Benchmarking von Sanierungsplänen

Die EZB hat am 12. Februar 2020 das Ergebnis aus dem Benchmarking von Sanierungsplänen Bedeutender Institute (SI) der Jahre 2018/2019 veröffentlicht.

Hintergrund

Inhalt dieser regelmäßig veröffentlichen Information ist ein branchenweiter Vergleich von Sanierungsplänen zur Identifikation von gemeinsamen Schlüsselcharakteristika und der Ableitung von Optimierungspotenzialen. Die Datengrundlage für die Analyse bilden 85 der 91 Sanierungspläne die bis Juli 2019 eingereicht und bewertet wurden. Analysiert wurden die standardisierten Berichtsformate, wobei diese bei 6 Banken aus Gründen der Datenqualität oder des Einreichungszeitpunktes nicht in die Analyse eingeflossen sind. Ziel der EZB war es, zu ermitteln, wie die Banken bisherige Rückmeldungen der EZB zu den Sanierungsplänen berücksichtigt haben.

Ergebnisse

Die EZB nennt folgende wesentliche Änderungen gegenüber der letzten Untersuchung in 2017:

  1. Anzahl Indikatoren: Ein Anstieg der Anzahl der verwendeten Indikatoren um 28 % festgestellt worden, der insbesondere durch die G-SIBs getrieben ist.
  2. Kalibrierung Indikatoren: Die Schwellenwerte und Frühwarnsignale für den Sanierungsindikator CET1-Quote sind angestiegen. Für den Sanierungsindikator LCR pendelt sich der verwendete Schwellenwert zwischen 100 % und 105 % ein (Vorperiode: Deutlich darüber).
  3. Anzahl Handlungsoptionen: Die durchschnittliche Anzahl verwendeter Optionen ist um 5 % angestiegen
  4. Gesamtsanierungskapazität: Die Gesamtsanierungskapazität betreffende CET1-Quote und LCR ist auf hohem Niveau leicht rückläufig.

Insgesamt erkennt die EZB an, dass die Banken ihre Anmerkungen EZB zeitnah berücksichtigen.

Zudem hat die EZB fünf Fokusthemen ihrer zukünftigen Aufsichtspraxis benannt. Diese sind:

  1. Verbesserung der Nutzbarkeit von Sanierungsplänen in Krisensituationen
  2. Sicherstellung, dass Banken schnell auf Liquiditätsereignisse / Cyber-Szenarien reagieren können
  3. Wiedergabe einer realistischeren Einschätzung der Gesamtsanierungskapazität der Institute
  4. Integration der Gesamtsanierungskapazität in den SREP in Übereinstimmung mit den überarbeiteten EBA-Leitlinien
  5. Vertiefte Betrachtung gruppeninterner Vereinbarungen über finanzielle Unterstützung

Fazit

Die bisherigen Erfahrungen aus Umsetzungsprojekten von Sanierungsplänen größerer Institute haben sehr deutlich gezeigt, dass gerade der Aufwand für die Zusammenführung aller Inhalte zu einer Gesamtsanierungskapazität nicht zu unterschätzen ist. Darüber hinaus hat die EZB dezidierte Vorstellungen von der Verbesserung der Nutzbarkeit der Sanierungspläne, indem sie von den Instituten Recovery Playbooks verlangt. Instituten, die zur Erstellung eines Sanierungsplans aufgefordert wurden, ist aus unserer Sicht anzuraten, sich zügig und frühzeitig mit den Fokusthemen der EZB auseinanderzusetzen, da die EZB diese im Review-Prozess thematisieren wird.

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