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Neues Konsultationspapier zur √úberarbeitung der Handelsbuchregelungen

Am 30. Oktober 2013 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) ein zweites Konsultationspapier zur Überarbeitung der Handelsbuchregelungen veröffentlicht (Consultative Document РFundamental review of the trading book: A revised market risk framework). Die Konsultationsphase läuft noch bis zum 31. Januar 2014.

W√§hrend in einem ersten, im Jahr 2012 ver√∂ffentlichten Konsultationspapier noch eine Reihe von Alternativen diskutiert wurden, um das Feedback der Industrie zu grunds√§tzlichen Fragestellungen einzuholen (vgl. dazu Regulatory Blog Beitrag: „Konsultation zum Handelsbuch ‚Äď Baseler Ausschuss zu Marktpreisrisiken, Handelsbuchabgrenzung und Standardmethoden“ vom 15.05.2012), enth√§lt das neue Konsultationspapier jetzt konkrete Vorgaben. Dadurch werden erstmals auch Absch√§tzungen der Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Handelsbuchs und die H√∂he der neuen Kapitalanforderungen m√∂glich. In den folgenden Abschnitten stellen wir die zentralen Inhalte des Papiers dar.

Durch die Neuregelungen ergeben sich deutliche Auswirkungen auf alle Banken, die Marktpreisrisiken eingehen, selbst wenn es sich um Nicht-Handelsbuchinstitute handelt. Eine rechtzeitige Beschäftigung mit den neuen Regelungen erscheint deshalb dringend notwendig.

Die wesentlichen √Ąnderungen im √úberblick

  • Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch

Bislang orientiert sich die Zuordnung von Positionen zu Anlage- bzw. Handelsbuch im Wesentlichen an der Handelsabsicht der jeweiligen Bank. Nach Ansicht des Baseler Ausschusses f√ľhrte dieses stark subjektive und schwer durch Aufsichtsbeh√∂rden pr√ľfbare Kriterium vor der Finanzmarktkrise zu Arbitragem√∂glichkeiten, also zu einer Reduktion der Kapitalanforderungen durch die gezielte Zuordnung von Produkten in das Handelsbuch. Im Laufe der Krise zeigte sich jedoch, dass die Zuordnung insbesondere bei Produkten mit hohen Kreditrisiken und geringer Marktliquidit√§t nicht sachgerecht war. F√ľr die erheblichen Verluste war seinerzeit kein ausreichendes Eigenkapital als Puffer vorhanden.

Trotzdem h√§lt der Baseler Ausschuss grunds√§tzlich an der Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch sowie der Orientierung an dem Gesch√§ftszweck fest, f√ľhrt jedoch neue regulatorische Interventionsm√∂glichkeiten ein, um Arbitrage k√ľnftig zu verhindern:

  1. Verpflichtende Zuordnung bestimmter Positionen entweder zum Anlage- oder zum Handelsbuch: beispielsweise sind nicht b√∂rsennotierte Eigenkapitalinstrumente zwingend dem Anlagebuch zuzuordnen w√§hrend f√ľr b√∂rsennotierte Aktien die widerlegbare Vermutung besteht, dass diese dem Handelsbuch zuzuordnen sind.
  2. Angleichung der Kapitalanforderungen: insbesondere bei Verbriefungen orientiert sich die Kapitalunterlegung f√ľr das Kreditrisiko k√ľnftig an den Vorgaben des Anlagebuchs; die M√∂glichkeit der internen Modellierung (Correlation Trading Portfolio, Comprehensive Risk Charge) entf√§llt ersatzlos.
  3. Strenge Vorgaben zur Umwidmung, verpflichtendes Monitoring von Positionen die längere Zeit im Handelsbuch verbleiben, etc.
  • Behandlung von Kreditrisiken

Wie bereits angesprochen sieht der Baseler Ausschuss insbesondere in der Unterlegung von Kreditrisiken eine zentrale Schwachstelle der bestehenden Handelsbuchregelungen, die zu massiven Verlusten in der Finanzmarktkrise beigetragen hat. Bereits im Rahmen von Basel 2.5 (CRD III) wurde versucht, dies durch die Einf√ľhrung einer Incremental Risk Charge (IRC) zu korrigieren, die allerdings aufgrund weit gefasster Vorgaben zu stark differierenden Kapitalanforderungen bei den Instituten gef√ľhrt hat.

Zuk√ľnftig soll deshalb im Rahmen des Standardansatzes eine eigene Kapitalanforderung f√ľr das Ausfallrisiko eingef√ľhrt werden, deren Ermittlung zwischen Verbriefungen und Nicht-Verbriefungen unterscheidet. Im Fall der Verbriefungen wird sich die H√∂he an den ebenfalls aktuell in √úberarbeitung befindlichen Kapitalanforderungen f√ľr Verbriefungen im Anlagebuch orientieren. F√ľr Banken mit internen Modellen wird k√ľnftig eine Incremental Default Risk (IDR) Charge zu berechnen sein, f√ľr die strengere Vorgaben als bei der bestehenden IRC gelten.

  • Risikomessung

Im Bereich der Risikomessung im Rahmen von internen Modellen gibt die Aufsicht den Value at Risk Ansatz auf, der sich als prozyklisch erwiesen hat. Zudem war er nicht in der Lage, sogenannte Tail-Risiken, also den erwarteten Verlust jenseits des Konfidenzintervalls, zu quantifizieren. Stattdessen sollen interne Modelle k√ľnftig auf einem Expected Shortfall Ansatz basieren, der ebenso wie der Standardansatz auf eine Stressperiode kalibriert wird. Die aktuell notwendige parallele Rechnung von VaR und stressed-VaR entf√§llt somit.

  • Ber√ľcksichtigung der Marktliquidit√§t

Bislang lag der Kapitalunterlegung mittels interner Modelle die Annahme zugrunde, dass Handelsbuchpositionen innerhalb von zehn Tagen abgesichert oder ver√§u√üert werden k√∂nnen. Diese Annahme hat sich in der Finanzmarktkrise als nicht haltbar erwiesen. Deshalb sollen interne Modelle k√ľnftig explizit eine Annahme √ľber die Marktliquidit√§t der Positionen ber√ľcksichtigen. Hierzu wird das Konzept des Liquidit√§tshorizonts verfeinert: Instrumente sind aufsichtlich abgegrenzten Risikofaktoren und diese wiederum ebenfalls √ľber ein aufsichtlich vorgegebenes Mapping den Liquidit√§tshorizonten zwischen 10 und 250 Tagen zuzuordnen. Die L√§nge des Liquidit√§tshorizonts bestimmt dann die H√∂he des Risikofaktorschocks, die die Kapitalanforderung spezifiziert.

  • Sicherungsgesch√§fte und Diversifizierung

Der Baseler Ausschuss kritisiert, dass die bisherige Standardmethode nur unzureichend in der Lage war, Sicherungsbeziehungen und Diversifizierung abzubilden, w√§hrend interne Risikomodelle hier faktisch keine Begrenzung der Anerkennung kannte. K√ľnftig sollen beide Methoden konsistenter werden, so dass beispielsweise im √ľberarbeiteten Standardansatz beide Effekte √ľber regulatorisch vorgegebene Korrelationsannahmen abgebildet werden.

  • Zusammenspiel von Standardansatz und internen Modellen

Alle Banken haben k√ľnftig den Standardansatz umzusetzen, zu rechnen, und seine Ergebnisse zu melden und offenzulegen. Hierdurch sollen international vergleichbare Aussagen √ľber die von Instituten eingegangenen Marktpreisrisiken erm√∂glicht werden. Zudem ist weiterhin in Diskussion, einen auf dem Standardansatz basierenden Floor f√ľr die Kapitalanforderungen, die mittels interner Modelle ermittelt werden, einzuf√ľhren.

  • Der √ľberarbeitete Standardansatz

Im Rahmen der √úberarbeitung des Standardansatzes wurden insbesondere seine Risikosensitivit√§t und damit auch seine Komplexit√§t erh√∂ht. K√ľnftig sind alle Positionen in ihre Bestandteile aufzuspalten. Diese sind wiederum aufsichtlich vorgegebenen Assetklassen und innerhalb der Assetklassen in Risikobuckets einzuordnen. Je Bucket erfolgt die Ermittlung der Kapitalanforderungen mittels vorgegebener Risikogewichte, die Aggregation auf Ebene der Buckets und Assetklassen erfolgt wiederum unter Ber√ľcksichtigung aufsichtlich vorgegebener Aggregationsannahmen.

  • Der √ľberarbeitete interne Modelle Ansatz

Wie bereits ausgef√ľhrt, sollen interne Modelle k√ľnftig auf dem Expected Shortfall statt dem Value at Risk basieren. Zusammen mit einer Stress-Kalibrierung sollen die bekannten Schwachstellen des VaR wie Prozyklizit√§t und mangelnde Ber√ľcksichtigung von Tail-Risiken hierdurch behoben werden. Einher geht das neue Risikoma√ü mit einer wesentlich granulareren Abnahmepr√ľfung, die sich sowohl auf einzelne Handelstische als auch auf einzelne Risikofaktoren erstreckt.

Wie geht es weiter?

Die Konsultationsfrist des Baseler Papiers l√§uft bis Ende Januar 2014. Zudem soll im Rahmen des n√§chsten Basel III Monitorings, also Februar/M√§rz 2014, eine quantitative Auswirkungsstudie durchgef√ľhrt werden. Noch unklar ist in diesem Zusammenhang, ob die Banken ihr eigenes Portfolio oder ein durch den Baseler Ausschuss definiertes Testportfolio rechnen sollen. Nach Durchf√ľhrung der Auswirkungsstudie wird das finale Baseler Papier erwartet. Mit einem Inkrafttreten der neuen Regelungen ist nicht vor 2015 zu rechnen.

Konsultation zum Handelsbuch ‚Äď Baseler Ausschuss zu Marktpreisrisiken, Handelsbuchabgrenzung und Standardmethoden

Anfang Mai hat der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht ein Konsultationspapier zur umfassenden √úberarbeitung der Handelsbuchregelungen („Fundamental Review of the Trading Book ‚Äď consultative document„) ver√∂ffentlicht. Hierdurch sollen in der Finanzmarktkrise deutlich gewordene Schw√§chen der aktuellen Handelsbuch-Regelungen adressiert werden. Die √úberarbeitung umfasst nicht nur die internen Modelle zur Ermittlung der Marktpreisrisiken, sondern auch die Abgrenzung des Handelsbuchs und die aufsichtlich vorgegebenen Standardmethoden f√ľr alle Risikoarten. Daher betreffen die Neuerungen auch Institute ohne umfangreiche Handelsaktivit√§ten.

Die vorgeschlagenen Neuregelungen sehen auch k√ľnftig eine Unterscheidung von Anlage- und Handelsbuch vor. Sie enthalten keine Vorschriften zur Kapitalunterlegung von Zins√§nderungsrisiken im Anlagebuch; das Thema bleibt jedoch auf der Agenda des Baseler Ausschusses.

Kritikpunkte an den bisherigen Regelungen

Nicht erst in der Finanzmarktkrise zeigten sich deutliche Schwächen an den bisherigen Regelungen zur Abgrenzung des Handelsbuchs und der Kapitalunterlegung von Marktrisikopositionen (§ 1a KWG, §§ 294 bis 318 SolvV). Insbesondere die Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch eröffnet Instituten einen Ermessensspielraum, der zu regulatorischer Arbitrage genutzt werden kann, da die Kapitalunterlegung einer Position in Anlage- und Handelsbuch deutlich voneinander abweichen können. Gleichzeitig ist die Abgrenzung, die im Wesentlichen auf der Fähigkeit und dem Willen eines Instituts zum Handel in dem betroffenen Instrument beruhte, schwer objektiv zu beurteilen und beeinträchtigt die internationale Vergleichbarkeit.

Neben der Abgrenzung des Handelsbuchs stehen die Methoden zur Ermittlung der Kapitalunterlegung im Handelsbuch in der Kritik. Derzeit haben die Institute hier ein Wahlrecht zwischen regulatorisch vorgegebenen Standardmethoden und internen Marktpreisrisikomodellen. Die Standardmethoden sollen auch kleineren Instituten die M√∂glichkeit geben, mit vertretbarem Aufwand die Kapitalanforderungen f√ľr Marktpreisrisiken zu ermitteln („one size fits all„). Hiermit einher geht jedoch eine stark simplifizierte Messung des Risikos, die oft auf pauschalen Risikogewichten beruht.

Weitaus kritischer noch werden die internen Marktpreisrisikomodelle gesehen. Insbesondere die Nutzung sogenannter Value at Risk (VaR)-Modelle hat zu einer deutlichen Untersch√§tzung des Risikos von Handelsbuch-Positionen beigetragen und in der Finanzmarktkrise prozyklisch gewirkt. Die als Reaktion hierauf vorgenommenen Anpassungen (Stress-VaR, IRC – Basel 2.5 bzw. CRD III) haben aus Sicht vieler Beobachter hingegen zu einer zu starken Fragmentierung der Kapitalanforderungen und zu einer mehrfachen Unterlegung von Risiken gef√ľhrt.

