Maßnahmen der BaFin zur Verbesserung der Abwicklungsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Jahr 2019

Im Bafin Journal Juni 2020 geht die Behörde auf die Schwerpunkte des Bereichs Abwicklung in 2019 ein. Zur Verbesserung der Abwicklungsfähigkeit deutscher Kreditinstitute standen die Beseitigung von potenziellen Abwicklungshindernissen und die Verbesserung der technisch-operativen Ausstattung, die Veröffentlichung der Mindestanforderungen für die Gläubigerbeteiligung (MaBail-in) sowie der weitere Ausbau der Krisenprozesse und der Kriseninfrastruktur im Fokus.

Beseitigung von potenziellen Abwicklungshindernissen und die Verbesserung der technisch-operativen Ausstattung

Die BaFin hat im vergangenen Jahr den Fokus auf die Abwicklungsplanung systemrelevanter Institute und Finanzmarktinfrastrukturanbieter gelegt und die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und supranationalen Behörden verstärkt. Durch die Aufforderung an Institute, die technisch-operative Ausstattung zu verbessern, sollen die Institute relevante Daten nun schneller bereitstellen können. Ziel ist es, ein potenzielles Abwicklungshindernis – das Fehlen aktueller Daten – zu beseitigen.

Die Qualität der und notwendige Zeitspanne für die Bereitstellung von Daten an die BaFin wurden durch Workshops mit den Instituten und Testläufe signifikant verbessert. Jedoch handelt es sich hierbei nur um den Anfang. In der Zukunft sollen auch die Bail-in-Implementierung und die Bewertung von Verbindlichkeiten und Vermögenswerten über eine erweiterte technisch-operative Ausstattung zur Datenbereitstellung in der Abwicklungsplanung abgedeckt werden.

Veröffentlichung von Mindestanforderungen für die Gläubigerbeteiligung (MaBail-in)

Im vergangenen Jahr hat die BaFin ein Rundschreiben an die Institute zur Mindestanforderung zur Umsetzbarkeit des Bail-in (MaBail-in) an die Institute verfasst. Das Rundschreiben beinhaltet die Anforderungen an die bereitzustellenden Informationen und die benötigte technisch-organisatorische Ausstattung. Fällt ein Institut unter die direkte Verantwortung des SRB, erhält es vom SRB ähnliche Anforderungen, die in Kooperation mit der BaFin entwickelt wurden. Ergänzend hat die BaFin ein Merkblatt zur externen Bail-in-Implementierung mit den Erwartungen an die technisch-organisatorische Ausstattung der Institute veröffentlicht.

Weiterer Ausbau der Krisenprozesse und der Kriseninfrastruktur

Die Krisenprozesse, nach denen die BaFin die Abwicklungsmaßnahmen vorbereitet, wurden im vergangenen Jahr weiter optimiert. Bei der Vorbereitung einer Abwicklungsmaßnahme gehören Zeit, Komplexität und Schnittstellen zu den größten Herausforderungen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzt die BaFin insbesondere auf effiziente Krisengovernance, präzise Ablaufpläne und die Standardisierung wesentlicher Entscheidungsvorlagen.

Fazit

Zusammenfassend hat die BaFin im Jahr 2019 die Abwicklungsplanung im Zusammenspiel mit Instituten und anderen Behörden weiterentwickelt. Auf Institute kommen teilweise erhöhte Anforderungen zu, gleichzeitig verbessert die Aufsicht die Transparenz über das von ihr gewünschte Vorgehen und schafft dadurch Planungssicherheit. Im Fokus stehen zukünftig insbesondere die Bail-in-Implementierung und die Bewertung von Verbindlichkeiten und Vermögenswerten sowie die technisch-operativen Prozesse zur Datenbereitstellung. Daneben sollen eine effiziente Krisengovernance, präzise Ablaufpläne und Standardisierung wesentlicher Entscheidungsvorlagen dazu beitragen die Abwicklungsfähigkeit deutscher Kreditinstitute zu erhöhen.

Um die umfassenden Datenanforderungen der Abwicklungsplanung zielgerichtet und konsistent zur Verfügung zu stellen, empfiehlt es sich, geeignete Prozesse sowie IT-Lieferstrecken zu definieren und zu implementieren. Gerne unterstützen wir Sie bei der Digitalisierung Ihrer Abwicklungsprozesse und bringen die Erfahrung aus unseren Projekten mit den Behörden sowie den Instituten ein.

 

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