Konsultationspapier „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ veröffentlicht

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat am 11. Dezember 2015 das Konsultationspapier „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ (EBA/CP/2015/26) veröffentlicht. Mit dem Paper wird konkretisiert, welche Informationen die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP heranziehen sollte. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch eine Festlegung der Aufsicht hinsichtlich der von den beaufsichtigten Instituten bereitzustellenden Informationen. Zum offiziellen Abschluss der SREP-Blog-Serie beschreiben wir hier die Inhalte und die erwarteten Auswirkungen der Guidelines auf die Institute.  

Das Konsultationspapier, dessen Konsultationsfirst am 11. März 2016 endet, gibt selbst keine konkreten Vorgaben an die Institute für die Ausgestaltung des ICAAP und ILAAP.

Die Guideline EBA/CP/2015/26, die nach aktuellem Stand ab dem 30. Juni 2016 Anwendung finden soll, beschreibt detailliert, welche Informationen die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP heranzuziehen hat. Die Aufsicht betont, dass Sie keine spezifischen Vorgaben zu den ICAAP und ILAAP Reports im Rahmen der Datenabfragen macht. Die Institute können hier auch auf bestehende interne Reports, die die entsprechenden Informationen enthalten, zurückgreifen.

Die Aufsicht will auch zukünftig im Rahmen der Prüfung von ICAAP und ILAAP keine Templates oder vergleichbare Muster oder Meldebögen nutzen, um Daten bei den Instituten zu erheben. Des Weiteren werden auch keine neuen oder zusätzlichen Taxonomien oder Methoden durch dieses Paper eingeführt.

Ziel der Konsultationspapieres (EBA/CP/2015/26) ist es, im Sinne der SREP Guideline Konvergenz in der Aufsichtspraxis herbeizuführen. Dazu muss ein einheitliches Set an Informationen definiert werden, die durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden im Rahmen der Prüfung anzufordern und zu beurteilen sind. Betont wird in diesem Zusammenhang aber, dass die Spezifizierung der Anforderungen dem Proportionalitätsgrundsatz Rechnung zu tragen hat (insb. in Bezug auf Frequenz, Granularität sowie Bereitstellungsdauer). So erwartet die Aufsicht z.B. von einem Kategorie 1-Institut im Sinne des SREP, dass die Informations- und Datenbereitstellung jährlich in einem „gebündelten“ Paket erfolgt. Für Institute, die nicht der Kategorie 1 zugeordnet werden, wird die Informationsbereitstellung sowohl in Scope, Granularität, Frequenz und Bereitstellungsdauer variieren und durch die Aufsicht je nach Einstufung und Risikogehalt abweichend festgelegt.

 

Die EBA teilt die Information, die die Aufsicht von den Instituten fordert, wie folgt ein:

  • “Reader´s Manual”
  • Allgemeine Informationen
  • Spezifische Informationen
  • Quality Assessments

 

Unter dem „Reader´s Manual“ wird ein allumfassendes Dokument verstanden, welches einen Überblick über die bereitgestellten Dokumente sowie deren Status (neu, unverändert, leicht verändert, …) gibt. Es soll ebenfalls dargestellt werden, in welchen Dokumenten spezifische Informationen zu finden sind und damit als Orientierungshilfe dienen. Daneben sollen in dem „Reader´s Manual“ übergreifende Informationen aufgenommen werden, die für den Start der Prüfung durch die Aufsicht relevant sind.

Die allgemeinen Informationen dienen der Aufsicht dazu, sich einen Überblick über ICAAP und ILAAP zu verschaffen und sollen die folgenden Mindestbestandteile umfassen:

  • Geschäftsmodell und Strategie,
  • Risk Governance Framework,
  • Risk Appetite Framework,
  • IT-Struktur und IT-Prozesse mit Bezug zu ICAAP und ILAAP,
  • Information über Offenlegungen zu ICAAP und ILAAP (Offenlegungsbericht, Jahresabschluss, etc.).

 

In den Ausführungen zu den spezifischen Informationen zum ICAAP/ILAAP im Konsultationspapier wird für die Informations- und Datenanforderung zwischen Methoden- bzw. Rahmenbeschreibung und operativer Dokumentation differenziert.

In der Methoden- bzw. Rahmenbeschreibung werden die Informationen zur Ausgestaltung von ICAAP und ILAAP (Methodendokumentation, Prozessbeschreibungen, Verfahrensanweisungen und Modellannahmen) erhoben. Daneben werden Fakten qualitativer und quantitativer Art zum individuellen Stichtag abgefragt (operative Dokumentation); dies können z.B. die absoluten Risikogrößen für die wesentlichen Risikoarten und Sub-Risikoarten sein.

Für die Überprüfung des ICAAP fordert die Aufsicht sowohl Methoden als auch die operative Dokumentation für die folgenden Aspekte an:

  • ICAAP Framework,
  • Beschreibung der Risikoquantifizierungsverfahren,
  • Definition des internen Kapitals, Abweichungen zur Säule I und Kapitalallokation,
  • Ausgestaltung und Ergebnis aus Kapitalplanung und Schlussfolgerungen sowie
  • Ausgestaltung und Ergebnis des Stresstestings.

 

Auch für die Überprüfung des ILAAP werden sowohl Informationen bzgl. der angewandten Methoden als auch die operative Dokumentation durch die Aufsicht angefordert:

  • ILAAP Framework,
  • Refinanzierungsstrategie,
  • Strategie zum Management des Liquiditätspuffers und der gestellten Sicherheiten,
  • Ausgestaltung des Liquiditätskostenverrechnungssystems,
  • Management des Intraday-Liquiditätsrisikos,
  • Ausgestaltung und Ergebnis des Liquiditäts-Stresstestings und
  • Ausgestaltung des Liquiditätsnotfallplans.

 

Des Weiteren wird für den ICAAP und den ILAAP jeweils eine ergänzende Dokumentation in Form von Beschlüssen und Entscheidungen des Managements, Aufzeichnungen zu Diskussionen und deren Ergebnissen und sofern verfügbar interne Self-Assessments zur Angemessenheit der verwendeten Prozesse eingefordert.

Der Aufsicht sollen daneben die Ergebnisse aus externen und internen Prüfungen zum ICAAP und ILAAP (Quality Assessment Information) sowie deren interner Analyse bereitgestellt werden. Daraus resultierende Änderungen im ICAAP und ILAAP sollen der Aufsicht kenntlich gemacht werden.

Herausforderungen für die Institute

Zusammenfassend ist die Guideline als Anforderungsliste zur Bereitstellung umfangreicher Informationen und Daten zu ICAAP und ILAAP zu betrachten.

Institute sollten zeitnah prüfen, ob sie alle geforderten Informationen in verständlicher und gebündelter Form bereitstellen könnten. Vollständig neu zu erstellen wird in vielen Fällen das „Reader´s Manual“ sein.

 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Michael Maifarth

Telefon    +49 69 9585 2318

Mobil       +49 170 786 5727

michael.maifarth@de.pwc.com

Matthias Eisert

Telefon    +49 69 9585 2269

Mobil       +49 160 895 3260

matthias.eisert@de.pwc.com

Alexander Kottmann

Telefon    +49 30 2636 5018

Mobil       +49 170 473 8250

alexander.kottmann@de.pwc.com

Dieter Lienland

Telefon    +49 211 981 4929

Mobil       +49 171 553 2631

dieter.lienland@de.pwc.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */