Solvency II Blog

IAIS entwickelt ICPs kontinuierlich weiter

Anfang November 2017 hat die International Association of Insurance Supervision (IAIS) zum einen bereits konsultierte Insurance Core Principles (ICPs) im überarbeiteten Entwurf veröffentlicht bzw. verabschiedet. Zum anderen wurden ICPs zur Konsultation veröffentlicht, für die Kommentare bis 8. Januar 2018 eingereicht werden können.

Veröffentlichung überarbeiteter ICPs

Im IAIS General Meeting 2017 wurden folgende ICPs verabschiedet:

  • ICP 13 Rückversicherung und andere Formen des Risikotransfers,
  • ICP 18 Vermittler und
  • ICP 19 Geschäftsführung.

ICP 13 fordert dass Versicherer ihre Rückversicherung und anderen Formen des Risikotransfers effektiv managen und dass die Aufsichtsbehörden die Art der Rückversicherungstätigkeit im Rahmen ihrer Beaufsichtigung berücksichtigen. Die Überprüfung des ICP 13 erfolgte im Anschluss an einen in 2016 durchgeführten Peer-Review unter Berücksichtigung von zwischenzeitlichen Entwicklungen am Markt und bei den Aufsichtspraktiken.

ICP 18 legt Anforderungen für die Geschäftsführung von Vermittlern fest, u.a. eine professionelle und transparente Geschäftstätigkeit.

ICP 19 fordert von Versicherern und Vermittlern im Rahmen ihrer Geschäfte eine faire Behandlung ihrer Kunden (von vor dem Vertragsabschluss bis alle Verpflichtungen erfüllt sind).

Darüber hinaus veröffentlichte die IAIS (siehe Blogbeitrag vom 15. März 2017 für weitere Informationen zu den Anfang 2017 durchgeführten Konsultationen) überarbeitete Entwürfe folgender ICPs:

  • ICP 1 Ziele, Befugnisse und Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden,
  • ICP 2 Die Aufsichtsbehörde,
  • ICP 3 Informationsaustausch und Vertraulichkeitsanforderungen,
  • ICP 9 Aufsichtliche Überprüfung und Berichterstattung,
  • ICP 10 Präventive Maßnahmen, Korrigierende Maßnahmen und Sanktionen,
  • ICP 12 Marktaustritt und Abwicklung,
  • ICP 25 Aufsichtskooperation und -koordination.

Die überarbeiteten Entwürfe sollen im IAIS General Meeting 2019 zusammen mit ComFrame verabschiedet werden. Hintergrund dieser Vorgehensweise sind etwaige erforderliche Konsistenzanpassungen aufgrund der Weiterentwicklung von ComFrame.

Konsultation überarbeiteter ICPs

Für die überarbeitete Version folgender ICPs wurde Anfang November die Konsultationsphase begonnen:

  • ICP 8 Risikomanagement und Interne Kontrollen,
  • ICP 15 Anlage und
  • ICP 16 Unternehmensrisikomanagement für Solvabilitätszwecke.

Bestandteil der Konsultationsfassungen sind auch jene Textbausteine, die zukünftig in ComFrame aufgenommen werden sollen, um so eine integrierte, auf einander aufbauende Regulierung zu ermöglichen (siehe Blogbeitrag vom 15. März 2017). In Bezug auf ICP 8 stehen die bereits im März 2017 konsultierten ComFrame Inhalte nicht erneut zur Konsultation, sondern lediglich die seither zusätzlich integrierten Inhalte. Zudem konzentriert sich diese Konsultation darauf die Überschneidungen zwischen ICP 8 und ICP 16 zu beseitigen.

Um die vorliegende Konsultationsfassung zu diskutieren und Hintergrundinformationen zu geben wird außerdem am 22. November 2017 eine öffentliche Telefonkonferenz stattfinden. Kommentare können bis zum Ende der Konsultation am 8. Januar 2018 über die beiden webbasierten Konsultationsinstrumente (ICP 8 sowie ICP 15 & 16) eingereicht werden.

Solvency II Standardformel Review: EIOPA veröffentlicht zweites Konsultationspapier

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 9. November 2017).

Das zweite Konsultationspapier wurde nun am 6. November 2017 durch EIOPA veröffentlicht. Es greift einzelne Themengebiete des ersten Sets auf und vertieft diese und behandelt auch zusätzliche Themen. Folgende Bereiche werden somit in dem zweiten Set behandelt:

  • Prämien- und Reserverisiko
  • Invaliditäts-/Morbiditätsrisiko
  • Katastrophenrisiken
  • Zinsrisiko
  • Marktrisiko
  • Wechselkursrisiko auf Gruppenebene
  • nicht-geratete Schuldverschreibungen
  • nicht-börsennotierte Aktien
  • strategische Beteiligungen
  • Vereinfachungen des Gegenparteiausfallrisiko
  • Behandlung von Risikopositionen gegenüber CCPs und Änderungen aufgrund von EMIR
  • Vereinfachungen des Look-through Ansatzes
  • Look-through Ansatz auf Gruppenebene
  • Anpassung für die Verlustausgleichsfähigkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen und latenten Steuern
  • Kapitalkosten bei der Risikomarge
  • Vergleich der Eigenmittel im Versicherungs- und Bankenbereich
  • Anlageinstrumente, welche lediglich als Tier 1 qualifiziert sind, bis zu 20% der gesamten Tier 1 Instrumente

Ziel der zweiten Konsultation ist die Gewährleistung einer verhältnismäßigen und technisch robusten, risikosensitiven und einheitlichen Aufsichtsregelung für den Versicherungssektor und die Implementierung von etwaigen Vereinfachungen vorzuschlagen.

EIOPA bittet alle Stakeholder, die vorgeschlagenen Themengebiete mittels des Templates für Kommentare bis zum 5. Januar 2018 zu bearbeiten. Die zusammengefassten Feedbacks werden voraussichtlich Ende Februar 2018 in Form von Empfehlungen an die Europäische Kommission übermittelt.

EIOPA richtet erstes Set zum Solvency II Standardformel Review an EU Kommission

Nach der Veröffentlichung des Konsultationspapiers zum ersten Set zum Solvency II Standardformel Review (vgl. auch Blog-Beitrag vom 5. Juli 2017) hat EIOPA am 30. Oktober 2017 nun den „Final Report on the public consultation on EIOPA’s first set of advice“ einschließlich Kommentare der Stakeholder Gruppen auf ihrer Website veröffentlicht.

In gleichem Zuge richtet EIOPA ihr erstes Set an Empfehlungen (EIOPA’s first set of advice, EIOPA-BoS-17/280) an die Europäische Kommission. In den Empfehlungen baut EIOPA strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltlich lediglich kleinere Anpassungen vor. Die Änderungen sind nach den folgenden Themenbereichen gegliedert (für eine Übersicht der Themenbereiche vgl. auch PwC Solvency II-Newsletter August 2017, S. 3 ff.):

Vereinfachte Berechnungen:

  • Ergänzung eines Vorschlags, nach dem es Unternehmen erlaubt sein soll, ihre Basissolvabilitätskapitalanforderung oder Solvabilitätskapitalanforderung für Sub-Module zu berechnen, ohne Diversifikationsvorteile zu berücksichtigen (vgl. Tz. 67 EIOPA-BoS-17/280).

Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings:

  • Konkretisierung des Schwellenwertes unter welchem es (Rück-) Versicherungsunternehmen gestattet ist auf Vereinfachungen in der Berechnung des Spread- und Konzentrationsrisikos zurückzugreifen. Vereinfachungen bei der Kalkulation dürfen vorgenommen werden, wenn unter anderem mindestens 80% (im Konsultationspapier noch „der Großteil“) des Portfolios von mindestens einer ECAI (External Credit Assessment Institution) bedeckt werden (vgl. Tz. 109 EIOPA-BoS-17/280).

Look-Through Ansatz:

  • Konkretisierung, nach der „related undertakings“, die nicht für Investmentzwecke gedacht sind, nach wie vor in der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen wie Tochtergesellschaften behandelt werden (vgl. Tz. 265 EIOPA-BoS-17/280).
  • Konkretisierung zur vereinfachten Berechnung auf Basis der „Target Asset Allocation“ von Fonds (vgl. Tz. 266 EIOPA-BoS-17/280). Die Methode soll im Zuge des zweiten Sets noch genauer beschreiben werden.

