Schlagwort: Supervisory Reporting

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Supervisory Reporting RSS-Feed

Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 2: FRTB-Standardansatz und Meldepflichten

Nach einem Blick auf die wesentlichen Änderungen aus dem EBA-Konsultationspapier zu den Meldeanforderungen nach CRR II (siehe Regulatory Blog Beitrag: „Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 1: Meldeanforderungen nach CRR II) befasst sich Teil 2 unserer Beitragsserie zu den geplanten Änderungen des Supervisory Reporting mit der Konkretisierung der Anforderungen im Bereich Marktrisiko.

Auf Basis der durch die CRR II gegebenen Mandate wurden in den vergangenen Wochen die Konsultationen zum delegierten Rechtsakt sowie den Meldetemplates veröffentlicht. Hierdurch wird vorgeschlagen, dass die erste Meldung des Alternativen Standardansatzes zum Stichtag 31. März 2021 erfolgen soll.

Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 1: Meldeanforderungen nach CRR II

Die European Banking Authority (EBA) hat in den letzten Wochen drei Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting veröffentlicht, die die Anpassungen der Meldevorschriften gemäß CRR II, die spezifischen aufsichtsrechtlichen Berichtsanforderungen zum Marktrisiko und hier insbesondere zum Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) sowie neue Meldeanforderungen zu MREL und TLAC inkl. der Offenlegung dieser Meldungen zum Inhalt haben.

Die Inhalte dieser drei Konsultationspapiere werden wir Ihnen im Rahmen unserer dreiteiligen Serie zum Supervisory Reporting vorstellen, um Ihnen eine Überblick über die relevanten kommenden Änderungen in den Meldebögen zu geben. Teil I unserer Serie fasst die wesentlichen Änderungen aus dem EBA-Konsultationspapier zu den Meldeanforderungen nach CRR II zusammen.

Neue ITS zur Meldung und Offenlegung der Leverage Ratio

Die European Banking Authority (EBA) hat am 15. Juni 2015 Updates der Implementing Technical Standards (ITS) zur aufsichtsrechtlichen Meldung und zur Offenlegung der Leverage Ratio veröffentlicht (Draft ITS amending Commission Implementing Regulation (EU) No 680/2014 (ITS on supervisory reporting) with regard to the Leverage Ratio (LR) following the EC’s Delegated Act on the LR (EBA/ITS/2015/03). Die ITS enthalten die notwendigen Anpassungen der Meldebögen zur Leverage Ratio und der Vorgaben zur Offenlegung aufgrund der Delegierten Verordnung (EU) 2015/62 der Europäischen Kommission zur Leverage Ratio (LR) vom 10. Oktober 2014.

Meldung der Leverage Ratio

Hintergrund

Die zum 1. Januar 2014 in der CRR eingeführten Regelungen zur Leverage Ratio sind durch die Delegierte Verordnung zur Leverage Ratio (EU) 2015/62) geändert worden. Die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Kommission erfolgte am 17. Januar 2015. Hierdurch entsteht für die Institute die Notwendigkeit, die Leverage Ratio nach der überarbeiteten Definition zu melden. Der ITS on supervisory reporting (Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014) enthält jedoch noch den Meldebogen auf Basis der CRR vor Inkrafttreten der Delegierten Verordnung. Daraus ergibt sich ein Widerspruch, da die CRR eine Meldung nach der Delegierten Verordnung vorsieht, die Meldebögen aber noch auf die alte Definition der Leverage Ratio abstellen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleitsungsaufsicht (BaFin) geht derzeit von einer frühestens möglichen Anwendung der neuen Meldebögen für 2016 aus. Aus einer Information der Bafin vom 07. Mai 2015 (Informationen zur Meldung und Offenlegung der Leverage-Ratio) und einer Q&A der EBA (Question ID 2015_1738) vom 12. Juni 2015 geht hervor, dass die Institute auf Basis der derzeit gültigen Templates und auf Basis der ursprünglichen Fassung des Artikels 429 CRR die Meldung vornehmen sollen, so lange diese Templates nicht durch die Kommission geändert werden. Der vorliegende Draft ITS on LR Reporting enthält die neuen Vorgaben zur Meldung gemäß der Delegierten Verordnung.

Wesentliche Änderungen

Die wesentlichen Änderungen an der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 resultieren aus den Vorgaben der Delegierten Verordnung zur Leverage Ratio und decken sich mit den aktuellen Vorgaben des Baseler Ausschuss zur Leverage Ratio (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – BCBS 270).

  • Ermittlung Forderungswert bei Wertpapierfinanzierungsgeschäften (SFTs)

Bei sogenannten Securities Finance Transactions (SFTs) erfolgt eine Berücksichtigung der bilanziellen Forderungen zusätzlich zu dem „regulatorischen“ Betrag, der sich aus der Verrechnung – unter Berücksichtigung von Master Netting Agreements – der Positionen mit den Wertpapiersicherheiten ergibt. Die bilanziellen Forderungen dürfen unter bestimmten Bedingungen mit den bilanziellen Verbindlichkeiten verrechnet werden („Geldseiten-Netting“). Dabei wird u.a. vorausgesetzt, dass eine Fristenkongruenz und ein „Master Netting Agreement“ vorliegen.

  • Sicherheitenanrechnung bei Derivaten

Bei Derivaten ist eine Berücksichtigung von Sicherheiten erlaubt. Täglich fällige Nachschusszahlungen – „Variation Margins“ – dürfen unter bestimmten Bedingungen (z.B. Währungskongruenz zwischen Sicherheit und dem jeweiligen derivativen Geschäft) genutzt werden, um die Gesamtengagement-Messgröße bzw. die Marktwerte der Derivate zu reduzieren.

  • Konversionsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

Bei den außerbilanziellen Positionen können die Gewichtungsfaktoren (Konversionsfaktoren) des Kreditrisikostandardansatzes verwendet werden. Dabei stellt der Umrechnungsfaktor 10% für widerrufliche Kreditzusagen die Untergrenze dar.

  • Zusätzliche Berücksichtigung von Kreditderivaten

Für Kreditderivate ist eine zusätzliche Berücksichtigung im Meldebogen vorgesehen. Zunächst werden dazu die effektiven Nominalbeträge von geschrieben Kreditderivaten ausgewiesen. Als Erleichterung werden zudem Nominalbeträge von erworbenen Kreditderivaten auf dieselbe Referenzadresse gezeigt, sofern für die erworbenen Kreditderivate bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

  • Ausnahmen für von einem Kunden selbst abgewickelte Geschäfte

Für „Client cleared exposures“ darf ein Institut den CCP-Teil von Handelsrisikopositionen bei der Berechnung der Gesamtrisikomessgröße unter bestimmten Bedingungen ausschließen.

Für die Struktur der Templates haben diese Änderungen zur Folge, dass sowohl Zellen hinzugefügt als auch entfernt wurden. Die Reduktion von Zellen ergibt sich insbesondere hinsichtlich der Vereinfachungen aus der Delegierten Verordnung. Korrekturposten bzw. Einheiten, die gemäß den relevanten Rechnungslegungsstandards konsolidiert werden, aber nicht in die aufsichtsrechtliche Konsolidierung einbezogen werden, müssen nicht mehr berücksichtigt werden. Zudem ist keine Durchschnittsberechnung über die letzten drei Monate mehr notwendig, sondern es wird auf Quartalsendwerte abgestellt.

Weitere Änderungen und Zeitplan

Mit dem Draft ITS ist vorgesehen, die Anhänge X und XI der Durchführungsverordnung (EU) 680/2014 durch Anhang 1 und 2 des Draft ITS zu ersetzten. Für die Meldefristen ergeben sich keine Änderungen. Für die vierteljährliche. Meldungen werden weiterhin die Einreichungstermine 11. Februar, 12. Mai, 11. August und 11. November angegeben. Der Tag der ersten Anwendung ist für Dezember 2015 oder 6 Monate nach der noch ausstehenden Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Kommission vorgesehen.

