Schlagwort: Verbriefung

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Die neuen high-level Transparenzanforderungen f├╝r Verbriefungen und der lange Weg zu ihrer Umsetzung

Das neue Verbriefungsrahmenwerk bestehend aus der Änderungs-VO zur CRR (EU) 2017/2401 und der neuen Verbriefungs-VO (EU) 2017/2402 wurde zwar bereits vor einiger Zeit verabschiedet und ist zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Bei der Umsetzung der darin enthaltenen sogenannten high-level Transparenzanforderungen zeigt sich allerdings, dass sich die damit verbundenen Umsetzungsfristen vor allem für die Anwender, aber auch für die Aufseher als sehr herausfordernd darstellen.

Neues Verbriefungsrahmenwerk erfordert neues Verbriefungsmeldewesen

Zur k├╝nftigen Gestaltung der Meldungen f├╝r Verbriefungstransaktionen hat die European Banking Authority (EBA) am 28. August 2018 ein Konsultationspapier ver├Âffentlicht (Consultation paper on COREP Securitisation (EBA-CP-2018-04)). Bereits im April 2018 hatte die EBA der EU Kommission eine ├änderung der ITS vorgelegt, die am 09.Oktober 2018 angenommen, jedoch noch nicht im Amtsblatt verk├╝ndet wurden. Im Ergebnis findet dabei ein mehrfach gestaffelter ├ťbergang von den aktuell geltenden Regelungen zu den k├╝nftig anzuwendenden Regelungen statt.

Basel IV-Channel – Episode 27: Update – neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil II

Im ersten Teil des Basel IV-Channels zum Thema ÔÇ×VerbriefungenÔÇť haben wir uns vertieft mit dem Thema Berechnung der risikogewichtete Aktiva f├╝r Verbriefungspositionen befasst. Teil I unseres Channel zu Thema Verbriefungen k├Ânnen Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Das finale Verbriefungsregelwerk und seine Auswirkungen f├╝r Europ├Ąische Banken

Das EU-Parlament, der europ├Ąische Rat und die EU-Kommission haben sich am 26. Juni 2017 ├╝ber die Rahmendaten zum Regelwerk der (STS-) Verbriefungsregulierung geeinigt. Das neue EU-Verbriefungsrahmenwerk besteht aus zwei Regelwerken:

  1. ┬áDie sogenannte Verbriefungs-Verordnung (Proposal for a Regulation laying down common rules on securitisation and creating a European framework for simple, transparent and standardised securitisation and amending Directives 2009/65/EC, 2009/138/EC, 2011/61/EU and Regulations (EC) No 1060/2009 and (EU) No 648/2012 (2015/0226 (COD)) enth├Ąlt Kriterien f├╝r alle Verbriefungen, darunter insbesondere Kriterien, die STS-Verbriefungen (ÔÇ×simple, transparent, standardisedÔÇť) zu erf├╝llen haben sowie Anforderungen zur Due-Diligence und zum Risikoselbstbehalt (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen f├╝r STC Verbriefungen erweitert“ vom 01. September 2016).
  2. Anpassungen bei der Eigenkapitalverordnung CRR (Proposal for a Regulation of the European Parliament and of the Council amending Regulation No 575/2013 on prudential requirements for credit institutions and investment firms (2015/0225 (COD)) zur Umsetzung der ├╝berarbeiteten Baseler Verbriefungsregeln f├╝r Institute.

Die Einf├╝hrung einer separaten Verordnung f├╝r Verbriefungen resultiert aus der Bestrebung, auf EU-Ebene bestimmte einheitliche Regelungen f├╝r alle Verbriefungen und nicht vorrangig nur f├╝r Banken zu erlassen. Das gilt auch f├╝r die STS-Anforderungen. F├╝r Banken ergeben sich aus der ├ťberf├╝hrung der Baseler Regelungen zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen f├╝r Verbriefungspositionen in die CRR zwar die dort festgeschriebenen Erh├Âhungen der Risikogewichte, diese werden zuk├╝nftig aber geringer ausfallen, wenn STS-Kriterien erf├╝llt werden. Dadurch sollen Anreize geschaffen werden, zuk├╝nftig mehr STS-Verbriefungen auf den Kapitalmarkt zu bringen.

Hintergrund

Die Entstehung eines neuen STS-Regelwerks war ein lang anhaltender und diskussionsreicher Prozess. Am 30. September 2015 ver├Âffentlichte die EU-Kommission erstmals Vorschl├Ąge in Bezug auf STS-Verbriefungen. Die Trilog-Verhandlungen konnten erst im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Die finale Beschlussfassung soll nach der geplanten Verabschiedung durch die Mitgliedsstaaten am 23. Oktober 2017 in Kraft treten. Die erstmalige Anwendung ist zum 01.01.2019 geplant, wobei f├╝r Bestandsgesch├Ąfte Sonderregelungen gelten.

Die Verbriefungs-Verordnung (2015/0226 (COD))

Vorschriften f├╝r alle Verbriefungen

Der erste Teil der Verordnung umfasst Vorschriften zur Anwendung auf alle Verbriefungen. Die Regelungen gelten f├╝r Originatoren, Sponsoren, urspr├╝ngliche Darlehensgeber, institutionelle Investoren und Verbriefungszweckgesellschaften. Zudem sind hier Begriffsbestimmungen erfasst, die bisher in der CRR geregelt waren sowie neue Definitionen (z.B. f├╝r mixed pools). Weitere Vorschriften regeln u.a. den Verkauf von Verbriefungen an Kleinanleger, Offshore-Verbriefungszweckgesellschaften, Transparenzanforderungen an Originatoren sowie neue detaillierte Bestimmungen zur Einf├╝hrung eines Verbriefungsregisters (Securitisation Repository).

Die aus der CRR bekannten Sorgfaltspflichten (Due-Diligence) und die Bestimmungen zum Risikoselbstbehalt (Risk Retention) wurden teilweise ├╝berarbeitet. Sie finden sich nunmehr in der Verbriefungs-Verordnung und gelten sowohl f├╝r Banken als auch f├╝r andere Kapitalmarktteilnehmer einer Verbriefung. Vorgaben zu einheitlichen Kreditvergabekriterien f├╝r verbriefte und nicht verbriefte Engagements, das Verbot von Wiederverbriefungen und die Beschr├Ąnkung der STS-f├Ąhigen Verbriefungen auf in der EU ans├Ąssige Originatoren, Sponsoren und Verbriefungszweckgesellschaften sind ebenfalls in der Verbriefungs-Verordnung geregelt.

STS-Kriterien f├╝r nicht-ABCP-Verbriefungen

Der zweite Teil der Verbriefungs-Verordnung enth├Ąlt die Kriterien f├╝r STS-Verbriefungen, unterschieden nach ABCP Verbriefungen und nicht-ABCP (allen anderen) Verbriefungen. Dazu geh├Âren u.a. Vorschriften zur Anmeldung (ÔÇ×notificationÔÇť) der STS-Compliance einer Transaktion bei der ESMA durch Originatoren und Sponsoren. Dabei wird auch die Rolle dritter Parteien bei der vorgenannten Feststellung der Compliance geregelt. F├╝r diese ist im Vorfeld Autorisierung durch die ESMA gefordert.

