Contingent Convertibles: Wesentliche Risiken (ESMA Veröffentlichung)

Contingent Convertible Bonds (CoCo-Bonds) werden aktuell vermehrt durch Banken emittiert, um den entsprechenden Eigenkapitalanforderungen der aufsichtsrechtlichen Organe Rechnung zu tragen. Contingent Convertible Bonds sind hierbei unbefristete, meist festverzinsliche Schuldverschreibungen, die zwingend entweder in Gesellschaftsanteile – überwiegend in Form von Aktien – umzuwandeln oder aber dauerhaft bzw. vorübergehend abzuschreiben sind. Diese Wandlung erfolgt auf Grundlage von bestimmten Triggern, die in den Emissionsbedingungen festgelegt sind.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA äußerte sich auf ihrer Internetseite in einer Stellungnahme an institutionelle Investoren zu den potenziellen Risiken bei Investitionen in CoCo-Bonds, die auch die Bewertung und die Abbildung im Risikomanagement zu einer komplexen und schwierigen Aufgabe machen.

Risiken bei der Anlage in CoCo-Bonds

 

  • Trigger Level Risiko: Im Rahmen der Emissionsbedingungen der CoCo-Bonds werden die entsprechenden Trigger Level festgelegt. Abhängig von der Ausgestaltung der Trigger muss im Rahmen der Risikomessung das Trigger Level überwacht werden. Ein mögliches Reißen von Triggern im Zusammenhang mit den regulatorischen Anforderungen kann durch einen materiellen Verlust an Kapital oder einen Anstieg der risikogewichteten Aktiva auftreten.
  • Kupon-Kündigungsrisiko: Kuponzahlungen insbesondere bei AT1 Instrumenten sind vollkommen willkürlich und können durch den Emittenten zu jedem Zeitpunkt, zu jedem Anlass und für jeden Zeitraum gekündigt werden, unabhängig von einem Ausfallereignis. Gekündigte Zahlungen werden nicht nachgezahlt sondern abgeschrieben. Diese Tatsache erhöht die Unsicherheit von Bewertungen von AT1 Instrumenten und kann somit auch zu Fehlbewertungen des Risikos führen.
  • Kapitalwandlungsrisiken: CoCo-Bond-Investoren können in bestimmten Szenarien (z.B. einem hohen Trigger Level) Kapitalverluste erleiden, wohingegen Eigenkapitalgebern keine Verluste entstehen. Dies verhält sich konträr zur normalen Kapitalhierarchie wonach Eigenkapitalgeber normalerweise die ersten Verluste erleiden.
  • Unbekannte Risiken: Da CoCo-Bonds sehr innovativ sind, wurden sie bisher noch nicht umfänglich getestet. Insbesondere in einem gestressten Marktumfeld, in dem die den Instrumenten zugrundeliegenden Szenarien auf den Prüfstand gestellt werden, ist bisher unsicher, wie diese sich verhalten.
  • Ertrags- und Bewertungsrisiken: Bisher ist der Ertrag der primäre Grund in CoCo-Bonds zu investieren. Es ist jedoch bislang nicht sichergestellt, dass Investoren die zugrundeliegenden Risiken ausreichend im Rahmen der Bewertung und Risikomessung berücksichtigen. Dies betrifft vor allem Zins-, teilweise Währungs- und Volatilitätsrisiken. Aber auch Korrelationsrisiken sind entsprechend der Trigger-Ausgestaltung zu berücksichtigen. Ebenso ist das Risiko einer Kuponkündigung entsprechend zu veranschlagen.

Nähere Informationen können direkt der Veröffentlichung entnommen werden – siehe auch

ESMA_potential risks associated with investing in contingent convertible instruments

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