Abweichung zwischen europäischen und deutschen Trennbankenregeln

Die Deutsche Trennbankenregelung ist im Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Finanzgruppen vom 7. August 2013 enthalten. Danach müssen die Institute ab dem 1. Juli 2015 prüfen, ob sie die Schwellenwerte überschreiten und ggf. bis zum Jahresende eine umfassende Risikoanalyse erstellen.

Die Europäische Regelung macht Fortschritte, der erste Anstoß durch den Liikanen-Report wurde bereits im Oktober 2012 gegeben, im Januar 2014 wurde der erste Vorschlag für die Verordnung über strukturelle Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Kreditinstituten von der Europäischen Kommission angenommen. Aktuell steht eine überarbeitete Fassung des Vorschlags erneut zur Diskussion.

Ziele und Unterschiede der Trennbankenregelungen

Grundidee und Zielsetzung beider Regelungen ist die Begrenzung von Risiken aus Handelsgeschäften zur Sicherung der Finanzmarktstabilität.

Mit dem deutschen Gesetz soll eine Abschirmung von Risiken aus riskanten Eigenhandelsgeschäften erfolgen, in der Form, dass das risikobehaftete Handelsgeschäft ab einer bestimmten Größenordnung in ein separates Finanzhandelsinstitut auszulagern ist. Die Bestimmung der Größenordnung des Handelsgeschäftes erfolgt anhand absoluter bilanzieller Kennzahlen und dem Umfang des Handelsgeschäftes im Verhältnis zur Bilanzsumme.

In der neu gefassten europäischen Regelung sind Maßnahmen zur Reduzierung des Aufbaus von Risiken aus Handelsgeschäften vorgesehen, diese können gleichwohl eine Abtrennung des Handelsgeschäftes beinhalten. Die Bestimmung des Risikos aus dem Handelsgeschäft richtet sich nunmehr nach der Höhe des Risikoexposures auf Basis von CRR-Größen und dem Umfang des Handelsgeschäftes im Verhältnis zu den Bail-in-fähigen Verbindlichkeiten (nach BRRD).

Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied in den Regelungen, inwieweit dies trotzdem zu demselben Ergebnis führt, bleibt zunächst Gegenstand von Analysen.

Mit dem neuen Entwurf der EU-Trennbankenregelung erfolgt eine Anbindung an bestehende Kennzahlen aus CRR und BRRD und damit die Verknüpfung zwischen den Regularien. Dies scheint ein wichtiger Schritt zur die Schaffung eines konsistenten europäischen Regelwerks zu sein.

Die europäische Regelung stand am 21. Januar 2015 auf der Agenda des europäischen Committee on Economic and Monetary Affairs (ECON). Sitzungsprotokolle sind noch nicht verfügbar, es bleibt demnach spannend.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */