EIOPA veröffentlicht Stellungnahme zum grenzüberschreitenden Nichtlebensversicherungsgeschäft

Am 21. Dezember 2018 veröffentlichte EIOPA eine Stellungnahme zur Überwachung grenzüberschreitender Nichtlebensversicherungsgeschäfte. Ziel ist es, die aufsichtsrechtliche Konvergenz zu verbessern, gleiche Wettbewerbsbedingungen in Rahmen der Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit zu schaffen sowie den Schutz der Versicherungsnehmer zu gewährleisten, unabhängig vom Hauptsitz des jeweiligen Versicherungsunternehmens.

Mit der Stellungnahme macht EIOPA deutlich, dass keine neuen Anforderungen an grenzüberschreitende Versicherungsgeschäfte mit langfristigen Verpflichtungen gestellt werden sollen, sondern vielmehr eine Sensibilisierung für die zunehmende Komplexität des grenzüberschreitenden Versicherungsgeschäfts und die Herausforderungen bei der Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfolgen.

EIOPA hat mögliche Hindernisse in Bezug auf die Berechnung und Beurteilung der Solvabilitätskapitalanforderungen von Versicherungsunternehmen, die grenzüberschreitendes Nichtlebensversicherungsgeschäft langfristiger Natur betreiben, festgestellt. Diese Versicherungsgeschäfte sind in der Regel unsicherer als der Großteil des Nichtlebensgeschäfts und erfordern sowohl die Kenntnis über die lokalen Marktgegebenheiten als auch das aktuarielle Wissen für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen.

Mit ihrer Stellungnahme hebt EIOPA die Notwendigkeit hervor, dass sich die Beteiligten der örtlichen Gegebenheiten bei der Abwicklung grenzüberschreitender Versicherungstätigkeiten bewusst sind und legt ihre Erwartungen an Versicherungsunternehmen und Empfehlungen an die zuständigen Aufsichtsbehörden bezüglich der folgenden drei Aspekte dar:

  • Erwartungen an versicherungstechnische Rückstellungen mit Fokus auf die Berechnung der besten Schätzung
  • Erwartungen an die Schlüsselfunktionen und die Verwaltungs, Management- und Aufsichtsorgane
  • Empfehlungen zum aufsichtlichen Überprüfungsprozess und zur Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden

Der Stellungnahme sind zudem mehrere Anlagen zur Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen beigefügt, die als Orientierung und Best Practice herangezogen werden können.

Sechs Monate nach der Veröffentlichung dieser Stellungnahme wird EIOPA die ergriffenen Maßnahmen der nationalen Aufsichtsbehörden analysieren sowie im nötigen Rahmen weitere Anweisungen bekanntgeben.

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