EIOPA plant bis Februar 2018 das zweite Set an Empfehlungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Die Konsultation zum zweiten Set wurde am 6. November 2017 von EIOPA veröffentlicht. Dieses zweite Set konzentriert sich vor allem auf die Analyse von Kapitalkosten bei der Kalkulation der Risikomarge und auf die Kalkulation von Risiken.

EIOPA Risk Dashboard – Zweites Quartal 2017

EIOPA hat am 26. Oktober 2017 das Risk Dashboard für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 2. März 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen verbleiben stabil. Es gibt kleinere Verbesserungen bei Versicherungsgruppen und Lebensversicherern. Auch bezüglich Profitabilität können erste positive Anzeichen sowohl für Lebensversicherer, als auch Nicht-Lebensversicherer beobachtet werden.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen und Besorgnis in der Versicherungsindustrie.
  • Weiterhin wenig Anlass zur Besorgnis bereiten Versicherungstechnische Risiken. Die jüngsten Nat-Cat Ereignisse wurden jedoch noch nicht in diesem Risk Dashboard berücksichtigt und könnten zu einem Anstieg der Versicherungstechnischen Risiken für Nicht-Lebensversicherer und Rückversicherungsgesellschaften führen.
  • Es kann eine Verbesserung der allgemeinen Markterwartungen beobachtet werden mit einer Outperformance von Aktien im Versicherungssektor und Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime im Verlauf des letzten Jahres bis Q2 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

Last Call – Melden Sie sich zu unserem Business Breakfast an!

„Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen”

Unser Business Breakfast richtet sich an Vorstände, Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Risikomanagement, Interne Revision und Aktuariate von Versicherungsunternehmen. Unsere Experten freuen sich darauf, Ihnen folgende Themen vorzustellen und wichtigsten Herausforderungen und Handlungsbedarfe gemeinsam zu diskutieren:

  • Solvabilitätsübersicht, SFCR, RSR, ORSA und Governance: Erkenntnisse und Optimierungspotenziale nach dem ersten vollen Solvency II-Jahr
  • Capital Management und ORSA: Operationalisierung im Tagesgeschäft
  • Fast Close & Agile Steuerung: Solvency II-Daten fristgerecht erzeugen und wertschaffend nutzen
  • Startklar für die Prüfungssaison 2017 und Ausblick auf kommende Regulierungen

Letzte freie Plätze sind noch buchbar! Melden Sie sich einfach für einen der nachfolgenden Termine über unsere Anmeldeseite an:

  • Freitag 03.11.2017, Frankfurt
  • Dienstag 07.11.2017, Köln
  • Mittwoch 08.11.2017, Hannover
  • Montag 13.11.2017, Stuttgart
  • Donnerstag 16.11.2017, München

Wir freuen uns auf Sie!

BaFin-Konsultation zum Finanzkonglomerate-Rundschreiben und Meldeformular

Die BaFin hat am 16. Oktober 2017 die Konsultation eines Rundschreibens zur Meldung der Finanzkonglomerate-Solvabilität (11/2017 (VA)) sowie ein neues Meldeformular veröffentlicht.

Die Konsultationsphase läuft bis zum 17. November 2017 und richtet sich an alle nach § 18 Abs. 1 Finanzkonglomerate-Aufsichtsgesetz (FKAG) in die Berechnung der Finanzkonglomerate-Solvabilität einzubeziehenden Unternehmen. Dazu zählen das übergeordnete Unternehmen eines Finanzkonglomerates mit Sitz im Inland und die konglomeratsangehörigen Unternehmen, wie:

  • gemischten Finanzholding-Gesellschaften,
  • Kreditinstitute,
  • Finanzdienstleistungsinstitute,
  • Finanzunternehmen,
  • Anbieter von Nebendienstleistungen,
  • Kapitalverwaltungsgesellschaften,
  • extern verwaltete Investmentgesellschaften,
  • E-Geld-Institute,
  • Zahlungsinstitute,
  • Versicherungsunternehmen,
  • Versicherungs-Holdinggesellschaften und
  • Versicherungs-Zweckgesellschaften.

Die Konsultation des Rundschreibens trägt dem Umstand Rechnung, dass die konkretisierende Finanzkonglomerate-Solvabilitäts-Verordnung (FkSolV) auf einem Rechtsstand vor Inkrafttreten der CRR/CRD IV (Regulierungspaket zu Kapitalanforderungen der Bankenbranche) und Solvency II (Solvabilitätsanforderungen der Versicherungsbranche) beruht und die daraus resultierenden Meldeformulare ebenso veraltet sind.

Alleinig die Vorgaben zur Berechnungsmethodik der Finanzkonglomerate-Solvabilität wurden in der Vergangenheit überarbeitet und in 2013 auf Basis der neuen Finanzkonglomerate-Richtlinie (FICOD) im Rahmen einer konkretisierenden Delegierten Verordnung (EU) 2014/342 (Regulatory Technical Standard, RTS) aktualisiert. Eine nationale Vorschrift zur Konkretisierung des aktuellen FKAG liegt darüber hinaus derzeit nicht vor. 

Das neue Rundschreiben soll daher ergänzende Hinweise zu den gegenüber der BaFin und der Deutschen Bundesbank (sowie ggf. der EZB) zu meldenden Angaben geben, so dass darin insbesondere die folgenden Themenfelder aufgegriffen werden:

  • Technische Grundsätze zu Berechnungsmethoden gem. RTS und wesentliche Grundprinzipien für die Berechnung auf Ebene des Finanzkonglomerates 
  • Berichtszeitraum: Jährliche Berichtspflicht, unverzüglich nach Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfer, spätestens jedoch 9 Monate nach Ende des Geschäftsjahres des übergeordneten Unternehmens
  • Meldeverfahren: Aufbau und Form des Meldeformulars sowie Erläuterungen zu Einzelpositionen zur Befüllung des Formulars
  • Verhältnis zur Gruppensolvabilität nach Solvency II sowie die Klarstellung, dass grundsätzlich auch für versicherungsgeführte Finanzkonglomerate eine entsprechende Finanzkonglomerate-Meldepflicht besteht. Nur in Fällen des Einvernehmens mit der BaFin kann von einer solchen zusätzlichen Meldepflicht abgesehen werden.

Ausblick 

Die Aufsichtsbehörden sammeln weiter Erkenntnisse mit den Aufsichtssystemen rund um Finanzkonglomerate und im Zusammenspiel mit CRR/CRD IV und Solvency II. Konkrete Auswirkungen des RTS auf die Berechnung der Finanzkonglomerate-Solvabilität bedürfen ebenfalls weiterer Beobachtung. Ebenso unterliegt die FICOD auf europäischer Ebene bereits seit mehreren Jahren einem kontinuierlichen Weiterentwicklungsprozess.

Das Rundschreiben soll nach Auskunft der BaFin künftig die bisherige FkSolV sowie die Meldevordrucke (Anlagen 1-8 FkSolV) ersetzen. Für einen (bisher nicht konkretisierten) Übergangszeitraum wird den meldepflichtigen Unternehmen nach dem FKAG das neu entwickelte Formular zur Meldung der Finanzkonglomerate-Solvabilität zur Verfügung gestellt.

Guude, Morje, Guten Morgen, Gudde Morge, Servus! – Melden Sie sich an zum PwC Insurance Business Breakfast in fünf unterschiedlichen Regionen!

„Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen”

In den letzten Jahren haben wir viel positives Feedback zu unserem „Insurance Business Breakfast“ erhalten. Daher möchten wir in bewährter Tradition auch in diesem Jahr gemeinsam mit Ihnen aktuelle Themen der Regulierung und des Risikomanagements diskutieren. Vor dem Hintergrund „Solvency II and beyond: Mit Solvency II und neuen regulatorischen Anforderungen Mehrwert schaffen” zeigen Ihnen unsere Ansprechpartner aktuelle Entwicklungen sowie Themenfelder mit Potenzial zur Mehrwert schaffenden Weichenstellung in Ihrem Unternehmen auf:

  • Solvabilitätsübersicht, SFCR, RSR, ORSA und Governance: Erkenntnisse und Optimierungspotenziale nach dem ersten vollen Solvency II-Jahr
  • Capital Management und ORSA: Operationalisierung im Tagesgeschäft
  • Fast Close & Agile Steuerung: Solvency II-Daten fristgerecht erzeugen und wertschaffend nutzen
  • Startklar für die Prüfungssaison 2017 und Ausblick auf kommende Regulierungen

Melden Sie sich einfach für einen der nachfolgenden Termine über unsere Anmeldeseite an:

  • Freitag 03.11.2017, Frankfurt
  • Dienstag 07.11.2017, Köln
  • Mittwoch 08.11.2017, Hannover
  • Montag 13.11.2017, Stuttgart
  • Donnerstag 16.11.2017, München

Wir freuen uns auf interessante Diskussionen mit Ihnen!

