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Basel IV-Channel – Episode 13: Update zu weiteren regulatorische Neuerungen von MREL bis zur Net Stable Funding Ratio

Der Basel IV-Channel setzt die Webcast-Reihe über die regulatorischen Neuerungen fort, diesmal wieder mit einem Blick über den Tellerrand auf wichtige Themen im Zusammenhang mit der Liquiditätsausstattung der Institute.

Der nächste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 27. Januar 2017

mit dem Thema: „Update zu weiteren regulatorischen Neuerungen – von MREL bis zur Net Stable Funding Ratio„.

Werfen Sie mit unseren PwC-Experten einen Blick auf die Voraussetzungen von MREL und TLAC, die Anforderungen der Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) sowie die Einführung der Net Stable Funding Ratio als verbindlicher Liquiditätsmindeststandard.

Den Webcast können Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.The international Basel IV-Channel in English can be watched on pwc.baselIVchannel.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Konsultationspapier der Europäischen Kommission – Umsetzung der NSFR in der EU

Am 26. Mai 2016 hat die Europäische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema Umsetzung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) in der Europäischen Union (Consultation Document: On Further Considerations for the implementation of the NSFR in the EU) veröffentlicht.

Ausführliche Informationen zur NSFR finden sich im Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015. Zudem hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zuletzt ein lang erwartetes FAQ-Dokument zur NSFR veröffentlicht (Basel III – The Net Stable Funding Ratio: frequently asked questions (BCBS 375)).

Hintergrund

Bereits im Dezember 2015 hat die EBA in ihrer Stellungnahme zur Kalibrierung der NSFR im europäischen Kontext eine Reihe von Vorschlägen für den Umgang mit europäischen Besonderheiten konkretisiert (EBA Report on Net Stable Funding Requirements under Article 510 of the CRR (EBA/OP/2015/22)). Daneben lassen zahlreiche Rückmeldungen der Konsultation „Call for Evidence – EU Regulatory Framework for Financial Services“ („Call for Evidence“) der Europäischen Kommission den Schluss zu, dass mit Einführung der NSFR die Finanzierung der Real-Wirtschaft eingeschränkt werden könnte.

Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens der Europäischen Kommission zur Einführung der NSFR soll die Konsultation zur Umsetzung der NSFR dazu dienen, den EBA-Report zu ergänzen sowie die Rückmeldungen des „Call for Evidence“ zu konkretisieren.

Wesentliche Inhalte

  • Auswirkungen einer NSFR Implementierung

Die EBA kommt in Ihrer Stellungnahme zu dem Schluss, dass sich die BCBS Standards zur NSFR nicht nachteilig auf die Kreditvergabe, Vermögensmärkte oder Handelsbuchpositionen von Finanzinstituten auswirken. Andererseits deuten Rückmeldungen des „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission auf Auswirkungen u.a. auf den Bond-Märkten hin. Da möglicherweise betroffene Bankaktivitäten, Transaktionen oder Geschäftsmodelle nicht hinreichend konkretisiert wurden, bittet die Europäische Kommission neben Angaben über die erwarteten Einschränkungen um genauere Rückmeldungen zu den Effekten einer NSFR-Einführung.

  • Derivative Transaktionen

Zur Ermittlung des erforderlichen Betrags an stabiler Refinanzierung für Derivatekontrakte schlägt der BCBS NSFR Standard ein mehrstufiges Vorgehen vor, welches zur Konsultation steht: Im ersten Schritt werden Derivateforderungen bzw. –verbindlichkeiten anhand ihrer positiven bzw. negativen Wiederbeschaffungswerte bestimmt und mit erhaltenen bzw. gestellten Sicherheiten (Variation Margins) verrechnet. Im nächsten Schritt werden die ermittelten Derivateverbindlichkeiten mit den Derivateforderungen aufgerechnet. Während ein Überhang an Derivateverbindlichkeiten nicht als Quelle stabiler Refinanzierungsmittel angesehen wird, muss ein Überhang an Derivateforderungen mit stabilen Refinanzierungsmitteln unterlegt werden (RSF 100%). Zusätzlich verlangt der BCBS NSFR Standard verfügbare stabile Refinanzierung in Höhe von 20% der Derivateverbindlichkeiten vor Aufrechnung von Sicherheiten.

