Schlagwort: own funds

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der own funds RSS-Feed

Single Resolution Board zur Umsetzung der MREL-Anforderungen

Das Single Resolution Board (SRB) in der Rolle der europ√§ischen Abwicklungsbeh√∂rde mit der Verantwortlichkeit f√ľr EZB-regulierte und international t√§tigen Institute, hat zum 01. Januar 2016 seine Arbeit aufgenommen. Am 12. Januar 2016¬†fand ein Treffen zwischen den Vertretern der EZB, EBA, nationalen Aufsichts- und Abwicklungsbeh√∂rden und den Bankenverb√§nden statt. Dabei wurden seitens des SRB erste Konkretisierungen √ľber Anforderungen und Zeitplan zur Umsetzung der MREL Anforderungen vorgetragen (SRB Second Industry Dialogue: SRB Approach to MREL in 2016 & Technical Aspects of calibrating MREL). MREL (‚ÄúMinimum requirements for own funds and eligible liabilities‚Äú) als ein Teil der Abwicklungsplanung fordert, dass Institute √ľber das regulatorische Kapital hinaus weitere Verbindlichkeiten vorzuhalten haben, die im Falle der Abwicklung abgeschrieben oder in neues regulatorisches Kapitel gewandelt werden k√∂nnen. Damit soll verhindert werden, dass k√ľnftig der Staat bzw. die Steuerzahler f√ľr eine Bankenrettung aufkommen m√ľssen.

Indikative Anforderungen ab Q1 2016, Festlegung der Quote in Q3 2016

F√ľr gro√üe Institutsgruppen soll die Entscheidung √ľber die institutsindividuelle MREL-Quote in Q3/Q4 2016 erfolgen. Das SRB will den Instituten in Q1/Q2 bereits eine erste indikative MREL-Anforderung √ľbermitteln, die im Anschluss √ľber den formalen Genehmigungsprozess mit nationalen Beh√∂rden, EZB und Abwicklungskollegien in eine MREL-Quote, inkl. eines detaillierten Umsetzungs- und institutsindividuellen Phase-in-Plans √ľberf√ľhrt werden soll. Im Anschluss unterliegt die Quote einer j√§hrlichen Pr√ľfung und Aktualisierung im Rahmen der Abwicklungsplanung.

Einzel- und Gruppenebene

Grunds√§tzlich ist k√ľnftig eine MREL-Quote auf Gruppen- und auf Einzelebene zu erf√ľllen. In 2016 werden gem. aktueller Ver√∂ffentlichung zun√§chst die konsolidierten Anforderungen bzw. die der Mutterunternehmen in den Fokus gestellt; individuelle T√∂chteranforderungen werden im kommenden Jahr spezifiziert.

Erwartete Mindestanforderung

Auch wenn das SRB betont, dass MREL eine institutsindividuelle Einzelbewertung erfordert, werden die 8% Mindest-MREL-Quote bezogen auf die Gesamtverbindlichkeiten als Richtgr√∂√üe f√ľr alle Banken unter SRB Verantwortung als wahrscheinlich erachtet. Hintergrund dieser Quote ist die Nutzung des Bankenrettungsfonds. Dieser kann nur in Anspruch genommen werden, wenn vorab bereits 8% der Verbindlichkeiten eines Instituts √ľber einen Bail-in in der Abwicklung ber√ľcksichtigt wurden.

F√ľr die Kalibrierung des MREL-Kapitals zur Verlustdeckung und anschlie√üenden Rekapitalisierung des Restinstitutes will sich das SRB an die bestehenden Vorgaben der EBA orientieren (siehe auch EBA RTS 2015/05 und unseren Regulatory Blog Beitrag: „Update MREL: Pr√§zisierung der Anforderungen durch die EBA“ vom 07. Oktober 2015). Die Finalisierung des RTS steht noch aus. Eine Offenlegung √ľber das konkrete Verfahren zur Festlegung der jeweiligen Quoten sieht das SRB unter Berufung auf die Sensibilit√§t der Informationen aktuell nicht vor.

