EIOPA Konsultation zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in Delegierte Rechtsakte nach SII und IDD

Am 28. November 2018 hat EIOPA den Entwurf eines Technical Advice zu möglichen Änderungen der Delegierten Rechtsakten unter Solvency II und der Versicherungs-Vertriebsrichtlinie (IDD) mit dem Ziel der Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren zur Konsultation veröffentlicht. Die Konsultation läuft bis zum 31. Januar 2019.

EIOPA reagiert damit auf den „Call for Advice“ der Europäischen Kommission vom 1. August 2018, in welchem unter anderem die folgenden Bereiche genannt wurden, bzgl. derer die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren zu untersuchen ist:

  • Anforderungen an die Organisation
  • Betriebsbedingungen
  • Risikomanagement
  • Zielmarktbewertung (nur IDD)

Die Änderungsvorschläge zur Delegierten Rechtsakte nach Solvency II zielen darauf ab, die Identifikation und Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Underwriting und Kapitalanlage sicherzustellen. Dabei sollten langfristige Auswirkungen von Anlageentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren („Stewardship Principle“) berücksichtigt sowie Versicherungsnehmerpräferenzen in Bezug auf „Environmental, Social and Governance (ESG)“ Faktoren adressiert werden.

Die im Rahmen der IDD vorgeschlagenen Änderungen beziehen sich auf zwei Bereiche:

  • Interessenskonflikte: Versicherungsunternehmen und -vermittler sollten bei der Ermittlung der Arten von Interessenkonflikten, die die Interessen eines Kunden beeinträchtigen könnten, solche einbeziehen, die im Hinblick auf die Nachhaltigkeit entstehen könnten. Angemessene Vorkehrungen sollten getroffen werden, um sicherzustellen, dass ESG-Faktoren im Beratungsprozess berücksichtigt werden und nicht zu „Miss-Selling“ Praktiken führen.
  • Produktüberwachung & Governance: Kundenpräferenzen bzgl. ESG-Faktoren im Zielmarkt sollten in verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus berücksichtigt werden, sofern das Versicherungsprodukt auf Kunden mit „ESG-Profil“ abzielt.

Stellungnahmen zum vorliegenden Entwurf sollten auf Basis der drei Grundsätze „Kohärenz mit den aktuellen Anforderungen“, „Verhältnismäßigkeit“ und „sektorübergreifende Konsistenz“ eingereicht werden.

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