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EBA Stress Test 2018 – PwC Event with speakers from the EBA, European banking institutions and our PwC stress testing experts

In June, the European Banking Authority (EBA) published its 2018 EU-wide stress test draft methodology, the related templates and the list of banks covered.

49 EU banks have been nominated by the EBA to participate in the exercise but the ECB has already required additional SSM banks to participate as well.

The final methodology will be published as the exercise is launched, at the beginning of 2018, with the results to be published in mid-year 2018.

The methodology covers all relevant risk areas and, for the first time, will incorporate IFRS 9 accounting standards. This will present banks with additional challenges, from producing IFRS 9 compliant figures as of January 1st, 2018 to calculating stressed risk parameters (PD, LGD, lifetime EL) and stage migration.

The results will inform the 2018 Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), challenging banks‘ capital plans and leading to relevant supervisory outcomes. The exercise will also provide enhanced transparency so that market participants can compare and assess the resilience of EU banks on a consistent basis.

To help guide you through this critical exercise, please join us to hear about:

  • The 2018 EU-wide stress test, the main changes from 2016 and the supervisory context
  • The main methodological changes impacting and affecting credit risk and the other areas.
  • Ways of handling the implementation of IFRS 9 in the stress testing methodology
  • How best to integrate the stress tests with the capital framework and other processes and best practice

To address your questions and provide insights, we have invited a prominent group of speakers from the EBA and European banking institutions. In addition, PwC stress testing experts will be in attendance and present throughout the event.

More information on our PwC EBA Stress Test 2018 event and registration at: www.pwc-events.com/eba-stress-test

We hope to see you in Frankfurt am Main.

Yours sincerely,

Martin Neisen 
Partner
Stefan Röth 
Senior Manager

Basel IV-Channel РEpisode 24: SREP und aufsichtliche Anforderungen an die Säule II

Mit unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channel setzen wir die Serie zu weiteren wichtigen aufsichtsrechtlichen Themen fort und werfen mit der neuen Ausgabe einen Blick auf die Herausforderungen rund um die Säule II und den Supervisory Review and Evaluation Process (SREP).

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich daher mit dem Thema:

„SREP und aufsichtliche Anforderungen an die S√§ule II“

Unsere PwC-Experten geben einen √úberblick √ľber den Aufbau sowie die Bestandteile des SREP und stellen die aktuellen Priorit√§ten der unterschiedlichen europ√§ischen und nationalen Aufsichtsbeh√∂rden dar. Dar√ľber hinaus gehen sie der Frage nach, welche Anforderungen die Aufsichtsbeh√∂rden an die ICAAP- und ILAAP-Prozesse und das Zins√§nderungsrisiko im Bankbuch stellen. Die Ergebnisse und Erfahrungen des SREP aus 2016 werden ebenfalls erl√§utert.

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

 

 

Alternativ stellen wir f√ľr Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verf√ľgung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem ‚Äď es besteht die¬†M√∂glichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem n√§chsten Termin begr√ľ√üen zu d√ľrfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

SREP 2016 und Aufsichtsrechtliche Ziele in 2017

Mitte Dezember hat die Europ√§ische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse der √úberpr√ľfung und Bewertung im Rahmen des einheitlichen Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) f√ľr 2016 ver√∂ffentlicht (EZB: The Supervisory Review and Evaluation Process in 2016).

Die aufsichtsrechtlichen Kapitalvorgaben der direkt von der EZB beaufsichtigten Banken entsprechen in etwa denen des Vorjahres: durchschnittlich wird eine harte Kernkapitalquote von ca. 10% gefordert (EZB: SSM SREP Methodology Booklet – 2016 Edition), wobei diese Gr√∂√üe vom individuellen Gesch√§fts- und Risikoprofil der Bank abh√§ngt. F√ľr 2016 wurden auf Basis des SREP erstmals unterschiedliche Kapitalanforderungen gestellt: die unmittelbar rechtsverbindlichen Anforderungen der S√§ule 2 (Pillar 2 Requirement ‚Äď P2R) sowie die Empfehlungen zur Kapitalausstattung der S√§ule 2 (Pillar 2 Guidance ‚Äď P2G). Auch wenn die Nichterf√ľllung der von der EZB ausgesprochenen Kapitalempfehlung keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen hat, erwartet die EZB doch, dass die Banken dieser Empfehlung folgen. Tun sie es nicht, schauen die Aufseher genauer hin ‚Äď und k√∂nnen entsprechende aufsichtliche Ma√ünahmen festlegen.

Um sicherzustellen, dass die Kapitalanforderungen und ‚Äď empfehlungen auch eingehalten werden k√∂nnen, hat die EZB parallel zwei Empfehlungen ver√∂ffentlicht, die sich auf die Dividendenaussch√ľttungs- und Verg√ľtungspolitik der beaufsichtigten Banken beziehen (Empfehlung EZB/2016/44 der Europ√§ischen Zentralbank vom 13. Dezember 2016 zur Dividenden- Aussch√ľttungspolitik und Empfehlung zur Verg√ľtungspolitik). Sowohl die Festlegung der Dividendenaussch√ľttungs- als auch die Verg√ľtungspolitik sollte auf der Basis konservativer und vorsichtiger Annahmen erfolgen. Potentiell nachteilige Auswirkungen auf die Kapitalerhaltung sind vorausschauend zu ber√ľcksichtigen

Weiterhin hat die EZB bereits ihre Aufsichtspriorit√§ten f√ľr 2017 angek√ľndigt (EZB-Bankenaufsicht: Priorit√§ten des SSM im Jahr 2017). Dabei stellt sie klar, dass es sich dabei nicht um eine abschlie√üende Aufz√§hlung handeln kann. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase stehen die thematische √úberpr√ľfung der Gesch√§ftsmodelle der Banken und deren Erfolgsfaktoren im Fokus der Aufsicht. Hierbei sollen auch m√∂gliche Auswirkungen des britischen Referendums zur EU-Mitgliedschaft sowie potenzielle Risiken aus dem zunehmenden Wettbewerb durch FinTechs und Nichtbanken bei der Beurteilung ber√ľcksichtigt werden.

Weitere Aufsichtsma√ünahmen f√ľr 2017 betreffen das Kreditrisiko der Banken mit besonderem Fokus auf notleidende Engagements und Konzentrationsrisiken. Dazu hat die EZB bereits den Entwurf eines Leitfadens zu notleidenden Krediten (ECB Draft guidance to banks on non-performing loans)¬† vorgelegt. Dieser enth√§lt neben den Best-Practice-Empfehlungen auch die Erwartungen der EZB, wie Banken ihren Bestand an notleidenden Forderungen managen und letztlich abbauen sollen. Im Wesentlichen geht es hier um die Anforderungen an Entwicklung und Umsetzung von NPL-Strategien, Governancestrukturen, Richtlinien und Prozesse sowie Hinweisen f√ľr die Berechnung von Wertminderungen, Abschreibungen und Bewertungen. Folgema√ünahmen oder Aufsichtsgespr√§che im Zusammenhang mit dem Leitfaden und der Bewertung von NPL hat die EZB bereits in Aussicht gestellt. Dar√ľber hinaus analysiert die EZB bei den Instituten m√∂gliche Auswirkungen von IFRS 9. Ebenso will sie den Stand der Vorbereitungen f√ľr die Einf√ľhrung von IFRS 9 unter die Lupe nehmen.

Der Untersuchungsgegenstand ‚ÄěRisikomanagement‚Äú wird um neue Aspekte erweitert: Zun√§chst erfolgt auch in 2017 eine √úberpr√ľfung der Einhaltung der Grunds√§tze f√ľr die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung, um eine hohe Datenqualit√§t als Voraussetzung f√ľr zuverl√§ssige Risikoinformationen und eine verl√§ssliche Risikokontrolle zu gew√§hrleisten. Die internen Modelle der Banken zur Risikomessung und ‚Äďbeurteilung werden mit dem Targeted Review of Internal Models (TRIM) einem mehrj√§hrigen √úberpr√ľfungsverfahren inklusive Vor-Ort-Pr√ľfungen unterzogen. Um die Risiken im Zusammenhang mit Auslagerungen in den Griff zu bekommen, plant die EZB-Bankenaufsicht eine Untersuchung zur Bestandsaufnahme der ausgelagerten Aktivit√§ten der Banken und zur Steuerung der mit den Auslagerungen verbundenen IT und sonstigen Risiken.