Strategische Auswirkungen

Im Falle der Abwicklung muss grunds√§tzlich der Haftungskaskade der Insolvenz gefolgt werden, d.h. Investoren d√ľrfen nicht schlechter gestellt werden als in der Insolvenz. Vor diesem Hintergrund will das SRB einen besonderen Fokus auf die Analyse von Verbindlichkeiten legen, die im Falle der Abwicklung aus operativen Gr√ľnden vom Bail-in ausgeschlossen werden k√∂nnten. Wird dieser Anteil als potentiell zu hoch eingestuft, f√ľhrt dies zu einer h√∂heren MREL-Anforderung. F√ľr den geplanten Austausch mit dem SRB sollen sich Institute zudem ein eigenes Bild √ľber vom Bail-in ausgeschlossene Verbindlichkeiten machen.

Dar√ľber hinaus verlangt das SRB von den Instituten eine MREL-Emissions-Strategie zu m√∂glichen Instrumenten, potentiellen Investoren und einer Einsch√§tzung zum platzierbaren Volumen.

Operative Herausforderungen: granulares Reporting, Vorab-Datenerhebung ab Februar 2016

Das SRB k√ľndigt erstmals offiziell an, dass MREL in eine laufende Meldeanforderung √ľbergehen wird ‚Äď ggf. als fester Bestandteil des COREP. Das Reporting kann ab 2017 in Kraft treten. Dabei ist ein granularer Aufriss der gesamten Passivseite zu erwarten. Eine Meldefrequenz wird vorerst nicht spezifiziert.

Unabhängig von einem regelmäßigen Reporting wird dem Hintergrund der Wirksamkeit eines Bail-in-Tools im Falle einer Abwicklung die Fähigkeit zur kurzfristigen Bereitstellung von Daten als eine essentielle Voraussetzung angesehen.

Bereits ab Februar 2016 sollen granulare Vorab-Datenerhebungen stattfinden, die das SRB als Entscheidungsgrundlage f√ľr die Festlegung der MREL-Anforderung heranziehen wird. Diese Datenabfragen k√∂nnen sowohl auf Gruppen- als auch auf Einzelinstitutsebene gestellt werden und auf Einzelgesch√§ftsinformationen heruntergebrochen sein.

Die Ank√ľndigungen des SRB machen deutlich, dass der Aufbau eines MREL-Datenhaushaltes bereits in 2016 eine wesentliche Herausforderung f√ľr alle Banken darstellen wird.

Finaler ITS zur Offenlegung der Eigenmittel

Am letzten Tag¬† des Jahres 2013 ist der Startschuss gefallen: Mit der Ver√∂ffentlichung der Durchf√ľhrungsverordnung (EU) Nr. 1423/2013 zur Festlegung technischer Durchf√ľhrungsstandards f√ľr die Offenlegungspflichten der Institute in Bezug auf Eigenmittel gem√§√ü der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ist der erste Implementing Technical Standard (ITS) zur Erg√§nzung der CRR final geworden. Bereits Mitte 2012 hatte die EBA die Konsultationen √ľber die Offenlegungspflichten der Institute im Zusammenhang mit den Eigenmitteln begonnen (EBA/CP/2012/04 ‚ÄúDraft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions – dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Offenlegung der Eigenmittel nach CRR ‚Äď ITS on Disclosure for Own Funds“ vom 30. 06.2012). Mit der Durchf√ľhrungsverordnung erhalten die Institute jetzt den finalen Mustersatz f√ľr die Offenlegung der Eigenmittel (Anhang IV) d.h. ein Muster zur Offenlegung der Hauptmerkmale der Kapitalinstrumente mit dessen Hilfe ein detaillierter √úberblick √ľber die Kapitalposition der Institute bzw. ein ausreichend detailliertes Bild der Merkmale der Kapitalinstrumente eines Instituts gewonnen werden kann (Anhang II). Dar√ľber hinaus legt die Durchf√ľhrungsverordnung die Methoden der Bilanzabstimmung fest, mit ¬†denen die Institute eine √úberleitung zwischen den handelsrechtlichen Bilanzpositionen und den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln vornehmen m√ľssen (Anhang I).