Offenlegung Leverage Ratio

Hintergrund

Die Offenlegung der Leverage Ratio hat nach Artikel 521 (2)(a) CRR ab dem 01. Januar 2015 zu erfolgen. Für diesen Zweck hatte die EBA bereits am 05. Juni 2014 einen Final Draft ITS zur Offenlegung der Leverage Ratio unter der ursprünglichen Definition der CRR veröffentlicht. Dieser Final Draft ITS wurde von der EU Kommission aufgrund der Änderungen der Kapitalmessgröße und der Gesamtrisikopositionsmessgröße durch die Delegierte Verordnung nicht angenommen. Somit hat die Offenlegung der Leverage Ratio zwar nach den Regelungen der Delegierten Verordnung und nicht der ursprünglichen CRR zu erfolgen, allerdings fehlt es den Instituten an einheitlichen Formblättern. Die Bafin veröffentlichte in einem Schreiben vom 07. Mai 2015 eine Empfehlung der EU Kommission, nach der für die Offenlegung die Vorlagen des Baseler Ausschusses (BCBS 270) verwendet werden können. Die EBA greift in einer Q&A (Question ID 2015_1863) vom 12. Juni 2015 die Offenlegung der Leverage Ratio auf. Danach ist für die Offenlegung auf die Definition der Leverage Ratio nach der Delegierten Verordnung abzustellen und die Institute sollen die Form für die offengelegten Informationen nach Artikel 451 (1) (a)-(e) CRR frei wählen können, bis der ITS durch die Kommission angenommen wird.

Die BaFin hat den Instituten am 31. Juli 2015 eine nicht rechtsverbindliche Übersetzung des Offenlegungsmusters (EBA/ITS/2014/04/rev1, Anhang 1) zur Verfügung gestellt. Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der entsprechenden Durchführungsverordnung im Amtsblatt der Europäischen Union ist diese informelle Übersetzung nicht mehr zu verwenden

In dem vorliegenden Draft ITS (revised) vom 15. Juni 2015 zur Offenlegung wurden die Änderungen aus der Delegierten Verordnung berücksichtigt. Die wesentlichen Änderungen wurden bereits in dem Abschnitt zum aufsichtsrechtlichen Reporting beschrieben.

Aufbau der EBA Templates

Bei der Entwicklung der Templates folgt die EBA im Wesentlichen den Vorlagen des Baseler Ausschusses (BCBS 270) vom 12. Januar 2014:

  • LRSum: In dieser Vergleichstabelle erfolgt eine Abstimmung zwischen der Gesamtrisikopositionsmessgröße der Leverage Ratio mit der Bilanz gemäß der veröffentlichten Abschlüsse des Instituts
  • LRCom: Aufschlüsselung der Gesamtrisikopositionsmessgröße nach verschiedenen Risikopositionskategorien (z.B. SFTs, Derivate, etc.) und Angabe der treuhänderischen Aktiva, die in der Leverage Ratio nicht berücksichtigt werden

Die EBA hat darüber hinaus einige EU-spezifische Zeilen vorgesehen, die spezielle Vorgaben der CRR berücksichtigen. Zusätzlich zu diesen beiden Templates hat die EBA zwei weitere entwickelt:

  • LRSpl: Aufschlüsselung der Gesamtrisikopositionsmessgröße (ohne Derivate und SFTs) nach der jeweiligen Gegenpartei
  • LRQua: Qualitative Angaben zu Verfahren zur Überwachung des Risikos einer übermäßigen Verschuldung und Beschreibung der Faktoren, die Auswirkungen Leverage Ratio im Berichtszeitraum hatten

Weitere Aspekte und nächste Schritte

Einige Aspekte, wie Übergangsvorschriften bei der Berechnung der Leverage Ratio, Häufigkeit der Offenlegung, Offenlegungspflichten und der Geltungsbereich, sind nicht Gegenstand dieses Draft ITS und werden durch die Vorgaben der CRR/CRD IV bestimmt. Die Häufigkeit der Offenlegung bestimmt sich nach Artikel 433 CRR in Verbindung mit der Guideline (EBA/GL/2014/14 – Guidelines on materiality, proprietary, and confidentiality and on disclosure), die von der EBA am 23. Dezember 2014 veröffentlicht und von der BaFin durch das Rundschreiben 05/2015 umgesetzt wurde.

Der Draft ITS ist am Tag nach der noch ausstehenden Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt anzuwenden.

EBA-Guidelines: Offenlegung von belasteten und unbelasteten Vermögenswerten (encumbered and unencumbered assets)

Die European Banking Authority (EBA) hat am 27. Juni 2014 Leitlinien zur Offenlegung der belasteten und unbelasteten Vermögenswerte (EBA/GL/2014/03 – Guidelines on disclosure of encumbered and unencumbered assets) veröffentlicht. Vorangegangen war eine Konsultation dieser Leitlinien zwischen dem 20. Dezember 2013 und dem 20. März 2014 (EBA/CP/2013/48 – Consultation Paper on draft guidelines on disclosure of encumbered and unencumbered assets).

Hintergrund

Die nach Artikel 443 CRR erforderlichen EBA-Leitlinien regeln die Offenlegungsanforderungen der Institute im Hinblick auf die belasteten und unbelasteten Vermögenswerte. Im Gegensatz dazu konkretisiert der technische Durchführungsstandard zur Asset Encumbrance die Meldeverpflichtungen der Institute gegenüber den Aufsichtsbehörden. Dieser auf Artikel 100 CRR basierende technische Standard liegt zwischenzeitlich als finaler und aktuell überarbeiteter Entwurf vor (EBA/ITS/2013/04/rev1 – Final draft ITS on asset encumbrance reporting under Article 100 CRR). Er soll als Ergänzung in den technischen Standard zu den Meldepflichten nach Artikel 99 Abs. 5 CRR ((EU) VO Nr. 680/2014 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die aufsichtlichen Meldungen der Institute gemäß der CRR) integriert werden.

Zielsetzung

Mit den Leitlinien zur Offenlegung von belasteten und unbelasteten Vermögenswerten verfolgt die EBA folgende Ziele:

  1. Es sollen möglichst einheitliche Regelungen für die Offenlegung der Belastung von Vermögenswerten geschaffen werden, um so sinnvolle Vergleiche zwischen den Instituten zu ermöglichen.
  2. Des weiteren sollen die offengelegten Daten einen Detaillierungsgrad aufweisen, der es den Lesern der Informationen erlaubt, den Grad der Belastung der Vermögenswerte eines Instituts einzuschätzen.

Die Offenlegungsangaben zur „Asset Encumbrance“ dienen der Vervollständigung der bereits nach IFRS 7 (Anhangsangaben für Finanzinstrumente) sowie IFRS 12 (Angaben zu Anteilen anderer Unternehmen) geforderten Angaben. Zudem bezieht sich speziell IFRS 7 auf „transferred assets“ und nicht auf „encumbered assets“.

Offenzulegende Informationen

Die Leitlinien sehen die Offenlegung folgender Informationen vor:

  • belastete und unbelastete Vermögenswerte (Template A):

jeweils zu Bilanz- und zu Marktwerten aufgeteilt in die Kategorien gehaltene Eigenkapitalinstrumente, Schuldverschreibungen und sonstige Vermögenswerte.

Neben bilanziellen Aktiva, die verpfändet, ohne Ausbuchung weitergegeben oder anderweitig belastet wurden, sind hier auch erhaltene Sicherheiten, die aufgrund der gültigen Bilanzierungsgrundsätze bei dem Übernehmenden zu aktivieren sind, auszuweisen.

  • erhaltene Sicherheiten (Template B):

sind zu unterteilen in tatsächlich in Anspruch genommene Sicherheiten und zur Verfügung stehende erhaltene Sicherheiten und jeweils in Marktwerten anzugeben.

An dieser Stelle sind all die erhaltenen Sicherheiten anzugeben, die nach den Bilanzierungsgrundsätzen nicht in der Bilanz des Sicherheitenempfängers auszuweisen sind.

  • Angabe der Verbindlichkeiten (Template C):

die mit den belasteten Vermögenswerten und erhaltenen Sicherheiten verknüpft sind, zu Bilanzwerten.

  • weitere Erläuterungen zur Bedeutung der „Encumbrance“ (Template D):

im Hinblick auf die Auswirkungen des Geschäftsmodells der Institute auf den Umfang und die Bedeutung der belasteten Vermögenswerte und die Bedeutung der Encumbrance für ihre Refinanzierung (z.B. bei Pfandbriefen, Repos, Verbriefungen).

Diese Angaben lassen sich aus den aufsichtlichen Meldeanforderungen (Stichwort Supervisory Reporting) zur Asset Encumbrance ableiten. Sowohl Offenlegungs- als auch Meldeanforderungen basieren auf IFRS-Bilanzwerten. Gemeinsame Begrifflichkeiten und Formate sollen zu einer inhaltlichen Übereinstimmung und einer einheitlichen Darstellungsform führen.

Anwendbarkeit auf deutsche Institute

Die Leitlinien sind von allen Instituten zu befolgen, die die Offenlegungsanforderungen des achten Teils der CRR anzuwenden haben, sofern die BaFin als zuständige nationale Behörde in Deutschland ihre Absicht zur Umsetzung der Leitlinien an die EBA bekundet (das dafür vorgesehene Zeitfenster endet am 27. August 2014).

Falls Institute den Offenlegungsanforderungen des achten Teils der CRR auf Gruppenebene nachkommen, entfallen nach Art. 6 Abs. 3 CRR die Offenlegungsanforderungen auf Einzelinstitutsebene. Maßgeblich für die Offenlegung auf Gruppenebene ist der aufsichtliche Konsolidierungskreis.

Die Leitlinien sind von der BaFin binnen sechs Monate nach deren Veröffentlichung umzusetzen.

Offenlegungsrhythmus

Die Offenlegung der belasteten und unbelasteten Vermögenswerte soll mindestens einmal jährlich erfolgen, wobei als Grundlage für die Offenlegung die Mittelwerte zumindest der Quartalszahlen auf fortlaufender Basis über die letzten zwölf Monate hinweg zu verwenden sind. Für die erste Reportingperiode dürfen die Institute ausnahmsweise die Daten zum Stichtag 31. Dezember 2014 verwenden.

Die EBA wird diese Leitlinien nach Ablauf eines Jahres überarbeiten und in einen verpflichtenden technischen Standard überführen, der bis Anfang 2016 der EU-Kommission vorzulegen ist.

Neue Fristen für die Meldungen nach ITS on Supervisory Reporting

Die EU-Kommission hat die Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting (EBA/ITS/2013/02) angenommen. Diese Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements hatte die European Banking Authority (EBA) bereits im  Juli 2013 der EU-Kommission übermittelt. Die ITS regeln die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen und enthalten neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses) (vgl. dazu Blog-Beiträge: “ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co” vom 30. Juli 2013 und „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite“ vom 01. August 2013)

Bei der Annahme und Umsetzung der EBA-Standards durch die EU-Kommission haben sich Verzögerungen ergeben. Um zu vermeiden, dass  die betroffenen Banken Meldungen vor dem eigentlichen Inkrafttreten der spezifischen Regulierungsvorschriften abgeben müssen, haben sich die EU-Kommission und die EBA (vgl: Opinion of the European Banking Authority on amendments proposed by the Commission to draft implementing technical standards EBA/ITS/2013/02 on supervisory reporting under Regulation (EU) No 575/2013) darauf geeinigt, die Fristen für die Abgabe der (neuen) bankaufsichtlichen Meldungen mit dem Meldestichtag 31. März 2014 und 30. April 2014 bis Ende Juni zu verschieben.

Demnach gilt:

  • Quartalsweise Meldungen zu Own funds, Large Exposures, Leverage Ratio und Net Stable Funding Ratio auf den Stichtag 31. März 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 abgegeben werden (statt wie bisher zum 30. Mai 2014)
  • Monatliche Meldungen zu den Liquiditätskennzahlen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) auf die Stichtage 31. März 2014 und 30. April 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 vorgelegt werden (statt wie bisher 30. Mai 2014)
  • Meldungen zu den gebundenen Aktiva (asset encumbrance) müssen erstmals zum Stichtag 31. Dezember erstellt werden und bis zum 11. Februar 2015 übermittelt werden.

Damit werden die Fristen für die Übermittlung der monatlich zu meldenden Daten zur LCR und den quartalsweisen Meldungen auf Einzelinstitutsebene mit den ohnehin schon vorgesehenen Fristen für Meldungen auf konsolidierter Basis gleichgeschaltet.

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co

Die European Banking Authority (EBA) hat am 26. Juli 2013 die finalen Entwürfe der Implementing Technical Standards (ITS) zum aufsichtsrechtlichen Reporting veröffentlicht (Final draft technical standards on supervisory reporting requirements).

Hintergrund

Mit den finalen Entwürfen zum aufsichtsrechlichen Meldewesen hat die EBA den Grundstein zur Umsetzung der aus der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012) resultierenden Reportinganforderungen gelegt. Der ITS on Reporting ist damit Teil des Single Rule Book zur Sicherstellung einer EU-weit harmonisierten Bankenaufsicht. Die Reportinganforderungen beinhalten Vorgaben zum Financial Reporting (FINREP sowie zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen. In diesem Beitrag werden schwerpunktmäßig die Regelungen zu FINREP dargestellt. Über die weiteren aufsichtsrechtlichen Reportinganforderungen informiert der Regulatory Blog in der Folge.

