Schlagwort: Operationelles Risiko

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Neues EBA Konsultationspapier zur Offenlegung bringt neue Herausforderungen fĂŒr Institute (CP-2019-09)

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der EuropĂ€ischen Union die finalen EntwĂŒrfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen EntwĂŒrfe der CRR II und der CRD V, gebilligt. Im Rahmen der CRR II wurden einige aufsichtsrechtliche Vorgaben, wie z.B. die Leverage Ratio, die Net Stable Funding Ratio , die Anforderungen an die Eigenmittel und die anrechenbaren Verbindlichkeiten oder das Adressenausfallrisiko, zum Teil erheblich ĂŒberarbeitet. Daneben sieht sie auch deutliche Anpassungen im Bereich der bankaufsichtsrechtlichen Offenlegung (SĂ€ule III) vor, die auf Arbeiten des Baseler Ausschusses (BCBS 356 , BCBS 455) zurĂŒckgehen.

Auf Grundlage des Mandats des Artikels 434a CRR II entwickelt die EBA derzeit Technische Implementierungsstandards fĂŒr einheitliche Offenlegungsformate sowie entsprechende Anweisungen fĂŒr die SĂ€ule III-Anforderungen der Institute (Draft ITS on public disclosures by institutions of the information referred to in Titles II and III of Part Eight of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA-CP-2019-09)). Seit dem 16. Oktober 2019 steht dieser ITS-Entwurf zur Konsultation.

Basel IV-Channel: The EBA’s reforms impact study and key recommendations – Part II: Recommendations

At the beginning of August 2019, the European Banking Authority (EBA) published its report on the EU Commission’s Call for Advice on the finalisation of Basel III. The EBA report includes a quantitative analysis of the estimated impact based on data from 189 banks, and a set of policy recommendations. Part I of our Basel IV-Channel episodes covered the results of the Quantative Impact Study (QIS).

Our current Basel IV channel episode:

„The EBA’s Basel III reforms impact study and key recommendations Part II – Recommendations“

focus on the policy recommendations to the implementation of the Basel III reforms in the EU. 

Aufsichtsrechtliche Behandlung von Operationellen Risiken im Fokus (Teil 2): Erfolgreiche EinfĂŒhrung des Non-Financial Risk Managements und des neuen OpRisk-Standardansatzes

In Teil 1 unserer Beitragsserie zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Operationellen Risiken haben wir dargestellt, dass die aus dem neuen Standardansatz fĂŒr OpRisk resultierenden Eigenmittelanforderungen einmal mehr die Notwendigkeit eines umfassenden NFR-Managements erhöhen (vgl. Regulatory Blog-Beitrag: „Aufsichtsrechtliche Behandlung von Operationellen Risiken im Fokus (Teil 1): Höchste Zeit fĂŒr ein umfassendes NFR-Management“ vom 19. Juni 2019). Das Ziel sollte sein, die zukĂŒnftigen Eigenmittel- und Risikomanagement-Anforderungen umfassend zu erfĂŒllen und gleichzeitig die bestehenden Effizienzpotentiale zu heben.

Die KomplexitĂ€t regulatorische Anforderungen nimmt unvermindert zu. Eine der wesentlichen EinflĂŒsse ist, dass man – nicht nur im Bereich OpRisk – die Eigenmittelvorschriften aus der SĂ€ule I nicht lĂ€nger losgelöst von den Risikomanagementvorschriften der SĂ€ule II betrachten kann. Die Aufsicht verfolgt das klare Ziel einer Verzahnung der beiden Aufsichtsperspektiven.

Vor diesem Hintergrund stehen die Institute aktuell vor strategischen Entscheidungen, mit denen sie sich auf die neuen Vorschriften vorbereiten. Reicht eine Anpassung der bestehenden Umsetzungen oder mĂŒssen doch umfangreichere strukturelle und prozessuale Anpassungen vorgenommen werden? Es zeigt sich im Markt, dass Institute, die zunĂ€chst höhere Investitions- und Projektkosten fĂŒr umfangreichere Prozessverbesserungen in Kauf nehmen, langfristig stark davon profitieren können.

Aufsichtsrechtliche Behandlung von Operationellen Risiken im Fokus (Teil 1): Höchste Zeit fĂŒr ein umfassendes NFR-Management

Sowohl der neue Standardansatz fĂŒr Operationelle Risiken gemĂ€ĂŸ Basel IV als auch die steigenden Anforderungen der Aufseher an das Management von Non-Financial Risks (NFR) stellen Institute vor die Herausforderung, ihr Risikomanagement anzupassen oder gar neu auszurichten. In einer Beitragsserie stellen wir die wichtigsten ZusammenhĂ€nge dar und skizzieren Möglichkeiten einer integrierten Lösung fĂŒr die anstehenden Herausforderungen.