Methoden der Bilanzabstimmung

Als Ausgangspunkt dienen den Instituten die ma√ügeblichen zur Berechnung der Eigenmittel in ihren ver√∂ffentlichten Abschl√ľssen verwendeten Bilanzpositionen. Diese umfassen s√§mtliche Positionen, die Bestandteil der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel sind oder von diesen in Abzug gebracht werden. Im zweiten Schritt ¬†sind die Eigenmittelbestandteile der Bilanz zu erweitern, so dass die jeweiligen Positionen entsprechend den bereitgestellten Mustern zur Offenlegung gesondert erscheinen.¬† Anschlie√üend sind die Elemente, die sich aus der Erweiterung der handelsrechtlichen Bilanz ergeben, den jeweiligen Positionen der Offenlegungsmuster zuzuordnen.

Offenlegung der Eigenmittel

Die Musterb√∂gen¬† zur Offenlegung der Eigenmittel umfassen rund 80 Positionen, neben Eigenkapitalkomponenten und Abzugspositionen auch Kapitalpuffer. Die Institute legen zun√§chst f√ľr einen √úbergangszeitraum (31. M√§rz 2014 bis zum 31. Dezember 2017) die Eigenmittel dergestalt ¬†offen, dass den ¬†zahlreichen √úbergangsbestimmungen der CRR Rechnung getragen werden kann (Anhang VI). ¬†Ab dem 01. Januar 2018 gelten dann die endg√ľltigen Muster (Anhang IV).

Offenlegung der Kapitalinstrumente

Das Muster zur Offenlegung der Eigenkapitalinstrumente enth√§lt qualitative und quantitative Informationen. ¬†Die Institute f√ľllen das Muster f√ľr die Instrumente des harten Kernkapitals, ¬†des zus√§tzlichen Kernkapitals und des Erg√§nzungskapitals aus. F√ľr die ¬†Kapitalinstrumente sind neben der Nennung Emittent und Rechtsnatur des Instruments, Ausgabe- und R√ľckkaufpreis¬† auch Angaben zur Wandelbarkeit und Rangfolge zu machen.

Inkrafttreten

Die Durchf√ľhrungsverordnung tritt ¬†zum 31.M√§rz 2014 in Kraft – damit sind die in dieser VO festgelegten Regeln f√ľr alle Offenlegungen mit Stichtag nach dem 31.03.2014 anzuwenden. Offenlegungen zu Stichtagen vor dem 31.03.2014 sind damit noch nach den alten Regeln ¬†vorzunehmen.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil III

Mit der Ver√∂ffentlichung ¬†der CRD IV und der CRR im Amtsblatt der Europ√§ischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) ist der Weg frei f√ľr die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Bis dahin m√ľssen auch die Arbeiten der EBA im Zusammenhang mit den von ihr zu entwickelnden RTS & ITS beendet werden.

  • Draft RTS on the retention of net economic interest and other requirements relating to exposures to transferred credit risk & ITS relating to the convergence of supervisory practices with regard to the implementation of additional risk weights (EBA/CP/2013/14)
Konsultationsfrist:

  • 22. August¬† 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 405, 406, 408, 409, 410 CRR (Art. 394, 395, 397, 398 CRR-E)
  • Spezifizierung der Vorschriften √ľber den Selbstbehalt bei Verbriefungen und damit im Zusammenhang stehenden Regelungen
  • Anforderungen an Institute, die das Kreditrisiko einer Verbriefungsposition eingehen
  • Haltepflicht inklusive Kriterien f√ľr das Halten eines materiellen Nettoanteils
  • Sorgfaltsbestimmungen f√ľr Institute, die eine Verbriefungsposition eingehen
  • Anforderungen an Sponsoren, Originatoren und urspr√ľngliche Kreditgeber
  • ITS: Art ¬†407 (Art 396 CRR-E)
  • Einheitliche Ma√ünahmen der Aufsichtsbeh√∂rden bei Verst√∂√üen gegen die Art. 394, 395 und 398 CRR ergriffen werden (Bewertungskriterien bei Verst√∂√üen, Bedingungen f√ľr zus√§tzliche Risikogewichte und die Festlegung der zus√§tzlichen Risikogewichte durch die Aufsichtsbeh√∂rden)