IT- und Cyberrisiken wird die Bankenaufsicht in 2017 insgesamt intensiv hinterfragen. So hat die EZB angek√ľndigt, den Ansatz zur Beurteilung der in dieser Hinsicht bestehenden bankseitigen Kontrollen auszubauen, und aufsichtliche Erwartungen zu IT-Risikokontrollen und ‚Äďmanagement f√ľr Banken zu erarbeiten, die f√ľr alle der europ√§ischen Bankenaufsicht unterliegenden Banken gelten werden. Zudem l√§uft eine Konsultation der EBA zum Thema ICT Risk (Information and Communication Technology). Die EBA Leitlinien sollen den Aufsehern Umfang und Methoden aufzeigen, wie das ICT Risk im Rahmen des SREP einzuwerten ist.

EBA Arbeitsprogramm – was steht an?

Die European Banking Authority (EBA) hat im Juni 2016 ihren Jahresbericht f√ľr 2015 ver√∂ffentlicht. Neben einem √úberblick √ľber die im Vorjahr begonnen Arbeiten, erl√§utert die EBA die aktuell im Fokus stehenden Themen. Der vorliegende Beitrag gibt einen √úberblick √ľber die wesentlichen Ma√ünahmen, die f√ľr die kommenden Monate noch auf der Agenda der EBA stehen.

Kalibrierung der Leverage Ratio

Eines der wichtigsten Themen f√ľr 2016 ist Frage der Migration der Leverage Ratio in die S√§ule 1 und welches Mindestlevel unter Ber√ľcksichtigung der Business Modelle und Risikoprofile angesetzt werden soll. Dazu hat die EBA einen umfangreichen Bericht vorgelegt (EBA Report on the leverage ratio requirements under Art 511 of the CRR (EBA/OP/2016/13)). In diesem werden dar√ľber hinaus verschiedene Aspekte der Auswirkungen der Leverage Ratio unter anderem auf die Eigenkapital- und Liquidit√§tsanforderungen sowie die Widerstandsf√§higkeit und Risikobereitschaft der Institute, auf die Finanzm√§rkte, Clearingt√§tigkeiten oder zentrale Kontrahenten diskutiert. Auf Basis dieses Berichts soll die EU Kommission bis zum Jahresende 2016 einen Vorschlag zur Einf√ľhrung der Leverage Ratio vorlegen.

Verbesserung des Kreditrisikorahmenwerks

Im Zentrum der √úberarbeitung des Kreditrisikorahmenwerks steht der IRB Ansatz. Mit dem im Juli 2016 ver√∂ffentlichten RTS on the specification of the assessment methodology for competent authorities regarding compliance of an institution with the requirements to use the IRB Approach (EBA/RTS/2016/03) wurde die erste Phase der √úberarbeitung des IRB Approach eingel√§utet. Die n√§chste Phase umfasst den im Entwurf vorliegenden RTS im Zusammenhang mit der Wesentlichkeitsschwelle von √ľberf√§lligen Krediten (RTS on the threshold of credit obligation past due (EBA/CP/2014/32) und die Leitlinien zur Anwendung der Ausfalldefinitionen (EBA Guidelines on the application of the definition of default (EBA/CP/2015/15), dazu auch unser Regulatory Blog-Beitrag: ‚ÄěEBA Leitlinien zur Definition des Schuldnerausfall ‚Äď definition of default‚Äú vom 08. Februar 2016).

Proportionalität in der Bankenaufsicht

Unabh√§ngig von der Notwendigkeit einer einheitlichen Bankenaufsicht ist es gewollt, eine wirksame und angemessene Bankenregulierung zu entwickeln, die auch die Gr√∂√üe, das Gesch√§ftsmodell und Risikoprofil der Institute ber√ľcksichtigt. Insofern hat die EBA weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit m√∂glichen Vereinfachungen und Erleichterungen angek√ľndigt.

Non-Performing Loans (NPLs)

Die Problematik der notleidenden Kredite ist ebenfalls auf der Agenda der EBA. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Bestandsaufnahme von länderspezifischen Lösungen im Umgang mit NPLs. Es gilt Faktoren zu identifizieren, die einer Auflösung von NPLs entgegenstehen. Je nach Bedarf und Ergebnis der Untersuchung will die EBA dazu policy statements herausgeben.

Unterst√ľtzung der Einf√ľhrung von IFRS 9 im Bankensektor

Im Zusammenhang mit der Einf√ľhrung von IFRS 9 hatte die EBA bereits Anfang 2016 eine Analyse angek√ľndigt, die die Auswirkungen von IFRS 9 auf die Eigenmittel und die Vorbereitungen bzw. Umsetzungsst√§nde innerhalb der Institute erheben sollte. In Laufe des Jahres sollen die Ergebnisse analysiert und die weitere Vorgehensweise beschlossen werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden auch Auswirkungen auf die zur Konsultation stehenden Guidelines on credit institutions‚Äô credit risk management practices and accounting for expected credit losses (EBA/CP/2016/10) haben. Diese basieren auf den Leitlinien des Baseler Ausschusses zu Management und Bilanzierung von Kreditrisiken.

Compliance, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Aufsichtspraktiken innerhalb der EU

Aufsichtliche Konvergenz steht ganz oben auf der Priorit√§tenliste der EBA. Nach einem ersten Bericht dazu in 2015 (EBA report on convergence of supervisory prac¬≠tices) plant die EBA f√ľr 2016 weitere Ma√ünahmen, um die Einheitlichkeit der Bankenaufsicht voranzutreiben. Vorgesehen sind zum einen weitere Beobachtungen vor allem im Zusammenhang mit der Umsetzung der SREP-Leitlinien. Zum anderen plant die EBA Vor-Ort-Pr√ľfungen bei den zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden des SSM, um zu bestimmten Themen die gegenw√§rtigen Praktiken und Umsetzungsst√§nde tiefergehend zu erheben. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung und Anwendung der SREP-Methodik sowie die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Home/Host-√úberwachung durch die Supervisory Colleges.

Weiterentwicklung der EBA SREP-Leitlinien

Im Zusammenhang mit den zu Jahresbeginn 2016 in Kraft getretenen SREP-Leitlinien (dazu ausf√ľhrlicher unser Blog Beitrag: ‚ÄěUpdate zu den Finalen Guidelines for the SREP‚Äú vom 06. Februar 2015) entwickelt die EBA eine Reihe von erg√§nzenden Leitlinien, die sich in unterschiedlichen Stadien der Konsultation/Finalisierung befinden:

  • Stresstesting

Bis Anfang 2016 konsultierte die EBA die Guidelines on stress testing and supervisory stress testing (EBA/CP/2015/28). Diese ersetzen zum einen die CEBS Guidelines on institutions’ stress testing (GL 32) im Hinblick auf die institutsinternen Stresstests; zum anderen umfassen sie auch die Beurteilung dieser Stresstests durch die Aufsicht bzw. die aufsichtlichen Stresstests.

  • ICAAP und ILAAP

Die Konsultation zu den Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes (EBA/CP/2015/26) soll in 2016 abgeschlossen werden. Die Leitlinien konkretisieren, welche Informationen durch die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP herangezogen werden sollen bzw. welche Informationen die Institute bereitstellen sollen (vgl. PwC Risk Blog: ‚ÄěKonsultationspapier: Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes ver√∂ffentlicht‚Äú vom 18. Dezember 2015)

  • Behandlung des CVA Risk im Rahmen des SREP

    Die Konsultation zu den EBA Guidelines on the treatment of CVA risk under the SREP (EBA/CP/2015/21) startete im November 2015. Parallel dazu f√ľhrte die EBA Anfang 2016 eine Quality Impact Study (QIS) durch, um die angemessene Kalibrierung der vorgesehenen Schwellenwerte sicherzustellen. Die noch zu finalisierenden Leitlinien sollen den Aufsichtsbeh√∂rden helfen, das CVA Risk der Institute angemessen zu beurteilen und ad√§quate Kapitalanforderungen zur Risikoabdeckungen festzulegen. 

  • Information and Communication Technology (ICT) risk

Auf der Prioritätenliste der EBA steht weiterhin, die aus Informations- und Kommunikationstechniken (ICT) resultierenden Risiken besser einzuschätzen und zu beurteilen. Hierzu will die EBA in 2016 Leitlinien vorlegen, die Details zur aufsichtlichen Beurteilung der ICT-Governance, zu institutsweiten Kontrollen der ICT-Infrastruktur und zu den Auswirkungen von ICT-Risiken auf die Kapitalausstattung beinhalten sollen.

Verbesserung der Einheitlichkeit bei der RWA Kalkulation

Um m√∂gliche Unstimmigkeiten in der Berechnungsmethodik innerhalb der EU zu beseitigen, wird die EBA j√§hrlich sog. ‚ÄěBenchmark Exercises‚Äú durchf√ľhren. Der finale ITS on benchmarking portfolios muss noch von der EU Kommission angenommen werden. In 2016 liegen die Schwerpunkte der Benchmarking Exercise auf der Ermittlung des Kreditrisikos sowie des Marktrisikos. Der ITS bestimmt die benchmarking portfolios, sowie die Vorlagen, Definitionen und IT-L√∂sungen, die f√ľr die Exercise herangezogen werden. Ein weiterer RTS-Entwurf behandelt den Informationsaustauch zwischen der Nationalen Aufsicht und der EBA sowie die Standards der Bewertung der internen Modelle.

Überarbeitung der Säule 3

Der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) hat bereits 2015 eine √úberarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der S√§ule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements ‚Äď BCBS 309) vorgelegt. Mit Hilfe der Leitlinien f√ľr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR (Consultation on Guidelines on disclosure under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/CP/2016/07)) integriert die EBA die √Ąnderungsvorschl√§ge des Baseler Ausschusses in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR (ausf√ľhrlicher dazu Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěEBA Entwurf zu den Leitlinien f√ľr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR‚Äú vom 12. August 2016).

Sicherstellen der Umsetzung des Rahmenwerks zum Krisenbewältigung

Mit der Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) und der Richtlinie √ľber Einlagensicherungssysteme (DGSD) ist der Rahmen f√ľr die Krisenbew√§ltigung der Institute weitgehend gesteckt. Die EBA hat f√ľr 2016 mehrere Punkte auf ihrer Agenda, die die Umsetzung dieser Rahmenbedingungen unterst√ľtzen und zur Entwicklung einer effektiven Abwicklungsplanung beitragen sollen. Dazu geh√∂rt unter anderem die Ver√∂ffentlichung eines Bericht zur Umsetzung und Ausgestaltung der MREL (EBA interim Report on Implememtation and Design of the MREL framework (EBA/OP/2016/12)). Weitere Punkte sind die Pr√ľfung und Bewertung von Abwicklungsf√§llen, die Zusammenarbeit mit nationalen Abwicklungsbeh√∂rden und auf internationaler Ebene mit dem Financial Stability Board sowie die Durchf√ľhrung von vergleichenden Analysen von Abwicklungspl√§nen und die Entwicklung von praktischen Leitf√§den zur Unterst√ľtzung der Abwicklungsbeh√∂rden in bestimmten regulierten Bereichen.

Verbraucherschutz und √úberwachung von Finanzinnovationen

F√ľr 2016 plant die EBA mehrere regulatorische Anforderungen, um Verbraucher besser vor Sch√§den durch Bankprodukte zu sch√ľtzen. Dazu hat die EBA einen RTS f√ľr standardisierte Terminologie f√ľr die gebr√§uchlichsten Bankdienste angek√ľndigt. Dar√ľber hinaus ist ein ITS vorgesehen, der die Offenlegung solcher Dokumente behandelt, mit denen die Kosten der Kontenf√ľhrung vergleichbar gemacht werden k√∂nnen. Die Finalisierung der Guidelines on the remuneration of sales staff (EBA/CP/2015/29) soll ebenfalls in 2016 abgeschlossen werden.

Im Hinblick auf Finanzinnovationen steht der Umgang mit Verbraucherdaten und den daraus resultierenden Risiken auf der ‚ÄěTo do‚Äú-Liste der EBA. Bereits im Mai 2016 hat die EBA dazu ein Diskussionspapier ver√∂ffentlicht (Discussion Paper on innovative uses of consumer data by financial institutions (EBA/2016/01)).

Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und Verordnung √ľber Interbankenentgelte (IFR)

Im Zusammenhang mit der Zahlungsdiensterichtlinie sind der EBA zahlreiche Mandate zur Entwicklung von Standards und Leitlinien √ľbertragen (z.B.: strong customer authentication and secure communication, framework for cooperation and exchange of information between Competent Authorties for passporting, guidelinies on complaints procedures). Seit Ende Juli 206 liegt der finale RTS on payment card schemes and processing entities under the IFR (EBA/RTS/2016/05) vor.

Fazit

Insgesamt wird die Arbeit der EBA wohl kaum weniger. Allerdings l√§sst sich eine gewisse Verschiebung erkennen: Die Intensit√§t des ‚Äěregulatorischen outputs‚Äú wird reduziert zugunsten einer Verlagerung des Fokus auf die Auswirkungen des bisher gesetzten regulatorischen Rahmens. Jetzt geht es darum, das Reformpaket auch in der Praxis funktionsf√§hig zu machen und zu halten. Die gro√üe Herausforderung besteht darin, die Komplexit√§t der Regulierungsvorgaben mit dem gewollten proportionalen Regulierungsansatz in Einklang zu bringen.

Aktuelle Kapitalpufferanforderungen sowie Berechnung der zusätzlichen Kapitalanforderungen im Zusammenhang mit dem SREP

Die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen an Banken wurden durch die Vorgaben der Eigenkapitalverordnung (Capital Requirements Regulation 575/2013 (CRR)) deutlich ausgeweitet. Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise wurde die Mindestquote f√ľr das vorzuhaltende harte Kernkapital erh√∂ht. Zus√§tzlich wurden die qualitativen Kriterien f√ľr die Eigenkapitalbestandteile versch√§rft, um die Verlustabsorptionsf√§higkeit der Banken zu erh√∂hen. Dar√ľber hinaus wurden im Zuge der Umsetzung der CRD IV (Richtlinie 2013/36/EU) weitere Kapitalpuffer in das Kreditwesengesetz eingef√ľhrt, um die Widerstandsf√§higkeit der Banken zu st√§rken (vgl. hierzu auch den Blogbeitrag ‚Äě Update: Neue Beschl√ľsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz vom 23. Mai 2013).

Aktuelle Regelungen zu Kapitalpuffern (Säule I)

  • Kapitalerhaltungspuffer (¬ß 10c KWG)

Seit dem 01.01.2016 haben alle Banken schrittweise √ľber einen Zeitraum von drei Jahren hinweg den aus hartem Kernkapital bestehenden Kapitalerhaltungspuffer aufzubauen. Er soll die Institute bef√§higen, bis zu einem gewissen Grad Verluste auffangen zu k√∂nnen, ohne die Mindesteigenkapitalanforderungen zu unterschreiten. Seine Zielgr√∂√üe betr√§gt 2,5% der RWA (des Gesamtforderungsbetrages nach Art. 92 Abs. 3 CRR).

  • Antizyklischer Kapitalpuffer (¬ß 10d KWG)

Mit dem institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffer soll zur Begrenzung √ľberm√§√üigen Kreditwachstums ein zus√§tzlicher Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital aufgebaut werden, der in Krisenzeiten dazu beitragen soll, dass Banken ihr Kreditangebot nicht zu stark einschr√§nken. Dieser Puffer kann bis zu 2,5% betragen (mit einer dreij√§hrigen Aufbauphase). Der Betrag f√ľr den inl√§ndischen antizyklischen Kapitalpuffer wird auf Basis gesamtwirtschaftlicher Datenanalysen viertelj√§hrlich durch die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) festgelegt. Derzeit betr√§gt er f√ľr Deutschland 0%. Sofern eine Bank ma√ügebliche Kredite in andere L√§nder vergeben hat, erfolgt die Ermittlung des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers als gewichteter Durchschnitt der in- und ausl√§ndischen antizyklischen Kapitalpuffer. √úbersichten zu den Quoten f√ľr den antizyklischen Kapitalpuffern finden sich auf den Homepages des European Systemic Risk Board (ESRB)¬†sowie des Baseler Ausschusses f√ľr Bankenaufsicht (BCBS).

  • Kapitalpuffer f√ľr systemische Risiken (¬ß 10e KWG)

Den Aufbau dieses Kapitalpuffers mittels hartem Kernkapital kann die BaFin zur Abfederung systemischer oder makroprudenzieller Risiken, die zu einer Systemgef√§hrdung f√ľhren k√∂nnen, anordnen, wobei in Abh√§ngigkeit von der H√∂he des Kapitalpuffers, im KWG genannte, europ√§ische Institutionen und Beh√∂rden vorab zu unterrichten bzw. um Zustimmung zu bitten sind. Eine entsprechende Anordnung ist nur zul√§ssig, sofern keine anderen Ma√ünahmen nach dem KWG und der CRR zur Abmilderung dieser Risiken zur Verf√ľgung stehen. Adressat soll nicht ein einzelnes Institut, sondern alle Institute oder bestimmte Arten oder Gruppen von Instituten sein. Der Puffer kann nur f√ľr Risikopositionen gelten, die in einem Mitgliedstaat belegen sind, oder er kann f√ľr Institute auf Gruppen- oder Einzelebene (gewisserma√üen grenz√ľberschreitend) angeordnet werden. Der Puffer betr√§gt mindestens 1%, ist aber nach oben unbeschr√§nkt. Derzeit besteht keine Anordnung der BaFin zum Vorhalten dieses Puffers.

