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ITS Liquidity Monitoring Tools

Um als Erkenntnis der Finanzmarktkrise das Liquiditätsrisiko der Institute auch quantitativ erfassen zu können, wurden als Eckpfeiler die Kennzahlen Liquidity Coverage Ratio (LCR) mit einem Horizont von einem Monat und Net Stable Funding Ratio (NSFR) mit der Differenzierung der strukturellen Liquidität größer einem Jahr konzipiert. Des Weiteren werden die beiden Kennzahlen unter anderem durch so genannte Liquidity Monitoring Tools im Rahmen des Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP) ergänzt, die den Aufsichtsbehörden einen umfassenden Überblick über das Liquiditätsprofil der Institute ermöglichen sollen und der Art, dem Umfang und der Komplexität der Geschäfte Rechnung tragen.

ITS der EBA auf Basis des CRR Artikel 415

Die European Banking Authority (EBA) hat für die Monitoring Tools am 27. Juli 2014 einen überarbeiteten „EBA final draft ITS on additional liquidity monitoring metrics under Article 415(3)(b) of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/ITS/2013/11/rev1)” veröffentlicht, der die Anforderungen zur Umsetzung näher definiert. Die Basis für den ITS der EBA ist der Artikel 415 der CRR, der die Meldepflichten der Institute zum Thema Liquidität umfasst. Der ITS soll mit seinen Vorgaben sowie Vorlagen auf europäischer Ebene insbesondere den Review der Aufsichtsbehörden zum ILAAP der Institute erleichtern, der in Deutschland grundlegend im Rahmen des BTR 3 der MaRisk geregelt und von den Instituten individuell ausgestaltet ist. Das Inkrafttreten des ITS in der EU ist für 1. Juli 2015 geplant.

Vorgaben zu Liquiditätsabläufen

Im Rahmen des ITS werden zum Einen Vorgaben zur Ausgestaltung von Liquiditätsablaufbilanzen („Maturity Ladder“) getroffen. Zudem enthält der ITS entsprechende Vorlagen zur Implementierung von Ablaufbilanzen. Anhand eines Systems von Zu- und Abflüssen sowie Liquiditätsreserven verteilt auf entsprechende Laufzeitbändern bis zu 10 Jahren (Liquiditätsablaufbilanz) sollen Laufzeitinkongruenzen innerhalb der Liquiditätsabläufe sowie ein ggf. hieraus resultierender Liquiditätsbedarf erkannt werden. Die Vorgaben sollen zusätzlich eine Aussage darüber ermöglichen, inwieweit die Institute Fristentransformation betreiben.

Zusätzliche Vorgaben zu den Liquidity Monitoring Tools

Zum Anderen werden im ITS zusätzliche Vorgaben und Vorlagen zu den Liquidity Monitoring Tools geregelt, die zukünftig jeweils zu melden sind:

  • Refinanzierungskonzentration nach Kontrahent

Identifizierung der Quellen von Kundeneinlagen, deren Abzug zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen könnte. Eine übermäßige Abhängigkeit von einzelnen Kontrahenten kann das Risiko deutlich erhöhen und ggf. in einen verstärkten Liquiditätsabfluss münden. Es sind insbesondere die zehn größten Kunden, deren gesamtes Refinanzierungsvolumen die Grenze von 1 % der Gesamtverbindlichkeiten der Bank überschreitet, zu melden.

  • Refinanzierungskonzentration nach Produkten

Es erfolgt auf Basis einer Differenzierung nach Retailkunden und Großkunden die Einschätzung der Bedeutung von Refinanzierungsprodukten. Dabei sind alle Produkte relevant, deren Summe der dadurch erhaltenen Mittel die 1 % Grenze der Gesamtverbindlichkeiten der Bank überschreiten.

  • Refinanzierungskosten

Die Institute haben Angaben hinsichtlich ihrer Refinanzierungskosten in den fünf Kategorien „Cash, Secured funding, Senior unsecured securities, Covered Bonds und Asset backed securities“ mit den Laufzeiten und Transaktionsvolumen zu ermitteln und zu melden.

  • Ablaufende und neu aufgenommene Refinanzierungsmittel

Es ist auf Monatssicht darzustellen, welche Refinanzierungsmittel aufgenommen werden bzw. welche aufgenommenen Mittel ablaufen, wobei die Laufzeiten der Transaktionen anzugeben sind.

  • Konzentrationen in der Liquiditätsreserve (Counterbalancing Capacity)

Die Vorgaben erfassen alle liquiden Vermögensgegenstände, die als Liquiditätspuffer dazu verwendet werden können, kurzfristig eintretende Verschlechterungen der Liquiditätssituation auszugleichen. Unter Berücksichtigung von Angaben über erhaltene Stand-by Liquiditätsfazilitäten von Kontrahenten sollen die zehn größten Positionen zur Liquiditätsreserve je Kontrahent/Emittent gemeldet werden.

Insgesamt sind die Institute gefordert sich mit den neuen Vorgaben frühzeitig auseinanderzusetzen und insbesondere einen Abgleich zu den bestehenden Instrumenten zum Management des Liquiditätsrisikos nach MaRisk durchzuführen, um gegebenenfalls bestehende Lücken zu erkennen und rechtzeitig schließen zu können.