PwC

Steuern & Recht

Neue Abschreibungsregeln nach Einlage und vorheriger Nutzung zur Erzielung von Überschusseinkünften


Werden Immobilien oder sonstige abnutzbare Wirtschaftsgüter ins Betriebsvermögen eingelegt, nachdem sie zuvor im Privatvermögen zur Erzielung von Überschusseinkünften verwendet worden sind, werden die Absetzungen für Abnutzung (AfA) jetzt anders berechnet.

 

Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums wird nunmehr die hierzu ergangene Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs angewendet. Die wichtigsten Punkte der Verwaltungsanweisung im Überblick:

Bei einer Einlage aus dem Privatvermögen in ein Betriebsvermögen tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Einlagewert. Der Einlagewert ist grundsätzlich der Teilwert des Wirtschaftsguts. Bei Einlagen innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung oder Herstellung dürfen höchstens die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt werden.

Werden Wirtschaftsgüter nach einer Verwendung zur Erzielung von Überschusseinkünften in ein Betriebsvermögen eingelegt, ist eine vom Einlagewert abweichende AfA-Bemessungsgrundlage zu ermitteln. Die Abschreibung des eingelegten Wirtschaftsgutes bemisst sich in diesem Fall nach folgenden Grundsätzen:

Ist der Einlagewert des Wirtschaftsguts höher als oder gleich den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ist die AfA ab dem Zeitpunkt der Einlage nach dem um die bereits in Anspruch genommenen AfA oder Substanzverringerungen, Sonderabschreibungen oder erhöhten Absetzungen geminderten Einlagewert zu bemessen.

Der Einlagewert liegt unter den historischen, aber über den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten: Die AfA wird nach den fortgeführten Anschaffungskosten bemessen, weil der Einlagewert geringer als die historischen Anschaffungskosten jedoch höher als die fortgeführten Anschaffungskosten ist.

Der Einlagewert eines Wirtschaftsguts gilt gleichzeitig auch als AfA-Bemessungsgrundlage.
Ist der Einlagewert des Wirtschaftsguts geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, bemisst sich die weitere AfA nach diesem ungeminderten Einlagewert.
 

Anwendung der neuen Spielregeln: Die neuen Berechnungsmethoden in den Alternativen 1 bis 3 sind in allen offenen Fällen anzuwenden. Alternative 4 ist erstmals auf Einlagen anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2010 vorgenommen werden.  (GS)

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 27. Oktober 2010; IV C 3 – S 2190/09/10007