  • Kapitalpuffer f√ľr global systemrelevante Institute (¬ß 10f KWG)

Global-systemrelevante Institute (G-SIBs) haben ab 2016 einen zus√§tzlichen Kapitalpuffer von 1% bis 3,5% in Form von hartem Kernkapital auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Mit diesem Puffer soll zum einen die Widerstandsf√§higkeit von gro√üen, international t√§tigen Banken gest√§rkt werden. Zum anderen soll im Falle einer Schieflage das Vorhandensein ausreichender Eigenmittel dazu beitragen, eine geordnete Abwicklung zu gew√§hrleisten. Die jeweils aktuelle Liste der global systemrelevanten Banken findet sich auf der Homepage des Finanzstabilit√§tsrats (Financial Stability Board (FSB)). In Deutschland erfolgt die Identifizierung der betreffenden Institute durch die nationale Aufsicht nach Ma√ügabe der Kriterien f√ľr die globale Systemrelevanz (Delegierte VO (EU) 1222/2014 vom 08. Oktober 2014 zur Erg√§nzung der Richtlinie 2013/36/EU des Europ√§ischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards zur Festlegung der Methode zur Bestimmung global systemrelevanter Institute und zur Festlegung der Teilkategorien global systemrelevanter Institute). Derzeit muss nur die Deutsche Bank einen zus√§tzlichen Kapitalpuffer f√ľr G-SIBs von insgesamt 2,0% in hartem Kernkapital bilden. Der stufenweise Aufbau hat von Januar 2016 bis Januar 2019 zu erfolgen.

  • Kapitalpuffer f√ľr anderweitig systemrelevante Institute (¬ß 10g KWG)

Um der Systemrelevanz einzelner Institute auf nationaler Ebene Rechnung zu tragen, identifizieren BaFin und Deutsche Bundesbank gemeinsam die sogenannten anderweitig systemrelevanten Institute (Grundz√ľge der Methode zur Bestimmung anderweitig systemrelevanter Institute (A-SRI)). Die Ermittlung erfolgt entsprechend den Vorgaben des ¬ß 10g Abs. 2 KWG unter Ber√ľcksichtigung der einschl√§gigen EBA-Leitlinien f√ľr die Kriterien zur Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (Leitlinien f√ľr die Kriterien zur Festlegung der Anwendungsvoraussetzungen f√ľr Art. 131 Absatz 3 der Richtlinie 2013/36/EU (CRD) in Bezug auf die¬†Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (A-SRI) (EBA/GL/2014/10)). Im Juni 2016 hat die BaFin¬†eine Liste der 16 Institute mit Sitz in Deutschland, die als anderweitig systemrelevant identifiziert wurden, ver√∂ffentlicht (‚ÄěIn Deutschland identifizierte anderweitig systemrelevante Institute und deren Kapitalpuffer‚Äú) Sie sind verpflichtet, einen institutsindividuellen Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital (A-SRI-Puffer) von bis zu 2% der RWA auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Die H√∂he dieses institutsindividuellen Kapitalpuffers h√§ngt vom Grad der Systemrelevanz des jeweiligen Instituts ab. Der A-SRI-Puffer ist ab dem 01.01.2017 vorzuhalten und erh√∂ht sich schrittweise, bis er zum 01.01.2020 vollst√§ndig einzuhalten ist.

Vorgaben zur Berechnung des SREP-Zuschlag (Säule II)

Die EBA fordert in ihren Leitlinien zum Supervisory Review and Evaluation Process (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisiory review and evaluation process (SREP), (EBA/GL/2014/13), dass die zust√§ndigen Beh√∂rden neben den Eigenkapitalanforderungen nach der S√§ule I zus√§tzliche Eigenmittelanforderungen zur Deckung folgender Risiken bestimmen m√ľssen:

  1. das Risiko unerwarteter Verluste sowie unzureichend abgedeckter erwarteter Verluste;
  2. die Gefahr der Unterschätzung von Risiken aufgrund von Modellschwächen;
  3. Risiken im Zusammenhang mit Schwächen der internen Governance.

Im Zuge des SREP werden somit alle bedeutsamen Risikoarten von der Aufsicht beurteilt. F√ľr jedes Institut wird anschlie√üend die insgesamt angemessene Eigenmittelausstattung (bestehend aus Eigenmittelanforderungen nach S√§ule I zuz√ľglich SREP-Zuschlag) festgesetzt.

Diese Vorgehensweise wird als ‚ÄěS√§ule I-plus‚Äú-Verfahren bezeichnet.

Gemäß der EBA-SREP-Leitlinie stehen folgende Risikoarten im Fokus der Ermittlung des SREP-Zuschlags:

  • Bestandteile des Adressenausfall-, Markt-, und operationellen Risikos, die nicht √ľber die Vorgaben der CRR abgedeckt sind,
  • Kreditrisikokonzentrationen,
  • Zins√§nderungsrisiken im Anlagebuch
  • Modellschw√§chen, die zu einer Risikounterzeichnung f√ľhren k√∂nnen.

Nach der Festlegung der zusätzlichen Eigenmittelanforderung ist die Aufsichtsbehörde verpflichtet, diese mit den bestehenden Kapitalpufferanforderungen abzustimmen. Sofern sich sowohl Kapitalpufferanforderung als auch der SREP-Zuschlag auf dieselben Risiken oder Komponenten dieser Risiken beziehen, ist das betreffende Risiko durch den Kapitalpuffer abgedeckt und insofern keine zusätzliche Eigenmittelanforderung anzusetzen.

Folgende Graphik, die der Brosch√ľre der EZB zur SREP-Methodik des SSM entnommen wurde, verdeutlicht den R√ľckgang der Nettoanforderungen bei Einbeziehung des stufenweisen Aufbaus des Kapitalerhaltungspuffers unter ansonsten gleichen Bedingungen:

Kapitalpuffer

 

Welche Kapitalpuffer k√∂nnen bei der Berechnung des SREP-Zuschlags Ber√ľcksichtigung finden?

Der Kapitalerhaltungspuffer als zus√§tzliches Schutzschild im Falle einer negativen Entwicklung des Instituts oder der M√§rkte kommt mit seiner umfassenden Zielsetzung als gegenrechnungsf√§hige Komponente in Betracht. Eine entsprechende Anrechnung des antizyklischen Puffers ist aufgrund seiner im Bereich der Kreditvergabe angesiedelten Wirkweise ebenfalls theoretisch denkbar, d√ľrfte in der Praxis allerdings. schwer einkalkulierbar sein.

Die Kapitalpuffer zur Absicherung von Systemrelevanz (G-SIB sowie A-SRI) haben eine andere Zielrichtung als der SREP-Zuschlag, da √úberlegungen einer globalen oder nationalen Systemrelevanz innerhalb des SREP keine Rolle spielen. Insofern w√§re eine entsprechende K√ľrzung des SREP-Zuschlags nicht sachgerecht.

Sofern eine Pflicht zur Vorhaltung eines Kapitalpuffers f√ľr systemische Risiken best√ľnde, m√ľsste analysiert werden, f√ľr welche Risiken dieser Puffer zu bilden ist und ob diese Risiken auch bei der Festlegung einer etwaigen zus√§tzlichen Eigenmittelanforderung nach SREP eine Rolle gespielt haben.

Zum Zusammenspiel der Kapitalpuffer, des SREP-Zuschlags sowie des aussch√ľttungsf√§higen H√∂chstbetrags verweisen wir auf die Brosch√ľre der EZB zur SREP-Methodik des SSM.

