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EBA Stress Test 2018 – PwC Event with speakers from the EBA, European banking institutions and our PwC stress testing experts

In June, the European Banking Authority (EBA) published its 2018 EU-wide stress test draft methodology, the related templates and the list of banks covered.

49 EU banks have been nominated by the EBA to participate in the exercise but the ECB has already required additional SSM banks to participate as well.

The final methodology will be published as the exercise is launched, at the beginning of 2018, with the results to be published in mid-year 2018.

The methodology covers all relevant risk areas and, for the first time, will incorporate IFRS 9 accounting standards. This will present banks with additional challenges, from producing IFRS 9 compliant figures as of January 1st, 2018 to calculating stressed risk parameters (PD, LGD, lifetime EL) and stage migration.

The results will inform the 2018 Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), challenging banks‘ capital plans and leading to relevant supervisory outcomes. The exercise will also provide enhanced transparency so that market participants can compare and assess the resilience of EU banks on a consistent basis.

To help guide you through this critical exercise, please join us to hear about:

  • The 2018 EU-wide stress test, the main changes from 2016 and the supervisory context
  • The main methodological changes impacting and affecting credit risk and the other areas.
  • Ways of handling the implementation of IFRS 9 in the stress testing methodology
  • How best to integrate the stress tests with the capital framework and other processes and best practice

To address your questions and provide insights, we have invited a prominent group of speakers from the EBA and European banking institutions. In addition, PwC stress testing experts will be in attendance and present throughout the event.

More information on our PwC EBA Stress Test 2018 event and registration at: www.pwc-events.com/eba-stress-test

We hope to see you in Frankfurt am Main.

Yours sincerely,

Martin Neisen 
Partner
Stefan Röth 
Senior Manager

Basel IV-Channel – Episode 24: SREP und aufsichtliche Anforderungen an die Säule II

Mit unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channel setzen wir die Serie zu weiteren wichtigen aufsichtsrechtlichen Themen fort und werfen mit der neuen Ausgabe einen Blick auf die Herausforderungen rund um die Säule II und den Supervisory Review and Evaluation Process (SREP).

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich daher mit dem Thema:

„SREP und aufsichtliche Anforderungen an die Säule II“

Unsere PwC-Experten geben einen Überblick über den Aufbau sowie die Bestandteile des SREP und stellen die aktuellen Prioritäten der unterschiedlichen europäischen und nationalen Aufsichtsbehörden dar. Darüber hinaus gehen sie der Frage nach, welche Anforderungen die Aufsichtsbehörden an die ICAAP- und ILAAP-Prozesse und das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch stellen. Die Ergebnisse und Erfahrungen des SREP aus 2016 werden ebenfalls erläutert.

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

 

 

Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

SREP 2016 und Aufsichtsrechtliche Ziele in 2017

Mitte Dezember hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse der Überprüfung und Bewertung im Rahmen des einheitlichen Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) für 2016 veröffentlicht (EZB: The Supervisory Review and Evaluation Process in 2016).

Die aufsichtsrechtlichen Kapitalvorgaben der direkt von der EZB beaufsichtigten Banken entsprechen in etwa denen des Vorjahres: durchschnittlich wird eine harte Kernkapitalquote von ca. 10% gefordert (EZB: SSM SREP Methodology Booklet – 2016 Edition), wobei diese Größe vom individuellen Geschäfts- und Risikoprofil der Bank abhängt. Für 2016 wurden auf Basis des SREP erstmals unterschiedliche Kapitalanforderungen gestellt: die unmittelbar rechtsverbindlichen Anforderungen der Säule 2 (Pillar 2 RequirementP2R) sowie die Empfehlungen zur Kapitalausstattung der Säule 2 (Pillar 2 GuidanceP2G). Auch wenn die Nichterfüllung der von der EZB ausgesprochenen Kapitalempfehlung keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen hat, erwartet die EZB doch, dass die Banken dieser Empfehlung folgen. Tun sie es nicht, schauen die Aufseher genauer hin – und können entsprechende aufsichtliche Maßnahmen festlegen.

Um sicherzustellen, dass die Kapitalanforderungen und – empfehlungen auch eingehalten werden können, hat die EZB parallel zwei Empfehlungen veröffentlicht, die sich auf die Dividendenausschüttungs- und Vergütungspolitik der beaufsichtigten Banken beziehen (Empfehlung EZB/2016/44 der Europäischen Zentralbank vom 13. Dezember 2016 zur Dividenden- Ausschüttungspolitik und Empfehlung zur Vergütungspolitik). Sowohl die Festlegung der Dividendenausschüttungs- als auch die Vergütungspolitik sollte auf der Basis konservativer und vorsichtiger Annahmen erfolgen. Potentiell nachteilige Auswirkungen auf die Kapitalerhaltung sind vorausschauend zu berücksichtigen

Weiterhin hat die EZB bereits ihre Aufsichtsprioritäten für 2017 angekündigt (EZB-Bankenaufsicht: Prioritäten des SSM im Jahr 2017). Dabei stellt sie klar, dass es sich dabei nicht um eine abschließende Aufzählung handeln kann. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase stehen die thematische Überprüfung der Geschäftsmodelle der Banken und deren Erfolgsfaktoren im Fokus der Aufsicht. Hierbei sollen auch mögliche Auswirkungen des britischen Referendums zur EU-Mitgliedschaft sowie potenzielle Risiken aus dem zunehmenden Wettbewerb durch FinTechs und Nichtbanken bei der Beurteilung berücksichtigt werden.

Weitere Aufsichtsmaßnahmen für 2017 betreffen das Kreditrisiko der Banken mit besonderem Fokus auf notleidende Engagements und Konzentrationsrisiken. Dazu hat die EZB bereits den Entwurf eines Leitfadens zu notleidenden Krediten (ECB Draft guidance to banks on non-performing loans)  vorgelegt. Dieser enthält neben den Best-Practice-Empfehlungen auch die Erwartungen der EZB, wie Banken ihren Bestand an notleidenden Forderungen managen und letztlich abbauen sollen. Im Wesentlichen geht es hier um die Anforderungen an Entwicklung und Umsetzung von NPL-Strategien, Governancestrukturen, Richtlinien und Prozesse sowie Hinweisen für die Berechnung von Wertminderungen, Abschreibungen und Bewertungen. Folgemaßnahmen oder Aufsichtsgespräche im Zusammenhang mit dem Leitfaden und der Bewertung von NPL hat die EZB bereits in Aussicht gestellt. Darüber hinaus analysiert die EZB bei den Instituten mögliche Auswirkungen von IFRS 9. Ebenso will sie den Stand der Vorbereitungen für die Einführung von IFRS 9 unter die Lupe nehmen.

Der Untersuchungsgegenstand „Risikomanagement“ wird um neue Aspekte erweitert: Zunächst erfolgt auch in 2017 eine Überprüfung der Einhaltung der Grundsätze für die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung, um eine hohe Datenqualität als Voraussetzung für zuverlässige Risikoinformationen und eine verlässliche Risikokontrolle zu gewährleisten. Die internen Modelle der Banken zur Risikomessung und –beurteilung werden mit dem Targeted Review of Internal Models (TRIM) einem mehrjährigen Überprüfungsverfahren inklusive Vor-Ort-Prüfungen unterzogen. Um die Risiken im Zusammenhang mit Auslagerungen in den Griff zu bekommen, plant die EZB-Bankenaufsicht eine Untersuchung zur Bestandsaufnahme der ausgelagerten Aktivitäten der Banken und zur Steuerung der mit den Auslagerungen verbundenen IT und sonstigen Risiken.

