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Steuern & Recht

Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch


Geschäftliche Fahrten müssen so aufzeichnet werden, dass der berufliche Anlass plausibel nachvollziehbar ist und sich gegebenenfalls auch nachprüfen lässt. Bereits in der Vergangenheit hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einigen Urteilen präzisiert, wie das Fahrtenbuch aussehen soll. Anlässlich eines aktuellen Falles hatten die Richter Gelegenheit, die Voraussetzungen noch einmal zusammenzufassen.

 

Plausibilität der Angaben im Fahrtenbuch entscheidend

Das Fahrtenbuch muss eine hinreichende Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Aufzeichnungen bieten, sodass der zu versteuernde Anteil (Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte) an der Gesamtfahrleistung mit vertretbarem Aufwand überprüft werden kann. Dazu gehört, das Fahrtenbuch zeitnah und fortlaufend in einer geordneten und geschlossenen äußeren Form zu führen, die nachträgliche Einfügungen oder Veränderungen ausschließt. Laufend, aber lose gefertigte Aufzeichnungen reichen nicht aus. Kleinere Mängel führen nach bisheriger höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht zur Verwerfung des Fahrtenbuchs, wenn die Angaben insgesamt plausibel sind.

Eine mit Hilfe eines Computerprogramms erzeugte Datei genügt den Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nur dann, wenn nachträgliche Veränderungen an den zu einem früheren Zeitpunkt eingegebenen Daten nach der Funktionsweise des verwendeten Programms technisch ausgeschlossen sind oder in ihrer Reichweite in der Datei selbst dokumentiert und offengelegt werden. Im konkreten Fall hatte der Steuerpflichtige dem Finanzamt mit Hilfe des MS Excel-Tabellenkalkulationsprogramms erstellte Tabellenblätter, sowie diesen zu Grunde liegende handschriftliche Aufzeichnungen vorgelegt. Dies reichte dem BFH erwartungsgemäß nicht aus, da unter anderem auch eine Manipulation hinsichtlich der gefahrenen Kilometer zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden könne. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Beschluss vom 12. Juli 2011 (VI B 12/11), als NV-Entscheidung bekanntgegeben am 14. September 2011