FINREP

Im Rahmen des veröffentlichten ITS wurden für FINREP das Reportingformat, die Meldefrequenzen, die Definitionen sowie die technische Umsetzung der Meldeanforderungen klargestellt. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen (vgl. dazu unsere Blog-Beiträge: „FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ und „Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP„) betreffen:

  • Anwendung

Die EBA hat im Executive Summary des ITS klargestellt, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die FINREP-Anforderungen der 1. Juli 2014 ist und folglich die erste FINREP-Meldung zum 30. September 2014 zu erfolgen hat, um den Instituten ausreichend Zeit für die Implementierung der Reporting-Anforderungen zu geben.

  • Inhalt

In das FINREP-Regelwerk wurden die Anforderungen zum Reporting von „Performing and non-performing exposures“ sowie „Forborne exposures“ integriert, die konkreten zu meldenden Informationen sowie die entsprechenden Erläuterungen stehen bislang noch aus. Die EBA hat klargestellt, dass eine Anpassung des ITS zu FINREP im zweiten Halbjahr erfolgen wird, sobald der Konsultationsprozess zu diesen Reportinganforderungen (Consultation on draft Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures, EBA/CP/2013/06) abgeschlossen ist und die endgültigen Tabellen vorliegen.

  • Reporting-Struktur

Die EBA hat den bekannten FINREP-Tabellen in eine neue Struktur gegeben, die sich nicht mehr an den gemeldeten Informationen sondern an der Meldefrequenz orientiert. Daher haben sich die bestehenden Referenzen der FINREP-Tabellen geändert um die neue Reporting-Struktur abzubilden:

  • Part I: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu den wesentlichen Bilanz- und GuV-Posten
  • Part II: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu geographischen Untergliederungen bei Überschreiten eines definierten Schwellenwertes. Der Schwellenwert sowie die Vorgehensweise bei Überschreiten sowie Unterschreiten des Schwellenwertes sind im ITS Artikel 4 und 9 festgelegt.
  • Part III: Halbjährliche Meldungen – z.B. Angaben zu nahe stehenden Personen oder zu unkonsolidierten strukturierten Unternehmen
  • Part IV: Jährliche Meldungen – z.B. Angaben zu Notes Fair-Value Angaben oder zu Rückstellungen

Der bisher auf nationaler Ebene einem Wahlrecht unterliegende Teil V, wurde in die neue FINREP Struktur integriert und ist somit für alle Banken einheitlich anwendbar.

  •  Instructions on FINREP

In den Anweisungen zum FINREP-Reporting (Annex V –  Instructions on FINREP) wurden weitere Klarstellungen vorgenommen. Die wesentliche Klarstellung bezieht sich dabei auf die Definition des Brutto-Buchwertes für Finanzinstrumente der Kategorien „available for sale“ sowie „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“. In diesen Kategorien entspricht der Buchwert dem Fair Value. Sofern in den Tabellen 6 sowie 20 die Angabe des Brutto-Buchwerts zu erfolgen hat, entspricht dies dem Buchwert (Fair Value) ohne Berücksichtigung von akkumulierten Impairments für Finanzinstrumente der Kategorie „available for sale“ bzw. der akkumulierten bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen für Finanzinstrumente der Kategorien „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“.

Mehr Informationen rund um das Thema FinRep finden Sie auf unseren Seiten unter: http://www.pwc.de/finrep

Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP

Die für Ende Juni angekündigte Finalisierung des Implementing Technical Standard (ITS) on supervisory reporting requirements  for institutions wird von der EBA verschoben. Bisher war als erste Berichtsperiode das erste Quartal 2013 mit dem Meldestichtag 31.03.2013 vorgesehen (vgl. dazu auch Blog-Beitrag: „ FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ vom 01.03.2012).

Im Rahmen der Konsultation zu den ITS on supervisory reporting requirements  (CP 50) hat sich gezeigt, dass die erwarteten Umstellungen und Anforderungen an das Reporting im Zusammenhang mit der geplanten Anwendbarkeit  der Capital Requirement Regulation (CRR)  zum 01.01.2013 für viele Institute eine größere Belastung als zunächst angenommen – insbesondere dann, wenn die FINREP – Umsetzung bisher noch nicht begonnen wurde.

Insoweit geht die EBA davon aus, dass die Institute mehr  Zeit brauchen werden, die Reporting Systeme entsprechend anzupassen und aufzurüsten. Als neuer Termin für die Anwendbarkeit der Anforderungen aus dem  ITS für die Finanzinformationen wird daher der 01. Januar 2014 angesetzt.

/* */