IT- und Cyberrisiken wird die Bankenaufsicht in 2017 insgesamt intensiv hinterfragen. So hat die EZB angekündigt, den Ansatz zur Beurteilung der in dieser Hinsicht bestehenden bankseitigen Kontrollen auszubauen, und aufsichtliche Erwartungen zu IT-Risikokontrollen und –management für Banken zu erarbeiten, die für alle der europäischen Bankenaufsicht unterliegenden Banken gelten werden. Zudem läuft eine Konsultation der EBA zum Thema ICT Risk (Information and Communication Technology). Die EBA Leitlinien sollen den Aufsehern Umfang und Methoden aufzeigen, wie das ICT Risk im Rahmen des SREP einzuwerten ist.

EBA Arbeitsprogramm – was steht an?

Die European Banking Authority (EBA) hat im Juni 2016 ihren Jahresbericht für 2015 veröffentlicht. Neben einem Überblick über die im Vorjahr begonnen Arbeiten, erläutert die EBA die aktuell im Fokus stehenden Themen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Maßnahmen, die für die kommenden Monate noch auf der Agenda der EBA stehen.

Kalibrierung der Leverage Ratio

Eines der wichtigsten Themen für 2016 ist Frage der Migration der Leverage Ratio in die Säule 1 und welches Mindestlevel unter Berücksichtigung der Business Modelle und Risikoprofile angesetzt werden soll. Dazu hat die EBA einen umfangreichen Bericht vorgelegt (EBA Report on the leverage ratio requirements under Art 511 of the CRR (EBA/OP/2016/13)). In diesem werden darüber hinaus verschiedene Aspekte der Auswirkungen der Leverage Ratio unter anderem auf die Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen sowie die Widerstandsfähigkeit und Risikobereitschaft der Institute, auf die Finanzmärkte, Clearingtätigkeiten oder zentrale Kontrahenten diskutiert. Auf Basis dieses Berichts soll die EU Kommission bis zum Jahresende 2016 einen Vorschlag zur Einführung der Leverage Ratio vorlegen.

Verbesserung des Kreditrisikorahmenwerks

Im Zentrum der Überarbeitung des Kreditrisikorahmenwerks steht der IRB Ansatz. Mit dem im Juli 2016 veröffentlichten RTS on the specification of the assessment methodology for competent authorities regarding compliance of an institution with the requirements to use the IRB Approach (EBA/RTS/2016/03) wurde die erste Phase der Überarbeitung des IRB Approach eingeläutet. Die nächste Phase umfasst den im Entwurf vorliegenden RTS im Zusammenhang mit der Wesentlichkeitsschwelle von überfälligen Krediten (RTS on the threshold of credit obligation past due (EBA/CP/2014/32) und die Leitlinien zur Anwendung der Ausfalldefinitionen (EBA Guidelines on the application of the definition of default (EBA/CP/2015/15), dazu auch unser Regulatory Blog-Beitrag: „EBA Leitlinien zur Definition des Schuldnerausfall – definition of default“ vom 08. Februar 2016).

Proportionalität in der Bankenaufsicht

Unabhängig von der Notwendigkeit einer einheitlichen Bankenaufsicht ist es gewollt, eine wirksame und angemessene Bankenregulierung zu entwickeln, die auch die Größe, das Geschäftsmodell und Risikoprofil der Institute berücksichtigt. Insofern hat die EBA weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit möglichen Vereinfachungen und Erleichterungen angekündigt.

Non-Performing Loans (NPLs)

Die Problematik der notleidenden Kredite ist ebenfalls auf der Agenda der EBA. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Bestandsaufnahme von länderspezifischen Lösungen im Umgang mit NPLs. Es gilt Faktoren zu identifizieren, die einer Auflösung von NPLs entgegenstehen. Je nach Bedarf und Ergebnis der Untersuchung will die EBA dazu policy statements herausgeben.

Unterstützung der Einführung von IFRS 9 im Bankensektor

Im Zusammenhang mit der Einführung von IFRS 9 hatte die EBA bereits Anfang 2016 eine Analyse angekündigt, die die Auswirkungen von IFRS 9 auf die Eigenmittel und die Vorbereitungen bzw. Umsetzungsstände innerhalb der Institute erheben sollte. In Laufe des Jahres sollen die Ergebnisse analysiert und die weitere Vorgehensweise beschlossen werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden auch Auswirkungen auf die zur Konsultation stehenden Guidelines on credit institutions’ credit risk management practices and accounting for expected credit losses (EBA/CP/2016/10) haben. Diese basieren auf den Leitlinien des Baseler Ausschusses zu Management und Bilanzierung von Kreditrisiken.

Compliance, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Aufsichtspraktiken innerhalb der EU

Aufsichtliche Konvergenz steht ganz oben auf der Prioritätenliste der EBA. Nach einem ersten Bericht dazu in 2015 (EBA report on convergence of supervisory prac­tices) plant die EBA für 2016 weitere Maßnahmen, um die Einheitlichkeit der Bankenaufsicht voranzutreiben. Vorgesehen sind zum einen weitere Beobachtungen vor allem im Zusammenhang mit der Umsetzung der SREP-Leitlinien. Zum anderen plant die EBA Vor-Ort-Prüfungen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden des SSM, um zu bestimmten Themen die gegenwärtigen Praktiken und Umsetzungsstände tiefergehend zu erheben. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung und Anwendung der SREP-Methodik sowie die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Home/Host-Überwachung durch die Supervisory Colleges.

Weiterentwicklung der EBA SREP-Leitlinien

Im Zusammenhang mit den zu Jahresbeginn 2016 in Kraft getretenen SREP-Leitlinien (dazu ausführlicher unser Blog Beitrag: „Update zu den Finalen Guidelines for the SREP“ vom 06. Februar 2015) entwickelt die EBA eine Reihe von ergänzenden Leitlinien, die sich in unterschiedlichen Stadien der Konsultation/Finalisierung befinden:

  • Stresstesting

Bis Anfang 2016 konsultierte die EBA die Guidelines on stress testing and supervisory stress testing (EBA/CP/2015/28). Diese ersetzen zum einen die CEBS Guidelines on institutions’ stress testing (GL 32) im Hinblick auf die institutsinternen Stresstests; zum anderen umfassen sie auch die Beurteilung dieser Stresstests durch die Aufsicht bzw. die aufsichtlichen Stresstests.

  • ICAAP und ILAAP

Die Konsultation zu den Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes (EBA/CP/2015/26) soll in 2016 abgeschlossen werden. Die Leitlinien konkretisieren, welche Informationen durch die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP herangezogen werden sollen bzw. welche Informationen die Institute bereitstellen sollen (vgl. PwC Risk Blog: „Konsultationspapier: Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes veröffentlicht“ vom 18. Dezember 2015)

  • Behandlung des CVA Risk im Rahmen des SREP

    Die Konsultation zu den EBA Guidelines on the treatment of CVA risk under the SREP (EBA/CP/2015/21) startete im November 2015. Parallel dazu führte die EBA Anfang 2016 eine Quality Impact Study (QIS) durch, um die angemessene Kalibrierung der vorgesehenen Schwellenwerte sicherzustellen. Die noch zu finalisierenden Leitlinien sollen den Aufsichtsbehörden helfen, das CVA Risk der Institute angemessen zu beurteilen und adäquate Kapitalanforderungen zur Risikoabdeckungen festzulegen. 

  • Information and Communication Technology (ICT) risk

Auf der Prioritätenliste der EBA steht weiterhin, die aus Informations- und Kommunikationstechniken (ICT) resultierenden Risiken besser einzuschätzen und zu beurteilen. Hierzu will die EBA in 2016 Leitlinien vorlegen, die Details zur aufsichtlichen Beurteilung der ICT-Governance, zu institutsweiten Kontrollen der ICT-Infrastruktur und zu den Auswirkungen von ICT-Risiken auf die Kapitalausstattung beinhalten sollen.

