Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung (FinaRisikoV)

Am 15. Juli 2019 hat die BaFin den Entwurf der Dritten Verordnung zur Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung (FinaRisikoV) veröffentlicht. Ziel der Änderungen der FinaRisikoV ist die nationale Umsetzung der EBA Leitlinien zu für SREP erhobene ICAAP- und ILAAP-Informationen (EBA/GL/2016/10) sowie der EBA Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs (EBA/GL/2018/02).

Diese Anpassung soll zu einer weiteren Vereinheitlichung der Verwaltungspraxis der zuständigen Aufsichtsbehörden innerhalb des SSM bei der Durchführung des SREP und der aufsichtlichen Behandlung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch führen.

Die nationale Implementierung der Leitlinie EBA/GL/2016/10 erfordert die Erweiterung der FinaRisikoV um zwei neue umfangreiche Meldevordrucke mit 7 bzw. 5 Seiten (Anlage 25 – „KPL“ und Anlage 26 – „ILAAP“).

Die Anlage 25 für Informationen zur mehrjährigen Kapitalplanung als Element des Internal Capital Adequacy Process (ICAAP) enthält konkret im Wesentlichen folgende Inhalte:

 

Die Anlage 26 beinhaltet im Wesentlichen folgende Angaben zum Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP):

 

Die Umsetzung der Leitlinien EBA/GL/2018/02 steht im Zusammenhang mit der Einholung weiterer Informationen zu den Zinsschockszenarien, die in den bisherigen Meldevordrucken nicht vorgesehen waren. Hierfür werden in den Anlagen 3 – „SAKI“ und Anlage 13 – „QSA“ jeweils zwölf neue Meldefelder eingefügt, die für jedes der vorgeschriebenen sechs Zinsszenarien die Barwertänderung und den Zinsrisikokoeffizienten erfassen sollen.

Im Zuge der Änderung der Verordnung vereinheitlicht die Aufsicht ebenso die Einreichungsfristen für die Meldung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationen. Zukünftig müssen alle Institute nur noch jährlich melden, es sei denn eine erhöhte Meldefrequenz wird von der Aufsicht direkt gegenüber einem einzelnen Adressaten angeordnet. Die Änderungen der Verordnung sollen am 1. Juli 2020 in Kraft treten.

Fazit

Mit der nun vorgelegten Erweiterung der FinaRisikoV wird der Prozess der aufsichtlichen Überwachung des ILAAP im SREP an die europäische Praxis angepasst und umfangreich erweitert. Eine stärkere Befassung der Institute mit dem ILAAP ist zwingend notwendig, da auf Basis des neuen Meldebogens hier deutlich höhere Transparenz im SREP erzielt wird und damit auch in die Ergebnisse des SREP einfließt. Vor allem kleinere Institute dürften hier vor größeren Herausforderungen stehen.

Ferner wird bezüglich des ICAAP der gestiegenen Bedeutung der mehrjährigen Kapitalplanung durch neue Meldevorschriften Rechnung getragen. Auch die Herausforderungen aus den neuen Anforderungen zum Zinsschock sollten frühzeitig angegangen werden.

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