Risk Blog

Transparente Transparency Exercise: EU-weite Veröffentlichung detaillierter Daten und Kennzahlen für 105 Banken

Ein interaktives Tool der EBA ermöglicht einen Vergleich von zehn Schlüsselindikatoren („Main Indicators“) für 105 Banken aus 21 Ländern in Europa sowohl zwischen den Instituten als auch aggregiert auf Länderebene. Zusätzlich werden elf Kennzahlen zur Bestimmung des „Return on Regulatory Capital“ betrachtet.

AT 4.3.4 – Neue Anforderungen an das Datenmanagement in den MaRisk 2016

Mit dem Konsultationsentwurf der MaRisk 2016 werden die Regelungen zum Management von Risikodaten für deutsche Institute erstmals konkretisiert. Daraus ergeben sich umfangreiche Anforderungen an das Datenmanagement, die Datenqualität sowie die Aggregation von Risikodaten. Auch Institute, die sich bereits intensiv mit der Umsetzung der Anforderungen aus BCBS 239 befasst haben, dürften die neuen Regelungen vor erhebliche Herausforderungen stellen, da im Vergleich zum BCBS 239 die Anforderungen teils spezifischer formuliert sind und eine kürzere Umsetzungsfrist eintreten kann.

Angemessene Übergangsfristen bei Mitarbeiterwechsel und Erweiterung der Anforderungen im Neu-Produkt-Prozess

Zwei weitere Bausteine der MaRisk-Novelle sind die Themenkomplexe „Cooling-Off“ und der Neu-Produkt-Prozess. Die bereits bestehenden Anforderungen im Zusammenhang mit nicht miteinander vereinbaren Tätigkeiten bzw. Funktionstrennung werden für Mitarbeiter im Konsultationsentwurf um eine Übergangsfrist (Cooling-Off-Periode) zur Vermeidung von Selbstprüfungen ergänzt. Der Neu-Produkt-Prozess wird um eine jährliche Überprüfung erweitert. Darüber hinaus wird nun explizit eine Produktliste durch die MaRisk gefordert. Diese Erweiterungen stellen einerseits ergänzende Anforderungen dar, andererseits fixieren sie auch die gelebte bzw. bislang schon von der Bankenaufsicht erwartete Praxis.

Social Scoring: Neue Möglichkeiten durch die Digitalisierung

Was sagt Ihr Facebookprofil über Ihre Kreditwürdigkeit aus? Wahrscheinlich mehr als Sie denken. Neben bekannten Ratingverfahren von Banken, der Schufa und von Creditreform können auch Daten aus sozialen Netzwerken zur Bonitätsprüfung von natürlichen und/oder juristischen Personen herangezogen werden. Schließlich gibt es kaum noch Menschen ohne Profil in den sozialen Netzwerken.

Prudent Valuation

Am 28. Januar 2016 veröffentlichte die Europäische Kommission den finalen Regulatory Technical Standard (RTS) zur Prudent Valuation und kommt hiermit ihrem Auftrag zur Konkretisierung der Anforderungen an eine vorsichtige Bewertung aller zum Fair Value bilanzierten Positionen gemäß Art. 34 i.V.m. 105 CRR nach. Aufbauend auf der Veröffentlichung des finalen RTS im EU-Amtsblatt folgte bereits am 4. Februar 2016 eine Berichtigung, welche jedoch nur eine kleine Anpassung beinhaltete. Sämtliche Regelungen sind 20 Tage nach Veröffentlichung und somit ab dem 17. Februar 2016 verpflichtend anzuwenden.

Vergleich von Sanierungsplänen hinsichtlich Belastungsszenarien

Am 8. Dezember 2015 hat die EBA die Ergebnisse einer vergleichenden Studie der Belastungsszenarien verschiedener Sanierungspläne von Kreditinstituten („Recovery planning Comparative report on the approach taken on recovery plan scenarios“) vorgelegt. Die EBA untersucht in dieser Analyse die Ansätze zur Auswahl und Beschreibung der Szenarien, die Auswirkungen der Szenarien auf die Institute sowie das Vorgehen, wie die Banken die Durchführbarkeit und die Plausibilität der eingesetzten Handlungsoptionen in den jeweiligen Szenarien beurteilen. Im Ergebnis zeigen sich viele gute Ansätze, jedoch auch einige Lücken, die noch in den Sanierungsplänen enthalten sind.

Risikoberichterstattung – Bündelung der MaRisk-Anforderungen im neuen Modul „BT 3“

Im Konsultationsentwurf zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA) vom 18. Februar 2016 hat die Aufsicht die Anforderungen zur (Risiko)Berichterstattung an zentraler Stelle in dem neuen Modul „BT 3“ gebündelt. Neu ist insbesondere, dass im Abschnitt BT 3.4 spezifische Anforderungen an die Berichterstattung für die Markt- und Handelseinheiten aufgenommen wurden und damit eine Berichtspflicht nach MaRisk festgelegt wird.

EBA und EZB Stresstests 2016

Kürzlich veröffentlichte die EBA ein umfangreiches Dokumentenpaket zum anstehenden EBA Stresstest 2016. Darin enthalten sind auch die für den gleichzeitigen EZB Stresstest verwendete finale Methodik, die Szenarien sowie die allgemeinen FAQs. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über den anstehenden Supervisory Stresstest und stellt die Herausforderungen im Vergleich zum EBA/EZB Stresstest 2014 heraus.

Die Geschäftsleitung der Institute wird gefordert – Förderung der Risikokultur

„Entwicklung, Förderung und Integration einer angemessenen Risikokultur innerhalb des Instituts und der Gruppe“ [1] – so fordert es nun auch der Konsultationsentwurf der MaRisk Novelle 2016. Das Thema Risikokultur hatten die nationalen und internationalen Aufseher in der Vergangenheit immer wieder in den Mittelpunkt gestellt, wobei insbesondere das Erfordernis einer wirksamen Kontrolle der Risiken durch die verschiedenen Leitungsorgane betont wurde. Deshalb finden sich die Anforderungen zur Risikokultur nun auch in dem AT 3 – Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung – an sehr prominenter Stelle in den MaRisk (Entwurf) wieder.

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