Schlagwort: Securitisation

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Securitisation RSS-Feed

Neues Verbriefungsrahmenwerk erfordert neues Verbriefungsmeldewesen

Zur künftigen Gestaltung der Meldungen für Verbriefungstransaktionen hat die European Banking Authority (EBA) am 28. August 2018 ein Konsultationspapier veröffentlicht (Consultation paper on COREP Securitisation (EBA-CP-2018-04)). Bereits im April 2018 hatte die EBA der EU Kommission eine Änderung der ITS vorgelegt, die am 09.Oktober 2018 angenommen, jedoch noch nicht im Amtsblatt verkündet wurden. Im Ergebnis findet dabei ein mehrfach gestaffelter Übergang von den aktuell geltenden Regelungen zu den künftig anzuwendenden Regelungen statt.

EBA-Konsultation zu RTS zur Homogenität der einer Verbriefung zugrundeliegenden Exposures nach dem neuen Verbriefungsrahmenwerk

Die EBA hat am 15. Dezember einen Entwurf für einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zur Homogenität der Underlyings einer Verbriefung veröffentlicht (Draft RTS on the homogeneity of the underlying exposures in securitisation under Art. 20(14) and 24(21) of [Regulation (EU) XXX/201X … laying down a general framework for securitisation and creating a specific framework for simple, transparent and standardised securitisation] (EBA/CP/2017/21)). Der RTS spezifiziert, welche Anforderungen der einer Verbriefung zugrundeliegende Asset-Pool an die Homogenität dieser Assets erfüllen muss, um als einfache, transparente, standardisierte Verbriefung (STS-Verbriefung) gemäß der neuen europäischen Verbriefungsverordnung (EU-VVO) eingestuft werden zu können.

Hintergrund

Am 28. Dezember 2017 wurde die neue Verordnung zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für Verbriefungen und zur Schaffung eines spezifischen Rahmens für STS Verbriefung (VO (EU) 2017/2402) im EU Amtsblatt veröffentlicht. Die neue Verordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Mitte Dezember 2018 veröffentlichte die EBA das Konsultationspapier zu dem RTS, der Konkretisierungen zu den Anforderungen an die Homogenität von Portfolien nach den Art. 20 und 24 der VO 2017/2042 enthält.

Mit dem Thema Homogenität behandelt die EBA eines der wichtigsten Verbriefungs-Themen als erstes, weil die Zusammensetzung des Asset-Pools ausschlaggebend für die ökonomische Vorteilhaftigkeit einer Verbriefung ist. Analysen zum Erfordernis etwaiger Anpassungen des von Verbriefungen betroffenen Geschäftsmodells können demnach bald beginnen.

Inhalt

Ziel der Regelungen ist es, den Investoren die Durchführung einer belastbaren Due Diligence- Prüfung des Asset-Pools zu ermöglichen und zu vereinfachen, indem dieser möglichst homogen ist. Eine Unterscheidung nach Laufzeiten ist nicht vorgesehen. Daher schlägt die EBA vor, für ABCP- (Art. 24 (15) der EU-VO) und nicht-ABCP-Verbriefungen (Art. 20(8) der EU-VO) dieselben Kriterien zu benutzen. Die EBA hat für die Beurteilung der Homogenität 4 Kriterien entwickelt. Diese sollen den Investoren helfen, die Risiken aus Verbriefungen besser beurteilen zu können:

  • Ähnliche Kreditvergabestandards für alle Assets im Pool (zusätzlich zur Anforderung einer hohen Qualität dieser Standards in Art. 20(5) EU-VVO).
  • Einheitliche Servicing-Standards für den Asset-Pool (Prozesse, Systeme und Governance des Servicings), um den Investoren die Benutzung derselben Cashflow-Methodik zu ermöglichen.
  • Zugehörigkeit zur selben Asset-Kategorie entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Kategorien sind am Marktstandard ausgerichtet (u.a. durch Hypotheken besicherte Wohnimmobilienkredite, Kreditfazilitäten an natürliche Personen, Autokredite und Autoleasing, Kreditkartenforderungen) und nicht abschließend, um Marktentwicklungen nicht zu behindern (Überprüfung geplant). Dasselbe Asset kann verschiedenen Kategorien zugeordnet werden (z.B. Private KfZ-Finanzierung sowohl „credit facilities to natural persons“ als auch „Autokredite und Autoleasing“„auto loans and auto leases“).
  • Einheitliche Risikofaktoren des Asset-Pools entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Risikofaktoren (u.a. Schuldnertyp, gestellte Sicherheit, Rang der Sicherheit, Sektor des Verkäufers) sollen zur Anwendung kommen, um die einer Kategorie angehörenden Assets im Pool weiter zu differenzieren. Der RTS legt tabellarisch fest, welche Risikofaktoren für die einzelnen Asset-Kategorien überhaupt zur untersuchen sind (z.B. seniority on collateral bei residential loans). Aus diesen sind dann für einen konkreten Asset-Pool die tatsächlich relevanten Risikofaktoren abzuleiten und zu erfüllen.

Homogenität und andere Anforderungen

Die EBA stellt klar, dass die Anwendung der Risikofaktoren die geltenden Marktstandards abbilden und keine zusätzlichen Anforderungen schaffen soll. Überdies sollen Homogenitätsanforderungen und die Möglichkeit zur Diversifikation von Risiken im Portfolio in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Der Nachweis der Homogenität des Asset-Pools ist Gegenstand der Offenlegung von Informationen (z.B. im Rahmen der Anzeige der Einhaltung der STS-Kriterien oder anderer Offenlegungspflichten). Anforderungen an die Offenlegung sind nicht Gegenstand des RTS, sondern werden durch die ESMA in separaten technischen Standards festgelegt.

Umsetzung und Inkrafttreten

Die Konsultationsfrist läuft bis zum 15. März 2018. Der finale Entwurf wird dann der Kommission zur Veröffentlichung im EU-Amtsblatt innerhalb von 6 Monaten zugeleitet. Bei voller Ausnutzung der sechs Monate könnten den Instituten nur noch 3 Monate für die Umsetzung der finalen Vorgaben zur Verfügung stehen.

Fazit

Die EBA hat sich für einen qualitativ geprägten Ansatz für die Erfüllung der Homogenitätskriterien entschieden. Die Spielräume, die sich aus den vergleichsweise offen formulierten Asset-Kriterien ergeben, sollen durch die Risikofaktoren wieder beschränkt werden. Vor allem bei letzteren ist offen, wieviel Spielraum die Institute bei der Auswahl der anzuwendenden Faktoren haben werden. Daraus ergibt sich trotz der auf den ersten Blick einfachen Struktur mit vier Kriterien ein weiteres komplexeres Regelwerk.

Die Institute sollten in einem ersten Schritt die Kriterien sowohl auf ihre Bestandsverbriefungen als auch auf die Asset-Pools geplanter Verbriefungen anwenden. Daraus lassen sich Auswirkungen der Homogenitätskriterien auf das Neugeschäft ableiten. Ein Schwerpunkt der Analyse sollte dabei auf der Frage liegen, wie sich unterschiedliche Risikofaktoren auf die Ergebnisse auswirken.

Aufgrund der großen Bedeutung des Themas sollte trotz des noch in der Konsultationsphase befindlichen RTS zügig mit der Umsetzung der Anforderungen gestartet werden. Die Erfahrung aus vergangenen Konsultationen der EBA hat gezeigt, dass die wesentlichen Elemente eines Konsultationspapiers in der Regel nicht mehr geändert werden.

Sie haben Fragen zum Thema ?

Sprechen Sie unsere Experten an:

Hiltrud Thelen-Pischke

Telefon: +49 69 9585 2141

Mobil:    +49 170 4596135

hiltrud.thelen-pischke@pwc.com

Dr. Philipp Völk

Telefon: +49 9585 3991

Mobil:    +49 1607435320

philipp.voelk@pwc.com

 

Basel IV-Channel – Episode 25: Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I

Mit unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channels greifen wir mit „Verbriefungen“ ein Thema auf, das wir bereits in einem früheren Channel behandelt haben. Die Überarbeitung des Verbriefungsrahmenwerks wurde seitens der Aufsicht bereits im Jahr 2009 begonnen und kontinuierlich weitergeführt. Seit 2012 hat die Weiterentwicklung des Verbriefungsrahmenwerks Fahrt aufgenommen, vor allem rund um die Frage der Berechnung der risikogewichteten Aktiva und spezieller Verbriefungsformen. Aufgrund des Umfangs des Themas haben wir uns entschieden, den Basel IV-Channel in zwei Teile zu aufzuteilen.

Der erste Teil des Basel IV-Channels zum Thema „Verbriefungen“ befasst sich daher in erster Linie mit der Risikogewichtung von Verbriefungspositionen, im zweiten Teil widmen wir uns den Themen rund um einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (STS).

In der aktuellen Folge des Basel IV-Channels:

 

Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I

 

geben unsere Experten einen Überblick über das neue (europäische) Verbriefungsrahmenwerk und gehen auf die Änderungen in der CRR im Zusammenhang mit der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva für Verbriefungspositionen ein.

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

 

Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Das finale Verbriefungsregelwerk und seine Auswirkungen für Europäische Banken

Das EU-Parlament, der europäische Rat und die EU-Kommission haben sich am 26. Juni 2017 über die Rahmendaten zum Regelwerk der (STS-) Verbriefungsregulierung geeinigt. Das neue EU-Verbriefungsrahmenwerk besteht aus zwei Regelwerken:

  1.  Die sogenannte Verbriefungs-Verordnung (Proposal for a Regulation laying down common rules on securitisation and creating a European framework for simple, transparent and standardised securitisation and amending Directives 2009/65/EC, 2009/138/EC, 2011/61/EU and Regulations (EC) No 1060/2009 and (EU) No 648/2012 (2015/0226 (COD)) enthält Kriterien für alle Verbriefungen, darunter insbesondere Kriterien, die STS-Verbriefungen („simple, transparent, standardised“) zu erfüllen haben sowie Anforderungen zur Due-Diligence und zum Risikoselbstbehalt (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen für STC Verbriefungen erweitert“ vom 01. September 2016).
  2. Anpassungen bei der Eigenkapitalverordnung CRR (Proposal for a Regulation of the European Parliament and of the Council amending Regulation No 575/2013 on prudential requirements for credit institutions and investment firms (2015/0225 (COD)) zur Umsetzung der überarbeiteten Baseler Verbriefungsregeln für Institute.

Die Einführung einer separaten Verordnung für Verbriefungen resultiert aus der Bestrebung, auf EU-Ebene bestimmte einheitliche Regelungen für alle Verbriefungen und nicht vorrangig nur für Banken zu erlassen. Das gilt auch für die STS-Anforderungen. Für Banken ergeben sich aus der Überführung der Baseler Regelungen zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen für Verbriefungspositionen in die CRR zwar die dort festgeschriebenen Erhöhungen der Risikogewichte, diese werden zukünftig aber geringer ausfallen, wenn STS-Kriterien erfüllt werden. Dadurch sollen Anreize geschaffen werden, zukünftig mehr STS-Verbriefungen auf den Kapitalmarkt zu bringen.

Hintergrund

Die Entstehung eines neuen STS-Regelwerks war ein lang anhaltender und diskussionsreicher Prozess. Am 30. September 2015 veröffentlichte die EU-Kommission erstmals Vorschläge in Bezug auf STS-Verbriefungen. Die Trilog-Verhandlungen konnten erst im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Die finale Beschlussfassung soll nach der geplanten Verabschiedung durch die Mitgliedsstaaten am 23. Oktober 2017 in Kraft treten. Die erstmalige Anwendung ist zum 01.01.2019 geplant, wobei für Bestandsgeschäfte Sonderregelungen gelten.

Die Verbriefungs-Verordnung (2015/0226 (COD))

Vorschriften für alle Verbriefungen

Der erste Teil der Verordnung umfasst Vorschriften zur Anwendung auf alle Verbriefungen. Die Regelungen gelten für Originatoren, Sponsoren, ursprüngliche Darlehensgeber, institutionelle Investoren und Verbriefungszweckgesellschaften. Zudem sind hier Begriffsbestimmungen erfasst, die bisher in der CRR geregelt waren sowie neue Definitionen (z.B. für mixed pools). Weitere Vorschriften regeln u.a. den Verkauf von Verbriefungen an Kleinanleger, Offshore-Verbriefungszweckgesellschaften, Transparenzanforderungen an Originatoren sowie neue detaillierte Bestimmungen zur Einführung eines Verbriefungsregisters (Securitisation Repository).

Die aus der CRR bekannten Sorgfaltspflichten (Due-Diligence) und die Bestimmungen zum Risikoselbstbehalt (Risk Retention) wurden teilweise überarbeitet. Sie finden sich nunmehr in der Verbriefungs-Verordnung und gelten sowohl für Banken als auch für andere Kapitalmarktteilnehmer einer Verbriefung. Vorgaben zu einheitlichen Kreditvergabekriterien für verbriefte und nicht verbriefte Engagements, das Verbot von Wiederverbriefungen und die Beschränkung der STS-fähigen Verbriefungen auf in der EU ansässige Originatoren, Sponsoren und Verbriefungszweckgesellschaften sind ebenfalls in der Verbriefungs-Verordnung geregelt.

STS-Kriterien für nicht-ABCP-Verbriefungen

Der zweite Teil der Verbriefungs-Verordnung enthält die Kriterien für STS-Verbriefungen, unterschieden nach ABCP Verbriefungen und nicht-ABCP (allen anderen) Verbriefungen. Dazu gehören u.a. Vorschriften zur Anmeldung („notification“) der STS-Compliance einer Transaktion bei der ESMA durch Originatoren und Sponsoren. Dabei wird auch die Rolle dritter Parteien bei der vorgenannten Feststellung der Compliance geregelt. Für diese ist im Vorfeld Autorisierung durch die ESMA gefordert.

