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Steuern & Recht

Erneute doppelte Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort


Wurde eine doppelte Haushaltsführung beendet, kann sie am früheren Beschäftigungsort auch in der dazu schon früher genutzten Wohnung erneut begründet werden. Eine doppelte Haushaltsführung ist regelmäßig dann beendet, wenn der Haushalt in der Wohnung am Beschäftigungsort nicht mehr geführt wird.

 

 Hintergrund

Mehraufwendungen für Verpflegung können im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung pauschal und beschränkt auf die ersten drei Monate an derselben Tätigkeitsstätte zum Abzug zugelassen werden. Im entschiedenen Fall lebte ein Steuerpflichtiger, abweichend von seinem Familienwohnsitz, in einer erworbenen Eigentumswohnung am Beschäftigungsort. Diese Wohnung hatte er vorübergehend für 10 Monate aufgegeben, da er für einen Lehrauftrag an einer Universität beurlaubt wurde und in dieser Zeit dort eine Wohnung mietete. Für die Wohnung am früheren Beschäftigungsort hatte das Finanzamt eine doppelte Haushaltsführung anerkannt, sie stand aber für die Dauer des Lehrauftrages leer. Nachdem der Steuerpflichtige danach seine frühere Tätigkeit wieder aufnahm, bezog er seine bisherige Wohnung und machte erneut Verpflegungsmehraufwendungen geltend.

 

Beendigung und Neubegründung einer doppelten Haushaltsführung trotz Beibehaltung der Zweitwohnung

Der Bundesfinanzhof (BFH) erkannte die erneute doppelte Haushaltsführung an. Nach Beendigung einer doppelten Haushaltsführung kann der Steuerpflichtige, sofern die übrigen Voraussetzungen vorliegen, erneut eine doppelte Haushaltsführung aus beruflichem Anlass, gegebenenfalls auch am früheren Beschäftigungsort und in der Wohnung, in der er bereits früher einen Zweithaushalt errichtet hatte, begründen. Von der Beibehaltung der doppelten Haushaltsführung ist deren Beendigung abzugrenzen. Erst mit Beendigung der doppelten Haushaltsführung scheidet der Werbungskostenabzug aus. Eine doppelte Haushaltsführung ist regelmäßig dann beendet, wenn der Haushalt in der Wohnung am Beschäftigungsort nicht mehr geführt wird. Dies war hier der Fall. Während seiner Beurlaubung befand sich die regelmäßige Arbeitsstätte an der Universität, der Zweithaushalt am früheren Beschäftigungsort wurde nicht mehr fortgeführt. Mit der Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit begründete der Steuerpflichtige jedoch erneut eine doppelte Haushaltsführung. Dem steht nach Auffassung des BFH nicht entgegen, dass er seine Eigentumswohnung während seines Aufenthalts nicht veräußert, sondern im Hinblick auf die Rückkehr an seine frühere Arbeitsstätte beibehalten hatte. Denn die erneute Begründung einer doppelten Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort setzt nicht voraus, dass der Arbeitnehmer dort eine neue Wohnung nimmt. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 8. Juli 2010 (VI R 15/09), veröffentlicht am 20. September 2010