Die neue Basel IV/CRR II Academy 2019 mit Fokus auf den deutschen Markt und die StandardansÀtze !

Jetzt die letzten PlĂ€tze fĂŒr die Basel IV/CRR II Academy 2019 sichern !

Mit der jĂŒngsten Veröffentlichung der finalen Marktpreisrisikoregelungen durch den Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht liegt nun einer der letzten Bausteine der Basel IV Reform vor.

Welche Auswirkungen diese und alle anderen Reformen rund um Basel IV auf die Berechnung der risikogewichteten Aktiva und die Kapitalquoten aller Banken haben und damit die Strategien und GeschĂ€ftsmodelle beeinflussen, vermitteln wir Ihnen in unserer Basel IV / CRR II Academy 2019 – in deutscher Sprache und mit Fokus auf den deutschen Markt und die StandardansĂ€tze.

Die Änderungen werden die Banken dazu zwingen, ihre Risiko- und Governance-Strategien zu ĂŒberdenken, neu zu bewerten und im Rahmen ihrer GeschĂ€ftsmodelle und strategischen Planungen besser einzubinden. Dies setzt Detailwissen um die bevorstehenden Reformen voraus.

In unserer zweitÀgigen Basel IV/CRR II Academy vom 11. bis 12. MÀrz 2019 widmen wir uns allen relevanten Risikoarten rund um Basel IV sowie der fortschreitenden Umsetzung auf europÀischer Ebene in der CRR II.

 

 

In unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 vermitteln wir Ihnen vertiefte Kenntnisse unter anderem zu:

  • risikosensitiven Berechnungen im Kreditrisikostandardansatz (KSA) mit neuen Forderungsklassen
  • IRB und den neuen Möglichkeiten bei der Verwendung interner Modelle
  • neuen Verbriefungsregeln
  • den neuen Marktpreisrisiko Standardansatz (FRTB) und die neue Bankbuch-/Handelsbuchdefinition
  • dem neuen Standardansatz fĂŒr Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR) und der Revised CVA Risk Capital Charge
  • den neuen AnsĂ€tzen zur Unterlegung des operationellen Risikos und den komplexen Anforderungen an die Offenlegung
  • weiteren Änderungen durch die CRR II EinfĂŒhrung im Bereich TLAC/MREL, RWA, Leverage Ratio und NSFR.

Mit unserer einzigartigen Kombination aus PrÀsenzschulung, Fallstudien und Diskussion ermöglichen wir Ihnen, die Details der anstehenden Regelung genau zu verstehen und die Auswirkungen auf ihr individuelles GeschÀftsmodell zu erkennen und optimal zu nutzen.

Treffen Sie unsere Experten aus der Basel IV Initiative, die Sie mit ihrer großen Erfahrung aus der PrĂŒfung und Beratung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern auf nationaler und internationaler Ebene auf die anstehenden Herausforderungen aus Basel IV vorbereiten.

Alle Informationen zu Anmeldung, Agenda und TeilnahmegebĂŒhren finden Sie hier: http://www.pwc-events.com/BaselIV-Academy2019

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Martin Neisen

PwC Global Basel IV Leader

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nĂ€chste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil II: CVA, operationelle Risiken und Floor-Regelungen

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht (BCBS) die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur ÜberprĂŒfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Im Folgenden wird ein Überblick ĂŒber die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben.

In Teil I unseres Beitrag haben wir die Änderungen vorgestellt, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen („Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nĂ€chste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA“ vom 08. Januar 2018). Der zweite Teil unseres Beitrags erlĂ€utert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

CVA Risk Capital Charge

Das neue Baseler Rahmenwerk zur Bestimmung der aufsichtsrechtlichen CVA Risk Capital Charge (BCBS 325) wurde im Jahre 2015 mit insgesamt drei AnsĂ€tzen (IMA-CVA, SA-CVA und BA-CVA) fĂŒr die Konsultation freigegeben. Nach DurchfĂŒhrung der Konsultation sowie weiterer Auswirkungsstudien entschloss der Baseler Ausschuss sich dazu, den IMA-CVA-Ansatz aus dem CVA-Rahmenwerk zu streichen. Mit Veröffentlichung des finalen CVA-Rahmenwerks steht nun fest, dass der Ausschuss an diesem Plan festgehalten hat und die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge entweder auf Basis des SA-CVA oder des BA-CVA-Ansatzes erfolgen muss. DarĂŒber hinaus hat der Baseler Ausschuss die Ergebnisse der im Februar 2016 durchgefĂŒhrten Auswirkungsstudie zum Anlass genommen, die Kalibrierung des finalen BA-CVA-Ansatzes anzupassen. Einerseits werden die im Rahmen der besagten Studie vorgegebenen Risikogewichte beibehalten, die deutlich unter denen des Konsultationspapiers liegen sowie ein weiteres Bucket zur Abfrage „anderer Sektoren“ eingefĂŒhrt. Andererseits wurde der sogenannte Beta-Faktor angepasst, was zu einer weiteren Reduktion der Kapitalanforderungen fĂŒhrt.

Weitere nennenswerte Änderungen innerhalb des finalen CVA-Rahmenwerks basieren auf dem ProportionalitĂ€tsgedanken. So enthĂ€lt das finale CVA-Rahmenwerk eine MaterialitĂ€tsschwelle zur vereinfachten Festlegung der regulatorischen CVA-Kapitalanforderung fĂŒr Banken mit nicht-signifikanten Derivate-Portefolien. Demnach dĂŒrfen Institute, deren nicht-zentral-geclearte Derivate ein Nominalvolumen von (brutto) bis zu 100 Mrd. EUR aufweisen, ihre regulatorische CVA- Kapitalanforderung pauschal mit jenem risikogewichteten Kapitalbetrag gleichsetzen, der fĂŒr das Gegenparteiausfallrisiko bestimmt wird. Sofern von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht wird, dĂŒrfen risikomindernde Effekte aus dem Hedging keine BerĂŒcksichtigung finden. Ferner unterliegt bei AusĂŒbung des Wahlrechtes das gesamte Portfolio der hier beschriebenen Behandlung.

Auch die Anpassungen innerhalb des BA-CVA in seiner Rolle als Standardansatz, dessen Anwendung im Gegensatz zum SA-CVA nicht die Zustimmung einer Aufsichtsbehörde erfordert, basieren auf der ProportionalitĂ€t. So stellt der Baseler Ausschuss den Instituten, die ihre CVA-Risiken gezielt nicht absichern, eine reduzierte und somit vereinfachte BA-CVA-Formel zur VerfĂŒgung, in der Hedging-Transaktionen entsprechend keine BerĂŒcksichtigung finden.

Operationelle Risiken

Mit dem „Standardansatz fĂŒr das operationelle Risiko“ wurden beide Vorhaben des Baseler Ausschusses – die ZusammenfĂŒhrung der beiden bisherigen AnsĂ€tze (Basisindikator- und Standardansatz) sowie die Abschaffung des fortgeschrittenen Messansatzes (AMA) – final umgesetzt. Die Funktionsweise basiert weiterhin auf dem im ersten Konsultationspapier (BCBS 291) eingefĂŒhrten Grundprinzip des Business Indicator (BI), der einem grĂ¶ĂŸenabhĂ€ngigen Bucket zugeordnet wird. Im Vergleich zum zweiten Konsultationspapier (BCBS 355) reduziert sich die Anzahl der Buckets von fĂŒnf auf drei. Auch bei der Berechnung der einzelnen Bestandteile des BI wurden Anpassungen vorgenommen (u.a. Herabsetzung des Faktors fĂŒr verzinsliche Aktiva von 3,25 auf 2,25 Prozent). Die Formeln wirken insgesamt ĂŒbersichtlicher, teilweise allerdings zu Lasten möglicher Erleichterungen, wie beispielsweise fĂŒr provisionsabhĂ€ngige GeschĂ€ftsmodelle.

Den drei Buckets sind feste Koeffizienten zugeordnet, aus deren Multiplikation mit dem jeweiligen BI die BI Komponente resultiert. Die Eigenmittelanforderungen fĂŒr Banken in Bucket 1 entsprechen denen der BI Komponente. Bei Banken in den Buckets 2 und 3 ergeben sich die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der BI Komponente mit dem Multiplikator interner Verluste (ILM). Den nationalen Aufsichtsbehörden wird in diesem Zusammenhang ein Wahlrecht eingerĂ€umt, auch von den Instituten in Bucket 1 die BerĂŒcksichtigung historischer Verlustdaten zu verlangen – oder den Banken selbst ein Wahlrecht zu gewĂ€hren.

FĂŒr alle Banken, die bisher kein internes Verfahren (AMA) verwendet haben und zukĂŒnftig in Bucket 2 oder 3 fallen, werden die neuen Regelungen zu komplexeren Berechnungen der OpRisk-Anforderungen fĂŒhren. Neben den qualitativen Anforderungen an Verlustdaten, die umfangreiche Datenerhebungen und Analysen voraussetzen, definiert der Baseler Ausschuss in BCBS 424 entsprechende Offenlegungspflichten in Bezug auf die internen Verlustdaten. FĂŒr diese Banken wird sich durch den neuen Ansatz erstmalig ein effektives OpRisk-Management auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken und somit kompensierend zu den tendenziell steigenden Anforderungen aufgrund der neuen Systematik wirken. Die grĂ¶ĂŸten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden sich allerdings voraussichtlich fĂŒr diejenigen Banken ergeben, die aktuell den AMA nutzen. Hier ist insbesondere aufgrund der vorgegebenen einheitlichen Ermittlung des BI eine deutliche Erhöhung der Kapitalanforderungen zu erwarten.

Floor-Regelung und Inkrafttreten

UrsprĂŒnglich wurde der Capital Floor im Rahmen von Basel II (2007) mit dem Ziel eingefĂŒhrt, dass die Banken auch bei Nutzung interner Modelle zumindest 80% der sich nach Basel I ergebenden Eigenmittel vorhalten sollten. Die nun veröffentlichten Basel IV-Reformen sehen vor, dass der Basel I-Floor durch einen aggregierten Capital Floor (ein Floor fĂŒr die Summe der RWAs aller Risikokategorien) ersetzt wird. Dieser soll sicherstellen, dass die mit internen Modellen ermittelten RWA nicht geringer als ein bestimmter Prozentsatz der mittels der StandardansĂ€tze berechneten RWA sind. Damit wird der Spielraum begrenzt, ĂŒber den die Banken bei der Ermittlung von Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle verfĂŒgen. Durch die EinfĂŒhrung des ĂŒberarbeiteten Capital Floors soll die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen zwischen den Banken erhöht und die GlaubwĂŒrdigkeit in die RWA-Berechnungen der Banken gestĂ€rkt werden.

Es ist vorgesehen, dass das neue Rahmenwerk ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden ist. Den Banken werden ab der Erstanwendung Übergangsregelungen fĂŒr den Capital Floor gewĂ€hrt: Ausgehend von einem aggregierten RWA-Floor von 50% im Jahr 2022 steigt der Floor jĂ€hrlich um 5% bis Ende 2026. Der schrittweise Anstieg endet im Jahr 2027; zum 1.Januar 2027 wird der Capital Floor nochmal um weitere 2,5% angehoben und erreicht dann die finale Höhe von 72,5%.

Bei der Anwendung des Capital Floors sind die folgenden StandardansÀtze einzubeziehen:

  • Kreditrisiko: KSA inkl. BerĂŒcksichtigung aufsichtlicher Haircuts fĂŒr die Kreditrisikominderung,
  • Kontrahentenrisiko: SA-CCR,
  • CVA: SA-CVA, Basis-CVA oder 100% der Kapitalanforderungen fĂŒr das Kontrahentenrisiko,
  • Verbriefungen: Auf externen Ratings basierender Ansatz (SEC-ERBA), SEC-SA oder ein Risikogewicht von 1.250%,
  • Marktrisiko: FRTB-SA,
  • OpRisk: SA fĂŒr das operationelle Risiko.

Die finale Höhe der Eigenkapitalanforderungen der Bank ergibt sich schließlich aus dem Maximum der RWA gemĂ€ĂŸ der genutzten Standard- und interne Modelle-AnsĂ€tze des Instituts sowie der RWA nach Anwendung des Capital Floors.

Ausblick

Mit der Veröffentlichung der finalen Basel IV Regelungen geht eine lange und kontrovers gefĂŒhrte Debatte zu Ende. Endlich herrscht fĂŒr die betroffenen Banken Klarheit, wie die neuen Regelungen aussehen werden und ab wann mit der EinfĂŒhrung zu rechnen ist.

Auch wenn das Jahr 2022 noch in der Ferne zu liegen scheint, ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich im Rahmen von Proberechnungen Gewissheit ĂŒber die Auswirkungen der neuen Regelungen auf das eigene Portfolio zu verschaffen. Zudem dĂŒrften in vielen HĂ€usern in 2018 Vorstudien oder Umsetzungsprojekte fĂŒr das neue Verbriefungsrahmenwerk (Regulatory Blog: „Basel IV-Channel – Episode 25: Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I“  vom 23. November 2017 oder die CRR II  (dazu auch Regulatory Blog: „EU Kommission veröffentlicht EntwĂŒrfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III“ vom 25. November 2016) anlaufen. Auch hierbei macht es Sinn, die Auswirkungen der Basel IV Regelungen mit zu bedenken, um beispielsweise Schnittstellen oder Datenanforderungen an Tochterunternehmen nicht zweimal anpassen zu mĂŒssen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Basel IV-Channel – Episode 26: WeihnachtsgrĂŒĂŸe aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV

Der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht (BCBS) hat am 07. Dezember 2017 die finalen BeschlĂŒsse zu seinen Basel IV Reformen veröffentlicht. Damit wurden insbesondere die Regelungen in Bezug auf den Kreditrisiko-Standardansatz, den IRB-Ansatz, die Ermittlung des CVA-Risikos, des operationellen Risikos und natĂŒrlich die Höhe und die Berechnung des „Capital Floors“ ĂŒberarbeitet. Im Vergleich zu den vorhergehenden Konsultationspapieren ergeben sich zahlreiche und teilweise erhebliche Änderungen, die sich in unterschiedlicher Form auf die Kapitalbelastung fĂŒr Banken auswirken werden.

Grund genug, den Änderungen zu Basel IV eine besondere Folge des Basel IV-Channels zu widmen. In unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channels:
 
„WeihnachtsgrĂŒĂŸe aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV“
 
stellen wir Ihnen die wesentlichen Neuerungen der Veröffentlichung aus Basel vor. Unsere Experten geben Ihnen einen Überblick ĂŒber die Reformen und die möglichen Auswirkungen.
 

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Alternativ stellen wir fĂŒr Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur VerfĂŒgung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

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Wir freuen uns, Sie zu unserem nĂ€chsten Termin begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Basel IV-Channel Episode 12: Operationelles Risiko und Verbriefung

Der Basel IV-Channel in 2017 startet mit zwei wichtigen Themen, die in der Weiterentwicklung des Baseler Rahmenwerks deutliche VerÀnderungen erfahren.

Der nÀchste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 13. Januar 2017

mit dem Thema: „Einblicke in die neuen AnsĂ€tze fĂŒr das operationelle Risiko und die Verbriefungsregelungen

Werfen Sie mit unseren PwC-Experten einen Blick auf die Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen fĂŒr operationelle Risiken und die regulatorische Behandlung von Verbriefungspositionen.

Wir laden Sie herzlich ein, sich kostenfrei und unverbindlich zu dem genannten Termin anzumelden. Hier geht es direkt zur Anmeldeseite fĂŒr unseren Basel IV-Channel. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Einladung per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen .

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nĂ€chsten Termin begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Regulatory Roadshow 2016: „Basel IV“?! Welcome to the Next Generation of RWA

Basel IV

Die Bankenaufsicht in Europa bleibt in Bewegung. Der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht hat in den zurĂŒckliegenden Monaten eine Reihe von Konsultationspapieren veröffentlicht, die weitreichende Änderungen in der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva vorsehen. Hierdurch kommen, unabhĂ€ngig von der betrachteten Risikoart – Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelle Risiken – und den genutzten Verfahren – StandardansĂ€tze oder interne Modelle – zahlreiche neue Anforderungen auf die Banken zu. Das inoffizielle Schlagwort „Basel IV“ ist bereits in aller Munde. Doch auch die europĂ€ischen Bankenaufsichtsbehörden arbeiten ihre umfassenden Arbeitsprogramme in den kommenden Jahren ab – frei nach dem Motto „Eine fundamentale Überarbeitung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen innerhalb der SĂ€ule I der Baseler Standards allein reicht nicht aus, um den Bankensektor robuster und krisenfester zu machen“.

Banken stehen damit vor der Herausforderung, die Folgen zahlreicher neuer Regulierungsanforderungen diverser Aufsichtsbehörden gleichzeitig einzuschĂ€tzen. Dabei mĂŒssen sie nicht nur mit Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen, sondern auch mit einem enormen Umsetzungsaufwand rechnen.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Regulatory Roadshow 2016 ein, um Sie und Ihr Haus rechtzeitig auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Werfen Sie mit uns einen Blick auf das Basel-IV-Reformpaket und weitere Neuerungen im Bankenaufsichtsrecht und diskutieren Sie mit uns die Auswirkungen und Herausforderungen. Der Fokus unserer Roadshow liegt dabei vor allem auf „Basel IV“, sodass insbesondere folgende Themenfelder auf der Agenda stehen:

Neuerungen aus Basel – „Basel IV“?! Welcome to the Next Generation of Risk-Weighted Assets (RWA)

  • neue Anforderungen im Rahmen der Floor-Regelung und an interne Modelle
  • Kreditrisiko − Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) − Standardansatz fĂŒr Kontrahentenrisiken (SA-CCR) − Verbriefungen − Anteile an Investmentfonds
  • Marktrisiko − Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) − Credit Valuation Adjustment (CVA) Risk Capital Charge − ZinsĂ€nderungsrisiko im Anlagebuch (IRRBB)
  • neue Vorschriften zu operationellen Risiken
  • neue Vorschriften zur Offenlegung
  • neue Großkreditvorschriften
  • MREL und TLAC
  • Neuerungen aus BrĂŒssel und London – weitere Technical Standards und neue Guidelines

Lassen Sie sich von unseren Experten umfassend ĂŒber die kĂŒnftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen informieren – wir freuen uns auf Sie!