Die EBA unterstützt die Vorgehensweise sowie den 20%-igen RSF-Aufschlag für Derivateverbindlichkeiten, da Sicherheitennachschüsse angemessen abgebildet würden. Die Europäische Kommission sieht hingegen die Dynamik eines Derivateportfolios über ein Jahr nicht angemessen berücksichtigt, weswegen das zukünftige Funding Risiko unter- bzw. überschätzt werden kann. Derzeit prüft die Europäische Kommission die Verwendung andere Methoden zur Bestimmung des zukünftigen Funding Risikos von Derivateverbindlichkeiten und schlägt insbesondere den Standardised Approach für Counterparty Credit Risk (SA-CRR) als einen risikoorientierten Ansatz zur Konsultation vor.

  • Kurzfristige Transaktionen zwischen Finanzinstituten

Der BCBS NSFR Standard sieht eine asymmetrische Behandlung von kurzfristigen Kreditvergaben (inkl. Reverse Repos) an Finanzinstitute bzw. aufgenommene Refinanzierungsmittel (inkl. Repos) von Finanzinstituten vor. Refinanzierungsmittel mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren erhalten einen ASF-Faktor von 0%. Für die kurzfristige Kreditvergabe an andere Finanzinstitute wird je nach Art der Besicherung hingegen ein RSF-Faktor von 10% bzw. 15% gewählt. Die Europäische Kommission stellt diese Vorgehensweise zur Konsultation und bittet um Vorschläge für alternative Vorgehensweisen.

  • Anwendung des Proportionalitätsprinzips

Für den Anwendungsbereich der NSFR auf europäischer Ebene schlägt die Europäische Kommission ein analoges Vorgehen wie für den Anwendungsbereich der LCR vor und bittet um Rückmeldung an welchem Kriterium das Proportionalitätsprinzip ausgerichtet werden kann.

Ausblick / Fazit

Finanzinstitute sollten die Konsultation nutzen, um sich genauer mit den Auswirkungen der NSFR auf ihr Institut zu beschäftigen. Einen Überblick gibt das Poster zur Übersicht der Liquiditätsanforderungen von PwC. Es zeigt die gesetzlichen Grundlagen sowie das Zusammenspiel der einzelnen Regelungen untereinander (die Auswirkungen in den einzelnen Säulen der Bankenaufsicht), die einzuhaltenden Quoten, relevante Meldetermine und viele weitere wichtige Informationen rund um das Themengebiet Liquidität.

 

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio

Die Finanzkrise von 2007 ff. zeigte, dass viele Banken langfristige und illiquide Vermögenswerte durch kurzfristige Verbindlichkeiten refinanzierten. Diese Art der Fristentransformation gehört zwar zu den Kernaufgaben einer Bank, birgt jedoch besonders in Stresssituationen ein hohes Maß an Liquiditätsrisiken. Der Baseler Ausschuss will diesem Risiko mit der Einführung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) entgegenwirken und sicherstellen, dass die Institute für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr über eine ausreichend stabile Refinanzierung verfügen. Die Net Stable Funding Ratio ergänzt die an dieser Stelle in Teil 1 der Serie Liquiditätsmeldewesen im Wandel vorgestellte Liquidity Coverage Ratio (LCR) (siehe Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“ vom 16. Juli 2015) im Rahmen der bankaufsichtlichen Neuerungen im Liquiditätsmeldewesen um eine längerfristig ausgerichtete Refinanzierungsquote.

Hintergrund

Auf EU-Ebene regelt die CRR die Anforderungen an eine ausreichende und stabile Refinanzierung in den Artikeln 413, 427 und 428 CRR. Gemäß Artikel 413 Abs. 1 CRR sind Banken grundsätzlich dazu verpflichtet, eine hinreichend stabile Refinanzierung ihrer Geschäftsaktivitäten sicherzustellen. Da es jedoch keine darüber hinausgehende, verpflichtend einzuhaltende Mindestquote und keine Gewichtungsfaktoren für einzelne Bilanzpositionen zur Ermittlung einer solchen Quote gibt, umfasst die mit der CRR eingeführte Meldepflicht bislang nur die einzelnen Bestandteile der NSFR.

Auf Baseler Ebene wurden die Basel III Vorgaben zur Ermittlung und Einhaltung einer verpflichtenden NSFR-Mindestquote durch das am 31. Oktober 2014 veröffentlichte Papier des Baseler Ausschusses zur NSFR überarbeitet (Basel III: the net stable funding Ratio, BCBS 295). Diese ersetzen die vorherige Regelung aus dem Jahr 2010 (Basel III: International framework for liquidity risk measurement, standards and monitoring, BCBS 188).

