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Das neue Banking Package (Teil 9): Wohin mit all den neuen Informationen? Anpassungen an den Melde- und Offenlegungsvorschriften

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europäischen Union die finalen Kompromissentwürfe zu allen Reformpaketen, einschließlich CRR II, CRD V, BRRD II, und SRMR II gebilligt. Im Rahmen einer Serie von Blog-Beiträgen stellen wir die zentralen Neuerungen der CRR II dar. Im Fokus des aktuellen Beitrags stehen Änderungen des Meldewesens sowie neue Vorgaben zur Offenlegung.

Im Bereich des Meldewesens werden einerseits die neuen Ansätze (FRTB, SA-CCR) durch flankierende Meldeverpflichtungen begleitet und andererseits Maßnahmen zur Reduktion des Aufwandes gerade für kleinere Institute getroffen. In der Offenlegung finden die umfangreichen Maßnahmen des Baseler Ausschusses Eingang in die CRR II, allerdings ebenfalls ergänzt um Vorgaben zur Sicherstellung der Proportionalität.

Offenlegung 2.0 – EBA Leitlinie 2016/11: PwC Analyse der Umsetzung im deutschen Bankensektor

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat die Praxis der bankaufsichtsrechtlichen Offenlegung durch die Institute seit ihrer Einführung im Rahmen von Basel II in 2004 verschiedentlich kritisiert. Die mangelnde Konsistenz und Vergleichbarkeit der offengelegten Informationen, sowie die Tatsache, dass die Finanzkrise unmissverständlich gezeigt hat, dass die bestehenden Offenlegungsanforderungen der Säule III nicht ausreichend waren, hat dazu geführt, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) sowie die Europäische Union (EU) und die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) Vorschläge zur Weiterentwicklung der Offenlegungsanforderungen konzipiert haben. Die Weiterentwicklung der Offenlegungsanforderungen auf europäischer und internationaler Ebene ist daher ein zentraler Aspekt der regulatorischen Reformen im Bankensektor.

Die finale EBA Leitlinie zur Offenlegung der IFRS 9 Übergangsregelungen

Am 27. Dezember 2017 wurde die Anpassung der CRR hinsichtlich der Übergangsbestimmungen zur Abmilderung der Effekte aus der IFRS 9 Einführung auf die regulatorischen Eigenmittel im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht (vgl. dazu auch Regulatory Blog: „Fast Track“ – CRR Übergangsbestimmungen für die IFRS 9-Auswirkungen auf die regulatorischen Eigenmittel“ vom 17. Januar 2018). Die damit in Verbindung stehenden finalen Leitlinien für die neuen Offenlegungsanforderungen hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) am 12. Januar 2018 (Guidelines on uniform disclosures under Article 473a of Regulation (EU) No 575/2013 as regards the transitional period for mitigating the impact of the introduction of IFRS 9 on own funds (EBA/GL/2018/01)) veröffentlicht.

Die Leitlinien legen ein einheitliches Format für die Offenlegung der Auswirkungen der Übergangsregelungen für IFRS 9 und der Expected Credit Loss Modelle fest (ECLs, die mit den Rechnungslegungsstandards, die gemäß Artikel 6 (2) der Verordnung (EU) Nr. 1606/2002 implementiert wurden, vergleichbar sind), um eine Konsistenz in der Offenlegung hinsichtlich Risiko Gewichtete Aktiva , Kapital und Verschuldung zu erreichen.

Die Offenlegungsanforderungen sind für alle Institute, die ihre Abschlüsse im Einklang mit den internationalen Rechnungslegungsstandards erstellen oder eine analoge ECL Bilanzierung anwenden und sich zur Anwendung der Übergangsregelungen für IFRS 9 und ähnliche ECL Modelle entschieden haben, verpflichtend. Institute die sich gegen die Anwendung der Übergangsregelungen für IFRS 9 und ähnliche ECL Modelle entschieden haben, sollen dies qualitativ erläutern, sowie potentielle Änderungen hinsichtlich dieser Entscheidung in den Folgejahren offenlegen.

Die Leitlinie zielt darauf ab, die Offenlegungsanforderungen mit Blick auf Transparenz und Vergleichbarkeit zu harmonisieren und zu spezifizieren. Dazu hat die EBA eine detaillierte quantitative Offenlegungstabelle (IFRS 9 –FL) veröffentlicht. Des Weiteren sollen die relevanten Bestandteile der Übergangsregelung und wesentliche Veränderungen qualitativ erläutert werden.

Die Offenlegungstabelle liefert einen Überblick über Eigenmittel, hartes Kernkapital, Kernkapital, RWA, harte Kernkapitalquote, Kernkapitalquote, Gesamtkapitalquote und Verschuldungsquote unter Anwendung der IFRS 9 sowie ähnliche ECL Modelle. Institute sollen in der Tabelle die Kennzahlen einmal unter Anwendung der Übergangsregelungen für IFRS 9 und ähnliche ECL Modelle und einmal unter der finalen Anwendung der IFRS 9 und ähnliche ECL Modelle offenlegen. Die Offenlegung vergangenheitsbezogener Kennzahlen ist nicht notwendig, wenn das Template zum ersten Mal veröffentlicht wird.

Die Häufigkeit der Offenlegung bestimmt sich nach der Absätzen 25, 26 und 27 der EBA Guideline 2014/14, die durch die EBA/GL/2016/11 insbesondere hinsichtlich der Offenlegungsanforderungen zu Eigenmitteln, RWA und LR geändert wurden. Die Leitlinien gelten ab dem 20. März 2018 bis zum Ende der Übergangsperiode. Die erste Anwendung der Leitlinien erfolgt daher bei einer vierteljährlichen Offenlegung bereits für den Offenlegungsbericht zum Stichtag 31. März 2018. Dies führt für die Banken mit einem vierteljährlichen Offenlegungsturnus nicht nur zu einem erhöhten Aufwand aufgrund der neuen Übergangsbestimmungen in der COREP Meldung, sondern auch zu einer zusätzlichen quantitativen sowie qualitativen Anforderung im Offenlegungsbericht.

Sie haben weitere Fragen zur Offenlegung der IFRS 9 Übergangsregelungen?

Gerne unterstützen wir Sie bei der weiteren Aufarbeitung der neuen Offenlegungsanforderungen und der Analyse der Auswirkungen für Ihr Institut. Sprechen Sie einfach unseren Experten an:

 

Peter Büttel

Telefon: +49 69 9585 2056

Mobil:    +49 160 97800859

peter.buettel@pwc.com

 

Willkommen zur Basel IV / CRR II Academy 2018 !

Basel IV wird in den nächsten fünf Jahren eine der größten Herausforderung für die Finanzmarktbranche darstellen. Die Regelungen werden Auswirkungen auf die Berechnung der risikogewichteten Aktiva und die Kapitalquoten aller Banken haben und damit ihre Strategien und Geschäftsmodelle grundlegend beeinflussen. Teile von Basel IV sind bereits auf dem Weg über die „CRR II“ innerhalb der EU umgesetzt zu werden.

Die Änderungen werden die Banken dazu zwingen, ihre Risiko- und Governance-Strategien zu überdenken, neu zu bewerten und im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle und strategischen Planungen besser einzubinden. Auch wenn der vorgeschlagene Zeitplan für die endgültige Umsetzung noch in der Zukunft zu liegen scheint, ist klar, dass die Banken erheblichen Zeitaufwand und Ressourcen benötigen werden, um die Auswirkungen von Basel IV auf das individuelle Geschäftsmodell zu verstehen, umzusetzen und optimal zu nutzen.

Wir laden Sie ein, an unserem dreitägigen Intensivtraining „Basel IV / CRR II Academy 2018 – The road from Basel III to Basel IV“ teilzunehmen.

 

In unserer dreitägigen Basel IV / CRR II Academy 2018 vermitteln wir Ihnen vertiefte Kenntnisse zu allen relevanten Aspekten und Risikoarten rund um Basel IV. Die Basel IV / CRR II Academy 2018 findet an zwei Veranstaltungsorten statt, in London vom 16. bis 18. April 2018 und in Frankfurt vom 25. bis 27. April 2018. Beide Veranstaltungen sind identisch und werden in englischer Sprache abgehalten.

Die Paketpreise sind nachstehend aufgeführt. Wir bieten Ihnen an, flexibel ein Paket zu buchen, das Ihren Anforderungen am besten entspricht. Sie können an der Basel IV / CRR II Academy 2018 an einem  einzelnen Tag, individuellen Kombinationen von zwei Tagen oder an allen 3 Tagen teilnehmen.

Tag 1 unserer Basel IV / CRR II Academy befasst sich mit einer Einführung zu Basel IV und den Kreditrisiko-Ansätzen (Standardansätze und IRB), Tag 2 steht im Zeichen von Adressenausfallrisiko & Marktrisiko, Tag 3 ist dem Operationellen Risiko, Verbriefungen, Offenlegung und Umsetzung von Basel IV in der EU (CRR II) gewidmet.

 

Mit einer einzigartige Kombination von Fachvorträgen, Fallstudien und Diskussionen vermitteln wir Ihnen ein umfassendes Verständnis für die Details der endgültigen Regelungen – und was sie für Ihre Bank bedeuten. Mit unseren Experten aus der globalen PwC Basel IV Initiative bereiten wir Sie optimal auf die Basel IV /CRR II Umsetzungsprojekte vor.
Alle relevanten Informationen zu Inhalt, Anmeldung und Gebühren finden Sie im Basel IV Academy Flyer und auf der Anmeldeseite.

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserer Basel IV /CRR II Academy 2018 begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Neisen

PwC Global Basel IV Leader

 

Umsetzung der EBA Leitlinien zur Offenlegung – BaFin Rundschreiben 05/2015 (BA)

Am 08. Juni 2015 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Rundschreiben 05/2015 (BA) – Umsetzung der EBA-Leitlinien zur Offenlegung veröffentlicht. Mit diesem Rundschreiben werden die Leitlinien der European Banking Authority (EBA) zur Offenlegung zur Wesentlichkeit, zu Geschäftsgeheimnissen und vertraulichen Informationen sowie zur Häufigkeit der Offenlegung (EBA/GL/2014/14) gemäß Teil 8 CRR umgesetzt.

Die Regelungen der BaFin entsprechen bis auf kleine Details den Leitlinien der EBA.

Mit den Leitlinien werden die Anforderungen aus den Artikeln 432 (1), 432 (2) und 433 CRR durch die BaFin konkretisiert. Im Wesentlichen werden Vorgaben zur Anwendung des Materialitätsgrundsatzes (Art. 432 (1)), zum Umgang mit vertraulichen Informationen (Art. 432 (2)) sowie zur Festlegung eines geeigneten Offenlegungsturnus (Art. 433) gemacht.

Mit Ausnahme der Offenlegungsanforderungen zu den Themen Eigenkapital und Vergütung dürfen Institute dabei grundsätzlich auf die Veröffentlichung unwesentlicher bzw. vertraulicher Informationen verzichten (sog. „disclosure waiver“). Dies setzt eine Genehmigung der Geschäftsleitung sowie eine Erklärung, aus welchem Grund die entsprechenden Informationen nicht offengelegt werden, voraus.

Weiterhin geben die Leitlinien die lang erwarteten Prüfkriterien vor, anhand welcher Institute die Notwendigkeit einer unterjährigen (Teil-)Offenlegung untersuchen müssen:

Anwendungsbeispiel Offenlegungsturnus

Die konsolidierten Risikopositionen des Instituts gemäß Artikel 429 CRR übersteigen 200 Milliarden Euro oder eine entsprechende Summe in Fremdwährung unter Ansatz des von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Referenzwechselkurses, der zum Abschluss des Geschäftsjahres gültig ist.

