Solvency II Blog

Financial Stability Board veröffentlicht Konsultation zur Bewertungsmethodik der „Key Attributes of Effective Resolution Regimes for the Insurance Sector“

Am 21. Dezember 2017 veröffentlichte das Financial Stability Board (FSB) eine Konsultation zur Bewertungsmethodik der Umsetzung der „Key Attributes of Effective Resolution Regimes for the Insurance Sector“. Diese ist Bestandteil des modularen Ansatzes des FSB, bei dem den einzelnen Finanzsektoren (Banken, Versicherungen, etc) individuell Rechnung getragen wird, und adressiert nach der im Oktober 2016 veröffentlichten Methodik für Banken nun die Methodik für Versicherungen.

Das Konsultationspapier legt für jeden Key Attribute grundlegende Kriterien fest, die bei der Bewertung der Umsetzung eines Key Attributes mindestens herangezogen werden sollen. Zu den einzelnen Kriterien sind Erläuterungstexte ergänzt, um ein einheitliches Verständnis und eine konsistente Bewertung zwischen den verschiedenen Zuständigkeiten zu fördern. Zudem sollen die einzelnen Zuständigkeitsbereiche unterstützt werden, wenn sie die Key Attributes in die vorhandenen Mechanismen zur Abwicklung von Versicherungen adaptieren oder die Systeme reformieren.

Kommentare und Rückmeldungen zur Konsultation können bis 28. Februar 2018 über fsb@fsb.org eingereicht werden. Nach Abschluss der Konsultation werden die eingereichten Kommentare und Rückmeldungen auf der FSB Homepage veröffentlicht, sofern die Befragten dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen haben.

EIOPA veröffentlicht Informationen zur Anwendung von Ausnahmeregelungen und Einschränkungen zu Berichtspflichten sowie Capital Add-Ons

Am 21. Dezember 2017 hat EIOPA ihre jährlichen Berichte zu der Anwendung von Ausnahmeregelungen und Einschränkungen bezüglich der regelmäßigen Aufsichtsberichte veröffentlicht. Weiterhin wurde erstmals der Bericht zur Anwendung von Kapitalaufschlägen veröffentlicht.

Information zu Berichtspflichten

Hinsichtlich der unterjährigen Berichtspflichten für (Rück-) Versicherer ist es den nationalen Aufsichtsbehörden gemäß DVO gestattet Ausnahmen und Einschränkungen der Berichtspflichten zu veranlassen. Die Möglichkeit der Veranlassung orientiert sich bspw. an der Größe bzw. dem Marktanteil der Versicherer.

Der Bericht zu den Ausnahmen und Einschränkungen der Berichtspflichten zeigt auf, dass 134 Unternehmen und 8 Gruppen unter spezifische Ausnahmeregelungen fallen sowie 703 Unternehmen bzw. 31 Gruppen eine Genehmigung zur Anwendung spezifischer Einschränkungen erhalten haben. 21 nationale Aufsichtsbehörden haben keine derartigen Regelungen genehmigt. Die Ausnahmeregelungen werden folglich von 0,4% des EWR Marktes für Nicht-Lebensversicherungen sowie 0,5% des EWR Marktes für Lebensversicherungen angewendet. In Bezug auf eingeschränkte Berichtspflichten wenden 4,8% des EWR Marktes für Nicht-Lebensversicherungen bzw. 2,5% des EWR Lebensversicherungsmarktes derartige Maßnahmen an.

Informationen zu Capital Add-Ons

Laut Bericht haben zu Ende 2016 vier Mitgliedsstaaten insgesamt 20 Capital Add-Ons (CAOs) auf Solo-Ebene (UK: 15, Frankreich: 2, Norwegen: 2 und Irland: 1) sowie vier CAOs auf Gruppenebene (alle in UK) auferlegt. Grund für die Auferlegung von CAOs ist die fehlende Angemessenheit der Standardformel bezüglich des individuellen Risikoprofils der Unternehmen. Die auferlegten Kapitalaufschläge variieren von 2% bis 85% der Solvenzkapitalanforderung.

Neben den vier Mitgliedstaaten, die CAOs auferlegt haben, haben sich 21 Mitgliedsstaaten dazu entschieden, in einer Übergangsphase keinerlei CAOs anwenden zu wollen.

Stresstest für EbAV: EIOPA veröffentlicht Auswertungsbericht

Die EIOPA hat am 13. Dezember 2017 einen Auswertungsbericht zum europaweiten Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) 2017 veröffentlicht.