Die Anforderungen an die Einfachheit umfassen u.a.:

  • Im wesentlichen regresslose, rechtliche ├ťbertragung der Forderungen (ÔÇ×true saleÔÇť)
  • Klare Auswahlkriterien der Underlyings, wobei ein aktives Portfoliomanagement nicht erlaubt ist
  • Die Underlyings m├╝ssen homogen sein (inklusive dem Auftrag an die EBA zur Entwicklung von Homogenit├Ątskriterien)
  • Keine Wiederverbriefungen und keine Verbriefung von ausgefallenen Forderungen
  • Verbriefung von Engagements, auf die bereits mindestens eine Zahlung geleistet wurde

F├╝r die Erf├╝llung der Anforderungen an die Standardisierung sind u.a. folgende Merkmale relevant:

  • Risikoselbstbehalt durch den Originator, Sponsor oder urspr├╝nglichen Kreditgeber
  • Angemessene Mitigierung von Zins- und W├Ąhrungsrisiken einer Verbriefung auch mittels Derivaten; weitere Derivate d├╝rfen weder in den Underlyings enthalten noch durch die Verbriefungszweckgesellschaft eingegangen werden
  • Zahlung markt- oder segment├╝blicher Zinss├Ątze, keine komplexen Formeln oder Berechnungsweisen

Die Anforderungen an die Transparenz betreffen z.B.:

  • Darlegung historischer Ausfalldaten (mind. 5 Jahre) inkl. Erkl├Ąrung durch Originator und Sponsor f├╝r potenzielle Investoren
  • Initiale und fortlaufende Zurverf├╝gungstellung eines Liability-Cashflow-Modells durch Originator oder Sponsor f├╝r potenzielle Investoren vor Bepreisung
  • Bei Verbriefung von Autofinanzierungen (inkl. Leasing) oder Wohnimmobilien Zurverf├╝gungstellung von Informationen ├╝ber die Auswirkungen der finanzierten Assets auf die Umwelt durch Originator, Sponsor und Verbriefungszweckgesellschaft

STS-Kriterien f├╝r ABCP-Verbriefungen

Ein ABCP-Gesch├Ąft ist als STS anzusehen, wenn es die Anforderungen auf Transaktions- und Programmebene erf├╝llt. Hinzu kommen weitere Anforderungen, die der Sponsor des ABCP-Programms zu erf├╝llen hat.

  • Anforderungen an den Sponsor eines ABCP-Programms

Neben den Anforderungen der Transaktions- und Programmebene hat der Sponsor eines ABCP-Programms zus├Ątzliche Anforderungen zu erf├╝llen. So muss er beispielsweise der zust├Ąndigen Beh├Ârde nachweisen, dass seine Solvenz und Liquidit├Ąt auch bei extremen Stresssituationen am Markt nicht beeintr├Ąchtigt sind.

Anwendung und Umsetzung der Kriterien

Zum gegenw├Ąrtigen Zeitpunkt k├Ânnen mit wenigen Ausnahmen nur traditionelle (True Sale-) Verbriefungen die STS-Kriterien erf├╝llen. EBA, ESMA und EIOPA sollen einen Bericht ├╝ber die M├Âglichkeit, Kriterien f├╝r synthetische STS-Verbriefungen zu entwickeln, erstellen.

Bei Verst├Â├čen gegen die Vorschriften stehen den Aufsichtsbeh├Ârden umfangreiche finanzielle und sonstige (bis hin zu strafrechtlichen) Sanktionsm├Âglichkeiten zur Verf├╝gung.

Anzeige der STS-Compliance

Originatoren und Sponsor (bei ABCP-Transaktionen: Sponsor) zeigen die Einhaltung der STS-Kriterien einer Verbriefung der ESMA an und erl├Ąutern, wie die Einhaltung erreicht wurde. Die EBA ver├Âffentlicht die Anzeige auf Ihrer Website. Dritte Parteien k├Ânnen sich f├╝r die Beurteilung der Erf├╝llung der STS-Kriterien lizensieren lassen, wenn sie genau definierte Anforderungen erf├╝llen. Ihre Einbindung ist der Anzeige beizuf├╝gen; die Haftung des Originators, Sponsors oder der Verbriefungszweckgesellschaft f├╝r die Einhaltung ihrer gesetzlichen Pflichten.

Zust├Ąndigkeiten und Kompetenzen der Aufsichtsbeh├Ârden

Hauptaufgabe der Aufsichtsbeh├Ârden ist ├ťberwachung der Einhaltung dieser Verordnung, wozu ausdr├╝cklich auch die Beaufsichtigung laufender Prozesse (ÔÇ×arrangements, processes and mechanismsÔÇť) geh├Ârt.

Die Aufsichtsbeh├Ârden verf├╝gen neben den bereits genannten (z.B. Autorisierung einer Drittpartei zur Feststellung der STS-Compliance) ├╝ber neue Aufgaben und Kompetenzen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, eine Aufsichtsbeh├Ârde zu benennen, die die Einhaltung der Vorschriften zur Due Diligence, zum Risikor├╝ckbehalt und zu den Kreditvergabestandards durch nicht in der EU regulierte Originatoren, urspr├╝ngliche Kreditgeber und Verbriefungszweckgesellschaften ├╝berwacht. Weiterhin haben sie eine f├╝r die ├ťberwachung der Einhaltung der STS-Kriterien in einer Transaktion sowie von die Compliance beurteilenden Drittanbietern verantwortliche Aufsichtsbeh├Ârde zu benennen.

Zus├Ątzlich haben die Aufsichtsbeh├Ârden Einzelfragen wie den angemessenen Umgang mit auftretenden Risiken aus der Struktur (vor allem Reputationsrisiko) durch die beteiligten Parteien zu ├╝berwachen. Hierzu geh├Ârt auch die Frage, wie sich die Teilnahme einer Partei an einer Verbriefung auf deren Kapitalausstattung (Kapitalpuffer) auswirkt.

├ťbergangsbestimmungen und Inkrafttreten

Die Verbriefungs-Verordnung ist ab dem 01.01.2019 auf alle ab diesem Zeitpunkt emittierten Verbriefungen anzuwenden. Vor diesem Datum emittierte nicht-ABCP-Verbriefungen k├Ânnen ebenfalls als STS-Verbriefungen behandelt werden, wenn sie alle STS-Kriterien erf├╝llen. F├╝r diese Verbriefungen sind noch die bisher g├╝ltigen Regelungen zum Risikor├╝ckbehalt nach der CRR, der Solvency II und der AIFMD anstelle der neuen Regelungen der CRR relevant.

Es ist fraglich, ob dies f├╝r das Bestandsgesch├Ąfts ohne zumindest teilweise Anpassung der Strukturen m├Âglich ist. Dabei sind im Einzelfall die Kosten der Vertragsanpassung der Kapitalersparnis gegen├╝berzustellen.

Die Änderung der CRR (2015/0225 (COD))

Die Einführung der Verbriefungs-Verordnung zieht Änderungen in der bestehenden CRR nach sich. Das betrifft insbesondere die neuen Risikogewichte für STS-Verbriefungen und Nicht-STS-Verbriefungen, für die zudem neue Untergrenzen festgesetzt werden.

Allgemeine Änderungen

Gegen├╝ber dem bestehenden Regelwerk sind eine ganze Reihe kleinerer ├änderungen (zus├Ątzliche Definitionen, ├änderungen bei der Behandlung von n-th-to-default-baskets, Neuerungen beim Thema Implicit Support) vorgenommen worden.

├ťberdies enth├Ąlt die neue Verbriefungsdefinition der CRR die Klarstellung, dass Transaktionen, die die Kriterien f├╝r die Einstufung als Spezialfinanzierungen erf├╝llen, keine Verbriefungen sind.

RWA-Ans├Ątze und Hierarchie (Art. 254 (1) CRR)

Die EU-Beschlussfassungsversion beinhaltet die weitgehend┬á unver├Ąnderte Implementierung der bereits im Baseler Papier enthaltenen technischen Vorgaben zur Ermittlung der Risikogewichte f├╝r Verbriefungen (hierzu auch Regulatory Blog Beitrag: „Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen f├╝r STC Verbriefungen erweitert“ vom 01. September 2016).

Eine wesentliche ├änderung gegen├╝ber den Entw├╝rfen von Kommission, Rat und Parlament ergab sich allerdings durch die Anpassung der Hierarchie zwischen dem SEC-SA (Standardansatz) und dem SEC-ERBA (auf dem Externen Rating basierender Ansatz): Zuk├╝nftig ist zun├Ąchst der SEC-SA anzuwenden. Aufgrund der im SEC-SA f├╝r manche Verbriefungen gegen├╝ber dem SEC-ERBA deutlich erh├Âhten Risikogewichten besteht allerdings die M├Âglichkeit, auf Verbriefungspositionen, f├╝r die ein externes Rating vorliegt oder abgeleitet werden kann, den SEC-ERBA anstelle des SEC-SA anzuwenden. Das ist jedoch nur dann zul├Ąssig, wenn der SEC-SA zu einem mehr als 25% h├Âheren Risikogewicht f├╝r STS-Verbriefungen oder einem 75% h├Âheren Risikogewicht f├╝r nicht STS-Verbriefungen f├╝hren w├╝rde. Bei Verbriefungen von Automobilkrediten oder ÔÇôleasingforderungen sowie Mobilienleasing kann grunds├Ątzlich der SEC-ERBA vor dem SEC-SA angewendet werden.

