PwC

Steuern & Recht

Renovierungsarbeiten durch Dritte als Werbungskosten abziehbar


Von einem Dritten im eigenen Namen, aber im Interesse eines Anderen durchgeführte Erhaltungsaufwendungen können von letzterem als Werbungskosten abgezogen werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Dritte den Betrag auch zuwendet, zum Beispiel in Form einer verdeckten Gewinnausschüttung.

 

 
Hintergrund

Eine Steuerpflichtige vermietete einen Teil Ihrer Altbauwohnung an eine GmbH, an der sie Mitgesellschafterin und zugleich Geschäftsführerin war. Die GmbH ließ daraufhin auf ihre eigenen Kosten umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Später mietete die GmbH jedoch anderweitige, für sie günstiger gelegene betriebliche Räumlichkeiten an. Die Altbauwohnung wurde danach jedoch weitervermietet. Die von der GmbH getragenen Renovierungskosten waren steuerlich betrachtet verdeckte Gewinnausschüttungen. Das zuständige Finanzamt lehnte es jedoch gegenüber der Steuerpflichtigen ab, diese Renovierungskosten bei ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten  zu berücksichtigen, weil sie nicht die Aufwendungen getragen habe.

 

Wirtschaftlicher Zusammenhang mit Einkunftsart Vermietung und Verpachtung

Die Steuerpflichtige erzielte unstreitig Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, da kurze Zeit nach Beginn der Vermietung Einnahmeüberschüsse erzielt wurden. Der Bundesfinanzhof (BFH) bejahte den wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen dem Aufwand und der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung. Die Steuerpflichtige hatte nämlich bereits bei Anmietung der Altbauwohnung die Absicht konkretisiert, durch deren (Unter-)Vermietung an die GmbH Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen zu wollen. Diese Absicht hatte sie auch dann aufrechterhalten, als absehbar war, dass die GmbH in andere Räumlichkeiten einziehen würde. Unter Verweis auf die früher dazu ergangene Rechtsprechung des BFH durfte die Steuerpflichtige die von der GmbH übernommenen Kosten für die Renovierung als Werbungskosten abziehen: Schließt danach ein Dritter im eigenen Namen einen Werkvertrag über Erhaltungsarbeiten am vermieteten Grundstück des Steuerpflichtigen ab und leistet er die vereinbarte Vergütung, kann der Steuerpflichtige diesen Aufwand bei seinen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehen, wenn der Dritte dem Steuerpflichtigen den Betrag tatsächlich zuwendet (so im BFH-Urteil vom 15. November 2005 – IX R 25/03). (MH)

 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 28. September 2010 (IX R 42/09), veröffentlicht am 17. November 2010