Der europaweite EbAV-Stresstest wurde zum zweiten Mal im Zeitraum von 18. Mai bis 13. Juli 2017 durchgeführt (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Ziel des Stresstests war eine Abschätzung der Belastbarkeit der europäischen EbAV unter adversen Kapitalmarktszenarien mit einheitlichen Methoden zu generieren. Zudem wurde analysiert, wie die Pensionskassen und Pensionsfonds den unter adversen Kapitalmarktszenarien entstehenden Schock auf die Realwirtschaft und Finanzmärkte übertragen.

Der Stresstest beinhaltete ein „Double-hit-scenario“, das zum einen aus einer Senkung der risikolosen Zinssätze besteht, was tendenziell die Höhe der Verpflichtungen der EbAV erhöht. Des Weiteren war ein Rückgang der Marktwerte der Kapitalanlagen vorgesehen, wodurch erreicht wurde, dass sich der Schock auf beiden Seiten der Bilanz niederschlägt. Der Stresstest umfasste darüber hinaus sowohl Leistungszusagen als auch reine Beitragszusagen. Letztere sind in Deutschland erst ab dem 1. Januar 2018 zulässig und waren daher für den Stresstest nicht relevant.

EIOPA veröffentlicht Analyse der SFCR im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten

Am 18. Dezember 2017 veröffentlichte EIOPA eine Stellungnahme hinsichtlich ihrer Analyse der Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) für das Jahr 2016 mit dem Ziel, Verbesserungspotential zukünftiger SFCR aufzuzeigen. Die Grundlage hierfür bildete eine repräsentative Stichprobe aller im europäischen Wirtschaftsraum veröffentlichten SFCRs.

Die Analyse zeigte, dass die Mehrheit der Berichte fristgerecht veröffentlicht wurde und diese die Solvency II-Anforderungen grundsätzlich erfüllen. Zudem sind die meisten SFCRs auf der jeweiligen Homepage des Versicherungsunternehmens leicht auffindbar und erreichbar.

Jedoch hat EIOPA neben den positiven Aspekten auch Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt. Hierzu zählen unter anderem:

Europäische Kommission startet Konsultation zu aufsichtsrechtlichen Reporting Anforderungen

Im Rahmen des „Call for Evidence on EU financial services“ (CfE) der Europäischen Kommission läuft vom 01. Dezember 2017 bis zum 28. Februar 2018 die Konsultation „Fitness Check on supervisory reporting“.

Hintergrund des CfE ist, dass sich die allgemeinen aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die auf EU-Ebene beschlossen wurden und national teilweise unterschiedlich umgesetzt werden, für alle Finanzmarktteilnehmer und Finanzprodukte seit der Finanzmarktkrise hinsichtlich Umfang und Komplexität deutlich erhöht haben. Mit dem CfE möchte die Europäische Kommission den kumulierten Einfluss dieser unterschiedlichen Anforderungen testen. Auf der einen Seite soll dabei überprüft werden, ob durch diese Anforderungen die übergeordneten Ziele Finanzmarktstabilität, Marktintegrität und Investorenschutz erreicht werden. Auf der anderen Seite verfolgt der CfE damit das Ziel die Anforderungen auf Überschneidungen und Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Regulierungen zu untersuchen.

BaFin veröffentlicht Kapitalanlagerundschreiben für Nicht-Solvency II Anwender

Das neue Kapitalanlagerundschreiben 11/2017 (VA) der BaFin ist veröffentlicht worden. Dieses wurde von Ende 2016 bis Anfang 2017 konsultiert und nun in überarbeiteter Fassung herausgegeben. Es enthält Vorgaben zur Anlage des Sicherungsvermögens, sowie zu allgemeinen Anlagegrundsätzen und zum Kapitalanlagemanagement inklusive Anlagerichtlinien, ALM und der Einbindung der internen Revision.

Die überarbeitete Fassung weicht unter anderem in folgenden Aspekten vom Entwurf ab:

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 14. Dezember 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die 2017 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung. Änderungen und Ergänzungen zur vorherigen Fassung vom 29. März 2017 sind im Wesentlichen die Folgenden:

Änderungen in der quantitativen Berichterstattung

Änderungen im quantitativen Berichtswesen beziehen sich beispielsweise auf den Umgang mit geschlossenen Listen: Felder, bei denen aus einer geschlossenen Liste auszuwählen ist, sind zwingend auszufüllen (sofern keine Ausnahmebedingungen existieren). Außerdem wird die Zuordnung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die keinen eigenen Posten in der Solvabilitätsübersicht besitzen, thematisiert: Sie sind entsprechend ihrer Art dem jeweiligen zutreffenden Element in der Solvabilitätsübersicht zuzuordnen.