(Tz 18 d BaFin Rundschreiben 05/2015)

  • Vierteljährlich: Informationen über die Eigenmittelstruktur, Eigenmittelausstattung (RWA und Eigenmittelanforderungen), Kapitalquoten und die Leverage Ratio
  • Mindestens halbjährlich: detailliertere Informationen über IRBA-Risikopositionen, interne Modelle und Modell-Parameter
  • Halbjährlich: ITS zur Offenlegung der Eigenmittel und der Leverage Ratio

Institute, die den Offenlegungsvorschriften gem. CRR unterliegen wenn entweder:

(Tz 18 a-c BaFin Rundschreiben 05/2015):

  • das Institut eines der drei größten Institute in seinem Herkunftsmitgliedstaat ist,
  • die konsolidierte Bilanzsumme des Instituts übersteigt 30 Mrd. €, oder
  • der 4-Jahresdurchschnitt der Bilanzsumme des Institutes mindestens 20% des 4- Jahresdurch-schnitts des BIP des Sitzlandes beträgt
Halbjährlich: Informationen über Eigenmittelstruktur, Eigenmittelausstattung (RWA und Eigenmittelanforderungen) und Kapitalquoten

Die Informationen sind gemeinsam mit dem Datum der Veröffentlichung der Zwischenabschlüsse oder Zwischeninformationen, sofern zutreffend, zu veröffentlichen.
Für den Fall, dass ein Institut mindestens eines der o.g. Merkmale erfüllt und somit zu einer unterjährigen Offenlegung der Daten verpflichtet ist, dies jedoch im Rahmen der „waiver policy“ nicht vornimmt, muss die Entscheidung hierfür im Offenlegungsbericht begründet werden.

Die Leitlinien sind für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2015 beginnen, anzuwenden.

Finaler ITS zur Offenlegung der Eigenmittel

Am letzten Tag  des Jahres 2013 ist der Startschuss gefallen: Mit der Veröffentlichung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1423/2013 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die Offenlegungspflichten der Institute in Bezug auf Eigenmittel gemäß der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ist der erste Implementing Technical Standard (ITS) zur Ergänzung der CRR final geworden. Bereits Mitte 2012 hatte die EBA die Konsultationen über die Offenlegungspflichten der Institute im Zusammenhang mit den Eigenmitteln begonnen (EBA/CP/2012/04 “Draft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions – dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Offenlegung der Eigenmittel nach CRR – ITS on Disclosure for Own Funds“ vom 30. 06.2012). Mit der Durchführungsverordnung erhalten die Institute jetzt den finalen Mustersatz für die Offenlegung der Eigenmittel (Anhang IV) d.h. ein Muster zur Offenlegung der Hauptmerkmale der Kapitalinstrumente mit dessen Hilfe ein detaillierter Überblick über die Kapitalposition der Institute bzw. ein ausreichend detailliertes Bild der Merkmale der Kapitalinstrumente eines Instituts gewonnen werden kann (Anhang II). Darüber hinaus legt die Durchführungsverordnung die Methoden der Bilanzabstimmung fest, mit  denen die Institute eine Überleitung zwischen den handelsrechtlichen Bilanzpositionen und den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln vornehmen müssen (Anhang I).

Methoden der Bilanzabstimmung

Als Ausgangspunkt dienen den Instituten die maßgeblichen zur Berechnung der Eigenmittel in ihren veröffentlichten Abschlüssen verwendeten Bilanzpositionen. Diese umfassen sämtliche Positionen, die Bestandteil der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel sind oder von diesen in Abzug gebracht werden. Im zweiten Schritt  sind die Eigenmittelbestandteile der Bilanz zu erweitern, so dass die jeweiligen Positionen entsprechend den bereitgestellten Mustern zur Offenlegung gesondert erscheinen.  Anschließend sind die Elemente, die sich aus der Erweiterung der handelsrechtlichen Bilanz ergeben, den jeweiligen Positionen der Offenlegungsmuster zuzuordnen.

Offenlegung der Eigenmittel

Die Musterbögen  zur Offenlegung der Eigenmittel umfassen rund 80 Positionen, neben Eigenkapitalkomponenten und Abzugspositionen auch Kapitalpuffer. Die Institute legen zunächst für einen Übergangszeitraum (31. März 2014 bis zum 31. Dezember 2017) die Eigenmittel dergestalt  offen, dass den  zahlreichen Übergangsbestimmungen der CRR Rechnung getragen werden kann (Anhang VI).  Ab dem 01. Januar 2018 gelten dann die endgültigen Muster (Anhang IV).