 

Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 341 (3) CRR (Art. 330(3) CRR-E)
  • Definition des Begriffs Markt zum Zwecke der Berechnung des allgemeinen Marktrisikos f√ľr Anteilswerte
  • Vorschlag zweier Definitionen von Markt bezogen auf die Kriterien Nationalit√§t und W√§hrung

 

  • Draft RTS on non-delta risk of options in the standardised market risk approach (EBA/CP/2013/16)
Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. ¬†329 (3), 352 (6), 358 (4) CRR ( Art. 318(3), 341(6) und 347(4) CRR-E)
  • Definition und Methoden, alle Risiken aus Optionen/ Warrants, die keine delta-Risiken sind, bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen zu ber√ľcksichtigen
  • Proportionalit√§t durch verschiedene Ans√§tze
  • Simplified Approach f√ľr Institute, die nur Optionen kaufen
  • Delta-Plus-Methode f√ľr Institute, die Optionen verkaufen
  • Komplexerer Scenario-Ansatz¬† f√ľr Institute mit erheblichen Handelsaktivit√§ten bei Optionen

 

Konsultationsfrist:

  • 18. Juli 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 36 (2), 73 (6), 84 (4) CRR ¬†( Art. 33(2), 69a(6) and 79(3) CRR-E)
  • Definition, Durchschau und Verrechnung¬† von direkten, indirekten und synthetischen ‚ÄěBeteiligungen/Positionen‚Äú
  • ‚Äěbroad market index‚Äú als zul√§ssige Berechnungsgrundlage f√ľr die Aussch√ľttungen auf AT1 und T2 Instrumenten
  • Harmonisierung der Berechnung von Minderheitsbeteiligungen

 

  • Draft ITS on Additional Liquidity Monitoring Metrics (EBA/CP/2013/18)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 415 (3) CRR (Art. 403(2) CRR-E)
  • Vorschlag f√ľr ein einheitliches Reporting zu Laufzeitinkongruenzen der tats√§chlichen und erwarteten Zahlungsstr√∂me (Templates)
  • Konzentrationsrisiken bei Produkten und Kontrahenten;
  • Volumen und Spreads der Refinanzierung
  • F√§llige und neue Refinanzierung

 

  • Draft RTS on additional liquidity outflows corresponding to collateral needs resulting from the impact of an adverse market scenario on the institution‚Äôs derivatives transactions, financing transactions and other contracts for liquidity reporting ¬†(EBA/CP/2013/19)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art 423 (3) CRR ( 411(3) CRR-E)
  • Methoden zur Berechnung zus√§tzlicher Liquidit√§tsabfl√ľsse als Folge von ung√ľnstigen Marktentwicklungen bez√ľglich Derivatepositionen, Finanztransaktionen u.a. (Nachschusspflichten)
  • Standard-Methode
  • Vereinfachte Methode
  • Internes Modell (Unexpected Negative Exposure -UNE)

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

Sie haben noch keinen Zugang zu CIS ? Dann lesen Sie hier mehr √ľber das Probeabonnement und testen Sie CIS vier Wochen kostenlos.

Follow-up zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part Two)

Die European Banking Authority (EBA) hat am 09. November 2012 den Draft Regulatory Technical Standards (RTS) on own funds under the draft Capital Requirements Regulation РPart Two:  Consultation on technical standards on cooperatives, mutuals, savings institutions and similar institutions veröffentlicht. Der Entwurf steht noch bis zum 21. Dezember 2012 zur Konsultation.

