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Steuern & Recht

Abzugsverbot börsenkursbedingter Teilwertabschreibung auf Auslandsbeteiligung


Die vorgezogene Anwendbarkeit des Abzugsverbots für börsenkursbedingte Teilwertabschreibungen bei Auslandsbeteiligungen im Veranlagungszeitraum 2001 ist eine unzulässige Beschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit. Dieser vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in seinem Urteil vom 22. Januar 2009 geäußerten Auffassung hat sich die Finanzverwaltung jetzt angeschlossen.

In dem Urteil vom 22. Januar 2009 hatte der EuGH in der Rechtssache C-377/07 STEKO entschieden, dass in einem Fall, in dem eine inländische Kapitalgesellschaft an einer anderen Kapitalgesellschaft mit weniger als 10 Prozent beteiligt ist, die in Artikel 56 EG enthaltene Bestimmung über den freien Kapitalverkehr beachtet werde muss, wenn ein Abzugsverbot von teilwertbedingten Gewinnminderungen bezogen auf Auslandsbeteiligungen früher in Kraft tritt, als für Beteiligungen an einer inländischen Gesellschaft, wie dies unter dem Paragrafen 8b Absatz 3 Körperschaftsteuergesetz 1999 der Fall war. Die Finanzverwaltung gestattet nunmehr die Anwendung des EuGH-Urteils auf alle noch offenen Fälle, in denen im Jahr 2001, bei abweichendem Wirtschaftsjahren im Wirtschaftsjahr 2001/2002, entsprechende Gewinnminderungen geltend gemacht werden. (MH)

 

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 11. November 2010, IV C 2 – S 2750-a/07/10006