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Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting

Die European Banking Authority (EBA) hat in den letzten Wochen drei Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting veröffentlicht, die die Anpassungen der Meldevorschriften gemäß CRR II, die spezifischen aufsichtsrechtlichen Berichtsanforderungen zum Marktrisiko und hier insbesondere zum Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) sowie neue Meldeanforderungen zu MREL und TLAC inkl. der Offenlegung dieser Meldungen zum Inhalt haben.

Die Inhalte dieser drei Konsultationspapiere werden wir Ihnen im Rahmen unserer dreiteiligen Serie zum Supervisory Reporting vorstellen, um Ihnen eine Überblick über die relevanten kommenden Änderungen in den Meldebögen zu geben. Teil I unserer Serie fasst die wesentlichen Änderungen aus dem EBA-Konsultationspapier zu den Meldeanforderungen nach CRR II zusammen.

Das neue Banking Package (Teil 5): Neue Mindestquoten braucht das Land – Leverage Ratio und NSFR werden scharfgeschaltet

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entwürfe der CRR II und der CRD V gebilligt. Im Fokus des aktuellen Beitrags unserer Beitragsserie stehen die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) und die Vorgaben zur stabilen Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio, NSFR). Beide Quoten waren durch den Baseler Ausschuss bereits im Rahmen von Basel III eingeführt worden. Unsicher über Ihre Auswirkungen hatte die EU sie jedoch im Rahmen der CRR nur als reine Meldeverpflichtung umgesetzt. Die ursprünglich für 2018 vorgesehene Überführung in eine verbindlich einzuhaltende Mindestquote erfolgt jetzt mit der CRR II.

Das neue Banking Package (Teil 1): Verhandlungen abgeschlossen – EU Rat veröffentlicht die finalen Entwürfe

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Entwürfe zur Änderung der

  • Eigenmittelverordnung und -richtlinie (CRR II und CRD V)
  • der Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (BRRD II) und
  • der Verordnung über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRMR II)

gebilligt. Für die Banken in der EU herrscht damit Klarheit über die regulatorischen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Basel IV-Channel – Episode 13: Update zu weiteren regulatorische Neuerungen von MREL bis zur Net Stable Funding Ratio

Der Basel IV-Channel setzt die Webcast-Reihe über die regulatorischen Neuerungen fort, diesmal wieder mit einem Blick über den Tellerrand auf wichtige Themen im Zusammenhang mit der Liquiditätsausstattung der Institute.

Der nächste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 27. Januar 2017

mit dem Thema: „Update zu weiteren regulatorischen Neuerungen – von MREL bis zur Net Stable Funding Ratio„.

Werfen Sie mit unseren PwC-Experten einen Blick auf die Voraussetzungen von MREL und TLAC, die Anforderungen der Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) sowie die Einführung der Net Stable Funding Ratio als verbindlicher Liquiditätsmindeststandard.

Den Webcast können Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.The international Basel IV-Channel in English can be watched on pwc.baselIVchannel.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entwürfe der überarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Ergänzung der Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken. Darüber hinaus enthalten die Entwürfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einführung eines Standardverfahrens für Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen für Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen für Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalität deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einführung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschläge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfängliche Umsetzung bis weit über das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berücksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-Ansätze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ für die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene über einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquiditätsdeckungsquote („LCR“) stellt die Einführung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingeführten Liquiditätsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthält die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der überarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% übernommen. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Geschäfte über einen leicht abgewandelten Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – für die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Geschäftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Darüber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % für viele Banken eine Herausforderung dar und führt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

Während die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung für Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingeführt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen für KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingeführten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschränkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenüber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschränkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU über eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf für die neue CRR sieht nach wie vor für Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenüber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Darüber hinausgehende Beträge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Berücksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten Berücksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ für Beträge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthält der Entwurf für die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. Für bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl für KSA als auch für IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen ähnlich den Vorgaben für Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche Aufträge, werden erfüllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualität sicher
  • Anforderungen an die Qualität und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfüllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien für den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Für kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR müssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jährlich einreichen. Darüber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten für die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsländern gegründet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lässt sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalitätsprinzip gut erkennen. In Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). Für diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumfänge und -frequenzen zur Anwendung. Darüber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Präzisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einführung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ansätze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener Rückstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime über eine Rückrechnung zu kompensieren, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen für Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchführen.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. Während systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass für nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben für die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt für diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lässt sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalitätsprinzip erkennen.

Für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zukünftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu übertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Konsultationspapier der Europäischen Kommission – Umsetzung der NSFR in der EU

Am 26. Mai 2016 hat die Europäische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema Umsetzung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) in der Europäischen Union (Consultation Document: On Further Considerations for the implementation of the NSFR in the EU) veröffentlicht.

Ausführliche Informationen zur NSFR finden sich im Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015. Zudem hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zuletzt ein lang erwartetes FAQ-Dokument zur NSFR veröffentlicht (Basel III – The Net Stable Funding Ratio: frequently asked questions (BCBS 375)).

Hintergrund

Bereits im Dezember 2015 hat die EBA in ihrer Stellungnahme zur Kalibrierung der NSFR im europäischen Kontext eine Reihe von Vorschlägen für den Umgang mit europäischen Besonderheiten konkretisiert (EBA Report on Net Stable Funding Requirements under Article 510 of the CRR (EBA/OP/2015/22)). Daneben lassen zahlreiche Rückmeldungen der Konsultation „Call for Evidence – EU Regulatory Framework for Financial Services“ („Call for Evidence“) der Europäischen Kommission den Schluss zu, dass mit Einführung der NSFR die Finanzierung der Real-Wirtschaft eingeschränkt werden könnte.

Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens der Europäischen Kommission zur Einführung der NSFR soll die Konsultation zur Umsetzung der NSFR dazu dienen, den EBA-Report zu ergänzen sowie die Rückmeldungen des „Call for Evidence“ zu konkretisieren.

Wesentliche Inhalte

  • Auswirkungen einer NSFR Implementierung

Die EBA kommt in Ihrer Stellungnahme zu dem Schluss, dass sich die BCBS Standards zur NSFR nicht nachteilig auf die Kreditvergabe, Vermögensmärkte oder Handelsbuchpositionen von Finanzinstituten auswirken. Andererseits deuten Rückmeldungen des „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission auf Auswirkungen u.a. auf den Bond-Märkten hin. Da möglicherweise betroffene Bankaktivitäten, Transaktionen oder Geschäftsmodelle nicht hinreichend konkretisiert wurden, bittet die Europäische Kommission neben Angaben über die erwarteten Einschränkungen um genauere Rückmeldungen zu den Effekten einer NSFR-Einführung.

  • Derivative Transaktionen

Zur Ermittlung des erforderlichen Betrags an stabiler Refinanzierung für Derivatekontrakte schlägt der BCBS NSFR Standard ein mehrstufiges Vorgehen vor, welches zur Konsultation steht: Im ersten Schritt werden Derivateforderungen bzw. –verbindlichkeiten anhand ihrer positiven bzw. negativen Wiederbeschaffungswerte bestimmt und mit erhaltenen bzw. gestellten Sicherheiten (Variation Margins) verrechnet. Im nächsten Schritt werden die ermittelten Derivateverbindlichkeiten mit den Derivateforderungen aufgerechnet. Während ein Überhang an Derivateverbindlichkeiten nicht als Quelle stabiler Refinanzierungsmittel angesehen wird, muss ein Überhang an Derivateforderungen mit stabilen Refinanzierungsmitteln unterlegt werden (RSF 100%). Zusätzlich verlangt der BCBS NSFR Standard verfügbare stabile Refinanzierung in Höhe von 20% der Derivateverbindlichkeiten vor Aufrechnung von Sicherheiten.

