Risk Blog

Neue Herausforderungen durch die MaRisk-Novelle 2016

Am 19. Februar 2016 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Konsultationspapier (02/2016) zur fünften Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten (MaRisk BA) veröffentlicht. Nachdem die letzte Novellierung im Jahr 2012 bereits einige Zeit zurückliegt, war es aus Sicht der Aufsicht erforderlich, zwischenzeitlich in den Fokus gerückte Themen zum Risikomanagement, insbesondere Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung, Risikokultur und Auslagerungen, in eine neue Überarbeitung des Rundschreibens einfließen zu lassen.

Novellierung des Bausparkassenrechts zur Bewältigung des Niedrigzinsniveaus

Bereits seit einigen Jahren stellt das historisch niedrige Zinsniveau die Bausparkassen vor besondere Herausforderungen, die sich insbesondere in der rückläufigen Inanspruchnahme von Bauspardarlehen, der niedrigen Durchschnittsverzinsung des Kollektivüberhangs der Kapitalanlagen und den Aufwendungen für hochverzinste Bauspareinlagen widerspiegeln.

Bei der Anpassung des Bausparkassengesetzes (BauSparkG) sowie der Bausparkassen­verordnung (BausparkV) im Dezember 2015 hatten Gesetzgeber und Aufsicht neben der Fortentwicklung des Aufsichtsrechts insbesondere die Sicherung und Stärkung der Ertragskraft der Bausparkassen im Blick.

Anforderungen der EZB an ILAAP und ICAAP

Am 8. Januar 2016 hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein Schreiben an die Geschäftsleitung bedeutender Banken (Systemically Important Banks / SIBs) veröffentlicht, das sich mit den aufsicht­lichen Erwartungen an den Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) und den Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP) sowie der harmonisierten Erhebung entsprechender Informationen hierzu beschäftigt. Grundlage des Schreibens ist das Konsultationspapier der European Banking Authority (EBA) „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ (EBA/CP/2015/26) vom 11. Dezember 2015.[1]

Konsultationspapier „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ veröffentlicht

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat am 11. Dezember 2015 das Konsultationspapier „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ (EBA/CP/2015/26) veröffentlicht. Mit dem Paper wird konkretisiert, welche Informationen die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP heranziehen sollte. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch eine Festlegung der Aufsicht hinsichtlich der von den beaufsichtigten Instituten bereitzustellenden Informationen. Zum offiziellen Abschluss der SREP-Blog-Serie beschreiben wir hier die Inhalte und die erwarteten Auswirkungen der Guidelines auf die Institute.  

SREP Serie (Teil 10): Beurteilung der Liquiditätsausstattung

Einen zentralen Baustein des SREP bildet die Gesamtbeurteilung der Liquidität inklusive der Angemessenheit der Liquiditätsausstattung der Institute. Die Ergebnisse zum Assessment der Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken sowie des Liquiditätsmanagements bilden neben dem institutsspezifischen ILAAP, der Benchmark der Aufsichtsbehörden sowie anderer Erkenntnisse der Aufsicht die Basis der Gesamtbeurteilung. Insgesamt präzisieren die Vorgaben der EBA damit die Anforderungen zur Liquidität der Institute und setzen zentrale Maßstäbe.

Risikokultur und Risikoappetit als Ausgangspunkt eines effizienten und nachhaltigen Risikomanagements

Risikokultur und Risikoappetit – nationale und europäische Aufsichtsbehörden verfolgen die zielgerichtete Weiterentwicklung des Risikomanagements in der Finanzbranche. Im August 2015 greift das BaFin Journal die Thematik der nachhaltigen Risikokultur auf und beschreibt die Entwicklung und Förderung einer angemessenen Risikokultur als originäre Aufgabe der Geschäftsführung eines jeden Unternehmens. Teil der Risikokultur ist der durch die Geschäftsleitung individuell zu definierende Risikoappetit. Als Risikoappetit versteht man, gemäß Leitfaden des FSB,[1] das bewusste Eingehen und den Umgang mit Risiken innerhalb der Risk Capacity (Risikokapazität – Deutsch: im weitesten Sinne Risikotragfähigkeit) zur Erreichung der strategischen Ziele sowie dessen regelmäßige (Limit-) Überwachung. Die Festlegung des Risikoappetits als Teil der Risikostrategie berücksichtigt sowohl alle wesentlichen Einzelrisiken auf Einzelinstituts- als auch aggregiert auf Gruppenebene (Gesamt-Risiko-Appetit).

Vergleich der EBA GL IRRBB mit den MaRisk 2012 zeigt vielfältigen Handlungsbedarf auf

Die European Banking Authority (EBA) hatte bereits am 22. Mai 2015 die finale Leitlinie für das Management von Zinsänderungsrisiken aus dem Nichthandelsgeschäft (Guidelines on the management of interest rate risk arising from non-trading activities) veröffentlicht.

Die Leitlinie der EBA richtet sich an die nationalen Aufseher und an die Institute. Zur Schaffung des level playing field müssen die nationalen Aufsichtsbehörden bis zum 7. Dezember 2015 gemäß dem Prinzip „Comply or Explain“ an die EBA zurückmelden, wie sie die EBA Guidelines umsetzen werden. Anschließend tritt die Leitlinie zum 1. Januar 2016 in Kraft.

SREP Serie (Teil 9): Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken

Neben dem in den vorhergehenden Beiträgen behandelten ICAAP ist auch der parallel im Baseler Rahmenwerk sowie der CRR / CRD IV verankerte Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP) Gegenstand des SREP. Dabei steht die Beurteilung der Risiko­quantifizierung der Liquiditäts- und Refinanzierungs­risiken sowie des Managements von Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken aus organisatorische Perspektive im Fokus der Aufsicht.

SREP Serie (Teil 8): Kapitalanforderungen

Im Kontext des SREP nehmen die Aufsichtsbehörden eine Beurteilung der Kapitalanforderungen vor. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Bestimmung zusätzlicher Eigenmittelanforderungen im Rahmen eines so genannten „Säule 1 Plus-Ansatzes“ gelegt. Dabei zeigen die vorliegenden Entwürfe der SREP-Beschlüsse der EZB, dass die individuell von der Aufsicht festgelegten Eigenmittel­anforderungen zum Teil deutlich über die bisherigen Anforderungen hinausgehen.

FinTechs – Herausforderungen und Möglichkeiten

Technologiegetriebene Start-ups „FinTechs“ setzen an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette an, um sich auch bei den Geschäften und Kunden der traditionellen Finanzbranche zu etablieren. Zwar hat die etablierte Finanzbranche das Internet schon frühzeitig als Vertriebskanal für sich entdeckt, z.B. das Online Banking, doch der digitale Wandel geht noch sehr viel weiter. So versucht die Finanzbranche derzeit den teilweise späten Start in die digitale Zukunft, z.B. durch die Anpassung der Geschäftsmodelle und Dienstleistungsangebote, aufzuholen.

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