Verbesserung der Einheitlichkeit bei der RWA Kalkulation

Um mögliche Unstimmigkeiten in der Berechnungsmethodik innerhalb der EU zu beseitigen, wird die EBA jährlich sog. „Benchmark Exercises“ durchführen. Der finale ITS on benchmarking portfolios muss noch von der EU Kommission angenommen werden. In 2016 liegen die Schwerpunkte der Benchmarking Exercise auf der Ermittlung des Kreditrisikos sowie des Marktrisikos. Der ITS bestimmt die benchmarking portfolios, sowie die Vorlagen, Definitionen und IT-Lösungen, die für die Exercise herangezogen werden. Ein weiterer RTS-Entwurf behandelt den Informationsaustauch zwischen der Nationalen Aufsicht und der EBA sowie die Standards der Bewertung der internen Modelle.

Überarbeitung der Säule 3

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat bereits 2015 eine Überarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der Säule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements – BCBS 309) vorgelegt. Mit Hilfe der Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR (Consultation on Guidelines on disclosure under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/CP/2016/07)) integriert die EBA die Änderungsvorschläge des Baseler Ausschusses in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR (ausführlicher dazu Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

Sicherstellen der Umsetzung des Rahmenwerks zum Krisenbewältigung

Mit der Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) und der Richtlinie über Einlagensicherungssysteme (DGSD) ist der Rahmen für die Krisenbewältigung der Institute weitgehend gesteckt. Die EBA hat für 2016 mehrere Punkte auf ihrer Agenda, die die Umsetzung dieser Rahmenbedingungen unterstützen und zur Entwicklung einer effektiven Abwicklungsplanung beitragen sollen. Dazu gehört unter anderem die Veröffentlichung eines Bericht zur Umsetzung und Ausgestaltung der MREL (EBA interim Report on Implememtation and Design of the MREL framework (EBA/OP/2016/12)). Weitere Punkte sind die Prüfung und Bewertung von Abwicklungsfällen, die Zusammenarbeit mit nationalen Abwicklungsbehörden und auf internationaler Ebene mit dem Financial Stability Board sowie die Durchführung von vergleichenden Analysen von Abwicklungsplänen und die Entwicklung von praktischen Leitfäden zur Unterstützung der Abwicklungsbehörden in bestimmten regulierten Bereichen.

Verbraucherschutz und Überwachung von Finanzinnovationen

Für 2016 plant die EBA mehrere regulatorische Anforderungen, um Verbraucher besser vor Schäden durch Bankprodukte zu schützen. Dazu hat die EBA einen RTS für standardisierte Terminologie für die gebräuchlichsten Bankdienste angekündigt. Darüber hinaus ist ein ITS vorgesehen, der die Offenlegung solcher Dokumente behandelt, mit denen die Kosten der Kontenführung vergleichbar gemacht werden können. Die Finalisierung der Guidelines on the remuneration of sales staff (EBA/CP/2015/29) soll ebenfalls in 2016 abgeschlossen werden.

Im Hinblick auf Finanzinnovationen steht der Umgang mit Verbraucherdaten und den daraus resultierenden Risiken auf der „To do“-Liste der EBA. Bereits im Mai 2016 hat die EBA dazu ein Diskussionspapier veröffentlicht (Discussion Paper on innovative uses of consumer data by financial institutions (EBA/2016/01)).

Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und Verordnung über Interbankenentgelte (IFR)

Im Zusammenhang mit der Zahlungsdiensterichtlinie sind der EBA zahlreiche Mandate zur Entwicklung von Standards und Leitlinien übertragen (z.B.: strong customer authentication and secure communication, framework for cooperation and exchange of information between Competent Authorties for passporting, guidelinies on complaints procedures). Seit Ende Juli 206 liegt der finale RTS on payment card schemes and processing entities under the IFR (EBA/RTS/2016/05) vor.

Fazit

Insgesamt wird die Arbeit der EBA wohl kaum weniger. Allerdings lässt sich eine gewisse Verschiebung erkennen: Die Intensität des „regulatorischen outputs“ wird reduziert zugunsten einer Verlagerung des Fokus auf die Auswirkungen des bisher gesetzten regulatorischen Rahmens. Jetzt geht es darum, das Reformpaket auch in der Praxis funktionsfähig zu machen und zu halten. Die große Herausforderung besteht darin, die Komplexität der Regulierungsvorgaben mit dem gewollten proportionalen Regulierungsansatz in Einklang zu bringen.

Aktuelle Kapitalpufferanforderungen sowie Berechnung der zusätzlichen Kapitalanforderungen im Zusammenhang mit dem SREP

Die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen an Banken wurden durch die Vorgaben der Eigenkapitalverordnung (Capital Requirements Regulation 575/2013 (CRR)) deutlich ausgeweitet. Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise wurde die Mindestquote für das vorzuhaltende harte Kernkapital erhöht. Zusätzlich wurden die qualitativen Kriterien für die Eigenkapitalbestandteile verschärft, um die Verlustabsorptionsfähigkeit der Banken zu erhöhen. Darüber hinaus wurden im Zuge der Umsetzung der CRD IV (Richtlinie 2013/36/EU) weitere Kapitalpuffer in das Kreditwesengesetz eingeführt, um die Widerstandsfähigkeit der Banken zu stärken (vgl. hierzu auch den Blogbeitrag „ Update: Neue Beschlüsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz vom 23. Mai 2013).

Aktuelle Regelungen zu Kapitalpuffern (Säule I)

  • Kapitalerhaltungspuffer (§ 10c KWG)

Seit dem 01.01.2016 haben alle Banken schrittweise über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg den aus hartem Kernkapital bestehenden Kapitalerhaltungspuffer aufzubauen. Er soll die Institute befähigen, bis zu einem gewissen Grad Verluste auffangen zu können, ohne die Mindesteigenkapitalanforderungen zu unterschreiten. Seine Zielgröße beträgt 2,5% der RWA (des Gesamtforderungsbetrages nach Art. 92 Abs. 3 CRR).

  • Antizyklischer Kapitalpuffer (§ 10d KWG)

Mit dem institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffer soll zur Begrenzung übermäßigen Kreditwachstums ein zusätzlicher Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital aufgebaut werden, der in Krisenzeiten dazu beitragen soll, dass Banken ihr Kreditangebot nicht zu stark einschränken. Dieser Puffer kann bis zu 2,5% betragen (mit einer dreijährigen Aufbauphase). Der Betrag für den inländischen antizyklischen Kapitalpuffer wird auf Basis gesamtwirtschaftlicher Datenanalysen vierteljährlich durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) festgelegt. Derzeit beträgt er für Deutschland 0%. Sofern eine Bank maßgebliche Kredite in andere Länder vergeben hat, erfolgt die Ermittlung des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers als gewichteter Durchschnitt der in- und ausländischen antizyklischen Kapitalpuffer. Übersichten zu den Quoten für den antizyklischen Kapitalpuffern finden sich auf den Homepages des European Systemic Risk Board (ESRB) sowie des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS).

  • Kapitalpuffer für systemische Risiken (§ 10e KWG)

Den Aufbau dieses Kapitalpuffers mittels hartem Kernkapital kann die BaFin zur Abfederung systemischer oder makroprudenzieller Risiken, die zu einer Systemgefährdung führen können, anordnen, wobei in Abhängigkeit von der Höhe des Kapitalpuffers, im KWG genannte, europäische Institutionen und Behörden vorab zu unterrichten bzw. um Zustimmung zu bitten sind. Eine entsprechende Anordnung ist nur zulässig, sofern keine anderen Maßnahmen nach dem KWG und der CRR zur Abmilderung dieser Risiken zur Verfügung stehen. Adressat soll nicht ein einzelnes Institut, sondern alle Institute oder bestimmte Arten oder Gruppen von Instituten sein. Der Puffer kann nur für Risikopositionen gelten, die in einem Mitgliedstaat belegen sind, oder er kann für Institute auf Gruppen- oder Einzelebene (gewissermaßen grenzüberschreitend) angeordnet werden. Der Puffer beträgt mindestens 1%, ist aber nach oben unbeschränkt. Derzeit besteht keine Anordnung der BaFin zum Vorhalten dieses Puffers.