Dar├╝ber hinaus m├╝ssen alle Vorgaben zur Anwendung des SEC-SA erf├╝llt sein, was z.B. dessen Verwendung auf Wiederverbriefungen ausschlie├čt.

Fazit

Da die Datenaufbereitung sehr komplex ist, wird den Banken empfohlen eine Umsetzung sp├Ątestens Anfang 2018 vorzubereiten. Beide Verordnungen gelten ab dem 01. Januar 2019 zum Teil mit ├ťbergangsbestimmungen. Verbriefungen, deren Verbriefungspositionen vor Inkrafttreten der ├änderungsverordnung emittiert worden sind, haben bis zum 31.12.2019 die ÔÇ×altenÔÇť CRR-Verbriefungsregeln anzuwenden. Mit einer Frist von 6 oder 12 Monaten ab Inkrafttreten der Verordnungen wird die EBA – teilweise in Zusammenarbeit mit ESMA und EIOPA – noch 16 weitere Standards und 4 Richtlinien/Guidelines zur Konkretisierung von Vorgaben entwickeln. Dabei sollte jedoch ber├╝cksichtigt werden, dass ein hohes Ma├č an Unsicherheit zu Verz├Âgerungen/Zur├╝ckhaltung in der Bankenindustrie f├╝hren k├Ânnte.

Basel IV-Channel Episode 12: Operationelles Risiko und Verbriefung

Der Basel IV-Channel in 2017 startet mit zwei wichtigen Themen, die in der Weiterentwicklung des┬áBaseler Rahmenwerks deutliche┬áVer├Ąnderungen erfahren.

Der n├Ąchste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 13. Januar 2017

mit dem Thema: „Einblicke in die neuen Ans├Ątze f├╝r das operationelle Risiko und die Verbriefungsregelungen

Werfen Sie mit unseren PwC-Experten einen Blick auf die Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen f├╝r operationelle Risiken und die regulatorische Behandlung von Verbriefungspositionen.

Wir laden Sie herzlich ein, sich kostenfrei und unverbindlich zu dem genannten Termin anzumelden. Hier geht es direkt zur Anmeldeseite für unseren Basel IV-Channel. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Einladung per E-Mail).

Den Webcast k├Ânnen Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen .

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem ÔÇô es besteht die┬áM├Âglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Wir freuen uns, Sie zu unserem n├Ąchsten Termin begr├╝├čen zu d├╝rfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen f├╝r STC Verbriefungen erweitert

Der Baseler Ausschuss f├╝r Bankenaufsicht (BCBS) hat sein finales Rahmenwerk f├╝r Verbriefungen vom Dezember 2014 um die Neuregelungen zu ÔÇ×einfachen, transparenten und vergleichbarenÔÇť, so genannten (simple, transparent, comparable) STC-Verbriefungen erg├Ąnzt und am 11. Juli 2016 als ├╝berarbeiteten Standard zu der regulatorischen Behandlung von Verbriefungspositionen ver├Âffentlicht (Revisions to the securitisation framework (BCBS 374)).

Hintergrund

Den Aktualisierungen im Verbriefungsregelwerk sind zwei Ver├Âffentlichungen aus Basel hinsichtlich der STC Verbriefungen vorausgegangen. Ziel der im Juli 2015 zusammen mit der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbeh├Ârden (IOSCO) ver├Âffentlichten, finalen Kriterien f├╝r die Identifizierung der STC Verbriefungen (Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations (BCBS 332)) ist es, einen Markt f├╝r qualifizierte Verbriefungen zu etablieren, der sowohl f├╝r Investoren als auch f├╝r Originatoren und andere Parteien mit treuh├Ąnderischen Verantwortungen die Vergleichbarkeit solcher Verbriefungen erh├Âhen soll. Zudem soll eine verst├Ąrkte Transparenz der Verbriefungsstrukturen eine zuverl├Ąssigere Einsch├Ątzung der mit diesen Strukturen verbundenen Risiken und Ertr├Ąge hervorbringen.

Dar├╝ber hinaus hat der BCBS im November 2015 ein Konsultationspapier ├╝ber die Kapitalunterlegung f├╝r STS Verbriefungen (Capital treatment for „simple, transparent and comparable“ securitisations – consultative document ( BCBS 343 )) publiziert. Dabei wurden die Kriterien f├╝r STC Verbriefungen vom Juli 2015 um spezifische Kapitalvorschriften f├╝r diese Transaktionen erweitert. In diesem Papier schl├Ągt der BCBS grunds├Ątzlich eine Reduzierung der Eigenmittelanforderungen f├╝r STC Verbriefungen vor.

Nach der Konsultationsphase und einer quantitativen Auswirkungsstudie (QIS) hat der Baseler Ausschuss die STC Kriterien und die Kalibrierung der STC-Kapitalvorschriften finalisiert (vgl. BCBS 374).

Die STC Kriterien

Die Merkmale von qualifizierten oder STC-Verbriefungen zielen darauf ab, dass die mit Verbriefungsstrukturen verbundenen Risiken durch Anforderungen an die Ausgestaltung der Struktur, der Auswahl der verbrieften Verm├Âgenswerte (Underlyings) und an das Reporting ├╝ber die Wertentwicklung verringert werden. Diejenigen ÔÇ×nicht-ABCPÔÇť- und ÔÇ×True-SaleÔÇť-Transaktionen, die diese Eignungskriterien f├╝r STC-Verbriefungen erf├╝llen, sollen grunds├Ątzlich mit einem geringeren strukturellen und Modellrisiko verbunden sein. Die ├änderungen sind mit dem Ziel der Neubelebung eines vertrauensw├╝rdigen Verbriefungsmarkts verbunden. Letztlich soll damit die Unternehmensfinanzierung gef├Ârdert werden.

Im Hinblick auf die Eigenkapitalunterlegung sind STC-Verbriefungstransaktionen nur dann beg├╝nstigt, wenn sie neben den bereits genannten auch zus├Ątzliche Kriterien erf├╝llen. Diese sind:

    • Die zugrundeliegenden Risikopositionen m├╝ssen zum Portfolio-Abschlussstichtag den Bedingungen des KSA entsprechen und nach Risikominderung sind die standardisierten Risikogewichte wie folgt festgelegt:
      • [40%] auf den gewichteten Durchschnittswert der gesamten Positionen im Portfolio, die durch Wohnbauhypotheken oder Garantien gesichert sind
      • [50%] auf einzelne Positionen, die durch gewerbliche Hypotheken besichert sind
      • [75%] auf einzelne Mengengesch├Ąftspositionen
      • [100%] auf jegliche andere einzelne Positionen
    • Eine explizitere Definition der Granularit├Ąt: der Anteil von Risikopositionen gegen├╝ber einem einzelnen Schuldner an dem gesamten Pool zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Verbriefung darf 1% nicht ├╝bersteigen.

Im finalen Dokument ist eine Bedingung f├╝r die Anrechnung als STC Verbriefung, welche die Verwendung eines Third-Party-Servicer au├čer bei RMBS ausschlie├čen sollte (D 17), entfallen. Die restlichen Bedingungen (A1-D16) bleiben im Wesentlichen unver├Ąndert.

Neukalibrierung der wesentlichen Parameter f├╝r die STC Verbriefungen

Die Berechnungsans├Ątze und die Anwendungshierarchie sind gegen├╝ber dem Konsultationspapier unver├Ąndert geblieben (Siehe hierzu den Blogbeitrag: ÔÇ×Baseler Ausschuss ÔÇô Finales neues Rahmenwerk f├╝r VerbriefungenÔÇť vom 22. Juli 2015). In Anlehnung an die Ergebnisse einer quantitativen Auswirkungsstudie wurden jedoch wesentliche Parameter, die in dem methodischen Rahmenwerk genutzt werden, neu kalibriert. Konkret sinkt die Risikogewichtsuntergrenze (floor) von 15% f├╝r vorrangige Verbriefungspositionen auf 10% f├╝r vorrangige STC Verbriefungspositionen. Dar├╝ber hinaus beinhaltet die Ermittlung des aufsichtlichen Parameters p f├╝r STC-Verbriefungen im SEC-IRBA nun den Faktor x, der auf 0,5 gesetzt ist, w├Ąhrend im Konsultationspapier, Werte im Intervall [0,6; 0,8] vorgesehen waren. Im SEC-SA sinkt der aufsichtliche Parameter p von 1 f├╝r nicht-STC Verbriefungen auf 0,5 f├╝r STC-Verbriefungen ab.

Fazit

Die ├änderungen der Eigenkapitalbehandlung von STC Verbriefungen privilegieren STC-konforme Transaktionen durch tendenziell geringere Risikogewichte, insbesondere f├╝r die vorrangigen Tranchen, was deren Emission ankurbeln soll. Dennoch ist das ├╝berarbeitete Regelwerk an einigen Stellen nach wie vor konservativer als das bestehende CRR-Verbriefungsrahmenwerk. Beispielsweise liegt der verringerte Floor f├╝r die Risikogewichtung von STC-Verbriefungen in H├Âhe von 10% dennoch ├╝ber dem aktuell geltenden CRR-Mindestrisikogewicht von 7%. Institute sollten daher genauer durchrechnen, wie hoch die Auswirkungen auf die Risikogewichte bzw. Kapitalkosten infolge der Modifikationen tats├Ąchlich sind.

Dabei ist zu beachten, dass die privilegierte Kapitalbehandlung ausschlie├člich f├╝r Verbriefungen zul├Ąssig ist, die die umfangreichen STC Kriterien erf├╝llen. Bereits die Nicht-Einhaltung einer einzigen Anforderung kann zu wesentlich h├Âheren Risikogewichten f├╝hren und signifikant h├Âhere Kapitalanforderungen nach sich ziehen. Die Anforderungen an die Ausgestaltung von Verbriefungsstrukturen und deren Dokumentation gewinnen insoweit weiterhin an Bedeutung.

Der Zeitplan f├╝r die Umsetzung des ├╝berarbeiteten Verbriefungsrahmenwerks wird gem├Ą├č den urspr├╝nglichen Bestimmungen beibehalten; das Rahmenwerk soll ab dem 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Unklar ist, welche Auswirkungen die finalen Kriterien des BCBS 374 auf die folgenden Entw├╝rfe der Europ├Ąischen Kommission zum Verbriefungsregelwerk haben werden:

Diese beinhalten aktuell bereits eigene Kriterien zur Identifizierung von einfachen, standardisierten und transparenten (simple, transparent, standardised) oder STS-Verbriefungen, die den STC Kriterien des Baseler Ausschusses sowie auch den geringeren Kapitalanforderungen f├╝r STC-Verbriefungen ├Ąhneln. Damit setzt BCBS 374 vergleichbare Anreize, verst├Ąrkt in solche Verbriefungen zu emittieren bzw. in diese zu investieren. Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausma├č die Anforderungen aus BCBS 374 Eingang in das finale, f├╝r das Jahr 2016 angek├╝ndigte EU-Verbriefungsregelwerk finden.

EU-Vorschl├Ąge f├╝r ein neues Verbriefungsrahmenwerk

Am 30. September 2015 hat die Europ├Ąische Kommission zwei Vorschl├Ąge zur Schaffung eines neuen Rahmenwerks f├╝r Verbriefungen ver├Âffentlicht. Damit kommen die umfangreichen Arbeiten des Baseler Ausschusses (BCBS) und der European Banking Authority (EBA) zu einem vorl├Ąufigen Abschluss. Die Empfehlungen zur ├ťberarbeitung des Verbriefungsrahmenwerks und zur Festlegung von Kriterien f├╝r einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (STS-Securitisation) wurden durch eine ├ťberarbeitung der Verbriefungsvorschriften der CRR und durch Schaffung einer neuen Verordnung (Securitisation Regulation) umgesetzt.

Hintergrund

Im Oktober 2014 hatte die EBA bereits ein Diskussionspapier f├╝r einfache, standardisierte und transparente Verbriefungen (STS-Verbriefungen) vorgelegt (Discussion Paper on simple standard and transparent securitisations EBA/DP/2014/02). Ziel der Konsultation war die Schaffung sogenannter ÔÇ×qualifizierterÔÇť Verbriefungen, die sich durch besondere Einfachheit, ein hohes Ma├č an Standarisierung und transparente Strukturen auszeichnen. Vergleichbare Empfehlungen sind auch durch den Baseler Ausschuss abgegeben worden Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations, BCBS 332). Zudem hat der Baseler Ausschuss das Papier ÔÇ×Revisions to the securitisation frameworkÔÇť (BCBS 303) im Dezember 2014 in finaler Form ver├Âffentlicht. Der Baseler Ausschuss hat damit verschiedene Schw├Ąchen des bestehenden Verbriefungsrahmenwerks (u.a. starkes Abstellen auf externe Ratings, Klippeneffekte, mangelnde Risikosensitivit├Ąt) identifiziert, die durch die Einf├╝hrung neuer Berechnungsans├Ątze f├╝r die Bewertung von Verbriefungspositionen behoben werden sollen (siehe dazu auch Regulatory Blogbeitrag: ÔÇ×Baseler Ausschuss ÔÇô finales neues Rahmenwerk f├╝r VerbriefungenÔÇť vom 22. Juni 2015). Durch die neuen┬áVorschl├Ąge der EU Kommission werden die Ergebnisse der beiden Entwicklungen zusammengef├╝hrt und aufeinander abgestimmt.

  1. Europ├Ąisches Rahmenwerk f├╝r einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (Securitisation Regulation)

Mit dem Entwurf COM (2015) 472 schl├Ągt die EU Kommission die Schaffung einer separaten Verordnung zur Regelung von STS-Verbriefungen vor. Diese Verordnung soll unabh├Ąngig von der CRR f├╝r Verbriefungen allgemein gelten. Der Entwurf enth├Ąlt zun├Ąchst neben neuen Definitionen auch gegen├╝ber den bestehenden CRR-Bestimmungen ├╝berarbeitete Due Diligence-Regelungen f├╝r institutionelle Investoren einschlie├člich Banken und Versicherungen, Regelungen f├╝r den Risikoeinbehalt des Originators und Offenlegungsvorschriften. Hinsichtlich der STS-Kriterien wird zwischen Verbriefungen und ABCP-Verbriefungen unterschieden, f├╝r die gesonderte Regelungen gelten. Die ├╝bergeordnete Zuordnung der Kriterien unter die Oberbegriffe Einfachheit, Transparenz und Standardisierung wird in dem Entwurf beibehalten. F├╝r Vorschriften ├╝ber die Aufsicht ist ein eigenes Kapitel vorgesehen.

  • Einfachheit

Im Rahmen der Einfachheit (siehe Artikel 8 des Entwurfs) muss der Verkauf der verbrieften Risikopositionen ÔÇô auch im Fall der Insolvenz des Verk├Ąufers ÔÇô durchsetzbar sein. Sofern es sich um eine revolvierende Struktur handelt, m├╝ssen im Fall einer Bonit├Ątsverschlechterung oder Insolvenz Trigger vorhanden sein, die auch eine ├ťbertragung der noch nicht abgetretenen Risikopositionen bewirken. Der Verk├Ąufer muss gew├Ąhrleisten, dass die Risikopositionen nicht belastet sind oder eine Beschaffenheit aufweisen, die ihren Verkauf beeintr├Ąchtigt. Ein aktives Portfoliomanagement der Risikopositionen darf nicht stattfinden. Ferner m├╝ssen sie homogen in Bezug auf die Forderungsart, rechtlich bindend und durchsetzbar sein und definierte periodische Zahlungen vorsehen. Verbriefungen d├╝rfen in den Portfolien nicht enthalten sein. Weiterhin m├╝ssen die Risikopositionen aus der ├╝blichen Gesch├Ąftst├Ątigkeit des Originators stammen. Das Prinzip des ÔÇ×originate-to-distributeÔÇť, also der Ankauf fremder Risikopositionen mit dem Ziel, diese zu verbriefen, ist damit ausgeschlossen. Ebenso scheidet die Aufnahme ausgefallener Risikopositionen oder von Risikopositionen eines s├Ąumigen Schuldners aus. Weitere Bedingung ist, dass im Zeitpunkt der ├ťbertragung zumindest eine Rate bereits gezahlt worden ist. Letztlich darf auch die Befriedigung der Investoren in Verbriefungspositionen nicht wesentlich von den Sicherheiten f├╝r die verbrieften Risikopositionen abh├Ąngen.