Hintergrund

Mitte dieses Jahres hatte die EBA bereits √ľber den ersten Teil des RTS on Own Funds konsultiert. Schwerpunkte des ersten Teils waren unter anderem die einzelne Positionen des harten Kernkapitals, Abz√ľge von den Posten des harten Kernkapitals, Instrumente des weichen bzw. zus√§tzlichen Kernkapitals, allgemeine Anforderungen im Zusammenhang mit dem Halten von Indexpapieren, aufsichtliche Zustimmung zur Reduzierung der Eigenmittel ¬†bzw. der Erlass von¬† Abz√ľge vom Eigenkapital in Krisensituation sowie ¬†√úbergangsbestimmungen f√ľr Kernkapitalposten und ‚Äďinstrumente und Bestandsschutz (dazu Blog-Beitrag: ‚ÄúNeue Details zur Eigenkapitalausstattung ‚Äď Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)‚Äú vom 28. Juni 2012).

Der aktuelle Entwurf greift jetzt die im ersten Teil noch offen gelassene Frage nach den¬†¬† Voraussetzungen und Bedingungen f√ľr die Anerkennung von Eigenkapitalbestandteilen von Genossenschaften, Sparkassen und √§hnlichen Einrichtungen (Art. 25 CRR) als hartes Kernkapital auf.

Grunds√§tzlich k√∂nnen auch ¬†Kapitalinstrumente, die von Genossenschaften, Sparkassen und √§hnlichen Einrichtungen begeben werden, als Kernkapitalbestandteile anerkannt werden. Allerdings lassen nationale Gesetzesregelungen f√ľr diese Unternehmen h√§ufig R√ľckzahlungen der Kapitalanteile zu. Dies steht im Widerspruch zu dem nach der CRR ¬†f√ľr die Anerkennung als Kernkapitalbestandteil erforderlichen R√ľckzahlungsverbot f√ľr die Kapitalinstrumente. Daher m√ľssen die nationalen Gesetze R√ľckzahlungsbeschr√§nkungen vorsehen, mittels derer die Institute ¬†die R√ľcknahme aufschieben oder der H√∂he nach beschr√§nken k√∂nnen (vgl. dazu auch Blog-Beitrag: ‚ÄúNeue Details zur Eigenkapitalausstattung ‚Äď Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)‚Äú vom 28. Juni 2012).¬†¬† ¬†Dar√ľber hinaus kann die zust√§ndige nationale Aufsichtsbeh√∂rde auch √ľber diese Festlegung hinaus bei Bedarf weitere Beschr√§nkungen der R√ľckzahlung anordnen.

Entsprechend legt die EBA nun mit dem aktuellen RTS-Entwurf die Rahmenbedingungen f√ľr die Anerkennung als Genossenschaftsbank, Sparkasse und √§hnliche Institute. unter den jeweils anwendbaren nationalen Regelungen fest.

Anerkennung von Genossenschaften (cooperative society) im Sinne von Art 25 CRR

Voraussetzung f√ľr die Anerkennung als Genossenschaftsbank (Art. 3 RTS on own funds¬† Part Two) ist im wesentlichen:

  • in formaler Hinsicht die Registrierung als ‚Äėeingetragene Genossenschaft (eG)‚Äô gem√§√ü ‚ÄėGesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (Genossenschaftsgesetz ‚ÄďGenG)‚Äô
  • das Institut kann Kapitalinstrumente des Kernkapitals nur unter den in Art 27 CRR festgelegten Bedingungen begeben, d.h. die R√ľckzahlung der Instrumente verweigern oder wenigstens einschr√§nken, eine Obergrenze oder eine Beschr√§nkung des H√∂chstbetrags der Aussch√ľttungen bei den Kapitalinstrumenten nur aufgrund einzelstaatlichem Recht oder Institutssatzung.
  • Soweit Inhaber der Kapitalinstrumente das Recht haben, die Instrumente zu k√ľndigen und an das Institut zur√ľckzugeben, kann dies nur unter den Beschr√§nkungen der nationalen und CRR-Bestimmungen erfolgen.