  • Kapitalpuffer für global systemrelevante Institute (§ 10f KWG)

Global-systemrelevante Institute (G-SIBs) haben ab 2016 einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 1% bis 3,5% in Form von hartem Kernkapital auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Mit diesem Puffer soll zum einen die Widerstandsfähigkeit von großen, international tätigen Banken gestärkt werden. Zum anderen soll im Falle einer Schieflage das Vorhandensein ausreichender Eigenmittel dazu beitragen, eine geordnete Abwicklung zu gewährleisten. Die jeweils aktuelle Liste der global systemrelevanten Banken findet sich auf der Homepage des Finanzstabilitätsrats (Financial Stability Board (FSB)). In Deutschland erfolgt die Identifizierung der betreffenden Institute durch die nationale Aufsicht nach Maßgabe der Kriterien für die globale Systemrelevanz (Delegierte VO (EU) 1222/2014 vom 08. Oktober 2014 zur Ergänzung der Richtlinie 2013/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards zur Festlegung der Methode zur Bestimmung global systemrelevanter Institute und zur Festlegung der Teilkategorien global systemrelevanter Institute). Derzeit muss nur die Deutsche Bank einen zusätzlichen Kapitalpuffer für G-SIBs von insgesamt 2,0% in hartem Kernkapital bilden. Der stufenweise Aufbau hat von Januar 2016 bis Januar 2019 zu erfolgen.

  • Kapitalpuffer für anderweitig systemrelevante Institute (§ 10g KWG)

Um der Systemrelevanz einzelner Institute auf nationaler Ebene Rechnung zu tragen, identifizieren BaFin und Deutsche Bundesbank gemeinsam die sogenannten anderweitig systemrelevanten Institute (Grundzüge der Methode zur Bestimmung anderweitig systemrelevanter Institute (A-SRI)). Die Ermittlung erfolgt entsprechend den Vorgaben des § 10g Abs. 2 KWG unter Berücksichtigung der einschlägigen EBA-Leitlinien für die Kriterien zur Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (Leitlinien für die Kriterien zur Festlegung der Anwendungsvoraussetzungen für Art. 131 Absatz 3 der Richtlinie 2013/36/EU (CRD) in Bezug auf die Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (A-SRI) (EBA/GL/2014/10)). Im Juni 2016 hat die BaFin eine Liste der 16 Institute mit Sitz in Deutschland, die als anderweitig systemrelevant identifiziert wurden, veröffentlicht („In Deutschland identifizierte anderweitig systemrelevante Institute und deren Kapitalpuffer“) Sie sind verpflichtet, einen institutsindividuellen Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital (A-SRI-Puffer) von bis zu 2% der RWA auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Die Höhe dieses institutsindividuellen Kapitalpuffers hängt vom Grad der Systemrelevanz des jeweiligen Instituts ab. Der A-SRI-Puffer ist ab dem 01.01.2017 vorzuhalten und erhöht sich schrittweise, bis er zum 01.01.2020 vollständig einzuhalten ist.

Vorgaben zur Berechnung des SREP-Zuschlag (Säule II)

Die EBA fordert in ihren Leitlinien zum Supervisory Review and Evaluation Process (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisiory review and evaluation process (SREP), (EBA/GL/2014/13), dass die zuständigen Behörden neben den Eigenkapitalanforderungen nach der Säule I zusätzliche Eigenmittelanforderungen zur Deckung folgender Risiken bestimmen müssen:

  1. das Risiko unerwarteter Verluste sowie unzureichend abgedeckter erwarteter Verluste;
  2. die Gefahr der Unterschätzung von Risiken aufgrund von Modellschwächen;
  3. Risiken im Zusammenhang mit Schwächen der internen Governance.

Im Zuge des SREP werden somit alle bedeutsamen Risikoarten von der Aufsicht beurteilt. Für jedes Institut wird anschließend die insgesamt angemessene Eigenmittelausstattung (bestehend aus Eigenmittelanforderungen nach Säule I zuzüglich SREP-Zuschlag) festgesetzt.

Diese Vorgehensweise wird als „Säule I-plus“-Verfahren bezeichnet.

Gemäß der EBA-SREP-Leitlinie stehen folgende Risikoarten im Fokus der Ermittlung des SREP-Zuschlags:

  • Bestandteile des Adressenausfall-, Markt-, und operationellen Risikos, die nicht über die Vorgaben der CRR abgedeckt sind,
  • Kreditrisikokonzentrationen,
  • Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch
  • Modellschwächen, die zu einer Risikounterzeichnung führen können.

Nach der Festlegung der zusätzlichen Eigenmittelanforderung ist die Aufsichtsbehörde verpflichtet, diese mit den bestehenden Kapitalpufferanforderungen abzustimmen. Sofern sich sowohl Kapitalpufferanforderung als auch der SREP-Zuschlag auf dieselben Risiken oder Komponenten dieser Risiken beziehen, ist das betreffende Risiko durch den Kapitalpuffer abgedeckt und insofern keine zusätzliche Eigenmittelanforderung anzusetzen.

Folgende Graphik, die der Broschüre der EZB zur SREP-Methodik des SSM entnommen wurde, verdeutlicht den Rückgang der Nettoanforderungen bei Einbeziehung des stufenweisen Aufbaus des Kapitalerhaltungspuffers unter ansonsten gleichen Bedingungen:

Kapitalpuffer

 

Welche Kapitalpuffer können bei der Berechnung des SREP-Zuschlags Berücksichtigung finden?

Der Kapitalerhaltungspuffer als zusätzliches Schutzschild im Falle einer negativen Entwicklung des Instituts oder der Märkte kommt mit seiner umfassenden Zielsetzung als gegenrechnungsfähige Komponente in Betracht. Eine entsprechende Anrechnung des antizyklischen Puffers ist aufgrund seiner im Bereich der Kreditvergabe angesiedelten Wirkweise ebenfalls theoretisch denkbar, dürfte in der Praxis allerdings. schwer einkalkulierbar sein.

Die Kapitalpuffer zur Absicherung von Systemrelevanz (G-SIB sowie A-SRI) haben eine andere Zielrichtung als der SREP-Zuschlag, da Überlegungen einer globalen oder nationalen Systemrelevanz innerhalb des SREP keine Rolle spielen. Insofern wäre eine entsprechende Kürzung des SREP-Zuschlags nicht sachgerecht.

Sofern eine Pflicht zur Vorhaltung eines Kapitalpuffers für systemische Risiken bestünde, müsste analysiert werden, für welche Risiken dieser Puffer zu bilden ist und ob diese Risiken auch bei der Festlegung einer etwaigen zusätzlichen Eigenmittelanforderung nach SREP eine Rolle gespielt haben.

Zum Zusammenspiel der Kapitalpuffer, des SREP-Zuschlags sowie des ausschüttungsfähigen Höchstbetrags verweisen wir auf die Broschüre der EZB zur SREP-Methodik des SSM.