Die Anforderungen an die Einfachheit umfassen u.a.:

  • Im wesentlichen regresslose, rechtliche Übertragung der Forderungen („true sale“)
  • Klare Auswahlkriterien der Underlyings, wobei ein aktives Portfoliomanagement nicht erlaubt ist
  • Die Underlyings müssen homogen sein (inklusive dem Auftrag an die EBA zur Entwicklung von Homogenitätskriterien)
  • Keine Wiederverbriefungen und keine Verbriefung von ausgefallenen Forderungen
  • Verbriefung von Engagements, auf die bereits mindestens eine Zahlung geleistet wurde

Für die Erfüllung der Anforderungen an die Standardisierung sind u.a. folgende Merkmale relevant:

  • Risikoselbstbehalt durch den Originator, Sponsor oder ursprünglichen Kreditgeber
  • Angemessene Mitigierung von Zins- und Währungsrisiken einer Verbriefung auch mittels Derivaten; weitere Derivate dürfen weder in den Underlyings enthalten noch durch die Verbriefungszweckgesellschaft eingegangen werden
  • Zahlung markt- oder segmentüblicher Zinssätze, keine komplexen Formeln oder Berechnungsweisen

Die Anforderungen an die Transparenz betreffen z.B.:

  • Darlegung historischer Ausfalldaten (mind. 5 Jahre) inkl. Erklärung durch Originator und Sponsor für potenzielle Investoren
  • Initiale und fortlaufende Zurverfügungstellung eines Liability-Cashflow-Modells durch Originator oder Sponsor für potenzielle Investoren vor Bepreisung
  • Bei Verbriefung von Autofinanzierungen (inkl. Leasing) oder Wohnimmobilien Zurverfügungstellung von Informationen über die Auswirkungen der finanzierten Assets auf die Umwelt durch Originator, Sponsor und Verbriefungszweckgesellschaft

STS-Kriterien für ABCP-Verbriefungen

Ein ABCP-Geschäft ist als STS anzusehen, wenn es die Anforderungen auf Transaktions- und Programmebene erfüllt. Hinzu kommen weitere Anforderungen, die der Sponsor des ABCP-Programms zu erfüllen hat.

  • Anforderungen an den Sponsor eines ABCP-Programms

Neben den Anforderungen der Transaktions- und Programmebene hat der Sponsor eines ABCP-Programms zusätzliche Anforderungen zu erfüllen. So muss er beispielsweise der zuständigen Behörde nachweisen, dass seine Solvenz und Liquidität auch bei extremen Stresssituationen am Markt nicht beeinträchtigt sind.

Anwendung und Umsetzung der Kriterien

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können mit wenigen Ausnahmen nur traditionelle (True Sale-) Verbriefungen die STS-Kriterien erfüllen. EBA, ESMA und EIOPA sollen einen Bericht über die Möglichkeit, Kriterien für synthetische STS-Verbriefungen zu entwickeln, erstellen.

Bei Verstößen gegen die Vorschriften stehen den Aufsichtsbehörden umfangreiche finanzielle und sonstige (bis hin zu strafrechtlichen) Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung.

Anzeige der STS-Compliance

Originatoren und Sponsor (bei ABCP-Transaktionen: Sponsor) zeigen die Einhaltung der STS-Kriterien einer Verbriefung der ESMA an und erläutern, wie die Einhaltung erreicht wurde. Die EBA veröffentlicht die Anzeige auf Ihrer Website. Dritte Parteien können sich für die Beurteilung der Erfüllung der STS-Kriterien lizensieren lassen, wenn sie genau definierte Anforderungen erfüllen. Ihre Einbindung ist der Anzeige beizufügen; die Haftung des Originators, Sponsors oder der Verbriefungszweckgesellschaft für die Einhaltung ihrer gesetzlichen Pflichten.

Zuständigkeiten und Kompetenzen der Aufsichtsbehörden

Hauptaufgabe der Aufsichtsbehörden ist Überwachung der Einhaltung dieser Verordnung, wozu ausdrücklich auch die Beaufsichtigung laufender Prozesse („arrangements, processes and mechanisms“) gehört.

Die Aufsichtsbehörden verfügen neben den bereits genannten (z.B. Autorisierung einer Drittpartei zur Feststellung der STS-Compliance) über neue Aufgaben und Kompetenzen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, eine Aufsichtsbehörde zu benennen, die die Einhaltung der Vorschriften zur Due Diligence, zum Risikorückbehalt und zu den Kreditvergabestandards durch nicht in der EU regulierte Originatoren, ursprüngliche Kreditgeber und Verbriefungszweckgesellschaften überwacht. Weiterhin haben sie eine für die Überwachung der Einhaltung der STS-Kriterien in einer Transaktion sowie von die Compliance beurteilenden Drittanbietern verantwortliche Aufsichtsbehörde zu benennen.

Zusätzlich haben die Aufsichtsbehörden Einzelfragen wie den angemessenen Umgang mit auftretenden Risiken aus der Struktur (vor allem Reputationsrisiko) durch die beteiligten Parteien zu überwachen. Hierzu gehört auch die Frage, wie sich die Teilnahme einer Partei an einer Verbriefung auf deren Kapitalausstattung (Kapitalpuffer) auswirkt.

Übergangsbestimmungen und Inkrafttreten

Die Verbriefungs-Verordnung ist ab dem 01.01.2019 auf alle ab diesem Zeitpunkt emittierten Verbriefungen anzuwenden. Vor diesem Datum emittierte nicht-ABCP-Verbriefungen können ebenfalls als STS-Verbriefungen behandelt werden, wenn sie alle STS-Kriterien erfüllen. Für diese Verbriefungen sind noch die bisher gültigen Regelungen zum Risikorückbehalt nach der CRR, der Solvency II und der AIFMD anstelle der neuen Regelungen der CRR relevant.

Es ist fraglich, ob dies für das Bestandsgeschäfts ohne zumindest teilweise Anpassung der Strukturen möglich ist. Dabei sind im Einzelfall die Kosten der Vertragsanpassung der Kapitalersparnis gegenüberzustellen.

Die Änderung der CRR (2015/0225 (COD))

Die Einführung der Verbriefungs-Verordnung zieht Änderungen in der bestehenden CRR nach sich. Das betrifft insbesondere die neuen Risikogewichte für STS-Verbriefungen und Nicht-STS-Verbriefungen, für die zudem neue Untergrenzen festgesetzt werden.

Allgemeine Änderungen

Gegenüber dem bestehenden Regelwerk sind eine ganze Reihe kleinerer Änderungen (zusätzliche Definitionen, Änderungen bei der Behandlung von n-th-to-default-baskets, Neuerungen beim Thema Implicit Support) vorgenommen worden.

Überdies enthält die neue Verbriefungsdefinition der CRR die Klarstellung, dass Transaktionen, die die Kriterien für die Einstufung als Spezialfinanzierungen erfüllen, keine Verbriefungen sind.

RWA-Ansätze und Hierarchie (Art. 254 (1) CRR)

Die EU-Beschlussfassungsversion beinhaltet die weitgehend  unveränderte Implementierung der bereits im Baseler Papier enthaltenen technischen Vorgaben zur Ermittlung der Risikogewichte für Verbriefungen (hierzu auch Regulatory Blog Beitrag: „Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen für STC Verbriefungen erweitert“ vom 01. September 2016).

Eine wesentliche Änderung gegenüber den Entwürfen von Kommission, Rat und Parlament ergab sich allerdings durch die Anpassung der Hierarchie zwischen dem SEC-SA (Standardansatz) und dem SEC-ERBA (auf dem Externen Rating basierender Ansatz): Zukünftig ist zunächst der SEC-SA anzuwenden. Aufgrund der im SEC-SA für manche Verbriefungen gegenüber dem SEC-ERBA deutlich erhöhten Risikogewichten besteht allerdings die Möglichkeit, auf Verbriefungspositionen, für die ein externes Rating vorliegt oder abgeleitet werden kann, den SEC-ERBA anstelle des SEC-SA anzuwenden. Das ist jedoch nur dann zulässig, wenn der SEC-SA zu einem mehr als 25% höheren Risikogewicht für STS-Verbriefungen oder einem 75% höheren Risikogewicht für nicht STS-Verbriefungen führen würde. Bei Verbriefungen von Automobilkrediten oder –leasingforderungen sowie Mobilienleasing kann grundsätzlich der SEC-ERBA vor dem SEC-SA angewendet werden.

Darüber hinaus müssen alle Vorgaben zur Anwendung des SEC-SA erfüllt sein, was z.B. dessen Verwendung auf Wiederverbriefungen ausschließt.

Fazit

Da die Datenaufbereitung sehr komplex ist, wird den Banken empfohlen eine Umsetzung spätestens Anfang 2018 vorzubereiten. Beide Verordnungen gelten ab dem 01. Januar 2019 zum Teil mit Übergangsbestimmungen. Verbriefungen, deren Verbriefungspositionen vor Inkrafttreten der Änderungsverordnung emittiert worden sind, haben bis zum 31.12.2019 die „alten“ CRR-Verbriefungsregeln anzuwenden. Mit einer Frist von 6 oder 12 Monaten ab Inkrafttreten der Verordnungen wird die EBA – teilweise in Zusammenarbeit mit ESMA und EIOPA – noch 16 weitere Standards und 4 Richtlinien/Guidelines zur Konkretisierung von Vorgaben entwickeln. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass ein hohes Maß an Unsicherheit zu Verzögerungen/Zurückhaltung in der Bankenindustrie führen könnte.

EU-Vorschläge für ein neues Verbriefungsrahmenwerk

Am 30. September 2015 hat die Europäische Kommission zwei Vorschläge zur Schaffung eines neuen Rahmenwerks für Verbriefungen veröffentlicht. Damit kommen die umfangreichen Arbeiten des Baseler Ausschusses (BCBS) und der European Banking Authority (EBA) zu einem vorläufigen Abschluss. Die Empfehlungen zur Überarbeitung des Verbriefungsrahmenwerks und zur Festlegung von Kriterien für einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (STS-Securitisation) wurden durch eine Überarbeitung der Verbriefungsvorschriften der CRR und durch Schaffung einer neuen Verordnung (Securitisation Regulation) umgesetzt.

Hintergrund

Im Oktober 2014 hatte die EBA bereits ein Diskussionspapier für einfache, standardisierte und transparente Verbriefungen (STS-Verbriefungen) vorgelegt (Discussion Paper on simple standard and transparent securitisations EBA/DP/2014/02). Ziel der Konsultation war die Schaffung sogenannter „qualifizierter“ Verbriefungen, die sich durch besondere Einfachheit, ein hohes Maß an Standarisierung und transparente Strukturen auszeichnen. Vergleichbare Empfehlungen sind auch durch den Baseler Ausschuss abgegeben worden Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations, BCBS 332). Zudem hat der Baseler Ausschuss das Papier „Revisions to the securitisation framework“ (BCBS 303) im Dezember 2014 in finaler Form veröffentlicht. Der Baseler Ausschuss hat damit verschiedene Schwächen des bestehenden Verbriefungsrahmenwerks (u.a. starkes Abstellen auf externe Ratings, Klippeneffekte, mangelnde Risikosensitivität) identifiziert, die durch die Einführung neuer Berechnungsansätze für die Bewertung von Verbriefungspositionen behoben werden sollen (siehe dazu auch Regulatory Blogbeitrag: „Baseler Ausschuss – finales neues Rahmenwerk für Verbriefungen“ vom 22. Juni 2015). Durch die neuen Vorschläge der EU Kommission werden die Ergebnisse der beiden Entwicklungen zusammengeführt und aufeinander abgestimmt.

  1. Europäisches Rahmenwerk für einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (Securitisation Regulation)

Mit dem Entwurf COM (2015) 472 schlägt die EU Kommission die Schaffung einer separaten Verordnung zur Regelung von STS-Verbriefungen vor. Diese Verordnung soll unabhängig von der CRR für Verbriefungen allgemein gelten. Der Entwurf enthält zunächst neben neuen Definitionen auch gegenüber den bestehenden CRR-Bestimmungen überarbeitete Due Diligence-Regelungen für institutionelle Investoren einschließlich Banken und Versicherungen, Regelungen für den Risikoeinbehalt des Originators und Offenlegungsvorschriften. Hinsichtlich der STS-Kriterien wird zwischen Verbriefungen und ABCP-Verbriefungen unterschieden, für die gesonderte Regelungen gelten. Die übergeordnete Zuordnung der Kriterien unter die Oberbegriffe Einfachheit, Transparenz und Standardisierung wird in dem Entwurf beibehalten. Für Vorschriften über die Aufsicht ist ein eigenes Kapitel vorgesehen.

  • Einfachheit

Im Rahmen der Einfachheit (siehe Artikel 8 des Entwurfs) muss der Verkauf der verbrieften Risikopositionen – auch im Fall der Insolvenz des Verkäufers – durchsetzbar sein. Sofern es sich um eine revolvierende Struktur handelt, müssen im Fall einer Bonitätsverschlechterung oder Insolvenz Trigger vorhanden sein, die auch eine Übertragung der noch nicht abgetretenen Risikopositionen bewirken. Der Verkäufer muss gewährleisten, dass die Risikopositionen nicht belastet sind oder eine Beschaffenheit aufweisen, die ihren Verkauf beeinträchtigt. Ein aktives Portfoliomanagement der Risikopositionen darf nicht stattfinden. Ferner müssen sie homogen in Bezug auf die Forderungsart, rechtlich bindend und durchsetzbar sein und definierte periodische Zahlungen vorsehen. Verbriefungen dürfen in den Portfolien nicht enthalten sein. Weiterhin müssen die Risikopositionen aus der üblichen Geschäftstätigkeit des Originators stammen. Das Prinzip des „originate-to-distribute“, also der Ankauf fremder Risikopositionen mit dem Ziel, diese zu verbriefen, ist damit ausgeschlossen. Ebenso scheidet die Aufnahme ausgefallener Risikopositionen oder von Risikopositionen eines säumigen Schuldners aus. Weitere Bedingung ist, dass im Zeitpunkt der Übertragung zumindest eine Rate bereits gezahlt worden ist. Letztlich darf auch die Befriedigung der Investoren in Verbriefungspositionen nicht wesentlich von den Sicherheiten für die verbrieften Risikopositionen abhängen.

  • Standardisierung

Standarisierte Verbriefungen (siehe Artikel 9 des Entwurfs) erfüllen zunächst die Anforderungen, die der Entwurf gemäß Artikel 4 an den Selbstbehalt des Emittenten stellt (Behalten eines materiellen Nettoanteils an der Verbriefungen von 5%; bisher Artikel 405 CRR). Zins- und Währungsrisiken aus der Verbriefung müssen gemindert und die hierfür eingesetzten Maßnahmen offengelegt werden. Zinszahlungen müssen sich nach allgemein verwendeten Marktsätzen richten. Bei Beendigung der Transaktion muss sichergestellt sein, dass keine wesentlichen Geldbeträge bei der SSPE (securititsation special purpose entity, siehe Artikel 2 des Entwurfs) verbleiben, sondern gemäß der Seniorität der Verbriefungspositionen ausgeschüttet werden. Bei revolvierenden Transaktionen sind angemessene early amortisation events oder trigger zur Beendigung der revolvierenden Phase einzurichten. Die Vertragsdokumentation muss zudem die Pflichten und Zuständigkeiten des Servicers, Regelungen für den Fall seiner Insolvenz und zur Auswechslung der Swap-Partner, Refinanzierer und der kontoführenden Bank enthalten. Ferner ist eine belastbare Dokumentation der Strategie, Prozesse und Kontrollen des Risikomanagements erforderlich und ihre Wirksamkeit ist sicherzustellen. Ebenso macht der Entwurf detaillierte Angaben zum weiteren notwendigen Inhalt der Vertragsdokumentation selbst.

  • Transparenz

Zur Herstellung von Transparenz (siehe Artikel 10 des Entwurfs) muss der Emittent den Investoren Daten über die historischen Ausfall- und Verlustquoten für wesentlich vergleichbare Risikopositionen wie die verbrieften vor dem Investment zugänglich machen. Bei non-retail-Risikopositionen ist ein Zeitraum von sieben Jahren abzudecken, bei retail-Risikopositionen beträgt die Zeitspanne fünf Jahre. Die herangezogenen Bewertungskriterien für die Vergleichbarkeit sind offenzulegen. Vor der Emission ist eine Stichprobe aus den zu verbriefenden Risikopositionen durch eine geeignete externe Partei auf deren Eignung hin zu untersuchen. Die Untersuchung muss auch die Feststellung enthalten, dass die hinsichtlich der verbrieften Risikopositionen offengelegten Daten korrekt sind (Konfidenzniveau 95%). Sowohl vor dem pricing als auch fortlaufend muss der Emittent den Investoren ein cash flow model zur Verfügung stellen. Originator, Sponsor und SSPE sind gemeinsam für die Einhaltung des Artikel 5 des Entwurfs verantwortlich und damit für die Information potentieller Investoren über die der Verbriefung zugrundeliegenden Risikopositionen auf vierteljährlicher Basis, die Vertragsdokumentation, die Anlegerberichte und die nach Artikel 14 des Entwurfs vorgesehene Meldung über die Einhaltung der STS-Kriterien.

  • Due Diligence, Selbstbehalt und Offenlegung

Neben der Festlegung der STS-Kriterien enthält der COM(2015) 472 überarbeitete Vorschriften für die Sorgfaltsprüfung der Investoren, den Selbstbehalt des Emittenten und die Offenlegung. Die einschlägigen Vorschriften sind bisher in den Art. 405 ff. CRR enthalten und werden durch dieses neue Verbriefungsregelwerk ersetzt. Sind die Anforderungen an die Sorgfaltsprüfung und den Selbstbehalt noch im Wesentlichen mit den bisher geltenden CRR-Regelungen vergleichbar, werden die Offenlegungspflichten (siehe Art. 5 des Entwurfs) stark ausgeweitet. Hierzu gehört insbesondere die Bekanntgabe der gesamten Vertragsdokumentation und – sofern die STS-Kriterien eingehalten sind – eine hierüber durch die ESMA zu erteilende Benachrichtigung. Ferner müssen Insiderinformationen unverzüglich weitergegeben werden. Die Offenlegung gegenüber den Anlegern muss auf einer Website erfolgen, die über ein Kontrollsystem zur Sicherung der Datenqualität verfügt und die Informationen mindestens für fünf Jahre über die Beendigung der Transaktion hinaus bereithält.

  1. Überarbeitung des Verbriefungsregelwerks der CRR

Mit dem Entwurf COM (2015) 473 schlägt die EU Kommission umfangreiche Änderungen der bisherigen CRR-Verbriefungsvorschriften in Art. 242 ff CRR vor. Dabei wurden die Baseler Vorschläge weitgehend unverändert übernommen. In den Artikeln 254 ff CRR n.F. haben die in dem BCBS 303 veröffentlichten Mess-Ansätze und Berechnungsmethoden Eingang in das Verbriefungsregelwerk gefunden. Der Entwurf enthält zudem direkte Verweise auf die Securitisation Regulation und gewährt insbesondere geringere Risikogewichte für Verbriefungspositionen, sofern die STS-Kriterien eingehalten werden.

  • SEC-IRBA

Für die Ermittlung von KIRB im SEC-IRBA gilt nunmehr, dass dieser Wert für das Verwässerungsrisiko zunächst separat berechnet werden muss, sofern dieses Risiko einen materiellen Einfluss auf die Risikopositionen hat. Anschließend ist das Ergebnis mit dem für das Kreditrisiko ermittelten Wert zusammenzuführen. Die näheren Bestimmungen über den SEC-IRBA sehen vor, dass die Aufsicht im Einzelfall die Verwendung dieses Ansatzes verbieten kann. Werden jedoch die STS-Kriterien gemäß der Securitisation Regulation erfüllt, so beträgt der Floor für das Risikogewicht der Seniortranche nur 10%, statt des im BCBS 303 noch vorgesehenen Floors von 15%.

  • SEC-ERBA

Die Berechnung der Risikogewichte bei Verwendung externer Ratings wird bei Erfüllung der STS-Anforderungen ebenfalls modifiziert (siehe Artikel 262 CRR n.F.). Bei Verbriefungspositionen mit Kurzzeitrating gelten je nach Bonitätsstufe die Risikogewichte 10%, 35% und 70% statt 15%, 50% und 100% bei Verbriefungen, die keine STS-Verbriefungen sind. Für alle Ratings unterhalb der dritten Stufe bleibt es unverändert bei 1.250%. Bei Langzeitratings kann für die Seniortranche von STS ebenfalls ein Risikogewicht von 10% erreicht werden.

  • SEC-SA

Auch im Standardansatz kann unter Einhaltung der STS-Kriterien ein Risikogewicht-Floor von 10% erreicht werden. Der aufsichtliche Parameter p hat in diesem Fall den Wert 0,5. Im Übrigen bleiben die Formeln zur Berechnung des Risikogewichts gegenüber dem BCBS 303 unverändert.

