Risk Blog

MaRisk Novelle 2017: Diese Neuerungen – Klarstellungen – sind sofort umzusetzen

Am 27. Oktober 2017 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die neuen Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk) bekannt gegeben. In diesem Zusammenhang haben wir bereits über die wesentlichen Neuerungen am 27. Oktober 2017 berichtet (vgl. unseren Blogbeitrag Finale MaRisk 2017). Wie erwartet differenziert die BaFin in den MaRisk hinsichtlich der Umsetzungsfristen nach

  • Klarstellungen, die keine neuen Regelungsinhalte mit sich bringen und lediglich die existierende Verwaltungspraxis widerspiegeln bzw. verdeutlichen,
  • Umsetzungsfristen für den Bereich AT 4.3.4 (Risikodatenaggregationen) und
  • Neuerungen, d.h. alle sonstigen Änderungen.

Erkenntnisse aus dem EZB-Stresstest 2017

Zinsänderungsrisiken im Bankbuch sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld weiter auf der Agenda der Aufsicht. Entsprechend hat die EZB im Frühjahr dieses Jahres eine Sensitivitätsanalyse zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch gestartet, an der 111 Institute teilgenommen haben (vgl. unseren Blogbeitrag vom 10. März 2017). Die Ergebnisse der Analyse wurden kürzlich veröffentlicht. Nachfolgend fassen wir diese kurz zusammen und leiten etwaigen Handlungsbedarf ab.

Finale MaRisk 2017

Die finale Fassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) wurde am 27. Oktober 2017 von der BaFin veröffentlicht. Nachdem die letzte Novellierung bereits in 2012 erfolgte, war es aus Sicht der Aufsicht erforderlich, zur Umsetzung internationaler Anforderungen und zur Angleichung an die aktuelle Best Practice eine Überarbeitung vorzunehmen (vgl. unseren Blogbeitrag vom 22. Februar 2016 Neue Herausforderungen durch die MaRisk-Novelle 2016 – PwC Risk Blog).

Die MaRisk 2017 beinhalten zahlreiche Klarstellungen und Ergänzungen, aber auch neue Themenfelder mit weitreichenden Konsequenzen für die Institute. Die Umsetzungsfristen reichen wie in der Vergangenheit – themenbezogen – von „unmittelbar verpflichtend“ bis zu drei Jahre.

Neue Verordnung zur Kreditwürdigkeitsprüfung bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen (ImmoKWPLV)

Deutsche Kreditinstitute, die vor allem Immobilienfinanzierungen an Verbraucher ausgeben, erhalten künftig für die Durchführung der Kreditwürdigkeitsprüfung bei diesen Baufinanzierungen eine Konkretisierung der Regelungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Die neue „Verordnung zur Festlegung von Leitlinien zu den Kriterien und Methoden der Kreditwürdigkeitsprüfung bei Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen“ soll die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie[1] in der Praxis klarstellen[2]. Bislang liegt ein Referentenentwurf der Verordnung vor, zu dem u.a. die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) Stellung genommen hat.

Neuer Leitfaden Risikotragfähigkeit – Konsultation der BaFin

Die BaFin hat – wie schon bei der Vorstellung des nationalen SREP-Konzepts im Mai 2016 bekannt gegeben – den Leitfaden „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte“[1] inhaltlich und strukturell überarbeitet und am 6. September 2017 veröffentlicht. Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick über die wesentlichen Neuerungen des Diskussionspapiers mit dem Titel „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung (ICAAP) – Neuausrichtung“. Ausführlichere Analysen, auch im Verhältnis zu den europäischen Regelungen, werden wir in späteren Blogbeiträgen veröffentlichen.

Neuer Action Plan für Non-Performing Loans

Nachdem die EBA bereits in 2014 den Begriff der Non-Performing-Exposures definiert hat, wurde von der EZB am 20. März 2017 die finale Fassung des Leitfadens zum Umgang mit notleidenden Krediten (siehe unser Blogbeitrag vom 4. Mai 2017) sowie im Juni eine Bestandsaufnahme der EBA zu den nationalen Status Quo im Umgang mit Non-Performing Loans (NPL) veröffentlicht. Nun hat der Rat der Europäischen Union am 11. Juli 2017 einen Action Plan zum Umgang mit NPL genehmigt.

PSD II – Was verändert sich ?

PSD II, die überarbeitete Payment Service Directive bzw. Zahlungsdiensterichtlinie der EU, wird ab dem 13. Januar 2018 angewendet. Das entsprechende Umsetzungsgesetz wurde am 21. Juli 2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Kreditinstitute müssen künftig Schnittstellen für Drittanbieter zur Verfügung stellen, damit diese Kontodaten einsehen und Zahlungen initiieren können. Ein wichtiges Ziel der Richtlinie ist es, Innovationen und Wettbewerb zu fördern.

Die Sieben Grundsätze der EZB zum ILAAP

Aufbauend auf unseren Blog Beiträgen vom 6. April und vom 23. Mai 2017 zu den sieben ICAAP-Grundsätzen stellen wir in diesem Blog Beitrag die 7 Grundsätze der EZB zum ILAAP dar. Diese Darstellung basiert auf dem von der EZB veröffentlichten Brief (20. Februar 2017) über das mehrjährige Projekt zur Entwicklung umfassender SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP für bedeutende Institute. Diese ICAAP- und ILAAP-Grundsätze, konnten Institute bis zum 31. Mai 2017 kommentieren.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die 7 Grundsätze zum ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) vor:

EZB-Leitfaden zu „leveraged transactions“

Die EZB hat am 16. Mai 2017 den Leitfaden zum Umgang mit so genannten „leveraged transactions“ veröffentlicht. Darin stellt sie die aufsichtlichen Erwartungen an Banken zum Umgang mit Finanzie­rungen dar, bei denen eine Unternehmensbeteiligung durch einen Finanzinvestor gegeben ist oder ein definiertes Maß an Fremdkapitalfinanzierung (leverage) überschritten ist.

Der Leitfaden definiert zunächst den Begriff der „leveraged transaction“, um anschließend die Anforderungen an die Überwachung und Messung von Risiken aus solchen Transaktionen darzu­legen.

Die Umsetzung in den Instituten wird im Leitfaden als unverbindlich dargestellt. Jedoch erwartet die Aufsicht, dass alle bedeutenden Kreditinstitute (Artikel 6 Absatz 4 der SSM Verordnung der EZB) den Leitfaden in ihren internen Richtlinien umsetzen. Eine Ausstrahlungswirkung für alle anderen Institute sowie für den Markt der Finanzierung von Unternehmenserwerben wird erwartet.

Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick über die Inhalte und zeigen praktische Herausforde­rungen auf.

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