Hinsichtlich des geplanten Procedere bei der bevorstehenden Festlegung einer SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Institute in Deutschland vgl. „Verfahren zur Festlegung eines SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Instituten“ vom 6. Juni 2016 im PwC Risk Blog.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken veröffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bankähnliche Geschäfte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivitäten auf Schattenbanken geschaffen werden könnte. Für Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsmöglichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidität im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verknüpfung von Schattenbanken könnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enthält jedoch keine direkten Vorgaben für Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und Überwachungsprozessen und die Einführung von spezifischen Obergrenzen gegenüber Schattenbanken in seinen Aktivitäten mit dem Schattenbanksektor eingeschränkt werden. Grundlage hierfür ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Großkreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen Übernahme der Leitlinie durch die nationalen Behörden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen für den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden sämtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln für Großkredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gemäß Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR übersteigen. Die zusätzlich eingeführte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen übermäßigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgeführte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung dürfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschließenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur Verfügung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: Tätigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, Liquiditätstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begründen.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden Tätigkeitsbereiche als Schattenbankaktivitäten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • Einlagengeschäft, Kreditgeschäft, Finanzierungsleasing, Bürgschaften und Kreditzusagen, Handelsgeschäfte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und Geldmaklergeschäfte

Stufe 2: Unternehmen die den Status „excluded undertakings“ erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte öffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen für betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne Geschäfte betreiben
  • Abwicklungsbehörden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegründet werden

Im Ergebnis fallen also sämtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. Schattenbankaktivitäten ausüben und nicht explizit unter den „excluded undertakings“ aufgeführt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

Ergänzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erfüllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche Überwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grundsätzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden – unabhängig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in Ausnahmefällen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Engagements gegenüber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • Berücksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei Überschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von Abhängigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Maßnahmen für Fälle, in denen Abhängigkeiten nicht erkannt werden können

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, Aktualität und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelmäßig über das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegenüber sämtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit für alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es berücksichtigen, welchen Anteil Geschäfte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die Verknüpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe über die Bestimmung der Höhe des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA für die Definition von Einzellimits den ‘Principal Approach‘ eingeführt. Der Ansatz sieht vor, dass – zusätzlich zum Gesamtlimit für sämtliche Forderungen an Schattenbanken – für jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Großkreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und Liquiditätssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  •  Einschätzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • Anfälligkeit bzgl. Asset Price- und Kreditvolatität
  • Verhältnis der Schattenbankaktivitäten zu anderen Geschäften
  • Verknüpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Maß an verlässlichen und aktuellen Informationen über die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst künftig hohe Transparenzanforderungen erfüllen müssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung für die Bestimmung von Einzellimits zu erfüllen.

Der „Fallback Approach“

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein – bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) – sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative Rückfalllösung vor.

Sofern die grundsätzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erfüllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in Höhe der Großkreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen – vergleichbar mit dem Konzept des „unbekannten Kunden“ im bestehenden Großkreditregime. Transparente Schattenbankexposures können daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enthält hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zunächst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten wären. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grundsätzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erfüllen.

Fazit

Für Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsmöglichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite für einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden könnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Großkreditobergrenze liegenden Limiten – speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen – sind zu analysieren.

Banken müssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das könnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschränken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausgeübt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschließlich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. Darüber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend berücksichtigt sind.

Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Konsultation des Baseler Ausschusses

Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat am 08. Juni 2015 ein Konsultationspapier zu den Zinsänderungsrisiken im Bankbuch veröffentlicht (Interest rate risk in the banking book IRRBB – Consultative Document BCBS 319)). Der Entwurf steht noch bis September 2015 zur Konsultation.

Hintergrund

Zinsänderungsrisiken im Bankbuch sind Teil des Basel Säule II Überwachungsprozesses (Supervisory Review Process). Die Grundlagen für die Identifizierung, Messung, Überwachung und Kontrolle der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch hatte der BCBS bereits 2004 in den Principles for the management and supervision of interest rate risk (IRR Principles) festgelegt.

Die aktuelle Überarbeitung der Behandlung von Zinsänderungsrisiken greift vor einerseits die ausreichende Kapitalausstattung der Banken für das Abfedern von potentiellen Verlusten aus Zinsänderungsrisiken auf. Dabei soll nicht nur das allgemeine Zinsänderungsrisiko erfasst werden, sondern auch das Risiko aus Credit Spreads (im erweiterten Säule II Ansatz vorgesehen). Andererseits sollen Möglichkeiten der Kapitalarbitrage zwischen Bankbuch- und Handelsbuch verhindert werden sowie die Arbitragemöglichkeiten zwischen verschiedenen Bankbuchportfolios, die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards unterliegen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der schon länger laufenden Arbeiten zur Überarbeitung des Handelsbuch wichtig (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Neues Konsultationspapier zur Überarbeitung der Handelsbuchregelungen“).

Anwendungsbereich

Wie beim gesamten Basel Rahmenwerk wird auch in diesem Konsultationspapier klargestellt, dass sich die vorliegenden Vorschläge an international tätige Banken auf konsolidierter Ebene richten. Gleichwohl steht es den nationalen Aufsehern frei, die Anforderungen auch auf die anderen Kreditinstitute anzuwenden.

Die Ansätze

Der Entwurf stellt zwei Optionen zur Messung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch vor:

  • Standardisierter Ansatz als zusätzlicher Bestandteil der Säule I Mindestkapitalanforderungen (IRRBB standardised approach under Pillar 1).
  • Erweiterter Säule 2 Ansatz als Element des aufsichtlichen Überwachungsprozesses und zudem Erfassung bei der Offenlegung nach der Säule 3 (enhanced Pillar 2 approach). Für die Nutzung des erweiterten Säule II Ansatzes im Rahmen der Überprüfung der ausreichenden Kapitalausstattung benötigen die Institute wie bei anderen internen Modell auch eine Vorabgenehmigung durch die Aufsicht. In diesen Fällen dient der Standardansatz Säule I als „fall-back“ zu den bankinternen Messverfahren.

Standardansatz Säule I (IRRBB standardised approach under Pillar 1)

Die bisherigen Grundsätze zur Messung der Zinsänderungsrisiken wurden in den einzelnen Jurisdiktionen unterschiedlich umgesetzt, so dass die Berechungsmethoden durchaus variieren, auch bedingt durch unterschiedliche Bankbilanzstrukturen, Märkt bzw. deren Volatilität. Ein einheitlicher Standardansatz zur Messung des IRRBB könnte insoweit eine bessere Vergleichbarkeit bzw. ein ausgewogeneres level-playing-field schaffen.

Gleichwohl ist eine Standardisierung nicht für alle Positionen des Anlagebuchs gleich geeignet. Vor allem Innovationen und Weiterentwicklungen bei Anlagebuchprodukten können eine standardisierte Beurteilung schwierig werden lassen. Diesem Umstand versucht der IRRBB standardised approach dadurch Rechnung zu tragen, dass die Banken für bestimmte Produkte auch interne Parameter einbeziehen dürfen.

Die Berechnung IRRBB Mindestkapitalanforderungen soll in 6 Stufen erfolgen und nicht nur Änderungen des ökonomischen Kapitals, sondern auch Auswirkungen auf das Nettozinsergebnis umfassen:

 

Flowchart IRRBB

Quelle: Basel Committee on Banking Supervision, BCBS 309

Stufe 1: In einem ersten Schritt werden die risikosensitiven Positionen des Anlagebuchs daraufhin untersucht, ob sie für eine Standardisierung geeignet/weniger geeignet/nicht geeignet sind und einer dieser Kategorien zugeordnet.

Stufe 2: Zuordnung der angenommenen cash flows nach ihrer vertraglichen Fälligkeit in verschiedene Zeitbänder (19 insgesamt). Für eine Standardisierung weniger geeignete Positionen sind davon ausgenommen. Bei Positionen, die für eine Standardisierung nicht geeignet sind, z.B. Einlagen ohne feste Laufzeit und bestimmte Optionen müssen erst weitere Untersuchungen vor der Zuordnung in die Zeitband erfolgen. Der Entwurf sieht hier verschiedene Ansätze vor, die eine Aufspaltung der einzelnen Elemente der Positionen vornehmen.

Stufe 3: Bestimmung der Veränderungen des Economic Value of Equity (EVE) und Net Interest Income (NII) durch Zinsschock-Szenarien.