Offenlegung der Kapitalinstrumente

Das Muster zur Offenlegung der Eigenkapitalinstrumente enthält qualitative und quantitative Informationen.  Die Institute füllen das Muster für die Instrumente des harten Kernkapitals,  des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals aus. Für die  Kapitalinstrumente sind neben der Nennung Emittent und Rechtsnatur des Instruments, Ausgabe- und Rückkaufpreis  auch Angaben zur Wandelbarkeit und Rangfolge zu machen.

Inkrafttreten

Die Durchführungsverordnung tritt  zum 31.März 2014 in Kraft – damit sind die in dieser VO festgelegten Regeln für alle Offenlegungen mit Stichtag nach dem 31.03.2014 anzuwenden. Offenlegungen zu Stichtagen vor dem 31.03.2014 sind damit noch nach den alten Regeln  vorzunehmen.

Neue Details zur Leverage Ratio – Framework and disclosure requirements

Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat am 26. Juni 2013 ein Konsultationspapier zu den Anforderungen an die Leverage Ratio sowie die damit zusammenhängenden  Offenlegungspflichten veröffentlicht (Revised Basel III Leverage Ratio framework and disclosure requirements). Noch bis zum 20. September 2013 stehen die Vorschläge zur Konsultation.

Hintergrund

Im ursprünglichen Basel III Rahmenwerk war vorgesehen, dass während einer Übergangs- bzw. Beobachtungsphase zur Einführung der Leverage Ratio beginnend ab Januar 2011 die Auswirkungen der zunächst festgelegten Richtgröße von 3% getestet werden sollte (dazu auch unser Blog-Beitrag vom 13.09.2010: „Basel III auf der Zielgeraden – Die finalen Quoten und Termine„). Nach Ablauf der Testphase soll dann die Leverage Ratio endgültig kalibriert werden. Bereits ab 2015 müssen die Institute die Elemente ihrer Leverage Ratio offenlegen. Das aktuelle Konsultationspapier präzisiert Fragestellungen im Hinblick auf den Konsolidierungskreis und auf die Berechnung der Quote. Dabei geht es vor allem um den Nenner der Formel, der das relevante Exposure umfasst (sogenannte Exposure Measure). Ziel ist dabei vor allem, auch dann eine Vergleichbarkeit zu schaffen, wenn unterschiedliche Rechnungslegungsstandards (z.B. US-GAAP und IFRS) zum Einsatz kommen.

Exposure Measure

Die Leverage Ratio wird gebildet als Quotient aus dem Kernkapital  Tier 1  (Kapitalmessgröße – Capital Measure) und dem Gesamtengagement (Engagement-Messgröße – Exposure measure). Letzteres umfasst bilanzielle, außerbilanzielle und derivative Positionen.

Konsolidierungskreis der einzubeziehenden Exposures

Im aktuellen Vorschlag des BCBS werden Details zur Einbeziehungen von Beteiligungen im Konsolidierungskreis erläutert. Beteiligungen innerhalb des Konsolidierungskreises (aufsichtsrechtlich & bilanzrechtlich) können unter bestimmten Voraussetzungen verrechnet werden, um eine doppelte Anrechnung zu vermeiden.

Behandlung von Derivaten und damit verbundener Sicherheiten

Im Rahmen der Leverage Ratio sollen alle aus Derivatepositionen resultierenden Exposures erfasst werden: Das sind zum einen Forderungen, die sich aus den zugrundeliegenden Verträgen ergeben und zum anderen solche aus dem Kontrahentenrisiko. Derivative Forderungen werden mit den Wiederbeschaffungskosten und einem Add-on für  potenzielle zukünftige Forderungen angesetzt. Dabei können bilaterale Netting-Regeln berücksichtigt werden, erhaltene oder hingegebene Sicherheiten jedoch nicht.

