MREL-Anforderung ├╝bermitteln, die im Anschluss ├╝ber den formalen Genehmigungsprozess mit nationalen Beh├Ârden, EZB und Abwicklungskollegien in eine MREL-Quote, inkl. eines detaillierten Umsetzungs- und institutsindividuellen Phase-in-Plans ├╝berf├╝hrt werden soll. Im Anschluss unterliegt die Quote einer j├Ąhrlichen Pr├╝fung und Aktualisierung im Rahmen der Abwicklungsplanung.

Einzel- und Gruppenebene

Grunds├Ątzlich ist k├╝nftig eine MREL-Quote auf Gruppen- und auf Einzelebene zu erf├╝llen. In 2016 werden gem. aktueller Ver├Âffentlichung zun├Ąchst die konsolidierten Anforderungen bzw. die der Mutterunternehmen in den Fokus gestellt; individuelle T├Âchteranforderungen werden im kommenden Jahr spezifiziert.

Erwartete Mindestanforderung

Auch wenn das SRB betont, dass MREL eine institutsindividuelle Einzelbewertung erfordert, werden die 8% Mindest-MREL-Quote bezogen auf die Gesamtverbindlichkeiten als Richtgr├Â├če f├╝r alle Banken unter SRB Verantwortung als wahrscheinlich erachtet. Hintergrund dieser Quote ist die Nutzung des Bankenrettungsfonds. Dieser kann nur in Anspruch genommen werden, wenn vorab bereits 8% der Verbindlichkeiten eines Instituts ├╝ber einen Bail-in in der Abwicklung ber├╝cksichtigt wurden.

F├╝r die Kalibrierung des MREL-Kapitals zur Verlustdeckung und anschlie├čenden Rekapitalisierung des Restinstitutes will sich das SRB an die bestehenden Vorgaben der EBA orientieren (siehe auch EBA RTS 2015/05 und unseren Regulatory Blog Beitrag: „Update MREL: Pr├Ązisierung der Anforderungen durch die EBA“ vom 07. Oktober 2015). Die Finalisierung des RTS steht noch aus. Eine Offenlegung ├╝ber das konkrete Verfahren zur Festlegung der jeweiligen Quoten sieht das SRB unter Berufung auf die Sensibilit├Ąt der Informationen aktuell nicht vor.

Strategische Auswirkungen

Im Falle der Abwicklung muss grunds├Ątzlich der Haftungskaskade der Insolvenz gefolgt werden, d.h. Investoren d├╝rfen nicht schlechter gestellt werden als in der Insolvenz. Vor diesem Hintergrund will das SRB einen besonderen Fokus auf die Analyse von Verbindlichkeiten legen, die im Falle der Abwicklung aus operativen Gr├╝nden vom Bail-in ausgeschlossen werden k├Ânnten. Wird dieser Anteil als potentiell zu hoch eingestuft, f├╝hrt dies zu einer h├Âheren MREL-Anforderung. F├╝r den geplanten Austausch mit dem SRB sollen sich Institute zudem ein eigenes Bild ├╝ber vom Bail-in ausgeschlossene Verbindlichkeiten machen.

Dar├╝ber hinaus verlangt das SRB von den Instituten eine MREL-Emissions-Strategie zu m├Âglichen Instrumenten, potentiellen Investoren und einer Einsch├Ątzung zum platzierbaren Volumen.

Operative Herausforderungen: granulares Reporting, Vorab-Datenerhebung ab Februar 2016

Das SRB k├╝ndigt erstmals offiziell an, dass MREL in eine laufende Meldeanforderung ├╝bergehen wird ÔÇô ggf. als fester Bestandteil des COREP. Das Reporting kann ab 2017 in Kraft treten. Dabei ist ein granularer Aufriss der gesamten Passivseite zu erwarten. Eine Meldefrequenz wird vorerst nicht spezifiziert.

Unabh├Ąngig von einem regelm├Ą├čigen Reporting wird dem Hintergrund der Wirksamkeit eines Bail-in-Tools im Falle einer Abwicklung die F├Ąhigkeit zur kurzfristigen Bereitstellung von Daten als eine essentielle Voraussetzung angesehen.

Bereits ab Februar 2016 sollen granulare Vorab-Datenerhebungen stattfinden, die das SRB als Entscheidungsgrundlage f├╝r die Festlegung der MREL-Anforderung heranziehen wird. Diese Datenabfragen k├Ânnen sowohl auf Gruppen- als auch auf Einzelinstitutsebene gestellt werden und auf Einzelgesch├Ąftsinformationen heruntergebrochen sein.

Die Ank├╝ndigungen des SRB machen deutlich, dass der Aufbau eines MREL-Datenhaushaltes bereits in 2016 eine wesentliche Herausforderung f├╝r alle Banken darstellen wird.

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