Sparkassen (savings institutions) im Sinne von Art 25 CRR

Unter folgenden Voraussetzungen können Unternehmen als solche anerkannt werden:

  • In formaler Hinsicht die Eintragung als Sparkasse unter dem jeweiligen (Landes-)SpkG.
  • Kapitalinstrumente m√ľssen die Voraussetzungen des Art 27 CRR erf√ľllen (vgl. oben)
  • Aussch√ľttungen des Kapitals, der R√ľcklagen sowie Zwischen- und Jahresendgewinne an die Inhaber von CET1-Kapitalinstrumenten sind verboten; gleichwohl ist diese Voraussetzung bereits dann erf√ľllt, wenn CET1-Kapitalinstrumente begeben werden, die den Inhabern auf einer ‚Äěgoing-concern‚Äú-Basis Rechte an den Gewinnen einr√§umen, die ihrem Anteil am Kapital und den R√ľcklagen entsprechen.

Gegenseitigkeitsgesellschaften (Mutuals) im Sinne von Art 25 CRR

Unternehmen können als Gegenseitigkeitsgesellschfaften unter den folgenden Voraussetzungen anerkannt werden:

  • Formal unterf√§llt die Gesellschaft einer bestimmten Rechtsform (zum Beispiel als Building society in UK oder Irland)
  • Kapitalinstrumente m√ľssen die Voraussetzungen des Art 27 CRR erf√ľllen (vgl. oben)
  • Das gesamte Kapital/Kapitalanteile und R√ľcklagen werden von den Mitgliedern gehalten. Die Mitglieder d√ľrfen im normalen Gesch√§ftsverlauf nicht von den R√ľcklagen profitieren, insbesondere nicht durch entsprechende Dividenden bzw. Aussch√ľttungen. Es schadet der Anerkennung aber nicht, wenn das Unternehmen Kapitalinstrumente begibt, die ein Recht am Kapital und an den R√ľcklagen verk√∂rpern.

Vergleichbare Unternehmen (similar institutions), die nicht unmittelbar unter¬† eine der formalen Kategorien fallen, k√∂nnen anerkannt werden, soweit die jeweils kennzeichnenden Merkmale im Hinblick auf Kapitalinstrumente und die damit zusammenh√§ngenden Beschr√§nkungen erf√ľllt sind. In formaler Hinsicht werden explizit als vergleichbare Institute die Pfandbriefstelle der √∂sterreichischen Landes-Hypothekenbanken, sowie besondere Institutsformen in Finnland genannt.

Beide RTS on Own funds sind als Gesamtpaket zu sehen. Mit dem zweiten Teil wird jetzt versucht, die Harmonisierung innerhalb der sehr differenzierten Bankenlandschaft Europas voranzutreiben, indem man sich auf einheitliche Anerkennungskriterien f√ľr Eigenkapitalbestandteile bei Genossenschaften/Sparkassen und √§hnlichen Instituten einigt. Gleichwohl bleibt die vor allem in Deutschland gef√ľhrte Diskussion um m√∂gliche Benachteiligungen regionaler und kleiner Kreditinstitute durch Basel III immer noch aktuell.

Offenlegung der Eigenmittel nach CRR – ITS on Disclosure for Own Funds

Die EBA hat am 7. Juni 2012 das Konsultationspapier „Draft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions (EBA/CP/2012/04)“ ver√∂ffentlicht, das Formvorgaben zur Offenlegung von Informationen √ľber die Eigenmittel gem√§√ü dem Verordnungsvorschlag zu CRD IV (Capital Requirement Regulation – CRR) enth√§lt. Mit der Ver√∂ffentlichung eines Entwurfs f√ľr einen technischen Durchf√ľhrungsstandard kommt die EBA ihrer Verpflichtung nach, die in Art. 424 Abs. 2 der CRR enthaltenen Offenlegungsvorschriften bez√ľglich der Eigenmittel zu konkretisieren. Der ITS wird zusammen mit dem am 4. April ver√∂ffentlichten Regulatory Technical Standard (RTS) on Own Funds (vgl. dazu Blog-Beitrag: ‚ÄěNeue Details zur Eigenkapitalausstattung ‚Äď Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)‚Äú vom 28. 06 2012) und weiteren, von der EBA im Jahr 2012 noch zu ver√∂ffentlichenden RTS zu Eigenmitteln einen Teil des Single Rulebook darstellen, d.h. als Verordnung europaweit unmittelbar anzuwenden sein. Die Konsultationsfrist f√ľr den ITS endet am 31. Juli 2012.

