Messung von OpRisk mit AMA – geplante Änderungen

Am 12. Juni 2014 hat die EBA ein Konsultationspapier für die Umsetzung der Erweiterungen und Änderungen des Advanced Measurement Approaches (AMA) für die Messung von operationellen Risiken unter dem Artikel 312 der Regulation (EU) No 575/2013 veröffentlicht.

Festlegung einheitlicher Definitionen als zentrales Ziel

Wesentliche Ziele sind dabei, eine einheitliche Anwendung der Regulation (EU) No 575/2013 innerhalb der Europäischen Union für die Definition der operationellen Risiken sicherzustellen und Inkonsistenzen bei der Festlegung der institutsspezifischen, operationellen Risikoprofile zu vermeiden. Dazu soll dieser Regulatory Technical Standard (RTS) den Anwendungsbereich des operationellen Risikos und der operationellen Risikoverluste klären.

Wesentliche Änderungen aus dem Konsultationspapier

  • Risikobegriff: Die aktuelle Definition der operationellen Risiken erweitert sich um rechtliche Risiken, Informations- und Telekommunikationsrisiken, sowie Modellrisiken.
  • Risikoabgrenzung: Konkretisierung der Abgrenzung von operationellen Risiken gegenüber fraudulenten Handlungen in Bezug auf Marktpreis- und Adressenausfallrisiken. Dies bezieht sich hierbei insbesondere auf die Zuordnung von internen und externen Daten die im AMA-Ansatz verwendet werden.
  • Erweiterung der Dokumentation von Daten: Die Institute sollten im Rahmen des AMA-Ansatzes zusätzliche Daten wie beinahe Schadenfälle, operationelle Gewinne, Opportunitätskosten bzw. Verlusterträge, sowie interne Kosten wie Überstunden und Bonuszahlungen die im Zusammenhang mit operationellen Ereignissen bestehen, dokumentieren und verwenden.
  • Konkretisierung der verwendeten Daten: Die zu verwendenden externen und internen Daten werden in Bezug auf Art und Umfang konkretisiert. Zusätzlich ist eine regelmäßige Überprüfung der Granularität der Daten, sowie deren Überprüfung bezüglich Homogenität, Stationarität und Unabhängigkeit durchzuführen.
  • Beschreibung der Überprüfung von Modellannahmen: Das Papier enthält eine umfängliche Beschreibung der regelmäßigen statistischen Überprüfungen der Modellannahmen, welches insbesondere auch die Verteilungsannahme sowie die Modellierung des Tailbereiches betrifft. Ebenso werden spezifische Vorgaben an die zu verwendeten Verteilungsannahmen getroffen.
  • Modellierung von Versicherungen und Haircuts: Eine dem AMA-Ansatz entsprechende Modellierung von Versicherungen und Ermittlung von Haircuts ist durch das Institute sicherzustellen.
  • Zusätzliche Anforderung an die IT-Prozesse: Die Institute haben umfängliche IT-Prozesse und entsprechende Kontrollen zur Sicherstellung der korrekten Ermittlung der operationellen Risiken gemäß AMA-Ansatz sicherzustellen.
  • Beschreibung, Validierung und Auditing des AMA-Ansatzes: Auf regelmäßiger Basis müssen die Institute eine Validierung und ein Auditing der operationellen Risikomessung und des operationellen Risikomanagements sicherstellen.

Im Rahmen des Konsultationsprozesses wurden alle Institute, die ihre operationellen Risiken mit Hilfe des AMA-Ansatzes messen, gebeten bis zum 12. September 2014 offene Punkte und Fragen bezüglich des Papieres an die EBA zu richten. Diese muss den finalen Draft der Regulatory Technical Standards bis zum 31. Dezember 2014 an die europäische Kommission übersendet haben.

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