  • Standardisierung

Standarisierte Verbriefungen (siehe Artikel 9 des Entwurfs) erf├╝llen zun├Ąchst die Anforderungen, die der Entwurf gem├Ą├č Artikel 4 an den Selbstbehalt des Emittenten stellt (Behalten eines materiellen Nettoanteils an der Verbriefungen von 5%; bisher Artikel 405 CRR). Zins- und W├Ąhrungsrisiken aus der Verbriefung m├╝ssen gemindert und die hierf├╝r eingesetzten Ma├čnahmen offengelegt werden. Zinszahlungen m├╝ssen sich nach allgemein verwendeten Markts├Ątzen richten. Bei Beendigung der Transaktion muss sichergestellt sein, dass keine wesentlichen Geldbetr├Ąge bei der SSPE (securititsation special purpose entity, siehe Artikel 2 des Entwurfs) verbleiben, sondern gem├Ą├č der Seniorit├Ąt der Verbriefungspositionen ausgesch├╝ttet werden. Bei revolvierenden Transaktionen sind angemessene early amortisation events oder trigger zur Beendigung der revolvierenden Phase einzurichten. Die Vertragsdokumentation muss zudem die Pflichten und Zust├Ąndigkeiten des Servicers, Regelungen f├╝r den Fall seiner Insolvenz und zur Auswechslung der Swap-Partner, Refinanzierer und der kontof├╝hrenden Bank enthalten. Ferner ist eine belastbare Dokumentation der Strategie, Prozesse und Kontrollen des Risikomanagements erforderlich und ihre Wirksamkeit ist sicherzustellen. Ebenso macht der Entwurf detaillierte Angaben zum weiteren notwendigen Inhalt der Vertragsdokumentation selbst.

  • Transparenz

Zur Herstellung von Transparenz (siehe Artikel 10 des Entwurfs) muss der Emittent den Investoren Daten ├╝ber die historischen Ausfall- und Verlustquoten f├╝r wesentlich vergleichbare Risikopositionen wie die verbrieften vor dem Investment zug├Ąnglich machen. Bei non-retail-Risikopositionen ist ein Zeitraum von sieben Jahren abzudecken, bei retail-Risikopositionen betr├Ągt die Zeitspanne f├╝nf Jahre. Die herangezogenen Bewertungskriterien f├╝r die Vergleichbarkeit sind offenzulegen. Vor der Emission ist eine Stichprobe aus den zu verbriefenden Risikopositionen durch eine geeignete externe Partei auf deren Eignung hin zu untersuchen. Die Untersuchung muss auch die Feststellung enthalten, dass die hinsichtlich der verbrieften Risikopositionen offengelegten Daten korrekt sind (Konfidenzniveau 95%). Sowohl vor dem pricing als auch fortlaufend muss der Emittent den Investoren ein cash flow model zur Verf├╝gung stellen. Originator, Sponsor und SSPE sind gemeinsam f├╝r die Einhaltung des Artikel 5 des Entwurfs verantwortlich und damit f├╝r die Information potentieller Investoren ├╝ber die der Verbriefung zugrundeliegenden Risikopositionen auf viertelj├Ąhrlicher Basis, die Vertragsdokumentation, die Anlegerberichte und die nach Artikel 14 des Entwurfs vorgesehene Meldung ├╝ber die Einhaltung der STS-Kriterien.

  • Due Diligence, Selbstbehalt und Offenlegung

Neben der Festlegung der STS-Kriterien enth├Ąlt der COM(2015) 472 ├╝berarbeitete Vorschriften f├╝r die Sorgfaltspr├╝fung der Investoren, den Selbstbehalt des Emittenten und die Offenlegung. Die einschl├Ągigen Vorschriften sind bisher in den Art. 405 ff. CRR enthalten und werden durch dieses neue Verbriefungsregelwerk ersetzt. Sind die Anforderungen an die Sorgfaltspr├╝fung und den Selbstbehalt noch im Wesentlichen mit den bisher geltenden CRR-Regelungen vergleichbar, werden die Offenlegungspflichten (siehe Art. 5 des Entwurfs) stark ausgeweitet. Hierzu geh├Ârt insbesondere die Bekanntgabe der gesamten Vertragsdokumentation und ÔÇô sofern die STS-Kriterien eingehalten sind ÔÇô eine hier├╝ber durch die ESMA zu erteilende Benachrichtigung. Ferner m├╝ssen Insiderinformationen unverz├╝glich weitergegeben werden. Die Offenlegung gegen├╝ber den Anlegern muss auf einer Website erfolgen, die ├╝ber ein Kontrollsystem zur Sicherung der Datenqualit├Ąt verf├╝gt und die Informationen mindestens f├╝r f├╝nf Jahre ├╝ber die Beendigung der Transaktion hinaus bereith├Ąlt.

  1. ├ťberarbeitung des Verbriefungsregelwerks der CRR

Mit dem Entwurf COM (2015) 473 schl├Ągt die EU Kommission umfangreiche ├änderungen der bisherigen CRR-Verbriefungsvorschriften in Art. 242 ff CRR vor. Dabei wurden die Baseler Vorschl├Ąge weitgehend unver├Ąndert ├╝bernommen. In den Artikeln 254 ff CRR n.F. haben die in dem BCBS 303 ver├Âffentlichten Mess-Ans├Ątze und Berechnungsmethoden Eingang in das Verbriefungsregelwerk gefunden. Der Entwurf enth├Ąlt zudem direkte Verweise auf die Securitisation Regulation und gew├Ąhrt insbesondere geringere Risikogewichte f├╝r Verbriefungspositionen, sofern die STS-Kriterien eingehalten werden.

  • SEC-IRBA

F├╝r die Ermittlung von KIRB im SEC-IRBA gilt nunmehr, dass dieser Wert f├╝r das Verw├Ąsserungsrisiko zun├Ąchst separat berechnet werden muss, sofern dieses Risiko einen materiellen Einfluss auf die Risikopositionen hat. Anschlie├čend ist das Ergebnis mit dem f├╝r das Kreditrisiko ermittelten Wert zusammenzuf├╝hren. Die n├Ąheren Bestimmungen ├╝ber den SEC-IRBA sehen vor, dass die Aufsicht im Einzelfall die Verwendung dieses Ansatzes verbieten kann. Werden jedoch die STS-Kriterien gem├Ą├č der Securitisation Regulation erf├╝llt, so betr├Ągt der Floor f├╝r das Risikogewicht der Seniortranche nur 10%, statt des im BCBS 303 noch vorgesehenen Floors von 15%.

  • SEC-ERBA

Die Berechnung der Risikogewichte bei Verwendung externer Ratings wird bei Erf├╝llung der STS-Anforderungen ebenfalls modifiziert (siehe Artikel 262 CRR n.F.). Bei Verbriefungspositionen mit Kurzzeitrating gelten je nach Bonit├Ątsstufe die Risikogewichte 10%, 35% und 70% statt 15%, 50% und 100% bei Verbriefungen, die keine STS-Verbriefungen sind. F├╝r alle Ratings unterhalb der dritten Stufe bleibt es unver├Ąndert bei 1.250%. Bei Langzeitratings kann f├╝r die Seniortranche von STS ebenfalls ein Risikogewicht von 10% erreicht werden.

