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Steuern & Recht

Doppelter Mietaufwand als beruflich veranlasste Umzugskosten


Wegen eines Umzugs geleistete doppelte Mietzahlungen können beruflich veranlasst und deshalb in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar sein. Dies gilt nach Ansicht des Bundesfinanzhofs ungeachtet dessen, dass Mehraufwendungen im Rahmen der doppelten Haushaltsführung geltend gemacht wurden. Im aktuell entschiedenen Fall war es streitig, ob die Mietaufwendungen für eine neue Familienwohnung, die am Beschäftigungsort von einem Ehegatten bereits genutzt wurde, bis zum Nachzug der Familie unbeschränkt abzugsfähige Werbungskosten waren.



Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun entschieden, dass die streitigen Mietkosten der Höhe nach unbegrenzt abziehbare Werbungskosten sein können. Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug – um einen solchen handele es sich hier – gehörten zu den Werbungskosten. Auch doppelte Mietaufwendungen könnten durch den Umzug bedingt sein. Allerdings sei der unbegrenzte Werbungskostenabzug der doppelt geleisteten Mietzahlungen zeitlich auf die Umzugsphase beschränkt. Diese beginne mit der Kündigung der bisherigen Familienwohnung und ende mit dem Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist. Bis zum tatsächlichen Umzug seien die Miete der neuen und danach die der bisherigen Familienwohnung als Werbungskosten abziehbar. (GS)

 

Fundstelle
BFH-Urteil vom 13. Juli 2011, Az. VI R 2/11