Stufe 4: In dieser Stufe werden sowohl für Wertänderungen bei EVE als auch bei NII Zuschläge (add-ons) vorgenommen, die sich nach komplexen Berechnungsmethoden richten.

Stufe 5: Aggregation der Währungen für EVE-Kapitalanforderungen und NII-Anforderungen, dabei wird jeweils vom worst-case Ergebnis der Schockszenarien ausgegangen.

Stufe 6: Die finalen IRRBB Mindestkapitalanforderungen ergeben sich aus dem aggregierten Änderungen bezogen auf EVE und NII aus den Zinsschockszenarien.

 

Erweiterter Säule II Ansatz (IRRB enhanced Pillar 2 approach)

Weniger als Alternative sondern vielmehr als Ergänzung zum standardised Pillar 1 approach sieht der Entwurf einen weiterentwickelten Ansatz vor, bei dem von der Aufsicht genehmigte bankinterne Messverfahren zur Ermittlung der Zinsänderungsrisiken zur Anwendung kommen sollen (zu weiteren Einzelheiten dieses Ansatzes der Risk Blog Beitrag: „EBA und BCBS zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Harmonie oder Widerspruch?„).

Die Kombination aus den (standardisierten) Kapitalanforderungen und den Elementen des SREP soll aus Sicht des BCBS zu größerer Einheitlichkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit führen.

Zeitplan

Eine zeitliche Perspektive für die Anwendung ist derzeit nicht im Konsultationspapier enthalten. Die Konsultation selbst läuft noch bis zum 11. September 2015.

Und die EBA ?

Nahezu zeitgleich zu den Arbeiten des BCBS hat die European Banking Authority (EBA) ihre „Guidelines on technical aspects of the management of interest rate risk arising from non trading activities“ (EBA/GL/2015/08) überarbeitet.

Die Guidelines richten sich an die zuständigen Aufsichtsbehörden und stellen die Erwartungen gegenüber den Instituten an die Identifizierung und Absicherung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch in den Vordergrund. Insbesondere umfassen die Ausführungen die Anforderungen an die interne Unternehmensführung sowie die Kalkulation des Zinsschockszenarios nach Art. 98 (5) CRD IV.

Update zu den Finalen Guidelines for the SREP

Die European Banking Authority (EBA) hat am 19. Dezember 2014 die finale Leitlinien zum aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess veröffentlicht (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP) EBA/GL/2014/13)). Im Oktober 2014 hatten wir Ihnen hier das seinerzeitige Konsultationspapier der EBA vorgestellt (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Neuer Rahmen für die aufsichtliche Prüfung und Bewertung – Supervisory Review and Evaluation Process“ vom 23. Oktober 2014). Der Abgleich des Entwurfs mit der nunmehr finalen Fassung zeigt, dass das SREP Konzept selbst und die darin empfohlene Vorgehensweise für die Aufseher weitgehend deckungsgleich mit der Entwurfsfassung geblieben sind. Viele Änderungen sind lediglich redaktioneller bzw. klarstellender Art.

Auf folgende Anpassungen möchten aber wir hinweisen:

  • Die Leitlinien enthalten nunmehr explizit die Aufforderung zur Kommunikation zwischen den Behörden und den Instituten vor der Finalisierung der SREP Ergebnisse.

  • Die Rolle der Internen Revision wird in den finalen Leitlinien besonders hervorgehoben (Abschnitt 5.7.1).

 

Hintergrund

Die Leitlinien richten sich an die nationalen Aufseher und sollen ein Rahmenwerk für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)) schaffen, um eine einheitliche Basis und Qualität der Bankenaufsicht zu gewährleisten. Sie basieren auf Art. 107 Abs. 3 CRD IV.

Struktur

Die umfangreichen Leitlinien unterteilen den aufsichtlichen Überwachungs- und Beurteilungsprozess in verschiedene Elemente. Neben der Kategorisierung der Institute und Überwachung der Schlüsselindikatoren ist eine Analyse des jeweiligen Business Modells vorgesehen. Dazu kommen die Bewertung der Internal Governance und der institutsinternen Kontrollen sowie der Risiken (Eigenkapitalausstattung, Liquiditätsausstattung). Ein weiteres Element ist die Gesamtbewertung (Overall SREP assessment) und die daraus folgenden aufsichtlichen Maßnahmen – inklusive einem frühzeitigen Eingreifen – sowie die Kommunikations- und Berichtswege der Ergebnisse des durchgeführten Bewertungsprozesses.

 

EBA-GL-2014-13

Quelle: EBA/GL/2014/13

 

Die Elemente

  • Kategorisierung der Institute

Die Guidelines sehen eine Einteilung der Institute in vier Kategorien vor, ausgehend von der Größe, Struktur, internen Organisation sowie dem Umfang und der Natur der jeweiligen Geschäftsaktivitäten. Diese Einteilung spiegelt vor allem das einem Institut inhärente systemische Risiko wider: Entsprechend finden sich in Kategorie 1 Global systemrelevante Institute (G-SIIs) und andere systemrelevante Institute (O-SIIs) im Sinne des Art. 131 CRD IV. Kategorie 2 erfasst alle anderen großen und mittelgroßen Institute, die lokal tätig sind oder signifikante grenzüberschreitende Geschäfte führen und organisatorisch in mehreren Geschäftsfeldern operieren (z.B.: Nicht-BankGeschäfte, Kreditgeschäfte und Finanzprodukte im Geschäfts- und Privatkundenbereich anbieten). Mittlere und kleine Institute, die lokal oder ohne bedeutende grenzüberschreitende Geschäfte operieren und dabei nur eine begrenzte Anzahl von Bankgeschäften anbieten (vor allem Kreditgeschäft), werden der Kategorie 3 zugeordnet.

Alle anderen kleinen Institute ohne komplexe Strukturen werden in der Kategorie 4 aufgefangen.

Entsprechend der Kategorisierung der Institute wird der durchzuführende SREP abgestuft: Während für Institute der Kategorie 1 mindestens jährlich alle Elemente des SREP durchzuführen sind, ist dies bei Instituten der Kategorie 3 und 4 nur alle drei Jahre erforderlich. Ebenso ist bei Instituten der Kategorie 1 und 2 ein dauerhafter und permanenter Austausch mit dem geschäftsführenden Organ über alle Elemente zu führen, während dies bei den Instituten der Kategorie 3 nur risikoorientiert zu erfolgen hat.

  • Überwachung der Schlüsselindikatoren

Die regelmäßige Überwachung der wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Indikatoren durch die zuständigen Behörden unterstützt den SREP. Die Guidelines sehen eine vierteljährliche Überprüfung der Indikatoren vor – dazu gehören unter anderem alle Quoten, die sich aus der CRR und CRD IV ergeben (CET1, LCR, NSFR etc.) sowie alle Finanz- und Risikoindikatoren im Zusammenhang mit den in dieser Guideline abgedeckten Risiken und marktbasierte Indikatoren (z.B. CDS spreads). Hinzukommen können auch sogenannte makroökonomische Indikatoren, die spezifischen Märkte, Länder oder Sektoren, in denen die Institute tätig sind, berücksichtigen.

Die Ergebnisse dieser laufenden Überwachung sollen die zuständigen Behörden in den SREP einbeziehen und soweit sich wesentliche Verschlechterungen im Risikoprofil des Instituts ergeben, diese untersuchen.

 

  • Analyse des Geschäftsmodells

Die Analyse des Business Modells und der Geschäftsstrategie umfasst mehrere Schritte. In einer Gesamtanalyse wird neben dem Geschäftsumfeld das aktuelle Geschäftsmodell (quantitativ und qualitativ) untersucht. Ebenfalls untersucht werden die in die Zukunft gerichteten Strategien und Finanzpläne, insbesondere im Hinblick auf geplante Veränderungen des Geschäftsmodells. Im Ergebnis soll die Analyse des Business Modells Aufschluss darüber geben, ob das Geschäftsmodell des Instituts tragfähig ist und die strategischen Pläne nachhaltig sind.