Aufbau und Zusammensetzung der NSFR

Bei der NSFR handelt es sich um eine Bilanzstrukturkennziffer, die keine Stressszenarien widerspiegelt. Grundsätzlich sind Banken dazu angehalten, verfügbare stabile Refinanzierung (Available Stable Funding, ASF) vorzuhalten, die mindestens so groß ist wie die erforderliche stabile Refinanzierung (Required Stable Funding, RSF). Die Ermittlung der verfügbaren sowie der erforderlichen stabilen Refinanzierung ist so kalibriert, dass sie die Liquidität der Vermögenswerte und das vermutete Ausmaß der Stabilität der korrespondierenden Verbindlichkeiten abbilden soll.

NSFR

Als Bilanzstrukturkennziffer basiert die NSFR auf der bilanziellen Gliederung der Aktiv-, Passiv- und außerbilanziellen Positionen in ein vorgegebenes Schema. Hierbei wird soweit möglich auf bestehende Definitionen zurückgegriffen, beispielsweise die Definition der Privatkundeneinlage im Sinne der LCR. Den einzelnen Positionen werden dann Faktoren in Höhe von 0% bis 100% zugewiesen. Diese sind durch den Baseler Ausschuss vorgegeben und beinhalten die Einschätzung der Stabilität bzw. Liquidität der betreffenden Positionen. In einigen Fällen besteht darüber hinaus weiterhin die Möglichkeit, im Rahmen einer nationalen Umsetzung grundsätzlich abweichende Faktoren zu nutzen oder bezüglich der Mindestquote über die Vorgaben des Baseler Ausschuss hinauszugehen. Denkbar ist beispielsweise, dass künftig in der EU im Rahmen des SREP institutsspezifische NSFR-Mindestquoten festgelegt werden, um den spezifischen Fundingrisiken der Institute adäquat begegnen zu können.

Die Ermittlung der verfügbaren stabilen Refinanzierung (ASF)

Zur Ermittlung der verfügbaren stabilen Refinanzierung, die den Zähler der NSFR darstellt, werden die Verbindlichkeiten und Eigenkapitalbestandteile der Bank nach Laufzeit und Kontrahent in Kategorien eingeteilt. Die verfügbare stabile Refinanzierung stellt in ihrer Gesamtheit das Volumen der Passivseite dar, welches über den Betrachtungszeitraum der NSFR voraussichtlich dauerhaft zur Verfügung steht. Rechnerisch wird die Gesamtheit der verfügbaren stabilen Refinanzierung in drei Schritten ermittelt. Der erste Schritt umfasst die Zuordnung sämtlicher Passivpositionen zu den vom Baseler Ausschuss vorgegebenen fünf ASF-Kategorien. Im zweiten Schritt wird der Buchwert der Positionen ermittelt und daraufhin im letzten Schritt mit dem von der ASF-Kategorie abhängigen Faktor multipliziert. Bei der verfügbaren stabilen Refinanzierung werden ausschließlich Positionen verwendet, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Die fünf ASF-Kategorien können in Eigenmittel, stabile Einlagen, weniger stabile Einlagen, andere Einlagen und Verbindlichkeiten sowie sonstige Passiva untergliedert werden. Entsprechend wird diesen Kategorien ein ASF-Faktor in Höhe von 100%, 95%, 90%, 50% oder 0% zugewiesen. Alle nicht explizit genannten Positionen, wie zum Beispiel Rückstellungen oder latente Steuern, werden mit einem ASF-Faktor in Höhe von 0% berücksichtigt.

Im Detail setzt die Aufsicht in ihrem finalen Papier einen konservativen Ansatz für Verbindlichkeiten fort und spezifiziert die grundlegenden Anforderungen zu deren Behandlung (siehe Abschnitt „Änderungen zu den bisherigen Regelungen“). Sofern in Bezug auf aufgenommene Finanzierungsmittel Kündigungsoptionen o.ä. vorliegen, ist bei der Einteilung in Laufzeitbänder konservativ davon auszugehen, dass die Optionen zum frühesten möglichen Zeitpunkt ausgeübt werden. Eine Abweichung von diesem Grundsatz kann bei ausreichendem Nachweis gestattet werden. Im Vergleich zum Konsultationsstand aus dem Januar 2014 (Consultative Document Basel III: The Net Stable Funding Ratio, BCBS 271) haben sich im Bereich der verfügbaren stabilen Refinanzierung keine wesentlichen Änderungen ergeben. Die Anpassungen die auf Grundlage der QIS im Konsultationsprozess – zum Beispiel bei den Einlagen – vorgenommen wurden, haben sich auch im finalen Papier durchgesetzt. Das heißt, dass sowohl stabile Retaileinlagen ohne feste Laufzeit weiterhin mit einem AFS Faktor von 95% als auch operative Einlagen mit einem Faktor von 50% berücksichtigt werden. 