Die EBA unterstützt die Vorgehensweise sowie den 20%-igen RSF-Aufschlag für Derivateverbindlichkeiten, da Sicherheitennachschüsse angemessen abgebildet würden. Die Europäische Kommission sieht hingegen die Dynamik eines Derivateportfolios über ein Jahr nicht angemessen berücksichtigt, weswegen das zukünftige Funding Risiko unter- bzw. überschätzt werden kann. Derzeit prüft die Europäische Kommission die Verwendung andere Methoden zur Bestimmung des zukünftigen Funding Risikos von Derivateverbindlichkeiten und schlägt insbesondere den Standardised Approach für Counterparty Credit Risk (SA-CRR) als einen risikoorientierten Ansatz zur Konsultation vor.

  • Kurzfristige Transaktionen zwischen Finanzinstituten

Der BCBS NSFR Standard sieht eine asymmetrische Behandlung von kurzfristigen Kreditvergaben (inkl. Reverse Repos) an Finanzinstitute bzw. aufgenommene Refinanzierungsmittel (inkl. Repos) von Finanzinstituten vor. Refinanzierungsmittel mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren erhalten einen ASF-Faktor von 0%. Für die kurzfristige Kreditvergabe an andere Finanzinstitute wird je nach Art der Besicherung hingegen ein RSF-Faktor von 10% bzw. 15% gewählt. Die Europäische Kommission stellt diese Vorgehensweise zur Konsultation und bittet um Vorschläge für alternative Vorgehensweisen.

  • Anwendung des Proportionalitätsprinzips

Für den Anwendungsbereich der NSFR auf europäischer Ebene schlägt die Europäische Kommission ein analoges Vorgehen wie für den Anwendungsbereich der LCR vor und bittet um Rückmeldung an welchem Kriterium das Proportionalitätsprinzip ausgerichtet werden kann.

Ausblick / Fazit

Finanzinstitute sollten die Konsultation nutzen, um sich genauer mit den Auswirkungen der NSFR auf ihr Institut zu beschäftigen. Einen Überblick gibt das Poster zur Übersicht der Liquiditätsanforderungen von PwC. Es zeigt die gesetzlichen Grundlagen sowie das Zusammenspiel der einzelnen Regelungen untereinander (die Auswirkungen in den einzelnen Säulen der Bankenaufsicht), die einzuhaltenden Quoten, relevante Meldetermine und viele weitere wichtige Informationen rund um das Themengebiet Liquidität.

 

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 5: Ausblick: EBA Leitlinien zur Offenlegung und untertägigen Liquidität

Mit der Einführung der CRR hat eine Regulierungswelle mit besonderem Fokus auf dem Thema Liquidität begonnen. Auch nach Beginn der Meldeverpflichtung für die beiden Liquiditätskennziffern Liquidity Coverage Ration (LCR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“ vom 16. Mai 2015) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015) steht das aufsichtliche Rad nicht still. Daher stellt sich nun die Frage wie und in welcher Form das Thema Liquidität in die Offenlegung einfließen wird. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat hierzu bereits in 2014 und 2015 Vorschläge erarbeitet (Liquidity coverage ratio disclosure standards (BCBS 272) und Net Stable Funding Ratio disclosure standards (BCBS 324)), die im Laufe des Jahres 2016 durch die European Banking Authority (EBA) konkretisiert werden sollen.

Auch bezogen auf die Meldeanforderungen wird nach der Einführung der Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) – siehe hierzu auch Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 3: Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) vom 14. Januar 2016) – noch nicht das Ende der regulatorischen Initiativen erreicht. Vielmehr ist nun die untertägige Liquidität Gegenstand der aufsichtlichen Beratungen. Hierzu hat der Basler Ausschuss bereits Vorschläge erarbeitet (Monitoring tools for intraday liquidity management (BCBS 248)), die ebenfalls bis Ende 2016 durch die EBA aufgegriffen werden sollen.

Zukünftige Offenlegungsanforderungen für die Liquiditätskennzahlen

Die Offenlegungsanforderungen des Baseler Ausschusses sehen zwei grundsätzliche Bereiche vor:

  1. Quantitative Offenlegung über Einhaltung und Zusammensetzung der Quoten anhand standardisierter Templates
  2. Qualitative Offenlegung in Umfang und Inhalt in der Verantwortung der Institute

LCR-Offenlegung

Für die Offenlegung der LCR hat die EBA, basierend auf dem Mandat gemäß Art. 435 CRR am 11. Mai 2016 einen ersten Entwurf für eine Leitlinie zur Konsultation gestellt (Draft Guidelines on LCR disclosure to complement the disclosure of liquidity risk management under Article 435 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/CP/2016/06)). Die EBA hat sich hierbei an den Vorschlägen des Basler Ausschuss aus dem März 2014 orientiert.

Analog zu den bisherigen Offenlegungsanforderungen im Zusammenhang mit den regulatorischen Eigenmitteln, zeigen die Entwürfe von Baseler Ausschuss und EBA, dass sich die quantitative Darstellung nicht auf eine 1:1 Abbildung der Meldebögen beschränkt, sondern abgewandelte und aggregierte Aufrisse gefordert sind. So sind bspw. die HQLA nur in ihrer Gesamtheit aufzuführen – ohne Detaildarstellung der Level und Kategorien.

Dafür sind bei den geforderten Werten jedoch weitere Datenanforderungen zu erfüllen: Darzustellen sind die LCR-Positionen (1) ungewichtet nach Bilanzwert, (2) gewichtet nach Anwendung von Haircuts, bzw. Zufluss- oder Abflussraten sowie angepasste Werte nach Anwendung von Caps für Zuflüsse oder Level 2A und 2B Aktiva. Zudem sind die Werte als Durchschnittswert zum Ende eines jeden Quartals zu ermitteln, was eine tägliche Berechnung der LCR und ihrer Bestandteile voraussetzt. Dies dürfte für die Mehrzahl der Institute eine große Herausforderung darstellen.

Der Basler Vorschlag sah vor, dass den zuständigen Aufsichtsbehörden Spielräume bei der Umsetzung zugestanden werden. Diese sollten es ermöglichen, die geforderten Durchschnittswerte zunächst auf Basis der monatlichen Meldung zu ermitteln. Die EBA hat keine gleichwertige Übergangsregelung formuliert, die operative Umsetzbarkeit einer täglichen Berechnung mit der erforderlichen Qualität jedoch noch einmal zur Konsultation gestellt.

Ergänzend zu den LCR-Bestandteilen sollen folgende qualitative Teilaspekte durch die Institute offengelegt werden:

  • Konzentration der Refinanzierungsquellen
  • Derivate-Exposures und ggf. Sicherheitenverpflichtungen
  • Währungsinkongruenzen in der LCR
  • Beschreibung der Organisation des Liquiditätsrisikomanagements wie z.B. Grad der Zentralisierung im Fall von Gruppen und die gruppeninterne Steuerung
  • Andere Zu- und Abflüsse, die für das Liquiditätsprofil relevant sind

Der Basler Vorschlag sah auch eine Kommentierung zur Entwicklung der Quote und deren wesentlichen Treiber im Zeitablauf sowie eine Erläuterung zur Zusammensetzung der liquiden Aktiva vor. Diese Aspekte wurden von der EBA nicht übernommen.

Darüber hinaus enthält die EBA Leitlinie eine LCR-übergreifende qualitative Offenlegungspflicht, mit der ein breites Spektrum des internen Liquiditätsmanagements abgedeckt werden soll. Der Entwurf sieht insbesondere vor, Informationen zur Organisation und Governance des Liquiditätsrisikomanagements, zu den Reportingstrukturen sowie eine Darstellung der Liquiditätsstrategie offenzulegen. Gefordert ist zudem eine Stellungnahme der Geschäftsleitung zur Angemessenheit der Risikomanagementstrategie und -systeme im Verhältnis zur Geschäftsstrategie in Bezug auf die Liquidität.

Die Finalisierung und die anschließende Umsetzung der EBA Leitlinie durch die nationalen Behörden sollen bis zum Juni 2017 abgeschlossen sein. Für die Frequenz der Offenlegung wird in den Leitlinien keine verbindliche Vorgabe über die jährliche Frequenz hinaus gemacht. Speziell die LCR-Quote sowie ihre beiden wesentlichen Bestandteile, d.h. die hochliquiden Aktiva und der Nettozahlungsmittelabflüsse werden jedoch als „rasch veränderliche“ Werte definiert, für die gemäß den Vorgaben der EBA Leitlinie 2014/14 zur Offenlegung – umgesetzt über das BaFin Rundschreiben 2015/05 – Umsetzung der EBA-Leitlinien zur Offenlegung vom 08.06.2015 – eine höhere als eine jährliche Offenlegungsfrequenz angeregt wird. Dessen ungeachtet legen einzelne Institute bereits heute die LCR auf Basis der Baseler Vorgaben offen, weil dies u.a. von den Marktteilnehmern eingefordert wird.

NSFR-Offenlegung

Die Offenlegung der NSFR Bestandteile hängt im ersten Schritt mit den Entscheidungen des EU-Verordnungsgebers über die Kalibrierung und Anwendung der Standards zusammen, die bis zum Ende des Jahres erfolgen soll. Sofern die Einführung einer verbindlichen Quote final entschieden ist, kann im zweiten Schritt mit einer einheitlichen Offenlegungsanforderung gerechnet werden.

Unabhängig von der ausstehenden Entscheidung auf EU-Ebene hat sich der Baseler Ausschuss bereits Gedanken über eine standardisierte Offenlegung der NSFR gemacht und eine Anwendung ab 2018 angeregt.

Aufzubereiten wären hiernach die vierteljährlichen Stichtagswerte – entweder im Rahmen der halbjährlichen oder vierteljährlichen Gesamtoffenlegung des Institutes. Im Bereich der qualitativen Angaben sehen die Vorschläge des Komitees eine Zeitreihenanalyse und zusätzliche Erklärungen zu voneinander abhängigen Aktiva und Verbindlichkeiten vor.

Intraday Liquidity – Leitlinien zum Reporting der untertägigen Liquidität

Der Basler Ausschuss hat auch hier bereits in 2013 ein erstes Konsultationspapier veröffentlicht (BCBS 248).

Es ist zunächst nicht vorgesehen weitere harte Mindestanforderungen zu implementieren, sondern vielmehr Beobachtungskennzahlen abzufragen. Ein wesentliches Ziel besteht darin, typische Muster im Zahlungsverhalten der Institute im Normalszenario abzuwandeln, um die Entwicklung möglicher Stresssituationen rechtzeitig zu erkennen und ihnen begegnen zu können.

Das aktuelle Arbeitsprogramm der EBA sieht hier vor, bis zum 31. Dezember 2016 Leitlinien über eine nationale Umsetzung vorzulegen; vor diesem Hintergrund ist zunächst nicht mit einer Meldeanforderung vor 2017 zu rechnen.

In den EBA-Leitlinien zum zukünftigen Supervisory Review and Evaluation Process (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisiory review and evaluation process (SREP), (EBA/2014/13)), die bereits zum 01.01.2016 in Kraft getreten sind, wird das Thema der untertägigen Liquiditätssteuerung jedoch bereits heute als ein Bestandteil für die Bewertung des ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) definiert.

Das vom BCBS vorgeschlagene Monitoring Tool-Set besteht aus vier Meldekomponenten, die für alle Banken relevant sind und drei weiteren Meldepositionen, die Banken mit einem speziellem Geschäftsmodell betreffen. Die Einreichung der Daten soll auf monatlicher Basis erfolgen – analog zur LCR Meldung.

1. Tägliche maximale Liquiditätsauslastung

  • Gemessen am Zentralbankkonto oder den zentralen Clearingkonten bei anderen Banken sollen die jeweils drei größten positiven und negativen Kontostände sowie der Tagesdurchschnitt im Meldezeitraum ermittelt werden.

2. Verfügbare Intraday Liquidität zu Beginn des Geschäftstages

  • Nach Ermittlung der täglich verfügbaren Liquidität zu Beginn eines jeden Tages in der Berichtsperiode sollen die Werte der drei Tage mit der geringsten verfügbaren Liquidität sowie der Durchschnittswert gemeldet werden.
  • Zusätzlich soll ein Aufriss über die Liquiditätsquellen, darunter Zentralbankguthaben, Guthaben bei Banken, erhaltene widerrufliche und unwiderrufliche Kreditlinien sowie verfügbare Sicherheiten gegeben werden.

3. Summe der Bruttozahlungen

  • Banken sollen angeben, welche Zahlungen auf Bruttoebene täglich insgesamt über ein zentrales Zahlungsverkehrssystem (z.B. TARGET 2) transferiert wurden. Vorgesehen sind hierbei die drei höchsten, bzw. niedrigsten Werte und der jeweilige Durchschnittswert im Berichtszeitraum.

4. Zahlungen mit fixem untertägigem Rückzahlungstermin

  • Hierbei müssen Banken die Werte ermitteln, für die untertägig ein fester Rückzahlungszeitpunkt (Uhrzeit) vereinbart ist und auch hier ist, neben den drei höchsten Tagesgesamtsummen, wieder ein Tagesdurchschnittswert über den Berichtszeitraum zu ermitteln.

Besonderheiten für Korrespondenzbanken und direkte Teilnehmer an Zahlungsverkehrssystemen

Korrespondenzbanken, die Zahlungen im Namen anderer verwalten und weiterleiten, müssen die drei höchsten Tagesummen an Zahlungen melden, die im Namen des Kunden getätigt werden sowie den Durchschnitt der täglichen Zahlungen in Berichtszeitraum. Darüber hinaus sieht das Baseler Komitee vor, dass Korrespondenzbanken die Tagessumme aller untertägig gewährten Kreditlinien sowie die untertägige Höchstauslastung dieser Kreditlinien, unter Berücksichtigung von Besicherungen und der konkreten Zusage erfassen. Direkte Teilnehmer an Zahlungsverkehrssystemen haben darüber hinaus auf stündlicher Basis das transferierte Geldvolumen zu ermitteln und den täglichen Durchschnittswert des Berichtszeitraumes zu bestimmen.

