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GrundstĂŒckskauf in russischen Grenzgebieten – ein Tabu fĂŒr AuslĂ€nder?


AuslĂ€ndische private und juristische Personen dĂŒrfen in Russland grundsĂ€tzlich GrundstĂŒcke erwerben. Ausnahmen gelten fĂŒr landwirtschaftliche GrundstĂŒcke und GrundstĂŒcke in grenznahen Gebieten. Lange war unklar, welche konkreten Gebiete zu "grenznahen GrundstĂŒcken" gehören. Eine Anordnung des russischen PrĂ€sidenten vom 9. Januar 2011 regelt diese Frage nun.

In welchen Grenzgebieten dĂŒrfen AuslĂ€nder keine GrundstĂŒcke erwerben?

  • Auf der Liste stehen insgesamt 380 Kommunen in zwölf Republiken, sieben Regionen, 24 Gebieten, einem autonomen Gebiet, drei autonomen Kreisen und in St. Petersburg. 
  • Somit sind Grenzgebiete in allen Nordkaukasus-Republiken betroffen und die meisten Gebiete Sibiriens und in Fernost.
  • Nicht betroffen sind das Moskauer Gebiet und benachbarte Gebiete von Mittel-Russland.
  • Im Kaliningrader Gebiet sind von der Anordnung alle Gebiete und die Stadt Kaliningrad außer den mittig liegenden Gebieten Gwardejski, Gusewski und Tschernjachowski Rajon betroffen. 
  • Im Belgoroder Gebiet unterliegen alle neun an die Ukraine grenzenden Gebiete der BeschrĂ€nkung. Dazu gehört auch die Stadt Belgorod und somit der ganze SĂŒd-Westen des Belgoroder Gebietes. 
  • Auch in der Stadt Sotschi und anderen an das Schwarze Meer und das Asowsche Meer angrenzenden StĂ€dten und Gebieten des Krasnodarsker Gebietes im Kaukasus-Vorland dĂŒrfen AuslĂ€nder keine GrundstĂŒcke erwerben. Dazu gehört auch das an Georgien grenzende Mostowsker Gebiet. 

Alternativen fĂŒr auslĂ€ndische Investoren

Ein unmittelbarer GrundstĂŒckserwerb in grenznahen Gebieten durch auslĂ€ndische Personen ist nicht zulĂ€ssig. Auch dĂŒrfen russische juristische Personen, deren auslĂ€ndischer Anteil am Stammkapital mehr als 50 Prozent betrĂ€gt, laut Gesetz keine landwirtschaftlichen GrundstĂŒcke erwerben. AuslĂ€ndische Investoren mĂŒssen sich bei landwirtschaftlichen GrundstĂŒcken mit einer geringeren Beteiligung zufrieden geben. Alternativ können sie ein (landwirtschaftliches) GrundstĂŒck durch eine mehrstöckige Beteiligung an einer Enkelgesellschaft erwerben. Zudem besteht auch die Möglichkeit, das GrundstĂŒck zu pachten und unter bestimmten Voraussetzungen die darauf stehende Immobilie zu erwerben.