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Russland errichtet neue gewerblich-industrielle Sonderwirtschaftszone


In Werchnaja Salda (Swerdlowsker Gebiet) wird eine neue gewerblich-industrielle Sonderwirtschaftszone, kurz: SWZ, errichtet. Das hat die russische Regierung am 16. Dezember 2010 beschlossen. Die entsprechenden Vereinbarungen haben der Gouverneur der Swerdlowsker Gebietes, Aleksandr Mischarin, der stellvertretende Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Oleg Saweljew, und das stellvertretende Stadtkreisoberhaupt von Werchnjaja Salda, Irina Turkina, noch im Dezember in Moskau unterzeichnet. 

Die neue SWZ "Titanowaja dolina" soll ihre Schwerpunkte in folgenden Branchen haben:

  • Herstellung von Titanhalbfertigerzeugnissen für den Flugzeugbau
  • Medizin 
  • Befestigungsmittel
  • chemischer Maschinenbau
  • Kernenergetik
  • Flug- und Eisenbahnbau
  • Metallhüttenindustrie

Dafür sollen insbesondere auch die Titanvorkommen in der Region genutzt werden.

Gute Infrastruktur macht Region für deutsche Unternehmen interessant

Deutsche Unternehmen aus den genannten Industriezweigen, die ein Investment in Russland planen, sollten die neue SWZ als Standort prüfen. Werchnjaja Salda ist bereits jetzt ein gut entwickeltes Industriezentrum. Die OAO "Korporatzija WSMPO-AWISMA"- ein russisches Metallhüttenunternehmen und einer der größten Titanhersteller der Welt – hat dort zum Beispiel ihren Sitz. Die Region ist durch Schienen und Straßen mit dem etwa 170 Kilometer entfernten Ekaterinburg, dem drittgrößten Verkehrsknotenpunkt Russlands, verbunden. Dort gibt es auch einen Flughafen.

Nach Medienberichten sollen die Planung der SWZ, die Ausweisung der Bauflächen und die Errichtung von Infrastruktureinheiten bis zum Jahr 2012 abgeschlossen werden. Als potenzielle Residenten gelten sowohl ausländische als auch russische Unternehmen: beispielsweise UAB "Arvi", SR Systematics Group GmbH, MAG und ZAO NPP "Maschprom".

Wer kann die Vergünstigungen in Anspruch nehmen?

Die SWZ in Russland lassen sich in geografische und punktuelle SWZ unterteilen. Die punktuellen SWZ unterscheiden sich insbesondere durch die Art der Tätigkeit, die für die einzelnen SWZ gesetzlich vorgeschrieben ist. Neben Steuer- und Zollvergünstigungen erbringt eine SWZ Leistungen, um die technische Infrastruktur zu verbessern und im administrativen Bereich.

Die Vergünstigungen des SWZ-Gesetzes können nur Unternehmen in Anspruch nehmen, die in das sogenannte Register der begünstigten Unternehmen (Residenten) der jeweiligen SWZ eingetragen sind. Hierfür muss der Investor bestimmte formelle Voraussetzungen erfüllen. Investoren in den gewerblich-industriellen SWZ müssen sich darüber hinaus bereits vor Beginn des Investitionsvorhabens verpflichten, in Höhe von umgerechnet drei Millionen Euro zu investieren.