Die Ermittlung der erforderlichen stabilen Refinanzierung (RSF)

Die Ermittlung der erforderlichen stabilen Refinanzierung erfolgt mit der gleichen Logik in Schritten wie bei der verfügbaren stabilen Refinanzierung. Auch hier ist der Ausgangspunkt die Kategorisierung einzelner Bilanzaktiva und außerbilanzieller Risikopositionen in Abhängigkeit ihrer Laufzeit und Liquidität. Dabei soll ein konservativer Ansatz dahingehend angewendet werden, dass Verlängerungsoptionen, für die das Ausübungswahlrecht beim Kontrahenten liegt, stets als ausgeübt angenommen werden. Ebenso sollen Institute beispielsweise innerhalb eines Jahres auslaufende Kreditlinien aus Reputationsgründen zu einem erheblichen Anteil als verlängert betrachten. Bei der Kategorisierung der Aktiva zu den verschiedenen RSF-Faktoren werden im Wesentlichen drei Laufzeitbänder unterschieden: weniger als 6 Monate, zwischen 6 und 12 Monaten und mehr als 12 Monate. Belastete Aktiva, die beispielsweise als Sicherheiten gestellt oder verpfändet sind, werden dabei nicht anhand ihrer eigenen Laufzeit, sondern anhand der (Rest-)Laufzeit der Belastung eingestuft. Die Gruppierung der Aktiva orientiert sich in Teilen an den Definitionen liquider Aktiva nach dem Vorschlag des Baseler Ausschusses (Basel III: The Liquidity Coverage Ratio and liquidity risk monitoring tools, BCBS 238), welcher in weiten Teilen durch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/61 vom 10. Oktober 2015 zur Ergänzung der VO (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Liquiditätsdeckungsanforderungen an Kreditinstitute bereits in geltendes EU-Recht umgesetzt wurde. Dabei sind Aktiva der Stufe 1 in der Regel mit 5% auf die RSF anzurechnen, während Aktiva der Stufe 2A zu 15% und Aktiva der Stufe 2B zu 50% stabil zu refinanzieren sind. Risikopositionen aus Krediten gegenüber Finanzinstituten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr erhalten einen Anrechnungsfaktor zwischen 10% und 50%, während Risikopositionen gegenüber Unternehmens- und Privatkunden aufgrund der eingangs genannten Annahmen zur häufigen Prolongation tendenziell höhere Anrechnungssätze von mindestens 50% erhalten. Kredite gegenüber Nicht-Finanzkunden mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind dagegen nur mit 65% bis 85% anzurechnen, während Kredite an Finanzinstitute mit einer vergleichbaren Restlaufzeit eine Anrechnung von 100% erhalten sollen. Eine Anrechnung von 0% ist nur noch für wenige Assetklassen wie Münzen und Banknoten oder Forderungen gegenüber Zentralbanken mit einer Restlaufzeit von weniger als 6 Monaten möglich. Auch Forderungen aus Assetverkäufen sind, sofern eine Erfüllung kurzfristig zu erwarten ist, von der Pflicht zur stabilen Refinanzierung ausgenommen.

Änderungen zu den bisherigen Regelungen

Im Vergleich zum ersten Baseler Konsultationspapier aus dem Jahr 2010 (BCBS 188) fällt auf, dass die neuen Kriterien je nach Geschäftsmodell einer Bank sowohl zu einer Verschärfung wie auch zu einer Erleichterung führen können. Wesentliche Änderungen umfassen unter anderem die folgenden Punkte:

  • Auf Seiten der verfügbaren stabilen Refinanzierung müssen künftig innerhalb eines Jahres abfließende Cashflows aus dem Positionswert herausgerechnet werden.
  • Belastungen von Aktiva mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr führen nach dem neuen Papier zu deutlich höheren Refinanzierungsanforderungen, während die alte Veröffentlichung eine Encumbrance von weniger als einem Jahr in der Regel gänzlich unbeachtet ließ.
  • Dem gegenüber wurde die Anrechnung von Forderungen gegenüber Nicht-Finanzkunden bei der Ermittlung der RSF deutlich herabgesetzt, was zu Erleichterungen bei typischen Geschäftsbanken führen dürfte.

Auch im Vergleich zur Konsultation aus dem Januar 2014 (BCBS 271) fallen in der endgültigen Fassung einige Veränderungen auf, beispielsweise:

  • Überarbeitete Regelungen zur Erfassung von Derivaten unter Berücksichtigung von Nettingvereinbarungen sowie Initial und Variation Margins.
  • Bei Reverse-Repo Geschäften unterscheidet der Abflussfaktor zwischen einer Besicherung mit Level 1-HQLA und anderen Papieren.

Ausblick auf die Entwicklung auf EU-Ebene

Die Vereinbarung des Baseler Ausschusses hat noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Institute in der EU. In der Vergangenheit konnten die Empfehlungen des Baseler Ausschusses jedoch stets als Wegweiser für die künftige Gesetzgebung in Europa angesehen werden.

Auf Grundlage des EBA-Mandats, die Einführung einer verpflichtenden Quote zur stabilen Refinanzierung gem. Art. 510 Abs.1 CRR bis zum 31.12.2015 zu bewerten, ist davon auszugehen, dass das aktuelle Baseler Papier zumindest in Teilen eine Umsetzung in der europäischen Regulierung finden wird. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wäre dann gemäß Artikel 510 Abs. 3 CRR durch die Europäische Kommission bis zum 31.12.2016 vorzulegen. Die verpflichtende Einführung der NSFR-Quote auf EU-Ebene würde sich in diesem Fall voraussichtlich an den Vorgaben des Baseler Papiers zum 01.01.2018 orientieren, wie bereits in Erwägungsgrund Nr. 112 der CRR dargelegt. Um die Einführung der NSFR zu unterstützen, wird die EBA bis Ende 2015 einen Bericht über die Kalibrierung der Anforderungen finalisieren und an die Europäische Kommission weiterleiten. Der Entwurf des Reports wurde am 15. Oktober 2015 im Rahmen eines EBA Hearings (Draft Report on the calibration of a stable funding requirement under Art. 510 CRR) vorgestellt und unterstreicht in einer vorläufigen Zusammenfassung die Notwendigkeit der stabilen Refinanzierungsanforderung. Einen Standard für die verpflichtende Offenlegung der NSFR, der sämtliche Anpassungen des neuen Papiers beinhaltet, hat der Baseler Ausschuss bereits im Juni 2015 veröffentlicht (Net Stable Funding Ration disclosure standards, BCBS 324).

Neue Fristen für die Meldungen nach ITS on Supervisory Reporting

Die EU-Kommission hat die Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting (EBA/ITS/2013/02) angenommen. Diese Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements hatte die European Banking Authority (EBA) bereits im  Juli 2013 der EU-Kommission übermittelt. Die ITS regeln die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen und enthalten neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses) (vgl. dazu Blog-Beiträge: “ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co” vom 30. Juli 2013 und „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite“ vom 01. August 2013)

Bei der Annahme und Umsetzung der EBA-Standards durch die EU-Kommission haben sich Verzögerungen ergeben. Um zu vermeiden, dass  die betroffenen Banken Meldungen vor dem eigentlichen Inkrafttreten der spezifischen Regulierungsvorschriften abgeben müssen, haben sich die EU-Kommission und die EBA (vgl: Opinion of the European Banking Authority on amendments proposed by the Commission to draft implementing technical standards EBA/ITS/2013/02 on supervisory reporting under Regulation (EU) No 575/2013) darauf geeinigt, die Fristen für die Abgabe der (neuen) bankaufsichtlichen Meldungen mit dem Meldestichtag 31. März 2014 und 30. April 2014 bis Ende Juni zu verschieben.

Demnach gilt:

  • Quartalsweise Meldungen zu Own funds, Large Exposures, Leverage Ratio und Net Stable Funding Ratio auf den Stichtag 31. März 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 abgegeben werden (statt wie bisher zum 30. Mai 2014)
  • Monatliche Meldungen zu den Liquiditätskennzahlen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) auf die Stichtage 31. März 2014 und 30. April 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 vorgelegt werden (statt wie bisher 30. Mai 2014)
  • Meldungen zu den gebundenen Aktiva (asset encumbrance) müssen erstmals zum Stichtag 31. Dezember erstellt werden und bis zum 11. Februar 2015 übermittelt werden.