Die Vorschriften sollen zum 1. Januar 2013 in Kraft treten; sie sollen aber deutlich vor dem 31. Dezember 2012 ver√∂ffentlicht werden, um den Instituten gen√ľgend Zeit f√ľr eine einheitliche Erf√ľllung der Ver√∂ffentlichungsanforderungen zu geben. Die EBA wird den Text ohne weitere Konsultation anpassen, falls √Ąnderungen an der CRR dies erforderlich machen sollten.

Inhaltlich sind die Vorschl√§ge am Konsultationspapier des Baseler Ausschusses vom 19. Dezember 2011 (Basel Committee on Banking Supervision (BCBS): „Definition of capital ‚Äď disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) ausgerichtet, das die Anforderungen der Art. 91-93 von Basel¬†III konkretisiert.

Institute m√ľssen zuk√ľnftig drei Arten von Offenlegungsanforderungen erf√ľllen: Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln („general own funds disclosure template“), √úbergangsweise Eigenmittelver√∂ffentlichung („transitional disclosure template“, entf√§llt mit Auslaufen der √úbergangsperiode) und Grundz√ľge der Eigenmittelinstrumente des Instituts („capital instruments‚Äô features template“). Der ITS beinhaltet zu allen Offenlegungsanforderungen Anh√§nge mit Formvorschriften und Vorgaben zur Bef√ľllung. Weiterhin haben die Institute eine √úberleitungsrechnung zwischen dem Eigenkapital des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und den regulatorischen Eigenmitteln zu erstellen.

Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln / General own funds disclosure template

  • Hier sollen quantitative Informationen zu den Kapitalbestandteilen gem√§√ü CRR offengelegt werden, ¬†Nach Form und Inhalt entspricht die Vorlage dem BCBS-Vorschlag f√ľr ein „Post 1 January 2018-Template“. Es ist ab dem 1. Januar 2018 offenzulegen.
  • Beispiele f√ľr offenzulegende Informationen: Komponenten, Abzugspositionen, Prudential Filter, √úbergangsregelungen, jeweils pro Kapitalklasse und gegliedert nach den Artikeln der CRR.

Transitional disclosure template

  • Das „transitional disclosure template“ soll Angaben zu den √úbergangsvorschriften, die im general own funds disclosure template nicht enthalten sind, enthalten, und entspricht dem BCBS-Vorschlag eines „disclosure template during the transition phase“. Es ist zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2017 offenzulegen.
  • Beispiele f√ľr offenzulegende Informationen: Informationen im Rahmen des „general own funds disclosure template“ (s. vorhergehenden Absatz) plus weiteren Spalten, aus denen das Phase-in der CRR-Regelungen hervorgeht.

Capital instruments‚Äė features template

  • Das „capital instruments‚Äô features template“ soll allgemeine, qualitative und quantitative Informationen zu den Instrumenten enthalten.¬† Es entspricht nach Form und Inhalt dem BCBS-Vorschlag zu „main features template“ und ist ab dem 1. Januar 2013 auszuf√ľllen.
  • Beispiele f√ľr offenzulegende Informationen: Emittent, ISIN, einschl√§gige CRR-Artikel, Rechtsnatur, Ausgabe- und R√ľckkaufpreis, R√ľckkaufdatum, Konvertierbarkeit, Position im Wasserfall

Balance sheet reconciliation

  • Bei der √úberleitungsrechnung vom handelsrechtlichen Eigenkpital auf die regulatorischen Eigenmittel sollen die Institute darstellen, welche √Ąnderungen sich an der Bilanz durch die Anwendung der regulatorischen Anforderungen ergeben. Dadurch soll das Auseinanderfallen der Datengrundlagen f√ľr die Erstellung der Bilanz und f√ľr die Berechnung der regulatorischen Eigenmittel adressiert werden. Die Vorgehensweise bei der √úberleitungsrechnung folgt dem Vorschlag des Baseler Ausschusses (BCBS-Konsultationspapier „Definition of capital ‚Äď disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) und soll in drei Schritten erfolgen (Annex¬†I).
  • Schritt 1: Ausgangspunkt ist die handelsrechtliche Bilanz. Sofern deren Konsolidierungskreis und/oder Konsolidierungsverfahren von dem aufsichtsrechtlichen gem. CRR abweichen, ist zus√§tzlich ein „regulatory scope balance sheet“ offenzulegen. Dessen einzelne Posten sind den Bilanzposten der Handelsbilanz gegen√ľberzustellen; der Detaillierungsgrad hat dem der Handelsbilanz mindestens zu entsprechen. Informationen √ľber unterschiedliche Konsolidierungsverfahren und -kreise sind ebenfalls offenzulegen.
  • Beispiel (aus dem ITS): EK-Positionen der Handelsbilanz und des regulatory scope balance sheet sind Gezeichnetes Kapital (einbezahlt) und R√ľcklagen.
  • Schritt 2: Die Bilanzposten des regulatory scope balance sheet sind so in Komponenten aufzuspalten, dass aus ihnen die hinsichtlich der Eigenmittel offen zu legenden Informationen (zu den einzelnen templates s.o.) gewonnen werden k√∂nnen.
  • Beispiel: Aufspaltung der EK-Position Gezeichnetes Kapital in die Komponenten „(e) Paid-in share capital of which amount eligible for CET 1“, und¬† „(f) Paid-in share capital of which amount eligible for AT 1“).
  • Schritt 3: Die Offenlegungsanforderungen im „general own funds disclosure template“ (ab 2018) oder im „capital instruments‚Äô features template“ (bis 2017) sollen auf die disaggregierten Bilanzpositionen des regulatory scope balance sheet (Ergebnisse von Schritt 2) verweisen.
  • Beispiel: Herstellung des Bezuges zwischen dem „general own funds disclosure template“ (Position „CET1: instruments and reserves“) und dem „regulatory scope balance sheet“. Die Offenlegungsposition „CET 1: (1) Capital Instruments and the related share premium accounts¬†“ referenziert auf die Position (e) „Paid-in share capital of which amount eligible for CET¬†1“. Unklar ist, warum im zudem die Offenlegungsposition „CET 1: Funds for General Banking Risk (3a)“ auf die Position (f) „Paid-in share capital of which amount eligible for AT¬†1“ und auf Art. 24(1) CRR verweist, da nach Art 24 CRR der Fonds f√ľr allgemeine Bankrisiken Teil des CET1 (und nicht des AT 1, wie der Verweis implizieren w√ľrde) ist.

Die √úberleitungsrechnung soll nicht der gesetzlichen Pr√ľfungspflicht unterliegen. Wie bei anderen Neuerungen vergleichbarer Bedeutung und Auswirkung ist aber insbesondere am Anfang nicht auszuschlie√üen, dass die Aufsicht mittels Festsetzung von Pr√ľfungsschwerpunkten oder Sonderpr√ľfungen Einsicht in den Umsetzungsstand nimmt.

Veröffentlichungsturnus

Im ITS ist kein expliziter Rhythmus festgelegt, sondern auf Art. 420 CRR verwiesen (mindestens jährlich parallel zur Veröffentlichung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses, freiwillige unterjährige Veröffentlichungen auch einzelner Bestandteile in Abhängigkeit von Risiken, Geschäftsmodell, Rahmenbedingungen möglich).

Auswirkungen auf die Institute

Insgesamt nehmen die Offenlegungsanforderungen in allen Themengebieten erheblich zu. Die Informationsbeschaffung im entsprechenden Detail und in der erforderlichen Datenqualit√§t wird f√ľr die Institute zur Herausforderung. Insbesondere die zuk√ľnftig durchzuf√ľhrende Verkn√ľpfung von aufsichtsrechtlicher und bilanzieller Kapitalberechnung in der √úberleitungsrechnung wird die Institute vor Herausforderungen stellen, Datenquellen zu vereinheitlichen und einheitliche Granularit√§tsgrade der verwendeten Daten sicherzustellen.

/* */