  • SEC-SA

Auch im Standardansatz kann unter Einhaltung der STS-Kriterien ein Risikogewicht-Floor von 10% erreicht werden. Der aufsichtliche Parameter p hat in diesem Fall den Wert 0,5. Im ├ťbrigen bleiben die Formeln zur Berechnung des Risikogewichts gegen├╝ber dem BCBS 303 unver├Ąndert.

  • STS-Verbriefungen

Zus├Ątzlich zu den Anforderungen der Securitisation Regulation ist Artikel 243 CRR n.F. zu beachten. Die Vorschrift stellt erg├Ąnzende Anforderungen als Voraussetzungen f├╝r die geringere Risikogewichtung. So muss es sich um verbriefte Risikopositionen handeln, die unter Einhaltung von Artikel 79 CRD IV entstanden sind und die Menge an Risikopositionen eines einzigen Schuldners darf 1% des gesamten Pools nicht ├╝berschreiten. Ferner d├╝rfen die Risikogewichte der Risikopositionen selbst bestimmte Grenzen nicht ├╝berschreiten.

Weitgehend unver├Ąndert bleiben die Regelungen ├╝ber die ├ťbertragung des signifikanten Kreditrisikos und die Anforderungen an externe Ratings. Die hierf├╝r geltenden Grunds├Ątze wurden mit der Einf├╝hrung der CRR zum 1. Januar 2014 angepasst und waren nicht Gegenstand der aktuellen Konsultationen des Baseler Ausschusses und der EBA.

F├╝r bestehende Verbriefungspositionen greift eine ├ťbergangsregelung. Danach ist die Anwendung der CRR in ihrer jetzigen Fassung bis Ende 2019 vorgesehen.

Fazit

In dem Entwurf des neuen CRR-Verbriefungsrahmenwerks hat sich der Floor f├╝r die Risikogewichtung in allen Ans├Ątzen auf 10% verringert (gegen├╝ber 15% im BCBS 303). Dieser Floor liegt aber dennoch ├╝ber dem aktuell geltenden Mindestrisikogewicht von 7% und l├Ąsst einen deutlichen Anstieg der Kapitalkosten f├╝r Verbriefungspositionen erwarten. Es muss au├čerdem beachtet werden, dass der Wert nur bei Einhaltung der umfangreichen STS-Kriterien erreicht werden kann. Da theoretisch bereits die Nichterf├╝llung eines einzigen Kriteriums zur Anwendung wesentlich h├Âherer Risikogewichte f├╝hren kann, sollten die Institute die noch verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten des neuen Rahmenwerks nutzen, um die neuen Kapitalanforderungen zu errechnen und die Umsetzbarkeit der Securititsation Regulation zu pr├╝fen.

Baseler Ausschuss ÔÇô finales neues Rahmenwerk f├╝r Verbriefungen

Im Dezember 2014 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) das Rahmenwerk f├╝r Verbriefungen ├╝berarbeitet (Revisions to the securitisations framework), dieser ├ťberarbeitung vorausgegangen sind zwei Konsultationen in 2009 und 2012 (Dazu auch Regulatory Blog Beitrag: ÔÇ×Neues aus Basel zum Verbriefungsregelwerk ÔÇô Revisions to the Basel Securitisation FrameworkÔÇť vom 20. Dezember 2012).

Hintergrund

Ziel der ├ťberarbeitung war es, die bisher nicht ausreichend in den Basel II-Verbriefungsregeln ber├╝cksichtigten Aspekte bzw. die dort aufgetretenen Schwachstellen zu adressieren. Insbesondere die Abh├Ąngigkeit von externen Ratings, die fehlende Risikosensitivit├Ąt, das Auftreten von sogenannten Klippeneffekten und die unzureichende Kapitalunterlegung f├╝r Verbriefungspositionen stehen im Fokus der ├ťberarbeitung.

Das ├╝berarbeitete Verbriefungsrahmenwerk soll ab 01. Januar 2018 in Kraft treten. Flankiert werden die ├ťberarbeitungen von Konsultationen zu den Kriterien von einfachen, transparenten und vergleichbaren Verbriefungstransaktionen (Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations – consultative paper).

Schw├Ąchen des bisherigen Regelwerks

Die Finanzkrise hat Schw├Ąchen innerhalb des Basel II Verbriefungs-Regelwerks aufgedeckt. Der Basler Ausschuss nennt hier namentlich die mechanische Verwendung externer Ratings und besonders niedrige Risikogewichte f├╝r hoch geratete Risikopositionen bzw. besonders hohe Risikogewichte f├╝r niedrig geratete Senior-Risikopositionen. Auch Klippeneffekte durch das Auftreten einer erheblichen Erh├Âhung der Kapitalanforderungen f├╝r die Verbriefungsposition bereits bei minimalen Ver├Ąnderungen der Portfolioqualit├Ąt und eine mangelnde Risikosensitivit├Ąt aufgrund des Fehlens bestimmter Risikotreiber wurden angef├╝hrt.

Durch das neue Rahmenwerk wird zum einen die Hierachie der auf internem und externem Rating basierenden Ans├Ątze f├╝r die Beurteilung und Bewertung der Risiken aus Verbriefungspositionen ├╝berarbeitet. Zum anderen wird gegen├╝ber dem Basel II-Rahmenwerk f├╝r Verbriefungen die Bedeutung des externen Ratings reduziert. Dar├╝ber hinaus sollen die Anzahl der verwendeten Ans├Ątze begrenzt und ihre Verwendung vereinfacht werden.

Hierarchie der Ans├Ątze

Die Rangfolge, in der die (neuen) zur Verf├╝gung stehenden verschiedenen Berechnungsans├Ątze anzuwenden sind, l├Ąsst sich wie folgt abbilden:

Ans├Ątze

 

Quelle: BCBS Revisions to the securitisation framework

An der Spitze der Hierachie der Ans├Ątze steht der Internal Ratings-Based Approach (SEC-IRBA). Diesen Ansatz ÔÇô analog dem bisherigen SFA – k├Ânnen die Institute nutzen, wenn ihre relevanten internen Modelle zur Messung von Kreditrisiken aufsichtlich genehmigt worden sind. Sofern die Bank keine internen Modelle nutzt und die Verbriefungspositionen gerated sind, steht mit dem SEC-ERBA ein Ansatz zur Verf├╝gung, der auf externen Kreditbewertungen beruht. Der Standardansatz SEC-SA ist die Alternative zum auf internen Ratings basierenden Ansatz und kommt besonders in Jurisdiktionen in Betracht, in denen die Verwendung externer Ratings nicht gestattet ist. Zudem ist er der einzige Ansatz, der f├╝r Wiederverbriefungen zul├Ąssig ist.

Ein Institut darf den jeweiligen Ansatz nur nutzen, wenn es in der Lage ist, s├Ąmtliche f├╝r die Berechnung erforderlichen Parameter zu ermitteln. Gelingt dies nicht, muss der n├Ąchst einfachere Ansatz verwendet werden. Dabei gilt f├╝r alle Ans├Ątze ein Mindestrisikogewicht (Floor) von 15 %. Sofern keiner der drei Ans├Ątze gerechnet werden kann, ist f├╝r die Verbriefungsposition ein Risikogewicht von 1.250 % anzusetzen.

Die Ans├Ątze im Einzelnen

  • Securitisation Internal-Ratings Based Approach (SEC-IRBA)

Der SEC-IRBA basiert auf dem Simplified Supervisory Formula Approach (SSFA) zur Ermittlung des Risikogewichts f├╝r die jeweilige Verbriefungsposition. Seine Anwendung erfordert ein genehmigtes IRB-Modell f├╝r die Forderungen im Verbriefungspool. Ber├╝cksichtigung finden zudem die Tranchendicke (T) und nunmehr auch die Laufzeit der Verbriefungstranche (MT). Letztere soll der Vermeidung der bereits erw├Ąhnten Klippeneffekte dienen, die bisher im Supervisory Formula Approach auftreten konnten. Als weiterer Inputparameter flie├čen die Kapitalanforderungen ein, die f├╝r die Forderungen gegolten h├Ątten, wenn sie nicht verbrieft worden w├Ąren (KIRB).

