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Russland-News

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Lang erwartetes Migrationsgesetz ist in Kraft getreten


Seit 25. März 2011 gilt ein neues Migrationsgesetz in Russland. Der Kern der Änderungen: Das Gesetz liberalisiert das Registrierungsverfahren für alle Ausländer, die sich in der Russischen Föderation aufhalten.

In Russland besteht die allgemeine Pflicht für alle einreisenden Ausländer, sich bei den zuständigen inländischen Migrationsbehörden registrieren zu lassen. Nach dem neuen Gesetz können Arbeitgeber ihre ausländischen Arbeitnehmer weiterhin am Arbeitsort registrieren lassen.

Die letzte Änderung des Gesetzes aus dem Dezember 2010 sah zunächst vor, dass die Registrierung nur am Ort der Wohnunterkunft des ausländischen Arbeitnehmers vorgenommen werden kann. Dies war eine außerordentlich unpraktische Lösung, die für die Betroffenen erhebliche Probleme auslöste. Mit der neuen Regelung hat sich der Gesetzgeber in dieser Frage für die vor dem Dezember 2010 bestehende Rechtslage entschieden. Dies ist sehr zu begrüßen.

Registrierungsfrist wird von drei auf sieben Werktage verlängert

Die Registrierungsfrist beträgt statt drei nunmehr sieben Werktage. Diese Frist gilt auch für hochqualifizierte Fachkräfte. Sie sind zwar in den ersten 90 Tagen nach ihrer Einreise von der Registrierungspflicht befreit. Nach Ablauf dieser Zeit müssen sie sich jedoch innerhalb von sieben Tagen registrieren lassen. Durch neuerliche Ein- und Ausreise – zum Beispiel bei einer Heim- oder Dienstreise – leben die 90 Tage wieder auf. Das bestätigte der Vertreter der russischen Migrationsbehörde (FMS) auf der Veranstaltung zum Thema „Novelle des russischen Migrationsrechts und aktuelle Visa-Fragen“ am 25. März 2011 in der Russischen Botschaft in Berlin. Die Verlängerung der Registrierungsfrist ist aus praktischer Sicht sehr zu begrüßen.

Hochqualifizierte können als aufnehmende Partei auftreten

Hochqualifizierte Fachkräfte, die über Eigentumswohnungen in Russland verfügen, können nun ebenfalls als aufnehmende Partei gegenüber ihren Familienangehörigen fungieren. Das bedeutet, sie können ihre Familienangehörigen selbst registrieren lassen. 

Familienangehörige von Hochqualifizierten sind von Quoten ausgenommen

Das Gesetz enthält auch Neuregelungen für Familienangehörige von hochqualifizierten Fachkräften: Arbeitgeber, die Familienangehörige Hochqualifizierter einstellen wollen, bedürfen keiner Erlaubnis mehr für die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte. Für sie gelten auch keine Quoten für Arbeitserlaubnisse und Einladungen zwecks Erwerbstätigkeit. Um arbeiten zu dürfen, brauchen die betroffenen Familienangehörigen jedoch ebenfalls eine Arbeitserlaubnis. Diese ist in ihrer Dauer von der Dauer der Arbeitserlaubnis der hochqualifizierten Fachkraft abhängig. 

Was passiert bei Verstößen gegen Registrierungsvorschriften?

Ausländische Staatsangehörige werden von der Haftung für Verstöße gegen Registrierungsvorschriften befreit, wenn die Registrierungspflicht ihre aufnehmende Partei trifft. Diese Regelung ist jedoch mit Vorsicht zu behandeln, denn es gibt im Moment noch widersprechende Regelungen im Gesetz „Über administrative Rechtsverstöße“.

Danach können ausländische Staatsangehörige für Verstöße gegen die Regeln des Migrationsrechts zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 2.000 bis 5.000 Rubel verpflichtet werden. Zusätzlich sieht das Gesetz eine mögliche Abschiebung vor. Die Anordnung dieser Sanktionen, vor allem durch lokale Behörden, ist nicht auszuschließen.

Hier ist der Gesetzgeber gefragt, den hinter der neuen Regelung im Migrationsgesetz klar erkennbaren politischen Willen nicht durch abweichende und widersprechende ordnungsrechtliche Vorschriften zu konterkarieren.

Weitere Informationen zum Migrationsgesetz stehen hier.