  • Bewertung der Internen Führungsstrukturen und der Internen Kontrollen

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Frage, ob sichergestellt ist, dass die Internal Governance und die institutsinternen Kontrollen adäquat zum Risikoprofil, Geschäftsmodell, sowie zu Größe und Komplexität des Instituts sind. Hinzu kommt die Bewertung, inwieweit sich das Institut nach den Anforderungen und Standards guter Unternehmensführung richtet. Mit einbezogen werden unter anderem die Organisation und Funktionsweise der Geschäftsführung, Vergütungspolitik und -praxis, Unternehmens- und Risikokultur und vor allem die internen Prozesses zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit (Internal Capital Adequacy Assessment Process: ICAAP) und zur Angemessenheit der kreditinstitutseigenen Verfahren zum Liquiditätsmanagement (Internal Liquidity Adequacy Assessment Processes : ILAAP).

Der Beurteilung der Qualität der internen Revision widmet das finale Papier einen eigenen Unterabschnitt. Neben der generellen Frage nach der Wirksamkeit der unabhängigen Internen Revision werden u.a. die Reichweite der risikoorientierten Prüfungspläne, die Ressourcen und die Berichtswege Bestandteil der SREP Einschätzung sein.

  • Bewertung der Kapitalrisiken und Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung

Für die Beurteilung werden alle materielle Risiken einbezogen; die Erfassung orientiert sich an der allgemeinen Risiko Taxonomie (Kredit- und Kontrahentenrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch etc.). Darüber hinaus können die Aufseher auch weitere Risiken, die nicht in den vorgenannten Kategorien erfasst sind, aber z.B. beim ICAAP identifiziert wurden, als materiell einordnen. Neben den ermittelten inhärenten Risiken fließen auch die Überlegungen zu dem angemessenen Risikomanagement und den Kontrollen der Risiken in die Bewertung (Score) mit ein. Das gleiche Verfahren findet auch für die Beurteilung der Marktrisiken und der Operationellen Risiken Anwendung. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass beim operationellen Risiko explizit auf weitere Risikokategorien wie Wohlverhaltensrisiken (conduct risk), System-/IT-Risiken und Modellrisiken sowie Reputationsrisiken eingegangen wird.

  • Bewertung der Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken und die Angemessenheit der Liquiditätsausstattung

Bewertet wird zum einen das Liquiditätsrisiko, wobei sich die Aufsichtsbehörden am täglichen, kurz- und mittelfristigen Liquiditätsbedarf sowie den Liquiditätspuffern orientieren. Dies schließt auch eine Prüfung der Liquidity Coverage Ratio (bzw. deren Umsetzungsstand) ein. Aufsichtliche Stresstests sollen zeigen, ob das Institut in der Lage ist, den entsprechenden Liquiditätsbedarf auch in besonderen Situationen zu decken. Daneben wird das Fundingprofil untersucht. Die hierfür entscheidenden Kriterien sind unter anderem: die Stabilität der Fundinginstrumente, derzeitige und zukünftige Beschränkungen beim Marktzugang oder Änderungen des Fundingplans.

  • Overal SREP Assessment

Die Bewertung und Analyse aller dieser Risikofaktoren und Elemente soll die Aufsichtsbehörden letztlich in die Lage versetzen, ein ganzheitliches und verständliches Bild des Risikoprofils und der Überlebensfähigkeit des Instituts zu zeichnen. Im Rahmen einer Zusammenfassung werden alle relevanten Sachverhalte der letzten 12 Monaten zusammengeführt. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt und die Entscheidungsgrundlage für alle weiteren Maßnahmen, die die Aufsichtsbehörden anordnen können.

Neben Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen sind dabei auch Eingriffe in das Geschäftsmodell möglich.

Auswirkungen

Die Adressaten dieser Leitlinien sind die nationalen Aufsichtsbehörden einschließlich der EZB – die Institute sind mittelbar betroffen. Zwar decken die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) bereits einen großen Teil der im Rahmenwerk beschriebenen Ansätze und Vorgehensweise ab, die hier dargelegten Verfahren sind jedoch weitaus detaillierter. Hinzu kommt, dass jede einzelne Analyse mit einem Scoring bzw. einer konkreten Maßzahl bewertet werden muss. Offen bleibt, wie mit dem bisher ermittelten Risikodeckungspotential (internes Kapital) zu verfahren ist. Insoweit handelt es sich bei dem vorgesehenen neuen SREP Prozess nach derzeitiger Einschätzung eher um ein „Säule I+“ Bewertungsverfahren mit stark quantitativer Ausrichtung.

Seitens der Institute werden die Methoden zur Risikomessung weiterentwickelt werden müssen, um auch Quantifizierungen für Risiken vornehmen zu können, für die es heute noch keine Verfahren gibt.

Inkrafttreten

Die Guidelines sollen ab 01. Januar 2016 von den zuständigen Aufsichtsbehörden angewendet werden. Aufgrund des schon jetzt absehbaren Umsetzungsbedarfs insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben für die Quantifizierung des Liquiditäts- und Kapitalbedarfs rechnen EBA und die BaFin mit einer längeren Umsetzungsfrist (BaFin Journal 8/2014, S. 11)

 

 

Neuer Rahmen für die aufsichtliche Prüfung und Bewertung – Supervisory Review and Evaluation Process

Die European Banking Authority (EBA) hat am 07. Juli 2014 einen Entwurf der „Guidelines for common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP)“ veröffentlicht.

Hintergrund

Die Leitlinien richten sich an die nationalen Aufseher und sollen ein Rahmenwerk für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)) schaffen, um eine einheitliche Basis und Qualität der Bankenaufsicht zu gewährleisten. Sie basieren auf Art. 107 Abs. 3 CRD IV.

Struktur

Das umfangreiche Konsultationspapier unterteilt den künftigen aufsichtlichen Überwachungs- und Beurteilungsprozess in verschiedene Elemente. Neben der Kategorisierung der Institute und Überwachung der Schlüsselindikatoren ist eine Analyse des jeweiligen Business Modells vorgesehen. Dazu kommen die Bewertung der Internal Governance und der institutsinternen Kontrollen sowie der Risiken (Eingenkapitalausstattung, Liquiditätsausstattung). Ein weiteres Element ist die Gesamtbewertung (Overall SREP assessment) und die daraus folgenden aufsichtlichen Maßnahmen – inklusive einem frühzeitigen Eingreifen – sowie die Kommunikations- und Berichtswege der Ergebnisse des durchgeführten Bewertungsprozesses.

EBA23-10-2014 11-26-36

Die Elemente

  • Kategorisierung der Institute

Die Guidelines sehen eine Einteilung der Institute in vier Kategorien vor, ausgehend von der Größe, Struktur, internen Organisation sowie dem Umfang und der Natur der jeweiligen Geschäftsaktivitäten. Diese Einteilung spiegelt vor allem das einem Institut inhärente systemische Risiko wider: Entsprechend finden sich in Kategorie 1 Global systemrelevante Institute (G-SIIs) und andere systemrelevante Institute (O-SIIs) im Sinne des Art. 131 CRD IV. Kategorie 2 erfasst alle anderen großen und mittelgroßen Institute, die lokal tätig sind oder signifikante grenzüberschreitende Geschäfte führen und organisatorisch in mehreren Geschäftsfeldern operieren (z.B.: Nicht-BankGeschäfte, Kreditgeschäfte und Finanzprodukte im Geschäfts- und Privatkundenbereich anbieten). Mittlere und kleine Institute, die lokal oder ohne bedeutende grenzüberschreitende Geschäfte operieren und dabei nur eine begrenzte Anzahl von Bankgeschäften anbieten (vor allem Kreditgeschäft), werden der Kategorie 3 zugeordnet. Alle anderen kleinen Institute ohne komplexe Strukturen werden in der Kategorie 4 aufgefangen.

