Analyse der BaFin-Anhörungsschreiben zum SREP-Zuschlag

Die BaFin hat kürzlich damit begonnen, an die ersten von ihr beaufsichtigten Banken Anhörungsschreiben zur Festlegung zusätzlicher Eigenmittelanforderungen im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) zu versenden.

In ihren Anhörungsschreiben unterscheidet die BaFin zwischen sogenannten „harten“ Eigenmittelanforderungen für Zinsänderungsrisiken und weitere Nicht-Säule-1-Risiken auf der einen Seite sowie den „weichen“ Eigenmittelanforderungen zur Abdeckung von Stresseffekten auf der anderen Seite.

Die Höhe der zusätzlichen Eigenmittelanforderungen für das Zinsänderungsrisiko bewegt sich zwischen 0% und 3,5%. Die Aufsicht ermittelt den individuellen Zuschlag aus der nachfolgend dargestellten Matrix in Abhängigkeit von der gemäß Baseler Zinsschock ermittelten Barwertänderung der zinsänderungsrisikobehafteten Geschäfte im Anlagebuch und der qualitativen Beurteilung des Risikomanagements des Zinsänderungsrisikos:

Negative Barwertänderungen

Die zusätzlichen Eigenmittelanforderungen für die weiteren Nicht-Säule-1-Risiken bewegen sich zwischen 0% und 6,0%. Der individuelle Aufschlag wird von der Aufsicht aus der nachfolgend dargestellten Matrix in Abhängigkeit von den von der Bank im RTF-Meldewesen gemeldeten weiteren wesentlichen Risiken sowie der qualitativen Beurteilung der internen Governance und des ICAAP ermittelt:

Nicht Säule 1 Risiken

Die zusätzlichen Eigenmittelanforderungen werden dabei von der BaFin in jedem Fall für die Gesamtkapitalquote sowie ggf. auch quotal für die Kernkapitalquote bzw. die harte Kernkapitalquote vorgegeben.

Neben den zusätzlichen Eigenmittelanforderungen setzt die BaFin in ihren Schreiben auch eine Eigenmittelzielkennziffer zur Abdeckung von Risiken in Stresssituationen fest (sogenannte weiche Eigenmittelanforderung).

Der Zuschlag bewegt sich zwischen 0% und 7,5%, abhängig von dem Ergebnis des Instituts bei den drei aus der im vergangenen Jahr durchgeführten Umfrage zum Niedrigzinsumfeld ausgewählten Szenarien:

NZU Auswirkungen

Die Eigenmittelzielkennziffer stellt keine explizite Kapitalanforderung gemäß § 10 KWG dar. Sie steht zudem neben dem Kapitalerhaltungspuffer gemäß § 10c KWG und kann mit diesem verrechnet werden.

Eine Nichteinhaltung der Vorgaben zur Eigenmittelzielkennziffer stellt darüber hinaus keinen Verstoß gegen das Aufsichtsrecht dar. Allerdings kann die Nichteinhaltung zu einer Erhöhung der Intensität der Überwachung bis hin zur Anwendung aufsichtlicher Maßnahmen nach §45 Abs. 1 KWG führen.

Für weitere Informationen verweisen wir auch auf unseren Blog-Beitrag vom 6. Juni 2016 – Verfahren zur Festlegung eines SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Instituten (https://blogs.pwc.de/risk/eba-guidelines/srep/srep-kapitalzuschlag/645/).

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