Schließlich sieht der Baseler Ausschuss auch die Bewertung insbesondere von illiquiden und komplexen Produkten als problematisch an. Abhängig von der weiteren Entwicklung könnte es hier zu verstärkten Abweichungen zwischen handelsrechtlichen und regulatorischen Wertansätzen kommen.

Abgrenzung des Handelsbuchs

Um die in Kritik geratene Abgrenzung von Anlage- und Handelsbuch zu reformieren konsultiert der Baseler Ausschuss zwei verschiedene Ans√§tze. Der erste („trading-evidence-based„) basiert auf der aktuellen Regelung und versucht die Abgrenzung dadurch objektiver zu gestalten, dass neben der Handelsabsicht auch ein empirischer Nachweis f√ľr tats√§chliche Handelsaktivit√§ten verlangt wird. Im Gegensatz dazu sieht der zweite Ansatz („valuation-based„) vor, dass alle zum fair value bilanzierten Finanzinstrumente dem Handelsbuch zugeordnet werden. Dies h√§tte den Vorteil, dass f√ľr alle Finanzinstrumente, bei denen Marktpreisrisiken GuV-wirksam oder √ľber die Neubewertungsr√ľcklage in den regulatorischen Eigenmitteln erfasst werden, diese Risiken auch mit Kapital unterlegt werden. Andererseits w√ľrden sich durch den verwendeten Bilanzierungsstandard Auswirkungen auf den Umfang des Handelsbuchs ergeben. Und es w√ľrde zu einer ¬†deutlichen Abweichung zwischen Handelsbuch und den mit Handelsabsicht gehaltenen Finanzinstrumenten gem√§√ü internem Risikomanagement kommen.

Ber√ľcksichtigung der Liquidit√§t von Handelsbuchpositionen

Ein weiterer Kritikpunkt an den aktuellen Regelungen zur Kapitalunterlegung von Marktpreisrisiken ist die Vernachl√§ssigung der Liquidit√§t der betroffenen Positionen. Insbesondere bei Nutzung interner Marktpreisrisikomodelle wird implizit unterstellt, dass alle Risiken innerhalb von zehn Tagen geschlossen werden k√∂nnen. Dies hat sich in der Finanzmarktkrise als nicht haltbare Pr√§misse erwiesen und wurde deshalb unter CRD III im Rahmen der „Incremental Risk Charge“ (ICR) auch schon teilweise adressiert (vgl. dazu auch den Blogbeitrag: ‚ÄěUmsetzung der CRD III in deutsches Recht ‚Äď Eigenmittelunterlegung im Handelsbuch, Widerverbriefung und Offenlegung‚Äú vom 08.07.2011).

Das Baseler Konsultationspapier sieht vor, dass bei der IRC bereits eingef√ľhrte Konzept des Liquidit√§tshorizonts auf alle Handelsbuchpositionen zu √ľbertragen. Daf√ľr sollen Liquidit√§tshorizonte f√ľr Risikofaktoren bestimmt und in f√ľnf Kategorien zwischen zehn Tagen und einem Jahr eingeordnet werden. Die Zuordnung hat durch die Institute zu erfolgen, unter Ber√ľcksichtigung regulatorischer Untergrenzen. Die jeweilige Kategorie hat dann Auswirkungen auf die H√∂he der Kapitalanforderung.

Weiterhin konsultiert der Baseler Ausschuss M√∂glichkeiten, Endogenit√§t zu ber√ľcksichtigen, also die Auswirkungen von Verk√§ufen aus besonders gro√üen oder in wenigen Positionen konzentrierten Portfolios auf den Marktpreis.

Standardmethoden

Mit den grundlegenden √Ąnderungen bei den Standardmethoden f√ľr Marktpreisrisiken soll die Risikosensitivit√§t erh√∂ht werden.

Der sogenannte „partial risk factor-Ansatz sieht vor, dass alle Handelsbuchpositionen in vorgegebene Klassen eingeordnet werden. F√ľr jede dieser Klassen wird die Kapitalanforderung anhand von vorgegebenen Risikogewichten und Korrelationsannahmen bestimmt. Die Aggregation der Kapitalanforderungen √ľber die Klassen erfolgt ebenfalls anhand vorgegebener Korrelationsannahmen. Dabei sollen die aufsichtlich vorgegebenen Parameter so kalibriert werden, dass Konsistenz zu den auf Basis von Stress-Parametern gesch√§tzten Expected-Shortfall-Werten der internen Marktpreisrisikomodelle besteht.

