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Steuern & Recht

Aktienoptionen als geldwerter Vorteil


Der Zufluss eines geldwerten Vorteils als steuerpflichtiger sonstiger Bezug ist nicht schon im Zeitpunkt der Einräumung des Optionsrechts zu einem bestimmten Übernahmepreis anzunehmen, sondern erst im Zeitpunkt des späteren Erwerbs der Aktien nach Ausübung der Option zu dem dann maßgeblichen Börsenpreis abzüglich etwaiger Erwerbsaufwendungen.


 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem nicht zur amtlichen Veröffentlichung bestimmten Urteil erneut die einkommensteuerlichen Regelungen beim Bezug von Aktienoptionen dargelegt. Danach fließt ein geldwerter Vorteil erst zum Zeitpunkt der Optionsausübung zu, maßgebend ist der dann bestehende Börsenkurs der betreffenden Papiere.

Das Innehaben von Ansprüchen oder Rechten begründetregelmäßig noch keinen Zufluss von Arbeitslohn. Folglich fließt bei dem Versprechen des Arbeitgebers, dem Arbeitnehmer einen Gegenstand zuzuwenden, Arbeitslohn nicht bereits mit der wirksamen Zusage, sondern erst in dem Zeitpunkt zu, in dem der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das wirtschaftliche Eigentum verschafft.

Werden die auf diese Weise erworbenen Aktien später veräußert, handelt es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft. Ein sogenannter vertikaler Verlustausgleich zwischen privaten Veräußerungsverlusten und positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten ist nicht möglich. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften sind folglich nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat, auszugleichen. Sie mindern lediglich die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat oder erzielt. Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist diese Regelung auch verfassungsgemäß, da vor allem die Besonderheiten der privaten Veräußerungsgeschäfte und ihrer einkommensteuerrechtlichen Erfassung es rechtfertigen, für daraus erzielte Verluste nicht die für Verluste aus anderen Einkunftsarten geltenden Regelungen für den Verlustabzug anzuwenden. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Beschluss vom 27. Juli 2011 (VI B 160/10), als NV-Entscheidung bekanntgegeben am 21. September 2011