IAIS veröffentlicht vorläufiges Konsultationspapier zum aktivitätsbasierten Ansatz für systemische Risiken

Am 8. Dezember 2017 hat die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) ein vorläufiges Konsultationspapier zum aktivitätenbasierten Ansatz (ABA) für systemische Risiken in der Versicherungsbranche veröffentlicht. Eine öffentliche Telefonkonferenz zur Vorstellung des vorläufigen Konsultationspapiers wird am 19. Dezember 2017 stattfinden.

Dieses Konsultationspapier ist der erste Schritt im Rahmen der beim IAIS Global Seminar im Juni 2017 beschlossenen Agenda für eine schrittweise Änderung der systemischen Risikobewertungsmethodik vom aktuellen unternehmensindividuellen Ansatz (Entity Based Approach, EBA) hin zu einem neuen aktivitätenbasierten Ansatz (Activity Based Approach, ABA). Ziel ist es, ein umfassendes Rahmenwerk für die Beurteilung und die Minderung systemischer Risiken zu schaffen. In den weiteren Schritten sollen Maßnahmen für systemisch risikoreiche Aktivitäten in die Entwicklung von ComFrame (siehe Blogbeitrag vom 15. März 2017 und vom 15. November 2017) und der Insurance Capital Standard (ICS) (siehe Blogbeitrag vom 26. Juli 2017) integriert und in der Überarbeitung der Higher Loss Absorbency (HLA) Requirements (siehe Blogbeitrag vom 9. Oktober 2015) angewendet werden.

Das veröffentlichte Konsultationspapier soll Stakeholdern die Möglichkeit geben, einen Beitrag zur Entwicklung des aktivitätenbasierten Ansatzes zu leisten und Feedback zu den von der IAIS vorgeschlagenen nächsten Schritten zur Entwicklung aktivitätenbasierter Maßnahmen zu geben. Kommentare können bis zum 15. Februar 2018 über das Konsultations-Tool auf der IAIS Website abgegeben werden. Nach Berücksichtigung des ersten Feedbacks ist für Ende 2018 voraussichtlich eine zweite öffentliche Konsultation geplant.

Änderung der ITS hinsichtlich Verfahren, Formate und Meldebögen des SFCR

Neben der Veröffentlichung einer Änderung der ITS zur Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörden DVO 2017/2189 (siehe Blogbeitrag vom 30. November 2017) wurde am 25. November 2017 im Amtsblatt der Europäischen Union ebenfalls die Durchführungsverordnung DVO 2017/2190 veröffentlicht. Sie ändert und berichtigt die im Dezember 2015 veröffentlichte DVO 2015/2452 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards hinsichtlich der Verfahren, Formate und Meldebögen für den Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) gemäß der Richtlinie 2009/138/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Die Verordnung tritt am 14. Dezember 2017 in Kraft.

Die Änderungen und Berichtigungen der DVO 2017/2190 umfassen vor allem redaktionelle Anpassungen. Darüber hinaus werden Zellen der QRTs, welche als Anhang des SFCR zu übermitteln sind, zusätzlich erläutert und nicht auszufüllende Zellen geschwärzt. In einigen Fällen (siehe bspw. S.25.02.22 und S.25.03.22) werden Zeilen aus den QRTs eliminiert.

Mit den Änderungen wird ein besseres Verständnis der veröffentlichten Informationen verfolgt, insbesondere zum Zwecke zeit- und unternehmensübergreifender Vergleiche. Mit der Verwendung von Meldebögen sollen außerdem die Gleichbehandlung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen gewährleistet und das Verständnis der von Gruppen offengelegten Informationen verbessert werden.

Änderung der ITS zur Informationsübermittlung an die Aufsicht

Am 25. November 2017 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die Durchführungsverordnung DVO 2017/2189 zur Änderung und Berichtigung der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2450 veröffentlicht, in welcher die technischen Durchführungsstandards hinsichtlich der Meldebögen für die Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörde festgelegt sind. Die nun vorliegende DVO 2017/2189 ändert und berichtigt unter anderem die folgenden QRTs: