EBA und EZB Stresstests 2016

Kürzlich veröffentlichte die EBA ein umfangreiches Dokumentenpaket zum anstehenden EBA Stresstest 2016. Darin enthalten sind auch die für den gleichzeitigen EZB Stresstest verwendete finale Methodik, die Szenarien sowie die allgemeinen FAQs. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über den anstehenden Supervisory Stresstest und stellt die Herausforderungen im Vergleich zum EBA/EZB Stresstest 2014 heraus.

Wie im Jahr 2014 wird auch in diesem Jahr ein Großteil der Institute in Europa vom Stresstest betroffen sein. Während durch die EBA „nur“ 51 Institute in den Stresstest mit einbezogen werden, werden durch die EZB und die Durchführung eines auf der Methodik der EBA aufsetzenden, aber in Abhängigkeit von Größe und Komplexität der Institute vereinfachten „Stresstest light“ weitere von ihr direkt beaufsichtigte Institute einbezogen werden, um die Ergebnisse im SREP (https://blogs.pwc.de/risk/eba-guidelines/serie-von-blogeintraegen-zum-thema-supervisory-review-and-evaluation-process-srep-2/219/) verwenden zu können.

Die Stresstest-Methodik sieht dabei vor, dass die Institute auf Basis ihrer Ist-Werte zum 31. Dezember 2015 (u.a. COREP, FINREP und Risikomanagement-Daten) unter Annahme einer statischen Bilanz bei unverändertem Geschäftsmodell und Business-Mix die Entwicklung ihrer Kreditrisiken (inkl. Verbriefungs- und Länderrisiko), Marktpreisrisiken (einschl. Emittenten-, Kontrahenten- und Länderrisiko) und operationellen Risiken (inkl. Conduct Risiko) für die kommenden 3 Jahre prognostizieren sollen. Refinanzierungsrisiken sind dabei über die Prognose des Zinsergebnisses sowie sonstige Effekte über das nicht-zinsabhängige GuV-Ergebnis zu betrachten. Für die Prognose sind grundsätzlich zwei Szenarien – das Baseline Szenario und das Adverse Szenario – zu berechnen.

Im Ergebnis werden gestresste Kapitalquoten (CET1, Kernkapital- und Gesamtkapitalquote) ermittelt, wobei es in diesem Jahr jedoch keine festen Ziel-Kapitalquoten (sog. hurdle rates) zu erreichen gibt. Ein hartes „Bestehen“ oder „Durchfallen“ ist somit nicht vorgesehen. Trotzdem werden die Ergebnisse in den SREP-Prozess einfließen und bei der späteren Bestimmung der Kapitalaufschläge in Form der SREP-Quote berücksichtigt.

Mit der Veröffentlichung des Stresstest-Pakets in der vergangenen Woche ist der Startschuss für die Durchführung des Stresstests gefallen. Der aktuelle Zeitplan der EBA sieht vor, die Ergebnisse der berechneten Szenarien im dritten Quartal 2016 zu veröffentlichen.

 

Zeitplan

 

Nach unseren Erfahrungen aus den letzten EU-weiten Stresstests und unserer aktuellen Einschätzung der Methodik sehen wir für den EU-weiten Stresstest in 2016 insbesondere die folgenden Herausforderungen auf die Institute zukommen:

  • Sicherstellung einer ausreichenden Datenqualität vor dem Hintergrund diverser Schnittstellen zu verschiedenen, zuliefernden Fachbereichen
  • Hoher Kalibrierungsaufwand für die Stresstestparameter sowie Aufwand für die Datenaufbereitung
  • Umfangreiche Abstimmungsrunden mit der EZB/EBA aufgrund der nachgelagerten Qualitätssicherung durch die Aufsichtsbehörden
  • Hoher interner Ressourcenbedarf für die Vorbereitung und Durchführung des Stresstests sowie Abstimmung der Stresstestergebnisse – sofern nicht automatisierbar
  • Auswirkungen der Stresstestergebnisse auf den SREP und den späteren Kapitalaufschlag (SREP-Quote) derzeitig schwierig einzuschätzen

Für eine umfassendere Darstellung des EBA-Stresstests und weitergehende Informationen möchten wir gerne auf unseren Regulatory Blog verweisen – https://blogs.pwc.de/regulatory/aktuelles/eba-und-ezb-stresstests-2016/1715/

 

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