Abweichend werden beim „fuller risk factor-Ansatz ¬†Zuordnungen von Positionen zu Risikofaktoren anstelle von Instrumenten-Klassen vorgenommen. Je Risikofaktor wird die Nettoposition bestimmt und mittels der internen Pricing-Modelle des Instituts eine Sensitivit√§t gegen√ľber √Ąnderungen des Risikofaktors bestimmt. Die Aggregation der Kapitalanforderung √ľber Risikofaktoren sowie die Kalibrierung erfolgen analog dem partial risk factor-Ansatz.

Interne Marktpreisrisikomodelle

In Bezug auf die Nutzung interner Marktpreisrisikomodelle sieht das Konsultationspapier vor, dass die Zulassung der Aufsicht f√ľr die Nutzung solcher Modelle k√ľnftig auf Ebene des Instituts und bis zur Ebene einzelner Handelstische erfolgen soll. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass nur f√ľr solche Produkte eine Nutzung interner Marktpreisrisikomodelle zul√§ssig ist, bei denen die Zuverl√§ssigkeit des internen Modells √ľber Backtesting nachgewiesen werden kann. Sofern nur einzelne Risikofaktoren eines Handelstisches nicht angemessen modelliert werden k√∂nnen, soll hierf√ľr eine separate Kapitalunterlegung erfolgen.

Bei den modellierbaren Risikofaktoren der Handelstische, f√ľr die die Nutzung eines internen Modells zugelassen wird, soll die Nutzung von Value-at-Risk-Modellen abgel√∂st werden durch den Expected Shortfall (ES) als Risikoma√ü. Der Vorteil von ES liegt darin, dass er spezifischere Aussagen √ľber die Risiken extrem seltener Ereignisse zul√§sst. Die Kalibrierung des ES-Modells soll anhand von Daten aus einer Stressperiode erfolgen, in Anlehnung an den bereits heute zu rechnenden Stress-VaR.

Konsultiert wird auch die Frage, ob Migrations- und Ausfallrisiken weiterhin separat mit¬† Kapital zu unterlegen sind (analog dem bereits zu berechnenden IRC) oder ob sie als separater Risikofaktor in der ES-Berechnung ber√ľcksichtigt werden sollen.

Daneben sieht das Konsultationspapier auch neue Regelungen zur Aggregation von Risiken √ľber verschiedene Risikoklassen vor. Hier wird sowohl die Berechnung des Diversifikationseffektes als auch seine maximal zul√§ssige H√∂he durch aufsichtliche Vorgaben bestimmt.

Schlie√ülich wird √ľberlegt, einen auf der Standardmethode basierenden Floor f√ľr die Kapitalanforderungen aus internen Modellen einzuf√ľhren. Institute, die die interne Modelle Methode nutzen, sollen eine Parallelrechnung mittels der Standardmethoden vornehmen und die Ergebnisse an die Aufsicht melden.

Und wie geht es weiter ?

Die Möglichkeit der Kommentierung des Papiers besteht bis zum 7. September 2012. Neben grundsätzlichen Kommentaren hat der Baseler Ausschuss insbesondere um die Beantwortung von zehn spezifischen Fragen zu dem Regelungsentwurf gebeten. An zahlreichen Stellen werden innerhalb des Konsultationspapiers mehrere Möglichkeiten beschrieben und nach Feedback zu den Vor- und Nachteilen gefragt.

Alle eingehenden Kommentare sollen auf der Homepage des Baseler Ausschusses ver√∂ffentlicht werden und in einen weiteren, detaillierteren Regelungsentwurf einflie√üen. Ebenso sollen die Neuregelungen im Rahmen von quantitativen Auswirkungsstudien (QIS) ber√ľcksichtigt werden, um eine angemessene Kalibrierung der neuen Kapitalanforderungen sicher zu stellen.

Aussagen √ľber die k√ľnftige H√∂he der Kapitalunterlegung sind zum aktuellen Stand noch nicht m√∂glich. Die Kapitalanforderungen sollen erst im Rahmen der quantitativen Auswirkungsstudien kalibriert werden. Deutliche Auswirkungen auf die Institute ergeben sich jedoch in jedem Fall durch die Ausweitung des Handelsbuchs unter dem valuation-based-approach, der Einf√ľhrung und Genehmigung neuer interner Modelle wie auch durch die vollst√§ndig neu zu implementierenden Standardmethoden.

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