Grunds├Ątzlich muss das Institut in der Lage sein, s├Ąmtliche Inputparameter f├╝r den SSFA zu bestimmen. Ist bei einem bestimmten Pool aber nur ein Teil der Forderungen IRBA-f├Ąhig, muss dieser mindestens bei 95 % liegen, um den SEC-IRBA anwenden zu k├Ânnen. Wird diese Schwelle nicht erreicht, muss die Bank zwingend einen einfacheren Ansatz w├Ąhlen.

  • Securitisation External-Ratings Based Approach (SEC-ERBA)

Nach dem Basel II Rating Based Ansatz wurde das Risikogewicht anhand externer Ratings, der Seniorit├Ąt der Verbriefungsposition und der Granularit├Ąt des zugrunde liegenden Pools ermittelt. Nach dem aktuellen Basler Papier wird die Bedeutung der Ratings zur Bemessung signifikanter Risiken verringert. Zum einen flie├čt die Tranchendicke (T) bei mezzaninen Tranchen mit ein, zum anderen wird die Seniorit├Ąt ber├╝cksichtigt. Weiter bildet die Restlaufzeit der Verbriefungsposition einen Inputparameter. Demgegen├╝ber entf├Ąllt das Kriterium der Granularit├Ąt, da es nach Ansicht des Basler Ausschusses bereits in ausreichendem Umfang durch die Ratingagenturen ber├╝cksichtigt wird. Diese gehen bei steigender Granularit├Ąt von einer Bonit├Ątsverbesserung aus.

Zur Anwendung des SEC-ERBA m├╝ssen externe bzw. zumindest abgeleitete Ratings f├╝r die zu gewichtenden Verbriefungspositionen vorliegen. Bei vorhandenem Kurzzeitrating k├Ânnen die Risikogewichte anhand einer Mappingtabelle ermittelt werden. F├╝r Langzeitratings existiert ebenfalls eine Tabelle, aus der sich die Risikogewichte f├╝r Senior und Nicht-Senior Tranchen bei einer Restlaufzeit (MT) von einem und f├╝nf Jahren ablesen l├Ąsst. F├╝r dazwischen liegende Laufzeiten muss das Risikogewicht durch lineare Interpolation ermittelt werden. F├╝r Nicht-Senior Tranchen muss zudem die Tranchendicke (T) zur Berechnung herangezogen werden. Au├čerdem darf das ermittelte Risikogewicht nie niedriger sein als das entsprechende Risikogewicht einer Seniortranche derselben Verbriefung mit identischem Rating und gleicher Restlaufzeit.

  • Securitisation Standardised Approach (SEC-SA)

Zur Anwendung des Standardansatzes wird ebenfalls der SSFA herangezogen (wie im SEC-IRBA) und es m├╝ssen die folgenden Inputparameter vorhanden sein: Die Kreditrisikostandardansatz (KSA)-Kapitalanforderungen (KSA) f├╝r die zugrunde liegenden Exposures, der Anteil der leistungsgest├Ârten Positionen (W) und die Tranchendicke.

Die Kapitalanforderungen nach KSA ergeben sich aus der Division der risikogewichteten Aktiva durch die Risikopositionswerte multipliziert mit 8 %. Der Anteil der leistungsgest├Ârten Positionen (W) errechnet sich als Quotient aus der Summe aller leistungsgest├Ârten Positionen im Verh├Ąltnis zu allen Positionen im Pool. Als leistungsgest├Ârt gelten alle Exposures mit einem Leistungsverzug von 90 Tagen oder mehr, die Gegenstand eines Insolvenz- oder Zwangsvollstreckungsverfahrens sind oder nach Vertragsdokumentation der Verbriefung als ausgefallen gelten. Dabei muss die Bank das Vorliegen einer Leistungsst├Ârung f├╝r mindestens 95 % der Positionen ermitteln k├Ânnen. Andernfalls werden die Verbriefungspositionen mit einem Risikogewicht von 1.250 % angesetzt.

Fazit

Mit den neuen Ans├Ątzen wird die Ermittlung der Kapitalanforderungen f├╝r Verbriefungspositionen erheblich risikosensitiver und in Summe auch konservativer. Andererseits wird der erforderliche Aufwand f├╝r die betroffenen Institute tendenziell erh├Âht, da die Zahl der Inputparameter angestiegen ist. Dabei bleibt bei realistischer Betrachtung die Anwendung des SEC-IRBA den verbriefenden Instituten (Originatoren) vorbehalten, da z.B. ein Investor nicht ├╝ber die notwendige Datengranularit├Ąt verf├╝gt. Andererseits ist aufgrund der eingangs erw├Ąhnten Konsultationen zu den Kriterien f├╝r einfache, transparente und vergleichbare Verbriefungstransaktionen eine Privilegierung von sog. ÔÇ×qualifiziertenÔÇť Transaktionen bei der Eigenkapitalunterlegung zu erwarten. Institute sollten in der Zeit bis zur Einf├╝hrung der neuen Regelungen ihre Gesch├Ąftst├Ątigkeit im Verbriefungsbereich ├╝berpr├╝fen, um zu ermitteln, welche prozessualen Anpassungen bei ihnen notwendig werden bzw. inwieweit sich potentielle Auswirkungen auf die Kapitalquoten ergeben k├Ânnten.

Neues aus Basel zum Verbriefungsregelwerk – Revisions to the Basel Securitisation Framework

Am 18. Dezember 2012 hat das Basel Committe on Banking Supervision┬áein Konsultationspapier zur ├ťberarbeitung des Verbriefungsregelwerks (Revisions to the Basel Securitisation Framework – consultative document) ver├Âffentlicht. Die Konsultationsphase l├Ąuft bis zum 15. M├Ąrz 2013.

Hintergrund

W├Ąhrend die ├änderungen am Verbriefungsregelwerk nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise 2009 lediglich „Erste-Hilfe-Ma├čnahmen“ zur Behebung der gr├Â├čten identifizierten Schw├Ąchen darstellten, wird mit dem ├änderungsvorschlag eine grundlegende ├ťberarbeitung des Verbriefungsregelwerks vorgenommen. Im Laufe der Krise erfolgten in 2009 ┬áeinerseits Nachjustierungen bei den Risikogewichten, insbesondere f├╝r Verbriefungspositionen des Handelsbuchs und Wiederverbriefungspositionen, sowie andererseits eine Reihe von operationellen Anforderungen (due-diligence Anforderungen) und ein Selbstbehalt f├╝r Initiatoren von Verbriefungstransaktionen eingef├╝hrt. Das eigentliche Defizit, n├Ąmlich das blinde Vertrauen auf externe Ratings, wurde mit den damaligen ├änderungen nicht behoben. Dies soll nun mit der vorliegenden Konsultation nachgeholt werden.

Wesentliche Inhalte

Im Folgenden sollen die wesentlichen ├änderungsvorschl├Ąge kurz vorgestellt werden.

Die Konsultation beinhaltet u.a.:

  • eine neue Rangfolge in der die zur Verf├╝gung stehenden verschiedenen Berechnungsans├Ątze anzuwenden sind,
  • ├änderungen bei den bestehenden Berechnungsans├Ątze f├╝r die Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen und
  • die Einf├╝hrung neuer Berechnungsans├Ątze, insbesondere auch als R├╝ckfallposition zur 1.250% Gewichtung.

Sowohl f├╝r die ├änderung der bestehenden Berechnungsans├Ątze als auch f├╝r die neue Rangfolge bei der Anwendung der Ans├Ątze werden Alternativen vorgeschlagen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass

  • die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen f├╝r Verbriefungspositionen zuk├╝nftig komplexer wird,
  • die ├╝berarbeiteten Ans├Ątze ├╝berwiegend als neues Kriterium die Laufzeit des zugrundeliegenden Forderungspools und ggf. die Tranchendicke ber├╝cksichtigen und
  • die Kapitalanforderungen differenzierter ausfallen und dabei tendenziell f├╝r h├Âherrangige Tranchen steigen (Mindestrisikogewicht 20 %), w├Ąhrend sie im Gegenzug bei mezzaninen und unteren Tranchen weniger schnell zu einer 1.250% Gewichtung bzw. zum Kapitalabzug f├╝hren.

