Neue Verordnung zur Einreichung von Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationen (FinaRisikoV)

Am 4. Juli 2018 wurde die Verordnung zur Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung (FinaRisikoV) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die überarbeitete FinaRisikoV ist damit zum 13. Juli 2018 in Kraft getreten und gilt für die Meldungen der Finanzinstitute. Für die Anwendung der neuen Meldebögen wurde eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2018 gewährt, Erleichterungen können teilweise sofort in Anspruch genommen werden.

Die Anpassungen waren notwendig, um das in den letzten Monaten neu gefasste Rundschreiben im Zusammenhang mit den Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch (RS 9/2018) und die neuen regulatorischen Anforderungen zur Risikotragfähigkeitsrechnung (Risikotragfähigkeitsleitfaden) auch in den gemäß FinaRisikoV abzugebenden Meldungen zu berücksichtigen. Über beide Themen haben wir detailliert in verschiedenen Risk Blog Beiträgen berichtet.

Im Folgenden gehen wir auf die wesentlichen Änderungen kurz ein.

Termine und Verfahren zur Einreichung der Finanzinformationen

Für die Meldung sind die angepassten Termine zur Einreichung der Finanzinformationen und ergänzende Informationen gem. § 3 FinaRisikoV zu beachten. Diese quartalsweise einzureichenden Informationen sind nicht mehr bis zum 20. Geschäftstag des auf dem Berichtszeitraum folgenden Kalendermonats einzureichen, sondern an folgenden Terminen: 12. Mai, 11. August, 11. November und 11. Februar. Somit haben die Institute zur Abgabe der Meldungen etwas mehr Zeit und es erfolgt eine Angleichung an die EZB-Meldestichtage.

Erweiterter Anwendungsbereich

Die Aufsicht hat in § 2 FinaRisikoV klargestellt, dass neben den Finanzdienstleistungsinstituten, die die Drittstaateneinlagenvermittlung bzw. das Sortengeschäft betreiben, auch Institute, die die Abschlussvermittlung, Finanzportfolioverwaltung bzw. die Anlageverwaltung betreiben, die ergänzenden Informationen nach § 7 FinaRisikoV einzureichen haben. Diese Institute haben ergänzend zu den Finanzinformationen Angaben zu ihrer Eigenmittel-Kosten-Relation sowie ihren Kapitalquoten unter Verwendung des neuen Meldeformulars EKRQU (Anlage 13a) einzureichen. In der Anlage 13a werden Informationen zur Zusammensetzung der Eigenmittel (hartes Kernkapital, zusätzlichen Kernkapital und Ergänzungskapital) sowie zu bestimmten Kosten abgefragt, um die entsprechenden Quoten zu ermitteln.

Informationen zur Risikotragfähigkeitsrechnung

Der Abschnitt 3 Risikotragfähigkeitsinformationen mit den §§ 8 bis 12 FinaRisikoV und den Anlagen 14 bis 24 ist bislang unverändert, so dass für die neuen Perspektiven (normativ und ökonomisch) entsprechende zusätzliche Steuerungskreise anzulegen sind. Hierzu fordert die Aufsicht in verschiedenen Formularen folgende Informationen an:

  • Angaben zum Institut und dem Ansprechpartner (Anlage 14)
  • Anwendungsbereich und Umfang des Risikotragfähigkeitskonzepts (Anlage 15)
  • Stammdaten des Institutes (Anlage 16)
  • Konzeption der Risikotragfähigkeitsrechnung und des Steuerungskreises (Anlage 17 und Anlage 18)
  • Zusammensetzung des Risikodeckungspotentials – je nach Ausgangspunkt der Ermittlung Anlage 19 (Eigenmittel), Anlage 20 (IFRS) oder Anlage 21 (HGB)
  • Ableitung des Risikodeckungspotentials – barwertig (Anlage 22)
  • Diverse Angaben zu den Limiten und Risiken (Anlage 23)
  • Angaben zu Steuerungsmaßnahmen und zur zukünftigen Risikotragfähigkeit (Anlage 24)

Grundsätzlich sind diese Informationen einmal jährlich innerhalb von 7 Wochen elektronisch einzureichen (§ 9 FinaRisikoV), es sei denn, Institute fallen unter die erhöhte Meldefrequenz gem. § 12 FinaRisikoV (halbjährliche Frequenz bzw. individuell durch die Aufsicht angeordnete höhere Frequenz).

Angaben zu Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch (Anlage 13)

In der Anlage 13 sind unverändert die verschiedenen Informationen zu den Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch einzureichen (u.a. Zinsbuchbarwert, Barwertänderung bei einer Zinssenkung bzw. –erhöhung und jeweiliger Zinskoeffizient sowie die Angabe, ob das Ausweichverfahren genutzt wird und der Konditionenbeitrag für das Aktiv- und Passivgeschäft).

Ergänzend müssen die Institute die Behandlung der Margen-Cashflows (Berücksichtigung bzw. Nichtberücksichtigung) sowie den genutzten Rechnungslegungsstandard (HGB bzw. IFRS) angeben. Diese ergänzenden Informationen sind notwendig, da in dem Rundschreiben der Aufsicht (RS 9/2018 – Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch) entsprechende Wahlrechte existieren. Wir weisen darauf hin, dass das Ausweichverfahren aufgrund der neuen Anforderungen an die barwertige Messung der Zinsänderungsrisiken in BTR 2.3 Tz. 5 der MaRisk nur noch bis zu deren Umsetzung nutzbar ist.

Darüber hinaus wurden die durch die übergeordneten Institute auf zusammengefasster Basis einzureichenden Informationen und Anlagen überarbeitet (§ 6 FinaRisikoV).

Sofern Sie Fragen zu der FinaRisikoV, den einzureichenden Informationen bzw. den zu nutzenden Meldebögen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.:

WP Matthias Eisert

Telefon    +49 69 9585 2269
Mobil       +49 160 895 3260

matthias.eisert@pwc.com

WP Andreas Fuchs

Telefon    +49 89 5790 5280
Mobil       +49 151 14282711

andreas.fuchs@pwc.com

WP Nicole Geysel

Telefon    +49 711 25034 3429
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nicole.geysel@pwc.com

WP Dieter Lienland

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Mobil       +49 171 553 2631

dieter.lienland@pwc.com

 

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