Die Veranstaltungsorte und -termine:

20.06.2016, DĂŒsseldorf

29.06.2016, Hamburg

06.07.2016, Berlin

07.07.2016, MĂŒnchen

11.07.2016, Frankfurt a. M.

12.07.2016, Frankfurt a. M.

22.07.2016, Stuttgart

Die Teilnahme ist fĂŒr Sie kostenfrei. Wir wĂŒrden uns freuen, Sie auf unserer Veranstaltung begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

International venues

We look forward to meeting you also in:

The Netherlands (Amsterdam)

Greece (Athens)

Romania (Bucharest)

Ireland  (Dublin)

Turkey (Istanbul)

United Kingdom (London)

Luxembourg (Luxembourg)

Spain (Madrid)

Italy (Milano)

France (Paris)

Latvia (Riga)

Sweden (Stockholm)

Poland (Warsaw)

Austria (Vienna).

Detailed information on our international Roadshow 2016 is available on request.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online ĂŒber www.pwc-event.com/ regulatory-roadshow zur Veranstaltung an. Es öffnet sich eine Webseite mit weiteren Veranstaltungsinformationen.

Bei Fragen zum Thema fĂŒr Sie da:

Martin Neisen

Tel.: +49 69 9585-3328

martin.neisen@de.pwc.com

Bei organisatorischen Fragen fĂŒr Sie da:

Michaela Heuß

Tel.: +49 69 9585-5928

events.de@de.pwc.com

Mehr Informationen rund um Basel IV erhalten Sie auch auf unserer Webseite: Willkommen in der Welt von Basel IV

Operationelles Risiko – Wegfall des AMA und ein neuer Standardansatz fĂŒr alle Banken

Der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht (BCBS) hat am 04. MĂ€rz 2016 das zweite Konsultationspapier zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen fĂŒr operationelle Risiken veröffentlicht (Standardised Measurement Approach for operational risk – Consultative Document (BCBS 355)).

Hintergrund

Die aktuelle Konsultation baut auf dem im Oktober 2014 veröffentlichten Konsultationspapier zur ÜberprĂŒfung der bisherigen Verfahren zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen fĂŒr operationelle Risiken (Operational risk – Revisions to the simpler approaches – Consultative Document (BCBS 291)) auf. Unter dem Titel „Standardised Measurement Approach for operational risk“ stellt es einen aktualisierten Standardansatz fĂŒr die Ermittlung der Eigenmittelanforderungen fĂŒr operationelle Risiken vor. ZukĂŒnftig soll ein einfacher standardisierter Ansatz die Vergleichbarkeit zwischen den Instituten sicherstellen. ZusĂ€tzlich soll die BerĂŒcksichtigung von internen Verlusten als maßgeblicher Indikator fĂŒr die Berechnung der operationellen Risiken integriert werden.

Der Baseler Ausschuss plant neben der Konsultationsphase bis zum 3. Juni 2016 eine weitere QIS durchzufĂŒhren, um die in dem zweiten Konsultationspapier enthaltenen Regelungen final zu kalibrieren.

BezĂŒglich der bisherigen Messverfahren fĂŒr das operationelle Risiko sowie deren ÜberprĂŒfung im ersten Konsultationspapier verweisen wir auf unseren dazugehörigen Beitrag im Risk Blog: Weiterentwicklung des Standardansatzes fĂŒr operationelle Risiken (BCBS Konsultationspapier)“.

Notwendigkeit der Anpassungen im Rahmen des zweiten Konsultationspapiers (BCBS 355)

Das erste Konsultationspapier (BCBS 291) sah vor allem die ZusammenfĂŒhrung der beiden bisherigen AnsĂ€tze – BIA und STA – und die damit verbundene Überarbeitung der identifizierten SchwĂ€chen durch eine neu entwickelte Berechnungsmethodik vor.

Die Abschaffung des AMA wurde seitens des Baseler Ausschusses zwar diskutiert und angekĂŒndigt, jedoch erst mit dem zweiten Konsultationspapier (BCBS 355) konkret vorgeschlagen. Die inhĂ€rente KomplexitĂ€t der ambitionierten MessansĂ€tze und eine fehlende Vergleichbarkeit, bedingt durch ein breites Spektrum an internen Modellen, haben dazu gefĂŒhrt, dass der AMA als Berechnungsmethodik Vertrauen verloren hat und rechtfertigt letztendlich dessen Abschaffung.

