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32 Berufsgruppen von der Quotenregelung ausgenommen


Seit Sommer 2010 gilt eine Ausnahme von der Quotenregelung für hochqualifizierte Fachkräfte. Zum 15. Februar 2011 ist nun ein weiterer Erlass in Kraft getreten, der bestimmte Berufsgruppen konkret bezeichnet und von der Quotenregelung ausnimmt. Anders als der Erlass für hochqualifizierte Fachkräfte knüpft dieser Erlass nicht an ein Mindestgehalt in Höhe von zwei Millionen Rubel (circa 50.000 Euro) pro Jahr an, sondern an die Zugehörigkeit zu einer konkreten Berufsgruppe.

Im Vergleich zu den Erlassen aus 2009 und 2010, die bestimmte Berufsgruppen von der Quotenregelung ausnehmen, fällt auf: Diesmal wurde ein ausführlicher Katalog mit insgesamt 32 Berufsgruppen festgelegt. Quasi zusätzlich zur Regelung für Hochqualifizierte, die in der Praxis sicher viele derjenigen Ausländer in Anspruch nehmen werden, die auch unter die Ausnahmeregelung für bestimmte Berufsgruppen fallen.

Der Erlass ist besonders um technische Berufsgruppen wie Ingenieure (zum Beispiel "Ingenieur für rechnergestützte Betriebsleitungssysteme") erweitert worden. Generaldirektoren verschiedener Rechtsformen werden wie in den Vorjahren von der Quotenregelung ausgenommen. Der Katalog wurde allerdings nicht systematisiert. So sind auch Vorstandsvorsitzende und ihre Stellvertreter von der Quotenregelung ausgenommen. Bei den Vorstandsvorsitzenden handelt es sich um eine Doppelung zur Ausnahme von Generaldirektoren, da letztere kraft Gesetzes gleichzeitig auch dem Vorstand vorsitzen.

Die Verabschiedung ist zu begrüßen: Sie beseitigt die Rechtsunsicherheit, ob der Erlass aus 2009 weiter gilt. Allerdings erleichtert lediglich die Regelung für hochqualifizierte Fachkräfte das Verfahren bei der Beantragung einer Arbeitserlaubnis. Wenn ein Gehalt unter zwei Millionen Rubel im Jahr vereinbart wird, muss das übliche langwierige Verfahren durchlaufen werden. Das gilt auch, wenn durch den Berufsgruppenerlass die Bindung an die Quote entfällt.