Weiterentwicklung des Standardansatzes für operationelle Risiken (BCBS Konsultationspapier)

Bereits 2004 mit der Einführung von Basel II und des Rahmenwerks für operationelle Risiken (OpRisk) kündigte der Baseler Ausschuss an, sofern mehr Daten zur Messung der operationellen Risiken vorliegen, die damals eingeführten Messverfahren zu überprüfen. Hierunter fallen der

  • Basisindikatoransatz (gem. §§ 270f. SolvV)
  • Standardansatz (gem. §§ 272ff. SolvV)
  • Alternativer Standardansatz (gem. § 274 SolvV)
  • fortgeschrittener Messansatz/AMA (gem. §§ 278ff. SolvV)

Nachdem sich die Verfahren zur Identifizierung und Speicherung von operationellen Risikosachverhalten weiterentwickelt haben und nicht zuletzt die Finanzkrise zu einer Erhöhung des OpRisk-Datenbestandes beitrug, hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) in seinem Konsultationspapier „Operational risk –Revisions to the simpler approaches” aus Oktober 2014 die bisherigen Verfahren zur Quantifizierung von operationellen Risiken hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bzw. Anwendbarkeit überprüft.

Infragestellung des linearen Zusammenhangs zwischen OpRisk und Institutsgröße

Grundsätzlich unterstellen der Basisindikatoransatz, der Standardansatz und der Alternative Standardansatz ein lineares, proportionales Verhältnis der operationellen Risiken zu Bruttoeinnahmen bzw. dem nominalen Kreditvolumen. Die Studie kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass für große und komplexe Banken die Verfahren unzureichend kalibriert sind und der Zusammenhang von operationellen Risiken und Institutsgröße nicht linear ist. Darüber hinaus zeigt die Überprüfung, dass sich das operationelle Risiko je Geschäftseinheit nicht signifikant voneinander unterscheidet.

Weiterentwicklung des Standardansatzes zum OpCaR Modell

Auf Grundlage dieser Ergebnisse hat der Baseler Ausschuss den Standardansatz weiterentwickelt und durch die Entwicklung eines Operational risk Capital-at-Risk (OpCaR) Modells kalibriert. Das OpCaR-Modell hat große Ähnlichkeit mit dem Loss Distribution Approach und misst letztlich das Risiko auf Basis interner Verlustdaten für das 99,9 % Quantil. Im Rahmen der Studie wurde das Modell zum einen zur Identifizierung des meist geeigneten Performance Indikators (u.a. Business Indicator, Bruttoeinnahmen, Bilanzsumme) im Sinne von Risikosensitivität verwendet und zum anderen zur Bestimmung der Struktur des regulatorischen Koeffizienten (α). Als geeignetster Performance Indikator wurde der Business Indicator (BI) identifiziert, um letztlich die ursprüngliche Größe „Bruttoeinnahmen“ zu ersetzen und die bisherigen Schwächen zu adressieren. Der BI vereint die drei wesentlichen makroökonomischen Komponenten der GuV von Banken: Zinsergebnis, Provisionsergebnis und Handelsergebnis. Als optimale Struktur für den regulatorischen Koeffizienten (α) wurde eine in fünf Abschnitte unterteilte Bandbreite zwischen 10-30% ermittelt, wobei der Parameter mit der Höhe des BI zunimmt.

Der überarbeitete Standardansatz ergibt sich letztlich als folgende Gleichung:

KSA = [ΣJahre1-3 Σ (BIj X αj)]/3

Weitere Details zur Berechnung und Kalibrierung des überarbeiteten Standardansatzes und zur Entwicklung des OpCaR-Modells können direkt dem Konsultationspapier entnommen werden – siehe auch

BCBS – Operational Risk – Consultation Paper 

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