Da der Revised Standardised Approach aus dem ersten Konsultationspapier jedoch erwartungsgemĂ€ĂŸ keine Alternative fĂŒr AMA-Banken darstellt, berĂŒcksichtigt der Baseler Ausschuss nun im Rahmen des Standardised Measurement Approach (SMA) zusĂ€tzlich interne Verlustdaten als maßgeblichen Indikator fĂŒr die Berechnung des operationellen Risikos. DarĂŒber hinaus sollen die im Zuge der ersten Konsultationsphase identifizierten SchwĂ€chen adressiert werden. Dazu gehört insbesondere die Benachteiligung gewisser GeschĂ€ftsmodelle, die zukĂŒnftig mit Hilfe verschiedener Anpassungen vermieden werden soll. Die Funktionsweise wird nachfolgend erlĂ€utert.

Funktionsweise des ĂŒberarbeiteten Standardansatzes

Die Funktionsweise basiert auf dem Grundprinzip des im ersten Konsultationspapier dargestellten Business Indicator (BI) als neuem Proxy-Indikator (inkl. der Einordnung in so genannte grĂ¶ĂŸenabhĂ€ngige „Buckets“) und kombiniert diesen mit bankspezifischen internen Verlustdaten. Die Berechnung des BI erfolgt weiterhin auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung. GemĂ€ĂŸ dem zweiten Konsultationspapier setzt sich der BI aus drei Komponenten zusammen:

  1. Zins-, Leasing- und Dividendenkomponente
  2. Servicekomponente
  3. Finanzielle Komponente

Im Vergleich zum ersten Konsultationspapier haben sich insbesondere die folgenden Änderungen ergeben:

  • Berechnung der Zins-, Leasing und Dividendenkomponente:

Im zweiten Konsultationspapier werden in der ersten Komponente zusĂ€tzlich DividendenertrĂ€ge berĂŒcksichtigt und es erfolgt eine verĂ€nderte BerĂŒcksichtigung des Leasingergebnisses. Damit greift der Baseler Ausschuss die Kritik auf, dass deren inkonsistente Behandlung zu Arbitragemöglichkeiten innerhalb des Business Indicators fĂŒhren könnte.

  • Berechnung der Servicekomponente:

Der neu eingefĂŒhrten Parameter uBI (Unadjusted Business Indicator) adressiert unter anderem die bisher vergleichsweise hohen Eigenmittelanforderungen in Relation zu den operationellen Risiken von Instituten mit einer hohen Nettozinsmarge. DarĂŒber hinaus wird der höhere der beiden Posten Provisionsaufwendungen und ProvisionsertrĂ€ge berĂŒcksichtigt. Das ist zwar gĂŒnstiger als im ersten Konsultationspapier, aber noch deutlich konservativer als heute.

  • Berechnung der finanziellen Komponente:

Die Berechnungslogik der finanziellen Komponente hat sich im Vergleich zum ersten Konsultationspapier nicht verĂ€ndert. Sowohl das Nettoergebnis des Handelsbuches als auch des Bankbuchs werden als Durchschnitt der letzten drei Jahre (Absolutwert) berĂŒcksichtigt.

Analog zu den VorschlĂ€gen des ersten Konsultationspapiers, erfolgt auch beim SMA eine Unterteilung des BI in fĂŒnf Buckets, welche jeweils mit einem Koeffizienten zur Berechnung der BI Komponente versehen sind. Im Vergleich zum ersten Konsultationspapier findet aufgrund der BerĂŒcksichtigung der Verlustkomponenten keine stufenweise Anwendung der Buckets mehr statt. Die Banken berechnen ihren BI ausschließlich in „ihrem“ Bucket. DarĂŒber hinaus erfolgte auf Basis der Ergebnisse einer Auswirkungsstudie (QIS) eine Rekalibrierung der einzelnen Buckets im Vergleich zum ersten Konsultationspapier.

Die Eigenmittelanforderungen fĂŒr Banken in Bucket 1 entsprechen denen der BI Komponente. Kleinere Banken mit einem BI bis zu € 1 Mrd. mĂŒssen somit keine Verlustdaten ermitteln. Bei Banken in den Buckets 2 bis 5 resultieren die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der BI Komponente mit dem Multiplikator interner Verluste. Die Berechnungsmethodik ist allerdings so kalibriert, dass auch bei grĂ¶ĂŸeren Instituten die erste € 1 Mrd. des BI nicht mit dem Multiplikator interner Verluste multipliziert wird. Erste Analysen haben gezeigt, dass Institute mit Schwerpunkten im KreditgeschĂ€ft mit einer Bilanzsumme zwischen € 20 und 40 Mrd. in den Bucket 2 fallen können.