EIOPA veröffentlicht Hinweise zu den QRTs „Veränderungsanalyse“ (Variation Analysis)

Am 29. Juni 2017 hat EIOPA erläuternde Hinweise zu den Variation Analysis QRTs veröffentlicht. Die Hinweise bieten Erklärungen zu den QRTs S.29.01 bis S.29.04, welche die Veränderung des Überschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten darstellen.

  • S.29.01 – Excess of Assets over Liabilities
  • S.29.02 – Excess of Assets over Liabilities – explained by investments and financial
  • S.29.03 – Excess of Assets over Liabilities – explained by technical provisions
  • S.29.04 – Detailed analysis per period – Technical flows versus Technical provisions

Durch die Hinweise werden für jedes der oben genannten Templates detaillierte Erläuterungen zu den allgemein geforderten Inhalten gegeben. Ergänzend werden durch EIOPA spezifische Fragen aufgegriffen und beantwortet.

Außerdem werden beispielhafte Befüllungen der QRTs anhand diverser Fallbeispiele aus der Nicht-Lebensversicherung veranschaulicht und erläutert, beispielsweise der Fall eines Run-off Portfolio’s.

Ferner geht EIOPA ebenfalls auf mögliche zukünftige Anpassungen bezüglich der relevanten Inhalte bestimmter Zellen in den QRTs ein und sensibilisiert somit für weitere Anpassungen der technischen Durchführungsstandards.

BaFin-Rundschreiben derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte

Die BaFin hat am 30. August 2017 das Rundschreiben 08/2017 (VA) zu derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten veröffentlicht. Die finale Veröffentlichung knüpft an die von der BaFin hierzu durchgeführte Konsultation des genannten Rundschreibens im Januar 2017 an (vgl. Blog-Beitrag vom 11. Januar 2017) und beinhaltet im Vergleich zu diesem keine wesentlichen Änderungen.

Das nun veröffentlichte Rundschreiben richtet sich an alle für das Erstversicherungsgeschäft zugelassenen Unternehmen, für die die Vorschriften für kleine Versicherungsunternehmen (§§ 212 ff VAG) Anwendung finden, sowie an inländische Pensionskassen und Pensionsfonds (§§ 232 ff, 236 ff VAG). Es konkretisiert die Regelungen des § 15 Abs. 1 S. 2 VAG hinsichtlich der Zulässigkeit von Termingeschäften, Optionsgeschäften und ähnlichen Finanzinstrumenten sowie die Anlageverordnung und die Pensions-Aufsichtsverordnung. Das Rundschreiben nimmt Stellung zu folgenden Themenfeldern:

  • Definition und Hinweise zur Zulässigkeit von Vorkäufen und Vorverkäufen;
  • Definition und Hinweise zur Zulässigkeit von derivativen Finanzinstrumenten;
  • Definition und Hinweise zur Zulässigkeit von strukturierten Finanzprodukten;
  • Hinweise zur Abwicklung von derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Finanzprodukten.

Durch das Rundschreiben werden das Rundschreiben 3/2000 (Derivate-Rundschreiben) sowie die BaFin-Auslegungsentscheidungen zum Einsatz von Receiver Forward Swaps aus 2005, zu Inflations-Swaps aus 2012 sowie zu den Quoten für Vorkäufe aus 2013 aufgehoben. Gleichwohl entspricht der mit dem neuen Rundschreiben definierte Status quo in den wesentlichen inhaltlichen Punkten den ersetzten Rundschreiben bzw. Auslegungsentscheidungen.

EIOPA Risk Dashboard – Erstes Quartal 2017

EIOPA hat am 31. Juli 2017 das Risk Dashboard für das erste Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beitrag vom 2. März 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Gruppen verbleiben stark und stabil, es gibt lediglich kleine Verschlechterungen für Non-Life Solo-Unternehmen.
  • Stabile Versicherungsprämien führen zu einer moderaten Verringerung der Versicherungsrisiken.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen in der Versicherungsindustrie. Die allgemeinen Markterwartungen sind jedoch stabil mit Anzeichen von Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich ergänzt.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).