Herausforderungen für die Institute

Das Reporting der untertägigen Liquidität stellt die Banken vor große Herausforderungen. Neben der Bestimmung des Reporting-Umfangs in Bezug auf die relevante Konsolidierungsebene bzw. den rechtlichen Einheiten, Währungen, zu berücksichtigenden Niederlassungen und Liquiditätsquellen (Zahlungsverkehrssysteme, Korrespondenzbanken und Korrespondenzbank-Kunden) stellt insbesondere die Beschaffung der für das Reporting relevanten Datengrundlage die Banken vor große Herausforderungen.

So besteht für die Banken die Notwendigkeit alle für das Reporting relevanten Datenquellen zu identifizieren und die Daten auf Ebene der einzelnen Monitoring Tools für jedes Meldetemplate zu aggregieren.

Banken, die als Korrespondenzbanken im Markt auftreten, stehen zudem vor der Herausforderung alle Daten für die untertägige Auslastung von Kreditlinien in „real-time“ über alle Korrespondenzbanken hinweg verfügbar zu halten, um die untertägige Höchstauslastung daraus ableiten zu können.

Darüber hinaus stehen Banken, die als Kunden von Korrespondenzbanken und als Teilnehmer von Zahlungsverkehrssystemen agieren, noch weiteren Herausforderungen gegenüber:

  • Aufbau eines „real-time“ Zeitstempels im täglichen Zahlungsverkehr mit Korrespondenzbanken, um die Liquiditätsauslastung gegenüber den Korrespondenzbanken ermitteln zu können.
  • Möglichkeit zur Bestimmung der Höhe der widerruflichen Kreditlinien von Korrespondenzbanken.
  • Schaffung einer Möglichkeit zur Identifizierung und Bestimmung von zeitspezifischen Zahlungen über Korrespondenzbanken oder Zahlungsverkehrssysteme.

Fazit

Es bleibt insgesamt noch abzuwarten, wie nah sich die finalen Leitlinien der EBA an den Vorschläge des Baseler Ausschusses – sowohl beim Thema Offenlegung als auch bei den Anforderungen zur untertägigen Liquidität – orientieren werden.

Die aktuellen Reportingformate, die durch den Baseler Ausschuss, bzw. die EBA vorgeschlagen werden, wirken bezogen auf die Anzahl der Datenfelder und die inhaltlichen Anforderung zunächst überschaubar, bergen in der technischen Umsetzung jedoch komplexe Herausforderungen: z.B.im Falle der LCR Offenlegung durch die Forderung des Ausweises von Durchschnittswerten auf Tagesbasis. Die Anforderungen zum Monitoring der untertägigen Liquidität machen es darüber hinaus erforderlich, alle Zahlungsflüsse für das Meldewesen auf Einzelebene in Echtzeit zu erfassen und weiterzuverarbeiten.

Beiden Vorgaben ist gemeinsam, dass die inhaltlichen Anforderungen insbesondere zur internen Steuerung der LCR und der untertätigen Liquidität bereits seit Beginn 2016 formal über den SREP Prozess durch die Aufsichtsbehörden bewertet werden können und in anderen EU-Ländern wohl auch bereits Säule II-Zuschläge auf die LCR festgelegt werden.

Weiterhin gilt für ausgewählte große Institute bereits heute eine Meldepflicht der Intraday Liquidity, auch ohne, dass es eine formelle EBA Vorgabe gibt.

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 3: Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM)

Neben den ab dem 1. Januar 2014 in Kraft getretenen neuen Anforderungen über die Liquiditätsdeckung (LCR) und die stabile Refinanzierung (NSFR) wird das Liquiditätsmeldewesen in naher Zukunft um eine zusätzliche Meldeanforderung erweitert – die Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM). Sie sollen die beiden genannten Kennziffern, die in direkte Reaktion auf die Finanzmarktkrise der Jahre 2007 ff. entwickelt wurden, ergänzen. Hierdurch soll der Bankenaufsicht ein umfassender Überblick über die Liquiditätslage der Institute geboten werden.
Folglich handelt es sich bei den ALMM nicht um einzelne Kennziffern oder zwingend einzuhaltende Mindestquoten, sondern ein Set aus Meldebögen die in einem hohen Maß an Granularität Informationen über verschiedene Liquiditäts-relevante Sachverhalte bieten. Hierdurch werden sie auch zu einer wichtigen Datenquelle für den Liquiditäts-SREP der Aufsicht (dazu auch der Risk Blog Beitrag: „SREP Serie (Teil 10): Beurteilung der Liquiditätsausstattung“).
Mit der hohen Granularität gehen entsprechende Herausforderungen bei der Umsetzung der ALMM einher, sowohl hinsichtlich Datenqualität wie auch Datenverfügbarkeit. Darüber hinaus wurde bis zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrags noch keine finale Fassung der ALMM im EU Amtsblatt veröffentlicht, obwohl das Inkrafttreten zuletzt für den 1. Januar 2016 in Aussicht gestellt wurde.

Hintergrund

Als Resonanz auf die Finanzkrise der Jahre 2007 ff. wurden die bankaufsichtlichen Regelungen zur Liquidität der Institute weitgehend überarbeitet und international vereinheitlicht. Kernpunkt der Reformen durch den Baseler Ausschuss waren die Einführung von zwei neuen Liquiditätskennziffern, der Liquidity Coverage Ratio (LCR – dazu Regulatory Blog: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR – dazu: Regulatory Blog „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“). Nach Ansicht des Baseler Ausschusses bieten beide Kennziffern jedoch noch nicht den notwendigen, umfassenden Überblick über die verschiedenen Facetten des Liquiditätsrisikos. Aus diesem Grund werden sie durch die Additional Liquidity Monitoring Metrics (Basel III: The Liquidity Coverage Ratio and liquidity risk monitoring tools) ergänzt.

Die Umsetzung der Baseler Vorschläge zu den ALMM erfolgt in der EU durch Artikel 415 Abs. 3 Buchst. b) der CRR-Verordnung. Hiernach wird die EBA ermächtigt, Entwürfe technischer Durchführungsstandards (ITS) über zusätzliche Parameter für die Liquiditätsüberwachung (ALMM) zu entwickeln, die der Aufsicht einen umfassenden Überblick über das Liquiditätsrisikoprofil der Institute ermöglichen. Die EBA hat am 18. Dezember 2013 den finalen Entwurf des ITS veröffentlicht (EBA/ITS/2013/11). Eine Aktualisierung erfolgte am 24. Juli 2014 (EBA/ITS/2013/11/rev1). Im Folgenden wird auf den Anwendungsbereich und die einzelnen Meldebögen des ITS vom 24. Juli 2014 näher eingegangen.

Anwendungsbereich

Die Meldung über die ALMM ist grundsätzlich auf Ebene des Einzelinstituts und der Institutsgruppe zu erfüllen. Gemäß Artikel 8 CRR ist eine Ausnahme von der Anwendung der Liquiditätsanforderungen auf Einzelbasis unter den dort genannten Bedingungen möglich (sog. Liquiditätswaiver).

Die Berichterstattung über die ALMM hat grundsätzlich auf monatlicher Basis zu erfolgen. Abweichend davon können Institute auf quartalsweiser Basis melden, wenn sie bestimmte Größenindikatoren unterschreiten und nicht Teil einer grenzüberschreitenden Institutsgruppe sind. Während im Rahmen der monatlichen Meldefrequenz eine Einreichung der ALMM-Meldungen bis zum 15. Kalendertag nach dem Stichtag vorgesehen ist, gelten bei quartalsweiser Meldungen die Einreichungsfristen, die der ITS on Reporting auch für Solvenz-FINREP oder Großkreditmeldungen vorsieht.

Meldeformulare

Der EBA ITS enthält insgesamt sechs Meldeformulare, die einen Überblick über das Liquiditätsrisikoprofil, die Konzentrationen in der Refinanzierung und die Refinanzierungskonditionen der Institute ermöglichen sollen.

Meldebogen C 66.00 (Maturity Ladder oder auch Contractual Template) enthält eine Liquiditätsablaufbilanz. Hierin sind alle künftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse nach ihrem vertraglich festgelegten Eintrittszeitpunkt in 22 Laufzeitbänder einzuordnen. Zusätzlich werden die liquiden Mittel und Linien gezeigt, die in den einzelnen Laufzeitbändern zur Deckung einer Liquiditätsunterdeckung verfügbar sind (sog. Counterbalancing Capacity – CBC). Im Gegensatz zur LCR erstreckt sich die Betrachtung somit auf einen wesentlich längeren Zeithorizont. Zudem werden kein aufsichtliches Stresszenario oder aufsichtliche Gewichtungsfaktoren vorgegeben. Im Gegensatz zu den Liquiditätsablaufbilanzen, die regelmäßig im Rahmen der internen Liquiditätssteuerung genutzt werden, ist keine Modellierung künftiger Zahlungsströme notwendig, da alle Zahlungsmittelflüsse nach ihrer vertraglichen Fälligkeit abzutragen sind.

In dem Meldebogen C 67.00 (Concentration of funding by counterparty) sind die zehn größten Geschäftspartner bezogen auf die Passivseite des Instituts zu melden. Dabei sind nur Kontrahenten separat auszuweisen, sofern ihr Refinanzierungsbeitrag mehr als ein Prozent der Gesamtverbindlichkeiten des Instituts gemäß FINREP beträgt.
Durch diese Anforderung wird die frühzeitige Identifikation von etwaigen Konzentrationen auf der Passivseite bezweckt. Somit sollen Liquiditätsrisiken vermieden werden, die sich durch eine zu starke wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern ergeben können. Der Nutzen dieser Meldung liegt neben der Risikoidentifikation in der frühzeitigen Gewinnung von steuerungsrelevanten Informationen. So können sich hieraus erforderliche Maßnahmen zu einer ggf. notwendigen höheren Diversifikation der Refinanzierungsbasis ableiten lassen.
Neben der Höhe der Verbindlichkeiten gegenüber den einzelnen Kontrahenten sind auch die Art der Produkte sowie Angaben bspw. zu Sitzstaat und Wirtschaftszweig des Passivkunden zu machen. Als besondere Herausforderung bei der Umsetzung hat sich erwiesen, dass hier Gruppen verbundener Kunden zu zeigen sind. Diese sind bislang – zumindest bei reinen Passivkunden – noch nicht in den Systemen der Banken hinterlegt. Zudem ergeben sich Herausforderungen, wenn bei Gruppen verbundener Kunden der sogenannte Siloansatz für Zentralregierungen genutzt wird, da hier Mehrfachausweise einzelner Kontrahenten möglich sind.

Der Meldebogen C 68.00 (Concentration of Funding by Product Type) gibt einen Überblick über mögliche Konzentrationen in einzelnen Produktarten der Passivseite. In den Zeilen werden dabei die Produkte grob in die beiden Gruppen „Privatkunden“ und „restliche Kunden“ differenziert. In den Spalten erfolgt der Ausweis des Betrags, eine Unterteilung danach, ob die Positionen der Einlagensicherung unterliegen oder nicht, sowie die volumengewichtete Angabe der Ursprungs- und Restlaufzeit.

Der Meldebogen C 69.00 (Prices for various lenghts of funding) zeigt die Refinanzierungskosten der innerhalb des vergangenen Meldezeitraums neu abgeschlossenen Passivgeschäfte. In den Zeilen werden hier verschiedene Kategorien von Einlagen aufgeführt (bspw. Privatkundeneinlagen, besicherte Finanzierung, gedeckte Schuldverschreibungen etc.). In den Spalten werden in Laufzeitintervallen von einem Tag bis hin zu zehn Jahren, das Volumen und der gezahlte Spread über EONIA, EURIBOR oder vergleichbare Indizes ausgewiesen. Die Herausforderung im Rahmen der Meldungserstellung ist hierbei mit Sicherheit den jeweiligen Spread nach den vorgegebenen Produktarten abzugrenzen.

Der Meldebogen C 70.00 (Roll-Over of Funding) differenziert die im Meldemonat auf Tagesbasis aufgenommenen, prolongierten und abgelaufenen Refinanzierungsmittel und ermittelt so den sich ergebenden Refinanzierungssaldo pro Tag des Meldemonats.
In den Zeilen werden wiederum verschiedene Kategorien von Einlagen aufgeführt, beispielsweise Privatkundeneinlagen und besicherte sowie unbesicherte Nicht-Privatkundeneinlagen. Die Spalten sind in Laufzeitintervalle untergliedert und unterscheiden darunter nach Neugeschäft, rollierenden und auslaufenden Positionen. Bislang ist unklar, wie quartalsweise zu meldende Banken diesen Meldebogen zu befüllen haben. Ebenso fehlen klare Vorgaben, wie beispielsweise Tagesgelder, die innerhalb des Meldezeitraums mehrfach „fällig“ werden, auszuweisen sind.

Über den Meldebogen C 71.00 (Concentration of Counterbalancing Capacity by Issuer/Counterparty) erfasst die Aufsicht die zehn größten Bereitsteller von Counterbalancing Capacity. Eine zu starke Abhängigkeit der Counterbalancing Capacity von einzelnen Gegenparteien kann zu Liquiditätsproblemen führen (verminderte Liquidität in einem Stresstestszenario bzw. Fähigkeit der Gegenpartei der gewährten Liquiditätslinie nachkommen zu können). Die Diversifikation der Counterbalancing Capacity sollte vom Institut gesteuert werden.
Die Struktur der Meldung zu den zehn größten Gegenparteien nach Vermögenswerten, die für die Counterbalancing Capacity anerkannt sind, ist ähnlich wie die Meldung zu den zehn größten Gegenparteien bezogen auf ihren Refinanzierungsanteil (C 67.00) aufgebaut.

Ausblick und weitere Schritte bis zur Finalisierung

Die ALMM-Meldepflicht sollte ursprünglich am 1. Juli 2015 in Kraft treten. Voraussetzung ist die Verabschiedung durch die Europäische Kommission und die Veröffentlichung im EU Amtsblatt. Anschließend sollten die Meldebögen zu ALMM in die D-VO 680/2014 integriert werden.
Am 17. Juli hat die EBA auf ihre Internetseite mitgeteilt, dass der Zeitpunkt der Einführung der ALMM-Meldeanforderung voraussichtlich um mindestens 3 Monate verschoben wird, da der finale ITS-Entwurf noch nicht verabschiedet ist.
Die EU Kommission hat am 13. August 2015 darüber informiert, dass sie zunächst nur die Meldebögen C 67.00 bis C 71.00 am 1. Januar 2016 in Kraft treten lassen will. Der Maturity Ladder Meldebogen (C 66.00) soll hingegen durch die EBA überarbeitet und an die Vorgaben der delegierten Verordnung zur LCR (D-VO 2015/61) angepasst werden. Um doppelte Umsetzungsaufwände Seitens der Institute zu vermeiden, soll dieser Meldebogen erst nach seiner Überarbeitung verabschiedet und meldepflichtig werden.
In ihrer Stellungnahme zum Vorschlag der EU Kommission vom 25. September 2015 teilte die EBA mit, dass sie die Verschiebung des Einführungszeitpunkts auf den 1. Januar 2016 unterstützt, jedoch die Anwendung des vorliegenden Meldebogens Maturity Ladder als einheitliches Mittel zur Messung von Liquiditätsrisiken für unentbehrlich hält. Sollten die ALMM ohne Maturity Ladder in Kraft treten, würde es nach Einschätzung der EBA bis zu zwei Jahre dauern, bis das überarbeitete Template in Kraft treten könnte; innerhalb dieser Frist wäre die Aufsicht auf ad-hoc Anfragen oder ähnliche Behelfe angewiesen.
Somit ist weiterhin nicht abschließend geklärt, wann und in welcher Form der Maturity Ladder Meldebogen durch die Institute zu melden ist, sofern diese nicht bereits im Rahmen der sogenannten Short Term Exercise (STE) der EZB zur Einreichung dieses Templates verpflichtet sind. Ebenso steht die Veröffentlichung der verbleibenden fünf Meldebögen im EU Amtsblatt weiterhin aus.

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio

Die Finanzkrise von 2007 ff. zeigte, dass viele Banken langfristige und illiquide Vermögenswerte durch kurzfristige Verbindlichkeiten refinanzierten. Diese Art der Fristentransformation gehört zwar zu den Kernaufgaben einer Bank, birgt jedoch besonders in Stresssituationen ein hohes Maß an Liquiditätsrisiken. Der Baseler Ausschuss will diesem Risiko mit der Einführung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) entgegenwirken und sicherstellen, dass die Institute für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr über eine ausreichend stabile Refinanzierung verfügen. Die Net Stable Funding Ratio ergänzt die an dieser Stelle in Teil 1 der Serie Liquiditätsmeldewesen im Wandel vorgestellte Liquidity Coverage Ratio (LCR) (siehe Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“ vom 16. Juli 2015) im Rahmen der bankaufsichtlichen Neuerungen im Liquiditätsmeldewesen um eine längerfristig ausgerichtete Refinanzierungsquote.

Hintergrund

Auf EU-Ebene regelt die CRR die Anforderungen an eine ausreichende und stabile Refinanzierung in den Artikeln 413, 427 und 428 CRR. Gemäß Artikel 413 Abs. 1 CRR sind Banken grundsätzlich dazu verpflichtet, eine hinreichend stabile Refinanzierung ihrer Geschäftsaktivitäten sicherzustellen. Da es jedoch keine darüber hinausgehende, verpflichtend einzuhaltende Mindestquote und keine Gewichtungsfaktoren für einzelne Bilanzpositionen zur Ermittlung einer solchen Quote gibt, umfasst die mit der CRR eingeführte Meldepflicht bislang nur die einzelnen Bestandteile der NSFR.

Auf Baseler Ebene wurden die Basel III Vorgaben zur Ermittlung und Einhaltung einer verpflichtenden NSFR-Mindestquote durch das am 31. Oktober 2014 veröffentlichte Papier des Baseler Ausschusses zur NSFR überarbeitet (Basel III: the net stable funding Ratio, BCBS 295). Diese ersetzen die vorherige Regelung aus dem Jahr 2010 (Basel III: International framework for liquidity risk measurement, standards and monitoring, BCBS 188).

Aufbau und Zusammensetzung der NSFR

Bei der NSFR handelt es sich um eine Bilanzstrukturkennziffer, die keine Stressszenarien widerspiegelt. Grundsätzlich sind Banken dazu angehalten, verfügbare stabile Refinanzierung (Available Stable Funding, ASF) vorzuhalten, die mindestens so groß ist wie die erforderliche stabile Refinanzierung (Required Stable Funding, RSF). Die Ermittlung der verfügbaren sowie der erforderlichen stabilen Refinanzierung ist so kalibriert, dass sie die Liquidität der Vermögenswerte und das vermutete Ausmaß der Stabilität der korrespondierenden Verbindlichkeiten abbilden soll.

NSFR

Als Bilanzstrukturkennziffer basiert die NSFR auf der bilanziellen Gliederung der Aktiv-, Passiv- und außerbilanziellen Positionen in ein vorgegebenes Schema. Hierbei wird soweit möglich auf bestehende Definitionen zurückgegriffen, beispielsweise die Definition der Privatkundeneinlage im Sinne der LCR. Den einzelnen Positionen werden dann Faktoren in Höhe von 0% bis 100% zugewiesen. Diese sind durch den Baseler Ausschuss vorgegeben und beinhalten die Einschätzung der Stabilität bzw. Liquidität der betreffenden Positionen. In einigen Fällen besteht darüber hinaus weiterhin die Möglichkeit, im Rahmen einer nationalen Umsetzung grundsätzlich abweichende Faktoren zu nutzen oder bezüglich der Mindestquote über die Vorgaben des Baseler Ausschuss hinauszugehen. Denkbar ist beispielsweise, dass künftig in der EU im Rahmen des SREP institutsspezifische NSFR-Mindestquoten festgelegt werden, um den spezifischen Fundingrisiken der Institute adäquat begegnen zu können.

Die Ermittlung der verfügbaren stabilen Refinanzierung (ASF)

Zur Ermittlung der verfügbaren stabilen Refinanzierung, die den Zähler der NSFR darstellt, werden die Verbindlichkeiten und Eigenkapitalbestandteile der Bank nach Laufzeit und Kontrahent in Kategorien eingeteilt. Die verfügbare stabile Refinanzierung stellt in ihrer Gesamtheit das Volumen der Passivseite dar, welches über den Betrachtungszeitraum der NSFR voraussichtlich dauerhaft zur Verfügung steht. Rechnerisch wird die Gesamtheit der verfügbaren stabilen Refinanzierung in drei Schritten ermittelt. Der erste Schritt umfasst die Zuordnung sämtlicher Passivpositionen zu den vom Baseler Ausschuss vorgegebenen fünf ASF-Kategorien. Im zweiten Schritt wird der Buchwert der Positionen ermittelt und daraufhin im letzten Schritt mit dem von der ASF-Kategorie abhängigen Faktor multipliziert. Bei der verfügbaren stabilen Refinanzierung werden ausschließlich Positionen verwendet, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Die fünf ASF-Kategorien können in Eigenmittel, stabile Einlagen, weniger stabile Einlagen, andere Einlagen und Verbindlichkeiten sowie sonstige Passiva untergliedert werden. Entsprechend wird diesen Kategorien ein ASF-Faktor in Höhe von 100%, 95%, 90%, 50% oder 0% zugewiesen. Alle nicht explizit genannten Positionen, wie zum Beispiel Rückstellungen oder latente Steuern, werden mit einem ASF-Faktor in Höhe von 0% berücksichtigt.

Im Detail setzt die Aufsicht in ihrem finalen Papier einen konservativen Ansatz für Verbindlichkeiten fort und spezifiziert die grundlegenden Anforderungen zu deren Behandlung (siehe Abschnitt „Änderungen zu den bisherigen Regelungen“). Sofern in Bezug auf aufgenommene Finanzierungsmittel Kündigungsoptionen o.ä. vorliegen, ist bei der Einteilung in Laufzeitbänder konservativ davon auszugehen, dass die Optionen zum frühesten möglichen Zeitpunkt ausgeübt werden. Eine Abweichung von diesem Grundsatz kann bei ausreichendem Nachweis gestattet werden. Im Vergleich zum Konsultationsstand aus dem Januar 2014 (Consultative Document Basel III: The Net Stable Funding Ratio, BCBS 271) haben sich im Bereich der verfügbaren stabilen Refinanzierung keine wesentlichen Änderungen ergeben. Die Anpassungen die auf Grundlage der QIS im Konsultationsprozess – zum Beispiel bei den Einlagen – vorgenommen wurden, haben sich auch im finalen Papier durchgesetzt. Das heißt, dass sowohl stabile Retaileinlagen ohne feste Laufzeit weiterhin mit einem AFS Faktor von 95% als auch operative Einlagen mit einem Faktor von 50% berücksichtigt werden. 

Die Ermittlung der erforderlichen stabilen Refinanzierung (RSF)

Die Ermittlung der erforderlichen stabilen Refinanzierung erfolgt mit der gleichen Logik in Schritten wie bei der verfügbaren stabilen Refinanzierung. Auch hier ist der Ausgangspunkt die Kategorisierung einzelner Bilanzaktiva und außerbilanzieller Risikopositionen in Abhängigkeit ihrer Laufzeit und Liquidität. Dabei soll ein konservativer Ansatz dahingehend angewendet werden, dass Verlängerungsoptionen, für die das Ausübungswahlrecht beim Kontrahenten liegt, stets als ausgeübt angenommen werden. Ebenso sollen Institute beispielsweise innerhalb eines Jahres auslaufende Kreditlinien aus Reputationsgründen zu einem erheblichen Anteil als verlängert betrachten. Bei der Kategorisierung der Aktiva zu den verschiedenen RSF-Faktoren werden im Wesentlichen drei Laufzeitbänder unterschieden: weniger als 6 Monate, zwischen 6 und 12 Monaten und mehr als 12 Monate. Belastete Aktiva, die beispielsweise als Sicherheiten gestellt oder verpfändet sind, werden dabei nicht anhand ihrer eigenen Laufzeit, sondern anhand der (Rest-)Laufzeit der Belastung eingestuft. Die Gruppierung der Aktiva orientiert sich in Teilen an den Definitionen liquider Aktiva nach dem Vorschlag des Baseler Ausschusses (Basel III: The Liquidity Coverage Ratio and liquidity risk monitoring tools, BCBS 238), welcher in weiten Teilen durch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/61 vom 10. Oktober 2015 zur Ergänzung der VO (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Liquiditätsdeckungsanforderungen an Kreditinstitute bereits in geltendes EU-Recht umgesetzt wurde. Dabei sind Aktiva der Stufe 1 in der Regel mit 5% auf die RSF anzurechnen, während Aktiva der Stufe 2A zu 15% und Aktiva der Stufe 2B zu 50% stabil zu refinanzieren sind. Risikopositionen aus Krediten gegenüber Finanzinstituten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr erhalten einen Anrechnungsfaktor zwischen 10% und 50%, während Risikopositionen gegenüber Unternehmens- und Privatkunden aufgrund der eingangs genannten Annahmen zur häufigen Prolongation tendenziell höhere Anrechnungssätze von mindestens 50% erhalten. Kredite gegenüber Nicht-Finanzkunden mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind dagegen nur mit 65% bis 85% anzurechnen, während Kredite an Finanzinstitute mit einer vergleichbaren Restlaufzeit eine Anrechnung von 100% erhalten sollen. Eine Anrechnung von 0% ist nur noch für wenige Assetklassen wie Münzen und Banknoten oder Forderungen gegenüber Zentralbanken mit einer Restlaufzeit von weniger als 6 Monaten möglich. Auch Forderungen aus Assetverkäufen sind, sofern eine Erfüllung kurzfristig zu erwarten ist, von der Pflicht zur stabilen Refinanzierung ausgenommen.

Änderungen zu den bisherigen Regelungen

Im Vergleich zum ersten Baseler Konsultationspapier aus dem Jahr 2010 (BCBS 188) fällt auf, dass die neuen Kriterien je nach Geschäftsmodell einer Bank sowohl zu einer Verschärfung wie auch zu einer Erleichterung führen können. Wesentliche Änderungen umfassen unter anderem die folgenden Punkte:

  • Auf Seiten der verfügbaren stabilen Refinanzierung müssen künftig innerhalb eines Jahres abfließende Cashflows aus dem Positionswert herausgerechnet werden.
  • Belastungen von Aktiva mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr führen nach dem neuen Papier zu deutlich höheren Refinanzierungsanforderungen, während die alte Veröffentlichung eine Encumbrance von weniger als einem Jahr in der Regel gänzlich unbeachtet ließ.
  • Dem gegenüber wurde die Anrechnung von Forderungen gegenüber Nicht-Finanzkunden bei der Ermittlung der RSF deutlich herabgesetzt, was zu Erleichterungen bei typischen Geschäftsbanken führen dürfte.

Auch im Vergleich zur Konsultation aus dem Januar 2014 (BCBS 271) fallen in der endgültigen Fassung einige Veränderungen auf, beispielsweise:

  • Überarbeitete Regelungen zur Erfassung von Derivaten unter Berücksichtigung von Nettingvereinbarungen sowie Initial und Variation Margins.
  • Bei Reverse-Repo Geschäften unterscheidet der Abflussfaktor zwischen einer Besicherung mit Level 1-HQLA und anderen Papieren.

Ausblick auf die Entwicklung auf EU-Ebene

Die Vereinbarung des Baseler Ausschusses hat noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Institute in der EU. In der Vergangenheit konnten die Empfehlungen des Baseler Ausschusses jedoch stets als Wegweiser für die künftige Gesetzgebung in Europa angesehen werden.

Auf Grundlage des EBA-Mandats, die Einführung einer verpflichtenden Quote zur stabilen Refinanzierung gem. Art. 510 Abs.1 CRR bis zum 31.12.2015 zu bewerten, ist davon auszugehen, dass das aktuelle Baseler Papier zumindest in Teilen eine Umsetzung in der europäischen Regulierung finden wird. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wäre dann gemäß Artikel 510 Abs. 3 CRR durch die Europäische Kommission bis zum 31.12.2016 vorzulegen. Die verpflichtende Einführung der NSFR-Quote auf EU-Ebene würde sich in diesem Fall voraussichtlich an den Vorgaben des Baseler Papiers zum 01.01.2018 orientieren, wie bereits in Erwägungsgrund Nr. 112 der CRR dargelegt. Um die Einführung der NSFR zu unterstützen, wird die EBA bis Ende 2015 einen Bericht über die Kalibrierung der Anforderungen finalisieren und an die Europäische Kommission weiterleiten. Der Entwurf des Reports wurde am 15. Oktober 2015 im Rahmen eines EBA Hearings (Draft Report on the calibration of a stable funding requirement under Art. 510 CRR) vorgestellt und unterstreicht in einer vorläufigen Zusammenfassung die Notwendigkeit der stabilen Refinanzierungsanforderung. Einen Standard für die verpflichtende Offenlegung der NSFR, der sämtliche Anpassungen des neuen Papiers beinhaltet, hat der Baseler Ausschuss bereits im Juni 2015 veröffentlicht (Net Stable Funding Ration disclosure standards, BCBS 324).

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite

Mit den Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements vom 26. Juli 2013 hat die European Banking Authority (EBA) die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen veröffentlicht. Neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP (vgl. dazu Blog-Beitrag: „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP &  Co“ vom 30. Juli 2013) enthält der ITS auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses).

Der aktuelle ITS enthält Vorgaben zu den Meldefrequenzen, Abgabefristen, Definitionen und Meldebögen, inklusive des von der EBA entwickelten Data Point Models. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen zeigt dieser Beitrag ( zu den Vorversionen vgl z.B. Blog-Beitrag: „Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS“ vom 06.Februar 2013).

COREP

  • Anwendungszeitpunkt

Der ITS stellt klar, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die COREP-Anforderungen der 1. Januar 2014 ist und folglich die erste COREP-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen hat. Zukünftig müssen die Meldungen quartalsweise an die Aufsicht geliefert werden. Die Einzel- und Gruppenmeldungen müssen immer bis zum 30. Arbeitstag nach Meldestichtag an die Aufsicht geliefert werden.

  • Inhalt

Die EBA fordert nun eine granulare Darstellung des Wertberichtigungsvergleichs, zur separaten Abbildung von ausgefallenen und nicht-ausgefallenen Forderungen (CA 4).

Bei dem Ausweis von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten wird zwischen Staatspapieren der Kategorie AfS und allen anderen unrealisierten Gewinnen bzw. Verlusten differenziert. Darüber hinaus erfolgt ein separater Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus der Fair Value-Bilanzierung derivativer Verbindlichkeiten, die aus dem eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren (Art. 33 (1c) CRR).

Risikopositionen gegenüber KMUs, für die ein privilegiertes Risikogewicht zur Anwendung kommt, sind separat auszuweisen. Darüber hinaus entfällt der in den bisherigen Entwürfen separate Ausweis von Forderungen an den Default Fund eines CCP durch Clearing Member (CA 2).

Halten Institute freiwillig strengere Anforderungen als die Mindestquoten der CRR ein (Art. 3 CRR), so sind diese durch entsprechende Datenfelder abbildbar.

Leverage Ratio

  • Anwendungszeitpunkt

Die EBA hat den 1. Januar 2014 als Erstanwendungszeitpunkt für die Meldung der Leverage Ratio festgelegt. Die erste LR-Meldung hat entsprechend zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Leverage Ratio hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Inhalt

Die Meldebogen wurde an die Änderungen in der finalen CRR angepasst, indem:

    • Neue Meldepositionen zu den außerbilanziellen Positionen, die der Handelsfinanzierung dienen oder durch einen anerkannten Exportversicherer gedeckt sind, und mit einem CCF von 20% bzw. 50% im Gesamtexposure der Leverage Ratio berücksichtigt werden, eingefügt wurden
    • Der Ausweis des Betrages für Securities Financing Transcations (SFT/Wertpapierfinanzierungsgeschäfte) nach umfassender und einfacher Methode angepasst wurde.

In den finalen ITS wurden weiterhin Vorschläge aus dem Baseler Konsultationspapier zur Leverage Ratio (Revised Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – consultative document vom 26. Juni 2013) übernommen, die auch schon im Basel III Monitoring enthalten sind:

    • Nachrichtliche Meldung einer Nettingmethode für Securities Financing Transcations (SFT), die eine Verrechnung von Positionen mit Sicherheiten (ohne Berücksichtigung von aufsichtlichen Abschlägen) auf Nettingset- und Einzelgeschäftsebene erlaubt und gemäß des Baseler Vorschlags die maßgebliche Methode für die Add-on Berechnung ist.
    • Es erfolgt ein zusätzlicher Ausweis des Nominalbetrags von Kreditderivaten (Sicherungsnehmer) mit gleichem Referenztitel und mindestens gleicher Laufzeit wie bei korrespondierenden Sicherungsgeberpositionen, die unter Basel III dem Gesamtexposure hinzugefügt werden.
  • Reportingstruktur

Die EBA hat eine zusätzliche Tabelle für wesentliche Anteile an Unternehmen, die handelsrechtlich, aber nicht aufsichtsrechtlich konsolidiert werden, eingefügt. Die Aufgliederung erfolgt in drei Sektoren (Financial Entities, Securitisation Entities, Commercial Entities) und nach den im Rahmen der Leverage Ratio abgefragten Geschäftsarten (nur Reporting, keine Berücksichtigung in der Berechnung der Kennziffer wie unter Basel III).

Liquidität

  •  Anwendungszeitpunkt

Der ITS enthält unterschiedliche Anwendungszeitpunkte für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die Meldung der NSFR hat ab dem 1. Januar 2014 zu erfolgen. Folglich hat die erste NSFR-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die NSFR hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen. Der Erstanwendungszeitpunkt für die LCR wird auf den 31. März 2014 festgesetzt. Die erste Meldung ist wie bei den anderen Meldungen mit einer einmaligen verlängerten Frist zum 30. April 2014 abzugeben. Zukünftig müssen die Institute die LCR-Meldung monatlich am 15. Kalendertag nach dem Meldestich an die Aufsicht liefern.

  • Inhalt

Bei den Meldebögen zur LCR wurde die Darstellung der liquiden Aktiva angepasst und noch granularer gestaltet. Insbesondere wurden die Vorgaben zu liquiden Aktiva (Art. 416 CRR) und dem zusätzlichen Reporting nach Anhang III zur CRR klar voneinander getrennt. Hieraus ergeben sich auch Auswirkungen auf die Meldebögen zu Zahlungsmittelzu- und -abflüssen, beispielsweise in Bezug auf die Darstellung von Repogeschäften.

In einem neuen Meldebogen zur LCR erfolgt die Abbildung der Auswirkungen von Collateral Swaps. Die Granularität der Darstellung bleibt jedoch gegenüber dem Meldebogen des Basel III-Monitorings zurück. Die Darstellung der liquiden Aktiva in den Meldebögen zur NSFR wurde an die geänderte Darstellung bei der LCR angepasst. Zudem wurde der Meldebogen zur benötigten stabilen Refinanzierung um die Darstellung der Asset Encumbrance erweitert

Großkredite

  •  Anwendungszeitpunkt

Der Erstanwendungszeitpunkt für die Großkreditmeldungen ist der 1. Januar 2014, folglich hat die erste Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen Fristverlängerung zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Großkredite hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Reportingstruktur

Die Großkreditmeldung wurde von bisher zwei auf fünf Meldebögen erweitert, wobei der bisherige Meldebogen LE 1 auf zwei Tabellen aufgegliedert und zusätzlich zwei neue Meldebögen eingeführt werden. Während an den bestehenden Formaten nur geringfügige Änderungen vorgenommen wurden, enthalten die beiden vollständig neuen Meldebögen eine sehr granulare Aufgliederung der Exposure je KNE bzw. KN nach Laufzeitbändern.

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