Die Analysen des Baseler Ausschusses haben ergeben, dass das GeschĂ€ftsvolumen einer Bank nur ein Einflussfaktor auf das operationelle Risiko ist. Zur Steigerung der RisikosensitivitĂ€t ist jedoch die BerĂŒcksichtigung weiterer Indikatoren unerlĂ€sslich. Auf Basis der Analysen wurden interne Verlustdaten als ein wesentlicher Indikator identifiziert, die Banken ab Bucket 2 in ihrer Berechnung des OpRisk berĂŒcksichtigen mĂŒssen.

GemĂ€ĂŸ den Vorgaben der MaRisk (BTR 4) haben heute schon alle Banken in Deutschland zumindest wesentliche operationelle Risiken mindestens jĂ€hrlich zu identifizieren und zu beurteilen. Anwender der ambitionierten MessansĂ€tze sammeln derartige Informationen zu den Verlustdaten schon jetzt auf granularer Ebene und sollten daher in der Lage sein, basierend auf vorhandenen Informationen zukĂŒnftig die Verlustkomponente zu berechnen. Die eingetretenen internen Verluste werden im Rahmen des SMA ĂŒber den Multiplikator interner Verluste (MIV) berĂŒcksichtigt, welcher sich aus einer Verlustkomponente und einer BI Komponente zusammensetzt. Die Verlustkomponente unterscheidet zwischen VerlustfĂ€llen ĂŒber € 10 Mio und € 100 Mio sowie geringeren eingetretenen operationellen Verlusten. In diesem Zusammenhang sind die Verlustdaten der letzten zehn Jahre in die Berechnung einzubeziehen. WĂ€hrend des Übergangszeitraumes gibt es die Möglichkeit, sofern die entsprechenden Daten der letzten zehn Jahre nicht vorliegen, einen mindestens fĂŒnfjĂ€hrigen Zeithorizont zu berĂŒcksichtigen. Liegen auch fĂŒr diesen Zeitraum keine entsprechenden Daten vor, wird das operationelle Risiko bis dahin ausschließlich basierend auf der BI Komponente kalkuliert.

Ausblick

Auf Basis der Ergebnisse der QIS soll zukĂŒnftig sichergestellt werden, dass die Kombination von Verlustkomponente und Business Indicator eine stabile Eigenmittelunterlegung fĂŒr operationelle Risiken gewĂ€hrleistet. Insbesondere im Rahmen der zweiten Konsultationsphase wird der Baseler Ausschuss weiter an einer sinnvollen und wirksamen Kalibrierung dieses Indikators arbeiten.

FĂŒr alle Banken, die bisher den BIA oder den STA verwendet haben und zukĂŒnftig in die Buckets 2 bis 5 fallen, werden die neuen Regelungen zu komplexeren Berechnungen der OpRisk-Anforderungen fĂŒhren. Im Hinblick auf die Verlustdaten werden umfangreiche Datenerhebungen und Analysen notwendig sein. FĂŒr diese Banken wird sich durch den neuen Ansatz erstmalig ein effektives OpRisk-Management auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken und somit kompensierend zu den tendenziell steigenden Anforderungen aufgrund der neuen Systematik wirken. Die grĂ¶ĂŸten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden sich allerdings voraussichtlich fĂŒr diejenigen Banken ergeben, die aktuell den AMA nutzen. Hier ist insbesondere aufgrund der vorgegebenen einheitlichen Ermittlung des BI eine deutliche Erhöhung der Kapitalanforderungen zu erwarten.

Auf Basis des aktuell vorliegenden zweiten Konsultationspapiers sollten sich die Banken insbesondere heute schon mit den folgenden Fragen beschÀftigen:

  • Liegen alle relevanten Daten in der notwendigen GranularitĂ€t vor?
  • Welche Maßnahmen mĂŒssen bereits heute schon eingeleitet werden, um mögliche steigende Kapitalanforderungen durch ein potenziell optimiertes Management operationeller Risiken zu kompensieren?

Weitere Details zur Abschaffung des AMA und zur Umsetzungsphase des Standardised Measurement Approaches kĂŒndigte der Baseler Ausschuss im aktuellen Konsultationspapier fĂŒr den Jahresverlauf 2016 an.

Ihre Ansprechpartner:

Martin Neisen

Peter BĂŒttel

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