Behandlung von Kreditderivaten beim Sicherungsgeber

Für die als Sicherungsgeber verkauften Kreditderivate soll dem Verschuldungsrisiko der Bank durch die Einbeziehung des vollen Nominalwerts des zugrundeliegenden Engagements Rechnung getragen werden.  Dieser Wert durch erworbene Kreditderivate kann reduziert bzw. verrechnet werden, soweit Referenzschuldner und Rangfolge gleich sind.

Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften – Securities financing transactions

Securities financing transactions (SFT) werden ebenfalls in die Exposure Measure einbezogen. Abhängig davon, ob die Bank in eigenem Namen (principal) oder für andere Wertpapierfinanzierungsgeschäfte abschließt (Agent), ergeben sich verschiedene Berechnungs- und Verrechnungsmethoden. Keinesfalls ist aber der reinen Rechnungslegungspraxis zu folgen. Vielmehr sollen die Unterschiede in den Rechnungslegungsstandards eliminiert werden.

Außerbilanzielle Risiken

Außerbilanzielle Positionen müssen in die Exposure Measure einbezogen werden. Beispielhaft werden hier  u.a. unwiderrufliche Kreditzusagen (inklusive Liquiditätsfazilitäten), unmittelbare Kreditsubstitute, Akzepte, standby letters of credit, Handelsakkreditive oder noch nicht abgewickelte Wertpapiergeschäfte genannt. Da aus diesen Positionen bedeutende Leverage-Effekte resultieren können, soll bei der Einbeziehung ein einheitlicher Kreditumrechnungsfaktor (credit conversion factor(CCF)) von 100 % angewendet werden. Ausnahmen gelten nur für bedingungslos kündbare Zusagen: Diese können mit einem CCF von 10% angesetzt werden.

Offenlegung

Damit die Leverage Ratio als Vergleichsgröße dienen kann, müssen Banken für die Veröffentlichung ab 01. Januar 2015 einheitliche Templates zur Offenlegung und Meldung ihrer Leverage Ratio verwenden. Vorzulegende Dokumente sind dabei:

  • Zusammengefasste Vergleichstabelle (summary comparison table), die einen Vergleich zwischen den bilanzierten Vermögenswerten und der Engagement-Messgröße für die Leverage Ratio ermöglicht sowie einen Überblick über die Unterschiede gibt
  • Allgemeines Template zur Offenlegung (common disclosure template), welches eine detailliertere Aufgliederung der wesentlichen Elemente der Leverage Ratio  umfasst
  • Informationen zur Überleitung (reconciliation requirement), mit denen Banken die Ursachen für wesentliche Unterschiede zwischen bilanziellen  Vermögenswerten in der Rechnungslegung  und den nach der Leverage Ratio angesetzten bilanziellen Gesamtengagements darlegen

Die erforderlichen Angaben sollen im selben Rhythmus und zeitgleich mit Abschlüssen veröffentlicht werden. Große Banken müssen aber davon unabhängig nach den Anforderungen der Säule 3 bestimmte Mindestangaben vierteljährlich offenlegen.

Die Finanzberichterstattung der Bank muss entweder die Offenlegungsanforderungen bezüglich der Leverage Ratio einschließen oder zumindest direkt darauf verlinken. Über die Webseiten oder öffentlich zugängliche aufsichtsrechtliche Berichte müssen die Banken ein laufendes Archiv für die Templates vorangegangener Berichtszeiträume bereithalten.

Endgültige Kalibrierung bei 3% ?

Im ursprünglichen Basel III Rahmenwerk wurde die Leverage Ratio zunächst mit einer Quote von 3% angesetzt, wobei während der Beobachtungsphase geprüft werden sollte, ob die vorgeschlagene Ausgestaltung und Kalibrierung einer Leverage Ratio über einen gesamten Kreditzyklus sowie für die verschiedenen Geschäftsmodelle  der Banken angemessen ist (Basel III: Ein globaler Regulierungsrahmen für widerstandsfähigere Banken und Bankensysteme Dezember 2010 (rev. Juni 2011) Tz 165). Dagegen wird im aktuellen Konsultationspapier betont, dass das BCBS weiterhin eine Kennzahl von 3% für die Leverage Ratio testet – ohne auf die Frage einer möglichen Anpassung nach unten (oder oben) einzugehen.

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