Hinsichtlich des geplanten Procedere bei der bevorstehenden Festlegung einer SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Institute in Deutschland vgl. ‚ÄěVerfahren zur Festlegung eines SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Instituten‚Äú vom 6. Juni 2016 im PwC Risk Blog.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken ver√∂ffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bank√§hnliche Gesch√§fte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivit√§ten auf Schattenbanken geschaffen werden k√∂nnte. F√ľr Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsm√∂glichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidit√§t im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verkn√ľpfung von Schattenbanken k√∂nnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enth√§lt jedoch keine direkten Vorgaben f√ľr Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und √úberwachungsprozessen und die Einf√ľhrung von spezifischen Obergrenzen gegen√ľber Schattenbanken in seinen Aktivit√§ten mit dem Schattenbanksektor eingeschr√§nkt werden. Grundlage hierf√ľr ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Gro√ükreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen √úbernahme der Leitlinie durch die nationalen Beh√∂rden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen f√ľr den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden s√§mtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln f√ľr Gro√ükredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gem√§√ü Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR √ľbersteigen. Die zus√§tzlich eingef√ľhrte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen √ľberm√§√üigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgef√ľhrte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung d√ľrfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschlie√üenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur Verf√ľgung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: T√§tigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, Liquidit√§tstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begr√ľnden.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden Tätigkeitsbereiche als Schattenbankaktivitäten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • Einlagengesch√§ft, Kreditgesch√§ft, Finanzierungsleasing, B√ľrgschaften und Kreditzusagen, Handelsgesch√§fte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und Geldmaklergesch√§fte

Stufe 2: Unternehmen die den Status ‚Äěexcluded undertakings‚Äú erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte √∂ffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen f√ľr betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne Gesch√§fte betreiben
  • Abwicklungsbeh√∂rden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegr√ľndet werden

Im Ergebnis fallen also s√§mtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. Schattenbankaktivit√§ten aus√ľben und nicht explizit unter den ‚Äěexcluded undertakings‚Äú aufgef√ľhrt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

Erg√§nzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erf√ľllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche √úberwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grunds√§tzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden ‚Äď unabh√§ngig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in Ausnahmef√§llen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und √úberwachung von Engagements gegen√ľber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • Ber√ľcksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei √úberschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von Abh√§ngigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Ma√ünahmen f√ľr F√§lle, in denen Abh√§ngigkeiten nicht erkannt werden k√∂nnen

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, Aktualit√§t und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelm√§√üig √ľber das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegen√ľber s√§mtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit f√ľr alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es ber√ľcksichtigen, welchen Anteil Gesch√§fte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die Verkn√ľpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe √ľber die Bestimmung der H√∂he des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA f√ľr die Definition von Einzellimits den ‚ÄėPrincipal Approach‚Äė eingef√ľhrt. Der Ansatz sieht vor, dass – zus√§tzlich zum Gesamtlimit f√ľr s√§mtliche Forderungen an Schattenbanken – f√ľr jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Gro√ükreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und Liquidit√§tssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  • ¬†Einsch√§tzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • Anf√§lligkeit bzgl. Asset Price- und Kreditvolatit√§t
  • Verh√§ltnis der Schattenbankaktivit√§ten zu anderen Gesch√§ften
  • Verkn√ľpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Ma√ü an verl√§sslichen und aktuellen Informationen √ľber die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst k√ľnftig hohe Transparenzanforderungen erf√ľllen m√ľssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung f√ľr die Bestimmung von Einzellimits zu erf√ľllen.

Der ‚ÄěFallback Approach‚Äú

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein ‚Äď bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) ‚Äď sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative R√ľckfalll√∂sung vor.

Sofern die grunds√§tzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erf√ľllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in H√∂he der Gro√ükreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen ‚Äď vergleichbar mit dem Konzept des ‚Äěunbekannten Kunden‚Äú im bestehenden Gro√ükreditregime. Transparente Schattenbankexposures k√∂nnen daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enth√§lt hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zun√§chst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten w√§ren. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grunds√§tzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erf√ľllen.

Fazit

F√ľr Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsm√∂glichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite f√ľr einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden k√∂nnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Gro√ükreditobergrenze liegenden Limiten ‚Äď speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen ‚Äď sind zu analysieren.

Banken m√ľssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das k√∂nnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschr√§nken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausge√ľbt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschlie√ülich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. Dar√ľber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend ber√ľcksichtigt sind.

Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch ‚Äď Konsultation des Baseler Ausschusses

Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat am 08. Juni 2015 ein Konsultationspapier zu den Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch ver√∂ffentlicht (Interest rate risk in the banking book IRRBB ‚Äď Consultative Document BCBS 319)). Der Entwurf steht noch bis September 2015 zur Konsultation.

Hintergrund

Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch sind Teil des Basel S√§ule II √úberwachungsprozesses (Supervisory Review Process). Die Grundlagen f√ľr die Identifizierung, Messung, √úberwachung und Kontrolle der Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch hatte der BCBS bereits 2004 in den Principles for the management and supervision of interest rate risk (IRR Principles) festgelegt.

Die aktuelle √úberarbeitung der Behandlung von Zins√§nderungsrisiken greift vor einerseits die ausreichende Kapitalausstattung der Banken f√ľr das Abfedern von potentiellen Verlusten aus Zins√§nderungsrisiken auf. Dabei soll nicht nur das allgemeine Zins√§nderungsrisiko erfasst werden, sondern auch¬†das Risiko aus Credit Spreads (im erweiterten S√§ule II Ansatz vorgesehen). Andererseits sollen M√∂glichkeiten der Kapitalarbitrage zwischen Bankbuch- und Handelsbuch verhindert werden sowie die Arbitragem√∂glichkeiten zwischen verschiedenen Bankbuchportfolios, die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards unterliegen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der schon l√§nger laufenden Arbeiten zur √úberarbeitung des Handelsbuch wichtig (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěNeues Konsultationspapier zur √úberarbeitung der Handelsbuchregelungen‚Äú).

Anwendungsbereich

Wie beim gesamten Basel Rahmenwerk wird auch in diesem Konsultationspapier klargestellt, dass sich die vorliegenden Vorschläge an international tätige Banken auf konsolidierter Ebene richten. Gleichwohl steht es den nationalen Aufsehern frei, die Anforderungen auch auf die anderen Kreditinstitute anzuwenden.

Die Ansätze

Der Entwurf stellt zwei Optionen zur Messung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch vor:

  • Standardisierter Ansatz als zus√§tzlicher Bestandteil der S√§ule I Mindestkapitalanforderungen (IRRBB standardised approach under Pillar 1).
  • Erweiterter S√§ule 2 Ansatz als Element des aufsichtlichen √úberwachungsprozesses und zudem Erfassung bei der Offenlegung nach der S√§ule 3 (enhanced Pillar 2 approach). F√ľr die Nutzung des erweiterten S√§ule II Ansatzes im Rahmen der √úberpr√ľfung der ausreichenden Kapitalausstattung ben√∂tigen die Institute wie bei anderen internen Modell auch eine Vorabgenehmigung durch die Aufsicht. In diesen F√§llen dient der Standardansatz S√§ule I als ‚Äěfall-back‚Äú zu den bankinternen Messverfahren.

Standardansatz Säule I (IRRBB standardised approach under Pillar 1)

Die bisherigen Grundsätze zur Messung der Zinsänderungsrisiken wurden in den einzelnen Jurisdiktionen unterschiedlich umgesetzt, so dass die Berechungsmethoden durchaus variieren, auch bedingt durch unterschiedliche Bankbilanzstrukturen, Märkt bzw. deren Volatilität. Ein einheitlicher Standardansatz zur Messung des IRRBB könnte insoweit eine bessere Vergleichbarkeit bzw. ein ausgewogeneres level-playing-field schaffen.

Gleichwohl ist eine Standardisierung nicht f√ľr alle Positionen des Anlagebuchs gleich geeignet. Vor allem Innovationen und Weiterentwicklungen bei Anlagebuchprodukten k√∂nnen eine standardisierte Beurteilung schwierig werden lassen. Diesem Umstand versucht der IRRBB standardised approach dadurch Rechnung zu tragen, dass die Banken f√ľr bestimmte Produkte auch interne Parameter einbeziehen d√ľrfen.

Die Berechnung IRRBB Mindestkapitalanforderungen soll in 6 Stufen erfolgen und nicht nur √Ąnderungen des √∂konomischen Kapitals, sondern auch Auswirkungen auf das Nettozinsergebnis umfassen:

 

Flowchart IRRBB

Quelle: Basel Committee on Banking Supervision, BCBS 309

Stufe 1: In einem ersten Schritt werden die risikosensitiven Positionen des Anlagebuchs daraufhin untersucht, ob sie f√ľr eine Standardisierung geeignet/weniger geeignet/nicht geeignet sind und einer dieser Kategorien zugeordnet.

Stufe 2: Zuordnung der angenommenen cash flows nach ihrer vertraglichen F√§lligkeit in verschiedene Zeitb√§nder (19 insgesamt). F√ľr eine Standardisierung weniger geeignete Positionen sind davon ausgenommen. Bei Positionen, die f√ľr eine Standardisierung nicht geeignet sind, z.B. Einlagen ohne feste Laufzeit und bestimmte Optionen m√ľssen erst weitere Untersuchungen vor der Zuordnung in die Zeitband erfolgen. Der Entwurf sieht hier verschiedene Ans√§tze vor, die eine Aufspaltung der einzelnen Elemente der Positionen vornehmen.

Stufe 3: Bestimmung der Veränderungen des Economic Value of Equity (EVE) und Net Interest Income (NII) durch Zinsschock-Szenarien.

Stufe 4: In dieser Stufe werden sowohl f√ľr Wert√§nderungen bei EVE als auch bei NII Zuschl√§ge (add-ons) vorgenommen, die sich nach komplexen Berechnungsmethoden richten.

Stufe 5: Aggregation der W√§hrungen f√ľr EVE-Kapitalanforderungen und NII-Anforderungen, dabei wird jeweils vom worst-case Ergebnis der Schockszenarien ausgegangen.

Stufe 6: Die finalen IRRBB Mindestkapitalanforderungen ergeben sich aus dem aggregierten √Ąnderungen bezogen auf EVE und NII aus den Zinsschockszenarien.

 

Erweiterter Säule II Ansatz (IRRB enhanced Pillar 2 approach)

Weniger als Alternative sondern vielmehr als Erg√§nzung zum standardised Pillar 1 approach sieht der Entwurf einen weiterentwickelten Ansatz vor, bei dem von der Aufsicht genehmigte bankinterne Messverfahren zur Ermittlung der Zins√§nderungsrisiken zur Anwendung kommen sollen (zu weiteren Einzelheiten dieses Ansatzes der Risk Blog Beitrag:¬†„EBA und BCBS zu Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch ‚Äď Harmonie oder Widerspruch?„).

Die Kombination aus den (standardisierten) Kapitalanforderungen und den Elementen des SREP soll aus Sicht des BCBS zu gr√∂√üerer Einheitlichkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit f√ľhren.

Zeitplan

Eine zeitliche Perspektive f√ľr die Anwendung ist derzeit nicht im Konsultationspapier enthalten. Die Konsultation selbst l√§uft noch bis zum 11. September 2015.

Und die EBA ?

Nahezu zeitgleich zu den Arbeiten des BCBS hat die European Banking Authority (EBA) ihre ‚ÄěGuidelines on technical aspects of the management of interest rate risk arising from non trading activities‚Äú (EBA/GL/2015/08) √ľberarbeitet.

Die Guidelines richten sich an die zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden und stellen die Erwartungen gegen√ľber den Instituten an die Identifizierung und Absicherung der Zins√§nderungsrisiken im Bankbuch in den Vordergrund. Insbesondere umfassen die Ausf√ľhrungen die Anforderungen an die interne Unternehmensf√ľhrung sowie die Kalkulation des Zinsschockszenarios nach Art. 98 (5) CRD IV.

Update zu den Finalen Guidelines for the SREP

Die European Banking Authority (EBA) hat am 19. Dezember 2014 die finale Leitlinien zum aufsichtsrechtlichen √úberpr√ľfungs- und Bewertungsprozess ver√∂ffentlicht (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP) EBA/GL/2014/13)). Im Oktober 2014 hatten wir Ihnen hier das seinerzeitige Konsultationspapier der EBA vorgestellt (dazu Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěNeuer Rahmen f√ľr die aufsichtliche Pr√ľfung und Bewertung ‚Äď Supervisory Review and Evaluation Process‚Äú vom 23. Oktober 2014). Der Abgleich des Entwurfs mit der nunmehr finalen Fassung zeigt, dass das SREP Konzept selbst und die darin empfohlene Vorgehensweise f√ľr die Aufseher weitgehend deckungsgleich mit der Entwurfsfassung geblieben sind. Viele √Ąnderungen sind lediglich redaktioneller bzw. klarstellender Art.

Auf folgende Anpassungen möchten aber wir hinweisen:

  • Die Leitlinien enthalten nunmehr explizit die Aufforderung zur Kommunikation zwischen den Beh√∂rden und den Instituten vor der Finalisierung der SREP Ergebnisse.

  • Die Rolle der Internen Revision wird in den finalen Leitlinien besonders hervorgehoben (Abschnitt 5.7.1).

 

Hintergrund

Die Leitlinien richten sich an die nationalen Aufseher und sollen ein Rahmenwerk f√ľr den aufsichtlichen √úberpr√ľfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)) schaffen, um eine einheitliche Basis und Qualit√§t der Bankenaufsicht zu gew√§hrleisten. Sie basieren auf Art. 107 Abs. 3 CRD IV.

Struktur

Die umfangreichen Leitlinien unterteilen den aufsichtlichen √úberwachungs- und Beurteilungsprozess in verschiedene Elemente. Neben der Kategorisierung der Institute und √úberwachung der Schl√ľsselindikatoren ist eine Analyse des jeweiligen Business Modells vorgesehen. Dazu kommen die Bewertung der Internal Governance und der institutsinternen Kontrollen sowie der Risiken (Eigenkapitalausstattung, Liquidit√§tsausstattung). Ein weiteres Element ist die Gesamtbewertung (Overall SREP assessment) und die daraus folgenden aufsichtlichen Ma√ünahmen – inklusive einem fr√ľhzeitigen Eingreifen – sowie die Kommunikations- und Berichtswege der Ergebnisse des durchgef√ľhrten Bewertungsprozesses.

 

EBA-GL-2014-13

Quelle: EBA/GL/2014/13

 

Die Elemente

  • Kategorisierung der Institute

Die Guidelines sehen eine Einteilung der Institute in vier Kategorien vor, ausgehend von der Gr√∂√üe, Struktur, internen Organisation sowie dem Umfang und der Natur der jeweiligen Gesch√§ftsaktivit√§ten. Diese Einteilung spiegelt vor allem das einem Institut inh√§rente systemische Risiko wider: Entsprechend finden sich in Kategorie 1 Global systemrelevante Institute (G-SIIs) und andere systemrelevante Institute (O-SIIs) im Sinne des Art. 131 CRD IV. Kategorie 2 erfasst alle anderen gro√üen und mittelgro√üen Institute, die lokal t√§tig sind oder signifikante grenz√ľberschreitende Gesch√§fte f√ľhren und organisatorisch in mehreren Gesch√§ftsfeldern operieren (z.B.: Nicht-BankGesch√§fte, Kreditgesch√§fte und Finanzprodukte im Gesch√§fts- und Privatkundenbereich anbieten). Mittlere und kleine Institute, die lokal oder ohne bedeutende grenz√ľberschreitende Gesch√§fte operieren und dabei nur eine begrenzte Anzahl von Bankgesch√§ften anbieten (vor allem Kreditgesch√§ft), werden der Kategorie 3 zugeordnet.

Alle anderen kleinen Institute ohne komplexe Strukturen werden in der Kategorie 4 aufgefangen.

Entsprechend der Kategorisierung der Institute wird der durchzuf√ľhrende SREP abgestuft: W√§hrend f√ľr Institute der Kategorie 1 mindestens j√§hrlich alle Elemente des SREP durchzuf√ľhren sind, ist dies bei Instituten der Kategorie 3 und 4 nur alle drei Jahre erforderlich. Ebenso ist bei Instituten der Kategorie 1 und 2 ein dauerhafter und permanenter Austausch mit dem gesch√§ftsf√ľhrenden Organ √ľber alle Elemente zu f√ľhren, w√§hrend dies bei den Instituten der Kategorie 3 nur risikoorientiert zu erfolgen hat.

  • √úberwachung der Schl√ľsselindikatoren

Die regelm√§√üige √úberwachung der wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Indikatoren durch die zust√§ndigen Beh√∂rden unterst√ľtzt den SREP. Die Guidelines sehen eine viertelj√§hrliche √úberpr√ľfung der Indikatoren vor – dazu geh√∂ren unter anderem alle Quoten, die sich aus der CRR und CRD IV ergeben (CET1, LCR, NSFR etc.) sowie alle Finanz- und Risikoindikatoren im Zusammenhang mit den in dieser Guideline abgedeckten Risiken und marktbasierte Indikatoren (z.B. CDS spreads). Hinzukommen k√∂nnen auch sogenannte makro√∂konomische Indikatoren, die spezifischen M√§rkte, L√§nder oder Sektoren, in denen die Institute t√§tig sind, ber√ľcksichtigen.

Die Ergebnisse dieser laufenden Überwachung sollen die zuständigen Behörden in den SREP einbeziehen und soweit sich wesentliche Verschlechterungen im Risikoprofil des Instituts ergeben, diese untersuchen.

 

  • Analyse des Gesch√§ftsmodells

Die Analyse des Business Modells und der Gesch√§ftsstrategie umfasst mehrere Schritte. In einer Gesamtanalyse wird neben dem Gesch√§ftsumfeld das aktuelle Gesch√§ftsmodell (quantitativ und qualitativ) untersucht. Ebenfalls untersucht werden die in die Zukunft gerichteten Strategien und Finanzpl√§ne, insbesondere im Hinblick auf geplante Ver√§nderungen des Gesch√§ftsmodells. Im Ergebnis soll die Analyse des Business Modells Aufschluss dar√ľber geben, ob das Gesch√§ftsmodell des Instituts tragf√§hig ist und die strategischen Pl√§ne nachhaltig sind.

  • Bewertung der Internen F√ľhrungsstrukturen und der Internen Kontrollen

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Frage, ob sichergestellt ist, dass die Internal Governance und die institutsinternen Kontrollen ad√§quat zum Risikoprofil, Gesch√§ftsmodell, sowie zu Gr√∂√üe und Komplexit√§t des Instituts sind. Hinzu kommt die Bewertung, inwieweit sich das Institut nach den Anforderungen und Standards guter Unternehmensf√ľhrung richtet. Mit einbezogen werden unter anderem die Organisation und Funktionsweise der Gesch√§ftsf√ľhrung, Verg√ľtungspolitik und -praxis, Unternehmens- und Risikokultur und vor allem die internen Prozesses zur Sicherstellung der Risikotragf√§higkeit (Internal Capital Adequacy Assessment Process: ICAAP) und zur Angemessenheit der kreditinstitutseigenen Verfahren zum Liquidit√§tsmanagement (Internal Liquidity Adequacy Assessment Processes : ILAAP).

Der Beurteilung der Qualit√§t der internen Revision widmet das finale Papier einen eigenen Unterabschnitt. Neben der generellen Frage nach der Wirksamkeit der unabh√§ngigen Internen Revision werden u.a. die Reichweite der risikoorientierten Pr√ľfungspl√§ne, die Ressourcen und die Berichtswege Bestandteil der SREP Einsch√§tzung sein.

  • Bewertung der Kapitalrisiken und Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung

F√ľr die Beurteilung werden alle materielle Risiken einbezogen; die Erfassung orientiert sich an der allgemeinen Risiko Taxonomie (Kredit- und Kontrahentenrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zins√§nderungsrisiken im Anlagebuch etc.). Dar√ľber hinaus k√∂nnen die Aufseher auch weitere Risiken, die nicht in den vorgenannten Kategorien erfasst sind, aber z.B. beim ICAAP identifiziert wurden, als materiell einordnen. Neben den ermittelten inh√§renten Risiken flie√üen auch die √úberlegungen zu dem angemessenen Risikomanagement und den Kontrollen der Risiken in die Bewertung (Score) mit ein. Das gleiche Verfahren findet auch f√ľr die Beurteilung der Marktrisiken und der Operationellen Risiken Anwendung. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass beim operationellen Risiko explizit auf weitere Risikokategorien wie Wohlverhaltensrisiken (conduct risk), System-/IT-Risiken und Modellrisiken sowie Reputationsrisiken eingegangen wird.

  • Bewertung der Liquidit√§ts- und Refinanzierungsrisiken und die Angemessenheit der Liquidit√§tsausstattung

Bewertet wird zum einen das Liquidit√§tsrisiko, wobei sich die Aufsichtsbeh√∂rden am t√§glichen, kurz- und mittelfristigen Liquidit√§tsbedarf sowie den Liquidit√§tspuffern orientieren. Dies schlie√üt auch eine Pr√ľfung der Liquidity Coverage Ratio (bzw. deren Umsetzungsstand) ein. Aufsichtliche Stresstests sollen zeigen, ob das Institut in der Lage ist, den entsprechenden Liquidit√§tsbedarf auch in besonderen Situationen zu decken. Daneben wird das Fundingprofil untersucht. Die hierf√ľr entscheidenden Kriterien sind unter anderem: die Stabilit√§t der Fundinginstrumente, derzeitige und zuk√ľnftige Beschr√§nkungen beim Marktzugang oder √Ąnderungen des Fundingplans.

  • Overal SREP Assessment

Die Bewertung und Analyse aller dieser Risikofaktoren und Elemente soll die Aufsichtsbeh√∂rden letztlich in die Lage versetzen, ein ganzheitliches und verst√§ndliches Bild des Risikoprofils und der √úberlebensf√§higkeit des Instituts zu zeichnen. Im Rahmen einer Zusammenfassung werden alle relevanten Sachverhalte der letzten 12 Monaten zusammengef√ľhrt. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt und die Entscheidungsgrundlage f√ľr alle weiteren Ma√ünahmen, die die Aufsichtsbeh√∂rden anordnen k√∂nnen.

Neben Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen sind dabei auch Eingriffe in das Geschäftsmodell möglich.

Auswirkungen

Die Adressaten dieser Leitlinien sind die nationalen Aufsichtsbeh√∂rden einschlie√ülich der EZB – die Institute sind mittelbar betroffen. Zwar decken die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) bereits einen gro√üen Teil der im Rahmenwerk beschriebenen Ans√§tze und Vorgehensweise ab, die hier dargelegten Verfahren sind jedoch weitaus detaillierter. Hinzu kommt, dass jede einzelne Analyse mit einem Scoring bzw. einer konkreten Ma√üzahl bewertet werden muss. Offen bleibt, wie mit dem bisher ermittelten Risikodeckungspotential (internes Kapital) zu verfahren ist. Insoweit handelt es sich bei dem vorgesehenen neuen SREP Prozess nach derzeitiger Einsch√§tzung eher um ein „S√§ule I+“ Bewertungsverfahren mit stark quantitativer Ausrichtung.

Seitens der Institute werden die Methoden zur Risikomessung weiterentwickelt werden m√ľssen, um auch Quantifizierungen f√ľr Risiken vornehmen zu k√∂nnen, f√ľr die es heute noch keine Verfahren gibt.

Inkrafttreten

Die Guidelines sollen ab 01. Januar 2016 von den zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden angewendet werden. Aufgrund des schon jetzt absehbaren Umsetzungsbedarfs insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben f√ľr die Quantifizierung des Liquidit√§ts- und Kapitalbedarfs rechnen EBA und die BaFin mit einer l√§ngeren Umsetzungsfrist (BaFin Journal 8/2014, S. 11)

 

 

Neuer Rahmen f√ľr die aufsichtliche Pr√ľfung und Bewertung – Supervisory Review and Evaluation Process

Die European Banking Authority (EBA) hat am 07. Juli 2014 einen Entwurf der „Guidelines for common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP)“ ver√∂ffentlicht.

Hintergrund

Die Leitlinien richten sich an die nationalen Aufseher und sollen ein Rahmenwerk f√ľr den aufsichtlichen √úberpr√ľfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)) schaffen, um eine einheitliche Basis und Qualit√§t der Bankenaufsicht zu gew√§hrleisten. Sie basieren auf Art. 107 Abs. 3 CRD IV.

Struktur

Das umfangreiche Konsultationspapier unterteilt den k√ľnftigen aufsichtlichen √úberwachungs- und Beurteilungsprozess in verschiedene Elemente. Neben der Kategorisierung der Institute und √úberwachung der Schl√ľsselindikatoren ist eine Analyse des jeweiligen Business Modells vorgesehen. Dazu kommen die Bewertung der Internal Governance und der institutsinternen Kontrollen sowie der Risiken (Eingenkapitalausstattung, Liquidit√§tsausstattung). Ein weiteres Element ist die Gesamtbewertung (Overall SREP assessment) und die daraus folgenden aufsichtlichen Ma√ünahmen – inklusive einem fr√ľhzeitigen Eingreifen – sowie die Kommunikations- und Berichtswege der Ergebnisse des durchgef√ľhrten Bewertungsprozesses.

EBA23-10-2014 11-26-36

Die Elemente

  • Kategorisierung der Institute

Die Guidelines sehen eine Einteilung der Institute in vier Kategorien vor, ausgehend von der Gr√∂√üe, Struktur, internen Organisation sowie dem Umfang und der Natur der jeweiligen Gesch√§ftsaktivit√§ten. Diese Einteilung spiegelt vor allem das einem Institut inh√§rente systemische Risiko wider: Entsprechend finden sich in Kategorie 1 Global systemrelevante Institute (G-SIIs) und andere systemrelevante Institute (O-SIIs) im Sinne des Art. 131 CRD IV. Kategorie 2 erfasst alle anderen gro√üen und mittelgro√üen Institute, die lokal t√§tig sind oder signifikante grenz√ľberschreitende Gesch√§fte f√ľhren und organisatorisch in mehreren Gesch√§ftsfeldern operieren (z.B.: Nicht-BankGesch√§fte, Kreditgesch√§fte und Finanzprodukte im Gesch√§fts- und Privatkundenbereich anbieten). Mittlere und kleine Institute, die lokal oder ohne bedeutende grenz√ľberschreitende Gesch√§fte operieren und dabei nur eine begrenzte Anzahl von Bankgesch√§ften anbieten (vor allem Kreditgesch√§ft), werden der Kategorie 3 zugeordnet. Alle anderen kleinen Institute ohne komplexe Strukturen werden in der Kategorie 4 aufgefangen.