Damit werden die Fristen für die Übermittlung der monatlich zu meldenden Daten zur LCR und den quartalsweisen Meldungen auf Einzelinstitutsebene mit den ohnehin schon vorgesehenen Fristen für Meldungen auf konsolidierter Basis gleichgeschaltet.

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite

Mit den Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements vom 26. Juli 2013 hat die European Banking Authority (EBA) die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen veröffentlicht. Neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP (vgl. dazu Blog-Beitrag: „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP &  Co“ vom 30. Juli 2013) enthält der ITS auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses).

Der aktuelle ITS enthält Vorgaben zu den Meldefrequenzen, Abgabefristen, Definitionen und Meldebögen, inklusive des von der EBA entwickelten Data Point Models. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen zeigt dieser Beitrag ( zu den Vorversionen vgl z.B. Blog-Beitrag: „Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS“ vom 06.Februar 2013).

COREP

  • Anwendungszeitpunkt

Der ITS stellt klar, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die COREP-Anforderungen der 1. Januar 2014 ist und folglich die erste COREP-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen hat. Zukünftig müssen die Meldungen quartalsweise an die Aufsicht geliefert werden. Die Einzel- und Gruppenmeldungen müssen immer bis zum 30. Arbeitstag nach Meldestichtag an die Aufsicht geliefert werden.

  • Inhalt

Die EBA fordert nun eine granulare Darstellung des Wertberichtigungsvergleichs, zur separaten Abbildung von ausgefallenen und nicht-ausgefallenen Forderungen (CA 4).

Bei dem Ausweis von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten wird zwischen Staatspapieren der Kategorie AfS und allen anderen unrealisierten Gewinnen bzw. Verlusten differenziert. Darüber hinaus erfolgt ein separater Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus der Fair Value-Bilanzierung derivativer Verbindlichkeiten, die aus dem eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren (Art. 33 (1c) CRR).

Risikopositionen gegenüber KMUs, für die ein privilegiertes Risikogewicht zur Anwendung kommt, sind separat auszuweisen. Darüber hinaus entfällt der in den bisherigen Entwürfen separate Ausweis von Forderungen an den Default Fund eines CCP durch Clearing Member (CA 2).

Halten Institute freiwillig strengere Anforderungen als die Mindestquoten der CRR ein (Art. 3 CRR), so sind diese durch entsprechende Datenfelder abbildbar.

Leverage Ratio

  • Anwendungszeitpunkt

Die EBA hat den 1. Januar 2014 als Erstanwendungszeitpunkt für die Meldung der Leverage Ratio festgelegt. Die erste LR-Meldung hat entsprechend zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Leverage Ratio hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Inhalt

Die Meldebogen wurde an die Änderungen in der finalen CRR angepasst, indem:

    • Neue Meldepositionen zu den außerbilanziellen Positionen, die der Handelsfinanzierung dienen oder durch einen anerkannten Exportversicherer gedeckt sind, und mit einem CCF von 20% bzw. 50% im Gesamtexposure der Leverage Ratio berücksichtigt werden, eingefügt wurden
    • Der Ausweis des Betrages für Securities Financing Transcations (SFT/Wertpapierfinanzierungsgeschäfte) nach umfassender und einfacher Methode angepasst wurde.

In den finalen ITS wurden weiterhin Vorschläge aus dem Baseler Konsultationspapier zur Leverage Ratio (Revised Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – consultative document vom 26. Juni 2013) übernommen, die auch schon im Basel III Monitoring enthalten sind:

    • Nachrichtliche Meldung einer Nettingmethode für Securities Financing Transcations (SFT), die eine Verrechnung von Positionen mit Sicherheiten (ohne Berücksichtigung von aufsichtlichen Abschlägen) auf Nettingset- und Einzelgeschäftsebene erlaubt und gemäß des Baseler Vorschlags die maßgebliche Methode für die Add-on Berechnung ist.
    • Es erfolgt ein zusätzlicher Ausweis des Nominalbetrags von Kreditderivaten (Sicherungsnehmer) mit gleichem Referenztitel und mindestens gleicher Laufzeit wie bei korrespondierenden Sicherungsgeberpositionen, die unter Basel III dem Gesamtexposure hinzugefügt werden.
  • Reportingstruktur

Die EBA hat eine zusätzliche Tabelle für wesentliche Anteile an Unternehmen, die handelsrechtlich, aber nicht aufsichtsrechtlich konsolidiert werden, eingefügt. Die Aufgliederung erfolgt in drei Sektoren (Financial Entities, Securitisation Entities, Commercial Entities) und nach den im Rahmen der Leverage Ratio abgefragten Geschäftsarten (nur Reporting, keine Berücksichtigung in der Berechnung der Kennziffer wie unter Basel III).

Liquidität

  •  Anwendungszeitpunkt

Der ITS enthält unterschiedliche Anwendungszeitpunkte für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die Meldung der NSFR hat ab dem 1. Januar 2014 zu erfolgen. Folglich hat die erste NSFR-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die NSFR hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen. Der Erstanwendungszeitpunkt für die LCR wird auf den 31. März 2014 festgesetzt. Die erste Meldung ist wie bei den anderen Meldungen mit einer einmaligen verlängerten Frist zum 30. April 2014 abzugeben. Zukünftig müssen die Institute die LCR-Meldung monatlich am 15. Kalendertag nach dem Meldestich an die Aufsicht liefern.

  • Inhalt

Bei den Meldebögen zur LCR wurde die Darstellung der liquiden Aktiva angepasst und noch granularer gestaltet. Insbesondere wurden die Vorgaben zu liquiden Aktiva (Art. 416 CRR) und dem zusätzlichen Reporting nach Anhang III zur CRR klar voneinander getrennt. Hieraus ergeben sich auch Auswirkungen auf die Meldebögen zu Zahlungsmittelzu- und -abflüssen, beispielsweise in Bezug auf die Darstellung von Repogeschäften.

In einem neuen Meldebogen zur LCR erfolgt die Abbildung der Auswirkungen von Collateral Swaps. Die Granularität der Darstellung bleibt jedoch gegenüber dem Meldebogen des Basel III-Monitorings zurück. Die Darstellung der liquiden Aktiva in den Meldebögen zur NSFR wurde an die geänderte Darstellung bei der LCR angepasst. Zudem wurde der Meldebogen zur benötigten stabilen Refinanzierung um die Darstellung der Asset Encumbrance erweitert

Großkredite

  •  Anwendungszeitpunkt

Der Erstanwendungszeitpunkt für die Großkreditmeldungen ist der 1. Januar 2014, folglich hat die erste Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen Fristverlängerung zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Großkredite hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Reportingstruktur

Die Großkreditmeldung wurde von bisher zwei auf fünf Meldebögen erweitert, wobei der bisherige Meldebogen LE 1 auf zwei Tabellen aufgegliedert und zusätzlich zwei neue Meldebögen eingeführt werden. Während an den bestehenden Formaten nur geringfügige Änderungen vorgenommen wurden, enthalten die beiden vollständig neuen Meldebögen eine sehr granulare Aufgliederung der Exposure je KNE bzw. KN nach Laufzeitbändern.

CRD IV und CRR: Finally final

Nun ist es also offiziell: Das lang erwartete Reformpaket der CRD IV/CRR  ist mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) abgeschlossen.  Damit ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Über die Kernpunkte der Reformen habe ich Sie bereits laufend in unserem Blog informiert, so dass ich an dieser Stelle nur kurz auf die schon bekannten Änderungen hinweisen möchte.

Kapitalanforderungen (Art 25ff CRR)

Einhergehend mit der neuen Kernkapitalquote von 4,5% werden die Kernkapitalbestandteile (CET 1) anhand von 14 Kriterien neu definiert (Art 26 CRR). Hinzu kommen Eigenkapitalbestandteile des Additional Tier 1 und Tier 2 mit 1,5 % bzw. 2%. Zusätzliche Kapitalpuffer, bestehend aus CET 1, die über die Mindestkapitalquoten hinausgehen, sind nach den Anforderungen der  Direktive aufzubauen: Kapitalerhaltungspuffer, antizyklischer Kapitalpuffer, Kapitalpuffer für systemische Risiken, Kapitalpuffer für global und anderweitig systemrelevante Institute (Art 128ff CRD IV)( vgl. auch Blog-Beitrag: „Update: Neue Beschlüsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz“ vom 23.05.2013).

Liquidität – LCR und NSFR (Art 411ff / Art 427ff CRR)

Für die Liquidity Coverage Ratio als Standard zur kurzfristigen  Liquiditätsüberbrückung fängt mit Inkrafttreten der CRR die Beobachtungsphase verbunden mit Reporting-Pflichten der Institute an. Die einheitlichen Formate bereitet die EBA vor. Anhand dieser Meldungen der Institute wird die Kommission die endgültigen Details der LCR entsprechend festlegen, um mit der schrittweisen Einführung  in 2015 zu beginnen.