Die differenzierteren Kapitalanforderungen sollen insbesondere bisherige Fehlanreize durch sogenannte regulatorische „Klippeneffekte“ reduzieren und regulatorische Arbitrage verhindern.

Vorschlag einer neuen Rangfolge f├╝r die Anwendung der verschiedenen Berechnungsans├Ątze

Die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen war bisher relativ ┬áeinfach. Sobald ein externes Rating vorlag, war dieses als Grundlage f├╝r die Eigenkapitalunterlegung heranzuziehen (Rating Based Approach – RBA). War die Position nicht extern geratet, bestand f├╝r KSA-Verbriefungspositionen die M├Âglichkeit der Durchschau, wenn die Zusammensetzung des zugrundeliegenden Pools bekannt war. F├╝r ABCP Programme und qualifizierte Liquidit├Ątsfazilit├Ąten bestanden spezielle Regelungen. F├╝r IRBA-Verbriefungspositionen konnte zus├Ątzlich ein abgeleitetes Rating ermittelt oder der aufsichtliche Formelansatz (Supervisory Formula Approach – SFA) bzw. in bestimmten F├Ąllen das interne Einstufungsverfahren (Internal Assessment Approach – IAA) angewendet werden. Lagen die Voraussetzungen f├╝r die Anwendung dieser alternativen Berechnungsans├Ątze nicht vor, war die Position mit 1.250% zu gewichten oder vom Kapital abzuziehen.

Galt bisher der absolute Vorrang des RBA, werden nunmehr folgende Alternativen zur Konsultation gestellt:

  • Alternative A: Anwendungsvorrang f├╝r einen ├╝berarbeiteten SFA und subsidi├Ąr die Anwendung eines ├╝berarbeiteten RBA bzw. vereinfachten SFA je nach Aus├╝bung eines nationalen Wahlrechts durch die jeweilige Jurisdiktion
  • Alternative B: nach Wahl des Instituts die Anwendung eines ├╝berarbeiteten RBA bzw. ├╝berarbeiteten SFA nur f├╝r senior und high-quality Tranchen, w├Ąhrend auf alle anderen Tranchen ein neuer Concentration Ratio Approach anzuwenden ist.

Bei beiden Alternativen wird zus├Ątzlich zur bisher geltenden R├╝ckfalll├Âsung einer 1.250% Gewichtung bzw. Kapitalabzug ein neuer sogenannter Backstop Concentration Ratio Approach (im Folgenden BCRA) eingef├╝hrt.

Anpassungen der bestehenden und Einf├╝hrung neuer Berechnungsans├Ątze f├╝r die Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungspositionen

├änderungen des Rating Based Approach – RBA

Nach dem RBA gelten bisher unterschiedliche Mappingtabellen f├╝r KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen, die anhand des externen Ratings bestimmen, welches Risikogewicht f├╝r eine Verbriefungsposition anzuwenden ist. Die IRBA-Mappingtabelle ist dabei differenzierter als die KSA-Mappingtabelle und stellt auf zus├Ątzliche Kriterien wie H├Âchstrangigkeit der betreffenden Tranche und Granularit├Ąt des zugrundeliegenden Forderungspools ab.

Basel schl├Ągt mit dem Konsultationspapier nunmehr vor, einheitliche Mappingtabellen f├╝r KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen einzuf├╝hren. F├╝r langfristige Ratings soll sich die neue Mappingtabelle an der bisherigen IRBA-Mappingtabelle orientieren. Zus├Ątzlich sollen neben dem Kriterium der H├Âchstrangigkeit aber nunmehr auch die Tranchendicke und die durchschnittliche Laufzeit des zugrundeliegenden Forderungspools f├╝r die Festlegung der H├Âhe des Risikogewichts eine Rolle spielen. Das Kriterium der Granularit├Ąt wird hingegen gestrichen.

F├╝r kurzfristige Ratings, also insbesondere im Bereich von ABCP-Programmen, soll eine einheitliche Mappingtabelle f├╝r KSA- und IRBA-Verbriefungspositionen gelten, die sich an der bisherigen KSA-Mappingtabelle orientiert.

├änderung des Supervisory Formula Approach – SFA

Der bisher existierende SFA soll in zwei Varianten aufgeteilt werden, einen Modified Supervisory Formula Approach (MSFA) und einen Simplified Supervisory Formula Approach (SSFA). Beide neu vorgeschlagenen Varianten unterscheiden sich vom bisherigen SFA. Der MSFA soll, wie der bisherige SFA, nur f├╝r IRBA-Institute gelten.

In der Berechnungsformel des MFSA wird nunmehr ebenfalls die Laufzeit der zugrundeliegenden Forderung ber├╝cksichtigt. Ferner werden bestimmte in der Berechnungsformel enthaltene aufsichtliche Parameter deutlich angepasst.

F├╝r den SSFA werden ├Ąhnliche Parameter, wie f├╝r den MSFA ben├Âtigt. Allerdings entf├Ąllt das Kriterium der Laufzeit. Als Ausgleich daf├╝r werden andere Parameter so angepasst, dass gew├Ąhrleistet ist, dass die Risikogewichte nach dem SSFA in jedem Fall h├Âher ausfallen als nach dem MSFA. Der SSFA ist auch f├╝r KSA-Institute anwendbar.

Einf├╝hrung eines neuen Concentration Ratio Approach based on KIRB (CRKIRB)

F├╝r die zweite Alternative der Rangfolge der in Betracht kommenden Berechnungsans├Ątze soll ein sogenannter CRKIRB eingef├╝hrt werden. Wie bereits oben dargestellt, w├Ąre dieser Ansatz lediglich auf solche Tranchen anzuwenden, bei denen es sich nicht um „senior, high quality“ Tranchen handelt. Weitere Voraussetzung ist, dass es sich um ein IRBA-Institut handelt und es in der Lage ist, die IRBA-Kapitalanforderungen f├╝r das zugrundeliegende Portfolio (KIRB) zu berechnen.

Einf├╝hrung eines neuen Backstop Concentration Ratio Approach (BCRA)

Schlie├člich soll unter beiden vorgeschlagenen Varianten der Rangfolge der Berechnungsans├Ątze vor einer Risikogewichtung von 1.250% ein neuer Berechnungsansatz als R├╝ckfalll├Âsung eingef├╝hrt werden, der BCRA. Parameter der Berechnungsformel des BCRA sind die zugrundeliegenden Forderungen, die nach den Grunds├Ątzen des KSA risikogewichtet werden, der Rang der Tranche sowie die Tranchendicke.

Wiederverbriefungen

F├╝r Wiederverbriefungen soll allein der BCRA anwendbar sein, wobei in der Berechnungsformel besondere Parameter speziell f├╝r Wiederverbriefungspositionen gesetzt werden, um in jedem Fall ein konservatives Risikogewicht zu erreichen.

Wie geht es weiter?

Neben der Konsultation soll im ersten Quartal 2013 eine Quantitative Impact Study (QIS) durchgef├╝hrt werden. Hierf├╝r wird der Baseler Ausschuss noch eine „technical note“ mit Einzelheiten zur Berechnung der Kapitalanforderungen nach dem ├╝berarbeiteten RBA ver├Âffentlichen. Bereits jetzt lassen sich jedoch anhand der Vorgaben aus dem Konsultationspapier Sch├Ątzungen ├╝ber die H├Âhe der k├╝nftigen Kapitalanforderungen durchf├╝hren. Ebenso kann bereits jetzt begonnen werden, die Verf├╝gbarkeit der ben├Âtigten Inputparameter f├╝r die Berechnungen zu pr├╝fen. Eine generelle Aussage, ob die Kapitalunterlegung mittels der neuen Verfahren tendenziell ├╝ber oder unter den aktuellen Werten liegen wird, ist jedoch nicht m├Âglich, sondern stark von dem betroffenen Portfolio abh├Ąngig.

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