Entsprechend der Kategorisierung der Institute wird der durchzuf√ľhrende SREP abgestuft: W√§hrend f√ľr Institute der Kategorie 1 mindestens j√§hrlich alle Elemente des SREP durchzuf√ľhren sind, ist dies bei Instituten der Kategorie 3 und 4 nur alle drei Jahre erforderlich. Ebenso ist bei Instituten der Kategorie 1 und 2 ein dauerhafter und permanenter Austausch mit dem gesch√§ftsf√ľhrenden Organ √ľber alle Elemente zu f√ľhren, w√§hrend dies bei den Instituten der Kategorie 3 nur risikoorientiert zu erfolgen hat.

  • √úberwachung der Schl√ľsselindikatoren

Die regelm√§√üige √úberwachung der wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Indikatoren durch die zust√§ndigen Beh√∂rden unterst√ľtzt den SREP. Die Guidelines sehen eine viertelj√§hrliche √úberpr√ľfung der Indikatoren vor – dazu geh√∂ren unter anderem alle Quoten, die sich aus der CRR und CRD IV ergeben (CET1, LCR, NSFR etc.) sowie alle Finanz- und Risikoindikatoren im Zusammenhang mit den in dieser Guideline abgedeckten Risiken und marktbasierte Indikatoren (z.B. CDS spreads). Als weiterer Indikator wird hier auch die Mindestanforderung an Eigenmittel unhd ber√ľcksichtigungsf√§hige Verbindlichkeiten (Minimum requirement for own funds and eligible liabilities (MREL)) gem√§√ü Art 45 der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) einbezogen. Die MREL ergibt sich aus dem Verh√§ltnis von Eigenmitteln und bail-in-f√§higen Verbindlichkeiten geteilt durch die Gesamtverbindlichkeiten und Eigenmittel des Instituts, wobei derivative Verbindlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen einbezogen werden k√∂nnen.

Hinzukommen k√∂nnen auch sogenannte makro√∂konomische Indikatoren, die spezifischen M√§rkte, L√§nder oder Sektoren, in denen die Institute t√§tig sind, ber√ľcksichtigen.

Die Ergebnisse dieser laufenden Überwachung sollen die zuständigen Behörden in den SREP einbeziehen und soweit sich wesentliche Verschlechterungen im Risikoprofil des Instituts ergeben, diese untersuchen.

  • Analyse des Gesch√§ftsmodells

Die Analyse des Business Modells und der Gesch√§ftsstrategie umfasst mehrere Schritte. In einer Gesamtanalyse wird neben dem Gesch√§ftsumfeld das aktuelle Gesch√§ftsmodell (quantitativ und qualitativ) untersucht. Ebenfalls untersucht werden die in die Zukunft gerichteten Strategien und Finanzpl√§ne, insbesondere im Hinblick auf geplante Ver√§nderungen des Gesch√§ftsmodells. Im Ergebnis soll die Analyse des Business Modells Aufschluss dar√ľber geben, ob das Gesch√§ftsmodell des Instituts tragf√§hig ist und die strategischen Pl√§ne nachhaltig sind.

  • Bewertung der Internen F√ľhrungsstrukturen und der Internen Kontrollen

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Frage, ob sichergestellt ist, dass die Internal Governance und die institutsinternen Kontrollen ad√§quat zum Risikoprofil, Gesch√§ftsmodell, sowie zu Gr√∂√üe und Komplexit√§t des Instituts sind. Hinzu kommt die Bewertung, inwieweit sich das Institut nach den Anforderungen und Standards guter Unternehmensf√ľhrung richtet. Mit einbezogen werden unter anderem die Organisation und Funktionsweise der Gesch√§ftsf√ľhrung, Verg√ľtungspolitik und -praxis, Unternehmens- und Risikokultur und vor allem die internen Prozesses zur Sicherstellung der Risikotragf√§higkeit (Internal Capital Adequacy Assessment Process: ICAAP) und zur Angemessenheit der kreditinstitutseigenen Verfahren zum Liquidit√§tsmanagement (Internal Liquidity Adequacy Assessment Processes : ILAAP).

  • Bewertung der Kapitalrisiken und Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung

F√ľr die Beurteilung werden alle materielle Risiken einbezogen; die Erfassung orientiert sich an der allgemeinen Risiko-Taxonomie (Kredit- und Kontrahentenrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zins√§nderungsrisiken im Anlagebuch etc.). Dar√ľber hinaus k√∂nnen die Aufseher auch weitere Risiken, die nicht in den vorgenannten Kategorien erfasst sind, aber z.B. beim ICAAP identifiziert wurden, als materiell einordnen. Neben den ermittelten inh√§renten Risiken flie√üen auch die √úberlegungen zu dem angemessenen Risikomanagement und den Kontrollen der Risiken in die Bewertung (Score) mit ein. Das gleiche Verfahren findet auch f√ľr die Beurteilung der Marktrisiken und der Operationellen Risiken Anwendung. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass beim operationellen Risiko explizit auf weitere Risikokategorien wie Wohlverhaltensrisiken (conduct risk), System-/IT-Risiken und Modellrisiken sowie Reputationsrisiken eingegangen wird.

  • Bewertung der Liquidit√§ts- und Refinanzierungsrisiken und die Angemessenheit der Liquidit√§tsausstattung

Bewertet wird zum einen das Liquidit√§tsrisiko, wobei sich die Aufsichtsbeh√∂rden am t√§glichen, kurz- und mittelfristigen Liquidit√§tsbedarf sowie den Liquidit√§tspuffern orientieren. Dies schlie√üt auch eine Pr√ľfung der Liquidity Coverage Ratio (bzw. deren Umsetzungsstand) ein. Aufsichtliche Stresstests sollen zeigen, ob das Institut in der Lage ist, den entsprechenden Liquidit√§tsbedarf auch in besonderen Situationen zu decken. Daneben wird das Fundingprofil untersucht. Die hierf√ľr entscheidenden Kriterien sind unter anderem: die Stabilit√§t der Fundinginstrumente, derzeitige und zuk√ľnftige Beschr√§nkungen beim Marktzugang oder √Ąnderungen des Fundingplans.

  • Overal SREP Assessment

Die Bewertung und Analyse aller dieser Risikofaktoren und Elemente soll die Aufsichtsbeh√∂rden letztlich in die Lage versetzen, ein ganzheitliches und verst√§ndliches Bild des Risikoprofils und der √úberlebensf√§higkeit des Instituts zu zeichnen. Im Rahmen einer Zusammenfassung werden alle relevanten Sachverhalte der letzten 12 Monaten zusammengef√ľhrt. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt und die Entscheidungsgrundlage f√ľr alle weiteren Ma√ünahmen, die die Aufsichtsbeh√∂rden anordnen k√∂nnen. Neben Kapital- und Liquidit√§tsma√ünahmen sind dabei auch Eingriffe in das Gesch√§ftsmodell m√∂glich.

Auswirkungen

Die Adressaten dieser Leitlinien sind die nationalen Aufsichtsbeh√∂rden einschlie√ülich der EZB – die Institute sind mittelbar betroffen. Zwar decken die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) bereits einen gro√üen Teil der im Rahmenwerk beschriebenen Ans√§tze und Vorgehensweise ab, die hier dargelegten Verfahren sind jedoch weitaus detaillierter. Hinzu kommt, dass jede einzelne Analyse mit einem Scoring bzw. einer konkreten Ma√üzahl bewertet werden muss. Offen bleibt, wie mit dem bisher ermittelten Risikodeckungspotential (internes Kapital) zu verfahren ist. Insoweit handelt es sich bei dem vorgesehenen neuen SREP Prozess nach derzeitiger Einsch√§tzung eher um ein „S√§ule I+“ Bewertungsverfahren mit stark quantitativer Ausrichtung.

Seitens der Institute werden die Methoden zur Risikomessung weiterentwickelt werden m√ľssen, um auch Quantifizierungen f√ľr Risiken vornehmen zu k√∂nnen, f√ľr die es heute noch keine Verfahren gibt.

Inkrafttreten

Die Guidelines sollen ab 01. Januar 2016 von den zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden angewendet werden. Aufgrund des schon jetzt absehbaren Umsetzungsbedarfs insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben f√ľr die Quantifizierung des Liquidit√§ts- und Kapitalbedarfs rechnet zumindest die BaFin mit einem l√§ngeren Umsetzungsfrist (BaFin Journal 8/2014, S. 11)

 

 

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