Risk Blog

Die größten Herausforderungen für ein erfolgreiches EZB Onboarding

Ein Wechsel in der direkten Beaufsichtigung von der BaFin zur EZB stellt Kreditinstitute vor besondere Herausforderungen. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Handlungsfelder und Maßnahmen auf, damit Sie sich optimal auf ein EZB Onboarding vorbereiten können.

Was sind die zentralen Handlungsfelder im EZB Onboarding?

Mit der SSM-Verordnung[1] hat die EU im Jahr 2013 einen einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) für Kreditinstitute geschaffen, im Rahmen dessen die EZB und die national zuständigen Behörden (National Competent Authority – NCA) abgestimmt agieren. Ob ein Institut im SSM unter der direkten Beaufsichtigung durch die EZB oder der NCA steht, richtet sich nach seiner Einstufung als bedeutendes beaufsichtigtes Institut (Significant Institution – SI) oder weniger bedeutendes beaufsichtigtes Institut (Less Significant Institution – LSI). Bei einem Wechsel der Einstufung und damit verbunden einer EZB-Beaufsichtigung sollten Institute umfassende Vorbereitungsmaßnahmen durchführen, welche insbesondere in die folgenden Handlungsfelder fallen:

  • Comprehensive Assessment
  • Implementierung von höheren und zusätzlichen aufsichtlichen Anforderungen
  • Intensivere laufende Ăśberwachung

EBA Leitlinien zur Kreditvergabe und -ĂĽberwachung fĂĽr BaFin beaufsichtigte Institute

Die EBA Leitlinien zur Kreditvergabe und -ĂĽberwachung verkörpern eine Zeitenwende der europäischen Bankenaufsicht im Kerngeschäft der Banken. In ihrer Breite und Detaillierung senden sie klare Signale an die nationalen Aufsichtsbehörden und liefern damit einen Vorgeschmack auf bevorstehende MaRisk-Novellen. Denn auch die prinzipienorientierte deutsche Aufsicht wird sich an den neuen Vorgaben orientieren. Was Bankpraktiker hierzulande nun beachten sollten, erfahren Sie in unserer Blog-Reihe zur Umsetzung der neuen EBA Leitlinien in das deutsche Aufsichtsrecht. 

In weiteren Veröffentlichungen gehen unsere Experten für Sie in den kommenden Wochen auf ausgewählte Aspekte der Leitlinien ein und beleuchten die besonderen Herausforderungen, die sich aus der bevorstehenden Umsetzung für direkt beaufsichtigte Institute auf allen betroffenen Ebenen ergeben werden.

Risikoreduzierungsgesetz 2020 – Auswirkungen auf die bankbetriebliche Praxis von Organkrediten

Im Dezember 2020 ist das vom Bundestag beschlossene Risikoreduzierungsgesetz (RiG) in Kraft getreten. Durch das RiG werden die durch die EU in 2019 beschlossenen Änderungen an der Eigenkapitalrichtlinie (CRD V) und der Abwicklungsrichtlinie (BRRD II) umgesetzt. Die zentralen Inhalte haben wir Ihnen anhand des Referentenentwurfs bereits in einem früheren Blogbeitrag vorgestellt. An dieser Stelle sollen die wesentlichen Änderungen am §15 KWG näher beleuchtet werden.

Implikationen der COVID-19 Pandemie auf die Kapitalplanung von Kreditinstituten

Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie werden die Effekte der weltweit von Staaten und Aufsichtsbehörden ergriffenen Maßnahmen, die u.a. die Stabilität des Finanzsystems schützen und somit auch Beiträge zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Kreditinstituten leisten sollen, weiterhin diskutiert.

EZB gibt Ergebnisse des „Pragmatic SREP 2020“ bekannt

Am 28. Januar 2021 wurden von der EZB die Ergebnisse des „Pragmatic SREP 2020“ bekannt gegeben. Der pragmatische und damit vereinfachte SREP wurde vor dem Hintergrund der seit März 2020 andauernden Coronakrise durchgeführt und konzentrierte sich im Wesentlichen auf den Umgang der Banken mit den Herausforderungen aus der Krise sowie den Auswirkungen auf Kapital und Liquidität. Ein wesentliches Merkmal dieses pragmatischen SREP ist, dass für die weit überwiegende Anzahl der Banken die SREP Scores beibehalten wurden und auch die Kapitalanforderungen und -leitlinien (P2R und P2G) unverändert blieben.

Die zusätzlich bereits seit Frühjahr 2020 bestehenden Erleichterungen u.a. in Bezug auf die Kapital- und Liquiditätsanforderungen waren nicht Gegenstand des SREP und bleiben aktuell unverändert bestehen.

EZB veröffentlicht finale Leitlinien zum Umgang mit Klima- und Umweltrisiken

Am 27. November 2020 veröffentlichte die EZB nach einer öffentlichen Konsultation (sehen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag vom 2. Juni 2020) und einem Dialog mit den beaufsichtigten Instituten (SIs) die finale Fassung des Leitfadens zu Klima- und Umweltrisiken.

Die EZB hat in der Veröffentlichung 13 konkrete Erwartungen in Bezug auf den Umgang mit Klima- und Umweltrisiken formuliert. Auch wenn diese selbst nicht verpflichtend sind, so wurde im gleichen Schritt für 2022 eine vollständige aufsichtliche Überprüfung der Bankpraktiken für dieses Themengebiet angekündigt, die auch Bestandteil des im gleichen Jahr geplanten aufsichtsrechtlichen Stresstests sein wird. Bereits zu Beginn des Jahres 2021 sollen die Institute eine Selbsteinschätzung in Bezug auf die Umsetzung der EZB Erwartungen vornehmen und Aktionspläne entwickeln, die von der EZB analysiert und in ein Benchmarking einbezogen werden sollen.

Operationelle Resilienz und Risiken in der Covid-19 Pandemie: Lessons learned

Das im August 2020 vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (im Folgenden: der Ausschuss) veröffentlichte Konsultationspapier „Principles for operational resilience“ konkretisiert die Anforderung an Kreditinstitute, dass sie sich stärker mit ihrer Krisenresilienz inkl. den Auswirkungen externer Ereignisse auf ihr Geschäftsmodell und ihre Risikosituation auseinander sollen. Der Ausschuss erwartet insbesondere einen weiteren Anstieg technologiebedingter Gefahren und leitet daraus ab, dass die Belastbarkeit der Institute in diesem Kontext weiter erhöht werden muss – zentral dafür seien auch die Verfahren und Prozesse zum Umgang mit operationellen Risiken.

Die EBA veröffentlicht ein Diskussionspapier zum Management und Überwachung von ESG-Risiken für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen

Die EBA hat die Auswirkungen von ESG-Risiken auf Kreditinstitute und Wertpapierfirmen[1] analysiert. Dabei stellt sie die Notwendigkeit fest, diese Risiken stärker in die Geschäftsstrategien und -prozesse von Instituten zu integrieren und angemessen in den internen Governance-Regelungen zu berücksichtigen. Ebenfalls sollten aufsichtliche Überprüfungsprozesse um ESG-Aspekte erweitert werden.

BaFin veröffentlicht Entwurf der überarbeiteten MaRisk

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 26. Oktober 2020 ihre Konsultation zum Entwurf der Neufassung der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ veröffentlicht. Die Überarbeitungen konzentrieren sich insbesondere darauf, Anforderungen aus den EBA-Richtlinien zu notleidenden und gestundeten Risikopositionen (Guidelines on management of non-performing and forborne exposures – NPL Guidelines), zu Auslagerungen (Guidelines on out-sourcing arrangements – Outsourcing Guidelines) und zum ICT-Risk (Guidelines on ICT and Security Risk Management – ICT Guidelines) in die MaRisk Vorgaben zu integrieren. . Ferner erfolgt die Anpassung der MaRisk-Regelungen an den überarbeiteten Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte (ICAAP).