  • STS-Verbriefungen

Zusätzlich zu den Anforderungen der Securitisation Regulation ist Artikel 243 CRR n.F. zu beachten. Die Vorschrift stellt ergänzende Anforderungen als Voraussetzungen für die geringere Risikogewichtung. So muss es sich um verbriefte Risikopositionen handeln, die unter Einhaltung von Artikel 79 CRD IV entstanden sind und die Menge an Risikopositionen eines einzigen Schuldners darf 1% des gesamten Pools nicht überschreiten. Ferner dürfen die Risikogewichte der Risikopositionen selbst bestimmte Grenzen nicht überschreiten.

Weitgehend unverändert bleiben die Regelungen über die Übertragung des signifikanten Kreditrisikos und die Anforderungen an externe Ratings. Die hierfür geltenden Grundsätze wurden mit der Einführung der CRR zum 1. Januar 2014 angepasst und waren nicht Gegenstand der aktuellen Konsultationen des Baseler Ausschusses und der EBA.

Für bestehende Verbriefungspositionen greift eine Übergangsregelung. Danach ist die Anwendung der CRR in ihrer jetzigen Fassung bis Ende 2019 vorgesehen.

Fazit

In dem Entwurf des neuen CRR-Verbriefungsrahmenwerks hat sich der Floor für die Risikogewichtung in allen Ansätzen auf 10% verringert (gegenüber 15% im BCBS 303). Dieser Floor liegt aber dennoch über dem aktuell geltenden Mindestrisikogewicht von 7% und lässt einen deutlichen Anstieg der Kapitalkosten für Verbriefungspositionen erwarten. Es muss außerdem beachtet werden, dass der Wert nur bei Einhaltung der umfangreichen STS-Kriterien erreicht werden kann. Da theoretisch bereits die Nichterfüllung eines einzigen Kriteriums zur Anwendung wesentlich höherer Risikogewichte führen kann, sollten die Institute die noch verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten des neuen Rahmenwerks nutzen, um die neuen Kapitalanforderungen zu errechnen und die Umsetzbarkeit der Securititsation Regulation zu prüfen.

Baseler Ausschuss – finales neues Rahmenwerk für Verbriefungen

Im Dezember 2014 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) das Rahmenwerk für Verbriefungen überarbeitet (Revisions to the securitisations framework), dieser Überarbeitung vorausgegangen sind zwei Konsultationen in 2009 und 2012 (Dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Neues aus Basel zum Verbriefungsregelwerk – Revisions to the Basel Securitisation Framework“ vom 20. Dezember 2012).

Hintergrund

Ziel der Überarbeitung war es, die bisher nicht ausreichend in den Basel II-Verbriefungsregeln berücksichtigten Aspekte bzw. die dort aufgetretenen Schwachstellen zu adressieren. Insbesondere die Abhängigkeit von externen Ratings, die fehlende Risikosensitivität, das Auftreten von sogenannten Klippeneffekten und die unzureichende Kapitalunterlegung für Verbriefungspositionen stehen im Fokus der Überarbeitung.

Das überarbeitete Verbriefungsrahmenwerk soll ab 01. Januar 2018 in Kraft treten. Flankiert werden die Überarbeitungen von Konsultationen zu den Kriterien von einfachen, transparenten und vergleichbaren Verbriefungstransaktionen (Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations – consultative paper).

Schwächen des bisherigen Regelwerks

Die Finanzkrise hat Schwächen innerhalb des Basel II Verbriefungs-Regelwerks aufgedeckt. Der Basler Ausschuss nennt hier namentlich die mechanische Verwendung externer Ratings und besonders niedrige Risikogewichte für hoch geratete Risikopositionen bzw. besonders hohe Risikogewichte für niedrig geratete Senior-Risikopositionen. Auch Klippeneffekte durch das Auftreten einer erheblichen Erhöhung der Kapitalanforderungen für die Verbriefungsposition bereits bei minimalen Veränderungen der Portfolioqualität und eine mangelnde Risikosensitivität aufgrund des Fehlens bestimmter Risikotreiber wurden angeführt.

Durch das neue Rahmenwerk wird zum einen die Hierachie der auf internem und externem Rating basierenden Ansätze für die Beurteilung und Bewertung der Risiken aus Verbriefungspositionen überarbeitet. Zum anderen wird gegenüber dem Basel II-Rahmenwerk für Verbriefungen die Bedeutung des externen Ratings reduziert. Darüber hinaus sollen die Anzahl der verwendeten Ansätze begrenzt und ihre Verwendung vereinfacht werden.

Hierarchie der Ansätze

Die Rangfolge, in der die (neuen) zur Verfügung stehenden verschiedenen Berechnungsansätze anzuwenden sind, lässt sich wie folgt abbilden:

Ansätze

 

Quelle: BCBS Revisions to the securitisation framework

An der Spitze der Hierachie der Ansätze steht der Internal Ratings-Based Approach (SEC-IRBA). Diesen Ansatz – analog dem bisherigen SFA – können die Institute nutzen, wenn ihre relevanten internen Modelle zur Messung von Kreditrisiken aufsichtlich genehmigt worden sind. Sofern die Bank keine internen Modelle nutzt und die Verbriefungspositionen gerated sind, steht mit dem SEC-ERBA ein Ansatz zur Verfügung, der auf externen Kreditbewertungen beruht. Der Standardansatz SEC-SA ist die Alternative zum auf internen Ratings basierenden Ansatz und kommt besonders in Jurisdiktionen in Betracht, in denen die Verwendung externer Ratings nicht gestattet ist. Zudem ist er der einzige Ansatz, der für Wiederverbriefungen zulässig ist.

Ein Institut darf den jeweiligen Ansatz nur nutzen, wenn es in der Lage ist, sämtliche für die Berechnung erforderlichen Parameter zu ermitteln. Gelingt dies nicht, muss der nächst einfachere Ansatz verwendet werden. Dabei gilt für alle Ansätze ein Mindestrisikogewicht (Floor) von 15 %. Sofern keiner der drei Ansätze gerechnet werden kann, ist für die Verbriefungsposition ein Risikogewicht von 1.250 % anzusetzen.

Die Ansätze im Einzelnen

  • Securitisation Internal-Ratings Based Approach (SEC-IRBA)

Der SEC-IRBA basiert auf dem Simplified Supervisory Formula Approach (SSFA) zur Ermittlung des Risikogewichts für die jeweilige Verbriefungsposition. Seine Anwendung erfordert ein genehmigtes IRB-Modell für die Forderungen im Verbriefungspool. Berücksichtigung finden zudem die Tranchendicke (T) und nunmehr auch die Laufzeit der Verbriefungstranche (MT). Letztere soll der Vermeidung der bereits erwähnten Klippeneffekte dienen, die bisher im Supervisory Formula Approach auftreten konnten. Als weiterer Inputparameter fließen die Kapitalanforderungen ein, die für die Forderungen gegolten hätten, wenn sie nicht verbrieft worden wären (KIRB).