Im Hinblick auf die Net Stable Funding Ratio sind die Arbeiten noch nicht so weit fortgeschritten – die Beobachtungsphase wird hier daher länger sein und  erst mit Einführung ab 2016 begonnen.

Leverage ratio (Art 429ff CRR)

Zum 01. Januar 2015 müssen Institute ihre Leverage ratio offenlegen. Auf Basis dieser Informationen stellen die Regulatoren weitere Überlegungen an.  Nach dem Regelwerk könnte die Leverage Ratio zum 01.01.2018 eingeführt werden.

Boni (Art 92ff CRD IV)

Boni im Bankbereich werden ab 2015 gekappt: variable und fixe Vergütung müssen im gleichen Verhältnis stehen. Nur unter besonderen Voraussetzungen  (quotale Zustimmung der Anteilseigner) kann das Verhältnis höher ausfallen.

Stichtag: 1. Januar 2014

Während die Capital Requirement Regulation (CRR)  als direkt anwendbare Verordnung keiner Umsetzung in nationales Recht mehr bedarf, müssen die Bestimmungen der Capital Requirement Directive (CRD IV) erst noch in nationales Recht transponiert werden.  Einige Mitgliedstaaten der EU haben bereits angekündigt, eine Umsetzung der Richtlinie zum 01. Januar 2014 zeitlich nicht bewerkstelligen zu können. In Deutschland ist man mit dem CRD IV- Umsetzungsgesetz  auf dem Gesetzgebungsweg weit gekommen, Anfang Juni wurde das CRD IV-Umsetzungsgesetz zwar erneut an den Vermittlungsausschuss verwiesen, zwischenzeitlich wurde hier aber auch eine Einigung erzielt (Beschluss des Vermittlungsausschusses vom 26.06.13 zum CRD IV-Umsetzungsgesetz).

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt werden die Aktivitäten der European Banking Authority (EBA) noch zunehmen. Zwar hat die EBA bereits einen erheblichen Teil der regulatorischen und technischen Standards vorbereitet, diese müssen aber noch im Hinblick auf den offiziellen Text der CRD IV Reformen finalisiert werden. Hinzu kommen noch zahlreiche ausstehenden Standards, die erst noch erarbeitet und konsultiert werden müssen.

Neues „Tuning“ bei Basel III ?

Hintergrund

Der Gouverneursrat des Baseler Ausschusses, hat dem geplanten Reformpaket vom Dezember 2009 "Consultative proposals to strengthen the resilience of the banking sector "  und " International Framework for Liquidity Risk Measurement, Standards and Monitoring“  im wesentlichen zugestimmt, aber auch weitere Modifikationen angekündigt.

Die wesentlichen Aspekte

  • Leverage ratio ("Verschuldungsgrenze")

Die Leverage Ratio zeigt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzaktiva zuzüglich außerbilanziellen Positionen. Als volumenbasierte, risikounabhängige Kennziffer soll sie dazu beitragen, übermäßige Leverageeffekte zu vermeiden. Die Kennziffer soll so kalibriert werden, dass sie als glaubwürdige zusätzliche Maßzahl zu den risikobezogenen Anforderungen der Säule 1 dient.  Der  Baseler Ausschuss schlägt jetzt eine Tier 1 Leverage Ratio von 3% vor. Damit können sich Institute mit dem 33-fachen ihres Kernkapitals verschulden. Allerdings wird diese Grenze zunächst auch nur als Beobachtungsgröße im Rahmen eines Parallellaufs überwacht. Erst 2018 soll hier  Verbindlichkeit erreicht werden. Damit dieses Instrument nicht den Wettbewerb verzerrt, ist die Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften eine essentielle Voraussetzung für die Wirksamkeit.

  • Regulatory buffers (Kapitalpuffer)

Geplant ist die Einführung eines capital conservation buffer, der verhindern soll, dass das Kapital  krisenbedingt zu schnell aufgezehrt wird. Weiter ist ein zeitvariabler Kapitalpuffer (countercyclical buffer) vorgesehen, der in Rezessionsphasen der Verlustabsorption dienen soll. An beiden Kapitalpuffern will man festhalten und bis Jahresende weitere Details festlegen.

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