Finale „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ veröffentlicht!

Am 3. November 2016 hat die Europäische Bankenaufsicht (EBA) die finale Fassung der „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ (EBA/GL/10/2016) veröffentlicht. In diesem Papier wird die Informationsbasis konkretisiert, anhand derer die Aufsicht die Zuverlässigkeit der bankinternen Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit des internen Kapitals (ICAAP) und der internen Liquidität (ILAAP) im Rahmen des Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) bewerten sollte.

Ziel der Guidelines, die ab dem 1. Januar 2017 angewendet werden sollen, ist ein europäisch einheitlicher Aufsichtsprozess im Sinne des SREP. So wird darin detailliert dargelegt, welche Informationen von den europäischen Aufsichtsbehörden im Rahmen ihrer Beurteilung des ICAAP und ILAAP der Institute herangezogen werden sollten. Dabei geht es nicht um die Einführung neuer bzw. zusätzlicher Vorgaben hinsichtlich des ICAAP und ILAAP (siehe dazu auch unseren Blog-Beitrag zum Entwurf der Guidelines EBA/CP/2015/26 vom 18. Dezember 2015: „Konsultationspapier ‚Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes‘ veröffentlicht‘: https://blogs.pwc.de/risk/risikomanagement/guidelines-on-icaap-and-ilaap/441). Vielmehr soll auf europäischer Ebene eine Konvergenz in der aufsichtlichen Erhebung von Daten zum ICAAP/ILAAP und in der anschließenden Beurteilung der Zuverlässigkeit dieser Verfahren geschaffen werden, da die Verfahren – wenn sie zuverlässig sind – einen wesentlichen Beitrag zur Bestimmung zusätzlicher Kapital- und Liquiditätsanforderungen im Rahmen des SREP leisten können.

 

Gemäß der finalen Guidelines soll eine Erhebung der folgenden Informationen erfolgen:

  1. Leitfaden (Readers’s Manual): Überblick über die bereitgestellten Dokumente sowie deren Inhalt und Status;
  1. Allgemeine Informationen zum ICAAP und ILAAP sowie zum Geschäftsmodell, zur Strategie und zur Governance:
    • Geschäftsmodell und Strategie,
    • Rahmenwerk zur „(Risk) Governance“ und zum Risikomanagement,
    • Rahmenwerk zum Risikoappetit,
    • Rahmenwerk zu Stresstests in Bezug auf ICAAP/ILAAP,
    • IT-Struktur und IT-Prozesse in Bezug auf ICAAP/ILAAP.
  2. Spezifische Informationen zum ICAAP
    • ICAAP-Rahmenwerk,
    • Beschreibung der Risikoquantifizierungsverfahren,
    • Definition des internen Kapitals und Kapitalallokation,
    • Ausgestaltung und Ergebnisse der Kapitalplanung,
    • Ausgestaltung und Ergebnisse der Stresstests im ICAAP.
  1. Spezifische Informationen zum ILAAP
    • ILAAP-Rahmenwerk,
    • Refinanzierungsstrategie,
    • Strategie zum Management des Liquiditätspuffers und der Sicherheiten,
    • Ausgestaltung des Liquiditätskostenverrechnungssystems,
    • Management des untertätigen Liquiditätsrisikos,
    • Ausgestaltung und Ergebnisse der Stresstests im ILAAP,
    • Ausgestaltung des Liquiditätsnotfallplans.
  2. Qualitätssicherung (Quality Assessments): Ergebnisse interner und externer Prüfungen zum ICAAP/ ILAAP und deren Analyse.

 

Im Vergleich zum Konsultationspapier enthalten die finalen Guidelines keine wesentlichen inhaltlichen Änderungen. Die vorgenommenen Änderungen liegen überwiegend im Detail und sind dementsprechend schwer auf den ersten Blick zu erfassen. Beispiele hierfür sind die Inhalte des „Reader’s Manual“, die stärker differenziert dargestellt werden sollen, sowie die veränderte Struktur und der erweiterte Umfang der bereitzustellenden Informationen zu den Stresstests (Kapitel 5.4 „Information on stress testing framework and programme“ wurde neu eingefügt).

Institute, die schon im letzten Jahr die Unterlagen zum ICAAP/ILAAP an die EZB geliefert haben, können somit nicht nur ein einfaches Update der letztjährigen Informationen vornehmen. Der weit überwiegende Teil der Informationen ist der Aufsicht zwar schon einmal zur Verfügung gestellt worden, es gilt jedoch diejenigen Informationen zu identifizieren, die einer stärkeren Detaillierung bedürfen, und zeitnah sicherzustellen, dass auch diese zusätzlichen Informationsinhalte der Aufsicht bereitgestellt werden können. Des Weiteren ist zu erwarten, dass die Aufsicht sich aus den Lieferungen des letzten Jahres ein Benchmark erarbeitet und damit erhöhte Anforderungen an Klarheit und Struktur der Lieferungen legen wird.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Zusammenstellung der ICAAP/ILAAP Unterlagen, der zielgerichteten Erarbeitung Ihrer ICAAP bzw. ILAAP Rahmendokumentation oder der schriftlichen Fixierung Ihres Risikoappetits.

 

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich gerne an:

Alexander Kottmann

Telefon    +49 30 2636 5018

Mobil       +49 170 473 8250

alexander.kottmann@de.pwc.com

Dieter Lienland, WP

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