Grundsätzlich muss das Institut in der Lage sein, sämtliche Inputparameter für den SSFA zu bestimmen. Ist bei einem bestimmten Pool aber nur ein Teil der Forderungen IRBA-fähig, muss dieser mindestens bei 95 % liegen, um den SEC-IRBA anwenden zu können. Wird diese Schwelle nicht erreicht, muss die Bank zwingend einen einfacheren Ansatz wählen.

  • Securitisation External-Ratings Based Approach (SEC-ERBA)

Nach dem Basel II Rating Based Ansatz wurde das Risikogewicht anhand externer Ratings, der Seniorität der Verbriefungsposition und der Granularität des zugrunde liegenden Pools ermittelt. Nach dem aktuellen Basler Papier wird die Bedeutung der Ratings zur Bemessung signifikanter Risiken verringert. Zum einen fließt die Tranchendicke (T) bei mezzaninen Tranchen mit ein, zum anderen wird die Seniorität berücksichtigt. Weiter bildet die Restlaufzeit der Verbriefungsposition einen Inputparameter. Demgegenüber entfällt das Kriterium der Granularität, da es nach Ansicht des Basler Ausschusses bereits in ausreichendem Umfang durch die Ratingagenturen berücksichtigt wird. Diese gehen bei steigender Granularität von einer Bonitätsverbesserung aus.

Zur Anwendung des SEC-ERBA müssen externe bzw. zumindest abgeleitete Ratings für die zu gewichtenden Verbriefungspositionen vorliegen. Bei vorhandenem Kurzzeitrating können die Risikogewichte anhand einer Mappingtabelle ermittelt werden. Für Langzeitratings existiert ebenfalls eine Tabelle, aus der sich die Risikogewichte für Senior und Nicht-Senior Tranchen bei einer Restlaufzeit (MT) von einem und fünf Jahren ablesen lässt. Für dazwischen liegende Laufzeiten muss das Risikogewicht durch lineare Interpolation ermittelt werden. Für Nicht-Senior Tranchen muss zudem die Tranchendicke (T) zur Berechnung herangezogen werden. Außerdem darf das ermittelte Risikogewicht nie niedriger sein als das entsprechende Risikogewicht einer Seniortranche derselben Verbriefung mit identischem Rating und gleicher Restlaufzeit.

  • Securitisation Standardised Approach (SEC-SA)

Zur Anwendung des Standardansatzes wird ebenfalls der SSFA herangezogen (wie im SEC-IRBA) und es müssen die folgenden Inputparameter vorhanden sein: Die Kreditrisikostandardansatz (KSA)-Kapitalanforderungen (KSA) für die zugrunde liegenden Exposures, der Anteil der leistungsgestörten Positionen (W) und die Tranchendicke.

Die Kapitalanforderungen nach KSA ergeben sich aus der Division der risikogewichteten Aktiva durch die Risikopositionswerte multipliziert mit 8 %. Der Anteil der leistungsgestörten Positionen (W) errechnet sich als Quotient aus der Summe aller leistungsgestörten Positionen im Verhältnis zu allen Positionen im Pool. Als leistungsgestört gelten alle Exposures mit einem Leistungsverzug von 90 Tagen oder mehr, die Gegenstand eines Insolvenz- oder Zwangsvollstreckungsverfahrens sind oder nach Vertragsdokumentation der Verbriefung als ausgefallen gelten. Dabei muss die Bank das Vorliegen einer Leistungsstörung für mindestens 95 % der Positionen ermitteln können. Andernfalls werden die Verbriefungspositionen mit einem Risikogewicht von 1.250 % angesetzt.

Fazit

Mit den neuen Ansätzen wird die Ermittlung der Kapitalanforderungen für Verbriefungspositionen erheblich risikosensitiver und in Summe auch konservativer. Andererseits wird der erforderliche Aufwand für die betroffenen Institute tendenziell erhöht, da die Zahl der Inputparameter angestiegen ist. Dabei bleibt bei realistischer Betrachtung die Anwendung des SEC-IRBA den verbriefenden Instituten (Originatoren) vorbehalten, da z.B. ein Investor nicht über die notwendige Datengranularität verfügt. Andererseits ist aufgrund der eingangs erwähnten Konsultationen zu den Kriterien für einfache, transparente und vergleichbare Verbriefungstransaktionen eine Privilegierung von sog. „qualifizierten“ Transaktionen bei der Eigenkapitalunterlegung zu erwarten. Institute sollten in der Zeit bis zur Einführung der neuen Regelungen ihre Geschäftstätigkeit im Verbriefungsbereich überprüfen, um zu ermitteln, welche prozessualen Anpassungen bei ihnen notwendig werden bzw. inwieweit sich potentielle Auswirkungen auf die Kapitalquoten ergeben könnten.

Neues aus Basel zum Verbriefungsregelwerk – Revisions to the Basel Securitisation Framework

Am 18. Dezember 2012 hat das Basel Committe on Banking Supervision ein Konsultationspapier zur Überarbeitung des Verbriefungsregelwerks (Revisions to the Basel Securitisation Framework – consultative document) veröffentlicht. Die Konsultationsphase läuft bis zum 15. März 2013.

Hintergrund

Während die Änderungen am Verbriefungsregelwerk nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise 2009 lediglich „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ zur Behebung der größten identifizierten Schwächen darstellten, wird mit dem Änderungsvorschlag eine grundlegende Überarbeitung des Verbriefungsregelwerks vorgenommen. Im Laufe der Krise erfolgten in 2009  einerseits Nachjustierungen bei den Risikogewichten, insbesondere für Verbriefungspositionen des Handelsbuchs und Wiederverbriefungspositionen, sowie andererseits eine Reihe von operationellen Anforderungen (due-diligence Anforderungen) und ein Selbstbehalt für Initiatoren von Verbriefungstransaktionen eingeführt. Das eigentliche Defizit, nämlich das blinde Vertrauen auf externe Ratings, wurde mit den damaligen Änderungen nicht behoben. Dies soll nun mit der vorliegenden Konsultation nachgeholt werden.

Wesentliche Inhalte

Im Folgenden sollen die wesentlichen Änderungsvorschläge kurz vorgestellt werden.

Die Konsultation beinhaltet u.a.:

  • eine neue Rangfolge in der die zur Verfügung stehenden verschiedenen Berechnungsansätze anzuwenden sind,
  • Änderungen bei den bestehenden Berechnungsansätze für die Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen und
  • die Einführung neuer Berechnungsansätze, insbesondere auch als Rückfallposition zur 1.250% Gewichtung.

Sowohl für die Änderung der bestehenden Berechnungsansätze als auch für die neue Rangfolge bei der Anwendung der Ansätze werden Alternativen vorgeschlagen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass

  • die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungspositionen zukünftig komplexer wird,
  • die überarbeiteten Ansätze überwiegend als neues Kriterium die Laufzeit des zugrundeliegenden Forderungspools und ggf. die Tranchendicke berücksichtigen und
  • die Kapitalanforderungen differenzierter ausfallen und dabei tendenziell für höherrangige Tranchen steigen (Mindestrisikogewicht 20 %), während sie im Gegenzug bei mezzaninen und unteren Tranchen weniger schnell zu einer 1.250% Gewichtung bzw. zum Kapitalabzug führen.

Die differenzierteren Kapitalanforderungen sollen insbesondere bisherige Fehlanreize durch sogenannte regulatorische „Klippeneffekte“ reduzieren und regulatorische Arbitrage verhindern.

Vorschlag einer neuen Rangfolge für die Anwendung der verschiedenen Berechnungsansätze

Die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen war bisher relativ  einfach. Sobald ein externes Rating vorlag, war dieses als Grundlage für die Eigenkapitalunterlegung heranzuziehen (Rating Based Approach – RBA). War die Position nicht extern geratet, bestand für KSA-Verbriefungspositionen die Möglichkeit der Durchschau, wenn die Zusammensetzung des zugrundeliegenden Pools bekannt war. Für ABCP Programme und qualifizierte Liquiditätsfazilitäten bestanden spezielle Regelungen. Für IRBA-Verbriefungspositionen konnte zusätzlich ein abgeleitetes Rating ermittelt oder der aufsichtliche Formelansatz (Supervisory Formula Approach – SFA) bzw. in bestimmten Fällen das interne Einstufungsverfahren (Internal Assessment Approach – IAA) angewendet werden. Lagen die Voraussetzungen für die Anwendung dieser alternativen Berechnungsansätze nicht vor, war die Position mit 1.250% zu gewichten oder vom Kapital abzuziehen.

Galt bisher der absolute Vorrang des RBA, werden nunmehr folgende Alternativen zur Konsultation gestellt:

  • Alternative A: Anwendungsvorrang für einen überarbeiteten SFA und subsidiär die Anwendung eines überarbeiteten RBA bzw. vereinfachten SFA je nach Ausübung eines nationalen Wahlrechts durch die jeweilige Jurisdiktion
  • Alternative B: nach Wahl des Instituts die Anwendung eines überarbeiteten RBA bzw. überarbeiteten SFA nur für senior und high-quality Tranchen, während auf alle anderen Tranchen ein neuer Concentration Ratio Approach anzuwenden ist.

Bei beiden Alternativen wird zusätzlich zur bisher geltenden Rückfalllösung einer 1.250% Gewichtung bzw. Kapitalabzug ein neuer sogenannter Backstop Concentration Ratio Approach (im Folgenden BCRA) eingeführt.

Anpassungen der bestehenden und Einführung neuer Berechnungsansätze für die Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen

Änderungen des Rating Based Approach – RBA

Nach dem RBA gelten bisher unterschiedliche Mappingtabellen für KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen, die anhand des externen Ratings bestimmen, welches Risikogewicht für eine Verbriefungsposition anzuwenden ist. Die IRBA-Mappingtabelle ist dabei differenzierter als die KSA-Mappingtabelle und stellt auf zusätzliche Kriterien wie Höchstrangigkeit der betreffenden Tranche und Granularität des zugrundeliegenden Forderungspools ab.

Basel schlägt mit dem Konsultationspapier nunmehr vor, einheitliche Mappingtabellen für KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen einzuführen. Für langfristige Ratings soll sich die neue Mappingtabelle an der bisherigen IRBA-Mappingtabelle orientieren. Zusätzlich sollen neben dem Kriterium der Höchstrangigkeit aber nunmehr auch die Tranchendicke und die durchschnittliche Laufzeit des zugrundeliegenden Forderungspools für die Festlegung der Höhe des Risikogewichts eine Rolle spielen. Das Kriterium der Granularität wird hingegen gestrichen.

Für kurzfristige Ratings, also insbesondere im Bereich von ABCP-Programmen, soll eine einheitliche Mappingtabelle für KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen gelten, die sich an der bisherigen KSA-Mappingtabelle orientiert.

Änderung des Supervisory Formula Approach – SFA

Der bisher existierende SFA soll in zwei Varianten aufgeteilt werden, einen Modified Supervisory Formula Approach (MSFA) und einen Simplified Supervisory Formula Approach (SSFA). Beide neu vorgeschlagenen Varianten unterscheiden sich vom bisherigen SFA. Der MSFA soll, wie der bisherige SFA, nur für IRBA-Institute gelten.

In der Berechnungsformel des MFSA wird nunmehr ebenfalls die Laufzeit der zugrundeliegenden Forderung berücksichtigt. Ferner werden bestimmte in der Berechnungsformel enthaltene aufsichtliche Parameter deutlich angepasst.

Für den SSFA werden ähnliche Parameter, wie für den MSFA benötigt. Allerdings entfällt das Kriterium der Laufzeit. Als Ausgleich dafür werden andere Parameter so angepasst, dass gewährleistet ist, dass die Risikogewichte nach dem SSFA in jedem Fall höher ausfallen als nach dem MSFA. Der SSFA ist auch für KSA-Institute anwendbar.

Einführung eines neuen Concentration Ratio Approach based on KIRB (CRKIRB)

Für die zweite Alternative der Rangfolge der in Betracht kommenden Berechnungsansätze soll ein sogenannter CRKIRB eingeführt werden. Wie bereits oben dargestellt, wäre dieser Ansatz lediglich auf solche Tranchen anzuwenden, bei denen es sich nicht um „senior, high quality“ Tranchen handelt. Weitere Voraussetzung ist, dass es sich um ein IRBA-Institut handelt und es in der Lage ist, die IRBA-Kapitalanforderungen für das zugrundeliegende Portfolio (KIRB) zu berechnen.

Einführung eines neuen Backstop Concentration Ratio Approach (BCRA)

Schließlich soll unter beiden vorgeschlagenen Varianten der Rangfolge der Berechnungsansätze vor einer Risikogewichtung von 1.250% ein neuer Berechnungsansatz als Rückfalllösung eingeführt werden, der BCRA. Parameter der Berechnungsformel des BCRA sind die zugrundeliegenden Forderungen, die nach den Grundsätzen des KSA risikogewichtet werden, der Rang der Tranche sowie die Tranchendicke.

Wiederverbriefungen

Für Wiederverbriefungen soll allein der BCRA anwendbar sein, wobei in der Berechnungsformel besondere Parameter speziell für Wiederverbriefungspositionen gesetzt werden, um in jedem Fall ein konservatives Risikogewicht zu erreichen.

Wie geht es weiter?

Neben der Konsultation soll im ersten Quartal 2013 eine Quantitative Impact Study (QIS) durchgeführt werden. Hierfür wird der Baseler Ausschuss noch eine „technical note“ mit Einzelheiten zur Berechnung der Kapitalanforderungen nach dem überarbeiteten RBA veröffentlichen. Bereits jetzt lassen sich jedoch anhand der Vorgaben aus dem Konsultationspapier Schätzungen über die Höhe der künftigen Kapitalanforderungen durchführen. Ebenso kann bereits jetzt begonnen werden, die Verfügbarkeit der benötigten Inputparameter für die Berechnungen zu prüfen. Eine generelle Aussage, ob die Kapitalunterlegung mittels der neuen Verfahren tendenziell über oder unter den aktuellen Werten liegen wird, ist jedoch nicht möglich, sondern stark von dem betroffenen Portfolio abhängig.

/* */