Entsprechend der Kategorisierung der Institute wird der durchzuführende SREP abgestuft: Während für Institute der Kategorie 1 mindestens jährlich alle Elemente des SREP durchzuführen sind, ist dies bei Instituten der Kategorie 3 und 4 nur alle drei Jahre erforderlich. Ebenso ist bei Instituten der Kategorie 1 und 2 ein dauerhafter und permanenter Austausch mit dem geschäftsführenden Organ über alle Elemente zu führen, während dies bei den Instituten der Kategorie 3 nur risikoorientiert zu erfolgen hat.

  • Überwachung der Schlüsselindikatoren

Die regelmäßige Überwachung der wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Indikatoren durch die zuständigen Behörden unterstützt den SREP. Die Guidelines sehen eine vierteljährliche Überprüfung der Indikatoren vor – dazu gehören unter anderem alle Quoten, die sich aus der CRR und CRD IV ergeben (CET1, LCR, NSFR etc.) sowie alle Finanz- und Risikoindikatoren im Zusammenhang mit den in dieser Guideline abgedeckten Risiken und marktbasierte Indikatoren (z.B. CDS spreads). Als weiterer Indikator wird hier auch die Mindestanforderung an Eigenmittel unhd berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten (Minimum requirement for own funds and eligible liabilities (MREL)) gemäß Art 45 der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) einbezogen. Die MREL ergibt sich aus dem Verhältnis von Eigenmitteln und bail-in-fähigen Verbindlichkeiten geteilt durch die Gesamtverbindlichkeiten und Eigenmittel des Instituts, wobei derivative Verbindlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen einbezogen werden können.

Hinzukommen können auch sogenannte makroökonomische Indikatoren, die spezifischen Märkte, Länder oder Sektoren, in denen die Institute tätig sind, berücksichtigen.

Die Ergebnisse dieser laufenden Überwachung sollen die zuständigen Behörden in den SREP einbeziehen und soweit sich wesentliche Verschlechterungen im Risikoprofil des Instituts ergeben, diese untersuchen.

  • Analyse des Geschäftsmodells

Die Analyse des Business Modells und der Geschäftsstrategie umfasst mehrere Schritte. In einer Gesamtanalyse wird neben dem Geschäftsumfeld das aktuelle Geschäftsmodell (quantitativ und qualitativ) untersucht. Ebenfalls untersucht werden die in die Zukunft gerichteten Strategien und Finanzpläne, insbesondere im Hinblick auf geplante Veränderungen des Geschäftsmodells. Im Ergebnis soll die Analyse des Business Modells Aufschluss darüber geben, ob das Geschäftsmodell des Instituts tragfähig ist und die strategischen Pläne nachhaltig sind.

  • Bewertung der Internen Führungsstrukturen und der Internen Kontrollen

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Frage, ob sichergestellt ist, dass die Internal Governance und die institutsinternen Kontrollen adäquat zum Risikoprofil, Geschäftsmodell, sowie zu Größe und Komplexität des Instituts sind. Hinzu kommt die Bewertung, inwieweit sich das Institut nach den Anforderungen und Standards guter Unternehmensführung richtet. Mit einbezogen werden unter anderem die Organisation und Funktionsweise der Geschäftsführung, Vergütungspolitik und -praxis, Unternehmens- und Risikokultur und vor allem die internen Prozesses zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit (Internal Capital Adequacy Assessment Process: ICAAP) und zur Angemessenheit der kreditinstitutseigenen Verfahren zum Liquiditätsmanagement (Internal Liquidity Adequacy Assessment Processes : ILAAP).

  • Bewertung der Kapitalrisiken und Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung

Für die Beurteilung werden alle materielle Risiken einbezogen; die Erfassung orientiert sich an der allgemeinen Risiko-Taxonomie (Kredit- und Kontrahentenrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch etc.). Darüber hinaus können die Aufseher auch weitere Risiken, die nicht in den vorgenannten Kategorien erfasst sind, aber z.B. beim ICAAP identifiziert wurden, als materiell einordnen. Neben den ermittelten inhärenten Risiken fließen auch die Überlegungen zu dem angemessenen Risikomanagement und den Kontrollen der Risiken in die Bewertung (Score) mit ein. Das gleiche Verfahren findet auch für die Beurteilung der Marktrisiken und der Operationellen Risiken Anwendung. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass beim operationellen Risiko explizit auf weitere Risikokategorien wie Wohlverhaltensrisiken (conduct risk), System-/IT-Risiken und Modellrisiken sowie Reputationsrisiken eingegangen wird.

  • Bewertung der Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken und die Angemessenheit der Liquiditätsausstattung

Bewertet wird zum einen das Liquiditätsrisiko, wobei sich die Aufsichtsbehörden am täglichen, kurz- und mittelfristigen Liquiditätsbedarf sowie den Liquiditätspuffern orientieren. Dies schließt auch eine Prüfung der Liquidity Coverage Ratio (bzw. deren Umsetzungsstand) ein. Aufsichtliche Stresstests sollen zeigen, ob das Institut in der Lage ist, den entsprechenden Liquiditätsbedarf auch in besonderen Situationen zu decken. Daneben wird das Fundingprofil untersucht. Die hierfür entscheidenden Kriterien sind unter anderem: die Stabilität der Fundinginstrumente, derzeitige und zukünftige Beschränkungen beim Marktzugang oder Änderungen des Fundingplans.

  • Overal SREP Assessment

Die Bewertung und Analyse aller dieser Risikofaktoren und Elemente soll die Aufsichtsbehörden letztlich in die Lage versetzen, ein ganzheitliches und verständliches Bild des Risikoprofils und der Überlebensfähigkeit des Instituts zu zeichnen. Im Rahmen einer Zusammenfassung werden alle relevanten Sachverhalte der letzten 12 Monaten zusammengeführt. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt und die Entscheidungsgrundlage für alle weiteren Maßnahmen, die die Aufsichtsbehörden anordnen können. Neben Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen sind dabei auch Eingriffe in das Geschäftsmodell möglich.

Auswirkungen

Die Adressaten dieser Leitlinien sind die nationalen Aufsichtsbehörden einschließlich der EZB – die Institute sind mittelbar betroffen. Zwar decken die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) bereits einen großen Teil der im Rahmenwerk beschriebenen Ansätze und Vorgehensweise ab, die hier dargelegten Verfahren sind jedoch weitaus detaillierter. Hinzu kommt, dass jede einzelne Analyse mit einem Scoring bzw. einer konkreten Maßzahl bewertet werden muss. Offen bleibt, wie mit dem bisher ermittelten Risikodeckungspotential (internes Kapital) zu verfahren ist. Insoweit handelt es sich bei dem vorgesehenen neuen SREP Prozess nach derzeitiger Einschätzung eher um ein „Säule I+“ Bewertungsverfahren mit stark quantitativer Ausrichtung.

Seitens der Institute werden die Methoden zur Risikomessung weiterentwickelt werden müssen, um auch Quantifizierungen für Risiken vornehmen zu können, für die es heute noch keine Verfahren gibt.

Inkrafttreten

Die Guidelines sollen ab 01. Januar 2016 von den zuständigen Aufsichtsbehörden angewendet werden. Aufgrund des schon jetzt absehbaren Umsetzungsbedarfs insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben für die Quantifizierung des Liquiditäts- und Kapitalbedarfs rechnet zumindest die BaFin mit einem längeren Umsetzungsfrist (BaFin Journal 8/2014, S. 11)

 

 

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